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Misker Sonntag nach Erscheinung.

Lingangslied: pf. 96, 7—S.

Seiet den Herrn an, alle seine Engel. Das hört Sion und freut sich; es jauchzen die Töchter Ju­das. (Ps- ebd. 1. Der Herr ist König; es froh- socke die Erde, die Schar der Inseln freue sich.

Epistel: fiel. 3, 12—17.

Brüder! Ziehet an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte, mitleidiges Erbarmen, Güte, Demut, Bescheidenheit, Geduld. Ertraget einander und verzeihet euch, wenn einer sich über den andern zu beklagen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so sollt auch ihr tun. Bor allem aber habt die L i eb e, sie ist das Band der Bollkom- menheit. Der Friede Christi frohlocke in euren Herzen: denn dazu leid ihr ja als ein Leib beru­fen. Zeiget euch dankbar. Die Lehre Christi wohne in euch mit ihrem Reichtum. Belehret und mahnet einander in aller Weisheit. Preiset Gott dankbaren Herzens mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Gesängen. Alles, was ihr tut in Wort aber Werk, tut alles im Namen des Herrn Je­ms Christus und danket Gott dem Dater durch Je­sus Christus, unfern Herrn.

Oie katholische Wettmission.

Bon Prof. P. Charles 3.7., Löwen.

Das Missionsjahr 1929 hat keine weltbewegend? Ereignisse gebracht, wie sie etwa die Weihe der sechs ersten chinesischen Bischöfe und die des ersten japanischen Bischofs darstellten, es bot vielmehr das Schauspiel eines unaufhaltsamen, ge­ordneten, methodischen Fortschrit­tes. Die missionarische Aktion ist unter der Lei­tung und dem Antrieb Roms im Besitz aller ihrer Mittel. Sie wird, wenn keine unvorhergesehene Katastrophe eintritt, in Bälde auf dem Boden rie­siger Kontinente die katholische Kirche vollkommen eingerichtet haben.

Betrachten wir zunächst die Arbeit der Zen­trale in Rom. Der Lateranoertrag, dessen Abschluß in allen Missionen gefeiert wurde,, hat universale Bedeutung. Ein sprechender Sym­bolismus lag darin, daß die Unterzeichnung im Missionsmuseum stattfand, an einem Tische der von den Philippinen kam, während die Sessel der Be­vollmächtigten von katholischen Chinesen gestiftet waren.

Die Vermehrung der Missionssprengel schreitet nit einer Schnelligkeit fort, die ohnegleichen in der Kirchengeschichte dasteht. Von März 1922 bis März 1929 wurden 78 neue Missionen geschaffen. <im Vorjahr zählte man allein 23 Neugründungen. Nie besaß die Kirche so viele Missionare wie heute. Besonders dieSteylerGenossenschaft und das Weltpriestersemtnar von M a r y k n o l l (Ber­einigte Staaten) wachsen außerordentlich schnell. Das Werk der Glaubensverbreitung und das Werk vom hl. Apostel Petrus wurden weitgehend in der Leitung zusammsngeschlofsen, ohne ihren veson- deren Charakter preiszugeben. Die Propagan- d a a r b e i t ist überall im Ausstieg: Kongreß und Ausstellung zu Barcelona, bei deren Schlußsitzung der Kdmg den Vorsitz führte, Kongreß zu Lisieux, Missiologische Woche zu Löwen, Internationaler Akademischer Misstonskongreß zu Mödling bei Wien, Klerus Missionswoche zu Messina, Interna­tionaler Kongreß des Werkes „Pro Apostolis" in Moorslede, Religionsethnologische Woche in Luxemburg, alles verschiedenen Tagungen mit ver­schiedenen Zielen und Methoden, alle aber sehr lebendig und gut besucht. Die mifsionswissenichcüt- äche Bewegung hat olle Stellungen behauptet, ohne neue zu gewinnen. Eine neue große Zeit­schrift wissenschaftlicher Misjionsarbeit ist in Ita­lien erschienen: H pensiero mifsionario (Der Mis- sionsgedanke). H

Auf dem Missionsfeld selbst gilt es zwei große Tatsachengebiete vor allem hervorzuheben. D i e nichtchristlichen Religionen sind im Angriff: Der Hinduismus gewinnt rapide be­deutende Teile des Pundschab (Indien). Der asiatische Buddhismus organisiert sich nach modernen Methoden unter staatlicher Ermutigung. Wenn auch der indochine­sische Caodaismus nickt gefährlich zu sein scheint, w macht sich die buddhistische Propaganda der ganzen japanischen Dichpora bemerkbar. Sie ge­winnt sogar Amerikaner DerJslamschreitet inAfrikavoran; Im Vikariat Tabora wollen die Schwarzen nicht mchr Heiden bleiben. Ent- >nutiat durch die Aussicht eines jabrelanaen Kats-

3ehn Jahre einer Skaalskirche.

