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FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Ilr. 46

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- " leituna J152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Dienstag, 25. Februar 1930.

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57. Zahrg.

Klrchenversolgungu.reli8iöserSozlalismus

Mit dem religiösen Sozialismus ist es eine eigen­tümliche Sache. Härt man den einzelnen Anhän­ger sprechen, so kann man mitunter glauben, es mit einem wirklich ideal Denkenden zu tun zu haben, der ehrlich zur Religion, wenigstens wie er sie aus­saßt, steht und nur eben das Christentum, womit dann jede christliche Kirche gemeint ist, verdammt. Erlösung der Religion oom Christentum — das ist so ein beliebtes Schlagwort. Immerhin, man könnte vor diesen vielleicht redlich Suchenden Ach­tung haben. Anders wird die Sache schon, wenn man sich die einschlägigen Bekenntnisse der 2Iugu=. ren ansieht. Was Dr. Breitscheid und der preu­ßische Ministerpräsident Braun auf dem jüngsten Parteitag in Magdeburg zu religiösen Dingen ge­sagt haben, war schon recht peinlich. Und von dem eigentlichen Führer der religiösen Sozialisten, Otto Bauer, wissen wir ja, daß ihm die Religion als ein Laster der Unterdrückten gerade gut genug ist, und der neunmal geheiligte Sozialismus in seiner reinsten Gestaltung sie dereinst nicht mehr kennen wird. Run, so weit sind wir noch nicht.

Unsere Aufgabe ist es, immer wieder vor die­ser, in den Aeußerungen Bauers enthaltenen Ver­logenheit zu warnen und Leichtgläubige auf die Fußangeln hinzuweisen, mit denen die Sozialdemo­kratie christliche Menschen für ihre Parteizwecke festzulegen bestrebt ist. Es gibt keinen religiösen Sozialismus in dem Sinne, daß etwa ein gläubi­ger Katholik Anhänger der Sozialdemokratie jein imd in ihren Gruppen stehen könnte, ohne an sei­ner Religion schaden zu leiden. Den besten Be­weis hierfür bildet die neueste Nummer des vom Bund religiöser Sozialisten Deutschlands heravs- gegebenen „Sonntagsblattes des arbeitenden Vol­kes", das Pfarrer Eckert in Mannheim redigiert. Unter der bezeichnenden Ueberschrift „Kirchlicher Generalangriff gegen die Sowjetunion?" setzt er sich mit Nachrichten über die Kirchenverfolgung in Rußland auseinander, und wiewohl er betont, fein Kommunist zu fein, findet er für die kommunisti­schen Greuel so viele plausible Erklärungen, daß man sich erschrocken fragt, wie kann denn von die­ser Seite überhaupt noch der Anspruch auf reli­giöse Gesinnung erhoben werden? Dieser Pfarrer Eckert ist kein Beliebiger^ sondern ein Wort- und Federführer der Bewegung. Aber er sagt zu dem Briefe des Papstes an Kardinal Pompili: „Wir können nicht in diese ganz allgemeine Verdammung des Bolschewismus einstimmen". Beim Lesen des „konzentrischen Angriffs der Kirchen" gegen die „Scheußlichkeiten des Bolschewismus" — die Gänsefüßchen setzt Pfarrer Eckart — kann man den starken Eindruck nicht loswerden, daß da viel Un­klarheit, schlechte Information, vielleicht auch tende- ziöse Verzerrung der Motive und Methoden der Sowjetunion, die Feder geführt habe. Es ist sehr einfach, dem Papste schlechte Information oor- zuwerfen. Jedermann weiß, und auch die Gegner erkennen es an, daß gerade die Kurie immer recht gut zu unterrichtet sein pflegt und der Papst be­stimmt nicht einen in so scharfen Ausdrücken gehal­tenen Brief schreiben würde, wenn nicht seine Kenntnis der Tatsachen jeden Zweifel ausschlösse. Aber Pfarrer Eckert glaubt das alles nicht und vermutlich wird ihm daher das Interview des niffikch-orthodoxen Episkopats, das in diesen Tagen rn der Presse verbreitet wurde, viel Genugtuung verbreiten. Ob pe aber lange anhält? Denn diese, als Dementi des Papstes und der evangelischen Kirchen Deuffchlands und England gedachte In­terview wurde von der „Roten Fahne" noch recht­

