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57. Zahrs

Mitkwo H, 12. Februar 1930

Ar. 35

Abrüstung oder Schlachtschiff-Neubau?

dem Nachtragsetat und der Handwerksnovette be schuftigen.

hat, und der Eindruck eben doch vorherrlchend bleibt, daß die Anleihebedingungen im ganzen ge­sehen für das Reich nicht besonders günstig und die Vorschriften des Monopols für die deutsche Seite in vielen Punkten recht unbefriedigend sind.

Kommt-dazu noch, daß der vom Reichsftnrnz- Minister mit dem Schweden Ivar Kreuzer unterm 26. Oktober 1929 abgeschlossene Anleihevenrag über 125 Millionen Dollar auch bereits die Grund-

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Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, ist als Nachfolger,des zum Kardinal erhobenen SNonsignore PacÄli der apostolische Nun­tius in Budapest, Monsignore Orse-

linien des Monopolgesetze- so bindend vereinbarte, daß Aenderungen von vornherein nur sehr schwer und angestchts der kurzen für das Parlament zur

Erscheint lechsmal wöchentlich Wochenbeilagen:Die Welt im Bild" und..Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in v ulda. Fernrufe: Schrift- :: leituno 1152. Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Kardinal Pacelli hat aus päpstliche Anordnung anstelle Gasparris, der kürzlich zurückgetreten ist, das Amt des Staatssekretärs übernommen. Der neue Kardinal-Staatssekretär hat sein Amt ange­treten. Das deutsche katholische Volk, das so lange Pacellis ungewöhnlichen Geist, seine imposante Per­sönlichkeit aus nächster Nähe bewundern durst«, wünscht dem neuen Kardinal-Staatssekretär von Herzen Glück und Gottes Segen.

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nur an der gegenwärtigen Seeküste, sondern dort, wo sie vor tausend Jahren gebrannt hätten.

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Die nationaldemokratischeGazetta Warszawski" ist der Meinung, daß sich Polen in seinem Zug zum Meer nicht auf Verteidigung allein beschränken müsse. Wenn der Korridor Deutschland störe, so sei für Polen Ostpreußen ein Hindernis. Es gäbe zwei Methoden, um den Korridor an der Ostsee verschwinden zu lassen. Der im Vertrage von Versailles geschaffene Zustand, der von Polen geachtet und als unantastbar angesehen werde, sichere nicht Polen allein, sondern beide Par­teien. Das gleiche Blatt bringt dann noch einen Aufruf, worin die Bevölkerung ausgefordert wird, Geld für den Bau einer starken Flotte zu sammeln. Mit den Worten:Aufs Meer hin­aus, bauen wir Häfen, bauen wir Schiffe!" schließt die Kundgebung.

Auch Polen ist, wie man sieht, mit Nationalisten gesegnet".

Ein Werbe« um Oesterreich.

wtb. Prag, 11. Febr. (Eig. Meldg.). Di- Reise des österreichischen Bundes- ka n z l e r s n a ch R o m ist in politischen Kreisen der Tschechoslowakei mit außerordentlichem Intereste verfolgt worden. Bei der Bewertung ihrer Er-

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Am Montag trat die Reichstagsfraktion der Zen­trumspartei zu einer für die kommenden Entschei­dungen hochbedeutsamen Sitzung zusammen. We nicht anders zu erwarten war, herrschte in der Fraktion v o l l st e s Einvernehmen mit der Haltung und dem Schritt des Fraktionsvorstandes. Offiziell wird über diele Sitzung folgender Be­schluß bekannt gegeben:

Die Reichstagsfraktion der Zentrumspartei hat in ihrer Sitzugn vom Montag einstimmig in posi­tiver Abstimmung das Vorgehen des Vorstandes gebilligt. Sie hält eine gesetzlichgesicherte Sanierung der Reichskasse vor der Stel­lungnahme des Reichstags zum Haager Abkommen in dritter Lesung für unerläßlich und beauftragt ihre Kabinsttsniitglieder/ diese Auffas- sung der Fraktion in ihrer ganzen Tragweite dem Herrn Reichskanzler noch am Montag vorzutragen. Ein anderer Beschluß der Zentrumsfraktion war gar nicht zu erwarten. Jetzt liegt die Entschei­dung über die Forderungen des Zentrums, die nicht nur alle gesunden Finanzpolitiker billigen müssen, sondern welche vom ganzen Volke begrüßt werden, sowohl beim Rcichskabinett, als auch bei den übrigen Parteien. Für das Zentrum gibt es keinen anderen Weg.

