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Mit Rücksicht aus sein fließendes Französisch hie.t dieser ihn für einen Provinzialen und riet ihm mit Augenzwinkern zu den Folies Bergere, weil der Herr dort Gelegenheit haben würde, liebenswürdige Gesell­schaft zu finden, falls er sich einsam fühlte.

Im Theater erlitt er seinen ersten Schreck. Als er sich in der Pause umsah, sah er einen Herrn von der Zentrale seiner Bank, mit dem er früher einmal zu tun gehabt hatte. Zuerst traute er sich nicht, sich nochmals umzudrehen, dann sagte er sich, daß ihm das noch häu­figer passieren könnte, und daß der Bekannte sich seiner in dieser Umgebung kaum erinnern würde. Um die Probe auf das Exempel zu machen, stand er nunmehr auf, dreht« sich völlig nach dem anderen um und ver­suchte seinen Blick zu saugen. Er hatte schließlich recht, der Mann, in dessen Abteilung er wochenlang gear­beitet hatte, sah ihn an und dann an ihm vorbei, ohne ein Zeichen des Erkennens zu geben.

Beim Hinausgehen nach Schluß der Vorstellung stieß er am Ausgang sogar mit ihm zusammen, ohne daß ihn jener erkannt hAte.

Es war nach Mitternacht, als Leo ohne liebenswür­dige Gesellschaft, die ihm der Kellner verheißen und für die er nicht die geringste Verwendung hatte, in sein Hotelzimmer zurückkehrte.

Am nächsten Morgen begab sich Leo an den Schal­ter des Eredit Lyonnais vor dessen Gebäude er den Abend vorher schon gestanden hatte. Ein würd'ger Herr mit einem Schnurrbart wie Napoleon III. nahm ihm den Scheck ab, gab ihm eine Nummer und bat ihn Platz zu nehmen. Leo begab sich zu der in der Mitte des Saales befindllchen Bank und setzte sich hin. Er hatte das gleiche Gefühl wie ein Angeklagter, der nach einer langen Verhandlung auf den Spruch des Gerichts war­tet. das fick, zur Beratung zurückgezogen hat.

Jetzt würde es sich entscheiden, ob der Inhalt der grünen Mappe Lug und Trug war oder nicht Und jetzt mußte er sich entscheiden, ob er ein Verbrechen be­gehen oder ehrlich bleiben wollte. Ob er sich mit ge­fälschter Namensunterschrift in den Besitz des frem­den Geldes fetzen sollte oder ob feine Hände unbefleckt bleiben würden. Ein Frösteln überlief ihn und dann suhlte er sich plötzlich wieder heiß werden, seine Hände

wurden feucht und er bekam einen bitteren Geschmack im Munde. Sein Herz schlug bis in den Hals hinauf und er fing an, den Mann, dessen Namen er angenom­men hatte, zu verwünschen, weil er ihm die grüne Mappe in den Schoß gelegt hatte.

Jetzt überkam ihn die Angst, er würde nicht die Ner­ven haben, die Sache erfolgreich durchzuführen. Er sah nach der schwingenden Drehtür, durch die Menschen sich hinein- und hinausließen, in ständigem Kommen und Gehen, und überlegte, ob er nicht lieber den Scheck im Stich lassen und Reißaus nähmen sollte.

Aber das durfte er doch auch nicht.

Der Scheck war nicht sein Eigentum; er konnte ihn doch nicht so ohne weiteres da lassen, er war doch für Lilloe bestimmt.

Führte er für Lilloe das Geschäft durch, so durfte er das Lilloe gehörige Geld dem anderen nicht zurück­geben Ratlos sech er sich um, was er tun sollte da er­schien der würdige Herr wieder am Schaller und rief seine Nummer auf. Mit zitternden Knien und bleichem Gesicht ging Leo an den Schalter. Der würdige Herr reichte ihm den Scheck mit der Rückseite noch oben und sagte: „Ihr Giro bitte!" Leo sah ihn entgeistert an und stotterte: „Den Namen auf der Vorderseite oder meinen Namen?" —

„Stein, Ihren Namen, wenn ich bitten darf."

