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Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Welt

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JA im Bild» undBuchenblStter". Rotationsdruck und Verlag JVv* der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-

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Dienstag, 18. Februar 1930

:: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151

verlmulichkeil im Zouug-Ausschuß

Hugenberg und Obersohren beim Reichspräsidenten.

sollen die Großagrarier in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung so gehemmt werden, daß sie gerne freiwillig verkaufen.

Auch dieDeutsche Rundschau in Polen", welche in Bromberg erscheint, teilt mit. daß Polen immer noch weiter liquidiert, und daß noch immer das Wiederkaufsrecht auch im Erbfalle ausgesvrochen wird, troß des Deutsch-polnischen Liquidationsab­kommens. Nun hat bereits die deutsche Gesandt­schaft in Warschau Vorstellungen erhoben. Polen tat natürlich überrascht und wälzte die Schuld auf die Lokalbehörden ab, gab das Versprechen, dgß diese Maßnahmen sofort rückgängig gemacht wer­den sollen. Wir haben aber kein Vertrauen, so­lange bis toi durch Tatsachen überzeugt werden

der Glocke geschehen solle. Man werde tljr Metall für den Affenkäfig des Zoologischen Gartens von Tiflis verwenden/ Aus d,efer Antwort spricht ro­hester Zynismus. Aber der Brief des Papstes er­wähnt viel schlimmere Dinge. Man zwingt die Arbefterfchaft,eine Erklärung formeller Apostasie und des Haffes gegen Gott zu unterzeichnen unter Strafe des Entzuges der Brot-, sowie der Beklei- dungs- und Wohnungskarie". Die sakrilegischen Scheußlichkeiten, die man sich namentlich zum Weih­nachtsfeste geleistet hat und auf die der Papstbrief ausführlich hinweist, sind in der deutschen Oesfent- lichkeir bekannt.

Der unter dem Vorsitz des Abg. Köhler stehende Ausschuß für die Prüfung der Haushaltsrechnun­gen des Reiches hat dieser Tage den Bericht über die von ihm vorgenommene Durchprüfung der Kaushaltsrechnung 1928 erstattet. Es ist ein Heft ncn 45 Druckseiten, das den Willen des Parla­ments wie die Fähigkeit des Ausschusses zeigt, ernst zu machen mit einer wirtlichen Etatskontrolle und

können. Vor allem wird sich die deutsche Regie­rung, was wir schon lange gefordert haben, di«, polnische Agrarreform sehr genau ansehen müssen, weil es uns scheint, daß sie so gehalten ist, daß die deutschen Minderheiten in Polen nach wie vor trotz des Abkommens entrechtet werden sollen. Es kommt ja immer bei den Verträgen auf die Aus legung an. Wir fragen die Reichsregierung, ob bei den Verhandlungen seinerzeit auch alle diese Möglichkeiten mit der polnischen Agrarreform ent­sprechend berücksichtigt worden sind, damit die dro­henden Gefahren für unsere deutschen Minderhei­ten abgewandt werden können. Wäre das nich der Fall, dann kann die Reichsregierung nicht er warten, daß der Reichstag das Liquidationsabkom- men mit Polen ratifizieren wird. Die Aufklärung muß aber sofort erfolgen.

der Ausschuß den Vorschlag, eine Karthotek über alle Zuweisungen zu führen, die vom Reiche im einzelnen gemacht werden. Keine Dienststelle sollte dann irgendeiner Institution irgendwelche Geld­mittel zuweisen, ehe nicht bei der Zentralstelle kur­zerhand festgestellt ist, ob nicht für den gleichen Zweck und die gleichen Personen an anderen Stel-

Rom gegen Moskau.

