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erhobenein Kopf und geöffnetem Rachen, da fiel er, sich in der Luft überschlagend, mit wuchtigem Krach auf den Boden. Das unvorsichtige Zuschnappen hatte ihn des Gleichgewichtes beraubt. Die Wildkatze hatte sich' in derselben Sekunde mit einem eleganten Satz über ihren Feind hinweg zu Boden geschwungen und jagte nun, ehe noch die Echse die Verfolgung von neuem aufneh­men konnte, am Ufer des Baches entlang und war bald in den tiefen Schatten der Nacht verschwunden.

Gleich einer ausgestreckten Knochenhand, ragten vor ihr die Wurzeln eines gestürzten Baumes undeutlich gen Himmel. In der offenen Höhlung witterte Ruso etwas Lebendes. Als sie in das Loch hineinsprang, fuhren aus demselben zwei kleine Körper heraus und huschten in verschiedenen Richtungen davon. Es waren zwei harmlose und liebliche Känguruhmäuse. Doch die Wildkatze kümmerte sich nicht um ihre Harmlosigkeit und Lieblichkeit, chr Magen verlangte nach Speise, so nahm sie die Jagd auf die eine Maus auf. An Baumstäm­men und Buschwerk vorbei jagte sie ihr nach zum Bach Dann ging es über eine Naturbrücke aus Baumklötzen auf die andere Seite des Baches, wo dichtes Maloenge- büsch und Teebäume standen. Und hier verlor die kleine Maus ihre Sicherheit, ihr Laufen war nur noch ein Springen, das dichte Gebüsch behinderte sie. Sie konnte auch nicht kämpfen, die arme kleine Maus: erbarmungs­würdig klein und schmal sah sie aus neben der Wild­katze, die nun ihre Krallen in die Flanken des zittern­den Tieres schlug ....

Eine Stunde war vergangen, und von neuem er­schien Ruso am Bach. Sie trank. Dann glitt sie auf weichen Sohlen in ihr gewöhnliches Jagdrevier, jen­seits des Baches. Am Fuße eines Baumes blieb sie stehen: vorsichtig lugte sie zu den turmhohen Zweigen hinauf und — schlich unhörbar davon. Auf diesem Baum lebte ihre alt« Feindin, eine Adler-Eule, und Ruso war nicht in der Stimmung sich in einen Kamps einzulafsen.

Geheimnisvoll rauschte der Bach: leise rieselten seine Weilen über dunkle Klippen, da erblickte Ruso vor sich eine große Schmarzotter. Die Schlange lag ruhig auf einem großen Stein, der aus dem Wasser ragte. Sie mochte gegen vier Meter lang sein, der Rücken war glänzend schwarz, der Bauch gelb.

sie auf dem Ast eines Teebaumes und beleckte ihre ver­letzten Pfoten.

Es dämmerte schon leise, als Ruso dem heimatlichen Bach zueilte. Sie erspähte unterwegs viel Jagdwild, doch das Abenteuer in der Luft hatte sie erschöpft. Ein­mal kreuzte ein großes Känguruh ihren Weg: wie ein Waldgespenst schoß das riesige Buschtier an ihr vorüber und zerfloß in der Dämemrung.

Die Wildkatze hatte das Gebüsch erreicht, unter dem ihre Höhle lag, und--— erstarrte. Jemand war

in ihrem Hause. Mit gesträubten Haaren drang sie vorwärts. Der ganze Grund vor dem Eingang war aufgewühlt, und innen ertönte ein geheimnisvolles Scharren. Funkelnden Auges erwartete sie am Ein­gang den frechen Eindringling und---erblickte

die stumpfe Schnauze und die schwarzen kleinen Augen ihres Feindes, des Waran. Ihre Wut wurde zur Ra­serei: sie krümmte den Rücken, und wilde spukhafte Schreie entrangen sich ihrer Kehle. Der Anblick der Wildkatze hate auch den Waran in Wut versetzt, schon wollte er vorstürzen, da mochte ihm im letzten Augenblick eine erneute Jagd aussichtslos erscheinen, er drehte sich um und verschwand in der Tiefe.