zeitig als Fälschung bestätigt. Der Moskauer Be­fehl, alles zu leugnen, hatte das kommunistische Blatt zu spät erreicht, jo daß es noch am 16. Fe­bruar eine Photographie mit der Unterschrift brachte: Die Pfaffen sterben aus. Dann heißt es weiter: Unser Bild zeigt Soldaten der Roten Ar­mee, die die Kirche des Simonowklosters ausräu­men. . Im Laufe der letzten drei Monate trurben in Rußland 980 Kirchen und etwa 200 Moscheen und Synagogen geschlossen. Am 22. Januar, dem Todestage Lenins, wurde das Simonowkloster am Moskowa-Ufer in Moskau zerstört. 5 000 Arbei­ter widmeten einen freiwilligen Arbeitstag der Säuberung der gesprengten Vaufläche, auf der für 5 Millionen Rubel ein Polast proletarischer Kultur errichtet werden wird." So die „Rote Fahne". Aber Lichtbild und Erläuterung hinderten sie nicht, zwei Tage später, am 18. Februar, das gefälschte Interview abzudrucken, nach dem in Rußland volle Glaubens- und Gewissensfreiheit herrschte.

Pfarrer Eckert wird also sich ebenfalls zum Glauben bequemen müssen. Aber er hat die Aus­flüchte schon bereit: es 'eien nur Kirchen, die nicht mehr besucht würden und deren anderweitige Ver­wendung von den Gemeinden beschlosien wurde. Es gäbe auch keine Märtyrer in Rußland, sondern die Hingerichteten seien Revolutionäre gewesen. Und wenn alles noch nicht ausreicht, dann ist affes was hier geschieht, „ein Gericht Gottes über die Kirche Rußlands". Das ist die Krönung des Phra­senschwalles und außerdem der Ausdruck eines Pharisäertums, um den niemand den sozialistischen Mannheimer Pfarrer zu beneiden braucht.

Worauf es aber uns ankommt, ist dies: Wenn ein Sozialist glaubt, sich auf religiöse Empfindun­gen berufen zu können, so mag er es tun. Aber man möge die christliche Oeffentlichkeit mit der Pro­paganda für einen religiösen Sozialismus vericho- nen. Der Sozialismus ist der geborene Gegner der Religion, wie er der geschworene Feind d^s Christentums ist. Seine weltanschauliche Grund­lage ist hier von der des Kommunismus kaum ver­schieden. Die Kommunisten sind nur konsequenter. Der Kamps der Sowjets gegen Soll.

Die Sowjetpresse veröffentlicht eine Rundfunk­rede des Vorsitzenden des Atheisten - Verbandes, Jaroslawski, die in der Form nicht weniger hemmungslos ist als aste bisherigen bolschewistischen Antworten auf die ausländischen Proteste gegen die Religionsverfolgungen, sachlich aber ein starkes Einlenken, eine Abkehr von der Gewaltmethode bedeutet. Jaroslawski steM zunächst die demagogische Behauptung auf, der Brief "des Papstes, der zum Kreuzzuge gegen die Sowjetunion aufforderte, werde lediglich die anti- religiöse Bewegung sowohl in der Sowjetunion wie auch in anderen Ländern verstärken und ver­steigt sich dabei zu dem ungeheuerlichen Anwurf, daß die Geschichte des Papsttums das größte Verbrechen an ber Menschheit sei. Zum Beweis dessen, daß auch die Atheisten Moral besitzen, die bis zum Einsetzen des eigenen Lebens gehe, muß wieder einmal die allbekannte Rettung Nobiles und seiner Gefährten herhalten.

Das Hauptgewicht legt Jaroslawski aber nicht auf die Ehrenrettung seines Verbandes, sondern aus dessen Zukünstigkeit, für die er einschränkende Richtlinien gibt.

