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Zeit. Der Gesellenverein ist ein katholisch-sozialer

totes Wort mehr kennt! Und an einer anderen Stelle

nenherm Hohe Mark bei Oberursel eingefunden

NILS

H. W.

viel stärker besucht würden.

Ein Dichter der Jugend

Reinhard Johannes Sorge

sein Zarathustra seine sehnsüchtige Seele nicht auszufül-

Mrerkursus des kakhol. Gesellenverems

zu tun

Mädel

Eimern,

das

Mädchen

sie,'s

ist einem so frei ums

Weg gepfiffen vor lau­

ganzen

spürte mit einem Male einen herben

fvischen Geruch zu sich auffteigen, den Geruch der ge­

iler Ne die gekreuzten Arme hielt, wehte der Abendwind die Stirn»

über leise her.

Er wächst über seinen Meister hinaus, sich noch steigern, vollenden". Er will

nit, daß er griff

len vermöchten, er willihn in

's will Bange,

kur- von

Brust hinunter, Ganz leicht und löckchen hin und

Der Bursche

ganz Blick

aber

Und

mit» der

in der aus

Er scch sie auch an. Es dauerte nur einen zen Augenblick, aber sie errötete bei diesem neuem und schlug dann die Augen nieder.

Ich trag' sie dir."

Verantwortlich fürDas Blatt der Jugend": Dr. otc. publ. Joseph Sauer» Fulda.

I.

ch

schöne Last, die beiden schweren Eimer." Bins ja gewöhnt", sagte sie kurz.

Das schon", erklärte er.G'hört sich man 'n arm's Mädel so schleppen läßt." an die Bügel.

Aber was machst du denn?" sagte und sah ihn mit großen Augen an.

a- n» ifi in a- it. hl iir e« eg rr -iS

ter Lust. Und er ist mir so kurz vorgekommen wie noch nie."

der Menschheit eine neue Lehre bringen, sie zu noch höheren Höhen, noch tieferen Tiefen" führen. Da aber wurde ihm die große Ueberraschung und Offenbarung zu teil. Er findet Gott, findet Christus in der Meeresein­samkeit von Sylt. R. I. Sorge wird wieder gläubiger Christ. Und nun beginnt sein zweites Leben, sein Leben in und aus Gott, beginnt sein Weg, der eine einzige große Gnade Gottes an ihm war. Es war kein Ritz, kein Umbrechen und Umfallen, was ihn zu Christus hintrieb. Es war nur die Erfüllung dessen, was Sorge in seiner Seele tief verborgen trug und nun stür­misch und überschwänglich aus ihm herausdrängte.

Auf feiner Romreife, die ihm durch den Kleistpreis ermöglicht wurde, kam er zum ersten Mal mit der kath. Kirche in Berührung u. feinen staunenden Augen tat sich eine neue Welt auf. Hatte er doch bisher den Katholi­zismus als einen Tiefpunkt unserer gesamten Kultur be­trachtet. Und nun dieser Reichtum, diese Fülle, diese Wucht von Eindrücken und Erlebnissen! Rom und St. Peter war für ihn Offenbarung. Hier fand er Erfül­lung seiner reinen, großen Liebe und Himmelssehnsucht: C h r i ft u s in der Kirche. R. I. Sorge und seine edle Gattin konvertierten in ihrer Heimatstadt Jena. War Sorge vor seinerBekehrung" voll Haß gegen alles Re­ligiöse erfüllt gewesen, aus leidenschaftlicher Sehn­sucht nach Religion so war er nach der Konversion ebenso stürmisch im Werben, im Werben um Seelen für die Kirche, die er liebte.

Und ganz gottinnig, gottoerbunben zu werden, ward immer mehr das Verlangen dieser hochherzigen Seele. Er trat dem Bund der Opferseelen bei, einem Bund van Menschen, die sich und ihr Leben ganz Christus schen­ken, um Sühne zu leisten für all das Unrecht, was er er­leiden muß. Ja, Borge fühlte sich zum letzten Opfer, zur restlosen Hingabe seiner Person im Priestertum gedrängt und begann schon mit den philosophischen Studien. Seine Frau war bereit, Gott gegenüber zurückzutreten. Doch der wollte es anders. Der Weltkrieg rief auch Sorge un­ter die Waffen, gewiß schmerzlich und hart für einen so zartfühlenden Menschen wie chn. Aber alles Schwere wird uns nur inniger zusammenschließen: diese Iren, nung, die Not des Krieges und einst das große Opfer. Gepriesen sei doch Gott für alles. Schwere, weil er das Morsche, Nichtige aus dem Herzen nimmt, damit die lebendige Einheit im Herrn erstehe, die auch nicht ein

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Er faßte an und ging mit den Eimern davon. Sie ging neben ihm, nachdem sie ihm den Spaten abgenom­men hatte.