Ruso blieb fauchend zurück. In ohnmächtiger Witt zerriß sie den Boden mit ihren Krallen--vergeblich

sie mußte weichen, sie konnte das Reptil aus ihren Hause nicht entfernen.

Schon vergoldet« die Morgensonne die Spitzen b?i hohen Bäume, da rollte sich die Wildkatze in ihren neuen Heim, der Höhlung eines alten Baumes, müde zum Schlaf zusammen

— Ungerecht und beleidigend. Erster Filmschauspieleri „Potztausend! Und der Revolver war irrtümlich geladen?! Armer Kerl, wars schlimm?" Zweiter Filmschauspieler: „Ach, das hätte ich noch verschmerzen können. Aber der Direktor brüllte mich an: So bricht man doch nicht zu­sammen, wenn man angeschossen wird, Sie Idiot!"

Neuzeitliches Bildungsbedürfnis. Im Schaufenster eines Fleischhauerladens war auf einem Aushang 31 lesen: Strebsame junge Dame möchte Menge's Wörter buch Latein-Deutsch (Schulausgabe) gegen modernen Tanzunterricht eintauschen.

Die beiden Feinde starrten sich an, regungslos statuen­haft. Die, Schlange schien keine Lust zum Angriff zu verspüren, und auch die Wildkatze zögerte. Sie hatte häufig so große Tiere wie die Schwarzotter gefangen und gefressen, doch es war gefährlich. Mit einem rau­hen, gespensterhaft wilden Schrei wandte sie sich schließ­lich um und verschwand in der Dunkelheit.

Auf der Spitze eines Granitfelsens stand Ruso und hörte auf das Geuake der Frösche im entfernten Sumpf. Sie war satt, die Beute war gut und reichlich gewesen: nun war die Nacht bald vorüber, und sie wollte nach Hause. Plötzlich erschien ein großer Schatten über Ruso und verdeckte die Sterne. Sie hörte das Rauschen großer Flügel, fühlte die Wärme eines schweren Kör­pers dicht neben sich. Sofort wußte sie, es war ihre Todfeindin, die Eule, unter deren Flügeln sie war und deren eisenharte Klauen sie zu greifen suchten. Bren­nend lagen die großen runden Augen der Eule auf der Wildkatze. Vor Wut zischend, mit entblößten Zähnen, sprang Ruso der Eule an die Kehle und — fiel zu Bo­den. Sie hatte ihr nur einige Federn ausreißen kön­nen. Und von neuem schwebte der Raubvogel über ihr Da---sprang Ruso mit einem verzweifelten Satz

der Eule auf den Rücken. Der Gespenstervogel krächzte laut vor Wut und erhob sich in die Lüfte. Und nun spielte sich hoch über dem Felsen ein abenteuerliches Schauspiel ab. In überlegener Ruhe saß die Katze auf ihrem hohen Sitz und bearbeitete den rechten Flügel des Feindes mit ihren scharfen Zähnen und Krallen. Schmerzvolle Schreie ausstoßend, stieg die Eule höher und höher zu den verblassenden Sternen, immer stär­ker raulchten die mächtigen Schwingen. Bald steil herabstürzend, bald seitwärts fliegend, versuchte sie die Wildkatze abzuschütteln, aber diese hatte sich fest ein- gebisfen und arbeitete unentwegt weiter. Ganze Strei­fen blutigen Fleisches riß sie aus der sich ständig ver­größernden Wunde. Die Eule schien ihr Heil jetzt auf einem Baum suchen zu wollen; wieder stieß sie herab ans der Höhe, doch der zerrissenen Flügel versagte, sic überschlug sich in der Luft und landete, schwer aufickla- acnd, zerschmettert auf demselben Felsen, auf dessen Spitze das Schauspiel begonnen hatte. Die Wildkatze hatte beim Sturz der Eule das Gleichgewicht verloren, doch war sie glücklich gefallen. Noch halb betäubt, saß

«Ufo, die Wildkatze.

