NILS
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Nr. 57
Beilage zur Fuldaer Zeitung
9. März
Wir
leiser und leiser
den Bergen im Sonne, die eben
Die
Wo werbe-,
des Pfluges Eisen gleißt, es Furch' um Furche reißt.
steigt in der Morgenluft der Erde Opferduft.
Urkraft hüllt mich ein . . . ihr ganz zu eigen sein!
der Tiefe klingt ein Ton:
Polizeipräfi- beantworten, Vermutung."
Und Wie f)erb Aus
Ihre Will
Aus
Aber: Tee, Kaffee, Bier und andere wichtige Lebensmittel werden in Zukunft auch mit fiskalischem Geschmack serviert werden, und in zwei Jahren sind wir bestimmt so weit, daß kein Hering, keine Kalbhaxe, kein Schellfisch und kein Gulasch uns mehr ansieht, ohne vorher einen Teil seines Wertes an den Staat abgeführt zu haben.
Der Staat hot einen großen Magen und er verdaut Steichhölzer, Kalbszungen, Zigaretten, Schaumweine Theaterkarten und Mokka.
ursprünglich auch auf den preußisch-sächsischen Eisenbahnkrieg zurückzuführen.
Die Folge all dieser Verhältnisse war eine ziemlich krause Linienführung und — ein riesiger Leerlauf bei der Eisenbahn, der sich durch alle Zeiten hindurch fort- setzt. Der teuerste Tunnel, die kostspieligste Brücke, die größten Geländeschwierigkeiten sind nichts im Vergleich zu den großen Mehrkosten, die sich dauernd infolge der Umwege ergeben, und die Berücksichtigung der kleinen Hauptstadt kostet die Eisenbahn, d. h. natürlich in letzter Linie die Reisenden, viel Geld. Wir kaufen unsere Fahr- karte von Berlin nach Köln und zahlen für die 577 Kilometer in der 3. Klasse 26.40 Mk. Darin sind 72 Kilometer Umwege miteinbegriffen, die wir mit 3.30 Mk. bezahlen müssen. Oder wir kaufen eine Fahrkarte Ber- lin—München und zahlen für 674 Kilometer 20.20 Mk. Die Gerade zwischen Berlin und München beträgt jedoch nur 505 Kilometer. Die Umwege betragen also 25 Pro- Zent. Auf der Strecke Berlin—Königsberg betragen die Umwege 70 Kilometer, Berlin—Hamburg 30 Kilometer, Berlin—Leipzig 35 Kilometer. Der Durchschnitt der Umwege bewegt sich bei etwa 20 Prozent der Streckenlänge. Nun kann gewiß nicht behauptet werden, daß alle diese Umwege vermeidbar wären und
„Wer ist dieser Freund?" fragte der dent rasch.
„Diese Frage kann ich leider nicht Senor Andrade. Das Ganze ist ja nur eine Der Präsident blickte mich scharf an.
Blondhaar erheben und unter den Reigen der Schwestern mischen.
werden.
Die Dämmerung kommt, und an Westen steht noch der helle Schein der hinter dem Walde verschwand.
Irgendwoher singt eine Amsel ihr Abendstille.
Wurzelhaft und treu mein Sohn! — Meine Arbeit wird Gebet, Das zum Herzen Gottes geht.
Julius Bansmer.
nen wurden in den See versenkt, die ein Wunderwerk moderner Technik darstellen. 80 Kilometer lang läuft der £•3 nur Über Wasser; die Ufer sinken zu einer schwachen Linie zusammen, die Wogen schlagen hoch an die gewaltige", dicht nebeneinander liegenden Pfeiler, die die Strecke tragen. Manche derselben sind zu kleinen, künstlichen Inseln erweitert, auf denen das Bahnpersonal wohnt.
