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57. Zahl«

Sonntag, S. Februar 1930

Der Vorrang der Manz-Gesundung

Wird

Zentrum und bayerische votksparkei zum Houng-Plau

am

noten, die er in Verkehr brachte, falsch waren.

Sa-

* Der Iiwst cmpiänot Xurafi. Der Papst empfing den Sekretär der Faschistischen Para­ter, Turati, in lt/<sfiindiaer Sonderaudienz. Im Anschluß daran stattete Turati, der die große Uni­form der Miliz mit Ordnungsai>s»eichnungen trug und dem die Srlrwei^eraarde die Ehren erwies, dem Kardinalstaatssekretär Gasparri einen Besuch ab.

Die erste Lesung der Poung-Gesetze im Reichs­tag wird am Dienstag durch eine kürzere Re­gierungserklärung eingeleitet werden, die. dem „Berl. Tageblatt" zufolge, der Reichsaußen­minister Dr. Curtius abgeben wird. Dann wird sofort in die Debatte eingetreten werden, in deren Verlaus sowohl der Reichsaußenminister wie die übrigen Mitglieder der Haaaer Delegation, ins­besondere der Reichsfinanzminister Dr. Molden- Hauer, nach Bedarf das Wort nehmen werden.

Erscheint sechsmal wöchentlich. Mochenbeilagen: „Die Welt im Bild' und „Puchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Slctiendruckerei in . ulda. Fernrufe: Schrift- :: leitunq 1152, Fuldaer Vrliendructere, 1150 und 1151. “

Bei der Besprechung des Reichskabinetts mit den Parteiführern haben die Vertreter des Zen­trums erneut ihre Forderung vorgebracht, die Fi­nanzreform noch vor der dritten Lesung des Doung-Planes unter Dach zu bringen, um so eine feste Bindung der übrigen Regierungsparteien zu erzielen. Ferner ist das Zentrum aus diesem Grunde nicht dafür eingetreten, daß das Kabinett den Etat sofort verabschieden soll. Cs wünscht, daß die unsicheren Ausgaben, die der Reichskasse durch die sich immer ändernden Kredite für die Arbeits­losenversicherung erwachsen, möglichst beseitigt wer­den, und schlägt dafür vor, die jetzige Erhöhung der Beiträge für die Arbeitslosenversicherung, d>e 3% Prozent beträgt, und die zum 1. April 1930 bekanntlich abläuft, bis zum 1. April 1932 zu verlängern. Auf diese Weise hofft das Zentrum, daß dis Arbeitslosenversicherung s i ch selbst sanieren kann, da man allgemein an­nimmt, daß im Jahre 1932 sich der durch den 'Krieg eingetretene Geburtenausfall zugun- ten eines Rückganges der Arbeitslo- 'en.unt zirka 100 bis 300000 Perso - ren bemerkbar machen wird. Ebenso tritt das Zentrum dafür ein, daß bei der jetzigen Steuer» und Finanzreform auch die Sanierung der Finan­zen der Länder und Gemeinden miteinbezo- gen wird.

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Die „Germania" berichtet über die letzte Partei- führerbesvrechung u. a.. Man darf mit Sicherheit annehmen, daß der Standpunkt des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei, der gewissen finanz­politischen Maßnahmen eine P r i ö r i t ä t vor der Entscheidung über den Aoung-Plan xuerfennt, mst ollem Nachdruck zur Geltung gebracht worden ist.

wtb. Berlin, 8. Febr. (Eig. Meld.) Im Tschenvon- Zenfälscherprozeß verkündete am Samstagvormittag der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Wartenberger, folgendes llrteil: Die Angeklagten Dr. Becker, Bohle und schmitt werden freigesprochen. Das Verfahren »ird auf Grund der Amnestie gegen die übrigen Angeklagten eingestellt. Der Haftbefehl ge­gen Sadathierafchwili wird aufgehoben. Das Falschgeld und alles Dazugehörende wird eingezogen. Die Kosten des Verfahrens trägt, die Staatskaffe.