Von Dr. 3of. Al b ert.

(Schluß.)

Da bte neue Kirche mit der Uebernahme des Epis- wpalsystems auch gültig gesalbte Bischöfe haben wollte, £ entstanden hier große Schwierigkeiten. Um diese Salbung mit der sogenannten apostolischen Nachsolge- chost zu erreichen, wandte man sich an verschiedene apo- s°lische Kirchen, so an die anglikanische und an die alt- , ^thogsche Aber beide lehnten ob. Dann kamen Ver­handlungen mit der serbisch orthodoxen Kirche zustande, hier gelang es, eine Einigung zu erzielen, und der sstte tschechoslowakische Bischof wurde in Belgrad ge- fOlfit Jedoch die Serben stellten dann die Forderung, die neue Kirche sich als ein Abzweig der serbisch "sthodoxen betrachte. Ein nicht unbedeutender Teil der och wirklich orthodox orientiert hatte, spaltete sich in »st Tat von der tschechoslowakischen Kirche ab Darauf« Jn wurde eine neue Definition von der eigentlichen i "chechischen Kirche gegeben. Sie ist bemerkenswert ge- ; !*ug und tautet: „Die tschechische Kirche wird von den- ! P*ngen Christen gebildet, die das zeitgemäße sittliche Greben und die wissenschaftliche Erkenntnis mit dem ®e'f| Christi erfüllen wollen, wie er in der Schrift und »er alten christlichen Tradition für die tschechoslowakische Nation besonders in der hussitischen und t s ch e - h°slowakisch-brüderischen Bewegung — I ^halten ist." 1

chumenats vor der Taufe gehen sie in Akassen zum Islam über, der gleicherweise in Senegambien fort« schreitet und die Eroberung Nigeriens vollendet. Nirgendwo geht der Islam zurück, weder in Nordafrika noch rn Asien, trotz des Lai­zismus der Angorarepublik und der Modernisie­rungsbestrebungen der Universität El Ahzar in Kairo.

Die zweite Tatsache ist die methodische Entwicklung des einheimischen Kle­rus und der einheimischen Kongre­gationen. In drei madegassischen Vikariaten weihte man die ersten einheimischen Priester. Bon 15 großen Regionalseminaren in China sind 12 vollendet oder im Bau. Birma hat sein großes Zentralseminar eingewecht. ebenso Dahomey für vier Vikariate. Ferner ist ein Regionalsewinar für das Tanganyikagebiet entstanden. In Patna Mariannhill, Swanhwafu feierten die einheimischen Kongregationen die ersten Profeßoblegungen. Man beginnt fast überall die Früchte zehnjähriger Vor­arbeit zu ernten.

An besonderen Ereignissen ist die 5 0 - I a h r - feier der Uganmifsion zu erwähnen. Im­mer klarer wird es: Afrika entwickelt sich schnell. Der alte Fetischismus schmilzt dahin. In Kamerun macht der Katholizismus mächtige Fortschritte. Das ganze ehemalige deutsche Kolonialgebiet ist auf dem Wege zur Kirche. Der Eucharistische Kongreß zu Durban zeigte, daß die Katholiken Südafrikas zwar klein an Zahl sind; aber die Minderheit wird sthr geachtet. Die Ernennung eines Apost. Dele­gaten für den Kongo kündigt die Zusammenfassung der dortigen Missionskräfte zu fruchtbarer Arbeit an. In Banguelo erhofft der Apost. Vikar nach 25 Jahren Aufhören jeglichen Altheidentums. Das wird übrigens auch für "ganz Afrika zutreffen.

In China geht die Kirche trotz Hungersnot und Wirren (Ermordung einer Anzahl von Missio­naren) voran. Sie festigt sich. Die katholische Ju­gend hat ihre endgültige Organisation erhalten. Die Benediktineruniversität in Peking wurde an­erkannt. Die katholische Presse entwickelt sich. Die Regierung zeigt im allgemeinen keine Feindselig­keit gegen die Kirche, erkennt vielmehr ihren über­nationalen Charakter an.