Und nun das Gegenteil der direkten Linienführung: auch das kommt vor, daß eine Bahn rückwärts geführt werden muß. Dies ist bei der G ott h a rdtb a h n ber Fall, die sich in mehreren Schleifen den Berg hinauf, wmdet und dabei zuweilen in der ihrer Zielrichtung ent- gegengesetzten Richtung fährt. Man sieht von den oberen Spiralen auf die unteren herab. Dies ist wohl die merk- würdigste Linienführung, die im Eisenbahnwesen vor-
wachung des reichen Verbrechers. Bald erfuhr Garfield, daß De Gex die Absicht habe, Spanien zu verlassen.
Nachdem Pardo sich entfernt hatte, dachte ich lange über den Vorfall nach. Cs war doch auffällig, daß Suzor in ein entferntes Postamt gegangen war, um die Depesche aufzugeben — scheinbar hatte er befürchtet, auf der Hauptpost erkannt zu werden. Ein seltsamer, unbestimmter Verdacht war in mir erwacht und wurde so stark, daß ich noch um elf Uhr nachts zur Polizeidirektion ging und dort nach Senor Andrade fragte.
Zum Glück war er in seinem Bureau ausgehalten worden; man führte mich sofort zu ihm.
Er schien überrascht, mich zu sehen, doch er war sofort gespannt, als ich sagte:
„Ich habe einen bestimmten Verdacht, Näheres über Despujol erfahren zu haben."
„Wirklich?" rief er erregt aus. „Wieso?"
„Jemand, den ich im Verdacht habe, mit ihm in Verbindung zu stehen, schickte heute ein dringendes Telegramm an einen gewissen Charles Nabel in Montauban in Frankreich und vereinbarte darin eine Zusammenkunft im Hotel Luxemburg m Stintes für den nach- sten Montag."
„So ist es," erwiderte ich.
®r bat mich nochmals um die Adresse, die er sich aufschrieb. Dann sagte er:
„Ich, für meine Person, bin der Ansicht, daß Ihr Verdacht unbegründet ist, Senor Garfield. Wenn man Despujol überhaupt jemals findet, dann irgendwo oben im Norden, in den Bergen."
„Warum sollte er sich nicht in Montauban aufhal- ten? fragte ich. „Nach feinem Reden zu schließen, ist er gebildeter Mensch und spricht gut französisch, so daß er sich ganz gut für einen Franzosen ausgeben tonn.
„Cfr kann sich ebensogut für einen Spanier ausgeben wie für einen Italiener, Griechen oder Franzosen, erklärte Tenor Andrade. „Da es heute nicht schwer ist, sich einen gefälschten Paß zu verschaffen, sind die Mittel zur Flucht ntürlich recht zahlreiche. Mich interes- stert aber die Person, die Sie für einen Freuich des Flüchtigen halten — wollen Sie mir nicht sagen wer das ist? '
■ Ich schüttelte den Kops und sagte lächelnd:
„Ich bin nur deshalb zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, daß ich den Verdacht habe, daß sich Despujol in Montauban aufhält."
„Sie wollen mir also nicht sagen, wer dieses Te- legramm abgeschickt hat?" fragte er enttäuscht.
„Es wurde ganz hn Geheimen ab geschickt", antwortete ich, ,cheshalb stieg mir auch der Verdacht auf. Sie können sich ja das Original amtlich verschaffen, doch es ist nur mit einem Anfangsbuchstaben unterzeichnet."
"Wie erhielten Sie Kenntnis davon?"
Feierlied in die L.
