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Gedanke ist außerordentlich
(Er mußte innerlich lachen. Tage unentschuldigt in sei-
vcrlockend. —
Mein Geschäft zu Hause! Heute fehlte er bereits acht nein „Geschäft zu Hause".
Baugrund. Meine Techniker müßten jedenfalls hinze- hen, aber noch lieber führ« ich selbst hin. Wie wäre es, Herr Lilloe, wenn wir alle zusammen im Februar hm- führen? Meine Jacht liegt in Spezia und könnte Ende Januar fahrbereit sein. Sie kämen doch auch mit, Christa? Lily geht selbstverständlich mit. Wir würden über Athen und Konstantinopel eine herrliche Reise nach Batum machen können. Können Sie sich für die Zeit frei machen, Herr Lilloe?"
Sicherlich hatten sie in Hannover festgestellt, daß seine Mutter nicht krank sei, und daß diese über seinen Aufenthalt keine Auskunft geben konnte. Es überrieselte ihn wieder. Was die Saffianmappe alles zaubern konnte! Eine Mittelmeerreise auf der Dampfjacht des Millionärs! Er brauchte nur „ja" zu sagen, und er war dessen Gast, mit ihm die geliebte Christa und die ihm geneigte Lily Vielleicht war der Gedanke an diese Fahrt Lily Vater nur gekommen, um das Band zwischen ihnen beiden fester zu knüpfen. Konnte es etwas Verlockenderes geben?
Und alles, alles, nur weil nm Samstagabend, dem 3. Oktober. 12 Uhr der Großhändler Olaf Lilloe feine grüne Saffianmappe in der Depositenkasse hatte liegen lassen! War das vielleicht kein Märchen?
7. Kapitel.
Auf dem Tisch in der Halle erblickte Leo, als er sich seines Mantels, vom Golfplatz zurückgekommen, entledigte, einen dicken Brief für Olaf Lilloe. Die Rückfahrt war sehr angenehm gewesen, er hatte zwischen Burnhill und seiner Tochter im Fond gesessen, während Christa wieder mit dem Major am Steuer saßen. Infolge der Enge hatte sich Lily an ihn geschmiegt Dieses Entgegenkommen der vornehmen jungen Dame befremdete ihn zuerst. Dabei kam ihm der Gedanke, daß Christa so ganz anders war. In einem solchen
Augenblick wurde er sich völlig bewußt, daß er
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„Das kommt darauf an", erwiderte Leo, „ich muß erst sehen, ob mein Geschäft zu Hause mich so lange entbehren kann. Aber bcr ~ " """
Wahrscheinlich lag bereits fein säuberlich in seinem Zimmer bei Frau Ritter auf dem Schreibtisch das Entlassungsschreiben der Bank
Die grüne Saffianmappe.
Roman von Harold Esfberg.
> Copyright by Carl Dunkcr, Berlin.
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I <h.AOrIiiuf'9 na^men auf der Veranda Platz, um | A °,e Rückkehr von Lily und Major Kirby zu war- «lirnhist war rosiger Laune, denn er hatte seinen» g Partner geschlagen.
/ 'Zeisen Sic", sagte er zu Leo,~,bas Merkwürdigste Spiele ist doch, üeß wir es so ungeheuer ernst ■ iän r6"' t,Unb unsere Laune für Tage davon ab- H 06 wir schlecht oder gut gespielt haben." ■&n lehr schwer sein, gut zu spielen", warf H vvstich ein.
H g. "®as 'st es und das Schlimmste ist, daß man sei- iinon*T?e,5, nie Herr ist. Der beste Spieler schlägt jz, -'na schiechter als ein Anfänger. Uebrigens, was wEle. wie stellen Sie sich zu dem russischen M-redUl, wenn Krassin die Verlängerung bewilligt?" h- niit CrxIärfe ^m, daß er von vornherein seine Be- -L0011. abhängig gemacht habe, daß di« Kon- w^e Gültigkeit behielte. Er würde in diesem ^steun> Ecrdmgs erst noch Rücksprache mit Gcschäfts- ■tCin^cn "°bmen müssen, die er an dem Geschäft be- WL/g wollte, insbesondere mit Berckcnfeld, der ihm W K°hlen geliefert habe.