Er betont, der Atheistenverband sei eine freiwilligePrivatgesellschaft,dLr außer

Bundeskanzler Schober in Berlin.

®on links nach rechts: Polizeipräsident Zörgiebek, Pali,zei-Dizepräfidenl Weiß, Bundeskanzler Scho- ber, der österreichische Gesandte Dr. Frank, Außenminister Dr. Curtius.

Bundeskanzler Schober hat in Berlin am Saws- und Sonntag ein reiches Programm abgewtk- Am Samstag hatte er eine sehr lange Unter- redung mit Hindenburg. Am Sonntag vormst- -ag wohnte Schober mit den Herren feiner Beglei- frh1?’ &en Mitgliedern der österreichischen Gesandt­schaft und einigen Herren des Auswärtigen Amtes vem Gottesdienst in der St. Hedwigs-Bafillla-

Krrche bei. Darauf begab sich der Bundeskanzler im Auto nach Potsdam, wo er unter Führung des Staatsjkretärs Dr. Lammers und des Ministerial­rates Dr. Gall vom preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung das neue Pa­lais und Schloß Sanssouci besichtigte. Nachmit­tags war er Gast des Außenministers. Abends sprach er im Rundfunk.

Agitation und Propaganda keine anderen Mittel, auf die Massen einzuwirken, zur Verfügung stehen. Er ermahnt seine Anhänger zu geduldiger wissen­schaftlicher Arbeit, die die Hauptaufgabe der Athe­isten sei. In bezug auf die Entfernung von Kirchen­glocken und andere kirchrnfcindliche Maßnahmen empfiehlt er eindringlich, darauf zu achten, daß die Abnahme der Kirchenglocken und die Schließung der Kirchen die werktätige Bevölkerung nicht'zer­splittere und daß diese Schritte lediglich auf ein­mütiges Erlangen der Werktätigen erfolgen. Bemerkenswert ist auch, daß die Nachricht demen­tiert wird, Jaroslawski habe als Antwort auf die Aktion des Papstes angeordnet, sechs der größten Kirchen zu sprengen und sodann in den nächsten zehn Tagen die größten Kirchen in den wichtigsten Städten der Sowjetunion zu vernichten. Diese Meldung wird als böswillige und verleumderische Erfindung bezeichnet.

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Die mutige Kundgebung des Heiligen Vaters hat jedenfalls dem System der Bolschewisten einen starken Strich durch die Rechnung gemacht. Die päpstliche Mahnung war wohlüberlegt und zeigte jenes Maß, welches das Zeichen echter Weisheit ist. Jetzt hat auch der frühere Vorsitzende des Evangelischen Bundes, Hofprediger a D' Dühring, in Berlin gegen die Vorgänge Tn Rußland pro­testiert. Die Veranstaltung des Luther-Ringes, bei der Dühring redete, war auch von dem ehemaligen Kronprinzen und den Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm besucht. Ferner waren der russisch- orthodoxe Bischof Tychon und 40 Popen anwesend. Der cnb-Dienst schreibt von Dühring: Seine Aus­führungen, die vom religiösen rasch aufs politische Gebiet Übergriffen, zeigten einen bemerkenswerten Radi kalismus.

Der Wahl-Ausgang in Japan.

Aus Tokio wird gemeldet: Die Größe der Regierungsmehrheit dürfte die Stabilisierung der politischen Lage in Japan sichern und es' dem Ministerpräsidenten Hamagutschi ermöglichen, seine Wirtschafts-und Sozialpolitik ohne Störung durch­zuführen. Insgesamt wurden bei den Wahlen 10 416 000 Stimmen abgegeben, und zwar 5 611000 für die Regierungspartei, 3866 000 für die Seiyu- kai-Partei, 504000 für die Proletarier-Partei, 240 000 für die Unabhängige und 195 000 für die übrigen Parteien. Hieraus geht hervor, daß die Proletarier-Partei für je 100 000 Stimmen einen Sitz erlangt hat, während die Regierungspartei für je 20 000 und die Seiyukai-Partei für je 22000 Stimmen einen Sitz erhielten.

