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Ziergarten

Obstgarten

ist es nun, sofern noch nicht geschehen, für das ^u^sichten der Stachel- und Johannisbeeren die höchste Zeit, auch die alten abgetragenen und ein« getrockneten Himbeerruten müssen entfernt merben.

gibt es noch nicht allzuviel zu tun. Eine Haupt­arbeit wird wohl das Auslichten und Schneiden der Ziergehölze und das darauffolgende Umgra­ben zwilchen den Sträuchergruppen sein. Der Schnitt der Ziergehölzs erfordert mehr Kenntnisse und Sorgfalt als man gemeinhin annimmt, und der Endeffekt sollte nicht darin bestehen, daß man einen großen Reisighauien aufgestapelt (mf. damit man auch etwas sieht, sondern daß jeder Strauch in Berücksichtigung seines natürlichen Wuchses und insbesondere seiner Blütezeit richtig behandelt wurde. Sc bleiben z. B. selbstverständlich alle zeitigen Frühjahrsblüher, wie Goldglöckchen, Man­delbäumchen, Kornelkirsche, Flieder u. a. m. unbe­schnitten und erfolgt deren Schnitt erst nach beeil« Mer Blüte. Auch die als Borsträucher dienenden ausgesprochenen Blütensträucher behandele man in­dividuell nack ihrem Habitus, ein verständiges leichtes Auslichten ohne vielen Rückschnitt ist auch hier am besten. Etwas forscher kann man schon bei den reinen Laubgehölzen oder sogenannten Decksträuchern vorgehen, hier ist meist ein kräftiger Mckschnitt oder Anslichten am Platze. Auch Rosen werden gut ausgelichtet, von allem trockenen Holze befreit und kräftig znnickgeschnitten.

Im

Gemüsegarten

regt sich Mitte bis Ende Februar auch schon das Leben. Ist em kleines Frühbeet vorhanden, em sogenannter halbrvarmer oder kalter Kasten trüb meist genügen, um den Bedarf bes Kleingärtners an frühen Pflanzen oder etwas Frühgemüse her­anzuziehen, so sollte man die Erbe herauswerfen, sie mit guter Komposterde untermischen, die Wan­dungen des Kastens und die Fenster wenn nötig reparieren und sodann die Erde wieder etnmerren, um sie zur Saat vorzubereiten. Bei früher Aus­saat bzw'. Fruhgemüsczucht müssen unbedingt Stroh­decken bereit gehalten werden. Mit Maschendraht überspannte Holzrahmen in Gröhe der Miübeet- fenster sind sehr gut zu gebrauchen, wo die Aus­saaten durch Geflügel gefährdet werden, so daß man sich nicht getraut, die Fenster zu lüften Ist die Erde genügend abgetrocknet, können ins fre;e Land schon Rapünzchen, Spinat, Zwiebeln, Karot­ten und auch schon Erbsen gesät werden, ebenso Petersilie und andere Küchenkräuter.

Im

Der Garten im Februar.

Der schöne lange Herbst und der bis jetzt un- aewöbnlich mild verlaufene Winter ließ so manche Arbeit zu, die in anderen Jahren erst in den ersten ^abresmonaten ausgeführt werden konnten, und wir geben bereit, den Samen für das kommende Gar- tenjahr in den Boden zu legen. Aber hierbei soll­ten wir uns doch sehr vor allzu großer Boreilig­keit hüten, denn frühe Saat gibt nicht immer frühe Ernte, sondern im Gegenteil, das Samenkorn ist der noch zu erwartenden rauhen Witterung fast schutzlos preisgegeben-, es liegt zu lange im Boden und'mit wenigen Ausnahmen ist dies unbedingt ein schwerer Nachteil. Also man säe rechtzeitig, aber nicht zu zeitig, dasselbe gilt auch als Regel für die Pflanzung von krautartigen oder Holzge- irächsen, wenngleich man letztere unbedenklick, in frostfreiem Boden jederzeit pflanzen kann, sofern man die nötigen Borsichtsmaßnahmen für einen eotl.notwendigen schnellen Kälteschutz bereit hält

fett eine gute Bodenlockerung und Düngung durch­geführt werden.