Eine Nacht im australischen Busch.

Bon I. Pollard.

Die Heimat der Wildkatze Ruso war ein felsiges, von usteren Waldungen durchzogenes Buschland, hinter dem 7® Abendsonne eben glühend unterging. Ihre Höhle versteckt unter einem dichten Farnkrautgebüsch und * das frühere Heim einer Beutelratte, die sie gefres- lln hatte. Ruso selbst war eben auf gewacht und schritt !rn furchtlos in das Freie. Wohlig dehnte sie die elasti- Wn Glieder.^ Die gelblich-weißen Flecken auf ihrem grauen Fell leuchteten durch die Dämmerung.

^Elos schlich sie durch das Buschwerk ans Ufer des Ahes. Wie silbernes Feuer glühte der Reflex des n , 5 in dem Wasser, in das Rusos durstige Zunge k ^n9e glitzernde Streifen zog. Dann putzte sie sich : n "Qr.t und blickte um sich. Ein letfes Aufschlagen » .Eicher zog ihre Aufmerksamkeit wieder auf den toJft, ®'n schwarzer Gegenstand erschien über dem oünne Wasserstrahlen rieselten an ihm herab, » . ,erte /uh dem Ufer, wurde größer und größer.... c/V '8* 8'ne kurze Strecke das Ufer herauf, dann blieb ben r n.un& blickte zurück. Sie wußte, der Waran, Pi sie gesehen hatte, war ein verteufelter Jäger, hung- ihreii beobachtete, wie di« Schuppenechse

fr- 9£QBen blitzenden schwarzen Körper samt dem die B’On3.aus b«m Wasser zog, und wartete, was der en en Minuten ihr bringen würden. Da jagte

Waran auch schon auf sie zu ... .

"°chsten Augenblick hatte die Wildkatze die Mitte y Baumes erklommen. Sie Echse folgte chr 9 »er Schnelligkeit: sie erkletterte die rauhe Rinde «uraiyptusbaumes ohne Schwierigkeit. Die Wild- , diiher und höher, bis sie in die Krone des . .. gelangt war. Dann lauschte sie. Sie hörte s.Mnichoolle Arbeiten der ihr folgenden Echse, Doch vch nicht daran. Gemächlich fing sie sich einen bn ■' "Lehrte ibn und warf die Schalen bei- ließ sie sich 20 Fuß tiefer fallen, auf anderen Ast. Der 2$aran sah sie fallen, machte „ J®9ic den Stamm herab. Schon war er in Rahe der Wildkatze und schnappte nach ihr mit

ihrer Wohnung aus oem srentano- s sich «inen Stoß von hinten, so daß

Fuldaer Land und Nachbargebiet i

Kampf im Löwenzwinger. I links fahren dürfen, wenn er rechts nicht weiterfahren

-rurchwarer »»"VI 3 ” konnte, muhte er halten, bis der Mann vorbei war. — f

Ton einem Löwen zerfleischt.

er-

sich

Galerie durch die Polizei nahm etwa eine Viertelstunde in Anspruch.

und Samstags kaufen wir immer ein«

schöne Schallplatte

»et Fahrrad-FaulMch.