Der Brief, den der Paust am 2. Februar an sei­nen Generalvitär Kardinal Pompili gerichtet hat.

gung verweigert hat. Daß sich unter den letzteren auch die Reichstagsverwaltung selbst befindet, ist mehr pikant als erfreulich. Dann aber natürlich das Auswärtige Amt, aber auch das Reichsver­kehrsministerium, das Reichswehrministerium und das Reichsarbeitsminffterium. Dem Auswärtigen Amt und feiner Etatswirttchaft soll ein besonderer Artikel gewidmet sein. Denn dort liegen die Dinge so, daß nur noch durch umfassende öffentliche Be­handlung ein Wandel in der Gesinnung und im Handeln herbeigeführt werden kann. Der Aus­schuß ist der ablehnenden Stellung des Reichsfi­nanzministeriums überall beigetreten, er hat aber darüber hinaus noch eine vom Reichsfinanzmini­sterium genehmigte außerplanmäßige Ausgabe im Bereiche des Reichsministeriums des Innern seiner­seits abgelehnt, weil er ein unabweisbares Bedürf­nis für die Ueberschreitung des Haushaltssatzes es handelt sich um das Einbinden einer Zeitscknf- tensammlung des Reichsgesundheitsamtes mit einem Kostenaufwand von 25 000 Rm. nicht an­erkannt hat. Man hat nun wirklich einmal ernst gemacht und zieht die verantwortlichen Beamten zur Rechenschaft und Ersatzleistung heran.

Bei den Repräsentwwnsausgaben des Reiches stellte der Ausschuß fest, daß dem Reiche bei seinen offiziellen Veranstaltungen manchmal vorsichtig ausgedrücktrecht hohe Preise" für Speisen und Getränke angerechnet wurden. Bezeichnend ist seine Feststellung, daß die Reichsbahngesellschaft sich die freie Fahrt der Teilnehmer an der Tagung der interparlamentarischen Union vom Reiche bezahlen ließ, obwohl es sich doch hier im besten Sinne um eine Ausgabe für Verkehrswerbung gehandelt bat Daß heute Siegelmarken mit der UmschriftBüro des Reichsrats" den Reicksratsmitgliedern in be­liebiger Anzahl ausgebändigt werden, und in der Praxis auch zur Legitimierung von nichtdienstli- chen, also Privattelegrammen der Reichsratsmit­glieder und damit zur gebührenfreien Beförderung verwandt werden, hat die Oeffentlichkeit bisher sicher auch noch nickt gewußt. Ebensowenig wie die vom Ausschuß gemachte Feststellung, daß im Bereiche des Reickswehrministeriums die für Of­fiziere und Mannschaften zur Verfügung stehenden Unterstützungsmittel in Fällen unverschuldeter Notlage zu 75 Prozent für Offiziere und ihre Fa­milien verwendet worden sind. Wie man auch darüber im Zweifel sein kann, ob es in der finan­ziellen Situation des Reiches angebrackt war, den deutschen Automobilklubs hunderttausende von Mark an Reichsbeihilfen für Veranstaltung von Automobilrennen zur Verfügung zu stellen.

Ein besonders unerfreuliches Kavitel bildet die

Regimenter in ihre neuen Garnisvnstädte Verdun und Nancy zurückkehren werden. Dagegen werde das 8. Dragvnerregiment in Landau bis zum letz­ten Zeitpunkt der Besetzung verbleiben. Die Städte Speyer, Kaiserslautern, Germersheim und Zweibrücken würden Ende März vollkommen ge­räumt sein. Im Lause des April würden die Kriegsgerichte in der Pfalz zu bestehen aufhören.

Die Haushatts-Lage.

Nb. Köln, 17. Febr. (Eig. Meld.). In einer Mitgliederversammlung der S. P. D. des Kreises Gummersbach sprach gestern Reichstagsabgeordne­ter Sollmann über die politische Lage. Er führte u. a. aus: Weder über die entscheidenden Dispositionen des Reichshaushaltsplanes 1930-31 noch über die Deckungsfrage seien bisher auch nur Ansätze einer Einigung erzielt. Die Spannung im Reichskabinett und zwischen den Regierungspar­teien dauere fort. In dieser Woche werde sich im Reichskabinett ein Kampf Moldenhauer ge­gen Wi s s e l entspinnen, weil der Reichsfinanz­minister stark an fozialpolitischen Ausgaben sparen wolle, der Reichsarbeitsminister dies aber nicht nur ablehne, sondern Erhöhungen einiger Positionen fordere. Der Vorschlag eines sogenannten Slot» Opfers der Beamten stamme aus den Par­teien der Mitte. Die finanziellen Auswirkungen eines Beantten-Nstopfers würden nach der Mei­nung der sozialdemokratischen Finanzsachverständi­gen überschätzt. In der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion werde ein Zuschlag auf die Ein­kommensteuer aller Einkommen über 5 000 oder 8 000 Mark im Jahr erwogen und sei lohnender. Ein Steuerprogramm mit nur indirekten Steuern ohne entsprechende Belastung der höheren Einkom­men und Vermögen sei für die Sozialdemokratie untragbar. Der hier und da geforderte Austritt aus der Reichsregierung fei kein Kunststück. Wich­tiger und schwieriger sei es, sich in der Regierung durchzusetzen. Zeigten die bürgerlichen Regie­rungsparteien nickt das genügende Entgegenkom- men, so müßte die Sozialdemokratie allerdings die letzten Folgen ziehen.

