Einzelbild herunterladen
 

Ii> iU

r* -i

i' i

MM

Gedanke ist außerordentlich

(Er mußte innerlich lachen. Tage unentschuldigt in sei-

vcrlockend. —

Mein Geschäft zu Hause! Heute fehlte er bereits acht nein „Geschäft zu Hause".

Baugrund. Meine Techniker müßten jedenfalls hinze- hen, aber noch lieber führ« ich selbst hin. Wie wäre es, Herr Lilloe, wenn wir alle zusammen im Februar hm- führen? Meine Jacht liegt in Spezia und könnte Ende Januar fahrbereit sein. Sie kämen doch auch mit, Christa? Lily geht selbstverständlich mit. Wir wür­den über Athen und Konstantinopel eine herrliche Reise nach Batum machen können. Können Sie sich für die Zeit frei machen, Herr Lilloe?"

Sicherlich hatten sie in Hannover festgestellt, daß seine Mutter nicht krank sei, und daß diese über seinen Auf­enthalt keine Auskunft geben konnte. Es überrieselte ihn wieder. Was die Saffianmappe alles zaubern konnte! Eine Mittelmeerreise auf der Dampfjacht des Millionärs! Er brauchte nur „ja" zu sagen, und er war dessen Gast, mit ihm die geliebte Christa und die ihm geneigte Lily Vielleicht war der Gedanke an diese Fahrt Lily Vater nur gekommen, um das Band zwi­schen ihnen beiden fester zu knüpfen. Konnte es etwas Verlockenderes geben?

Und alles, alles, nur weil nm Samstagabend, dem 3. Oktober. 12 Uhr der Großhändler Olaf Lilloe feine grüne Saffianmappe in der Depositenkasse hatte liegen lassen! War das vielleicht kein Märchen?

7. Kapitel.

Auf dem Tisch in der Halle erblickte Leo, als er sich seines Mantels, vom Golfplatz zurückgekommen, ent­ledigte, einen dicken Brief für Olaf Lilloe. Die Rück­fahrt war sehr angenehm gewesen, er hatte zwischen Burnhill und seiner Tochter im Fond gesessen, wäh­rend Christa wieder mit dem Major am Steuer saßen. Infolge der Enge hatte sich Lily an ihn geschmiegt Dieses Entgegenkommen der vornehmen jungen Dame befremdete ihn zuerst. Dabei kam ihm der Gedanke, daß Christa so ganz anders war. In einem solchen

Augenblick wurde er sich völlig bewußt, daß er

Ziegelwerk Buttlarstr, iw lunglochstelne Schwemmsteinformat langlochsteine Ziegel stein formet Wörnerdeckenstelne 25/15/15 Engeldeckenstelne 25/16/16,5 Kaminsteine

Außerdem Basaltplattenlieferung ffir Basalt­werk Bischofsheim.

„Das kommt darauf an", erwiderte Leo, „ich muß erst sehen, ob mein Geschäft zu Hause mich so lange entbehren kann. Aber bcr ~ " """

Wahrscheinlich lag bereits fein säuberlich in seinem Zimmer bei Frau Ritter auf dem Schreibtisch das Entlassungsschreiben der Bank

Die grüne Saffianmappe.

Roman von Harold Esfberg.

> Copyright by Carl Dunkcr, Berlin.

271 _____________

I <h.AOrIiiuf'9 na^men auf der Veranda Platz, um | A °,e Rückkehr von Lily und Major Kirby zu war- «lirnhist war rosiger Laune, denn er hatte seinen» g Partner geschlagen.

/ 'Zeisen Sic", sagte er zu Leo,~,bas Merkwürdigste Spiele ist doch, üeß wir es so ungeheuer ernst ■ iän r6"' t,Unb unsere Laune für Tage davon ab- H 06 wir schlecht oder gut gespielt haben." ■&n lehr schwer sein, gut zu spielen", warf H vvstich ein.

H g. "®as 'st es und das Schlimmste ist, daß man sei- iinon*T?e,5, nie Herr ist. Der beste Spieler schlägt jz, -'na schiechter als ein Anfänger. Uebrigens, was wEle. wie stellen Sie sich zu dem russischen M-redUl, wenn Krassin die Verlängerung bewilligt?" h- niit CrxIärfe ^m, daß er von vornherein seine Be- -L0011. abhängig gemacht habe, daß di« Kon- w^e Gültigkeit behielte. Er würde in diesem ^steun> Ecrdmgs erst noch Rücksprache mit Gcschäfts- ■tCin^cn "°bmen müssen, die er an dem Geschäft be- WL/g wollte, insbesondere mit Berckcnfeld, der ihm W K°hlen geliefert habe.