Die gleiche Strafe erhielt ein Kraftfahrer aus Frank­furt a. M„ der im November 0. I. in Vilbel einen

250 Mark Geldstrafe für die Tötung eines Menschen.

— Gießen. Mitte Januar war in Lollar ein älterer Mann, der auf der Straße ging, von einem Auto ange­fahren unb so schwer verletzt worden, daß er bald daraus starb. Die Untersuchung ergab, daß der alte Mann, offenbar durch das Auto erschreckt, erst nach rechts, bann nach links und schließlich wieder nach rechts sprang, sodaß er von dem Auto, das links an ihm vor­bei wollte, erfaßt wurde. Das Gericht, vor dem sich jetzt der Kraftfahrer zu verantworten hatte, verurteilte den Autofüher zu 250 Mark Geldstrafe, anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einem Monat. Der Kraftfahrer hätte unter keinen Umständen nach

_ Kassel. In der Jägerstraße wurde eine 37jährige Krankenschwester in ihrer Wohnung durch Gas ver- «iktet bewußtlos aufgefunden. Der Gaslampe war ?,„its so viel Gas entströmt, daß die Wiederbelebunas- nerbiche in der Wohnung ohne Erfolg blieben. Erst tm Sandeskrankenhaus gelang es, die Bewußtlos« wieder ins Leben zurückzurufen. Ob es sich hier um einen Unglücksfall ober einen versuchten Selbstmord handelt, konnte bisher nicht festgestellt werden.

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Aus Oberhessen.

__ Marburg. In der wenig belebten Wörthstraße amrde einer Dame das HandtSschchen entriffen. Der läter konnte unerkannt in der Dunkelheit entkommen.

— Hanau. Aus dem Main wurde die die Leiche der 18 Jahr« alten Lina Guillaumon aus Willgen- b o r n (Kr. Gelnhausen) gekündet. Das Mädchen hat aus Liebeskummer den Tod gesucht.

— Wiesbaden. In selbstmörderischer Absicht ließ sich auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein Mann von einem einfahrenden Zuge überfahren. Der Kops wurde voll­kommen vom Rumpfe getrennt. Die Personalien konn­ten noch nicht festgestellt werden.

katholische Veit.

— Der Bischof von Arras gestorben. Der Bisrhvi von Arras, Msgr. Julien, Mitglied des deutsch- französischen Studienausschusses, ist in der Nacht zum Freitag gestorben.

— Nuntius Orsenigo beim Papst. Der Papst em- fing iiz besonderer Audienz den apostolischen Nuntius in Berlin, Monsignore Orsenigo, ehemaligen apostolischen Nuntius in Budapest, der demnächst nach Berlin abreisen wird, um sein Amt zu übernehmen Der Papst hat ferner den Kardinal Frühwirth empfangen.

verfolgt. Kurz vor i platz erhielt sie plötzlich ~--u <

sie zur Erde fiel. Gleichzeitig wurde 'hr die Hand- tafdie entriffen. Der Täter lief bann davon und die Ueberfollene lief hilserufend hinter dem Tater her. Dieser blieb bann stehen, stellte sich cot die Ueberfallene und bedrohte s i e mit Niederschießen, falls sie nicht ruhig sei. Der Täter ist dann davongelausen.

--- Unterschlagungen bei einem Frankfurter Cotterie- qefdiäft. Der 32 Jahre alte Kaufmann von Hausen hatte in einem hiesigen Lotteriegeschäft 17 000 un­terschlagen und war dann, als man dahinter kam, «r- schwunden. Jetzt ist der Defraudant in Paris verhafte worden. Eine Buchhalterin in dem gleichen Geschäft war ihm behilflich gewesen und hatte die Verfehlungen durch fatsche Buchungen zu verschleiern gewußt, sie wurde ebenfalls festgenommen.

— Der Tod durch ein rasendes Auto. Zwischen Höchst und Hattersheim versuchte ein Frankfurter Di­rektor mit seinem Auto einen Motorradfahrer, der sich auf der gleichen Höhe mit einem Postomnibus befand, zu überholen. Dabei streifte der Kraftwagen das Mo­torrad. Der Führer, der 24jährige Wilhelm Nied aus dem Stadtteil Höchst, flog von seiner Maschine auf die Straße. Er erlitt einen schweren «chadelbrnch, an des­sen Folgen er nach einigen Stunden verstarb.

Neue Steuern in Bad k-cmburg.