Vielleicht tut sie das, das wäre ja nach Voll­manns Auffassung auch kein Kunststück.

tel zu beschränken, sondern auch der sicherlich ebenso wichtigen Art ihrer Verwendung vollste Aufmerk- jamfeit zu widmen. Dabei stellt der lebendig ab- gesaßte Bericht (Berichterstatter Abg. Heinig)"nicht e CIne mehr oder weniger sensationell ausge- wachre Kritik dar, sondern läßt in seiner geradezu überraschenden Fülle von Feststellungen auf jeder Zeile den ernsten Willen erkennen, in die Materie ernzudringen, und in dem Ringen mit der Bäro- 'rahe des Reiches erfolgreich zu behaupten.

Der Ausschuß ist mit Recht der Bewirtschaftung Der ">el zu zahlreichen Fonds nachgegangen, die un Reichsetat an den verschiedensten Stellen ent- 7°eP und in der Oeffentlichkeit häufig Gegenstand icharser Kritik sind. Seinem Wunsche, die Ausga- ven aus diesen Fonds einzeln zu entziffern, sind ennge Ministerien auch nachgekommen. Andere aber "sieben schwerhörig, offenbar, weil man sich eben oder doch nicht zu weit in die Karten schauen u. c Es ist zu begrüßen, daß der Ans­

chuß hier durchgefahren ist, allen Widerständen Zum Trotz sich recht tief hineingearbeitet und sehr interessantes Material zu Tage gefördert hat. Allerdings, und das ist ebenso bezeichnend, mußte m r«eL seststellen, daß manche Aufschlüsse zunächst unvollständig und sogar direkt irreführend gegeben worden sind. So war z. B. beim Ernährungs- uunrsterium unterBeihilfen zur Teilnahme am Dreinbaukongreß in Bordeaux" als Empfänger an- Zegeben: Professor Dr. N. in Dahlem u. a. 4544 yP-, während die Nachprüfung ergeben hat, daß otejer namentlich genannte Empfänger nur einen betrag von 900 Rm., der größere Teil der Ans- abe aber, nämlich über 3000 Rm. ein schamhaft erichwiegen gebliebener Oberregierungsrat vom iseiundheitsamt für eine Spanienreife erhalten hat. , ** ist nicht immer ein angenehmes Bild, die- cks Subventionssystem allergrößten Umfanges mit efen tausenden von (Empfängern, angefangen von eit verschiedenen Reichsbehörden selbst, über die <anber hinweg zu bekannten und unbekannten Ein­zelpersonen, nicht nur in Deutschland, sondern weit oaruber hinaus. Dabei kann man sich des Ein­backs manchmal nicht erwehren, daß eben diejeni­gen, die die Reichsfonds in den verschiedenen Mlni- 'Eren sowie die dahinführenden Wege kennen, der Bewilligungen leichter teilhastig werden» als an» P*re, die vielleicht in sehr viel größerem Umfange aeourftig wären, aber aus Unkenntnis ruhig da- sitzen und sich mit nichts begnügen muffen.

ilm wenigstens die zahlreichen Doppel- und "reHachsempWnger kontrollieren zu können, macht

mit der Rechnung ein Gesamtüberblick aller Fonds und ihrer Verwendung im einzelnen vorgelegt werde.

Daß für die vom Reiche im Laufe der letzten Jahre für alle möglichen Zwecke gegebenen Dar­lehen in der Höhe von etwa VA Milliarden es heute noch an einer vollständigen und klaren Kontrolle, insbesondere auch über die Zinsleistungen und die Kapitalrückflüsse fehlt, muß eigenartig berühren Es wird deshalb dringend verlangt, daß die Sum­men aller Darlehen, ihre Zinsen und ihre Rück­flüsse für den Reichstag an einer Stelle des Haus­haltsplanes und der Haushaltsrechnung sichtbar ge­macht werden. DieseSichtbarmachung" wird auch mancherlei interessante Ausschlüsse geben.