Leo unterdrückte einen Seufzer der Erleichterung und schrieb seinen eigenen Namen quer auf die Rückseite.

„Darf ich um eine Legitimation bitten, vielleicht Ihren Paß", sagte der Beamte, „es ist em erheblicher Betrag!"

Leo faßte m di« Tasche. Fast hätte er Lilloes Paß herausgeholt. Jrn Bruchtell einer Sekunde faßte er sich, zog aus der inneren Westentasche feinen eigenen Paß heraus und zeigte ihn dem Beamten. Dieser ver­glich die Unterschrift im Paß mit der eben gegebenen und reichte ihn Leo zurück.

„Danke sehr, alles in Ordnung. Wünschen Sie die ganze Summe sofort in Schweizer Noten, oder wünschen Sie zu wechseln?"

Gerettet, sagte sich Leo, ich bin gerettet. Und ge­wann feine Kaltblütigkeit wieder.

„Geben Sie mir bitte 5000 Francs in Schweizer Noten. Den Rest schreiben Sie mir bitte auf ein Konto gut, das Sie auf meinen Namen einrichten wollen. Stellen Sie mir bitte gleich eine Quittung aus und be­stätigen Sie mir die Buchung bitte nach dem Grand Hotel per Adresse Herrn Olaf Lilloe."

Nach wenigen Minuten stand Leo um fünftausend Schweizer Franken reicher und mit einer Quittung des Credit Lyonnais über von ihm erhaltene weitere 15000 Schweizer Franken in der Tasche auf der Straße, die im schönsten Sonnenlicht glänzte. Leo wußte gar nicht, wie ihm war. Mit langen Schritten ging er ins Hotel zurück. Hier gab er am Briefschalter die Weisung, Brief« für Leo Orbrand auf fein Zimmer zu schicken mit der Beemrkung, es* sei fein Sekretär, der in wenigen Tagen nachkommen würde.. Dann ließ er sich erklären, wo das Hotel Lord Byron war und begab sich zu Fuß auf den Weg. nachdem er diesen auf feinem Stadtplan festgestellt hatte.

Der Weg war doch weiter, als er angenommen hatte, aber das herrliche, warme Sonnenwetter, der unglaub­liche Reiz dieser Stadt, die einmal im Leben aufzusuchi-^ der Tramn fast eines jeden Menschen gewesen ist, die bezaubernden Auslagen in der Rue de la Paix, der Garten der Tuilerien längst der Rue de Rivoli, unter deren Arkaden er sich durch eine Menge eleganter Frauen aller Länder durchzwängen mußte, der Concor­dienplatz, auf dem er atemlos stehen blieb, von der Schönheit der Aussicht überwältigt, das war alles so wunderbar für diesen jungen Menschen vom Kurfürsten- dämm, dieser durch die Phantasie reichgewordener Maurermeister zu Anfang des 20. Jahrhunderts gurrt Sinnbild der Häßlichkeit gemachten Straße, daß er über all der Schönheit ganz vergaß, was ihn in die Stadt ge­führt hatte.

Als er dann nach Vergleichung des Stadtplanes fah daß fein Weg ihn die breite Straße hinaufführte die die Pariser so schön die Elyseeschen Felder genannt haben, als er von weitem oben den Triumphbogen sah, der diese herrlichste aller Straßen krönt, beschloß er erst einmal bis zu ihm hinaufzugehen, bevor er in di« Rue Lord Byron ging, die er ja ganz in der Näh« de? Triumphbogen suchen mußte. (Forts, folgt.)

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Siebe.

Bon Elisabeth Grantz.

Rechte Siebe soll in Feierkleidern In der Menschen graues Leben treten, Um mit Glanz sie golden zu verklären, Sie zu legren tmberreines Beten.

Wahre Siebe soll den Gram zerstreuen, Aller Schatten Nacht zu Sonne lichten, Soll in schwergeprüfter Menschenseele Ied' Gefühl zu guter Tat verdichten.

Launenhaftigkeit.

Von Sina Ernstberger- Neunkirchen am Brand.

