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Missionsgedanko und die Missionsarbeit ist und wie keiner sich von der Mitarbeit hierin eigentlich ausschlie-

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Der allgemeine Aufschwung des kirchlichen Lebens in China wird begleitet von einem Aufstieg des franziska­nischen Lebens. In der letzten Zeit ging man daran, überall in China auch Aufnahmen in den ersten Orden zuzulassen und dementsprechend Noviziats- und Stu- dienhäufer zu errichten. Bekannt ist, daß von den 6 ersten jüngst geweihten Bischöfen 2 Franziskaner waren. In einem Vikariat (Tai Man Fu) wurden vom August 1925 bis zum Januar 1929 allein 60 Chinesen als Franziskaner eingekleidet, 44 Priesterkandidaten und 16 Laienbrüder, die bis auf 3 alle ausharrten. 20 No­vizen geschart um ihren Novizenmeister zeigt ein Bild aus diesem Vikariat vom vergangenen Jahr, ein Bild, das den Neid mancher Provinz in christlichen Ländern erwecken könnte.

Eine einheitliche Spitze hat die Organisation der Kirche in Cbina in dem Avostolischen Delegaten Erzbi­schof C o n st a n t i n i. Entsprechend wurde im o»r- gangenen Jahr auch ein Oberer für alle Franziskaner Chinas als Delegatus Generalis von der Ordensleitung in Rom ernannt. Auck katboliscbe Aktion ist in China kein unbekannter Begriff. Der Aufruf des Hl. Vater' zur Betätigung in diesem Sinn hat besonders einen Zu­sammenschluß der katholislben Jugend Chinas gebracht, die nun auch eine eigene Zeitschrift ins Leben rief.

Eine andere neue gut und reich ausgestattete Zeit- sibrift wurde eben vorgelegt: „Avostolicum", Oraan für alle Franziskaner Chinas. In lateiniscker Sprache herausgegebcn, will sie paltoral-wisfenschaftlich« und aszetische Anregung geben und ein einigendes Bond um die auf ein weites Gebiet zerstreuten, verschiedenen Ländern entstammenden Ordensbrüder schlingen, die doch alle das gleiche Siel verfolgen und unter ähnlicher Verbältniilen zu arbeiten haben.

So gibt eine Betrachtung des Standes des kirchli­chen Lebens im fernen Osten guten Grund der weiteren Entwicklung mit großer Zuversicht entgegenzusehen Wohl steht eine schwere Arbeit noch bevor in dem 400 Millionen-Volk, ober es geht doch aufwärts und merk­lich aufwärts. Morgenrot katholckches Morgenrot und auch franziskanisches Morgenrot ist es. das von drü­ben herüberleuchtet — hinein in unser Land mit feiner Abkebr vom Ebristentum. „Vielleicht", so hat schon ei­ner bei dieser Betrachtung geweint, „kommen eines Ta­ges chinesische Priester, chinesische Franziskaner als Millionäre nach Europa."

Eines ist sicher. Die göttliche Vorsehung bereitet immer wieder neuen Boden für das Christentum, wenn es in einem Lande zurückgeht. Und ein anderes wird M diesen Erwägungen auch klar: Wie wichtig doch der *

Katholisches Morgenrot im fernen Osten.

An der Mission des fernen Ostens haben die Fra n- ? i s k a n e r wie in der Geschichte so mich heute einen beträchtlichen Anteil. Schon im 13. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Stiftung des Ordens, kamen Franzis­kaner als erste katholische Glaubensboten nach China. Besonders erwähnenswert ist unter diesen der Sei. Johannes a Monte Corvino, dessen 600. Todestag vor 2 Jahren gefeiert wurde. Mit außerordentlichem Er­folg wirkte er in Peking, so daß Papst Clemens V. ihm ! 1307 sieben Franziskanerbischöfe nach China nachsandt», wit dem Auftrag, ihn zum Erzbischof zu wechen und bie Früchte seiner Arbeit sichern und fördern zu Hel­sen.

. Heute unterstehen der Leitung von Franziskanern w China 13 Diözesansprengel (10 Apostolische Vikariate uno 3 Apostolische Präfekturen), in denen 365 Fran­ziskaner neben 171 einheimischen Priestern, die zumeist oem 3. Orden angehören, wirken. 8 verschiedenen Na- wnen gehören die Ordensprovinzen an, denen diese -bcissionsgebiete anoertraut sind. Wenn wir Japan "och hinzunehmen, dann können wir feststellen, daß alle Witschen Ordensprovinzen und auch noch die Tiroler Ssskanerprovinz an der Mission des fernen Orients

gt sind. 325315 Katholiken und 136 000 Kate- Mimenen treffen auf dieses von den Franziskanern be­reute Gebiet, neben 72 Millionen Heiden.

