Fuldaer Zeitung
zomstog, den IS. Februar 1930.
für
u „Frankreich" torpediert die Londoner Abrüstungskonferenz.
NännsrairarteH Bronnzell
Es ladet freundlichst ein
Anfang 7.01 Uhr. Kassenöffnung 6.29 Uhr.
Eintritt: Damen 0.50 Mk., Herren 1.— Mk.
Sonntal, den 16. Feör., Im
Jägerhaus Bronnzell
den Staat, nne der Strick den Erhängten", d. h. wenn der brutale Egoismus überragenden Einfluß im Staate gewinnt, wenn die kalte Materie über das warme Leben, das Geld über das Blut das Uebergewicht erhält, dann ist der Staat bald nur noch scheinbar ein lebender Organismus, Vesten Zuckungen zur Ruhe kommen werden, wie beim Erhängten am Stock.
prozentuale Belastung des Einkommens der Gesamtwirtschaft und Der Landwirtschaft sich wegen der in der Landwirtschaft gegebenen besonderen produktionstechnischen und betriebswirtschaftlichen Verhältnisse außerordentlich belastend für die Landwirtschaft auswirken. Weiter führt der gegenwärtige Ueberweisungsschlüssel, der zu sehr an das örtliche Aufkommen anknupft, zu einer finanziellen Proletarisierung aller derjenigen Gemeinden, deren Struktur ein ausgesprochen agrarisches Vorzeichen trägt. Deshalb erscheint gerade wegen der weiteren Belastung der Gesamtwirtschakt mit Steuern die Forderung berechtigt, bei der Aendeomg des Finanzausgleichs mit dem System der Verteilung noch dem örtlichen Aufkommen zu brechen und es durch eine Verteilung zu ersetzen, die, wen.gstens soweit Polizei-, Wege- und Schullasten in Frage kommen, die Ausgabenseite zum Ausgangspunkt nimmt.
Starke Angriffe richten sich bei den finanzpolitischen Erörterungen gegen die Arbeitslosenversicherung, gewiß nickt ohne Grund, da der größte Teil der "Fehlbeträge der Vorjahre zu- rückzuführen ist auf die Pflicht des Reichs zu Zuschußleistungen an die Re-chsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Wieweit diese Angriffe berechtigt sind, soll hier nicht erörtert werden. Es gibt aber zu ernsten Bedenken Anlaß, wenn man mit einer gewissen Genugtuung heroorhebt, daß der in den nächsten Jahren zu erwartende Ausfall an Arbeitskräften infolge des Geburtenrückgangs seit Kriegsbeginn „normale" Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkte schaffen wird. Das bedeutet offenes Bekenntnis zum wirtschaftlichen Pessimismus, voreiliges Verzichten auf einen Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft, resigniertes Aufgeben der Zukunft unserer Nation.
Wenn diese Auffassung allgemein werden sollte, wenn die lebende Generation nicht mehr den Wunsch und die Hoffnung hätte, daß ihren Kindern und Kindeskindern ein besseres Los beschieden
sprechen wünschte. Herr Pomernatzki würde um 1 Uhr zurückerwartet.
Das Fräulein? Rein, das Fräulein wünsche er nicht zu sprechen. Man möge dem Herrn ausrichten, üoß Herr Olaf Lilloe im Grand Hotel angekommen sei und chn um drei Uhr in der Halle erwarte.
Dabei wurde Leo gewahr, daß er keine Visitenkarten besaß, die er unbedingt haben müßte. Er schlenderte langsam die Champs Elysöe zurück und überleate sich noch im Gehen, wer wohl das Fräulein sein möchte, das er hatte sprechen können. Am Concordienplatz bog er links nad) der Madeleine ein, in deren Nähe er eine kleine Druckerei fand. Hier bestellte er sich Visitenkarten auf den Namen Olaf Lilloe, und ging dann seinem früher gefaßten Entschluß zuwider, in ein klemes, bescheidenes Restaurant, wo er frühstückte.