— Bad Homburg. Der Haushaltsplan für 1930 wurde den Homburger Stadtverordneten vorgelegt. Er ist bis auf das unumgänglich Notwendige zusammengestrichen worden. Die Stadt schleppt aus den Jahren 1927 und 1928 einen Fehlbetrag von 260000 Mark mit sich und 1929 wird mit einem Fehlbetrag von 200—220000 M. ab- schließen, deren Abdeckung in den nächsten Jahren die erste Sorge sein muß. Gefährdet ist der Zinsendienst am 1. April und damit droht auch die Kündigung bezw. Ver­teuerung der verschiedenen Anleihen. Zu decken ist der für die kleine Gemeinde sehr beträchtliche Betrag von 977000 Mark, zu welchem Zwecke der Magistrat Zu­schläge zur Grundvermögenssteuer von 380 Proz., zur Gewerbeertragssteuer von 600 Proz. und zur Gewerbe- kapitalsteuer von 1000 Proz., sowie die Einführung einer Biersteuer vorschlägt. Das Plenum verhielt sich diesen Vorschlägen gegenüber durchaus ablehnend: allgemein wurde geäußert, daß man eher eine ^mangsfeft- setzung der Steuern vorziehe, als die Hand zum wirt- schaftlichen Ruin von Handel und Gewerbe zu bieten. Ge­nehmigt wurde eine neue Kurtaxordnung, die die Kur­taxe während der verschiedenen Jahreszeiten bis in, kleinste staffelt und den vermehrten Gebrauch von Wo- chen-Kurtaxen gestattet.

Das 1000jährige Wirges.

— Wirges (Westerwald). In diesem Jahre kann Wir­ges, der größte Jndustrieort des unteren Westerwaldes auf eine 1000jährige Geschichte zurückblicken. Im Jahri 959 verlieh Kaiser btto I. den Ort „Widhergis" mit aller ihm rechtlich zugehörigen Gebäuden, Feldern, Wieser und Hörigen einer edlen Frau „Reginlind" zu ewigem Eigen unb Besitz. Wirges kam bann später mit bei« Engersgau unter kurtrierische Herrschaft, unter ber »< 800 Jahre hindurch bis 1803 alle Wechselfälle des Kur finales ertrug. Unter nassauischer Herrschaft stand Wir ges bis 1866. Der Bau der Westerwaldbahn legte ii Verbindung mit den reichen Tonvorkommei der Gegend den Grund zum wirtschaftlichen Aufschwun» und ermöglichte die Entstehung der heutigen blühend-^ Industrie in dem nun auf eine tausendjährige, wechsel- volle Vergangenheit zurückblickenden Wirges.

Folgen der Kasseler Bankzusammenbrüche.

Kastel. In ber Wilhelmshöher Allee nahm . , ; ~72iäbriae Witwe durch Erhängen bas Leben. Nach h nterfafienen Briefschaften hat sich bie alte Frau über Verlust ihres Geldes bei ben letzten Bankzusam- menbrüchen nicht Hinwegsetzen können.

Aus dem Freistaat Hessen

--- Schollen. In ber Nacht zum Mittwoch befand sich die Einwohnerschast des Bogelsdergborfes Breun- öeshain in großer Aufregung, da zwei Kinder eines fertigen Landwirts, zwei Buben im Älter von vier und zwölf Jahren, in den Wald gegangen waren, um dort ihrc Eltern zu suchen, sich aber im Walde verirrt unb den Heimweg nicht mehr gefunden hatten. Die Feuerwehr mehrerer Ortschaften suchte die ganze Nacht hindurch den umfangreichen Oberwald ab, fand jedoch von den Kindern keinerlei Spur. Erst am Mittwoch früh wurde der ältere Knabe in dem weit entfernten Dorfe Ilbeshausen vorgesunden, während das jüngere Bübchen die ganze Nacht hindurch gelaufen war und schließlich in dem Vogelsbergdors Lanzenhain ankam. Die schwer besorgten Eltern konnten ihre beiden Buben wohlbehalten wieder in Empfang nehmen.