Btenn'^5^1-1 aI(cs sch°u und gut", sagte Burnhill, „aber 'onQjjj",, le benn die Verhältnisse in Georgien per- uerneinte. Es wären aber doch Gutachten da me Rentabilitätsberechnungen.
^urnkur ®ater: iicbe Christa, in Ehren", wandte sich Kl/r an diese, „aber auf Geschriebenes gebe ich ■K wenig. Daraus allein kann ich keine Fabri- Sorf,. T 65 wuß schon jemand hinfahren und sich die ansehen!"
schü'chicrn^er ^apa roar doch selber da", wandte Christa
ist ja richtig, aber als er da war, hat er sein I Kaff "7 auf das Holz gerichtet und nicht auf die Ar- I er[)ä[tniffe, die Transportmöglichkeiten und den I
[Christa mehr liebte als nur rein körperlich. Und er war sich nicht einmal klar darüber, ob ein gleiches Entgegenkommen von Christa sie in seiner Achtung nicht ein wenig heruntergesetzt hätte . . .
Als er Lily aus dem Wagen half, hatte sie sich erboten, solange es noch hell war, ihm das Haus zu zeigen, wie es ihre Mutter ihm am Abend vorher versprochen hatte. Als Lily ebenfalls des Briefes auf dem Tisch gewahr wurde, sagte sie ganz laut zu ihm:
„Kommen Sie in einer halben Stunde herunter, wenn Sie Ihren Brief gelesen haben, und ich spiele dann Fremdenführer. Vergessen Sie nicht, sich ein Trinkgeld für mich einzustecken."
Die anderen lachten, und er fing wieder einen Blick von Christa auf, tdas Leo besonders ärgerte, weil er selbst nach diesem Blick gehascht hatte. Er ging schnell in sein Zimmer und riß den Umschlag auf. Es war ein kurzes Schreiben von Leroi, dem ein langer Bericht beigefügt war. Er war mit „Bericht Nr. 1" überschrieben und lautete folgendermaßen:
Freitag, 5. November, 12,30 Uhr, Auftrag von Zentrale, Pom. und Sed. zu überwachen. Begab mich mit Mareel Hotel Lord Byron. Marcel auf der Straße, ich ins Hotel. 1,20 Uhr traf Pom. ein. Ich stellte mich als Telegrapheninspektor vor, der Rückfrage wegen eines Telephongesprächs nach London halten wollte. Studierte dabei den Mann. Pom. schien sehr, zerstreut und nervös. Ich verließ das Hotel, änderte mein Aeußeres und wartete auf der Straße, nachdem ich Pom. Marcel beschrieben.
2,35 Uhr. Pom. verläßt das Hotel. Wir folgten Am Place de L'Etoile nahm Pom. das Metro, fuhr bis Chatelet, stieg dort um, verließ es Boulevard Saint- Denis. Wir folgten ihm bis zum Theater Gymnafe Hier bog er rechts ein und die erste Querstraße links in die Rue Bergere. Vor einem Haufe mit geschloffenen Jalousien blieb er stehen und piff zweimal Im zwei- len Stock wurde zweimal eine Jalousie halb hinauf- und heruntergelassen, worauf er in dem Haus Nr. 21 verschwand. Während Marcel auf dem nächsten Kommissariat feststellte, wem das Haus gehörte und wer dort wohnte, wartete ich unten. Marcel kam zurück, die Wohnung im zweiten Stock gehörte einem polnischen Juden, Laasersohn. der an Polen vermietete.
Ich schickte Marcel ins Haus und ließ ihn bei der Portiersfrau fragen, ob Sed. vielleicht bei Laasersohn
wohnte. Sie zeigte ihm ine Liste der Mieter. Meine Vermutung war richtig, auch Kilinski wohnte dort. Sie erzählte, Sed. sei erst am Morgen von einer Reise zurückgekommen.
4,40 Uhr erschien Pom. in Begleitung von zwei Männern, auf die die Beschreibung von Sed. und Stil paßt. Wir folgten bis zur Rue Pigalle, wo alle bre, in eine Bar gingen. Marcel ging diesmal hinein und setzte sich an den Nebentisch. (Marcels Bericht folgt unten.)