3ft heut' schon ein rechter Frühlingstag", sagte er.

Daß auch die Schule an der Heilung der schlimmen Volkskrankheiten Mitarbeiten muß, ist heute allgemein anerkannt. Sind die Allen nicht mehr zu retten, so gilt es, die Jungen zu bewahren. So haben die Be­hörden mit gutem Erfolge begonnen, auch den immer mehr wachsenden Alkoholschäden auf diesem Wege ent­gegenzuarbeiten. Man hat schon eine beträchtliche Zahl von Wanderlehrern und Lehrerinnen, die den Kindern und den Jugendlichen in de» Berufs- und höheren Schalen sachgemäße Belehrung erteilen. Aber die Schule muß diese Aufgabe mit eigenen Kräften erfül­len lernen. Mit Recht empfiehlt z. B. das Provinzial- Schulkollegium in Magdeburg, ein Lehrer solle an je­der Schule die alkoholfreie Jugenderziehung als dauern­des Sonderrefevat übernehmen. Natürlich geht die Sache alle Lehrer an: jedes Elend ist ein Feind der Schule, und einer der erfolgreichsten Schrittmacher des Elends ist der Alkohol. Wenn viele Eltern ihre Kin­der schon vor und gleich nach der Geburt (z. B. wer­dende und stillende Mutter) durch Alkohol schädigen, so erschweren sie die spätere Arbeit der Schule, und der Erzieher, der gegen solchen Unfug Front macht, han­delt in gerechter Notwehr. Es geht aber nicht nur um eine körperlich gesunde, sondern auch um eine sittlich starke und reine Jugend. Diese ist aber nur durch eine auf Nüchternheit ausgehende Erziehung zu sichern. Hier bleibt den Schulen noch viel Arbeit zu leisten. Es wäre darum sehr zu wünschen, daß solche Lehrgänge

Die Sehnsucht der neuen Jugend scheint in diesem Dichter ihren reinsten und vollendetsten Ausdruck gefun­den zu haben. R. I. Sorge ist das Idealbild des neuen katholischen Menschen geworden. Aus seinen Augen schaut der Dichter, der Prophet, der Mystiker, der glüht und seine glühende Seele in eine gottlose Umwelt ver­sprüht, schaut der Mensch, der durch die Macht seiner Er­griffenheit stärkste Lebenswirkungen auf das junge Ge­schlecht ausgelöst hat und gewiß weiter auslösen wird. Sein Leben war ein Leben der Sehnsucht, einerSehn­sucht, sich ganz hingeben zu dürfen, warwilde und tiefe Sehnsucht nach einem ewig Seienden, Wandellosen, Un­irdischen." Sein junges, so früh vollendetes Leben ist die Geschichte einer Johannesseele, die nicht zur Ruhe kommen konnte, bis sie die große Liebe gefunden hatte, die all ihr Sehnen stillte, Gott, Christus.

Reinhard war von Haus auch so einDonnersohn", wie einst Christus seinen Johannes nannte. Don seiner Jugend gelten in Wahrheit die Worte, die er einmal niederschrieb:Vollkommene Jugend muß durchaus ihre Unvollkommenheiten haben: Jähe und Unbestän­digkeit, Hang zum Maßlosen und Ungewohnten, Lust zur Selbstüberschätzung und gänzlichem Selbstvergessen, allzu wildes Lachen, zu verzweifeltes Weinen, allzu tobendes Fluchen ... Sie muß Schaum vor den Lippen haben, Krampf in den Muskeln, Qual des Werdens . . . Sie muß wallen, gären, zischen, Übersieden, wirr nach allem greifen, irr zu allem taumeln ... so, und nur so wird eine schöne, schwere und volle Frucht . . ." Hat Sorge hier nicht das Bild der Jugendbewegung gezeichnet?