In I n d o ch i n a tft eine Provinz (Furyen) dem anamitischen Klerus anvertraut worden. In

Da in den mährischen und schlesischen Gebieten Sie anfängliche Begeisterung für die neue Kirche am schnell­sten erlosch, so blieb als Kernland das eigentliche Böh­men übrig Der Staat begünstigte die Kirche soweit er konnte. Aber auch die Kirche selbst tat alles Mögliche um den llebertritt zu ihr zu erleichtern. So brauchten die Gläubigen nicht einmal Kirchensteuern zu entrichten. Man "vermied es peinlichst, irgendwelchen Tribut oder Zins für die Kirche einzuziehen. Deut­lich sprach aus dieser rücksicktsvollen Behandlung der eine Gedanke: Vorsicht — haben wir überzeugte Gläu­bige ober wankende Enthusiasten? Das Prager Parla­ment hat den Geistlichen die Gehälter garantiert und sich auch verpflicktet, erhebliche Zuschüsse für Kirchen und Religionsgebäude zu entrichten. Das übrige muß die milde Hand aufbringen.

Cs sind heute ungefähr 70 Bethäuser gebaut und eine weitere Reihe im Ban Wriffen. Im Anschluß an den Brauch der katholischen Kirche ist das Land in 4 Diözesen mit je einem Bischof eingekeilt der jedoch nicht mehr gesalbt, sondern einfach gewäblt wird Die Hauptdiözese ist die westböhmifche mit dem Bischofs­sitz in Prag. Dann folgt die ostböhmische mit Köwg- gräß, die mährische mit Olmütz und die schlesische mit Mährisch Ostrau. Um eine einheitliche Kirchenregierung herzustellen, sind die 4 Diözesen in einem Patriarchat Vusammengeschlossen, an deren Spitze als oberstes Haupt der Kirche ein Patriarch steht. Zuerst war es Dr. Farsky, nach dessen Tode bis heute der Patriarch Prochazka. Da er zugleich Bischof von Westböhmen

Indien konnte trotz sehr kritischer politischer Lage und der riesigen Entfernungen in den Norddiözesen der Katholizismus Fortschritte machen.

Die Wanderungen, die so oft das Apostolat hemmen (Hindus nach Süd- und Ostafrika, Japaner nach den Karolinen, Hindus nach den Vittinfeln), sind dem Katholizismus aber auch nützlich. Die Japaner in Brasilien zeigen sich dem Glauben sehr zugänglich. Auch die Regierung von Tokio be­günstigt ihre Konversion aus Gründen der Aus­wanderungspolitik. Jeden Monat kommen 1500 neue Japaner zu den 100 000, die schon in Brasi­lien weilen. Das Apostolat unter ihnen ist metho­disch und mit Erfolg begonnen worden.

Im ganzen: ein fruchtbares Arbeitsjahr, erfolg­reich in Breite und Tiefe, bemerkenswert geordnet und nüchtern eingestellt.

Eugeuio pacelli, eine Führergestalk.

Zur Veröffentlichung der Reden des Nuntius durch den Prälaten Saas.

Vielleicht werden nur jene, die sich dauernd und unter dem Druck der Verantwortlichkeit mit den modernen Kulturfragen beschäftigen, ganz zu wür­digen wissen, welch ein Schatz dem deutschen Katho­lizismus in den vor kurzem veröffentlichten Reden des Nuntius Pacelli überreicht worden ist. Man weiß doch, wie verschiedenartig die Meinungen der Katholiken der modernen Kultur gegenüber sind. Alles ist vertreten, was zwischen der Haltung voll­kommener-A b st i n e n z und der einer fast sich selbst aufgebenden Mitarbeit liegt, sämtliche Schattierungen der Stimmung vom äußersten Pessimismus bis zum hoffnungfrohesten Optimis­mus. Wo ist der Weg? Welche Richtung soll man einschlagen? Welche Führung kann für das Ganze verantwortet werden? Immer steht ja nicht nur das irdische Gemeinwohl auf dem Spiele, sondern auch das Heil der Seelen.