’ Aus eigener Erfahrung ist uns bekannt, wie gerade n,Cr jetziger Hl. Vater bestrebt ist, die Verselbständi- »ung der Missionsgebiete zu fördern. Sobald es nur st u' Ö2r einheimische Klerus sich auf eigene Füße lallen. ®ie er dabei vor allem an den Orient dachte, Zeigte die Weihe von 6 chinesischen Bischöfen, die i?” Vater vor einigen Jahren selber vornahm. Weist °uch der einheimische Klerus in China bereits eine n»rrJtarfe ?>uhl auf. 1920 standen schon fast 1000 chi- ”ldse Pri-ster neben 1365 eurooäischen. In der Zwi- ^cknzeit sind beide Zahlen beträchtlich gewachsen.

sind schon eine Reihe von Diözesen abgetrennt befr n> Um Don einheimischen Priestern und Bischöfen tz^eut und geleitet zu werden. Für die Heranbildung ta?. Nachwuchses bestehen in verschiedenen Gegenden . ^ulseminare, in denen die Priesterkandidaten je- terr 1 mef,rtr6r Apostolischer Vikariate zusammen um werden. So wurden in den letzten Jahren für E^^lranziskanervikariate 3 solcher Zentralseminarien

Zeit, in der die gefährlichste Fehlentwicklung 'ich vollziehen kann. Die religiöse Erziehung darf nicht da aufhören, wo es sich darum handelt, katho­lische Grundsätze im Wirtschafts­leben zu erproben, dieses Leben mit den Lehren christlicher Weltanschauung zu befruchten.

In Bayern und Boden haben die Fort- bildungs-, Berufs- und Fachschulen den Religions­unterricht als Pflichtfach, in W ü r t t e m b e r g ist er nur in den Fortbildungsschulen eingeführt, in den anderen Ländern muß er noch erkämpft wer­den.

Neben Baden hat nur Bayern ähnliche Ver­hältnisse erkämpft, Württemberg hat den Religions­unterricht zwar in den Fortbildungsschulen, nicht aber in den Fachschulen. Das größte deutsche Land, Preußen, beruft sich trotz der eingangs erwähn­ten Bestimmungen der Reichsverfassung heute noch auf einen Ministerialerlaß vom 26. März 1897, der zum Ausdruck bringt, daß<tie Aufnahme des Religionsunterrichts in den Lehr- und Stunden­plan der gewerblichen und ländlichen Fortbildungs­schulen nicht möglich,?) sei. In Preußen sind die Verhältnisse der Einführung des Religions­unterrichts gegenwärtig besonders günstig, der Be- ruksschuluntrrricht soll von 6 auf 8 Wochenstundrn erhöht werden. Davon muß eine für den Reli­gionsunterricht als Pflichtunterricht eingeführt wer­den. Hat aber Preußen den Religionsunterricht eingeführt, dann können die übrigen Länder nicht Zurückbleiben. Was in Boden und Bayern mögllch ist, in Württemberg teilweise schon erkämpft ist, muß auch in Preußen und den übrigen Ländern erreichbar sein.

Welche Erfahrungen wurden in Vaden mit dem Religionsunterricht als Pflichtfach gemacht?

Er hat sich durchaus bewährt. Abmeldungen vom Religionsunterricht find äußerst seltene Aus­nahmen. Die Schüler haben Freude an der reli­giösen Weiterbildung, es ist offenbar, daß hier eine Lücke im Geistes- und Seelen­leben ausgefüllt wurde. Auch die Religions­lehrer äußern sich befriedigt, ja vielfach geradezu begeistert über ihre Lehrtätigkeit und Lehrerfolge.

Warum bekämpfen die Gegner diese Schule als Konfessionsschule? Ist das, was sie wollen, die moralische Bildung und staatsbürgerliche Erziehung der Jugend mit Ausschluß der religiösen nicht etn-a eine einseitige Konfessionolisierung der Schule? E s gibt keine konfessionslose Schule! Entweder erzieht man die Jugend in einer reli­giösen Konfession oder man formt und gestaltet ihre Seele in der Konfession des Liberalismus oder So­zialismus, des Nationalismus oder Kommunismus als Weltanschauung. Wir katholischen Eltern müs­sen mit allen Mitteln eine Schule bekämpfen, in der unsere Kinder der Religion entfremdet oder gar im Gegensatz zu ihr erzogen werden.