Mann, der bie Straße noch kurz vor seinem Wagen passieren wollte, überfahren und getötet hatte. Auch hier wurde bei der Strafzumessung bas unvorsichtige Verhalten des Getöteten entsprechend berücksichtigt.

Eine FamttienkragSdle.

Mutter erschießt ihr Sind u. vergiftet sich selbst mit Gas.

— Offenbach a. M. Im benachbarten Bieber trug sich Mittwoch nachmittag eine furchtbare Fami­lientragödie zu. In Abwesenheit ihres Mannes erschoß eine in ber Offenbarer Straße wohnende Ehefrau ihr im Bett liegendes kleines Kind und vergiftete sich hier­auf mit Leuchtgas. Als der Ehemann gegen 7 Jlfyr abends nach Haufe zurückkehrte, fand er feine Frau unb bas Kind nur noch als Leichen vor. Der Grund zu der furchtbaren Tat der Mutter liegt in der Ang st vor Zerwürfnissen mit ihrem Mann. Sie hatte vor geraumer Zeit Wäsche ohne Wissen ihres Mannes auf Abzahlung (!) gekauft und verkaufte die Ware bann wieder zu einem ganz billigen Preis, konnte aber ihre Gläubiger, als diese auf Bezahlung drängten, nicht mehr zufriedenstellen. Diese wandten sich darauf an das Bürgermeisteramt, das bie Frau zu einer Verhandlung auf Freitag bestellte. Aus Angst, daß ihr Mann von der Sache erfahren könne, beging sie dann die entsetzliche Tat. Die Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt.

kein Tag ohne Raubüberfälle.

— Mörfelden. Der Kanalarbeiter Johannes Knodt hatte auf seiner Arbeitsstelle in Schwanheim Spät­dienst und muhte in der Nacht von Dienstag zum Mitt­woch den Rückweg durch den Wald nehmen. Auf dem Fahrrad sitzend, wurde er plötzlich von zwei Unbekann­ten überfallen, geknebelt und seiner Hab­seligkeiten beraubt. Die Täter sind unerkannt entkommen. Den Ueberfallenen, der Vater mehrerer Kinder ist, trifft ber Verlust seines Bargeldes hart.

Terbredjerjagb in der Wetterau und im Taunus.

— Friedberg. Im Frankfurter Polizeipräsidium meldete sich am Donnerstag ein junger Wandersmann, der mitteilte, daß er in ber Nacht zuvor in der Herberge zu Friedberg i. Oberhessen mit dem Mörder des Oberwachtmeisters Kern, dem Eberl Schul le, zusammengetroffen sei. Die Persönlichkeit des Mör­ders stimme ganz genau mit ben Bildern überein, die seit einigen Stunden an allen Anschlagsäulen prangten. Darauf begaben sich etwa 30 Kriminalbeamte in einer Reihe Kraftwagen nach Friedberg und durchsuchten hier alle in Frage kommenden Lokale. Es wurde an der Hand der Zeugenaussagen mit großer Wahrschein­lichkeit ermittelt, daß sich der Mörder vormittags dort aufgeholten habe. Sämtliche Dörfer der Umgebung, die durch den Taunus führenden Straßen wurden darauf mit Kraftwagen besucht. Jrn Lause des Nachmittags lief die Meldung «in, daß der Bursche in Friedrichs- dorf gesehen worden sei. Er habe einen grünen Filz­hut, grauen Anzug, schmutzigen Mantel mit Gürtel, gelbe Halbschuhe und schmutzige Handschuhe getragen. Auf diese Nachricht erstreckten sich bann bie Nachfor­schungen, die durch zahlreiche örtliche Polizeibeamte und Landjäger unterstützt wurden, auf die Umgebung von Homburg und weiter nach dem hinteren Taunus. Bis ,zum späten Abeich war indessen von dem Burschen eine Spur nicht zu entdecken. Der Mörder soll in seinem Be­sitz etwa 300—400 Mark haben und eine Jnvaliden- tarte mit sich führen, die auf den Namen „Andreas Fischer" oder so ähnlich lautet.