Btenn'^5^1-1 aI(cs sch°u und gut", sagte Burnhill, „aber 'onQjjj",, le benn die Verhältnisse in Georgien per- uerneinte. Es wären aber doch Gutachten da me Rentabilitätsberechnungen.

^urnkur ®ater: iicbe Christa, in Ehren", wandte sich Kl/r an diese, „aber auf Geschriebenes gebe ich ■K wenig. Daraus allein kann ich keine Fabri- Sorf,. T 65 wuß schon jemand hinfahren und sich die ansehen!"

schü'chicrn^er ^apa roar doch selber da", wandte Christa

ist ja richtig, aber als er da war, hat er sein I Kaff "7 auf das Holz gerichtet und nicht auf die Ar- I er[)ä[tniffe, die Transportmöglichkeiten und den I

[Christa mehr liebte als nur rein körperlich. Und er war sich nicht einmal klar darüber, ob ein gleiches Entgegenkommen von Christa sie in seiner Achtung nicht ein wenig heruntergesetzt hätte . . .

Als er Lily aus dem Wagen half, hatte sie sich er­boten, solange es noch hell war, ihm das Haus zu zeigen, wie es ihre Mutter ihm am Abend vorher ver­sprochen hatte. Als Lily ebenfalls des Briefes auf dem Tisch gewahr wurde, sagte sie ganz laut zu ihm:

„Kommen Sie in einer halben Stunde herunter, wenn Sie Ihren Brief gelesen haben, und ich spiele dann Fremdenführer. Vergessen Sie nicht, sich ein Trinkgeld für mich einzustecken."

Die anderen lachten, und er fing wieder einen Blick von Christa auf, tdas Leo besonders ärgerte, weil er selbst nach diesem Blick gehascht hatte. Er ging schnell in sein Zimmer und riß den Umschlag auf. Es war ein kurzes Schreiben von Leroi, dem ein langer Bericht bei­gefügt war. Er war mit „Bericht Nr. 1" überschrieben und lautete folgendermaßen:

Freitag, 5. November, 12,30 Uhr, Auftrag von Zen­trale, Pom. und Sed. zu überwachen. Begab mich mit Mareel Hotel Lord Byron. Marcel auf der Straße, ich ins Hotel. 1,20 Uhr traf Pom. ein. Ich stellte mich als Telegrapheninspektor vor, der Rückfrage wegen ei­nes Telephongesprächs nach London halten wollte. Studierte dabei den Mann. Pom. schien sehr, zer­streut und nervös. Ich verließ das Hotel, änderte mein Aeußeres und wartete auf der Straße, nachdem ich Pom. Marcel beschrieben.

2,35 Uhr. Pom. verläßt das Hotel. Wir folgten Am Place de L'Etoile nahm Pom. das Metro, fuhr bis Chatelet, stieg dort um, verließ es Boulevard Saint- Denis. Wir folgten ihm bis zum Theater Gymnafe Hier bog er rechts ein und die erste Querstraße links in die Rue Bergere. Vor einem Haufe mit geschloffenen Jalousien blieb er stehen und piff zweimal Im zwei- len Stock wurde zweimal eine Jalousie halb hinauf- und heruntergelassen, worauf er in dem Haus Nr. 21 verschwand. Während Marcel auf dem nächsten Kom­missariat feststellte, wem das Haus gehörte und wer dort wohnte, wartete ich unten. Marcel kam zurück, die Wohnung im zweiten Stock gehörte einem polnischen Juden, Laasersohn. der an Polen vermietete.

Ich schickte Marcel ins Haus und ließ ihn bei der Portiersfrau fragen, ob Sed. vielleicht bei Laasersohn

wohnte. Sie zeigte ihm ine Liste der Mieter. Meine Vermutung war richtig, auch Kilinski wohnte dort. Sie erzählte, Sed. sei erst am Morgen von einer Reise zu­rückgekommen.

4,40 Uhr erschien Pom. in Begleitung von zwei Männern, auf die die Beschreibung von Sed. und Stil paßt. Wir folgten bis zur Rue Pigalle, wo alle bre, in eine Bar gingen. Marcel ging diesmal hinein und setzte sich an den Nebentisch. (Marcels Bericht folgt unten.)