Mutter ist schlechter Saune! Man flüstert sichs zu. Sst leise und ernst. Wie tatter Herbstnebel zieht ein unbehagliches Gefühl durch das Haus und legt sich wie ein Druck auf alle Herzen. Woher nur? Gestern war es noch so sonnig und hell in diesen Räumen, da war Mutter so lieb und heiter, heut« aber hat sie ihren schlechten Tag und all« im Hause mit ihr.

Die Saune herrscht! Am wenigsten leiden die Dienst­boten darunter. Sie nehmen die Launen der Frau mir ernst, solange sie in deren Umgebung weilen müs­sen. Draußen lacht man dafür umso froher. Was kümmert einen di« Saune anderer Leute, solange sie nicht persönliches Unbehagen schafft. Den Mann ent­führen unter Tags die Berufsgeschäfte der eisigen Atmosphäre, welche ein launenhaftes Weib schafft. Kommt er aber abends müde nach Hause, und statt der Behaglichkeit sitzt noch immer die schlechte Saune am Tisch, so verschafft er sich außer dem Haus«, was er daheim nicht findet. Er sucht angenehme Zerstreuung bei seinen Freunden und bleibt solange es geht sitzen, um dem häuslichen Mißbehagen zu entweichen. Da­heim aber gefeilt sich zu der schlechten Laune auch noch Zorn und Verbitterung und das Gefühl der unglück­lichen, unverstandenen Frau. Es bedarf nur eines klei­nen, unbedeutenden Wortes und der Funk« fliegt in das Pulverfaß.

Launenhaftigkeit und Zorn wägen die Worte nicht. Wie der Kiesel, der auf den glatten Spiegel des Sees geworfen, Ring um Ring zieht, so wirkt ein bösge­sprochenes, launenhaftes Wort. Die Launenhaftigkeit der Frau war stets noch die Zerstörerin des häuslichen Friedens.

Wie schwer leiden dabei di« Kinder. Das Weid ist verachtungswert und verdient den Namm „Mutter" richt, das nicht so viel Selbstbeherrschung finden kann, Oie Launenhaftigkeit der Mutterliebe zum Opfer zu bringen. Die Pflicht der Mutter aber ist es, neben strenger Erziehung, Sonn« und Liebe und Freude in die Kinderseele zu gießm. Das kann aber nur da ge­schehen, wo ein verständiges, opferfreudiges Weib eine glückliche, behagliche Häuslichkeit schafft.

Bei jedem von uns tommen Tage im Leben, die ans nicht gefallen, in denen wir unzufrieden mit uns selbst find, ohne zu wissen warum. Geduld und Selbst- beherrfchung überwindet solche Stimmungen, die gar leicht zu Krittelei und Launenhaftigkeit führen. So tun wir oft dm Menschen, die uns am nächsten stehen am wehesten. Aus kleinen Mißhelligkeiten entstehen

tage» und wochenlange Verstimmungen, aber auf kei­ner Seite will man das versöhnmde Wort sprechen. Launenhaftigkeit aber verlöscht die lauterste Flamme geheiligter Freundschaft, sie zerstört das trautest« Fa­milienglück. Oft sehen wir in launenhaften Stunden die Augen unserer Frmnde und Angehörigen bittend auf uns gerichtet: „habe Geduld, sei gut"! Aber un­ser Ohr überhört di« Bitte. Die Laune läßt sich nicht überwinden. Traurig und bedrückt wenden sich vor­nehme Seelen von uns. So wird Launenhaftigkeit zum Zeichen innerer Armut. Sie entspringt meist der Trägheit. Der Arbeitsame kennt üble Saune nicht. Er findet in der Betätigung Befriedigung. Deshalb sei unseren Frauen immer von Steuern gesagt, übt Selbstüberwindung, Selbstzucht und Opferwilligkeit, da­mit ihr nicht zur Sklavin eurer Launen werdet. Ein frohgemuter Sinn ist höchstes Glück für jede Frau, ob arm ober reich, ob Arbeiterin ober Salondame.

Ein Verns für ältere Frauen.

Von Sude SB allner-Trier.