Arbeits-Gemeinschaft!

Don einem Zentrums-Wirtschaftler wird uns ge­schrieben:

Die Wirtschaftler des Zentrums haben sich die­ser Tage in Berlin zu einer Aussprache versam­melt, der eine weit über die Stunde hinausrei­chende Bedeutung zukommt. Die Leitidee gab in überaus glücklicher Formulierung neben den die große politische Linie aufzeigenden Darlegungen des Fraktionschefs des Zentrums, Abgeordneten Dr. Brüning, der Reichsverkehrsminister Dr. Ste- gerwald, als er, übrigens von starker Zustimmung der Wirtschaftler-Versammlung unterstützt, die Propagierung und Verwirklichung des Arbeitsge­meinschaftsgedankens forderte.

Die Arbeitsgemeinschaftsidee ist schon immer die Grundidee der auf christlichem Boden stehenden Wirtschaftler gewesen. Die Unternehmer die­ser Richtung haben es schon immer geradezu als ihre Christenpflicht betrachtet, in engster Geein- schaft mit den Arbeitnehmern über die Fragen der betrieblichen und persönlichen Zusammenarbeit und damit auch über die Fragen der eristenziellen Sicherung der Arbeitnehmer zu verhandeln.

Die Not unserer Tage zwingt uns zur Ver- wirklichung dieses Arbeitsgemeinschaftsaedankcns, der in der letzten Zeit durch die vielfältige Inan­spruchnahme von den verschiedensten Gebieten her etwas ins Hintertreffen gekommen war. Die Grundidee selbst ist geblieben und gerade von den katholischen Wirtschaftlern immer wieder gepflegt worden.

Stegerwald denkt sich die Auswirkung des Ar- beitsgemeinschaftsgedankens in der Form, wie man für eine bestimmte Frist, sogen wir einmal drei Jahre, zu einem Arbeits- und Wirtschaftsfrie­den in Deutschland kommen könnte. Das würde zur Voraussetzung haben die Einigung über lang­fristige Tarifverträge, die naturgemäß aber nur bann Platz greifen können, trenn' wir auch stabile Preise haben, damit nicht immer wieder vom Preisproblem her das Tarifproblem beeinträchtigt und gestört wird.

Wir im Zentrum sind in der glücklichen Lage, über eine einheitliche weltanschauliche Grundauffas- iung zu verfügen. Wir sind deshalb auch am be­sten und ehesten imstande, zu einer einheitlichen Wirtschaftsauffassung zu kommen. Für die ge­samte Wirtschaft mir ihren verschiedenartigen, aus­einanderstrebenden Tendenzen ist die Verwirkli- chuna einer einheitlichen Wirtschaftsauffassung un­gemein schwierig, aber wenn wir sie erst einmal in unseren eigenen Reihen statuieren, wird der An­trieb auch auf die anderen Gruppen hin nicht aus- bleiben können.

Der Arbeitsgemeinschaftsqedanke ist ein grund­christlicher Gedanke. Die Wirtschaftler, die sich in­nerhalb des Zentrums zusammenfinden, werden alles daran setzen, um ihm zum Siege zu verhel­fen, und sie wissen sich dabei der Bundesgenossen- lchaft der katholischen und Zentrumsarbeiter, nut deren Organisation die Handels- und Industriebei­räte der Deutschen Zentrumspartei ja auch schon alle Zeit in engster Fühlung gestanden haben und weiterhin stehen, durchaus sicher.

Am kritischen Punkte.

Die Verhandlungen über Aomig-Plan und Fü uanzierung sind nun am kritischen Punkte an ge­langt. Eine Einigung unter den Parteien ist im gegenwärtigen Augenblick noch in keiner der durch die Verhandlungen des Reichsfinanzministers zur Erörterung gestellten Fragen erzielt worden.