Ein geradezu maßloses Sehnen nach Freundschaft, nach Liebe tritt uns zunächst in dem jungen Sorge, der als Primaner das Berliner Gymnasium verließ, weil er dem Rahmen der Schule und ihrer Geistigkeit längst ent­wachsen war, entgegen. Ein Knabe von 9 Jahren, Jo­hannes, zu dem der 19jährige Sorge sich leidenschaftlich hingezogen fühlte, tritt in sein Leben ein. Aber noch ist seine Liebe zu ungebändigt. SeinLiebling" wird ihm entzogen. Das war für ihn eine Zeittiefster Verzweif­lung. Weltverneinung, Ekel und Abscheu".

Ruhe und Frieden findet Sorge dann in dieser stür­mischen Zeit in der edlen Gattenliebe seiner Frau, die er kurz vorher in Jena kennengelernt hatte. Sehr stark be­schäftigte ihn auch in dieser Zeit wieder seine Kunst. Da­mals war er noch der begeisterte Nietschejünger, der be­rauscht war von den Lehren seines Meisters, dem er zu- jauchzt in feinemAntichrist" und mit dem er Religion und Kirche haßt. Aber bald fühlte er, daß Nietfche und

du?" Und schon bückte sie sich zu den beiden die neben ihr standen.

Der Franzel stellte seinen Spaten davor.

Gut war es, daß man am Samstag die jungen Führer zunächst mit der geistigen Haltung der heutigen Generation vertraut machte. Denn die Erkenntnis' ist notwendig, daß der alten christlichen Kultur eine neue heidnische Kultur gegeniibersteht. Dieses Neuheid-n- tum ist aber im Gegensatz zu dem Heidentum der Na­turvölker, die immer noch eine Gottesverehrung kennen, in Wahrheit gottlos; es besteht in der Vergötterung des Menschen. Generalpräses Hürth wußte hier den Zuhörern in meisterhafter Weise den Blick für die Er­kenntnis dieser dem Christentum feindlichen Kultur zu schärfen.

. Mehr auf die praktische Erziehungsarbeit im Vereine aielten die Ausführungen des Msgr. Hürth am Sonntag u°er die Aufgaben des Gesellenvereins in der modernen

Kopf, der aussah, als hätte ihn soeben der Frühlings- winü gezaust, ober auch ein kecker Bursch, fo ergänzte der Wandernde den Gedanken, und er mußte bei dem Einfall lachen. Nein, die Bärbe war dazu wohl doch noch zu jung. An die 17 Jahre mochte sie nun fein. Noch vor kurzem hatte er sie mit ein paar Allersgenos- finnen raufen sehen. Freilich mochte man ihr wieder einmal übet mitgespielt haben. Man ärgerte sie und lachte sie aus, wo man nur konnte. Es war auch gar kornisch, wenn sie mit ihrem dünnen, wehenden Röck­chen beim Krämer erschien, atemlos, ein Brot oder ein halb Pfund Salz oder sonst etwas verlangte, und dann gleich wieder davonschoß, als wäre der Leibhaftige hin­ter ihr her, so daß das Röcklein nur so flog. Mußte eine höllische Zucht von feiten der Stiefmutter im Hause fein!

Da war sie ja gerade. Stand mit zwei schweren Wassereimern am Bach und sollte anscheinend Wasser holen. Nanu? Was war denn los? Sie hatte ja mit einem Male Zeit! Sie stand zwischen den Eimern, ganz still und sah m den Bach hinein. Was da wohl zu sehen war?

Der Bursch stellte das Pfeifen ein. Er schmunzelte. Er bog rechts ab und schlug den schmalen Fußpfad nach dem Dach ein. Ganz leise trat er auf. Aber es be­durfte der Vorsicht kaum. Das Mädchen stand so vertieft, baß es auf nichts achtete.

Nun stand der Bursch in ihrer Nähe. Er reckte sich und schaute über ihre Schulter hinweg in den Bach. Da war nichts zu sehen. Nichts als der Bärbe Ebenbild, das da ruhig, ganz ruhig auf dem Wasserspiegel schwamm.