UeberaU das gleiche Lied.

— Mainz. In ber letzten Stabtratssitzung sah sich ber Oberbürgermeister infolge eines Antrags eines kommunistischen Stadtrats, der Angelegen­heiten nichtöffentlicher Sitzungen in öffentlicher Sitzung behandelt wissen wollte, die Oefsentlichkeit auszuschlie- ßen. Die Galeriebesucher weigerten sich jedoch trotz des Ersuchens des Oberbürgermeisters, den Sitzungssaal in Ruhe zu verlassen. Auch dem Eingreifen der Stadt­hausdiener gelang es nicht, die Tribüne zu räumen. Als der Widerstand durch bestellte Kommunisten stärker wurde, sah sich der Oberbürgermeister gezwungen, die Ruhestörer und Widerspenstigen durch Polizeibeamte entfernen zu lassen. Auch diesen wurde eine zeitlang heftiger Widerstand entgegengesetzt. Das Räumen ber

Neues aus Frankfurt.

— Tierjugend im Zoo. Das junge, von der Firma Carl Hagenbeck im Spätsommer vorigen Jahres ge­schenkte Parkrinderpaar hat feine erste Nachzucht aus­zuweisen. Die Kuh mit dem sehr munteren Kälbchen befindet sich z. Zt. im Antilopenhaus. Unter den zahl­reichen Jungtieren des Gartens finden die drei Schweinsaffenfäuglinge in verschiedenen Altersstufen das meiste Interesse.

— (Es ist nichts Neues mehr. Gegen 12 Uhr nachts wurde bie Ehefrau Berta Hamann, als sie sich auf dem Nachhausewege befand, von einer männlichen Person

Bebra. In der Nacht zum Donnerstag kam es , Menageriewagen des Zirkus Hassel, etwa 6er. '2!,,„den nach der Vorstellung, zu einem erbitterten ÄÄiSen einem braunen sibirischen Bären und kawp' JL-Z/rtömen. Die Tiere verbissen sich wütend :in^nher Die beherzte Gattin des Zirkusbesitzers.die nel„u<>in die Stallwache ausübte, da das übrige Per- ?an3r bereits in de--- benachbarten Sontra mit ber Auf.

eines Zeltes beschäftigt war, stieg in ben Zwirn ^^Anein und versuchte die Bestten durch Schläge mit t 3U trennen. Mit gewaltigem

2n runa ftürate sich der Lowe nunmehr ^fbtetfrauunb zerfleischte sie am g a n° , Körper. Auf ihre gellenden Hilferufe tarnen Lc n_J, her ßanbJägerei unb Bauern mit Cisenstangen ^Mistgabeln zu Hilfe unb hielten ben wild um sich u Lnben Soroen mit Schüssen und Schlägen in Schach, m gelang, bie ohnmächtige Frau zu bergen. Sie b-- " in hoffnungslosem Zustanb in bas «^» Krankenhaus eingeliefert. Der Bär war in-

iicken feinen SBunben erlegen, der Löwe wurde

Dec Hanauer Haushaltsplan.