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Slot unter unseren älteren Frauen im Saufe der letzten Jahre beträchtlich zugenommen hat, und es würde hier zu weit führen, wollte man auch nur einen Teil der Gründe dafür anführen. Jedenfalls ist es heute so, daß sich manche ältere Frau nach einem Verdienst um- tun muß um notdürftig ihr Leben fristen zu können, die früher nie daran dachte. Was soll nun eine solche Frau anfangen, befonberns wenn sie bisher im prak­tischen Geschäftsleben niemals tätig war. Und wer wird eine alte Frau aufnehmen wollen, wenn junge Kräfte in Ueberzohl vorhanden sind und trotz aller Bc- mühungen nicht untergebracht werden können.

Trotzdem ist die Lage auch für die ältere Frau nicht hoffnungslos, wenn sie wenigstens in den rein fraul" chen Arbeiten Bescheid weih, also nähm und flicken kann, zu Handarbeiten versteht und in der Hauswirt­schaft etwas bewandert ist. Es war in irgendeiner rheinischen Stadt, wo die Leitung des Rentnerbundes auf dm glücklichen Gedanken kam, feine weiblichen Mit­glieder auf den Beruf der Ausbesserin hinzu­weisen, der bann eine ganze Anzahl dieser Damen der Sorge um bas tägliche Brot enthob und ihnen einen ziemlich sorgenfreien Lebensabend gewährleistete.

Was hat nun eine solche Ausbesserin zu tun? Vor allem wird sich die Frau, die diesm Beruf ergreifen will, einmal in ihrer Bekanntschaft und Verwandtschaft umschauen, wo eine Hausfrau ist, die irgendeiner Hilst im Haushalt bedarf. Da hmte überall bas Geld mehr wie knapp ist, wird man gerne auf eine Hilfe zurück­greifen, bie bann und wann eingreift und in ihren Ansprüchen bescheiden ist. Hat man erst einmal einige Familien gefunden, wo es an einer solchen Unterstüt­zung der Hausftau fehlt, bann ergibt sich ber Arbeits­kreis von selbst. Am einen Tage geht bie Ausbesserin Strümpfe stopfen, am zweiten flickt sie in einer anberen Familie die Wäsche, dort wartet ein Junggeselle mit Schmerzen auf jemand, der ihm bie Kleider mstandhält und wieder in einer anderen Familie wäre die Ge­schäftsfrau froh, wenn sie ein paar Stunden am Tag der Last enthoben wäre, bie Schulkinder bei den häus­lichen Aufgaben beaufsichtigen zu müssen. Am Vormit­tag geht manches Kleinkind mit der lieben Tante freudig

spazieren und die Mutter ist froh, wenn sie sich der Kocherei und dem Haushalt mit besonderer Intensität widmm tarnt, um bann am Nachmittag für ihre Kinder frei zu fein.

Wieder andere Familien werden die Dienste der Ausbesserin auch einmal ein paar Abendstunden in Anspruch nehmen, wenn ein Konzertbesuch in Aussicht steht ober wenn man einmal im Theater ausfpannen möchte. Wie froh ist bann bie Mutter, wenn eine zu­verlässige Frau vorhanden ist, die bas Haus bewacht und bie schlafenden Kinder betreut.

Natürlich wird man einer älteren Frau grobe und schwere Arbeit nicht zumuten tonnen, aber auch die leicht« Arbeit macht sich bezahlt. Ich teime eine Aus- befferin — und man stoße sich bitte nicht an dem Wort —, bie neben ihrem Essen täglich 2 Rm. verdient. Sie hat außerdem eine Rente von Rm. 60.—, tarnt also mit diesem Verdienst ein wirtlich sorgenfreies Leben führen u, sich dabei noch mancherlei gestatten, was an­deren grauen in gleicher Lage verfagt ist, bie nicht den Mut fanben, sich unter Hintanstellung jeglicher Vorur­teile umzustellen. Arbeit schändet bekannttich nicht und feder w:rb vor einer Frau Achtung haben, bie auch in ihren alten Tagen noch tapfer ben Kampf mit dem Le­ben aufnimmt unb ben bescheidenen eigenen Verdienst dem Geld vorzieht, das ihr aus ber öffentlichen Für­sorge zufließt. Unb selbst bann, wenn eine Frau auch nur für ihre Nahrung arbeiten sollt«, bedeutet dies schon eine so merkliche Erleichterung ber Lebenshaltung daß man ruhig ben Versuch machen sollte.

