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Sonntag Sexagesima.
Eingangslied: Pf. 43,23—26.
Wach auf, Herr, warum schlafft du? Wach auf, Rverstoß uns nicht auf ewig. Warum wendest du / jjfin Antiig ab, vergissest unsre 9lot? Es klebt am t Boden unser Leib. Wach auf, Herr, steh uns bei iPs. ebd. 2). Gott, mit eignen Ohren haben wir's - gehört, unsre Väter haben es erzählt.
Epistel: 2. Kor. 11,19—33 und 12,1—9.
Brüder! Ihr ertragt ja gern die Törichten, da jhr selbst weise seid. Denn ihr ertragt es, wenn einer euch knechtet, wenn einer euch ausheutetz wenn einer euch beraubt, wenn einer sich erhebt, wenn einer euch ins Gesicht schlägt. Zu meiner : schände gestehe ich es: dazu war ich zu schwach. Worauf aber einer pocht (ich rede im Unverstand), darauf poche auch ich. Sie sind Hebräer, ich auch: sie sind Israeliten, ich auch; sie find Nachkommen Abrahams, ich auch; sie sind Diener Christi (ich spreche wie ein Tor), ich noch mehr. Vielerlei ' Mühen habe ich erduldet, häufige Kerkerhaft, Miß- - Handlungen über die Maßen und oftmals Todes- | gefahren. Von den Juden habe ich fünfmal vierzig Streiche weniger einen bekommen. Dreimal bin ich mit Ruten gestrichen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch gelitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf hoher See umher. Reisen in großer Zahl, Gefahren auf Flüssin, [ Gefahren von Räubern, Gefahren von meinem f' Volke, Gefahren von Heiden, Gefahren in Städten, Fefahren in der Wüste, Gefahren auf dem Meere, L Gefahren von falschen Brüdern, Mühseligkeit und | Elend, häufige Nachtwachen, Hunger und Durst, k häufiges Fasten, Kälte und Blöße, ganz abgesehen von dem, was noch dazu kommt, der tägliche Andrang zu mir, die Sorge für alle Gemeinden, l Wer wird schwach, ohne daß ich schwach werde?
Wer nimmt Zlergernis, und ich brenne nicht? Wenn es gerühmt sein muß, will ich mich meiner Schwach- r fielt rühmen. Gott, der Vater unseres Hernr Jesus | Christus, gepriesen in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht l lüge. Zu Damaskus ließ der Statthalter des Königs
Aretas die Stadt der Damaszener belvachen, um mich zu ergreifen. Aber ich wurde durch ein Fen- sterchen in einem Korbe an der Mauer herunter- i gelassen und entkam so seinen Händen. Wenn es gerühmt sein muß (es ist zwar nicht gut), so ■ will ich auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen. Ich kenne einen Menschen in Christus: vor vierzehn Jahren war l es; da wurde er (ob im Leibe, ich weiß es nicht; c ob außer dem Leibe, ich weiß cs nicht, Gott weiß k es) wurde et entrückt bis in den dritten Himmel.
3d) weiß es von diesem Menschen (ob im Leibe, ) ob außer dem Leibe, ich weiß es nicht, Gott weiß cs), daß er ins Paradies entrückt wurde und geheime Worte hörte, die kein Mensch aussprechen darf. Dessen will ich mich rühmen, meiner aber I will ich mich nicht rühmen, es sei denn meiner Schwachheiten. Wenn ich mich dennoch rühmen wollte, so wäre ich nicht töricht: denn ich würde !>ie Wahrheit sagen. Ich unterlasse es aber, damit I mich niemand höher einschätze, als er an mir wahrnimmt oder von mir hört. Damit ich mich I aber der hohen Offenbarungen wegen nicht erhebe, wurde mir ein Stachel in mein Fleisch gegeben, ! «in Engel Satans, der mich mit Fäusten schlagen l sollte. Seinetwegen hab' ich dreimal den Herrn gebeten, daß er"von mir weichen möge. Er aber mach zu mir: Es genügt dir meine Gnade; denn die Kraft kommt in der Schwachheit zur Vollendung. Gerne will ich mich darum meiner Schwach- heiten rühmen, damit die Kraft Christi in mir wohne.