6,20 Uhr verließ Pom. mit einer eleganten Fra», van ungefähr 30 Jahren die Bar und nahm ein Taxi, Ich folgte ihnen bis zur Rue de Lisonne, wo er der Wagen entlohnte und mit der Frau in das Haus Nr 56 ging. Der Concierge bezeichnete mir die Frau al: eine Madame de Raynoud und Pom. als ihren Freund, den er aber dem Namen nach nicht kannte. Nachdem der Portier versichert hatte, daß Pom. häufig bei ihr übernachte, verließ ich ihn dort 6,53 Uhr.
(Bericht des Marcel.: Pom. und Begleiter begrüßten in der Bar eine elegante Frau, die anscheinend au! Pom. gewartet und von ihm mit Suzanne angeredet wurde. Ich setzte mich unauffällig in Hörweite. Suz fragte, was die Geschäfte machten. Pom. zuckte mit den Achseln, schimpfte auf den Norweger, ein Name wurde nicht genannt, und Sed. und Kil. machten sich über ihn lustig. Er fei ein Anfänger und verstünde das Geschäft nicht. Darauf folgte eine erregte Debatte aus polnisch, die Suz. anscheinend nicht verstand. Sie mischte sich auf Französisch dazwischen als Pom an- fing wütend zu werden, und mit den Fäusten auf den Tisch schlug. Suz. fragte, was er mit dem Mädchen gemacht habe, worauf Sed. und Kil. in Lachen ausbrachen, was Pom. noch mehr erzürnte. Er sprach so laut, daß ich jedes Wort verstand, während die anderen chn zu beschwichtigen suchten und leise sprachen. Er brüllt, über den Tisch: „Ich verbitte mir jedes Wort über das junge Mädchen, sie ist eine Dam« und weiß von nichts. Schließlich verabredeten sich die Männer für den nächsten Mittag 13 Uhr in einem Restaurant am Platz Henri. 18.17 Uhr verließ Pom. mit Suz. das Lokal, während die beiden Männer sitzen blieben. Ich verließ sie dort um 18.45 Uhr, um der Zentrale zu berichten.) —
Fortsetzung folgt.)
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der die der
Hat man es uns nicht immer nachgerühmt, mir feien ein Volk der Arbeit, der Schlichtheit, der So- lität? Fährt da neulich ein Herr auf einem deutschen Flugzeug von Amsterdam nach Hannover. Der prächtige Vogel gleitet dahin über einer Wolkenschicht, die nicht den geringsten Durchbück auf die Erde unten gestattet. Plötzlich aber senkt sich die Maschine, rast mitten durch die Wolkendecke hindurch und landet glatt zur bestimmten Zeil, fast auf die Minute, auf dem Flugplatz bei Hannover. Ist das nicht fabelhaft? Das ist deutsche Technik! rief jener Herr erstaunt aus. Doch, die alte Kraft ist noch da, Bankerott macht uns niemand, außer wir selbst. Habe Mut, du Lebensmüder, fasse kräftig mit an, wo du kannst. Und den Rest überlassen wir dem lieben Gott, der immer da am nächsten ist, wenn die Not am größten.
Der Man im Monde.