Der Bursch spitzte den Mund wie zum Pfeifen. Wer er pfiff nicht. Also das war es. In den Spiegel schaute die Kleine! Zu Hause mochte es wohl keinen für sie geben! Nun wandte sie ein wenig das Gesicht zur Seite, so baß er einen Teil davon erblicken tonte. Er sah die halb geöffneten, leise zitternden Lippen. Wie eine rote Blüte stach der Mund hervor. Die Wangen wa­ren rosig, der Hals zog sich fein geschwungen zu der

Anstrengungen und Mühen, das schwerste Kreuz ist die Härte vieler Herzen. Und es wird geschehen in den letz­ten Zeiten, die Liebe wird in vielen erhalten".Ja, Kind, diese erstorbene Liebe .diese große Herzens- und Seelennot! Schmerzt sic auch am tiefsten, so ist sie es auch, die am glühendsten zur heiligen Aufgabe begei» ftert."

Rein bleibend, immer mehr reifend, reifend für Gott und für den Himmel ging R. I. Sorge durch die bluti­gen Greuel, durch das Völkermoroen des Weltkrieges. Das war sein Gebet an Gott, baß er ihn vor dem furcht­baren Morden bewahre. Und Gott erhörte seine Bitten. Beim ersten Nahkampf siel er am 20. Juli 1916 bei Ablaincourt. Der junge, stürmische Gottsucher hatte heim- gefunden zu der großen Siebe, die er mit heiligen Lie­dern so inbrünstig besungen hatte. Kameraden fanden in seiner Brieftasche ein Gebet:D, wie herrlich . . . sein Herz und Geblüt dem höchsten König fromm zu weihen . . . welches Leben ist seliger, als das Leben eben dieses allbeherrschenben Geistes! . . . O heiligster Herr, Dein sein, für Dich sein, mit Dir sein, durch Dich fein! . . . Gib mir, Vater der Gnade, wie Du willst, und sei im voraus gepriesen wegen Deiner Anordnungen. .Gib mir die Gnade, im rechten Sinne zu bitten, im rechten Sinne zu empfangen, im rechten Sinne auszuteilen. Wenn Du willst, wird mein Leben das verborgene eines gerechten Mannes werden, willst Du anders, fo kannst Du aus mir einen Heiligen machen. Nur um eine Gnade bitte ich: Lieber sterben, als sündigen! Hier bin ich, Herr!"

So ging er heim, der starke, edle Mensch, die Ver, törperung reiner, lauterer Inbrunst.

Ich ziehe hin im Abendgang, Der Tag hat sich geneigt, gesunken Das Licht. Und Frieden. Genug, baß ich den Sang gehört Von einem Vogel, füß im Frieden Daß der Geliebte mich betört, Unb ich aus feinem Äug' getrunken.

Mit ihm schieb von uns ein Dichter, an dem sich über­reiche Hoffnungen knüpften. Wie reuigen, religiösen, dichterischen Naturen war es Sorge gegeben, daß er das Menschliche ebenso rein und tief und inbrünstig zu leben vermochte wie das Göttliche u. das Erlebte mit dichteri­scher Kraft u. Ekstase zu gestalten u. in Worte zu fassen. Sein Lebensspruch, der so ganz den Dichter unb Pro­pheten Borge miebergibt, lautete:Ich will die Welt auf meine Schultern nehmen und sie mit Sobgefang zur Sonne tragen!" Die Sonne aber die ist Gott. Und all ihr jungen, starken Menschen, die ihr das Volk von mor­gen seid, die ihr fühlt die Not unserer Tage und ihr Schrei nach Rettern, helft, daß das Wollen dieses reinen Menschen Wirklichkeit werde. Führen wir wieder die Welt hinauf zu Gott, zur Sonne der Uebernatur, damit auch von uns gelten möge, was der Dichter am Ende seines WerkesMutter der Himmel" sagt:

So ist es, baß man all sein Wesen hingibt, Sich opfert, um die Reinigung zu vollenden, Unb fo durch Bluten aus den eignen Händen Zu fliehen zum Schöpfer, der da Opfer liebt Um seinetwillen, wie Er sich gegeben, Und Der fein Gut durch Opfer nur verheißt Und gab in Opferung der Welt das Leben, theo.