Aber auch.die Bayerische Volkspartei hat sich in ihrer Fraktion mit diesem neuen Schritt des Zen­trums befaßt und ebenso einmütig sich hinter diese Forderungen gestellt. Aus Grund des Beschlusses der Zentrumsfraklion waren dann die Reichsmini­ster Dr. Wirth und v. Euerard bei dem Herrn Reichskanzler und haben ihm den Beschluß der Fraktion überreicht und darüber Vortrag erstattet.

Polnische Ost-See-Kundgebungen.

Auch in Polen gibt es Natiorial-Svzialisten.

wtb. Warschau, 11. Februar. (Eig. Meld.) Na­tionalsozialistische Studenten hielten gestern in Warschau eine Versammlung ab, um den zehnjäh­rigen Jahrestag der Wiedergewinnung der See­küste durch Polen zu feiern, wobei aggressive Reden gehalten wurden. Sv erklärte der eine Redner, Redakteur Rembiellinski: An der Ostsee müssen die flavischen Feuer brennen, aber nicht

R. Curkins über die Haager Vereinbamng Der Beginn der Reichstags-Debatte über den Vonng-Plan. Geschlossene Frontstellung des Zentrums. Gesetzlich gesicherte Sanierung der Reichskasie vor der Entscheidung zum Voung-Plan!

Ein neuer Schritt beim Reichskanzler.

teilen würden baim wieder Einschränkungen au1 dem Gebiet der Zerstörer möglich werden. Da-. Blatt erwartet, daß die Franzosen außer den im Dezember 1924 vom französischen Marinemmiste- rium vorgesehenen U-Doolen von insgesamt 96 000 To. noch 30 000 To. kleiner Küsten-Unterseedoote fordern werden.Daily News" schreibt, von der U-Boots-Erörterung werde nur erwartet, daß sie die Oberfläche des Problemes berühre. Wenn die Franzosen ihren jetzigen Anspruch auf 96 000 Tonnen an U-Booten auch nur annähernd aufrecht erhalten, so würden die Zerstörer- und Kreuzer- Programme anderer Länder davon sofort und di­rekt berichrt werden. Der Marine-Korrespondent des .Daily Telegraph" äußert u. a.: Einer der britischen Einwände gegen die Beibehaltung der U-Boote ist begründet auf der Erwägung, daß der Versailler Vertrag vielleichr eines Tages ab geän­dert werden wird. Früher oder später würde Deutschland dann wohl den Anspruch erheben. U- Doote zu bauen. Eine solche Forderung, die Eng­land mit Besorgnis aufnehmen würde, kann nur verhindert werden, wenn durch eine internationale Aktion die Waffe abgeschafst wird, die während des Krieges in einen so schlechten Ruf gekommen ist.

Tardieus Rückkehr «ach London

wtb. Paris, 11. Februar. (Eig. Meld.) Die Nachricht, daß das fahrplanmäßige Flugzeug Paris-London bei einer Notlandung auf englischem Boden durch Brand vernichtet worden ist, hat hier besonders tiefen Eindruck aus dem Grunde gemacht, da Ministerpräsident Tardieu ursprüng. lich die Absicht hatte, dieses FluDeug zur Rück­kehr nach London zu benutzen. Nur der Um­stand, daß der gestrige Ministerrat sich länger hin- zog als ursprünglich angenommen war, hat, dem Echo de Paris" zufolge, diese Absicht vereitelt. Ministerpräsident Tardieu hat dann den fahrplan­mäßigen Zug benutzt.

Vacelli Kardinal-Staatssekretär

Monsignore Orsenigo Berliner Nuntius.

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MaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblakt

Der Kampf um die R Voote.

wtb. London, 11. Febr. (Eig. Meldg.). In der U-Boot-Frage, die in der heutigen Vollsitzung behandelt werden soll, macbt sich in der englischen Presse eine resignierte Auffassung geltend.Ti­mes" erklärt, auf eine Abschaffung der U-Boote könne nicht gehofft werden, wohl aber auf eine Verminderung der Tonnage der einzelnen U-Boote und auf eine Begrenzung ihrer Gesamttonnage. Abgesehen von den hieraus sich ergebenden Vor-

nigv, als Nuntius in Berlin ausersehen. Seine Ernennung steht, diesen Informationen zu­folge, unmittelbar bevor. Monsignore Cesare Orse­nigo ist am 13. Dezember 1873 in Olginate (Ober­italien) geboren. Er ist seit Juni 1922 in Budapest tätig.

papstbrief und Moskau.