Greist man mitten in solchen Ueberlegungen nach den Reden Pacellis, die Kaas mit einem au­ßerordentlich klugen Vorwort eingeleitet hat, so at­met man erleichtert auf. Hier ist nicht nur zu bewundern ein klarer Stil, eine vornehme Art, eine klassische Einfachheit, eine berückende Grazie, hier ist vor allem Führung. Derjenige, der bei uns der Vertreter der höchsten Autorität auf Er-

. ist, residiert er in Prag. Dr. Farsky hatte ein ausge- | zeichnetes Organisationstalent, und er hat den Kirchen- ungehörigen auch die Selbstverwaltung gegeben. Wie es in den Pfarrgemeinden eine Vollversammlung aller Pfarrkinder und einen Aeltestenrat gibt, so hat jede Diözese die Diözesanversammlung und den Diözesanrat. Und oberstes Verwaltungsorgan der Gefamtkirche ist die allgemeine Kirchenversammlung und der Centralrat. In letzterem präsidiert der Patriarch. Die kleinste Pfarrgemeinde hat also ihre Vertreter in allen drei kirchlichen Instanzen.

Man hoffte die ganzen Jahre hindurch auf einen kräftigen Aufschwung der neuen Kirche. Aber schon bei '■ der Volkszählung im Jahre 1925 wurde bekannt, daß ' feit der ersten Begeisterung im Jahre 1921, wo einhalb ! Million Anhänger gezählt wurden, iährlich nur noch rund 5000 Neuanmeldungen erfolgten. Trotz der ho­hen Propagandamittel. Die Sammlung der Massen im Namen des Reformators Hu», die dann 1925—26 auch im politischen Leben so überaus stark in Erscheinung > trat, ist heute verebbt. Wenn damals der Führer der Tschechen aus altösterreichischer Zeit, der Minister Stübrny. die Parole dieses Reformators auf feint Fahne schrieb und nichts lieber hörte als die Worte: „Was Ziska mit dem Schwert, was fius im Wert war, das ist Stübrny in der Tat", so ist das heute an- i ders geworden. Zwar wird die Zahl der neukirchlichsy 1 Gläubigen auch heute noch auf über einhalb Million ge­schätzt, aber die große Schwungkraft ist erlahmt, und I mit dem Tode Farskys 1926 verlor die Kirche ihre I

Der christliche Orient.

Von Dr. P. Chrysostomus Baur O. S. B.

Wie wenige Deutsche und Katholiken haben eine klare Vorstellung vom christlichen Orient! In den Gebieten und Ländern, die einstmals zum politisch­religiösen Einflußgebiet des ehemaligen byzan- tinisch-griechischenReiches und der Pa- triarchen von Konstantinopel gehör­ten, d. h. in der heutigen Türkei (Kleinasien) mit Aegypten, Syrien und Persien, auf dem Balkan (Griechenland, Serbien, Bulgarien und Rumäniens, in Polen und vor allem in Rußland leben etwa 165 Millionen Christen, die man zwar als katholisch bezeichnen kann, denn sie haben fast denselben Glauben wir wir, besitzen gültig ge­weihte Bischöfe und Priester und dieselben Sakra­mente, die aber trotzdem den Papst nicht anerken­nen. Nur etwa 1 2% Millionen orientalische Christen sind uniert, d. h. sie anerkennen den Papst als Oberhaupt der Kircke. Dagegen beträgt die Zahl derer, dis in der Trennung von Rom leben, etwa 147 Millionen, zu denen noch unge­fähr 5 Millionen solcher Orientalen kommen, die den alten Irrlehren des Nestorianismus, des Mo- novhytismus und dem Protestantismus anhängen. Bon den 147 Millionen Orthodoxen (Schismati­kern) gehören nicht weniger als ungefähr 110 Millionen allein Rußland an. Daneben gibt es noch 5,6 Millionen Serben, 4 Millionen Bulgaren, fast 3 Millionen Ukrainer, 12 Millio­nen Rumänen, 2% Millionen Georgier und etwa Vi Millionen Orthodoxer in Estland, Finnland, Tschechoslowakei und Albanien. Zu allen denen kommen noch etwa 11,4 Millionen unierte Katho­liken. Sie alle befolgen im Gottesdienst den B y - zanrinischen Ritus mit altslavsicher (oder nationaler) Kirchensprache. — Andere orthodoxe Orientalen, die ebenfalls den byzantinischen Ritus beobachten, gebrauchen die alte griechische Kir- chenipracke ^Griechenland und die Griechen in der Türkei, Cypern und Nordamerika) zusammen 6)4 Millionen. Dazu kommt noch V«. Million Unierte, während die sogenannten Melkiten (d. h. diejenigen, die die Lehre des Konzils von Cbalcedon von den

zwei Naturen in einer Person in Christo aner­kennen) und in Syrien, Palästina, Aegypten und auf dem Sinai leben, nur etwa 320 Taufend Ortho­doxe und 125 Tausend Unierte zählen.