In der Urteilsbegründung heißt es u. a.t Das Ge­richt sieht die Angeklagten Karumidse und Sadathiera- 'chwiN als des Münzverbrechens ü b e r f ü h r t an. Bet dem Angeklagten Weber sieht das Gericht die Bei­hilfe zu dem Münzoerbrechen in München als nach­gewiesen an. Das Gericht hält auch Bell für über­führt. Bei Bohle und Dr. Becker konnte eine Schuld­feststellung mangels ausreichenden Beweises nicht ge­troffen werden Bohle war nicht nachzuweisen, daß er gewußt hat, daß in der Druckerei Schmitt Falschgeld hergestellt werden sollte. Auch bei Becker ist nicht nach­gewiesen, daß er gewußt hat, daß die Tscherwonzen-

stch der Geburten-Ausfall auf die Ardeitsmarttlage der nächsten Jahre auswirken?

Produktionsziffer mit einer um nahezu 160 Tau­send verringerten Belegschaft im Ruhrgebiet erzielt.

Das ist eine gewaltige Arbeitsleistung, die von allen Ständen und Berufen anerkannt werden muß, im Hinblick auf die ungeheuere Schwere dieser Arbeit einerseits, andererseits aber auch in der Be­trachtung der Tatsache, daß Kohle nicht nur das Brot der Industrie, wie überhaupt der Wirt­schaft bedeutet, sondern auch in weiterem Sinne das tägliche Brot für das ganze Volk schafft, denn alles und jedes in der Wirtschaft und Produktion geht letzten Endes auf die Kohle zurück.

Die Tasiache der Steigerung der Kohlenpro­duktion in Deutschland ist deshalb so hoch zu ver­anschlagen, weil ja der Bedarf an industriellen Er­zeugnissen bei der Schwächung der materiellen Kräfte des Landes nachgelassen hat. In den außer­deutschen kohleproduzierenden Ländern hat auch die Kohlenerzeugung zugenommen, aber dieser Um­stand war bedingt durch die Steigerung des Indu­striebedarfs und durch die Steigerung der Produk­tion von Fabrikaten, die diese Länder für die Ausfuhr bereitstellen mußten.

Noch ein Blick auf die Eisenerzeugung in Deutschland. Wenn man das Reichsterritorium der Vorkriegszeit zugrunde legt, so ist die Praduktions- ziffer von damals heute noch nicht erreicht worden. Legt man der Statistik aber das jetzige Reichsge­biet zugrunde, wobei ja das Saargebiet ausscheiden muß, so hat sich die Eisenerzeugung, gegenüber von vor dem Kriege 'M monatlichen Durchschnitt um fast Vi Million Tonnen erhöht. Sie betrug durchschnittlich monatlich 1,6 Millionen Tonnen, gegen etwa 1,1 Millionen Tonnen im Sabre 1914. Auch die Eisenerzeugung hat seit der Währungs­stabilisierung sich stark gesteigert.

Der Eisenverbrauch im Inland hat sich auf durchschnittlich 1,3 bis 1,4 Millionen Tonnen im Monat beziffert, gegen etwa 1 Million Tonnen im Jahre 1925.

Deutschland wird cs sehr schwer gemacht, in seiner Eisenprodukt,on mit der Konkurrenz des Auslandes ftandZuhalien. Dort hat sich die Eisen- vroduktion noch mehr gesteigert, als das in Deutsch­land der Fall war. In den Vereinigten Staaten beträgt sie etwa V«. mehr wie in Deutschland, Eng­land steht nicht weit zurück, und auch Frankreich und Belgien haben um ’A höhere E'senvroduktions- Zifsepn m:elen können, wie das Deutschland unter den H.?Mmt schmierigen Verhältnissen möglich wär. Aber daraus ergibt sich deutlich, von welchen Hemmungen die wirkliche Entwicklung der deut­schen Produktionskraft beeinträchtigt wird. —

dathieraschwili und Bell sind des Betruges an Wurm­bach nicht überführt, da Dr. Wurmbach selbst erklärt hat, daß die Hinterlegung der Tscherwonzen und die Aussicht auf Gewinn für ihn zur Hergabe des Geldes nicht maßgeblich bestimmend gewesen sind. Der ge­meinschaftlichen Urkundenfäffchung sind Sadathierafchwili und Karumidse ckngeschuldigt. Aber das Gericht hat nur Karumidse als überführt erachtet.

Fälschungen in Italien.