Aus -eu Fraueu-Verd Süden.

KDF. Die Anerkennung als Berufsorganisation bet katholischen Landfrauen wurde der Lanbftauenvereim- gung des Katholischen Deutschen Frauenbundes des Bayerischen Landesverbandes nunmehr offiziell von ber Bayerischen Sanbesbauemfammer in einer Sitzung am 18. Dezember 1929 ausgesprochen, nachdem bie Zulas­sung dieser Organisation zu ben Frauenausschüssen ber Landwirtschafts- bezw. Bauernkammern in verschiedenen Gegenden Deutschlands wie in Bayern, in Baden, in Schlesien praktisch dies schon seit längerem ausgedrückt hat. Die wachsende Erkenntnis von ber Bebeutung ber grauenarbeit für bie deutsche Landwirtschaft läßt die Notwendigkeit einer Berufsvertretung für die Landfrau immer klarer hervortreten. Die feit Jahren geleistete rastlose Arbeit der ßanbfrauetroereinigung des Katholi­schen Frauenbundes auch auf dem Gebiet der wirtschaft­lichen Schulung, der Vertretung gegenüber ber Gesetz­gebung, ber systematischen Behandlung aller Fragen ber Lanbsrauen. lassen biefe offizielle Anerkennung als selbst­verständlich erscheinen, ein Urteil, bas hoffentlich bald in allen Teilen des Reiches eine Nachahmung finden wird.

kreppet» und Fastnachtsgebäck.

Von Betty Groß- Kulmbach.

Mit ber Fastenzeit ist auch bie Zeit ber ÄreppeZn wieder gekommen, bie ganz zu Unrecht im Rufe stehen, schwer herstellbar zu sein. „Wenn ich ein Küchle seh', lacht mir das Herz im Leib" sagt ber Schwade unb da­mit auch noch einige andere deutsche Dolksstämme in diesen Tagen des Karneval, sich freuen können, seien nachstehend einige gute Rezepte für Küchle, Kreppe!

ober Berliner Pfannkuchen genannt, bie jede Hausfrau mit einigem Geschick zubereiten kann.

westfälische Aastnachlskrapfen.

Man rührt 250 Gramm Butter schaumig, gibt ein Viertelpfund Zucker, 8 Eier, zwei Pfund gesiebtes Mehl und zwei Backpulver dazu und füllt, falls dies nötig sein sollte, mit lauwarmer Milch auf, sodaß ein Teig entstehet, ber sich mit einem Teelöffel leicht abstechen unb zu länglichen Röllchen formen läßt, bie in sehr heißem Schweineschmalz gelbbraun herausgebraten werden. Man bestreut die fertigen Krapfen mit Staub­zucker.

(gefüllte Frankfurter flreppel.

Aus einem Pfund Mehl, 30 Gramm Hefe, einem Ei, einem Eigelb, einem achtel Pfund Zucker, bremier« tel Liter Milch und einem achtel Pfund Butter bereitet man einen Hefeteig in ber üblichen Weise, ben man bann eine Stunde am warmen Ofen gehen läßt. Das richtige Aufgehen des Teiges ist von besonderer Wichtig­keit, da von ihm die Bekömmlichkeit ber Kreppe! ab- hängt Ist ber Teig gegangen, so wird er auf einem mehlbestreuten Brett etwa fingerdick ausgerollt. Mit einem mäßig großen Weinglas sticht man runde Schei- ben heraus unb füllt bie eine Hälfte mit einer guten TOarmelabe (Erdbeer, Aprikosen, Kirsch usw.). Die an« bere Hälfte der Scheiben wird dann darüber gedeckt und ber Ranb gut zusammengebrückt, sodaß die Marmelade beim Backen nicht herauslaufen kann. Vor dem Bak­ken, bas ebenfalls in sehr heißem Fett zu geschehen hat, müssen bie Kreppe! noch eine Biertelftunbe gehen. Man backt bie Kreppet ziemlich buntel unb bestreut sie bann mit gefloßenem Zucker.