Sie seufzte,'s ist nur allroeil fo arg viel um diese Zeit."

Sing dirn Licdl, dann geht's fix voran."

Hab's ja schon versucht", lächelte sie,aber nit so recht aus der Kehl' heraus. Hab' immer daß ich falsch sing."

Er sah sie von der Seite an.Geh, geh,n

unb erstrebt eine Reform. Dor allem will er die jungen Werktätigen, die oft lerne Lebensaufgabe vor sich sehen unb deshalb vielfach ganz im Sport aufgehen, ein Ziel geben. Kolping hat als Ziel der Gesellenvereins­arbeit das wahre zeitliche und ewige Glück der künftigen Familie jedes einzelnen Mitgliedes hingestellt. Der Verein selbst soll schon eine große Familie sein, in der der Präses wie ein Vater steht. Gerade wegen dieser starken Dekommg des Familiengedankens ist der Ge­sellenverein ein durch und durch zeitgemäßer katholischer Verein, da heute Kapitalisten und Äntikapitalisten mit allen Mitteln an der Zerschlagung der Familie mehr oder weniger bewußt arbeiten. Msgr. Hürth fand hier die rechten Worte, um junge Menschen für eine große, zeitgemäße Aufgabe zu begeistern. Wenn die Kirche für die Unauflöslichkeit der Ehe zwischen einem Mann und einer Fran eintritt, dann verteidigt sie das älteste Kulturgut der Menschheit.

Reicher Segen und fruchtbare Anregung wird sicher von diesem Kursus durch die Jungführer in die einzel­nen Vereine fließen. Als stiller Teilnehmer an der Tagung kannte man den Eindruck gewinnen, daß der Gesellenverein einer der stärksten und besten Träger derKatholischen Jugend Deutschlands" ist.

Alkohol und Erziehung.

Dieses Thema war einem Lehrgänge gestellt, zu dem sich in den ersten Märztagen über 30 Lehrpersonen aller Schulgattungen von Hessen-Nassau im Lehrerin-

wie du falsch fingen, bas gibts ja nicht."

Doch boch, wenn mans nicht gewöhnt ist . . . Will halt alles eingübt fein. Nur bie Lerchen, die könnens fo."

Wieder spürte er den frischen herben Geruch wars bie Ackererde, wars der Duft von des Mädchens Haar? Arn äußersten Rande des Weges schritt sie, den Kopf zu Boden gerichtet, mit dem Spaten jedesmal einen feinen Riß in den Boden zeichnend, wenn sie ihn auffetzte. Ja, der Boden war jetzt weich, empfäng­lich, auigeschlofsen und wartete der Saat.

Nun waren sie am Hoftor angekommen. Er stellte bie Eimer hin. Das Wasser schaukelte leicht, einige Tropfen flössen über den Rand.

Verwirrt stand das Mädchen da. Wie das Wasser die Eimer, so füllten ihr Herz das Frühlingsahnen und Frühlingssehnen und bas Ereignis dieses Abends, das jetzt zu seinem Ende kommen mußte.

Und wie Tropfen, bie über den Rand des Eimers quollen, so flössen jetzt die Worte scheu und leise über des Mädchens Sippen, als sie hilflos vor dem Burschen stand unb sich bedanken sollte:Das hat mir ja noch keiner getan . . ." Sie wollte noch einen Dank hinzu- ' fügen, aber des Burschen Augen ruhten fo merkwür­dig in den ihren, und zudem ließ er seine Hand einen kurzen Augenblick auf der ihren ruhen, als er den Spaten zurücknahm, so daß sie ganz wirr wurde und nichts mehr sagen konnte.

Sie bückte sich schnell und ergriff bie Eimer. Er sah, wie in einem von ihnen dabei ihr Spiegelbild erschien. Sie sah es wohl auch und zuckte schnell zurück. Dann richtete sie sich auf und schritt durch das .fjoftor.

Er wandte sich langsam, schulterte den Spaten und ging.

Hoch im Himmel erscholl plötzlich der Gesang der ersten Lerche.