Petri Stuhlfeier.
| „Nach Peterstag fällt der Schnee auf heißen wtein." Nun beginnen die ..Utdage", die Außen- Tage, das heißt die Schlußtage der Winterzeit. Wie es anno 1423 einmal ausdrücklich heißt: „De Kummer fall angahn an Sunte Peters Dage un ; soll utgahn an "Sunte Michaels Dage". Dieser s r ü h e"st e F r ü h l i n g s b e g i n n war denn auch ^r Termintag für Knechte und Mägde; die konn-
Ealholisches Leben in Lew York ü. S. A.
E. Die Augen des deutschen Volkes waren nach yttn Weltkrieg erwartungsvoll nach Amerika ge- "ditct: Wird von dort uns Hilfe kommen? Man ^hoffte von den Vereinigten Staaten eine groß- äu9*gc Unterstützung für den Wiederaufbau unfe- Ic® gesamten Wirtschaftslebens durch ein Kredit- Eoinmen. — Nur zu einem kleinen Teile haben | N dahingehende Aussichten auf fremde Hilfe erfüllt. — Die Hand der Helfer lastet schwer auf .°e,n Nacken freier deutscher Kaufleute und Un- ^rnehmer.
; k Diel, überaus viel, hat aber das amerikanische . r^lk, allen voran die amerikanischen Katholiken, °urch Geldspenden und Liebesgaben jeder Art der o/utschm Not in der Nachkriegszeit gesteuert. Der sö"ninel allein weiß es, was die katholische Kari- W" in u. S. A. den deutschen Glaubensbrü- im letzten Jahrzehnt Gutes getan. — rsicht die Wohltaten des vielbegehrten, reizvollen Ellars allein sind es, die uns den amerikanischen k£tf|I)Wcn zum Danke verpflichten. Wir danken Men auch die Segnungen des guten, leuchten-- lcru Beispiels in der Hebung der heiligen Mlgion, im Kirchenbesuch, im Sakramentenemp- » im großzügigen opferreichen Unterhalt von und Schule.
MMrbauliches aus dem religiösen Leben der MffWliken in New York berichtet neuestens Pater Kleinschmidt O. F. M. von drüben Grund ureigener Eindrücke. Der Berichter- | ist Mitglied der westfälischen Franziskaner- ^Mwz, wohnhaft in Paderborn, wo er seit Jahren M^Franziskanerkloster Liturgie dozierte. Zahl- Bücher, insbesondere kunstgeschichtlichen Jn- bekunden seine Gelehrsamkeit, sein um W^Mndes Wissen, lieber die Basilika des heiligen »Wii^skns in Assisi schrieb er ein großes rnehr-
des lebenspendenden Donar, oder auch pur mit gewöhnlichen Holzschnitten ziehen daher noch heute in manchen Gegenden unseres Vaterlandes die Kinder von Haus zu Haus und beklopfen damit unaufhörlich die Türen, Wände und Pföste im Takt eines uralten Liedes, das in Niederdeutschland etwa so lautet:
Rut, rut Sunnenvugel!
(Senfe Peter is nu rummen . . ., Kleine Mus (Maus), graute Mus, Alles Untüg ut dem Hus!
Ut Kisten un Kasten, ut allen Morasten,
Ut Kellern un Muren, ut Schoppen un Schuren
(Scheunen)!
In der Sieinkulen, do faste (sollst du) inne verfulen, In der Steinklippen, do faste inne sitten!
Der ursprüngliche „Süllenvugel" heißt hier bemerkenswerterweise also schon „S o n n e n v o g e l", auch „Sommervogel", und da bedeutet denn das Austteiben dieses Wesens soviel wie den Frühling heraus locken. Wie man schon am 14. Febr., am Valentinstag, nicht den „Dalenttn", sondern den „Valant", den ^Junker Volant", das heißt den Teufel, also den Winter austreibt, so lockt man an diesem Tage das Zeichen des Lebens in Gestalt des Schmetterlings „aus den Pösten". Daß solcher Zauber nur von Kinderhand wirksam sei, ist sinnvoll: Kinder sind die Träger des frischen Lebens. Es sollen sich daher kinderlose Häuser schon lange vor dem Peterstag die für, dies Sommervogelaustteiben nötigen jungen Kräfte gesichert haben. Die Kleinen bekamen dann für diesen Dienst Eier und Mehl geschenkt, um sich den „Peterskuchen" damit zu backen. Ein alter Vers wurde dabei gesungen:
Heiliger Herr Petrus, blast in euer Hörnchen!