Schwäbische Muzenmandeln.

Ein achtel Pfund Butter, drei Eier und ein halbes Pfund Zucker werben schaumig gerührt, bann fügt man fünfviertel Pfund gesiebtes und mit einem Backpulver gemischtes Mehl hinzu, gibt drei weitere Eidotter in die Masse, weiter 50 Gramm geriebene Mandeln, ein Gläschen Rum unb einen Teelöffel Rosenwasser. Das Ganze verarbeitet man zu einem festen Teig, den man mit einem Wein- oder Likörglas aussticht Die Muzenmandeln werden in sehr heißem Fett dunkel ge­braten und mit Zucker bestreut. Aehnlich wie bie Frankfurter Kreppe! kann man auch die Muzeninan- be!n füllen, doch schmecken sie auch ohne Füllung ganz ausgezeichnet.

Die praktische Hausfrau.

Fettflecke aus Seide zu entfernen. Man bestreut den Fleck mit pulverisierter Magnesia und gibt einen Tropfen Benzin dazu. Mit einem leinenen Lappen wird bie Masse über dem Flecken leicht verrieben. Man muß aber darauf achten, daß man nicht zuviel Benzin nimmt, da sonst leicht Ränder entstehen.

Muffärben von Körben. Wer seinen Einholkorb oder auch Korbmöbel auffärben will, benutze dazu Nuh- beize, die mit einem Pinsel dünn aufgetragen wird. Nach dem Trocknen der Beize überzieht man bie Gegen­stände mit farblosem Lack. Sie sehen dann wie neu aus.

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Die grüne Saffianmappe.

Roman von Harold Ess berg.

Copyright by Carl Dunker, Berlin.

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Jetzt konnte er ihm die Antwort geben, die er chm vorgestern schuldig geblieben war. War bas erst vor­gestern? Das schien Monate zurückzuliegen. Mit dem Gefühl bes eleganten Aeußeren hob sich sein Selbstbe- wußtsein. Sein Gang wurde leichter, federnder, und er trug ben Kopf höher. Er kam auf ben Platz vor der Oper, auf dem, es war inzwischen sechs Uhr geworden, sich ein« Unzahl Wagen und Menschen bewegten.

Roch nie hatte er einen solchen Verkehr gesehen, in drei und vier Reihen warfen die auf dem Platz mün- benben Straßen die Automobile in das Licht des hell erleuchteten Platzes, und erst als ein Glockenzeichen er­tönte, konnte er mit der sich fortwälzenden Menfchen- menge durch bie Gasse ber haltenden Autos weiter Er überquerte ben Platz und ging aufs Geratewohl den Boulevard weiter, geschoben und gedrängt von den vie­len Menschen, die anscheinend im Begriffe waren, von der Arbeit nach Hause zurückzukehren.

Plötzlich sah er auf ber anderen Seite ein hellerleuch- tetes Gebäude unb entdeckte über ber geschlossenen unb stark vergitterten Tür bie Aufschrift Das war ja der Cr«bit Lyonnais, zu dem er am nächsten Vormittag ben ersten Gang tun mußte. Es fiel ihm ein, er hatte sich ja noch keinen Wegweiser durch Paris besorgt. Er kreuzte unter Lebensgefahr den Fahrdamm, sah sich den Eingang zu ber Bank an und ging auf der anderen Seite der Straße den gleichen Weg zu seinem Hotel zu­rück Durch einen anderen Eingang geriet er sogleich 'n di« Riesenhalle. Hier entdeckt« er einen Buchlaben unb kaufte sich einen französischen Bädeker von Paris Dann fetzte er sich an einen der zahlreichen weißgedeckten T'lche in einer Ecke des Riefenraumes, die durch eine blühende Hecke von dem anderen Telle ber Hatte abgegrenzt war. und beftellte sich bas Diner Als er bie Rechnung be­glich, erkundigte er sich bei dem gesprächigen Seltner, wo er den Rest des Abends verbringen sollte.