Am vergangenen Mittwoch hatte die Gauleitung der deutschen Jugendkraft die Führer der verschiedenen ka- / .hglischen Jugendverbände und -Gruppen zu einer Be- lorechung in die Harmonie nach Fulda eingeladen. Der äußere Anlaß zu diesem Schritt war der für den kom- nienben Sommer geplante große Jugendtag in '- u [ 6 a. Dieser Plan kann nur durchgeführt werden, Senn zuvor die Jugendoerbände in der Diözese und be­sonders in der Stadt Fulda sich zu einer SIrbeitsgemein» (dißft zusammengefunden haben. In der Versammlung sand der Gedanke an ein Hand-in-Hand-Arbeiten Lr einzelnen Gruppen und Vereine lebhaften Wider­hall. Die Notwendigkeit ist schon lange erkannt; der gute Wille ist da! Warum also länger zögern, zumal öcr Gemeinschaftswillen der Jugend zu einem Zusam­menschluß drängt? Man tat endlich den entscheidenden ' Schritt und gründete den katholischen Iugendring Ful- £05. Damit ist für Fulda das geschehen, was die grö­ßeren Verbände durch die Zusammenarbeit in derKa- Dtholischen Jug en d Deutschlands" schon lange getan haben. Im Sinne der Leitsätze für die ..Katho­lische Jugend Deutschlands" ist es Ziel des kathol. Ju- genbrings in Fulda, unter Anerkennung und Achtung der Selbstverwaltung unb Eigenständig­keit der einzelnen Vereine und Gruppen, das Gemein­schaftsleben der kath. Jugend Fuldas zu pflegen und die Gemeinschaftsarbeit zu fordern, damit die Jugend ' ihre Aufgaben in Kirche, Volk und Staat in innerer Einheit und äußerer Geschlossenheit erfüllen kann. Man will also nicht die einzelnen Vereine vom grünen Tisch her bevormunden und ihren Tätigkeitsdrang eindämmen; man erstrebt keine Einheitsorganisation, der alle Ver­eine unter mehr oder weniger sanftem Zwang unterwor­fen werden, sondern möchte nur erreichen, daß d i e Führer der katholischen Jugend sich regelmäßig treffen, aussprechen, Erfahrungen austauschen und Meinungsverschiedenheiten klären. Dann möchte man erreichen, baß dort, wo es notwendig und zweckmäßig ist, die katholische Jugend in größter Geschlossen­heit und Störte auftritt. Im Rahmen der gesamtkatho­lischen Jugend sollen die Standes- und die im Pro­gramm festgelegten sonstigen Unterschiede, so notwendig sie vielleicht in der praktischen Kleinarbeit jedes Vereins gemacht werden müssen, zurücktreten vor dem Gedanken und dem Willen zur Gemeinschaft als katholische, deutsche Jugend.

jy. Die Vereine, die an der ersten Aussprache nicht ieil- nehmen konnten, weil der Zeitpunkt ungünstig gewählt war, werden zur nächsten Zusammenkunft besonders dringende Einladungen erhalten.

Hoffentlich wird die Arbeit des Jugendringes zum Segen für die gesamte Jugend Fuldas und vor allem auch für die einzelnen Vereine und Gruppen. Er kann nicht ausbleiben, wenn alle guten Willens find unb blei­ben.

Vorfrühling.

Von gehör Kinsky.

Der Weg ging leicht bergan. Der junge Mann mit em Spaten in der Hand empfand das als eine Anstren- Sung. Trotzdem summte er ein Liedlein, dachte sich im­merhin dabei, baß es besser umgekehrt wäre, den Heim- meg am Abend bergab, unb den Hinweg am Morgen I tergauf zu machen. Dabei sah er, baß an bem Spaten , ch Erde klebte. Er fließ ihn mehrcremale auf den I fcr n ^u6roc9 auf, wobei bie dunkle Gartenerde ab» bei, und empfand angenehm die Erleichterung.