Wenn man am Führerstand der Lokomotive steht und nach vorn Ausschau hält, dann will es scheinen, als habe man eine fast schnurgerade, nur wenige sanfte Kurven enthallende Strecke vor sich. Das Bild ändert sich aber, wenn man die Linienführung nicht nur in diesen kurzen Teilen, soweit das Auge reicht, übersteht, sondern ste auf der Karte im ganzen verfolgen kann. Dann hat man eher eine Schlangenlinie als eine Gerade vor sich. Die Berliner Stadtbahn, die kuroenreichste Strecke der deutschen Reichsbahn, stellt stch auch dem Auge als eine sich ununterbrochen ringelnde Schlangen- linie bar. Merkt man es nicht bei der Vorschau ober Rückschau auf bie Strecke, so merkt man es an einem Kuriosum, bas zumal bem Nichtberliner immer wieder auffällt: Berlins Häuser, von ber Stadtbahn aus ge- ehen, scheinen nämlich schief zu stehen! Dies Kuriosum beruht auf dem Gesetz ber Fliehkraft, welche die Schwerkraft, bie uns bas Gefühl für die Senkrechte verleiht, zum Teil aufhebt, sobald wir uns mit einer gewissen Geschwindigkeit in ber Kurve bewegen. Und bies ist auf ber Berliner Stadtbahn, die mit 70 Kilo- meiern die Stunde fährt, eigentlich unablässig der Fall.
Das Eisenbahnnetz ist etwas historisch Gewor- den es. Leider, muß man sagen. Würde man bei bem heutigen Stande der Technik, befreit von der Rücksicht auf frühere technische Unvollkommenheiten, befreit vor allem von den vielerlei persönlichen, dynastischen, militärischen und staatlichen Interessen, die ehemals zu berücksichtigen waren, das Eisenbahnnetz nur nach wirtschaftlichen Grundsätzen ausführen, so würde
Der gutmütige Staat.
Zeitungen melden täglich von neuen Steuerarten.
"2ch habe nicht die Absicht, die Quelle meiner Informationen zu verraten, Senor Andrade," sagte ich überaus höflich. „Ich bin mit der Absicht nach Madrid gekommen, um ein rätselhaftes (Ereignis aufzuklären, das sich vor einigen Monaten in London zutrug.
„Das ist sehr interessant — warum haben Sie mir das nicht schon früher gesagt? " rief er aus. „Ich muß zugeben, ich habe mich schon gewundert, aus welchem Grunde Sie und Ihr Freund, Senor Hambledon, hier in Madrid blieben und noch dazu in verschiedenen Hotels wohnten. Meinen Detekttven war es schon verdächtig, daß zwei so intime Freunde wie Sie in verschiedenen Hotels logierten und sich nur im Geheimen
Ich bin die erst, die erst bin ich. Die dir ein Lied vom Frühling bringt.
Noch sind es erst einzelne Vorboten, die an diesem Marzmorgen jubilieren. Aber sie bilden den zaghaften Anfang zu dem Chor, der klingen wird durch Früh- lmgs- und Sommertage, bis der Wind über die Stoppeln geht.
Meister Buchfink hat feine Strophe vergessen. Er stottert und stammelt wie ein Schulkind, das sein Vers- lein nicht recht gelernt hat. Aber von Tag zu Tag macht er Fortschritte, und wenn die Apfelbäume blühen, wird er fein kerniges Sieb wieder schmettern und prahlend seinen bunten Hochzeitsfrack zur Schau tragen.
Mittags scheint bann die Sonne mit beinahe sommerlicher Kraft. Vor den Häusern spielen die kleinen Kinder, die wintersüber in der Stube gefangen saßen. 2tn ber Hauswand in ber prallen Sonne sitzen sie und backen Kuchen aus bem Sand, ben die Sonne schon fast gettocknet hat. Die alte Großmutter steht dabei, stützt sich dabei auf ihren Stock und schaut blinzelnd in die ungewohnte Helle.
trafen. Ich war über Ihre Zusammenkünfte und überhaupt über Ihr ganzes Tun und Treiben unterrichtet, fugte er lachend hinzu.
„Hoffentlich halten Sie mich jetzt nicht mehr für ein verdächtiges Jndividimn, Senor Andrade", rief ick ebenfalls lachend, aus.
„Nein, nein", erklärte er, „obwohl Sie ein Geheim- ms verschweigen Sie kennen den Grund, weshalb Desiupol diesen Anschlag auf Sie versuchte, und wollen chn mir nicht nennen.