6,20 Uhr verließ Pom. mit einer eleganten Fra», van ungefähr 30 Jahren die Bar und nahm ein Taxi, Ich folgte ihnen bis zur Rue de Lisonne, wo er der Wagen entlohnte und mit der Frau in das Haus Nr 56 ging. Der Concierge bezeichnete mir die Frau al: eine Madame de Raynoud und Pom. als ihren Freund, den er aber dem Namen nach nicht kannte. Nachdem der Portier versichert hatte, daß Pom. häufig bei ihr übernachte, verließ ich ihn dort 6,53 Uhr.

(Bericht des Marcel.: Pom. und Begleiter begrüß­ten in der Bar eine elegante Frau, die anscheinend au! Pom. gewartet und von ihm mit Suzanne angeredet wurde. Ich setzte mich unauffällig in Hörweite. Suz fragte, was die Geschäfte machten. Pom. zuckte mit den Achseln, schimpfte auf den Norweger, ein Name wurde nicht genannt, und Sed. und Kil. machten sich über ihn lustig. Er fei ein Anfänger und verstünde das Ge­schäft nicht. Darauf folgte eine erregte Debatte aus polnisch, die Suz. anscheinend nicht verstand. Sie mischte sich auf Französisch dazwischen als Pom an- fing wütend zu werden, und mit den Fäusten auf den Tisch schlug. Suz. fragte, was er mit dem Mädchen gemacht habe, worauf Sed. und Kil. in Lachen ausbra­chen, was Pom. noch mehr erzürnte. Er sprach so laut, daß ich jedes Wort verstand, während die anderen chn zu beschwichtigen suchten und leise sprachen. Er brüllt, über den Tisch: „Ich verbitte mir jedes Wort über das junge Mädchen, sie ist eine Dam« und weiß von nichts. Schließlich verabredeten sich die Männer für den näch­sten Mittag 13 Uhr in einem Restaurant am Platz Henri. 18.17 Uhr verließ Pom. mit Suz. das Lokal, während die beiden Männer sitzen blieben. Ich ver­ließ sie dort um 18.45 Uhr, um der Zentrale zu be­richten.) —

Fortsetzung folgt.)

Geschäft*’

Drucksachen

in Sdiwarzdruck und einfarbigem Buntdruck, sowie In Mehrfarbendruck liefert schnell und billig

Pultor Acflendnickml» Fulda,

Brähler L Nüchter

Inh. H. Nüchter

Im Friedhefsgäeechen — Fernsprecher 284

Kunststein - Kunstgranit - Terrazzo Kork - Estrich - Steinholzböden Terrazzomaterialien Kunst-Marmor Gartenkies

Fuldaer Zeitung

Emmericher Wen-Expedition KüMlStL 76

der die der

Hat man es uns nicht immer nachgerühmt, mir feien ein Volk der Arbeit, der Schlichtheit, der So- lität? Fährt da neulich ein Herr auf einem deutschen Flugzeug von Amsterdam nach Hanno­ver. Der prächtige Vogel gleitet dahin über einer Wolkenschicht, die nicht den geringsten Durchbück auf die Erde unten gestattet. Plötzlich aber senkt sich die Maschine, rast mitten durch die Wolkendecke hindurch und landet glatt zur bestimmten Zeil, fast auf die Minute, auf dem Flugplatz bei Han­nover. Ist das nicht fabelhaft? Das ist deutsche Technik! rief jener Herr erstaunt aus. Doch, die alte Kraft ist noch da, Bankerott macht uns niemand, außer wir selbst. Habe Mut, du Lebensmüder, fasse kräftig mit an, wo du kannst. Und den Rest überlassen wir dem lieben Gott, der immer da am nächsten ist, wenn die Not am größten.

Der Man im Monde.