Elektrische Bodenbeheizung.

Die Wirtschaftlichkeit der Gartenbauanlagen mit elektrischer Bodenheizung, wie solche vor Jahres­frist in Frankfurt a. M. eingerichtet wurden, hat ihre Probe bestanden. Man hatte zunächst zwei Frühbeete inmitten der strengsten Kälte mit elektrischer Bodenheizung ausgestattet. Als Heiz­widerstände dienten besondere Bodenheizkabel, die etwa 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche her- laufen. Als Isolierschicht nach unten wurde Holz- ftrhlenunterlage verwendet. Die Versuche zeigten, daß bei einer Außentemperatur von 0 Grad C. eine elektrische Arbeit von etwa 0,7 Kilowattstunde für den Tag das Quadratmeter erforderlich ist, um eine Beetwärme von plus 14—17 Grad C. zu erreichen. Bei 12 Grad Kälte war eine Kilo­wattstunde erforderlich. Die Erwärmung des Luft­raumes geschieht durch die Ausstrahlung des Erd­bodens und durch ein System von Drainageröhren, die bis auf die Kabel eingesenkt sind. Innerhalb 26 Tagen konnten im März 40 Stück guten Kopf­salates von einem Beet von 1.88 Quadratmeter Größe geerntet werden. Sonst werden dazu in Gewächshäusern 6—9 Wochen benötigt. Die guten Erfahrungen, die man bis jetzt mit der elektrischen Bodenbeheizung in Frankfurter Gärtnereien ge­macht hat, sollen nunmehr weiter ausgenützt wer­den, indem man die Anlagen erheblich vergrößern will. In den letzten Wochen fand auch eine elek­trische Belichtung der Pflanzen zur Beschleunigung des Wachstums verstärktes Interesse.

Der Meintierhof im Februar.

Die Hühnerställe sollen mindestens 4 Grad Celsius warm sein, dann wird die Legetätigkeit bald einsetzen; bei warmer Witterung werden so­gar schon manche Hennen brütlustig werden, was man ausnutzen soll, um für den nächsten Herbst Winterleger zu erhalten. Die Glucken sind aber nur dann zu setzen, wenn für die Aufzucht ge-

Küchen-Aberglauben.

Bon Annie Jäckel- Mannheim.

Immer wieder hört man das Märchen von den gif­tigen Fischen oder von den Fischen, die man in gewissen Monaten nicht essen dürfe, weil sie dann gesundheits­schädlich seien. Die Hausfrauen sollten sich ein für alle Mal merken: Es gibt keinen giftigen deutschen Speise­fisch. Gesundheitschädlich ist ein Fisch erst, wenn er ver­dorben ist, was man an Farbe, Geruch und Festigkeit des Fleisches leicht feststellen kann.

Es ist weiter ein alter verbreiteter Küchenaberglau­ben, daß man Fett beim Auslassen mit einem frischge­schnittenen Buchenholz umrühren müsse, um seine Halt­barkeit zu gewährleisten. Ebenso ist es absolut über­flüssig in den Fettopf ein kleines Buchenscheit zu legen und das Fett dariiber zu gießen. Gutes, einwandfreies Fett, in sauberen Töpfen aufbewahrt, hält sich beinahe unbeschränkt.

Zähes Fleisch wird auch nicht weich, wenn man ihm ein Gläschen Rum oder Arrac hinzufügt. Allenfalls hilft etwas längeres Braten oder Kochen, aber auch das nicht immer.

Das Umrühren des Mehles in der Mehlkiste verhin­dert keineswegs das Eindringen von Mehlwürmern in die Vorräte. Nur gründliche Reinigung und möglichst rascher Verbrauch des Mehlvorrates bieten einen wirk­samen Schutz.