gekleidet ist? Die armen Mädchen müssen sich dann wohl darnach richten. Das bißchen Geld, das sie verdienen, geben sie nur für Flitter aus, für modernen Flitter. Statt den Verdienst anzulegen für die Ernährung, die sie so bitter notwendig haben, wenden sie ihn auf das, was man so Luxus nennt. Wie viele Krankhesten gehen auf zu dünne Stoffe zurück, die man eben kaufen muß, weil man sonst belächelt wird! Lieber hungern, lieber blutarm sein, als das! Aerzte, Eltern reden ganz vergeblich dagegen an. Hier könnten national gesinnte Männer wirklich etwas Gutes tun, indem sie enifach jene Frauen bevorzugten, die vernünftig leben wollen. Es find deren viel mehr als man glaubt, und so kann man wirklich von Opfern der Modekrankheit sprechen. Die Männer ihrerseits sind auch unvernünftig genug. Wie hat der gute Pfarrer Kneipp schon unsere berühmten Stehkragen verurteilt, weil man sich dadurch wirklich ofi genug eine Krankheit auf den Hals lädt. Die Jugend, die sich dagegen wandte, hat sich nicht durch- geletzt und muß schließlich selber zu einer solchen Sitte zurückkehren. Wir bemitleiden die Chinesen, die früher der Ansicht waren, es sei eine Frau erst dann schön, wenn ihr die Füße verkrüppelt würden, und darnach handelten sie auch, so daß dos Schreien der Kinder, an denen diese Prozedur vollzogen wurde, nicht verstummte. Sind wir gescheiter als fie, wenn wir uns den Hals zusammenschnüren oder die Brust? Käme doch ein Peter der Große einmal wieder, der unnötige Zöpfe einfach von Regierungs wegen abschnitt!
Immer noch glaubte ich, daß die Menschen ihre Ansprüche weit herabsetzen würden, wenn sie nur mit der Not des Nächsten mehr vertraut wären. Dieser Tage las ich von einer 70jährigen Frau, die seit ihrem neunten Lebensjahre in der Tabakindu- strie beschäftigt ist. Disie Frau, die ganz allein« steht, verdient 11 Mark di- Woche. Davon muß sie leben. Gehe nun einmal die Schicksale durch, auch die der 2,5 Millionen Arbeitslosen und ihrer Familien. Kannst du deinen Luxus wirklich verantworten und hast du noch ein Recht zur Klage? Wie schön war die Sitte, die man bei alten Frankfurter Judenfamilien antraf, vielleicht besteht sie da heute noch. Ihr gemäß sorgte immer eine wohlhabende Familie für eine arme mit. Das war wirklich eine wundervolle Art der Füriorge!
Freilich will ich das Mitleid nicht zu weit treiben. Es gibt Leute, die es nicht mehr verdienen. Suchte da jüngst eine Fabrik im Moor Arbeiter, brachte aber statt der 140, die notwendig waren, nur 40 zusammen. Die anderen wollten einfach nicht, denn es gibt da im Moor kein Kmo, kein Großstadtpläsier und kein Nachtleben. Lieber schlägt man sich mit dem bißchen durch, was man heute ohne Arbeit verdienen kann. Lehrt uns die eigene Vernunft nicht, unsere Lebensansprüche her« abzufetzen, so wird es die bittere Rot tun müssen. Sie ist schon da. Und keine Notopfer und keine bessere Konjunktur wird mehr sein als eben ein Augenblickserfolg, wenn wir die inneren Ursachen der immer weiter um sich greifenden Armut nicht abstellen.
Tun wir es einfach- und schlicht. Es ist doch diese Kraft im deutschen Wesen noch verborgen.
2. Blatt.
Drutf der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda.
Ministerpräsident T a r d i e u machte in Kammer und im Senat Mitteilungen über Maßnahmen, die die Regierung anläßlich ... Ueberschwemmnngskatastrophe in Südfrankreich ergriffen hat bezw. noch zu ergreifen gedenkt. Am Freitag wird ein erster Kredit in Höhe von 50 Millionen Francs bewilligt werden, den der Finanzausschuß der Kammer auf 80 Millionen zu erhöhen bereit ist. Dabei handelt es sich um die erste dringende Maßnahme, der weitere folgen werden.
Die Hot im Ueberschwemmungs-Gebiet. Man meldet mehr als 10 000 Obdachlose. — Der angerichtete Schaden ist noch nicht übersehbar
Hilfsmaßnahmen.
Je weiter das Wasser in den Ueberschwem- mnngsgebieten fällt, um ch mehr tritt der außerordentliche Umfang der Katastrophe zutage. Die Gegend von M o i s s a e dürfte am schwersten betroffen sein. Von hier wird auch die höchste Anzahl von Toten gemeldet. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Aus anderen Gegenden lauten die Nachrichten nicht günstiger. Verschiedentlich haben sich herzzereißende Szenen abgespielt, da Kinder sahen, wie ihre Eltern, und Eltern sahen, wie ihre Kinder in den Fluten ertranken, ohne daß man ihnen Hilfe bringen konnte. Viele Ortsansässige, die sich selbstlos am Rettungswerk beteiligten, mußten ihren Heldenmut mit dem Leben bezahlen.