Alle guten Leute, gebt uns ein Körnchen!
Und von da war dem Frühling der Weg frei ins Land. P- v. £<
Ein Ziel ist unserer Erziehungstätigkeit geftelü- Das Kind zur Lebensmeisterung zu befähigen. Wollen Sie wissen, was das heißt: Das Leben meistern — so schauen sie hin auf die zahl- kosen jungen Menschen, die, wie Remarque in seinem Kriegsbuch darstellt, das Leben als sinnlos ansehen und darum der Gsnußgier oder tiefstem Pessimismus verfallen; oder schauen sie die schwunglose, vom nüchtersten Materialismus verseuchte Erwachsenengeneration, die Frauen und Männer, die nicht mehr den Mut haben, drei oder vier Kinder auszuziehen, sehen sie in unserem Vaterlande das kleine Gezänk um nebensächliche Dinge, das Fehlen starken Führertums.
Das alles hat dis gleiche Wurzel: wir vergeuden uns im körperlichen Kraftmeiertum, im kalten Intellektualismus, in weichlichem Aeschetisieren; aber wir wissen das Leben nicht zu meistern, nicht die schlichte Aufgabe des Alltags und nicht die große Aufgabe unseres Lebens überhaupt.
Familie und Schule müssen von der gleichen Grundauffassung des Lebens getragen fein. Unser katholischer Glaube bietet uns eine klare, eindeutige Ordnung der Lebenswerte dar. Er lehrt uns das körperliche Leben als ein hohes Gut schätzen, verbietet uns nicht, nach den Gütern der Natur und Kullur zu streben, aber über allem steht das Wort: „Was nützt es den Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden leidet?" Das ist auch das große Richtwort der christlichen Erziehung. Sie will lebensklug und tüchtig machen, aber sie läßt die Seele keinen - Pakt schließen und mit den Mächten, die zum Ewigen keine Beziehung haben.
Christliche und nicht christliche Familie, christliche und nichtchristliche Schule sind ihrem innersten Wesen bündiges, glänzend illustriertes Werk. In den letzten Tagen ist bei Schwann in Düsseldorf sein großes Buch: Die heilige Anna, ihre Verehrung in Geschichte und Kunst und Volkstum (440 S. u. 360 Bildern) erschienen. — Um das katholische Auslanddeutschtum erwarb er sich große Derdicnste. Die Belange desselben führten ihn nunmehr auch nach Amerika, wo er zur Zeit weilt und zugleich wissenschaftlichen Forschungen obliegt. — Einem Schreiben an seine Mitbrüder entnehmen wir hier das Folgende:
Am 27. Oktober 1929 traf ich nach glücklicher Meerfahrt, auf der ich täglich an Bord des Norddeutschen Lloyd-Dampfers München die hl. Messe feiern und an zwei Sonntagen auch predigen konnte, gegen Abend in New Pork ein und wurde hier nach Erledigung der üblichen Formalitäten von dem Exminister Pater Matthias Faust, gebürtig aus Oberbimbach bei Fulda, gegenwärtig Guardian des Klosters St. Francis, und seinem Begleiter Br. Bentivolius Lolz in Empfang genommen. Schnell brachte uns ein Auto zu dem zwischen Wolkenkratzern gelegenen Kloster, das zur Namen Jesu-Provinz gehört. Hier wohnt auch Pater Eduard Blecke, Exdefr- nitor Generalis und Visitator unserer Ordens- pwvinz. Da noch zwei andere Patres ausDeutsch- land bezw. Oesterreich stammten, während die übrigen in Amerika oder Irland geboren sind, hatte ich mit der Sprache keine Schwierigkeit und fühlte mich unter den freundlichen Mitbrüdern bald wie zu Hause. Kloster und Kirche St. Francis, in der Nähe des großen, prachtvollen Bahnhofs Pennsylvania gelegen, war früher mit einer Pfarrei verbunden, hat aber seit einigen Jahren auf die Pfarrei verzichtet, weil keine Leute mehr in der Nähe wohnen. Das klingt in der Siebeiunillionen- Stadk New Pork merkwürdig, und doch ist es so. Die Familienhäuser in der Umgebung des Klosters wurden nämlich im Laufe der Jahre alle
nach verschieden. Haben wir wahrhaft lebendige christliche Familien, so wird uns niemand die christliche Schule vorenthalten können. Aber auch der christlichen Schule möchte ich sagen: Du hast die Eltern, die du haben willst! Warum holst du dir diese müden, im Daseinskampf zermürbten der auch die flachen, gewissensschwvchen Eltern deiner Kinder nicht heran, warum suchst du sie nicht auf in ihren Wohnungen, warum lädst du sie nicht eht zu gemeinsamer Aussprache, warum stellst du ihnen keine Ausgaben? Auch da, wo wir gezwungen send, unsere Kinder nichtkonfessionellen Schulen anzuvertrauen, haben wir Pflichten.