Nach dem Frühstück holte er die Visitenkarten ab und ging in sein Hotel zurück, setzte sich mit ferner Mappe in die Halle zu einer Tasse schwarzen Kaffee, nachdem er dem Portier Weisung gegeben hatte, wo er ZU finden war, und wartete auf Matthaeus Sacharowitsch Pomernatzki. Nachdem die Einkassierung des Schecks so glücklich vonstatten gegangen war, war er nicht mehr so aufgeregt wie morgens. Immerhin war ihm nicht übermäßig wohl zumute, denn der eigentliche Kampf sollte erst jetzt beginnen. Einen Plan hatte er sich noch nicht zurecbtgelegt, weil er nicht wissen konnte, wie sich Pomernatzki benehmen würde. Seine Hauptmasse war ja, daß er im Besitz des Briefes, der Akten und des Schecks war. die Pomernatzki an Lilloe geschickt hatte. Er nahm auch an. daß sich Pomernatzki inzwischen bei der Bank erkundigt haben würde, ob der Scheck eingelöst worden fei. Bei diesen Gedanken reute es ihn, daß er die 15 000 Francs nicht auf eine andere Bank eingezahlt hatte.
Er sagte sich zwar, daß die Bank Pomernatzki keinesfalls mitteilen dürfte, w-s andere Kunden, und er mar doch jetzt Kunde des Credit Lyonnais, für Geschäfte machten, aber konnte man denn wissen, ob der würdige Napoleon am Schalter nicht ein guter Freund des Pomernatzki wäre, der ihm von diesem neuen Konto . Leo Ortrand" erzählen würde? Schließlich mar er ja Pomernatzki keine Erklärung darüber schuldig D'.e Hauptsache war, Ritbe zu bewahren, möalichst wenig zu sage» und sich viel vom anderen erzählen zu lassen.
den Etatsjahr erstmalig mit einem Defizit (in Höhe von 88 Millionen) zu recknen, zu dessen Deckung wenn nicht die Realsteuern erhöht werden sollen, erhöhte Uebenr-eisungen des Reichs erforderlich sind.
Die meisten dieser Vorschläge haben heute nur noch theoretische und historische Bedeutung. Wenn sie auch noch keineswegs alle denkbaren Steuerreformmaßnahmen erschöpfen, so zeigen sie in ihrer starken Divergenz doch die Bedeutung jeder Umordnung unseres Steuerwesens. Die Steuerpolitik hat eben „aufgehört, bloß Instrument fiskali'cher Befriedigung, zu fein. Sie ist das Instrument geworden, mit dem ein gestaltender Wille das Schicksal der Wirtschaft als ganzes formen kann."
Inzwischen find die Väter der Reformpläne zur gegenseitigen Bekämpfung übergegangen und bezeichnen ihre Pläne in ernst zu nehmenden Veröffentlichungen als „Kindereien" und „Utopien". Damit senkt sich der Vorhang über einen konstruk- tionsreichen und -frohen Zeitabschnitt, der mit den parlamentarischen Verhältnissen so wenig rechnete wie ein Märchen mit der Wirklichkeit.
In relativer Uebereinstimmung mit diesen Reformvorschlägen legte kurz vor Weihnachten 1929 Hilferding in den bekannten 14 Punkten das Steuerprogramm der Reichsregierung vor. An Erleichterungsmaßnahmen waren vorgesehen: Senkung der Einkommensteuer, Senkung der Vermögensteuer, Senkung der Realsteuern, Aufhebung der Rentenbankzinsen und der Aufbringungslast, Aushebung der Zuckersteuer, Neuregelung des Finanz- ausgleichs, Verstärkung der Aufsicht über die Finanzgebarung der Gemeinden und Gemeindeoer- bände. So schloß das Jahr 1929 harmonisch ab mit der verheißungsvollen Botschaft, mit der es begonnen hatte. Noch nicht ganz zwei Monate sind seit dieser gebefreudigen Ankündigung (der Reichsregierung!) vergangen. Tatsächlich durchgeführt ist inzwischen die Erhöhung der Tabaksteuer um 220 Millionen Reichsmark, die Erhöhung des Beitragssatzes der Arbeitslosenversicherung um Prozent, die Einsetzung eines Schuldentilgungsfonds in dem neuen Etat in Höhe von 450 Millionen. Die Senkungen sollten insgesamt 700 Millionen betragen.