„Vorläufig noch nicht," beharrte ich. „Wenn es sich Herausstellen sollte, daß Charles Nabel tatsächlich mit Desjupol wesensgleich ist, dann werde ich mit der Sprache heraus rücken."
„Versprechen Sie mir das?"
„Gewiß."
„Gut — dann will ich Auftrag geben, ihrem 23er- oachte nachzugehen, antwortete der freundliche Präsident. „Mit dem nächsten Zug fährt ein Detektiv nach Montauban, mit dem Ersuchen an das Departement Oaronne um Verhaftung des in Frage stehenden Individuums. wenn es identifiziert werden sollte.
„Ich wlll den Detektiv begleiten," erklärte ich.
„Ausgezeichnet — am besten wäre es, wenn Senoi Rivera, der Vorstand der Detekttvabtellung, selbst nach Frankreich fahren würde. Ich will ihn in seiner Wohnung an rufen."
(Er nahm den Hörer zum Ohr und sprach wenige Augenblicke später bereits mit dem Detektivchef. Als das Gespräch beendet war, sagte er:
„Tenor Rivera erwartet Sie morgen um zwei Uhr auf bem Bahnhof — der Expreßzug nach Barcelona geht um zwei Uhr fünfzehn. Von dort kommen Sie über Hirnes direkt nach Montauban. Ich hoffe, daß es Ihnen gelingen wird, den berüchtigten Despu- jsl zu verhaften."
Ich dankte ihm und erwähnte noch, daß wir auch beobachten wollten, ob er bie Verabredung hn Hotel Luxemburg in Hirnes am kommenden Montag emhol- ten würde.
„Mit wem hat er diese Verabredung getroffen?" fragte Tenor Andrade.
„Das kann ich Ihnen erst später sagen", gab ich zur Antwort. „Ich weiß, daß eine Zusammenkunft oerern-
2lm Abend sitzen die Stare wieder auf dem Kirchturm, auf dem Wetterhahn und dem Kreuz darunter, und ihr närrisches Pfeifen schallt noch über das Dorf bin, nachdem das Nachtläuten schon verklungen ist und bie Stimmen der spielenden Kinder
Vorfrühlingslage.
Man spricht von allerlei Frühlingsboten und streitet manchmal darum, welcher der erste von ihnen sei. In Wirklichkeit sind,es die Spatzen. Ein poetisch veranlagter Gemüt mag sich zwar enffetzen darüber, daß aus- gerechnet der Spatz, dieser gewöhnlichste aller Vögel, nun gar an bie erste Stelle ber Lenzoerkünder treten hkl. Aber es wird schon habet bleiben müssen. Hoch . che bie erste Meise ihr helles „Spitz die Schar" durch bie kahlen Gärten läutet, schallt morgens bei Tagesgrauen das aufgeregte Gezänk ber Spatzen. Es nimmt ocn Tag zu Tag an Hefttgkeit zu und verstummt nicht Dt ganz, wenn ein unerwarteter Schneefall uns aufs neue nt den Winter versetzt. Ende Februar, wenn die Luit anfängt, jenen weichen, schmeichelnden Hauch anzunehmen, der selbst den stumpfsten Menschen bezaubert, bann nimmt das Morgenkonzert der Spatzen an Hefttgkeit zu und steigert sich im März bis zu ohrenbetäubendem Ge- schr«, bis es bann in ber Sorge um bie Nachkommenschaft allgemach verstummt.
Die fernen Berge, die den Winter über in stumpfem Schwarz oder hn Nebel lagen, erglänzen allabendlich ht violettem Schimmer. Dann sitzen die Stare oben auf dem Kirchturmhah-n, eng aneinander geschmiegt, md ihr langgezogenes Pfeifen schallt über bas abend- kiche Dorf, bis bas Abendläuten verklingt und bie Dämmerung von ber Nacht verschlungen wird.
Auf einmal ist der März da. An den Horbfeiten ber Berghänge unb m den Gräben schimmern noch einzelne Schneereste, aber bas winterlich kahle Feld liegt wie verjüngt hn Glanz der Märzsonne, und der erste schöne Märztag eröffnet mit Sonnengold und Himmel- Mau den strahlenden Neigen ber Lenzeswonnen, bi- hoffnungsvoll vor UNS liegen.