Jüngst traf ich mit nichtkatholischen Eltern zusammen, deren Tochter em städtisches Gymnasium besucht. Der Vater äußerte sich abfällig und entrüstet über die Erziehungsmethoden der Schule, die 14jährigen Schülerinnen bei Schulfesten offiziell das Zigarettenrauchen gestattet, die junge Mädchen in spärlichster Bekleidung sportliche Vorführungen machen und nachher im gleichen Kostüme mit den Lehrern tanzen läßt und dergleichen. Die Elternschaft wagt nicht, ihre Ablehnung solcher Erziehungsmethoden Ausdruck zu geben.
Dieses Beispiel zeigt, welchem Geist eine Schule verfallen kann, wenn sie keine feste grundsätzliche Haltung zu den Fragen der Erziehung hat. Sie ist eben von der persönlichen Haltung derer abhängig, die ihren Geist bestimmen. Solche Erscheinungen zeigen aber auch mit aller Deutlichkeit, daß Weltanschauung und Lebensgestaltung Hand in Hand gehen.
So sei die aufrichtige Nachprüfung unserer Erziehungsgesinnung, die Besinnung auf ihr letztes Ziel die erste Frucht dieses Nachlesens. Von der Höhe der gemeinsamen Idee aus wird es leicht eine Verstän- abgetragen und an ihre Stelle sind Wolkenkratzer getreten, die als Hotels oder Geschäftshäuser dienen. Von der gewaltigen Ausdehnung und Höhe eines solchen Hotels bekommt man eine Vorstellung, wenn ich sage, daß das unmittelbar beim Kloster gelegene Hotel Pennsylvania 2300 Wohnzimmer hat, jedes mit einem Badezimmer verbunden; es kann gegen 2900 Gäste aufnehmen und ist trotzdem manchmal so besetzt, daß noch Gäste abgewiesen werden müssen.
Zwischen diesen Wolkenkratzern also liegt St. Francis wie eine Oase, in der die reichsten Wasserquellen für das ewige Leben fließen. Hätte ich es'nicht mit eigenen Augen gesehen, ich hätte es nimmer geglaubt, welch reges religiöses Leben hier in einer Stadt herrscht, in der Menschen der verschiedensten Gesinnung und Lebensauffassung aus allen Herren Ländern zusammen- geströrnt sind. Die Kirche wird den ganzen Tag von morgens früh bis abends spät nicht leer von Betern. Ständig, Tag sür Tag, sogar während des Mittags- "und Abendessens, haben sie Gelegenheit zu beichten, und sie machen fleißig Gebrauch davon. Jeder Beichtstuhl ist mit einer elektrischen Schelt versehen, die den Beichtvater herbeiruft; dabei bemerke ich, daß ein Beichtstuhl von verschiedenen Patres benutzt wird.
Die erste heilige Messe an den Werktagen ist um 5.15, die letzte um 12.15; um sieben Uhr fft täglich ein Hochamt, dessen Gesang em deutscher Musiker ausführt, der schon über dreißig Jahre die Orgel bedient. Damit hängt es auch teilweise zusammen, daß ich zu meiner nicht geringen Ueber- raschung deutsche Melodien mit englischem Text hören konnte, zum Beispiel „Dem Herzen Jesu finge“, wofür der Organist eine besondere Vorliebe zu haben schien. In der ersten Messe sah ich fast nur Männer, unter anderen einen älteren Neger, der gewöhnlich andächtig den Rosenkranz! betete. Um 8 Mr war die Kirche fast vollständig
Familie und Schule
Von Frau M. Schuhmacher-Köhl.
bigung geben über die Einzelausgaben von Familie und Schule, die wesentlich von einander abweichen.