Kartoffelkeime werden nicht unschädlich, wenn man sie auch kocht. Sie miissen sorgfältig entfernt werden. Verdauungsbeschwerden bei Mensch und Tier sind sonst die Folge.

schützte Räume vorhanden sind, andernfalls die Kücken eingehen. Die Enten und Gänse schreiten ebenfalls zur Brut, wenn ihnen die Eier nicht regelmäßig weggenommen werden. Bei den Tau­ben können die Zuchtpaare zusammengesteltt wer­den, indem man die künftigen Gatten für einige Tage zusammensperrt. Schreiten sie gleich zurBrut, so werden die Jungen auch nur in warmen Schlä­gen durchkommen. Die Kaninchen können ebenfalls zur Paarung zugelassen werden, wenn sie sich nicht gerade in der Härung befinden; in diesem Fall gibt es minderwertige Nachzucht. ^Die Jun­gen gedeihen aber auch nur in guten Stallungen. Nahrhaftes Futter trägt viel zur Berschönerung des Felles bei, zumal ölhaltige Sämereien, z. B. Sonnenblumenkerne, Leinsamen usw. Grünfutter ist während der Kälte nur mit Vorsicht zu geben, gefrorenes ruft gefährliche Verdauungsstörungen hervor. Die Ziegen nähern sich dem Ende der Tragzeit und find allmählich taufen zu stellen, denn zu lang fortgesetztes Melken ist sowohl für die. Entwicklung der Jungen als auch für die Gesund­heit der Alten nachteilig. Selbstverständlich sollen die Muttertiere gut gefüttert werden, wenn mög­lich etwas Körnerfutter und auch Bewegung im Freien erhalten.

Praktische Winke.

as. Angefrorene Baumpakete sind in einem frost- freien Raum langsam aufzutauen. Trockne Wur­zeln sind nochmals zu beschneiden, und man stellt den Baum dann einige Stunden ins Wasser. Auch das Eintauchen der Wurzel in einen dünnen Lehm­brei vor der Pflanzung ist anzuraten.

as. Der Gartenplan, d. h. eine kleine Skizze über Einteilung und Bepflanzung der vorhandenen Pflänzchen, erleichtert ungemein die Frühjahrsar­beit und gestattet eine Uebersicht über die notwen­digen Ausgaben für Pflanzen und Sämereien usw. Man benutze ungünstige Witterung dazu, sich einen solchen Kulturplan auszuarbeiten. Bei größeren Neuanlagen ziehe man einen erfahrenen Fachmann (Gartengestalter, Baumschulfachmann usw.) zu Rate.

Winterliche Küchenrezepte.

Linsenbralen.

Man kocht , ein Pfund Linsen in nicht zu viel Wasser ziemlich weich und passiert sie durch ein Sieb. Die Linsenmasse wird dann mit einem Eigelb, etwas Salz, einer Gewürznelke und Pfeffer nach Geschmack mit footei geriebenen Brötchen vermischt, daß ein fester Teig ent< steht, den man zu einem Braten formt. Dieser wirk dann in einer Kasserolle mit Fett und Zwiebeln gu durchgebraten. Mit Fleischbrühe gufgefüllt und ge­bunden, ergibt sich eine gute Soße. Man gibt den Linsenbraten mit Kartoffelstücken zu Tisch.

polnischer Bigosch.

Man schneidet zwei Pfund roh geschälte Kartoffel i» kleine Würfel und gibt sie mit einem Pfund recht klein geschnittenem Weißkraut, sowie einem halben Pfund in Würfel geschnittenem geräucherten Speck in die Kasse rolle, nachdem man vorher etwas Salz und Pfeffer, ein« Gewürznelke und etwas Ingwer hinzugefügt hat. Das ganze Gericht muß etwa zwei Stunden gut kochen und fortgesetzt umgerührt werden, damit es nicht anbrennt. Sind die Kartoffeln und das Kraut zu einer breiartigen Masse zerfallen, dann gibt man ein Glas Madeira odei ein Glas guten Rotwein dazu und läßt noch einmal kur- aufkochen. Der polnische Bigosch, übrigens eine Natio­nalspeise der Polen, die im Winter auf keiner Speise­karten schien darf, schmeckt auch, gewärmt ganz ausge­zeichnet, manche Polen behaupten sogar,, er bekomme er? sein richtiges Aroma, wenn die Speise erst einmal erkalte, und dann wieder gewärmt sei.