Der Etat Moldenhauer zeigt ein Defizit von 700 Millionen. In zwei Monaten also eine Spanne oon 1400 Millionen! An die Stelle der verheißenen Steuersenkungen sollen Steuererhöhungen treten. Für die Wirtschaft eine schwere Enttäuschung, wenn auch nicht verkannt werden soll, daß solche Erhöhungen notwendig sind, wenn überhaupt einmal, vielleicht von 1931 ab, Steuerentlastungen eintreten sollen.
Eine gewisse Tragik liegt darin, daß ein sozialistischer Finanzminister eine wesentliche Entlastung der Wirtschaft verkündete, die der Deutschen Volkspartei noch nicht ausreichte, und daß jetzt ein Minister der Volkspartei unter vorläufigem Verzicht auf Steuersenkungen ebenso starke Steuererhöhnn- gen vorschlägt. Allerdings hat dieser Finanzminister noch einen guten Ruf zu verteidigen und zu verlieren, und das läßt es ebenso unberechtigt or- 'cheinen, sich für die nächste Zeit einem allzu starken Pessimismus hinzugeben wie bisher einem zu großen Optimismus.
An der künftigen Regelung der Finanzwirt- fchaft ist die Landwirtschaft in besonderer Weise interessiert. Selbst wenn man bei der Berechnung, wie stark einerseits.die Gesamtsteuerlast der Wirtschaft und andererseits die von der Landwirtschaft aufgebrachte Steuer das „Einkommen" der Landwirtschaft belastet, zu einer relativ gleichen Ver- hältniszahl käme, müßte gerade diese gleichstarke
Dann bekam es Leo plötzlich doch mtt der Angst. Wie, wenn der Mann chn auf Norwegisch anspr-cken würde! Er wußte ja nicht einmal, wie „Guten Tag" heißt! Das hatte er gar nicht in den Kreis seiner Berechnung gestellt, daß er seiner eigenen Landessprache nicht mächtig war! Französisch sprach er wie ein Franzose und Englisd) genug, um sich mit einem Engländer über alles verständigen zu können, aber Dänisch oder Norwegisch, nicht ein Wort!
Eine schöne Geschichte! Und jetzt war es zu spät, jetzt konnte der Mann jeden Augenblick kommen. Die große Uhr zeigte schon auf drei. Das Gläschen Kognak neben seinem Kaffee, die unvermeidliche Zugabe zu diesem Getränk in Frankreich, hob seinen Mut wieder. Es kam eben daraus an, sich so gut wie möglich aus der Asfäre zu ziehen Es war auch kaum wahrscheinlich, daß dcr Russe oder Pole, was auch Pomernatzki fein mochte, mit ihm norwegisch sprechen würde, ebenso wenig wie er mit ihm russisch. Sicherlich sprach der Mann wie alle Russen französisch und da konnte ihm nichts postieren.
Ein Bo» trat an seinen Tisch heran. „Herr Lilloe?" fragte er. Leo nickte. Der Boy winkte dann nach der Terrasse zu und von dieser kam ein mittelgroßer, nicht sehr schlanker Mann d'e Stufen herunter und trat an Leos Tlsch. „Sie sind Herr Lilloe", sagte er auf Französisch, „mein Name ist Pomernatzki Sie sprechen dock; französisch, hasse ich" Leo erhob sich und antwortete in gleicher Sprache: „Ich freuejnid) sehr, Ihre Bekanntschaft zu macken bitte nehmen Sie Platz. Darf ich Ihnen eine Tasse Kossee anbielen oder einen Whisky- Soda? Wollen wir hier sitzen bleiben oder in das Lesezimmer gehen?"