Die Familie ist durch keine schule zu ersehen. In der Familie ist das Kindesleben eingebettet wie die Wurzel in das nährende Erdreich. Die sozial i ft l s ch e Erziehung zieht aus dem Z e r« fall vieler Familien die Konsequenz, das Kind möglichst früh aus ihnen zu entfernen und sie durch eine künstliche Erziehungsgemeinschaft zu ersetzen — wir glauben dagegen, die familienzerfetzenden Kräfte der Wirtschaft, der modernen Zr- vilisation, des Zeitgeistes zu bekämpfen und bi e FamiliezuihrernatürlichenAufg ab e zurückführen zu sollen, weil eine unendliche Verarmung der Menschheit, ber Eltern wie ber Kinder, mit dem völligen Zerfall der Familie verbunden wäte. Niemand empfindet i o stark wi e der echte Lehrer, die treue Lehrerin, wie sehr sie der Mithilfe derFamilieauchweiterbedürfen. Das eigentliche Wesen des Kindes zeigt sich viel klarer zu Hanse; darum bedarf gerade die Charaktererzle- hung durch die Schule der beständigen Ergänzung durch das Haus.
Anders sind ihrem Wesen nach Schulfleiß und h ä u s l i ch e r F l e i ß. Schulgehorsam und Gehorsam oegen die Eltern, Schnlzucht und häusliche Zucht." Beide braucht das spätere Leben. Nirgendwo aber sind Schule und Elternhaus so aufeinander angewiesen wie in der religiösen Erziehung. Ausnahmefälle widerlegen nicht die Tatsache, daß die Frucht im allgemeinen dem Baum« entfpridjit, auf dem sie gewachsen ist. Auf keinen Fall entheben sie uns ber Verantwortung, jeder an seiner Stelle, in dem Kinde das religiöse Leben so stark zu entwickeln, als uns nur immer möglich ist. Nickt nur in der Schule, sondern auch zu Hause soll man von Gott sprechen, hier wie dort soll mar vor allem Gott bienen. Unb welche Mäglichkeiter. hat erst bie Höhere Schule, bie ben jungen Menschen durch bie Krise der Entwicklungsjahre hin- durchzuführen hat!
Die Schule empfängt das Kind von den Eltern, sie gibt es eines Tages der Familie zurück. D a i Vertrauen der E.btern ist für sie eine große Verpflichtung. Gerade weil wir einen staatlichen Schulzwang und im all- gefneinen auch keine freie Schulwahl haben, muß die Schule dis G e wi s fen s v e ran t wort u n g der Eltern doppelt achten. Darüber hinaus soll und kann sie an der Erneuerung echten Familiengei st es Mitarbeiten.
Am wichtigsten aber scheint mir zu fein, bie jungen Menschen wieder mit einer hohen unb reinen Auffassung von ber Ehe, von ben Vater- und Mutterpflichten zu erfüllen, sie für das Ideal einer reinen Jugend zu begeistern und zu jener charakterstarken Religiosität zu sich- ren, die' auch das Opfer nicht scheut.
Ein Lehrer, eine Lehrerin, die in ihren Kindern immer die zukünftigen Väter und Miit- tje r des Volkes sehen, werden eine ganz andere Schule haben als jene, die nur das nächste Examen oder auch den zukünftigen Lehrling ober Arbeiter vor Augen haben.
Verbinbet uns Eltern unb Lehrer bie Gemeinschaft der Idee, die Einheitlichkeit der Aufgabe, so sollte auch eine herzliche, persönliche Beziehung nicht fehlen. Achtung unb Vertrauen sind bie Grundlagen eines wahrhaft fruchtbaren Verhältnisses zwischen Familie und Schule. Seid Freunde, ihr Eltern und Lehrer!
So möchten wir wünschen, daß alle katholischen Eltern sich als Lehrer und Lehrerinnen ihrer Kin- der fühlten, daß alle Lehrer und Lehrerinnen mit Vater- und Muttergesinnung in der Schule wirkten, alle erfüllt von der Liebe dessen, der die Kinder zu sich kommen hieß.