(Eine Feststellung, die sicher Aufsehen erregen wird, ist die, daß die ganze Reichsoerwaltung, z. B. Heer und Marine, aber auch die Reichsfinanzver­waltung, bis in die neueste Zeit hinein umfang­reiche Bauten im Werte von Millionen auf Grund von einfachen überschläglicken Kostenzusammenstel­lungen ausgeführt haben, und daß ebenfalls Mil- lionenbauten errichtet wurden, ohne daß dem Reichstag vorher irgendwelche Kostenberechnungen und endgültige Pläne vorgelegt waren. Angesichts dieses Verfahrens darf man sich dann allerdings nicht wundern, wenn am Ende vielfach wesentlich Ueberschreitungen der Etatsbewilligungen vorge­kommen sind, oder festgesrellt wurde, daß die von der Reichsverwaltung errichteten Beamtendienst- nnd Mietswohnungen vielfack zu groß erbaut wnr- den, während auf der anderen Seite die Miets­festsetzung nicht auf der Basis der Amortisation der Baukosten erfolgte, sondern grundsätzlich Alt- wohnungsmieten erhoben wurden.

Einen breiten Raum in dem Berichte nehmen - bie Feststellungen ein über die Verletzung der Haushaltsordnung und des Haushallsrechte^ des Reichstages. Eine Ueberschreitung der bewilligten Haushaltsmittel bedarf der vorherigen Genehmi­gung des Reichsftnanzmmisterimns, die beftim» mungsgemaf? nur dann gegeben werden darf, wenn einunabweisbares" Bedürfnis vorliegt und anerkannt wird. Es ist zunächst sehr bezeichnend, daß der Ausschuß feststellen mußte, daß die Be- grmldungen für die unabweisbare Notwendigkeit solcher Ausgaben in vielen Fällenunzureichend, mißverständlich oder durchaus unzutreffend" wa­ren. Zum ersten Male ober ist es eingetreten, daß das Reichsfinanzmmisterium bei verschiedenen Ausgaben, die ohne seine Genehmigung gemacht wurden, die erst nachträglich nachgesuchte Genehmi-

P.D.Z. Berlin, 17. Febr. (Eig. Meld.) In der gemeinsamen Sitzung des auswärtigen Aus­schusses und des Haushaltsausschusses des Reichs- mgcs wird heute über die Schutzklauseln pes Youngplanes und über die Mvrato- riumsbestimmungen beraten. Auf Anttag des Abg. Brüning (Ztt.) wurde, wie das Nach­richtenbüro des V.D.Z. meldet, gegen die Stim­men der Deutschnationalen und der Kommunisten beschlossen, die Beratungen über diese Punkte ver­traulich zn führen. Diese Beratungen dürsten den ganzen heutigen Sitzungstag ausfüllen.

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C. N. B. Berlin, 17. Februar. (Eig. Meldung.) Wie wir erfahren, empfing der Reichspräsident heute mittag den Vorsitzenden der deutschnattonalen «Partei, Geheimrat Hugenberg und den Führer der dmtschnationalen Partei, Geheimrat Hugenberg und den Führer der deutschnattonalen Reichstagsfrak­tion Dr. Oberfohren. Staatssekr. Meißner wohnte der Unterredung bei. Don unterrichteter Seite ver­lautet, daß der Reichspräsident Ende voriger Woche bereits den Vorsitzenden der Deutschen Volks- Partei, Dr. Scholz und den Führer der Reichs- tagsfrattion des Zentrums, Dr. Brüning, emp­fangen hat. Heber den Besuch von Geheimrat Hugenberg und Dr. Oberfvhren beim Reichspräsi­denten wird weiter mitgeteilt, dnZ die beiden Herren ihre Auffassung über die mit dem Poung- Plan zusammenhängenden.Pwbleme vortnigen und insbesondere ihre Bedenken hinsichtlich des den tsch- volnilAen L i quid ations ab m mens. der Santtionssr.age und der Nic^erledigung der Saarfrage sowie der Untrapbarfeit der dem deut­schen Volke aus dem Ponngplan erwachsenden Lasten darlegten. Der Reichspräsident hat, wie es in der Mitteilung weiter heißt, diese Ausführun­gen mit Aufmerksamkeit entgegengenommen und erklärt, sich seine persönliche Entschließung bis nach Beendigung der Beratung und der Beschluß­fassung des Reichstages Vorbehalten zn müssen.