Der Sachschaden läßt sich vorläufig noch nicht übersehen; doch spricht man davon, daß mindestens zehn Jahre notwendig jein werden, ihn auch nur notdürftig zu beheben. Wenn man eine annöh-"w>n Einschätzung von der Verheerung erhalten will, kann man vielleicht auf Montauban verweilen, wo von 30 000 Personen etwa 7000 obdachlos sind. Dort werden mehr als 100 Tote zu beklagen fein. Ob die Zahl von insgesamt mehr als 700 Toten, von denen gesprochen wird, den Tatsachen entspricht, läßt sich im Augenblick nicht feststellen, doch dürfte diese Zahl, den von überall eintreffenden Nachrichten zufolge, nicht übertrieben sein. Nach einer oberflächlichen Schätzung sollen im gesamten Ueberschwemmungsgebiet mehr als 10 000 Personen obdachlos sein.
*
Die Hochwasserkatastrophe zeigt jetzt ihre Auswirkungen im Unterlauf der Garon ne. Von den 7 bei den Rettungsarbeiten im Ueberschwemmungsgebiet vermißten Militärpersonen, sind 6 wieder unversehrt ausgefunden worden.
80 Millionen-Kredik für die Geschädigten.
nicht sprechen. Auffällig ist, daß die Zahl der Ue- bertritte seit 1924 immer größer ist, als die wirkliche Bevölkerungsvermehrung. Neben der Abwanderung ist hier die beträchtliche Verminderung der Geburten in den letzten Jahren verantwortlich zu machen. Die Zahl der Todesfälle stieg dagegen entsetzlich. Die Geburtenziffer bei den Katholiken int Vorjahr wuchs in 12 Missionen, in 45 anderen fiel sie um einen Prozentsatz von 0,004 bis 15.26. Bei Wiederkehr des Friedens im Vorjahre hielt die Abwärtsbewegung inne, was sich klar aus der Tatsache ergibt, daß im Jahre 1927/28 nur 28 Missionen eine Vermehrung der Geburten gemeldet hatten. Auf den Missionar kommen im Durchschnitt 14,80 Uebertritkr zum Christentum, im Vorjahr 13,48. Zweifelsohn, war der Fortschritt der Konversionen in den Re> volutionsjahren sehr schwach! Man zählt in China zurzeit 94 Missionssprengel, 2 011 fremde und 1317 chinesische Priester In den Dberfemina' rien befinden sich 838 Kandidaten, in den Unter- feminarien 2465, in den Dorbereitungskursen 1462 Schüler. 13 Missionen sind zurzeit dem emheimi« schen Klerus anvertraut.
In irgendeiner großen Stadt muß ich ein Tele- ninnt telephonisch aufgeben. Wie ich die Unter« I Stift buchstabiere, sagt aus einmal eine freund- £ Stimme- Ach, der? Den kenne ich ja! . . . I ffi wie schön war das. Ich mußte ja nun gleich I f>hren, aber dieses offenbar liebliche Menschenant- ? bag Da aus dem Riesengewebe von Eisendräh- „ich plötzlich anlächelt, dieses Menschengesicht, KE ich nicht kenne, das aber doch so menschlich " - wir ruht, das gibt mir auf einmal ein Hei- I ntataefühl in dieser Stadt. Möchten doch alle, die . getrieben, in Apparaten und in so unpersönU- | Zusammenhängen arbeiten müssen, ihr freund-
| Menschenantlitz bewahren! Es bleibt doch | Schönste auf Erden. Hat dieses kleine Tele- | xhongeipräch mich nicht bestimmt, einen Vormittag tjror bewahrt, mith zu ärgern? Am Ende bringt ter Nachmittag ein neues, wer kann es wissen?