Das ist schöner als solch ehr blauer Märztag! Wie «n holdes Wunder steht er zwischen Frühling und ®in- ter, wie ein liebliches Kindergesicht zwischen ernsten Männern.
Dann fitzt schon in der Frühe ber Star vor seinem Häuslein auf bem Birnbaum, sckstägt mit den Flügeln und fingt fein wunderliches Lieb. Dann sckftupft er Mnem, bringt vielleicht einen Halm vom vorigen Jahr heraus, läßt ihn fallen, singt »eiter und schlägt mit den Wgeln den Takt dazu.
3m Morgenrot hört man die erste Amsel. Wie ftichlich schweben ihre getragenen Weisen über das ®orf, dessen Dächer erglänzen hn Frühlicht! Gemächlich fragt ber Rauch von hundert Schornsteinen in die stille Lust, bas Gelärm ber Spatzen mischt sich mft den Geräuschen des erwachenden Tages. lieber alledem schwebt bas Lied ber Amsel wie ferner Orgelklang.
Die ersten an diesem Morgen aber waren bie Ler- 6en. Sie sind längst zurückgekehrt, aber an diesem Een Märzmorgen fingen sie zum erstenmale ihr ju- bslndes Sieb, des Herrgotts Musikanten. Mel ist von chnen gesungen und gesagt, aber von keinem besser als von Trojan:
Ein Lerchlein schwebt in klarer Luft D _ Hoch überm Ackersmann und singt:
Welch ein Leben herrscht am Bienenhaus! ___
quillt das in überstürzter Hast aus den Fluglöchern und schwingt sich zum frohen Freudetanz in die Lüfte! Und der Bienenvater steht lächelnden Angesichts dabei und genießt den Tag, an bem feine Lieblinge Auferstehung feiern, den Tag, auf den er sich gefreut hat ben langen Winter hindurch. Die Nachbarsfrau, die sich vor den Bienen fürchtet und fliehen will, nimmt er beim Arme unb führt sie vor die Stöcke, da, wo bas fröhliche ®e- wimmel am dichtesten ist, und sagt dcckei: „Nur keine Angst und ganz ruhig. Heute sticht keine Biene vor Freude, daß sie nun wieder die Sonne sehen dürfen, denn die Bienen sind Sonnenkinder mehr noch als wir. Siehst du, wie sie sich friedlich auf die Kleider und sogar in unser Gesicht setzen! Laß nur, sie fliegen schon wie- der fort, sie wollen sich nur ausruhen. „Vorsichtig geht er dann wieder mit der Frau beiseite, unb sie schaut staunend unb halb ungläubig auf ben Alten, indes die Bienen sich fummend von ihrem Kleid und von ihrem
soll das nur stehenbleiben? Einkommen-. ®e> Erbschasts-, Umsatzsteuer — gut — damit haben wir uns abgefunden und jeder von uns hat nur den bescheidenen Wunsch, daß er vier Millionen Steuern dieser Art bezahlen könnte.
„Sie wissen also Näheres über ben Mann, ber bissen teuflischen Anschlag gegen ihr Leben verübte!", bemerkte er. „Und Sie vermuten, baß dieser Charles I Habet in Montauban der Flüchtling fft, nicht?"
Pflügender Bauer.
Sonne flimmert überm Land, Bräunet meine Arbeitshand.
Lerchen fingen hoch im Blau;
Demantrein glänzt rings der Tau,
- Das Gift.
Roman von WMam Ls Queux.
15] ---------
des bisher abgebrutffen Romanabschnittes.