gekleidet ist? Die armen Mädchen müssen sich dann wohl darnach richten. Das bißchen Geld, das sie verdienen, geben sie nur für Flitter aus, für modernen Flitter. Statt den Verdienst anzulegen für die Ernährung, die sie so bitter notwendig ha­ben, wenden sie ihn auf das, was man so Luxus nennt. Wie viele Krankhesten gehen auf zu dünne Stoffe zurück, die man eben kaufen muß, weil man sonst belächelt wird! Lieber hungern, lieber blutarm sein, als das! Aerzte, Eltern reden ganz vergeblich dagegen an. Hier könnten national ge­sinnte Männer wirklich etwas Gutes tun, indem sie enifach jene Frauen bevorzugten, die vernünftig leben wollen. Es find deren viel mehr als man glaubt, und so kann man wirklich von Opfern der Modekrankheit sprechen. Die Männer ihrerseits sind auch unvernünftig genug. Wie hat der gute Pfarrer Kneipp schon unsere berühmten Stehkra­gen verurteilt, weil man sich dadurch wirklich ofi genug eine Krankheit auf den Hals lädt. Die Ju­gend, die sich dagegen wandte, hat sich nicht durch- geletzt und muß schließlich selber zu einer solchen Sitte zurückkehren. Wir bemitleiden die Chinesen, die früher der Ansicht waren, es sei eine Frau erst dann schön, wenn ihr die Füße verkrüppelt würden, und darnach handelten sie auch, so daß dos Schreien der Kinder, an denen diese Prozedur voll­zogen wurde, nicht verstummte. Sind wir geschei­ter als fie, wenn wir uns den Hals zusammenschnü­ren oder die Brust? Käme doch ein Peter der Große einmal wieder, der unnötige Zöpfe einfach von Regierungs wegen abschnitt!

Immer noch glaubte ich, daß die Menschen ihre Ansprüche weit herabsetzen würden, wenn sie nur mit der Not des Nächsten mehr vertraut wären. Dieser Tage las ich von einer 70jährigen Frau, die seit ihrem neunten Lebensjahre in der Tabakindu- strie beschäftigt ist. Disie Frau, die ganz allein« steht, verdient 11 Mark di- Woche. Davon muß sie leben. Gehe nun einmal die Schicksale durch, auch die der 2,5 Millionen Arbeitslosen und ihrer Fami­lien. Kannst du deinen Luxus wirklich verantwor­ten und hast du noch ein Recht zur Klage? Wie schön war die Sitte, die man bei alten Frankfurter Judenfamilien antraf, vielleicht besteht sie da heute noch. Ihr gemäß sorgte immer eine wohlhabende Familie für eine arme mit. Das war wirklich eine wundervolle Art der Füriorge!

Freilich will ich das Mitleid nicht zu weit trei­ben. Es gibt Leute, die es nicht mehr verdienen. Suchte da jüngst eine Fabrik im Moor Ar­beiter, brachte aber statt der 140, die notwendig waren, nur 40 zusammen. Die anderen wollten einfach nicht, denn es gibt da im Moor kein Kmo, kein Großstadtpläsier und kein Nachtleben. Lieber schlägt man sich mit dem bißchen durch, was man heute ohne Arbeit verdienen kann. Lehrt uns die eigene Vernunft nicht, unsere Lebensansprüche her« abzufetzen, so wird es die bittere Rot tun müssen. Sie ist schon da. Und keine Notopfer und keine bessere Konjunktur wird mehr sein als eben ein Augenblickserfolg, wenn wir die inneren Ursachen der immer weiter um sich greifenden Armut nicht abstellen.

Tun wir es einfach- und schlicht. Es ist doch diese Kraft im deutschen Wesen noch verborgen.

2. Blatt.

Drutf der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda.

Ministerpräsident T a r d i e u machte in Kammer und im Senat Mitteilungen über Maßnahmen, die die Regierung anläßlich ... Ueberschwemmnngskatastrophe in Südfrankreich er­griffen hat bezw. noch zu ergreifen gedenkt. Am Freitag wird ein erster Kredit in Höhe von 50 Millionen Francs bewilligt werden, den der Fi­nanzausschuß der Kammer auf 80 Millionen zu er­höhen bereit ist. Dabei handelt es sich um die erste dringende Maßnahme, der weitere folgen werden.

Die Hot im Ueberschwemmungs-Gebiet. Man meldet mehr als 10 000 Obdachlose. — Der angerichtete Schaden ist noch nicht übersehbar

Hilfsmaßnahmen.

Je weiter das Wasser in den Ueberschwem- mnngsgebieten fällt, um ch mehr tritt der außer­ordentliche Umfang der Katastrophe zutage. Die Gegend von M o i s s a e dürfte am schwersten be­troffen sein. Von hier wird auch die höchste Anzahl von Toten gemeldet. Zahlreiche Familien sind ob­dachlos. Aus anderen Gegenden lauten die Nach­richten nicht günstiger. Verschiedentlich haben sich herzzereißende Szenen abgespielt, da Kinder sahen, wie ihre Eltern, und Eltern sahen, wie ihre Kin­der in den Fluten ertranken, ohne daß man ihnen Hilfe bringen konnte. Viele Ortsansässige, die sich selbstlos am Rettungswerk beteiligten, mußten ihren Heldenmut mit dem Leben bezahlen.