„Bleiben wir doch hier“, sagte Pomernatzki. „wenn ich um einen Whiski bitten darf.“
Leo musterte den ihm Kegenübersitzenden, während der Kellner dos besohlene Getränk einlchcnkte Pomernatzki bette ein länglich sckmales, aber keineswegs mageres Gefickt mit einer auffallend glatten Haut Er trug keinen Scknurrbart. hatte wenig Haare auf dem Kopfe nur an den Seiten waren fie dichter und an den Schläfen stark ergraut. Seine Augen schimmerten graugrün und waren schön geschnitten, jedoch von vielen Falten und Fältchen umgeben, so daß er wesentlich öfter sein mußte, als der erste Anblick glauben ließ. Unter seiner
etwas gebogenen Nase zog sich ein ziemlich sinnlicher Mund mit starken Lippen Er war mit äußerster Sorgfalt gekleidet, trug eine sehr schöne Perle in der Krawatte und zwei Ringe mit schönen, bunten Steinen am kleinen Finger. Alles in allem sah er aus, wie ein Mann, dem es sehr gut ging, der genau wußte, was ei wollte, und der den Genüssen des Lebens nicht abhold war. Er trug einen blauen, anscheinend von einem sehr guten Schneider gefertigten Anzug und an den Füßen hochglänzende, braune Schuhe mit hellen Tuch- gamaschen, die Leo trotz seiner Aufregung bewunderte.
„Ich danke Ihnen für Ihren Bries", sagte er sodann; „ich hatte aber nicht erwartet, daß Sie mich schon heute aussuchen würden. Ich nahm vielmehr an, Sie würden erst heute abend ankommen. Ich bedauere sehr, Ihren Besuch verfehlt zu haben."
„Ich bitte sehr", erwiderte Leo, der jetzt ganz seine Fassung wiedergewonnen hatte, „beinahe wäre ich überhaupt nicht gekommen Ich hatte am Samstag in Berlin einen kleinen Unfall. Ich bin von einem Tax! last üb”rfabren worden aleickzettia mit einem anderen, der tatsächlich unter die Räder geriet. Durch einen merkwürdigen Zufall ist mein Name als Verletzter in die Zeitung gekommen. Es muß wohl ein Mißverständnis des Polizisten gewesen fein, der mich als Zeugen aufschrieb.“
Leo war stolz auf diesen Gedanken. Es war doch immerhin möglich, daß Pomernatzki durch Zufall von der Verletzung Lilloes erfuhr.
„Oh wie schrecklich", rief Pomernatzki aus, „und wu unangenehm, wenn Sie nicht gekommen wären! Aul Ihren Brief hin habe ich mich bereits mit einigen Geschäftsfreunden hier beforocken die S>e sehnfücktiast er warten. Ich nehme an, da Sie gekommen sind Sic auch Interesse für h-e Kon,-Man haben und bereit sind sich zu beteiligen? Wir sind drei oder vier Herren zwei meiner Landsleute und zwei Franzosen. Eventuell hackte ich daran, noch ein oder zwei englische Geschäftsfreunde mit hineinzunehmen. Ich hatte für morgen vormittag eine Konferenz verabredet, und zwar iw fiaufe einer dieser Herren well ich ja erst morgen aus Ihre Ankunft gerechnet hatte."
Fortsetzung folgt
Von der Londoner Alottenabrüstungs-Konferenz.
Unentwegt hält Frankreich an seiner Forderung einer ungeschmälerten Ubootftärte fest, selbst wenn die ganze Abrüstungskonferenz darüber ausfliegen sollte.
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jnid der Juldoer Actieadrmkorel, Aulda.
sein möge, so würde das Wort Talleyrands auch uns berechtigt sein: „Der Finanzmann trägt
2)er zweite Entwurf des Steuervereinheit- stchungegesetzes vom 29. Dezember 1928 ging von 5er Feststellung aus, daß „die gegenwärtige deutsche Gefamtbelastung das äußerste Maß dessen erreicht, was einem durch vierjährigen Krieg, einen -ygerft harten Frie'oensvertrag und eine ungeheu- ere Inflation geschwächten Volke an Steuerlasten wxb irgend zugemutet werden kann". Die Be- aründung zu diesem Entwurf stellte eine baldige wesentliche Entlastung auf dem Gebiete der Real- fteuern in Aussicht. Unter diesen scheinbar günstigen Vorzeichen begann das Jahr 1929, das nach her steckengebliebenen Finanzreform des Frühjahrs uns etwas anderes bescherte: statt Steuererleichte- nmgm mancherlei Pläne und Vorschläge, wie und tco eine solche Steuererleichterung durchgeführt werden könnte.