Das Auslichten der älteren Obstbäume ist wohl zumeist beendet und beginnt jetzt der Formschnitt an jüngeren Obstbäumen und Spalieren und jo weiter. Hierbei ist zu beachten, daß der notwen­dige Schnitt nur mit scharfer Schere oder Mester ouLgeführt werden darf, denn nur bei glattem präzisem Schnitt direkt über der Knospe wird ein rasches Verheilen der Wunden erzielt. Zapfen dür­fen auf keinen Fall stehenbleiben. Für das Um- propfen älterer nicht tragender Bäume ist jetzt die beste Zeit, man schütze die Propfreiser! — Die benötigten Propfreiser tarnt man in jeder guten Baumschule bekommen. — Der Kampf gegen das Ungeziefer beginnt jetzt schon wieder auf der gan­zen Linie, wir werben nach dem ungewöhnlich milben Wetter keinen unserer Schädlinge vermis­sen, wenn auch bie heimischen Vögel recht eifrig vorgearbeitet haben. Also auf zu neuem Kampf und Sieg im neuen Gartenjahr! as.

Wmlerspritzung im Obstbau.

Die winterliche Spritzung der Obstbäume ist eine wichtige Maßnahme der Schädlingsbekämpfung im Obstbau. Sie bient in ber Hauptsache zur Be­kämpfung von Moosen und Flechten, bann aber auch zur Bekämpfung zahlreicher tierischer und pllz- licher Schädlinge. Die Dauer-Pilzsporen (Mehltau, Polsterschimmel, Schorf) mrben dadurch ebenso getroffen wie die tierischen Schädlinge, welche den Winter in verschiedenen Entwicklungsstadien in Schlupfwinkeln an ber Rinde verbringen. Die beste Zeit für eine Winterspritzung der Obstbäume ist der ausgehende Winter; an frostfreien klaren Wintertagen muß die Winterspritzung durchgeführt werden, da sich bann nach der Winterruhe allmäh- Itch bei den verschiedenen Eiitwicklungsstabieu der Schädlinge wieder neues Leben regt. Lange Jahre geschah bie Winterspritzung fast ausschließlich mit Obstbaum-Karbolineum, das in 10—ISprozerttiger Konzentration angeroenbet wurde und eine gute Wirkung gegen. Moose und Flechten aufwies. Da­neben zeigten sich aber Schädigungen, die vor al­lem in einer Hemmung, ja nicht selten in einer richtigen Verbrennung ber Tragknospen bestanden. Außerdem tritt häufig durch Karbolineumspritzun- gen eine Schädigung ber Grasnarbe unter dem Baumbestand ein, die sich in sehr starker Hemmung des Graswuchses äußert. Man ist deshalb zur Verwendung weniger gefährlicher Mittel überge­gangen, deren Wirksamkeit dem Karbolineum gleichwertig ist. Hier ist vor allem von den Schwe­felpräparaten dasSolbar zu nennen, die sogenannte trockene Schwefelkalkbrühe, die sich in 3prozentiger Lösung bei der Winterbespritzung der Obstbäume und Beerensträucher auf das beste bewährt hat. Tierische und pilzliche Schädlinge werden durch diese Spritzung vernichtet, ohne daß die Bäume Schaden nehmen.

Das Verjüngen der Obstbäume.

Manche Obstsorte, wie zum Beispiel Winter- golbparmäne, Eveapfel, Box' Flaschenbirne, Gute Luise von Avranches, trägt in der Jugend gut und reichlich und bildet gute Triebe, während sie mit zunehmendem Alter teilten Holztrieb mehr zeigt, kleine Früchte bringt, von Schorf und ande­ren Krankheiten befallen wird usw. Solche Bäume lassen sich, wie uns die Pressestelle der Landwirt­schaftskammer mitteilt, durch einen sachgemäßen bis ins alte Holz ausgeführten Verjüngungsschnitt zu einem neuen Wachstum wieder anreizen unter der Voraussetzung, daß der Baum noch gesund ist. Das Zurückschneiden der Aefte erfolgt in gleicher oder ähnlicher Weise wie beim Abwerfen der Krone zum Umpfropfen. Akit dem Verjüngen müs­