Die Urheber verhaftek.

wtb. Livorno, 8. Febr. (Eig. Meld.) Die Polizei hat hier nach langen Untersuchungen eine Fälscher- bande verhaftet. B»i der Verhaftung wurden F ä l- schungenvonWertpapieren und W e r1» marken in Höbe von mehr als 300 000 Lire, darunter Versichsrungs- und Stempelmarken. Die aufgefundenen Wertvapiere sind so gut ge­fälscht, daß mehrere Bankiers erklärt haben, sie äh ten sie niemals von echten Panieren unterscheiden können. Die Ermittelungen sind noch nicht abge­schlossen.

Konflikt der Iungdemokraken.

Auf Antrag der im Ortsausschuß des Reichs- bundes der deutschen Iungdemokraten zusammen- göschlossenen Verbände Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Ostmark. Oberschlesien und Rieder- 'chlesien, denen sich ». a. die Verbände Baden, Mitteldeutschland und Thüringen angescblossen ha­ben, hat der „Voss. Ztg." zufolge die Bundeslei­tung der deutschen Iungdemokraten den Dorsißen- den des Landesverbandes Hamburg, Erich Lüth in einstimmigem Beschluß aus dem Reichsbund ausgeschlossen. De: Beschlliß wird damit begründet, daß Lüths lortgesetzte Agitation geeig­net fei, die politische Geltung des Bundes zu drill- ken.

Die endgültigen Dispositionen für die Pounq-De- batte wird der Aeltestenrat des Reichstags Montag treffen.

Die Auffasiung der beiden Parteien ist nicht zuletzt auch in der Befürchtung begründet, daß es bei einer Vorwegnahme des Poung-Plans später zu finanzpolitischen Auseinandersetzungen kommen werde, die die Verabschiedung des Etats und der mit der Kassenlage zusammenhängenden unum- giänglich notwendigen Maßnahmen in unverant­wortlicher Weise verzögern.

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wtb. München, 8. Febr. (Eig. Meld.) Die Koalitionsparteien Haden im Landtag zu der Angelegenheit der Stellungnahme zum 'doung= Plan folgenden gemeinsamen Antrag eingebracht: Der Landtag wolle folgende Entschließung fassen: „Der Landtag billigt den von der Bayerischen Staatsregierung im Reicbsrat eingebrachten An­trag, wonach vor einer endgültigen Stellungnahme zum Haager Abkommen eine Reform der deutschen Finanzen gesichert sein muß, die eine gesunde Haushaltsführung in Reich, Ländern und Gemeinden nach­haltig gewährleistet."

Deutschland und Polen.

wtb. Berlin, 8. Febr. (Eig. Meld.) In einer gestern stattgefundenen Sitzung des deutsch-polni­schen Komitees wurde eine eingehende Ausspruchs über die mit Polen getroffenen Abkommen gepsto- gen. Als Ergebnis wurde festgestellt, daß die Ab­kommen, dienachLagederDingemöglichs Lösung der bisher bestandenen Schwierigkeiten darstellen und ihre Annahme zumal der im In­teresse Ost-Deuffchlands gelegenen Entwicklungen der Beziehungen des Reiches zu Polen nach der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Seite durchaus förderlich sein würde. Ihre Annahme durch die politischen Faktoren wurde als e m p f e fi- lens w e r t erachtet,' vor allem auch im In­teresse der deutschen Minderheit in Polen. _____________________

Der Leichenkauf der K.P.D.

• Zu den von der kommunistischen Partei heftig bestrittenen Enthüllungen des sozialdemokratischen Senators Ehrenteit in der Hamburger Bürger­schaftssitzung über den beabsichtigten Ankauf der Leiche des bei den Hamburger Unruhen erschosse­nen 16 jährigen jungen Menschen durch die kom­munistische Partei, veröffentlicht der Vorwärts einen Brief des Vaters und des Groß­vaters des Erschossenen, in dem fcstge- stellt wird, daß die von Herrn Ehrenteit in der Bürgerschaft vorgetragenen Behauptungen in allen Einzelheiten den Tatsachen entsprechen. Als sich der Großvater des Erschossenen in einem Lokal nach den näheren Umständen des Unglücks er­kundigte, wurde ihm von zwei Herren erklärt, sie seien bereit, mir die Einzelheiten mitzuteilen, wenn ich mich bereit erkläre, die schriftliche Zu- stimmuna der Eltern herbeizuführen, daß die kom­munistische Partei die Bestattung vornehmen könne. Da sie annehmen könnten, daß es uns in mate­rieller Beziehung nicht gut gehe, käme es ihnen für diesen Fall auch auf ein paar tausend Mark gar nicht cm. Darauf erwiderte ich den beiden Unterhändlern^ daß ich mich auf solche Vorschläge unter keinen Umständen einlassen könne. Wir ha­ben, heißt es am Schluß des Briefes, die Volizei gebeten, uns den Besuch der kommunistischen Partei bei der Bestattung unseres Jungen vom Friedhof fern zufialten.