Die Berufsschule muß die ins Getriebe der heu­tigen Wirtschaft übertretende Jugend so festigen, daß sie nicht bedroht werden kann von jener ver­hängnisvollen materialistischen Verschüt­tung der reli gi 8 s-sittli chen K rä fte, von der wir leider immer wieder hören und lesen, daß sie viel mehr Krast und Mut besitzt, mitzu- arbeiten an der Kultivierung unserer Wirtschaftsmoral und

einer Lebensform, die Golk und Mensch wieder in die Mille der well stelll.

Die Stadt Fulda hat vor zwei Jahren den Re­ligionsunterricht in den Berufsschulen auf ihre Ko­sten eingeführt. Was in Fulda möglich war, weil die christlichen Parteien die unbedingte Mehrheit haben, wird in arideren Städten, wo die liberalen und Sozialisten die Herrschaft haben, nicht leicht

katholisches Leben in New York 11. S. A.

(Schluß).

Hatte ich fo gleich in den ersten Tagen von dem religiösen Leben hier, soweit ich Gelegenheit hatte, es zu beobachten, die besten Eindrücke emp­fangen, so wurden diese noch erheblich gesteigert am folgenden Sonntag, und znrar in der Nacht. Man erzählte mir, daß jeden Sonntag, morgens 2.30 Uhr eine heilige Messe stattfmde und daß sie sehr gut besucht werde. Natürlich beschloß ich so­fort, mich durch eigenen Augenschein davon zu überzeugen. Als ich zeitig meine Nachtruhe unter­brach, bemerkte ich von meinem an der Straße gelegenen Zimmer, daß bereits zahlreiche Gläu­bige von der hell erleuchteten Straße in die Kirche eilten: manche kamen auch mit Autos heran, was freilich im Lande des Henry Ford nichts Un­gewöhnliches ist. Heute stand neben dem Eingänge der Kirchentüre ein Bruder oder ein weltlicher Laie, und jeder, der einen Sitzplatz einnehmen wollte, und das wollten sie alle, mußte zehn Cent bezahlen. Bei der Trennung von Kirche und Staat bildet das hier eine notwendige Einnahmequelle die als eine Selbstverständlichkeit betrachtet wird. Als ich die Orgelempore betrat, sah ich die Kirche schon zur Hälfte mit Gläubigen gefüllt. Andere kamen noch, so daß die Bänke bei Beginn der Messe fast vollständig besetzt waren. Wer später kam dem wiesen Männer, die etwa die Stelle unserer „Schweizer" versehen, aber nicht wie diese in der bekannten gravitätischen Haltung und mit Amts­miene, den einzelnen einen Platz an, der noch irgendwo frei war, oder sie holten aus den Ecken neben den Beichtstühlen kleine Faltstühle hervor. Ms P. Guardian Mathias, der ständig diese Nachtmesse hält, die Sakristei verließ, erhob sich die ganze Gemeinde wie ein Mann, die Orgel setzte ein, und bald ertönten wieder englische Lieder mit deutschen Melodien. Nach dem Evangelium hielt P. Mathias eine Predigt. Ich schaute auf meine Uhr. Als er geendet hatte, wiederum. Es waren genau fünf Minuten. Daß diese „Fünf- Minuten-Predigten" meistens eine längere Dor-

Sonntag Quinquagesima.

Eingangslied: Ps. 30, 3—4.

Sei mir ein Schirmgott und eine Freistatt, rette Mich. Denn meine Feste, meine Zuflucht bist du. Um deines Namens willen wirft du mir Führer iein und mich nähren. (Ps. ebb. 2.) Auf dich, o Herr, vertraue ich; ich werde ewig nicht zu Schaden. Du bist gerecht, so befreie mich und rette mich.

Epistel: 1. stör. 13, 1—13.