Den Ausgangspunkt ber Handlung bildet ein merkwürdiger Vorfall, der einem jungen englischen Ingenieur namens Garfield im Hause des Londoner Millionärs Oswald de Gex begcg» Während er sich mit bem Hausherrn unter- halt, ertönt plötzlich ein Schrei aus bem Heben- öwmier. Osroalb be Gex, ber sofort hinausstürzt, wit ber Nachricht zurück, daß soeben seine -ittchte Gabriele Enaledue einem Herz- |a)Iag erlegen sei. ©arfielb läßt sich bewegen, «nen Totenschein über Gabriele zu unterschreiben. Kurz darauf schwinden ihm die Sinne. Einige Wochen später findet er sich in einem Hospital ■ w Frankreich wieder. Erst ganz langsam kehrt ote Erinnerung an bas Geschehene zurück, bas er kUramit ollen Mitteln aufzuklären sucht. Er folgt P? ®eE nach Florenz und fordert von ihm Rechen- I^ost. Doch dieser will von nichts wissen und weist ,hn ab. Zufällig begegnet er einige Tage JPater einer Dame, die der totgeglaubten Gabriele ft"Sledue aufs Haar gleicht. Ihr Begleiter ist ein gewisser Arzt mit Namen Moroni, der Mch in Beziehungen zu Oswald de Gex steht. Bald wird es Garfield zur Gewißheit, daß es Nch um die Totgeglaubte handelt. Nach ihrer -nuckkehr nach London sucht er sie dort auf. Bei otejer Gelegenheit erfährt er Näheres über bas leitsarne Ereignis, bas ber jungen Dame — sie «vnnt sich Gabriele Tennison — zugestoßen qt. Seitdem hat sie ihr Gedächtnis vollkommen verloren. Das Datum des rätselhaften Gescheh- {"lies stimmt mit bem merkwürbigen Erlebnis bs genau überein. Eine gewisse Rolle >sf.öIr seltsamen Angelegenheit scheint ein fron- solcher Bankbeamter namens Suzor zu spie- sen- Garfield folgt ihm, begleitet von seinem ”;®u"b Harry Hombledon, bei einer Reise si?ch Paris und von dort nach Madrid. Während Xnes Aufenthaltes in Madrid macht Garfield
Nachts in seinem Hotelzimmer eine seltsame . ^wdeckung, aus ber hersorgeht, daß man einen
man bie Eisenbahn einfach in Luftlinien bauen könnte, aber ein Vergleich mit den Lustfahrtstrecken läßt doch in etwa erkennen, daß ein weit rationelleres Eisenbahnnetz, besonders auch eine andere Verteilung von Haupt- und Nebenstrecken, denkbar wäre. Nicht nur bie Verringerung ber Betriebsunkosten unb damit der Fahrpreise n . . , ± .... । und Frachtsätze, sondern auch der Zeitverlust ist nicht
Und doch ist er gutmutig. | gering zu veranschlagen.
Er laßt uns noch viele Genüsse ohne Steuern — mir I Anders machte es dr russische Zar, als ihm der Plan surfen im Sonnenschein wandeln — wir dürfen in diesen I zu einer Bahn zwischen Petersburg und Mos- yerrlichen Vorfruhlingstagen das Knospen der Bäume, ! k a u seinerzeit vorgelegt wurde. Die Ingenieure hatten oen zarten Hauch über dem erwachenden Tal und des I höchst sorgsam eine Streckenführung unter Berücksichti- jitonöes Silberschein auf dem glitzernden Flusse sehen. I gung des Geländes, der Wünsche der Großgrundbesitzer
Noch hat ber Staat ein Herz, ein gutes Herz für I unb ber größeren Stöbte ausgearbeitet. Das sumpfige t oft en f ofen Genuß ber Poesie! — Wie lange I Gelände um den Wolchowsluß hatten sie umgangen, noc9 ’ Karl Theodor Hannen. I ebenso die Waldaihöhen. Der Zar aber machte ihnen im
I wahrsten Sinne des Wortes einen Strich durch die ♦ ■ x _ _ | Rechnung. Er nahm ein Lineal, zog eine gerade
____Linie zwischen Petersburg und Moskau und sagte ein- UUVlUlU UC9 »°ch- "So geht bis Bahn." Keine Einwendungen wur-
’ * *•’***'**"" ywKSP* I ben mehr zugelassen. So verzweifelt die Ingenieure
Berlin ans der Kurve aeleüen __ Coittiiei < waren, es half ihnen nichts; sie mußten die Bahn ohne
II™— boykottiert. — 20 Prozent W Rücksicht durch bie Sümpfe und über bie Höhen
«mwege. — Vie Eisenbahn nach dem Lineal. — Quer über ben führen. Unb die Bahn Petersburg—Moskau ist benn
Srtfifo» UOer OeN auch bie gerabefte Strecke der Welt.