Diejenigen, die solche Vorschläge erhoben, dachten, und zwar gerade dann, wenn sie das Gegenteil betonten, zunächst an Erleichterungen auf den steuerlichen Gebieten, durch die die ihnen nahestehenden Kreise sich besonders belastet fühlten. Be- sonders diskutiert wurde das Steuerprogramm, das der Leiter der Zeitschrift ,L)er deutsche Volkswirt", Stolper, im Sommer 1929 veröffentlichte Sein Plan lief auf fast völlige Umgestaltung unseres Finanzwesens und Umstürzung der Finanzhoheiten der Steuergläubiger hinaus. Im „Berliner Tageblatt" folgte eine Artikelserie des früheren Reichsfinanzministers Reinhold, der von der Voraussetzung ausging, daß eine steuerliche Gesamtentlastung der Wirtschaft von jährlich 2 Milliarden Mark eintreten müsse; er forderte energische Sparpolitik und stärkere Heranziehung des entbehrlichen Konsums. Gleichzeitig veröffentlichten der Reichsverband der deutschen Industrie (Denkschrift „Aufstieg oder Niedergang?") und der deutsche Industrie- und Handelstag in fast völliger Uebereinstimmung Steuerpläne, die die Grundforderungen erhoben: Förderung der Produktion, Mrde- rung der Kapitalbildung. Der Reichsverband der deutschen Industrie gab zudem ausführliche Richtlinien für die Neugestaltung des Hausbaltsrechts des Reichs, das zugegebenermaßen nach den bisherigen Erfahrungen (Einnahmeüberschätzungen, Ausgabenunterschätzungen, insbesondere bei der Aickeitslosenversicherung) einer dringenden Reform bedarf.
Im Gegensatz zu diesen Vorschlägen forderte der bekannte Steuerkritiker Balentinus (hinter diesem Pseudonym verbirgt sich ein höherer Beamter der Steuerbürokratie) in der „Berliner Börsen-Zer- tung" zur Entlastung der Wirtschaft und zur Förderung der Kapitalblldung eine Verlagerung der Steuerlast von den direkten auf die indirekten Steu- ern. Anderseits wies der Hanfabund daraus hin, (Denkschrift „Materialien Mr Finanzreform"), daß bei einer stärkeren Besteuerung des entbehrlichen Verbrauchs, gerade weil es sich um entbehrlichen Verbrauch handele, die Berbraucherschaft wahrscheinlich ausweichen würde, indem sie den Konsum auf diesen Gebieten einschränke; damit würde der fiskalische Erfolg nicht in der errechneten Höhe eintreten. Valentin»» empfahl eine Heraufsetzung der Umsatzsteuer auf 2 Prozent (Mehraufkommen 1 500 Mill. Mark), also die Hohe, die sie vor der Senkungsaktion Reinholds innege- habt hatte; die Realsteuern wollte er um 20 Pro- Zent herabgesetzt haben.