Brüder! Wenn ich die Sprache der Menschen und der Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, ■o wäre ich wie ein tönendes Erz oder eine klin­gende Schelle. Und wenn ich die Gabe der Weis­sagungen hätte und alle Geheimnisse wüßte und alle Wissenschaft besäße, und wenn ich eine Glau­benskraft hätte, daß ich Berge versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Annen austeilte und meinen Leib zum Verbrennen Hingabe, hätte aber die Liebs nicht, so nützte es mir nichts. Die Liebe ist lang­mütig, ist gütig; die Liebe beneidet nicht, handelt nicht unbescheiden, bläht sich nicht auf; sie ist nicht ehrgeizig, nicht selbstsüchtig, sie läßt sich nicht er­bittern, sie denkt nichts Arges; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, hat vielmehr Freude an der Wahrheit; fit erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, duldet alles. Die Liebe vergeht nie, auch wenn die Weissagungen aufhören, die Sprachen ein Ende nehmen und die Wissenschaft vergeht. Denn Stückwerk ist unser Erkennen und Stückwerk unser Weissagen. Kommt aber das Vollkommene, jo hört das Stückwerk auf. Als ich noch ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte ich wie ein Kind, urteilte ich wie ein Kind; als ich ober ein Mann geworden, legte ich das Kindhafte ab. Jetzt sehen wir wie durch einen Spiegel, rätselhaft, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann ober werde ich ganz erkennen, so wie man mich erkennt. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, dieje drei; am größten von ihnen aber ist d i e Liebe.

Elternrecht und Berufsschule.

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Oberregierungsrat Engelbert Bohn, Karlsruhe.

Durch die Reichsverfassung ist das Recht der Eltern auf die Bestimmung, in welcher Weise ihre Kinder erzogen werden sollen, anerkannt. Aber diese Anerkennung schließt leider noch nicht die Ge­währ in sich, daß die Bestimmungen auch in die Tat umgesetzt werden. Wrr sehen mit großer S ge, daß heute wichtige Glieder des öffentlichen Schulwesens, nämlich die Fortbildungs-, die Be­rufs- und Fachschulen ihr»n Schülern die religiöse Unterweisung versagt. Wir katholische El­tern wollen aber neben der beruf­lichen Schulung der Kinder vor al­lem die Sicher st ellung der im Eltern­haus und der Schule grundgelegten religiösen Erziehung. Warum sollen die Be­rufsschulen nicht auch den höheren Unterricht in den religiösen Kenntnissen und Lebensfragen er­halten, der den Schülern der Höheren Lehranstal­ten selbstverständlich zuteil wird? Bedarf des Re­ligionsunterrichts nicht in erster Linie die be­rufstätige Jugend, die in eine Umwelt hinein- gestellt ist, die mit ihrer Arbeitsteilung, ihrer Pro­duktion am fließenden Band, ihrem Hasten und ihrem Streben nach Gewinn den Menschen zu ent- seelen droht? Hier tut religiöse Ausbildung vor allem not, auch deswegen, weil der Fortbildungs- 'chulpflichtige sich im Reifealter befindet, in der Bett der ergreifendsten Entwicklung, aber auch der

liehen Jahren wurde dieser Text auf offenen Post­karten (Jreidenkerserie) verbreitet. Und seither habe ich dies und ähnliche Freidenker-Vaterunser schon wiederholt aus dem Munde derKindersteunde- kinder gehört, die man auch ganz den Freiden- fern ausliefert. Man findet also solche Verhöh­nung ganz in Ordnung, fördert sie sogar bei Kin­dern. Vorkommnisse ähnlicher Natur ereignen sich immer wieder und sind ein trauriger Grad­messer für die geistige Höhe der Freidenker Mit­teleuropas. ,

Angesichts solch unqualifizierbarer Handlungs­und Kämpfesweise verliert man den Glauben, die Freidenker stünden in wirklich sachlicher Gegner­schaft zur Religion. Nein, sie wollen nur die Ver­höhnung, die Lächerlichmachnng alles Hohen und Heiligen. Daß dort und da im stillen Kämmer­lein ober unter vier Augen auch von Freidenkern dies Vorgehen verurteilt wird, ändert nichts an der allgemein festgestellten Tatsache, sondern be­weist nur, daß die ruhigeren Elemente gänzlich außerstande sind, den Mob des freien Gedankens aus feiner beherrschenden Stellung zu verdrängen. Uebrigens stehen Schrifttum undVersammlungs- referate der proletarischen Freidenker schon seit Jahren auf dem gleich niedrigen Niveau. Blinder, grenzenloser Haß diktiert und bestimmt auch hier die Haltung gegenüber der Religion, Lüge, Ver­leumdung und Pöbelei beherrschen fast überall das das Feld.

Katholische Welt.

Die katholische Kirche in den vereinigten Staaten.