Neben dem byzantinischen Ritus gibt es noch 5 andere orientalische Riten ober Kirchengemein­schaften, die aber nur eine ziemlich unbedeutende Gesamtzahl ausmachen. Es sind: Der arme­nische Ritus mit 3 Millionen Schismatikern und 115 Tausend Unierten (Katholiken). Der s y - rische Ritus mit 80 Tausend „Jakobiten" (— Monophysiten) und 45 Tausend Unierten. Der chaldäische Ritus mit 396 Tausend Nestoria­nern und 507 Tausend Unierten; (sie leben in Chal- baa und an der malabarischen Küste). — Der m a - r o n i t i s ch e Ritus der etwa 375 Tausend See­len zählenden, ausnahmslos uniert-katholischen Maroniten (225 Tausend in Syrien: 150 Tausend in Nordamerika). Endlich der koptische Ritus (mit koptischer und arabischer Kirchensprache), dem 800 Tausend Kopten (= Monophysiten) und 35 Tausend Unierte angehören. Zu ihnen sind nock zu zählen die 4 Millionen monophysitischer und tuie 20 Tausend unierter Abessinier, die ihre Li­turgie nach koptischem Ritus aber in abessinischer ( — Gheez-) Sprache feiern. — Die gesamte orien­talische Christenheit zählt also rund 165 Millionen Seelen, von denen ungefähr 147,3 Millionen (—. 89,2 Prozent) Orthodoxe bzw. Schismatiker (von Rom getrennte), 5,3 Millionen (— 3,2 Prozenti Häretiker (Nestorianer, Monophysiten und Pro­testanten), etwa 12,5 Millionen (— 7,6 Prozent) katholisch-Unierte sind.

Welche Aussichten bestehen heute, diese buntfar­bige, durch jahrhundertelange Ueberüeferungen und Gewohnheit gebundenen Massen für den Ge­danken und die Pflicht der Kirchen­einheit unter dem einen Oberhaupt, d e m P a p st e, zu gewinnen? — Die „Catho - lica U n i o" hat sich zur Aufgabe gesetzt, für den Gedanken der Wiedervereinigung zu arbeiten.

den war, nimmt wirklich «Stellung zu den Fragen, die uns bedrängen. Das Gestern, das Heute und das Morgen werden hier beleuchtet» und das eben brauchen wir. Dabei kommt man verhältnismäßig leicht dazu. Man braucht keine langen Abhand­lungen zu lesen. Man braucht nicht etwas aus ei­ner anderen «Sprache zu übersetzen. Es ist alles uns unmittelbar nahegebracht, meist verknüpft mit Situationen, die wir kennen und die deutlich mit- sprechen. Programmatisch einerseits, ist doch alles in größter Kürze von Fleisch und Blut, konkret und greifbar. Das ist moderner Stil, eine Edelblüte dessen, was man reine Sachlichkeit nennt.

Besonders wegweisend wirkt die Tatsache da­bei, daß dieses vom feinsten römischen Intellekt be­herrschte Buch doch auch wieder die Seele Ser deutschen Landschaft atmet, daß es uns anmutet wie etwas Heimisches. Wenn ich nicht irre, so ist die Stellung der deutschen Katho'iken der Autorität zugeneigt, wie selten zuvor. Man will aus dem Geist der Kirche heraus die Fragen lösen. Man freut sich dankbar, wenn ein Hirten­wort Führung gibt. Hier ist sie. Wir willen, wie diese Worte, etwa die programmatische Rede in Magdeburg, uns alle geeinigt haben. Sie wiesen den Weg, den nachher unsere großen Ver­tretertage gegangen sind. Sie schufen eine allen gemeinsame Atmosphäre. Sie gaben in Verbindung mit allem, was Pacelli tat und darstellte, jenten Recht, die sich von einer energischen Mit­arbeit auf allen Sachgebieten der Kultur noch das denkbar Beste erwarten, einer Mitarbeit allerdings, die durch einen geradezu priesterlichen Zug der Weihe geheiligt ist. Pacelli hält hier diegroßeabendländischeLinie, die darum nicht ihre Richtigkeit verliert, daß heute die europäische Kultur so stark aufgelöst ist. Im Gegenteil, nur von dieser intensiven Mitarbeit, von dem Dabeisein heute, wo die Entscheidung fällt, von der ganz konkreten Leistung, die sich wür­dig neben andern großen Leistungen der Zeit stellt, davon hängt es, menschlich gesehen, zunächft ab, ob wir uns durchsetzen und dem deutschen Volke sein christliches Gepräge retten ....