Aus London wird gemeldet: Der Protest del Papstes gegen die Verfolgung der Kirche in der Sowjetunion wird in den katholischen Kreisen in England mit Befriedigung ausgenommen. Man glaubt, daß Kardinal Bvurne sich in seinem Hirten­brief zur Fastenzeit auf den Appell des Papstes beziehen wird.

wtb. London, 11. Februar. (Eig. Meld.) Der inoffiziell bekannt gewordene amerikanische Vor­schlag, wonach die Vereinigten Staaten nicht drei, sondern vier Schlachtschiffe abwraken und dafür ein dem neuen englischen Schlachtschiff Rodney gleich­wertiges Fahrzeug bauen wollen, steht neben der U-Boot-Frage im Vordergrund des Interesses. Times" weist darauf hin, daß der amerikanische Vorschlag in der am Donnerstag gegebenen Fas­sung den amerikanischen Schlachtschiffen bereits er­hebliche Ueberlegenheit an schwerer Artillerie gegen­über den britischen Schlachtschiffen geben würde, und sagt: Wenn aber Amerika dennoch ein neues Schlachtschiff bauen wollte, dann würde es allein an IHölligen Geschützen 33 gegenüber 18 britischen haben. In diesem Falle könnte kaum ernstlich von Parität die Rede sein. Auch derDaily Herald" äußert große Besorgnis. Werde der amerikanische Vorschlag angenommen, dann werde die Konferenz schließlich nur der Beginn neuer Sch lacht- schiffbauten sein. Daß der amerikanische Vor­schlag nur als Versuchsballon zu werten ist. scheint aus einer Washingtoner Meldung derTimes" hervorzugehen, wonach die Beamten des Staats­departements erklären, daß ihnen nichts von einem Vorschlag der amerikanischen Delegation in London betreffend Dau eines neuen amerikanischen Schlacht­schiffes vom Rodney-Typ bekannt sei. Ein solcher Vorschlag scheine auch nicht mit der Begrenzungs­und Verminderungs-Politik der Vereinigten Staa­ten in Einklang zu stehen.

gebnisse treten in den Betrachtungen der Presse zwei Momente in den Vordergrund. Einmal wird die durch diesen Besuch des Führers der o'ier- reichifchen Politik in Rom bewiesene Aktwüai der österreichischen Außenpolitik mit Befriedigung als ein Zeichen dafür gewertet, daß die Frage des deutsch-österreichischen Zusammen- lchlusfes im Augenblick nicht akut ist. Ande­rerseits zeigt sich eine gewisse Beruhigung über die Möglichkeit, daß durch den österreichisch-italie­nischen Vertrag die italienische Politik in den Mittelmeer- und in den Balkanfragen eine Stüt­zung erfährt, die angesichts des Konkurrierens der italienischen Politik mit der Frankreichs und der Kleinen Entente" unbequem werden könnte. Auch die Meinung wird verschiedentlich vertreten, daß Oesterreich nunmehr als Brücke für eine deutsch-italienischeZusammenarbelt wirken soll, die ein Gegengewicht gegen Frankreich wäre. In diesem Zusammenhang wird daraus hingewiesen, daß die Tschechoslowakei nur mit Frankreich, den Staaten der Kleinen Entente und Polen eine gemeinsame Politik machen kann. Im übrigen zeigt sich in den Kommentaren der Presie ein gewisses Werben um Oe st er re i ch, das im Zusammenhang mit der Reise des öster­reichischen Bundeskanzlers nach Berlin, auf der al­ler Voraussicht nach Prag nicht berührt werde« wird, zu bewerten ist.