Rettung der christlichen Familie durch bie Schule, Rettung der christlichen Schule durch die Familie, würde das gemeinsame Programm, dann dürften wir auch eine frohe Hoffnung haben auf ein neues christliches Volk.
gefüllt. Wovon ich aber die stärksten Eindrücke empfing, das war die heilige Messe um 12.15 Uhr. Schon lange vor Beginn derselben erschienen viele Gläubige, manche beteten den Kreuzweg, nicht etwa verstohlen in einer Kapelle, sondern sie gingen mitten im Gang auf und ab, indem sie sich nach den Kreuzwegstationen manbten, die etwas hoch an der Wand hängen. Sobald 12.15 der Priester aus der Sakristei trat, erhoben sich alle Gläubigen und knieten erst wieder nieder, als er von den Stufen des Altares herabstieg unb das Stas- felgebet begann. Immer wieder kamen noch fromme Beter, selbst noch am Schlüsse der heiligen Messe, während andere schon vorher die Kirche verließen. Bei der Kommunion war die lange Kommumon- bank ganz besetzt, manchmal empfangen um diese späte Stunde wohl noch 60—70 die heilige Kommunion, darunter nicht wenige Männer. Ms ick dieses ungewohnte Schauspiel zum ersten Male sah, konnte ich eine tiefe Erregung nicht unterdrücken. So etwas in dem „gottlosen" Nenyork! Gewiß fft hier, wie in allen Großstädten der Alten unb Neuen Welt, manches gottlos; aber daneben herrscht doch so viel Gutes und Erbauliches, daß ein Ankömmling von drüben, der so etwas erstmals sieht, von einem eigenartigen Staunen erfaßt wird. Dieses Staunen wird noch stärker, wenn man hört, daß die meisten Kommunikanten bereite den ganzen Morgen in Büros an anderen Steller gearbeitet haben. Von 12—1 Uhr ist nämlich eine Ruhepause für das Mittagsmahl. Diese Pause benützen dann viele, um der heiligen Messe bei« zuwvhnen ober wenigstens auf kurze Zeit in ber Kirche zu verweilen. Ich brauche es nicht eigens zu erwähnen, daß das ein Katholizismus ist, auf den die Amerikaner stolz sind und mit Recht stolz sein dürfen. Vielfach sind diese eifrigeti Katholiken Mitglieder der irischen Nation, die geravt in Neuyork sehr zahlreich vertreten fft.
Schluß folgt.
ten nun gehen, wenn sie auf Lamberti gekündigt hatten. Unb am Peterstag hörte auch das Abendessen bei Licht auf.
Wie aber kam man dazu, dem Peterstag diesen sonderbaren Namen „Petri Stuhlfeier" zu geben? Bis um 1300 stellte man am 22. Februar in Rom zu feierlicher Verehrung jenen einfachen eichenen Stuhl aus, den der heilige Petrus als päpstlichen Thron benutzt haben soll, das Sinnbild der päpstlichen Gewalt, des unfehlbaren Lehramtes, wie wir ja noch jetzt von.den Entscheidungen des päpstlichen „Stuhles" sprechen unb nach dieser — bann auch für Bischöfe gebräuchlichen — Cath- reba ben sie beherbergenden Dom „Cathredal"- Kirche nennen. Um diesen einzigartigen Thrvn- stuhl vor Zerfall zu bewahren, mußte gegen 1660 ber gewaltige Architekt unb Bildhauer Bernini im Auftrag von Papst Alexander XII. ein grandioses Bronzegehäuse für ihn schaffen; das Ganze, getragen von den vier Kolossalstatuen der Kirchenlehrer Ambrosius, Augustinus, Athanasius und Chrysostomus, stellte man dann auf ben Hochaltar der Peterskirche, bis beim ISOOften Todestag des heiligen Petrus im Jahre 1867 Papst Pius IX. den erhabenen Stuhl erneut zur Verehrung ausstellen ließ.
Weshalb gerade am 22. Februar? Die Kirche wollte mit diesem St. Peterstag schon früh ben uralten Brauch einer heidnischen Totensühnfeier ausrotten. Um die Toten zuftiedenzustellen, legte man nämlich an den Gräbern Kuchen nieder, damit die Abgeschiedenen sie in der Nacht verzehrten. Die Kirchensynvde von Tours mußte das noch _im Jahre 567 verbieten, aber wir hören noch 743 in einem Verzeichnis heidnischer Bräuche davon, ja, der Große Kurfürst verbot ebenso erfolglos wie ber Rat bet alten Hansastadt Soest 1635, daß an diesem Tag „der Süllenvogel, wie der gemeine Mann redet, bey nächtlicher Weyl unb Schlafzeit gejaget wirb".
Eben dieser „Süllenvogel" versinnbildete die Seele der Toten. Mit Holzhämmern, dem Zeichen
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