Die Einwanderung in die Vereinigten Staaten, die dem Katholizismus jedes Jahre eine bedeutende Anzahl neuer Anhänger zuführte, hat in der letzten Zeit st a r k n a ch g e l a f f e n. Die Zunahme der Katholiken beschränkt sich jetzt darum hauptsächlich auf die Geburten. In einzelnen Pro­vinzen, wie in Neu-England, wo die Rosse der Ponkees infolge Geburtenrückgang zusehends ab­nimmt, haben die katholischen Familien zahlreiche Geburten zu verzeichnen. Allgemein, selbst von be­deutenden und aufrichtig gesinnten Protestanten, wird zugegeben, daß der Katholizismus heute die stärkste geistige Macht in den Vereinigten Staaten ist und die fähig sei, den ständig wachsen­den Strom des Amoralismus und religiösen Skep­tizismus einzudämmen.

Die Mehrzahl der Katholiken aber, auch der Klerus, find sich der großen Rolle, die die katho­lische Kirche heute zu spielen hat, nicht bewußt. Zwor umfaßt sie zahlreiche Schulen und pracht­volle Krankenhäuser. Aber das genügt nicht. Um erfolgreich bis zu den Massen vorzudringen, bedarf es einer ausgedehnten Presse. Erst ein einziger kleiner Staat, Georgia,' hat diese Notwendigkeit begriffen und hat heute bereits mit diesem Aposto­lat einen nennenswerten Erfolg zu verzeichnen. Auch die Schaffung neuer Missicnsgesellschasten wäre er­forderlich, die sich ausschließlich der Evangelisie­rung der Nichtkatholiken, einschließlich der Neger, widmen würden. Hierzu wären die Laien heran- zuziehen, die nach dem Beispiel protestantischer Länder hauptsächlich Vorträge und Predigten im Freien abhielten. Sehr gute Erfolge hat man in Pittsburg erzielt, wo man in den großen Tages­zeitungen in Form bezahlter Inserate katholische Propagandaartikel veröffentlicht hat. Das große Hebet in den Bereinigten Staaten wie überall be­steht darin, daß die Mehrzahl der Katholiken sich damit begnügt, ihre Religion still und fried­lich auszuüben, ohne sich ihrer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewußt zu werden. In dieser Beziehung, so bekannte kürzlich die ka­tholische Zeitschrift „America", steht Amerika weil hinter Frankreich), Spanien, Velgien, Italien uni Deutschland zurück.

bereitung erfordern als eine Predigt von 20 Mi­nuten, brauche ich nicht erst den Predigern zu fegen. Schnell schritt die heilige Handlung voran. Nach der Wandlung kam ein Pater aus der Sakristei, trat an den Altar und teilte die heilige Kommu­nion aus, und da der Kommunikanten viele waren, wurde er nach der Kommunion des Priesters von diesem unterstützt. Ohne merllich zu eilen, voll­endete der Priester das heilige Opfer. Ich sah zum dritten Mal nach der Uhr. Die Messe hatte einschließlich der Predigt 30 Minuten gedauert. Nicht ohne tiefe innere Ergriffenheit habe ich diese« Nachtmesse in Neuyork beigewohnt.

Eine meiner ersten Fragen am anderen Morgen war, aus welcher Volksklasse sich denn die Besucher dieser Messe zusammensrtzen. Ursprünglich, so er­widerte mir Pater Guardian Mathias, ist sie ein- qeführt, um den zahlreichen in der Nähe wohnen­den Druckern Gelegenheit zu bieten, ihrer Sonn« tagspslicht zu genügen, weil sie bis in die Nacht arbeiten müssen. Sie hat aber solchen Anklang ge­sunden, daß sie heute besucht wird vom Ober­bürgermeister Walker bis zum letzten Auwlenker, von der Primadonna unserer Theater bis zum letzten Dienstmädchen der Riesenhvtels. Die letzten Vorstellungen in den Theatern beginnen nämlich erst um 12 Uhr nachts. Nach Schluß der Vorstel­lung werfen manche Schauspieler und Schauspiele­rinnen einen großen Mantel um und wohnen der heiligen Messe bei; ebenso machen es manche hohe und höchste Beamte, die am Samstagabend viel­leicht einem Essen ober einer Versammlung bei­gewohnt haben.