Der von der Reichsregierung dem Reichstage | größeren Vortest von dem zu schaffendenMonopo» unterm 6. Sanuar unterbreitete Gesetzentwurf eines Zündwarenmonopols, der mit dem Vermerke ver­sehen war, daß das Gesetz bis spätestens 31. Ian. im Reichsgesetzblatt verkündet sein müsse, wenn der schwedische' Anleihegeldgeber an seine Zulage gebunden bleiben solle, hat im Volke sehr viel Kri­tik gefunden. Mit vollem Recht. Die Verkoppe­lung einer Reichsanleihe mit ber Schaffung eines deutschen Zündholzmonoprls ist an sich. schon eine nicht nur unbehagliche, sondern auch höchst unan­genehme Angelegenheit. Insbesondere, wenn der Geldgeber der Anleihe auch derjenige ist, der den

Aus parlamentarischen Kreisen wird uns ge­schrieben:

Wohl selten hat der Reichstag vor Entscheidun­gen gestanden, die von gleich wirtschaftlicher und politischer Tragweite waren, wie in den kommen­den Tagen, wo es gilt, über die Gesetze zu beraten und Beschluß zu fassen, welche auf Jahrzehnte Deutschlands Schicksal bestimmen.

Nicht nur die Volksvertreter selbst, die ganze deutsche Oefsentlichkeit sieht mit großen Spannun­gen den kommenden Entwicklungen entgegen. Jeder einzelne von uns ist auf das lebhafteste an diesen Schicksalsfragen interessiert. An jeden einzelnen wiederum ist die entscheidungsvolle Frage gerich­tet, ob wir auf Grund unserer finanziellen und wirtschaftlichen Lage die Möglichkeit haben, dem neuen Reparationsvlcm zuzustimmen, oder ob wir ihn ablehnen müssen, west uns die Lasten untrag­bar erscheinen. Tiefernst ist die Stunde. Wir müssen, uns freimachen von jeder parteitfchen Einstellung. Wir müssen an die Zukunft denken. Weder Optimismus noch Pessimismus ist hier berechtigt. Nüchtern und fachlich gilt es die Tatsachen, die vor uns liegen, zu beurteilen.

Poung-Plan und Sanierung der Kaf­fe n la g e. Darin liegt wohl die Hauptentschei' düng. Beide sind untrennt ar miteinander verbun­den. Der Poung-Plan ist nicht durchzuführen, wenn wir nicht zuvor vollkommene Ordnung schaffen im Reichshaushalt, im Haushalt der Län­der und Gemeinden. So wie wir jetzt die Dinge sehen, sind wir in der Tat gezwungen, warnend un­sere Stimme zu erheben' vor jeder Uebereilung. Die Parteien, welche sofort nach dem Haag von der Regierung verlangt habe», daß sie erst Klarheit schaffen müsse über die notwendigen finanziellen Maßnahmen, haben recht geieben. Es hat feinen Zweck, mit Schönredereien die Wirkung dieser Wär- nun abschwachen zu wollen. Im Gegenteil. Wir betonen mit allem Nachdruck, daß nur jetzt die einzige Gelegenheit geboten ist, mit rücksichtsloser Strenge die Reichs-, Länder- und Gemeindeetats in Ordnung zu bringen, den Ausgabenabbau eben­so entschlossen überall anzisiassen. Das ist die erste Entscheidung, über die sich der Reichstag schlüsiig machen muß. Dann wird es um so leichter fein, leidenschaftslos und zielklar über den Poungplan selbst zu urteilen, die Verpflichtungen, die er uns auferlegt, nachzuprüfen, die Wege zu weisen, die uns aber immer vorausgesetzt die restlose Sa­nierung der Kassenlage in Stand setzen, die La­sten solange zu tragen, bis zu einer gegebenen Zeit der Poung-Plan leibst eine durchgrei­fende Revision verlangt. Der Reichstag hat das Wort. Die Regierung hat die Führung. Wir erwarten keine Reden, sondern mutiges entschlos­senes Handeln, praktische Taten. Es geht um unser Schicksal!

wtb. Berlin, 11. Febr. (Eia. Meld.) Reichs- «mßenminister Dr. Gurtius hat heute im Reichstag die

Beratung der 5 Gesetzentwürfe

über die Haager Vereinbarungen mit einer Rede eingeleitet, in der er davon ausging, daß am Ende eines l1^jährigen Ringens um die Lösung der bei­den Hauptfragen, Räumung und Reparations­regelung der feste Räumungstermin vom 30. Juni und ein neuer Reparationsplan steht, der eine

erhebliche Lastenerleichterung und wesentliche Verbesserungen

der politischen u. finanziellen Lage mit sich bringt. Es wäre, wie der Minister betonte, sehr erwünscht gewesen, auch

die Saarfrage

mit den anderen zusammen alsbald zur endgülti­gen Regelung zu bringen. Bei der politischen, wirtschafstichen und völkerrechtlichen Kompliziert­heit der Aufgabe lassen sich die Verhandlungen jedoch nicht in kurzen Terminen durchführen. Wir führen die Verbandümaen aber mit b»m selbstver­ständlichen Ziele, sobald wie möglich die restlose Rückgliederung des Saargebietes in die deutsche Souveränität zu erreichen. Ich habe nach dem au- genbsicksichen Stand der Dinge keinen Anlaß, daran zu zweifln, d»*- ste er *" d"r G-gepi-u» mit dem positiven Willen zu baldmöglichstem Abschluß geführt werden.