Die Räumung der Pfalz.

DasEcho de Paris" läßt sich aus Strasburg über den Verlauf der Räumung der Pfalz melden, daß zwischen dem 10. und 20. März die in Lan- dau liegenden beiden Infanterie- und Artillerie-

Endlich wirksame Ekalskonlrolle

Aus dem Reichstag schreibt man uns:

Monatlich 1.80 einfchließl. Postgebühr (48 Pf., ohne 3mteUg. Anzeigen-Preise: Kleinzeile (Col.) lokal 0,15 fUl, auswärts 0,20 Le. Reklamezelle: lokal0,60 -Ul. auswärts0,80 O Bei Wiederholunaen Rabatt. Postscheck!. Tranks a. M. 4051

Wenn der Hl. Vater nun den St. Josephstat am 19. März als Sühnetag proklamiert, so wir! diese päpstliche Kundgebung in der gesamten Well ein gewaltiges Echo finden, vor dem vielleicht auch die sowjetruffischen Machthaber etwas kleinlaut werden. Denn die Flut der Empörung gegen die schändliche Vergewaltigung des christlichen Gewis­sens in Rußland schwillt hoch an und wird üb°r die Kirchentüren hinaus auch die Parlamente erfaßen. Es zeigt sich, daß es nod> eine christliche Erde gibt,

« vtuuly>utunt u.u? len schon Mittel bewilligt worden sind. Im übri-

1«h künftig nicht nur auf die Bewilligung der Mit- »gen verlangt er, daß dem Reichstag künftig schon

ist von einer Bedeutung, die über das religiöse Ge­biet weit hinausreicht. Man irrt wohl nicht, wenn man annimmt, daß die Kundgebungen englische: Bischofskonferenzen, bei denen auch eine die 'Ser bienfte der Kirchen hervor hebende Botschaft Sönif Georgs verlesen wurde: in dem Schreiben des HI Vaters ihren wenigstens mittelbaren Anlaß haben Ebenso dürften die Demonstrationen in Frankreich in der Schweiz, in Schweden, in Holland sowie dii Aufrufe der deutschen protestantischen Landeskir chen durch den Schritt Roms hervorgerufen sein Auch früher haben, wie der Papst ausdrücklich fest stellt, die vom römischen Institut für orientalische Studien veranstalteten Vorträge über die gottes­lästerlichen Anordnungen der Sowjets in London, Paris, Genf, Prag und anderen Städten Nach­ahmung gefunden.

Der Brief des Papstes stellt in seinen Folgerun­gen und auch in seinem eindeutigen, jede biploma* tische Verschleierung bewußt velmeidenden Word (aut, den Abbruch aller Verhandlungsmöglichkeitel mit dem gegenwärtigen Sowjetstaat dar, was umst bedeutsamer ist, als die Kurie in früheren Jahren die Voraussicht einer Verständigung mit Moskau nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen, ja, in den Verhandlungen, die im Jahre 1925 angebahnt waren, ein ungewöhnliches Maß von Geduld be­wiesen hat. Wie weit hierbei die Forderung Sonn jet-Rußlands ehrlich gemeint waren, wird kaum M beweisen fein. Sicher aber ist, daß Stalin heute Rom tn einer so brutalen Weife provoziert, daß sicherlich auch von seiner Seite mit einem Konkor- durchaus oberflächliche Wirtschaftsführung beim I bat nicht mehr gerechnet wird.