Nicht zuletzt trat der preußische Finanzrnini- ster Hopker-Aschoff mit einem Finanzprogramm an ote Oeffentlichkeit, veranlaßt nicht durch Lust an theoretischen Spekulationen, sondern durch die nüchterne Notwendigkeit: Preußen hat im kommen-
* Heine Mitwirkung von Reichswehrangehörigen bei den Sprengstoffverbrechen. In dem Prozeß gegen die „Rote Fahne" wegen Beleidigung der Reichswehr machte der Untersuchungsrichter, Landgei ichtsdirektor Dr. Masur, als Zeuge vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte Angaben über den Stand des Ermittlungsverfahrens und dessen Ergebnis in der Bombenattentatsaffäre. Dr'. Masur, dem der Landgerichtspräsident Aussagegenehmigung erteilt hatte, bekundete, mit aller Bestimmtheit könne er erklären, daß die Ermittlungen keinerlei Bezi e hungen irgendeiner Stelle der Reichsweh r^mir den Bombenattentätern ergeben hätten. Es sind weder Sprengstoffe noch Sprengkapseln von der Reichswehr geliefert oder bezogen mot« den. Es ist auch nicht festgestellt, daß Angehörige der Reichswehr bei den Attentaten in Holstein mit« gewirkt haben. — Rechtsanwalt Dr. Apfel erklärte nunmehr, daß er aufgrund der Ausführungen des Untersuchungsrichters den Angeklagten empfehlen werde, die Erklärung abzugeben, daß die Reichswehr weder direkt noch indirekt Auftraggeberin der Bombenleger gewesen sei. Staatsanwaltschaftsrat Dr. E i ch h o l z erklärte sich darauf bin bereif, einer Vertagung zuzustimmen, u n Veraleicksnerbandluno-m nur Rücknahme der Strafantrages zu ermöglichen.
* Reuordnung der versicherungsämker im rheinifch-westfälisck'en Industriegebiet. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt,„ werden durch die Bekanntmachung des Ministers für Bolks- wohlfahrt und des preußi'chen Innenministers die bisherigen Versicherungsämter für die Landkreise
Sleuerlheorle1828-Steuemlrkllchkell1830
Von Dr. Ferdinand Jacobs, Berlin.
Die grüne Saffianmappe.
f Roman von Harold Cffberg.
Copyright bg Carl Dunker, Berlin.
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Lebenslust wachte in ihm wieder auf, während w unter den Bäumen einherging. Er freute sich der Rmber, die vor den Bänken spielten, auf denen trotz der vorgerückten Jahreszeit die Bonnen saßen und sid) sonnten. Er freute sich her eleganten Fußgänger, die Entgegenkamen, und er staunte über die Unzahl von automobilen, die mtt unerhörter Geschwindigkeit reiheu- ^oise die Straßen hinauf- und hinuntersausten, an den Querftragen vom weißen Stabe des Schutzmanns aufge- dallen zu Dutzenden wie angewurzelt mitten im Laufe neben blieben, um, beim Senken des Stabes das Wett- ennen bis zur nächsten Ouerstraße fortzufetzen, evenn er auch gar nichts ausrichtete, dachte er bei sich, einmal gesehen zu haben, lohnte wirklich die Reise nd die ganze Aufregung. Und als er dann vollends °r dem Triumphbogen stand und von der Anhöhe /erab auf das Bild, das sich unter ihm ausbreitete, zu- ‘““Khaute, tat es ihm leid, daß er niemanden mithatte, ’> dem er den Genuß teilen konnte. Eine vor hem "umphtzogen stehende Menge zog chn an Beim oherkommen sah er, daß die Männer den Kops ern- 6 °bt hatten.
y. ®r drängte sich durch die Menschen und tat unwill- desgleichen. Was er sah. ergriff ihn noch mehr.
^ standen vor einer in die Erde gelassenen sckwarzen ?°*te. an deren einem Ende ein rotes Lämvchen ”?"nte und die mit Kränzen bedeckt war. Zuerst be- g*' er nicht. Dann fiel ihm ein: wovor er den Hut ab» genommen hatte und wandte langsam seine Schritte 7°s Stöckchen Weg zurück, das er zu weit gegangen c°r Ist das mein belgisches Blut, dachte er bei sich, mich der Anblick diei-s Grabmals so gerührt hat. j'rir 'st es die Einfachheit und Schönheit in dieser Ge- ^nenehrung?
Er bog in eine schmale Seitenstraße ein und stand darauf vor dem kleinen Hotel, in dem Pom-r- wohnen sollte. Aus feine Frage erfuhr er, daß *°mernafc£i nicht zu Hause wär«, ob er bas Fräulein zu
Großer Maskenball
Mee; OleSgngeTverelnl$un$ von DeiMnnt! singt einen tonthOL