Die Kirche saßt wohl tausend Personen. Sie genügt daher an Sonntagen schon lange nicht mehr dem Zudrange der Gläubigen. Der gegen­wärtige Guardian hatte sich daher entschlossen, eine Unterkirche anzulegen. Gerade in den Tagen meiner Anwesenheit war sie im Wesentlichen voll­endet und konnte am Feste Allerheiligen, das hier zwar kein öffentlicher Feiertag ist, aber die Bei­wohnung einer Messe verlangt, zum ersten Male benutzt werden. Man rief mich kurz nach 12 Uhr mittags herab in diese Unterkirche. Ein merk würdiges Schauspiel! Die Oberkirche bis auf den letzten Platz gefüllt und ebenso die Unterkirche. Oben lautet kräftiger Gesang, unten tiefes Schwei­

durchgesetzt werden können, solange keine staatliche Regeinng des Religionsunterrichts in den Berufs­und Fachschulen erreicht ist).

Der Kirch ensturm in Rußland.

„Für ein gottloses Moskau und ein gottloses Bauerntum". — In Moskau find 73 Kirchen geschloffen. — Der Oslersturm gegen die Kirche soll am 15. Mürz beginnen.

Anläßlich der Proteste des Hl. Vaters und der europäischen Kirchenfürsten gegen die unerhörten religiösen Verfolgungen in Sowjetrußland tagte in Moskau wieder einmal ein Kongreß der berüch­tigten „Gottlosen". Die Tagung stand unter dem Motto: „Für ein gottloses Moskau und eine gott­lose Kollektivierung der Dörfer!" Polidarow er­öffnete die Sitzung mit einer aufhetzenden Rede gegen die Religion und forderte die Gottlosen auf, „nicht auf eigene Faust, sondern Hand in Hand mit der kommunistischen Proletarierpartei den Feldzug gegen Gott und die Kulaken zu führen! Es wurde beschlossen, besondere „gottlose Stoß­trupps" aus Jungkommunisten zu bilden und diele Stoßtrupps nach sorgfältig ausgearbeiteten Plänen über das flache Land zu verbreiten, um in den Dörfern „die Religion endgültig auszumerzen".

Ferner wurden neue Richtlinien für die Be­kämpfung des christlichen Osterfestes ausgearbeitet und der Vorsatz gefaßt, die religiöse Begehung des Osterfestes unter Aufbietung aller Kräfte der Gott­losen unmöglich zum achen. Der Ostersturm gegen die Religion soll am 15, März beginnen, und zwar in einer Form, „wie sie die Welt noch nicht erlebt hat". Dann forderte der Kongreß in erster Linie von der Regierung eine allgemeine Schlie­ßung sämtlicher Kirchen und Vethäuser, die bis Ostern wenigstens in Moskau durchzuführen sei. „Die Kampagne gegen die Religion wird immer noch viel zu nachsichtig geführt", erklärte einer der Redner, „und es wird allmählich Zeit, zum rück­sichtslosen Schlage auszuholen. Im Laufe der letz­ten zwölf Monate sind in Moskau 73 Kirchen ge­schlossen, was gewiß zu begrüßen ist, aber keines­wegs ausreicht, der Religion das Genick zu brechen. Die Religion kann nur dann mundtot gemacht wer­den, wenn alle Kirchen und Bethäufer geschlossen sind."

Zum Schluß der Konferenz erklärten die Gott­losen, den Kampf gegen die Religion schärfer denn je führen zu wollen. Sie würden nicht eher ruhen, als bis die letzte „Opiumhöhle der Pfaffen" ge» schloffen sei. Das Hauptguartier der Gottlosen soll in Zukunft in der Moskauer Choralsynagoge unter­gebracht werden.

Freidenkerisches „Vaterunser".

Eine Blasphemie.

In feiner Artikelserie über die Freidenkerbe­wegung, die der beste Kenner dieses Themas, Pa­ter Zyrill Fischer O. F. M., laufend in der be­kannten Wochenschrift „Das Neue Reich" (Tyrolia, Wien) veröffentlicht, schrerbt Pater Fischer u. a: Hatten diese Herrschaften auch nur ein Fünkchen Achtung vor der Ueberzeugung anderer, sie wür­den es nie und nimmer gestatten, daß beispiels­weise das Vaterunser, oas einigen hundert Mil­lionen Menschen heilig ist, in folgender Weise per­sifliert wird: „Erde! Unsere Erde, du bist uns der Himmel. Gelobt sei dein Name. Zukomme al­len dein Reichtum. Der Wille der Guten unt> Besten geschehe. Gib uns, o Erde, das tägliche Brot und vergibt denen, die dich in Blindheit ver­kennen . Fallet nicht in die Versuchung überirdi­scher Hoffnungen, sondern erlöset euch vor dem Uebel aller geistesgeknechteten Religionen. Amen!" Man sage nicht, das ist eine Entgleisung. Bor et-