Der Sachschaden läßt sich vorläufig noch nicht übersehen; doch spricht man davon, daß mindestens zehn Jahre notwendig jein werden, ihn auch nur notdürftig zu beheben. Wenn man eine annöh-"w>n Einschätzung von der Verheerung erhalten will, kann man vielleicht auf Montauban verweilen, wo von 30 000 Personen etwa 7000 obdachlos sind. Dort werden mehr als 100 Tote zu beklagen fein. Ob die Zahl von insgesamt mehr als 700 Toten, von denen gesprochen wird, den Tatsachen ent­spricht, läßt sich im Augenblick nicht feststellen, doch dürfte diese Zahl, den von überall eintreffenden Nachrichten zufolge, nicht übertrieben sein. Nach einer oberflächlichen Schätzung sollen im gesamten Ueberschwemmungsgebiet mehr als 10 000 Perso­nen obdachlos sein.

*

Die Hochwasserkatastrophe zeigt jetzt ihre Aus­wirkungen im Unterlauf der Garon ne. Von den 7 bei den Rettungsarbeiten im Ueber­schwemmungsgebiet vermißten Militärpersonen, sind 6 wieder unversehrt ausgefunden worden.

80 Millionen-Kredik für die Geschädigten.

nicht sprechen. Auffällig ist, daß die Zahl der Ue- bertritte seit 1924 immer größer ist, als die wirk­liche Bevölkerungsvermehrung. Neben der Ab­wanderung ist hier die beträchtliche Ver­minderung der Geburten in den letzten Jahren verantwortlich zu machen. Die Zahl der Todesfälle stieg dagegen entsetzlich. Die Geburten­ziffer bei den Katholiken int Vorjahr wuchs in 12 Missionen, in 45 anderen fiel sie um einen Prozent­satz von 0,004 bis 15.26. Bei Wiederkehr des Friedens im Vorjahre hielt die Abwärtsbewegung inne, was sich klar aus der Tatsache ergibt, daß im Jahre 1927/28 nur 28 Missionen eine Vermeh­rung der Geburten gemeldet hatten. Auf den Mis­sionar kommen im Durchschnitt 14,80 Uebertritkr zum Christentum, im Vorjahr 13,48. Zweifelsohn, war der Fortschritt der Konversionen in den Re> volutionsjahren sehr schwach! Man zählt in China zurzeit 94 Missionssprengel, 2 011 fremde und 1317 chinesische Priester In den Dberfemina' rien befinden sich 838 Kandidaten, in den Unter- feminarien 2465, in den Dorbereitungskursen 1462 Schüler. 13 Missionen sind zurzeit dem emheimi« schen Klerus anvertraut.

In irgendeiner großen Stadt muß ich ein Tele- ninnt telephonisch aufgeben. Wie ich die Unter« I Stift buchstabiere, sagt aus einmal eine freund- £ Stimme- Ach, der? Den kenne ich ja! . . . I ffi wie schön war das. Ich mußte ja nun gleich I f>hren, aber dieses offenbar liebliche Menschenant- ? bag Da aus dem Riesengewebe von Eisendräh- „ich plötzlich anlächelt, dieses Menschengesicht, KE ich nicht kenne, das aber doch so menschlich " - wir ruht, das gibt mir auf einmal ein Hei- I ntataefühl in dieser Stadt. Möchten doch alle, die . getrieben, in Apparaten und in so unpersönU- | Zusammenhängen arbeiten müssen, ihr freund-

| Menschenantlitz bewahren! Es bleibt doch | Schönste auf Erden. Hat dieses kleine Tele- | xhongeipräch mich nicht bestimmt, einen Vormittag tjror bewahrt, mith zu ärgern? Am Ende bringt ter Nachmittag ein neues, wer kann es wissen?