Die Reichsregierung hat zwischenzeitlich einer Beschluß gefaßt, in welchem sie ihrem Willen Aus­druck gibt, an ihrer bisherigen Stellungnahme fest- zuhalten, und das bedeutet, daß die Parteien nun­mehr in eine. gewisse Zwangslage gebracht wer­den, wohl auch gebracht werden sollen, um endlich einmal zu einem Ergebnis zu kommen. Dringend nötig ist es allerdings, daß die Reichsregiervng nichl nur sich den Anschein gibt, als habe sie die Zügel in der Hand, sonderii sie muß auch dur.v die Tat bekunden, daß sie diese Zügel zu gebrau­chen weiß. Es ist in der letzten Woche viel zu viel herumgefackelt worden. Einen Teil Schuld daran hot der Reichsfinanzminlster selber, der ohne cs nur auf eine Entscheidung in irgendeiner bestimm­ten Frage ankommen zu'lassen, mit einem ganzen Bündel von Vorschlägen und Plänen — und jeden Tag mit einem anderen — bei den Parteien er» schien und so selber den Eindruck der Ziellosigleit machte. Nichts ist schlimmer für einen Minister, als ein solches Verhalten, weil es ihm — die Spu­ren Hilferdings sollten doch schrecken — den Vor­wurf der Willenlosigkeit einträgt, der sehr ra'ch zu einer Schwächung der Autorität führen kann.

Die Regierung, insbesondere das Reichsfinanz­ministerium, hat gerade in diesen finanzpolitisch?!! Dingen viel zu wenig Zielklarheit erkennen lassen, und die Methode: „Wenn es so nicht geht, veriw chen wir es anders herum", hat zu positivem Er­gebnis nicht führen können.

Jetzt ist der kritische Punkt da, an dem es sich zeigen muß, ob die Regierung wirklich regieren und führen kann.

Nur noch wenige Tage stehen für die Entschei­dung, die ja nach dem ursprünglichen Plane schon getroffen sein sollte, zur Verfügung. Immer mich man sich bei den Parteien bewußt bleiben, daß die Politik und die Wirtschaft, insbesondere die finanziellen Probleme. noch niemals auf Gedeih' und Verderb' miteinander so verknüpft waren, als das bei der gegenwärtigen Entscheidung der Fall ist-

Der Doung - Plan würde vollkommen in der Luft schweben, wenn man ihm nicht eine solid« dauerhafte Basis geben wurde, die von der wirt­schaftlichen Seite her erreicht werden muß. Ohne Stabilisierung der Wirtschaft durch die Msttel einer gesunden Finanz- und Steuerpolitik, ist an die Ordnung unserer Kapitalverhältnisse nicht zu denken, und ehe das nicht der Fall ist, werden der Produktion nicht diejenigen Notwendigkeiten ge­geben werden können, die sie allein neu beleben und zu steigern vermag, um auf diese Weise durch Ent- lostung des Arbeitsmarktes auch wiederum eine Entlastung der öffentlichen Hand herbeizuführen. Die Regierung muß jetzt zeigen, daß sie diele Pro­bleme auf lange Sicht zo meistern vermag. Sie muß dem Streit, der sich leider auch in diese Dinge einmischt, durch eine klare Zielweisung ein Ende machen, und wenn die Parteien solcher Führung sich nicht fügen wollen, dann müssen sie selbst di« Verantwortung für alles, was aus solcher Haltung erwächst, übernehmen. Aker Klarheit muß jetzt :n jedem Fall geschaffen werden.

Zur französischen Kabinettsbildung.

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SARRAUT

DURAND

Die hervorragendsten Köpfe aus dem neuen Kabinett Chautemps.

Aus Paris wird gemeldet: Chautemps har den Sonntag dazu benutzt, um an der Regierungs­erklärung zu arbeiten. Zu diesem Zweck nahm er Fühlung mit dem Justizminister Steeg, Außen­minister Briand und Kriegsminister Besnard. Außerdem hatte er am Abend eine längere Unter­redung mit dem Budgetminister Palmade wegen der Finanzpolitik der Regierung.

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„Echo de Paris" will das vom Ministerpräsj. deuten Chautemps in der am Dienstag zu oerle-