Dr. Curtius warf einen Rückblick auf die inter- naüonvi ' fest dem . Genfer Be­

schluß vom September 1928 und erläuterte insbe­sondere die Bedeutung der auf den beiden Hager Konferenzen erzielten Ergebnisse, vor allem die' Vermeidung der Schaffung eines besonderen Kon­trollorgans für das Rheinland und die Regelung der sogenannten Sankkionssrage

als deren Crgebnis der Minister feftftellte, daß das Versailler Sanktionssystem seines Artikel 430 be­freit und daß Deutschland künftig in allen praktisch überhaupt denkbaren Fällen gegen Willkür und Gewalt geschützt ist. Zum

Polen-Abkommen

übergehend, betonte der Minister, daß Deutschland für den gegenüber Polen ausgesprochenen Verzicht aus Privatforderungen

wertvolle nationalpolikisckie Vorteile eingetauscht und namentlich für die deutsche Min­derheit in Polen den Druck, der die ganzen 10 Jahre nach dem Kriege auf ihr lastete, erst'chtert hat. D'e finanzielle Belastung geht nicht im entferntesten in Milliardenbeträge, wie dies trotz aller Aufklärung ^och immer behauptet wird. Der Verzicht auf die Bezahlung des deutschen Staatseigentums in den abgetretenen Gebieten ist eine Folge der neuen Reparationsregelung mit ihrer Herabsetzung der deutschen Kavitalschuld von 132 auf 34 Milliarden Goldmark. Was die deutsche Minderheit in Polen betrifft, so hat die Regierung Sorge getragen, einen praktisch einigermaßen sicheren Weg zu finden, und es ist ihr gelungen, 12 000 deutsche Renten' gutsbefiüer mit einer Familien-Kopfzahl von etwa 80 000 Personen wenigstens in ihren Erb-Rechten sicher zu stellen. Die deutsche Regierung stellt fest, daß die polnische Regierung durch die lieber« eintunft und den damit in un'äsbarem Zusammen- fiang stehenden Notenwechsel Verpflichtungen übernommen hat, die praktisch eine Beendigung ber für unsere Volksgenossen eine wohlgefchaffene rechtliche Ausnahmestellung bedeute. Hierin siegt eine Fortsetzung unserer bisherigen Politik und nicht das Einchiagen eines neuen Kurses.

Zusammenfassend erklärte Dr. Curtius im Na­men der gesamten Reichsregierung, daß sie sich der schwere der Last, die auf zwei Generationen ge= *?gt wird, voll bewußt fei. Niemand vermög- heute eine sickere Voraussage für eine so lange Zu­kunft über die Entwicklungen des Wirtschaftslebens 8U machen. Aber

unter den gegebenen Verhältnissen sei Besseres nicht zu erreichen gewesen

und das Erreichte stelle gegenüuer dem bisherigen Zustand einen Fortschritt dar. Der Minister be« gründete diese Stellung durch einen eingehenden ^rrgleich des neuen Planes mit den größeren Be­lastungen des Baroesplanes und kennzeichnete di? Neue Lage vor allem dahin, daß der neue Plan auf dem Grundgedanken des gemeinsamer.

Interesses aller beteiligten Länder Eriche und daß er die Zusammenarbeit aller bie« let Länder erfordere.

Der Minister erklärte zum Schluß, die Reichs- ^Sierung hat die Frage, ob das Interesse unseres Landes die Annahme der vorliegenden Verträge Erfordert,

mit einem ehrlichen 3a beantwortet. Sie erwartet zuversichtlich, daß sich °£r Reichstag zu der gleichen Antwort entschl.eßt.

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Die Ausschüsse des Reichsrates beendeten ®,e Nachträge des Reichshaushaltes 1929. Das Ple- des Reichsrates wird sich am Donnerstag mit

Sünhtuatenmonopol und Mittelstand

Von Dr. Heinrich Kohler, M. d. R.