Ein glühender Schein lag vor ihm auf einem fernen ^ugel. Dort mußte bie Sonne untergegangen fein. Wie t ste auch nach Westen gerückt war! Wenn sie über C11® Hügel unterging, bann war der Frühling nahe, und der Junge summte lauter unb ging in eine fräh- tr über. Noch sah man allerbings durch

ä ote Bäume wie durch ein Netzwerk, noch waren die 6aa= I j* 8tau unb die Aecker braun. Aber einige wenige I ~rw Tage konnten bas ändern. Wohlig öffnete er 5? Halse bas Hemd unb ließ die laue und doch frische bendluft um feine Brust wehen. Er schulterte den | £5 und schritt nun aus, als wäre er auf einem | Acht noch diesen Hügel hinauf, eine Kleinigkeit und um den Hang herum, bann lag das Heimat- t fml D?r Hm. Vorhin hatte er von weitem bie Abend- .. in d?n Fenstern funkeln sehen, als brenne alles K fis r D^ ®cnn er fetzt hinter bem Hang wieder die Mauser erblickte, dann würde der rote Schein erloschen Ku?" Dafür aber standen die Fenster blank unb hell, K dahinter sah man die Kinderköpfe und Greisenge- | Wer, die neugierig nach jedem Vorübergehenden späh- E J1' Ain ersten Hause waren die Fenster stets besonders Kein Wunder, die Bärbe putzte sie. Unb bi» inx mar eine tüchtige Dirn, wacker unb unermüdlich br'hlr f° ein rechtes Aschenbrödel. Ja, Aschen- ~ H konnte man sie wohl nennen, bas Stiel»

I jJ?» das bem Vater aus der ersten Ebe geblieben mar ab das im Hause nicht viel zu lachen hatte, bie gröbste Hubert oon früh bis spät tun mußte, in zerrissenen Sos 01 9in9 und nicht einmal Zeit hatte, ordentlich , 5 Haar zu kämmen. Stets aina sie mit struppigem 1

Ja," erwiderte

Herz . . ."

,Zch hab heut' den

> pflügten Scholle, bie von Schnee unb Eis befreit ist, ben Geruch des ersten jungen Grases. Ja, unb viel­leicht war auch ein wenig Duft von dem krausen dunk­len Mädchenhaar dabei, mit bem der Wind u. auch das Mädchen selber heute behutsam umgegangen sein mußte, denn es umrahmte in hübschen Locken ben klei­nen, zierlichen Kopf. Keine Frage, dieses Mädchen war schön! Es brauchte nur wie Aschenbrödel im Mär­chen das dünne, ärmliche Röckchen ablegen unb die gro­ben Schuhe, dann konnte es sich auf jedem Tanzplatz sehen lassen.

Dem Burschen war nun gar nicht mehr nach einem litt zumute, ben er zunächst beabsichtigt hatte. Das Herz fing ihm an zu klopfen, und er überlegte ängstlich, wie er das Mädchen auf sich aufmerksam machen konnte, ohne ihr feine heimliche Annäherung zu verraten. Leise ging er einige Schritte rückwärts, fließ dann feinen Spaten auf die Erde auf'und tat so, als käme er eben erst heran.

Das Mädchen fuhr auf und drehte sich erschreckt um. Franzel" Sie wurde tiefrot.Was willst denn

Wie schon im Heimatteil derFuldaer Zeitung" geteilt wurde, weilte dieser Tage Msgr. Hürth, Generalpräses des katholischen Gesellenvereins, Fulda, um einen Führerkursus für die Gesellen Diözese Fulda zu halten, lieber 100 Jungmänner___

Stabt und Land nahmen mit Eifer und Aufmerksam­keit an ben Besprechungen teil.

3m Mittelpunkt bes Kursus stand bie Unterhaltung über bas Wesen unb die Aufgaben des Gesellenvereins. An Hand der Satzung und ausgearbeiteter Leitsätze führte der Generalpräses die Teilnehmer in feinsinni­ger und humorvoller Weise in den Gedankengang Kol- pings ein.

Vest-Ostsiedlung.

Der einziehende Frühling ruft bie Siedlungslustigen auf zur entscheidenden Tat. Eine Anzahl Landwirte aus Süddeutschland, insbesondere aus Württemberg, und auch aus unserer Gegend will vom 22.-26. März eine Besichtigungsreise nach dem Osten unternehmen. Ein Siedlungsfachmann, Herr Dr. Mayer vom Karilas- verband für Württemberg, wird am nächsten Samstag, den 15. März, um 1 Uhr in der Harmonie über alles Allfschluß geben, auch soll endgültig feftgelegt werden, wer an bet Fahrt teilnimmt. Näheres wird noch im Anzeigenteil bekannt gegeben werden.