' llf ÖttlCC 2tOf. I Aehnlich rücksichtslos und dennoch richtig verfuhr man
KÄ“"’ °*1M5
EisenbahnanickluK erhXn'In£"6re,$e" m°nn® .Sporte, amerifa zurückzulegen haben, spielt bie Abkürzung ber
einem nrn6»» m erhalten, flugs mürbe bte Lime IN I Fahrstrecke ja eine viel größere Rolle als bet uns Die
rin^eiS ^Ä" 3U ^"geführt; dort ließ „birect roab" ist dort ein Schlagmort ersten Ranges!
dingung durch fein (Münde kaen^^nsV"^ rl T’ in ber Linienführung der Northern Pacific
scheuft man sich" vorhin 'br berührt mürbe; hier bayerischen Mei^pftlz hat.' Die alt^Bahnlinft^umgi'ng auch Gelandeschwierigketten. Ja, aber in Wirklichkeit immerhin einen Umrneq von etwa
rigeres (Ste unb arofiT Ummeae f4roic' 2°? Kilometern. Berechnungen ergaben, daß bie lieber-
um eine arohe Ä 9 $auf *- nur bruckung des Großen Salzsees, mochte sie noch so kost-
tat ber ffifenhnhn s.ch°d'gen unb sie um bte Wohl- I fpiefig fein, immer noch billiger als biefer Umweg nmr ba$ntrTq ?n”brantie 9um Und so hat man benn bie Eisenbahnstrecke einfach em
Jahrhunderts9 zwischen Preußen unb ^^^ee hindurchgeführt. Gewaltige Konstruktiv.
Preußen griff Sachsen an seiner empfindlichsten Stelle I i.u>u an, ter zur preußischen Grenze vorgeschobenen Stadt | Zug Seipjig Unb suchte diese ganz systematisch auszu- 1 ' galten, tnbem es bie Eisenbahnlinie trotz des fchwie- ngeren^Thiiringer Geländes an Leipzig vorbeiführte, hauptsächlich über Halle. Wer die Eisenbahnkarte auf- merksam verfolgt, kann heute noch erkennen, daß Leip, zig eigentlich abseits der von Berlin nach Süden und Sudwesten führenden Linien liegt und nur mittels einer Abzweigung von Bitterfeld aus erreicht wird. Und wenn der Fernverkehr von Berlin nach ber Schweiz heute hauptsächlich über Frankfurt—Basel geht statt über Leipzig—Nürnberg-Augsburg, obgleich bie letzte «trecke um etwa 150 Kilometer kürzer ist, so ist dies
Anschlag auf sein Leben versucht hat. Ein ge- i wisser Rodriguez, einer ber gefährlicksten Verbrecher hat seine Hand babei im Spiele. Man hatte vergiftete Reißnägel vor sein Bett gelegt. Nach dem Gutachten eines berühmten Forschers hatte man ein Gift verwendet, das, wenn es nicht sofort tötete, dieselben Wirkungen zeigte, die Garfield an sich selbst und an Gabriele Engledue beobachtet hatte. De Gex mußte also gemerkt haben, daß er überwacht wurde. Er hatte den Verbrecher gedungen, um Garfield zu beseittgen. Der junge Ingenieur blieb trotzdem in Madrid beauftragte aber einen Prioattektektiv mit ber lieber-