Ach, es war bald darauf, als auch aus dem Eisen ein Mensch hervortauchte, aber ganz anders. I Es nehmen sch ja viele das Leben heute. Man 1 hat die Kraft nicht mehr, Leid zu ertragen. Man kann es auch wirklich nicht, wenn man nicht an den Gekreuzigten denkt. Aus dieser großen Stadt amrden sieben Selbstmorde an diesem Tage gerne!- k bet. Bier davon nahmen sich das Leben einfach | aus Lebensekel. Hätten sie im letzten Augenblick etwa em Heiligenbildchen an der Wand gesehen ober ein Kreuz, sie hätten es wahrscheinlich nicht getan. Aber wer denkt heute an solche Kleinigkeiten! Es ist aber nun doch etwas anderes, ob man so im allgemeinen von Selbstmorden hört ober ob man sieht, wie gerade ein alter Mann sich vor die Untergrundbahn stürzt, die eben an der deinen vorbeifährt. Ein Schrei und dann ein E-iw her Mitreisenden, und schon ist alles vorbei. Von dem 63jährigen Russen ist nur noch ein Brei übria. Es kommt die Sanität, es kommen Feuerwehrleute, und bann geht das Leben der Großstadt weiter. Jedem, den ich nun begegnet, schaue ich heimlich ins Gesicht. Geht er am Ende auch in die Tiefe, um sich vor eine Untergrundbahn zu stürzen? Mo» beht es nicht jedem an, welche Tragödie er in seinem Innern durchkämpft. Sei gut zu allen. Vielleicht bewahrst du sie durch deine Güte vor einem M großen Unglück. Vielleicht glauben sie wieder an • bas Leben, wo nur ein Mensch auf Erden, ein einziger nur, ihnen freundlich guten Tag sagt. Dieier 63jöbrige hatte am Ende niemanden mehr.
Versenken wir uns mehr mitleidsvoll in die Seele des andern, es wäre bald eine neue Menschheit da. Man käme davon ab, das ganze Leben nur nach Aeußerlichkeiten zu formen. Es gilt das für die Männer, aber auch für die Frauen. Gibl es nicht unzählige Männer, die eine Frau ober ein Mädchen nur darnach einschätzen, ob es modisch
■ Rund um die Woche.
yer MSdchenkopf im Drahtgeflecht. — Sturz vor die Untergrundbahn Komische Anfitten in Nahrung und Kleidung. — Die 70 jährige Tabakarbeiterin. — Deutsche Technik.
Die Mission in China.
Die Zahl der chinesischen Katholiken hat sich im Vorjahr (Juli 1928 bis Juli 1929) um 47 637 vermehrt. Im Vorjahr betrug sie 41418. Demgegenüber steht ein hauptsächlich durch Abwanderung hervorgerufener Verlust von 18 537 Seelen. Im Vorjahr betrug die entsprechende Zahl 28 878. In den letzten 6 Jahren ergibt sich für die katholische Bevölkerungsbewegung eine interessante Statistik, die zeigt, wie sehr die politischen Wirren auf das Wachstum der Kirche kinwirkten:
Durch Gas getötet.
Der Gasschlauch hatte sich vom Herd gelöst.
In Ludwigshafen wurden i n den Hause Fichtestraße 6 der bei der I. G. Farben be schäftigte 51 Jahre alte Werkmeister Franz (Sibert mit feiner Frau und einem fünfjährigen Sohn mit schwerer Gasvergiftung aufgefunden und in das Städtische Krankenhaus verbracht, wo alle drei nach kurzer Zeit verstorben. Vier weitere Kinder, die in einem Nebenraum schliefen, sind dem Gastod glücklicherweise entgangen. Es hatte sich anscheinend in der Küche der Gasschlauch vom Herd gelöst und das Gas ist in das oben liegende Schlafzimmer geströmt. Es liegt ein Unglücksfall, fein Selbstmord vor.
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Jahr
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Wirkliche Vermehrung
Uebeririite
1923/24
2 263 487
61 573
58 643
1924/25
2328 109
64 622
65 465
1925/26
2 377 654
49 545
55 189
1926/27
2 431 999
54 345
55 934
1927/28
2 444 539
12 840
41418
1928/29
2 473 619
29 080
47 637
Don
einem rapiden
Wachtum der
Kirche in
China kann man nach obiger Statistik
eigentlich