Wir sind bei aller Liebe zur Autorität heute insofern skeptischer, als wir das rein Repräsen­tative nicht leicht ertragen, wenn es sich in Aeußer- lichkeiken erschöpft. Pacelli war eine jener Gestal­ten, die repräsentativ im höchsten Maße wirkten, die aber in der Form Substanz hatten, inneren Wert, erlösende Worte, reiches Wissen, kurz und gut, das Kernhafte. Diese Reden werden ein Vst- demecum jedes Kulturpolitikers sein und über­haupt jedes Katholiken, der irgendwie führend in den Kulturfragen tätig ist.

Auswanderung nach Kanada.

Das kommende Frühjahr scheint wiederum viele Deutsche zur Auswanderung verlocken zu wollen, zumal ja nun die deutsche Einwanderungsquote nach Nordamerika bedeutend erniedrigt ist. Es kann aber nicht oft genug gesagt werden, daß nur landwirtschaftliche Einwanderer Aus­sicht haben, in den westlichen Prärieprovinzen Ka­nadas Arbeit und Unterhalt zu finden. In den Städten unterzukommen, ist so gut wie unmög­lich. Handwerker, Industriearbeiter, Kaufleute, Techniker usw. können darum nicht eindringlich ge­nug gewarnt werden, nach Kanada auszuwand.-rn. Es wird selten einem glücken, dort ein gutes Fort­kommen zu finden. Ebenso dürfen landwirtschaft­liche Arbeiter sich ja nicht verleiten lassen, in der Stadt zu bleiben, selbst wenn sie dort zufällig aus ein paar Wochen Arbeit finden sollten. Sie wer­den dann wiederum als erste abgebaut und leiden dann schwerste Not, wie es erst kürzlich von etwa 500 Deutschen in Toronto gemeldet wurde. Wer nach Kanada geht, rechne von vornherein mit schwerer Arbeit und primitiver Lebensweise auf einem einsamen Bauerngehöft. Hat ein landwirt­schaftlicher Auswanderer Kapital, so bieten sich frei­lich in einzelnen Gebieten gute Siedlungsmöglich­keiten, aber auch so wird es heißen: schwer arbei­ten und viel von dem entbehren, was wir hier­zulande als selbstverständliche Bequemlichkeit des einfachsten bürgerlichen Lebens betrachteten. Ka­tholische deutsche Einwanderer werden im übrigen jederzeit zuverlässig beraten und betreut vom „Bolksverein deutsch-canadischer Katholiken" Winnipeg (460 Main Street) und von dem katholischen Einwandererfürsorgeoerein (Cias). In Deutschland geben nebst dem St. Raphaelsverein in Hamburg (Besenbinder­hof 28) sämtliche Caritassekrt'ariate nähere Auskünfte.

Hauptstütze. Dafür ist aber das katholische Elen W»: von neuem stärker geworden. Die Reformatoren haben in dieser Richtung ihr Gutes gehabt, sie haben den Katholizismus, der im alten Oester­reich so erschlafft war, geweckt und auf den Plan gerufen Wie sehr der Name des Ma­gisters Johannes Hus auch im politischen Kampf zurück­getreten ist, bewies im September des vergangenen Jah­res die große offizielle Iahrtausendfeier zum Gedächtnis des hl. Wenzels. Man erinnere sich demgegenüber jenes Husfeiertages, als auf der „Burg" in Prag offi­ziell die Fahne mit dem roten Kelch gehißt wurde und daraufhin der päpstliche Nuntius Marmaggi die Ver­bindung mit der Regierung abbrach und nach Rom ab- reifte. Stübrny hat heute keinen Namen mehr, und Lenefch hat sich beeilt, Frieden mit dem Vatikan zu schließen. Der neue Nuntius Ciriaeci zog in Prag ein. Abends aber, wenn man durch die Straßen Prags geht und sich dem hellerleuchteten Rathaus und dem alt-ehr­würdigen Thcindom am, Altstädter Ring genähert hat, sieht man das einst soviel verehrte Denkmal des Ma­gisters Hus im «Schatten stehen.

Es find in den letzten Jahren auch viele geistliche Kräfte aus Deutschland in die böhmischen Diözesen aus­genommen worden, die im Verein mit dem einheimischen Klerus versuchen, dem täglich durch die Presse verkünde­ten Freisinn Einhalt zu tun. Eine vor Jahren in Prag gegründete große katholische Tageszeitung, die über dos ganze Land reicht, sucht ihrerseits die Entwicklung zu fördern.