Reichsarbeitsministerium. Hier wurde festgestellt, I Wenn der Papst einen Brief von solcher Deut- daß im Etat der Kriegsbeschädigten im Jahre 1928 I lichkeit schreibt, in dem die Empörung aus jeder eine Ueberschreitung von über 76 Millionen einge- I Zeile lodert, und die Anschuldigungen immer er* treten ist, die und bas ist bas Bezeichnende I neut ausgewuchtet werden, dann hat ein solckes zum größten Teil erst nach Schluß des Reck- I Schreiben den Rang eines geschichtlichen Doku- nungsjahres überhaupt bekannt wurde, und so im I mente. Der päpstliche Briefschreiber erwähnt auck Frühjahr letzten Jahres mit zu der außerordent- I eine Reihe von Maßnahmen, die auf seine Der- lick schwierigen Kassenlage des Reiches beigetragen I anlaffung in Rußland zur Linderung der Gewiffens- hat. Daß die Rechnungen der Krankenkassen aus I not der Gläubigen getroffen wurden. So bat er Anlaß der Heilbehandlung der Kriegsbeschädigten I den Patriarchen Tychon vor der Verurteilung zum nur sehr langsam vorgelegt werden, läßt ja darauf I Tode bewahrt. Freiwillige Spenden der kotholi- schließen, daß man dort offenbar nicht so in der I scheu Welt Haden täglich 150 000 Kindern Nahrung Geldklemme steckt wie im Reiche. Aber daß die I ermöglicht, bis die päpstticken Abgesandten ihr Sa- Abrechnung der in ihrer Höhe sehr schwankenden I mariterwerk aufgeben mußten, weil die Russen es Zusatzrenten rund 290 Millionen Mark nur halb- I vorzogen,Tausende Unschuldiger dem Tob zu wei- jährlich und von emigen Stellen sogar nur jähr- j Heu, als sie von der christlichen Nächstenliebe er­lich vom Reichsarbeitsministerium verlangt wird, I nährt zu sehen". Unterdessen sind Priester und ta* bezeugt eine Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit hin- | tholifche Ordensfrauen eingekerkert, verschickt und sichtlich der finanziellen Auswirkung, daß man dar- I mit zweien ihrer Bischöfe zu Zwangsarbeit verur- über nur staunen kann. Das Ergebnis war dann I teilt worden. Daß es sich bei diesen Aufzählun* allerdings auch dementsprechend. Hoffentlich schaut I gen nicht, wie die deutsche kommunistische Presse man auch hier einmal nach dem Rechten. | glauben machen möchte, um Schauermärchen Han*

ii»uihihi i I dtztt, bestätigt ein unverdächtiger Zeuge, dasBert,

etitfpirttiof tnoifor I Tageblatt", indem es am 14. Februar schreibt: Kmetgwet lueneu.Schon seit Jahren füllen Hunderte von katholischen In der Verteidiauna des Deutsch-polnischen Li- I Geistlichen die Sowjetgefangnisse, gewiß der größte quidatioilsabkommens hat bas Reichsaußenmini- | Teil von ihnen unschuldig. Es ist in der letzten fterium darauf hingewiesen, daß man mit der loya- ] Zeit schlimmer geworden .... Zur Belebung des lenDurchführung des Vertrages seitens Polens | Parteisinnes ist noch nie so viel Gewalt, so viel rechnen dürfe. Mer diese Erklärung fand von I ausgeklügelte Kränkung verübt worden." vornherein berechtigten Widerspruch. Man wußte I ®ür ba, roQ5 öa merL ZaaebL" h}er mi)be bem Scknlabfmnnien^^ RM zum Beispiel Mit I aIs ausgeklügelte Kränkung bezeichnet, führt es ate- SerfrSSÄT' ÄÄ, L" ehrlicher bald ein Beispiel an, bas zugleich beweist, daß es Reichstages Haden deshalb ch^re f^rfften finten iZS» jÄSÄeRo gegenüber bem Deutsch-polnischen Liquidationsab-

tarne».«ufert. Und wie mir feÄt »Kiem D "ÄÄ

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kommt. Von 6112 Hektar, die zur Zwangsenteig- I Lte^em'f ^er man wolle auch Mitteilen, was Mit nung in Pommerellen z. B. kommen, befinden sich I ^.er geschehen solle. SDlan roerbe ihr Meta.l 5455 Hektar, also fast 90 v. H. in deutscher Hand. «**"**-

In Posen werben etwa 60 v. H. deutschen Besitzes enteignet. Das beweist uns, daß bie polnische Agrarreform eine unglaubliche anti-deutsche Ten­denz im sogenannten Korridorgebiet aufzeigt. Der deutsche Besitzer von Grund und Boden soll voll­ständig ausgetrieben werden, in anderen Gebieten