In ber Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag ist der städtische Haushaltsvor­anschlag für 1930 inVertretung des erkrankten Oberbürgermeisters durch den Bürgermeister Dr. Müller eingebracht worden. Zugleich wurde von ihm der Be­rich! über ben Stand der kommunalen Angelegenheiten erstattet. Heroorzuheben ist aus den längeren Dar­legungen, daß ber Umschlagsverkehr im Hanauer Main­hafen sich günstig entwickelt. Neue Industrien haben sich im verflossenen Jahre nicht angefiebelt, doch erbaut die Speditionsfirma Prester u. Co. im Hanauer Main­hafen eine neue Lagerhalle. Weiterhin ist es gelungen, das für die Chemische Fabrik Henkel u. Co. in Düssel­dorf zur Errichtung einer Zweigfabrik am Mainhasen erforderliche Gelände von andern Eigentümern zurückzu­kaufen, so daß also der Durchführung der Ansiedlung der Persilwerke nichts mehr im Wege stehl. Es ist allerdings noch nicht abzusehen, zu welchem Zeitpunkt mit ber Errichtung der Zweigfabrik der Firma Henkel u. Co. begonnen werben wirb. Ausführlich behändeste Bürgermeister Müller bas außerordentlich wichtige Pro­blem der Unterbringung ber arbeitslosen Hanauer Be­völkerung im Hanauer Wirtschaftsleben. 2400 Hanauer mußten als Erwerbslose größtenteils aus städtischen Steuermitteln durch bas Wohlfahrtsamt unterstützt wer­den, während über 5500 auswärtige Arbeitskräfte in Hanauer Betriebe hereinkommen. Wenn nur ein Drit­tel ber arbeitslosen Hanauer in der Hanauer Wirtschaft Arbeit finden könne, würden die Steuern und Gebüh­ren in Hanau um fast ein Viertel gesenkt werden kön­nen. Dieser unnatürliche Zustand dürfe nicht weiter- bauern. Eine Aenberung sei zur Zeit eine entschei-' benbe Frage für bie Stabt Hanau. — Die Stadtver­ordneten haben der Erhöhung des Gaspreises um 1 auf 22 Pfg., des Wasterpreifes um 2 auf 28 Pfg. pro Kubikmeter, des Lichtstrompreises um 3 Pfg. und des Kleinkraftstrompreises gestaffelt bis zu 2 Pfg. pro Ki­lowattstunde zugestimmt. Ferner soll das Schulgeld für bie Höhere Handelsschule für Einheimische von 200 auf 240 Mk., für Auswärtige von 330 auf 360 Mk. jährlich erhöht werben. Vom 1. April ab soll weiterhin eine örtliche Biersteuer, die 60 000 Mark einbringen soll, erhoben werden. All diese Beschlüsse sind gefaßt worden mit der Maßgabe, daß die bisher 400 Prozent betra­gende Grundvermögenssteuer vom 1. April ab auf 325 Prozent ermäßigt wird.

— Michelstadt. Der 74 Jahre alte L. Streckenreu­ter wurde von einem Radfahrer angefahren unb kam zu Fall. Hierbei fiel ber alte Mann so unglücklich, daß er mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht werden mußte, wo er nach einigen Stunden, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, starb.

— Mainz. Gegen ben städtischen Beamten Sarnes, der in feiner Stellung bei dem städtischen Einquartie- rungsamt sich große Unterschlagungen hat zu­schulden kommen lassen, wurde im Provinzialausschuß verhandelt. S. hatte Anweisungen und Lohnlisten ge­fälscht unb babei über 11000 Mk. unterschlagen. Der Provinzialausschuß erkannte gegen den ungetreuen Be­amten auf fristlose Entlassung und wies seine Ansprüche auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung ab.

tzofapotkvko zum Sdtroan, ffulöa / f>it[di-flpothdte, Geifa (Rhön).

geben wir bekannt, daß das 272 Seiten starke, reich illustrierte Pfarrer Heumann-Buch, ein wertvoller Ratgeber in vielen Krankheitsfällen, auf Wunsch an jedermann völlig kostenlos durch die Firma Ludwig Heumann & Co., Jtürnberg-E, versandt wird. Ferner weisen wir daraus hin, daß die Pfarrer Heumann'schen Heilmittel (bis jetzt 178000 Dankschreiben) künftig in allen hiesigen Apotheken zu haben sind, bezw. bestellt werden können, bestimmt aber in den Hauptniederlagen:

allen Anhängern Ben Pfatter Henrnann'fttren Heilmittel