Ach, es war bald darauf, als auch aus dem Eisen ein Mensch hervortauchte, aber ganz anders. I Es nehmen sch ja viele das Leben heute. Man 1 hat die Kraft nicht mehr, Leid zu ertragen. Man kann es auch wirklich nicht, wenn man nicht an den Gekreuzigten denkt. Aus dieser großen Stadt amrden sieben Selbstmorde an diesem Tage gerne!- k bet. Bier davon nahmen sich das Leben einfach | aus Lebensekel. Hätten sie im letzten Augenblick etwa em Heiligenbildchen an der Wand gesehen ober ein Kreuz, sie hätten es wahrscheinlich nicht getan. Aber wer denkt heute an solche Kleinigkei­ten! Es ist aber nun doch etwas anderes, ob man so im allgemeinen von Selbstmorden hört ober ob man sieht, wie gerade ein alter Mann sich vor die Untergrundbahn stürzt, die eben an der deinen vorbeifährt. Ein Schrei und dann ein E-iw her Mitreisenden, und schon ist alles vorbei. Von dem 63jährigen Russen ist nur noch ein Brei übria. Es kommt die Sanität, es kommen Feuerwehrleute, und bann geht das Leben der Großstadt weiter. Jedem, den ich nun begegnet, schaue ich heimlich ins Gesicht. Geht er am Ende auch in die Tiefe, um sich vor eine Untergrundbahn zu stürzen? Mo» beht es nicht jedem an, welche Tragödie er in sei­nem Innern durchkämpft. Sei gut zu allen. Viel­leicht bewahrst du sie durch deine Güte vor einem M großen Unglück. Vielleicht glauben sie wieder an • bas Leben, wo nur ein Mensch auf Erden, ein ein­ziger nur, ihnen freundlich guten Tag sagt. Dieier 63jöbrige hatte am Ende niemanden mehr.

Versenken wir uns mehr mitleidsvoll in die Seele des andern, es wäre bald eine neue Mensch­heit da. Man käme davon ab, das ganze Leben nur nach Aeußerlichkeiten zu formen. Es gilt das für die Männer, aber auch für die Frauen. Gibl es nicht unzählige Männer, die eine Frau ober ein Mädchen nur darnach einschätzen, ob es modisch

■ Rund um die Woche.

yer MSdchenkopf im Drahtgeflecht. — Sturz vor die Untergrundbahn Komische Anfitten in Nahrung und Kleidung. — Die 70 jährige Tabakarbeiterin. — Deutsche Technik.

Die Mission in China.

Die Zahl der chinesischen Katholiken hat sich im Vorjahr (Juli 1928 bis Juli 1929) um 47 637 vermehrt. Im Vorjahr betrug sie 41418. Dem­gegenüber steht ein hauptsächlich durch Abwande­rung hervorgerufener Verlust von 18 537 Seelen. Im Vorjahr betrug die entsprechende Zahl 28 878. In den letzten 6 Jahren ergibt sich für die katho­lische Bevölkerungsbewegung eine interessante Sta­tistik, die zeigt, wie sehr die politischen Wirren auf das Wachstum der Kirche kinwirkten:

Durch Gas getötet.

Der Gasschlauch hatte sich vom Herd gelöst.

In Ludwigshafen wurden i n den Hause Fichtestraße 6 der bei der I. G. Farben be schäftigte 51 Jahre alte Werkmeister Franz (Sibert mit feiner Frau und einem fünfjährigen Sohn mit schwerer Gasvergiftung aufgefunden und in das Städtische Krankenhaus verbracht, wo alle drei nach kurzer Zeit verstorben. Vier weitere Kinder, die in einem Nebenraum schliefen, sind dem Gas­tod glücklicherweise entgangen. Es hatte sich an­scheinend in der Küche der Gasschlauch vom Herd gelöst und das Gas ist in das oben liegende Schlaf­zimmer geströmt. Es liegt ein Unglücksfall, fein Selbstmord vor.

t. 57.

den s. Marz 1930.

10 °lo Rabatt „uf sämtliche Zigarren und Tabake ab 8.—15. März.

S Sind Sie nervös?

Sie finden Aufklärung und Rat gegen Ihr Leiden !n dem Interessanten und reich illustrierten Buch .Guter Rat“. Es enthält außerdem Beschrei­bungen vieler anderer Krankheiten und Leiden, ci. -T9i?be _,,der dagegen anzuwendenden Spezlalmittel. Sie erhalten dieses Buch In Ihrer Drogerie um­sonst Daselbst auch Baldrament“, die Medizin zur Beru­higung und Stärkung der Nerven. Fl. Mk. 1.60 u. 2.50. Wo In Drogerien nicht erhält!, durch Otto Reichel, Berlin-Neukölln

Jahr

Kaiholtkenzahl

Wirkliche Vermehrung

Uebeririite

1923/24

2 263 487

61 573

58 643

1924/25

2328 109

64 622

65 465

1925/26

2 377 654

49 545

55 189

1926/27

2 431 999

54 345

55 934

1927/28

2 444 539

12 840

41418

1928/29

2 473 619

29 080

47 637

Don

einem rapiden

Wachtum der

Kirche in

China kann man nach obiger Statistik

eigentlich