Die Franzosen werden nervös

Französische Blätter über die Flottendenkschristen.

wtb. Paris, 8. Febr. (Eig. Meld.) Die Mor­gen-Presse trägt angesichts der amerikanischen und britischen Memoranden ein ziemlich aufgereg­tes Verhalten zur Schau. Ihr ablehnendes Ver­halten gegen das angelsächsische Vorgehen wäre sicher noch schärfer hervorgetreten, wenn die Nach­richt über die amerikanische und englische Eini­gung ftüher in Paris eingetragen wäre.

Nach dem Sonderberichterstatter des Motin wäre die beste Antwort, wenn ftanzösischerseits die Sicherheitsfrage aufgeworfen und auf btt Herabsetzung der französischen LandstreiUräste bin» Sriefen werden würde. Das Blatt ist der An- t, die französische Stellung habe sich dadurch verschlechtert, daß auf der Londoner Konferenz Ziffern genannt wurden, die man nach Ansicht des Blattes der allgemeinen Abrüstungskonferenz in Genf hätte Vorbehalten müssen.

Der Londoner Berichterstatter des Petit Pari- sien weist auf die letzthin vor der Presse abgegebene Erklärung hin, daß noch keine konkreten Verein­barungen zwischen England und Amerika getrof­fen worden seien und fragt, wie diese Erllärung angesichts der Memoranden habe abgegeben werden können. ____________

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Aulda. Amtliches Kreisblatt.

Monatlich 1,80 einschliezl. Pwtgeoüyr (48 Pf.» ohne 3uiieua. Aineigen-Preise Kleinzeile -Col.» lokal 0,15 1Ä. auswärts 0,20 ?Ut. Reklamezeile: total 0,60 «, auswärts 0,80 »Jt Bei Wiederbolunaen Rabatt Poffscheckk. trankf a. M. 4051

Urteil im Tscherwonzen-prozetz.

Er geht aus wie das Hornberger Schießen.

Sie Produktion

Nachdem das Jahr 1929 Produktionen garmchr einmal schlecht begonnen hat, wobei man freilich be­rücksichtigen müßte, daß die Niedergangserscheinun­gen schon Ende 1928 auftraten, haben sich im fort­schreitenden Verlauf des Jahres die Verhaltniße immer weiter verchlechtert. Die Unmöglichkeit, Ka­pital zur Verstärkung der Probuktionsbasis zu verschaffen, in Derdindung mit der Unsicherheit der Gestaltung der öffentlichen Finanzen im Hinblick auf die Regelung der Reparationszahlungen, die allgemeine Vertrauenskrise, die die Kapttcllbeschaf- fung im Inland und noch mehr vom Ausland her. Mehr und mehr erschwerte; all das führte zu einem Konjunkturrückschlag, von einem in all den Jahren fett dem Zusammenbruch kaum erlebten Ausmaß.

Dabei wurde in Deutschland, wie die Probuk- ttonsziffern an sich zeigen, ungeheuer viel und flei­ßig gearbeitet, fo viel, daß wir sogar zeitweise zu einer recht bedeutenden Steigerung unserer Aus­fuhr imstande waren. Wir hatten uns auf einer Produktionsquote halten können, die diejenige der Vereinigten Staaten, Englands und Frankreichs zeitweise selbst übertraf, nur im letzten Teil des Jahres 1929 sind wir von Frankreich und teilweise auch von Amerika überflügelt worden. Und dos Jahr 1929 ist ja besonders charakteristisch für die gewaltigen Anstrengungen, welche das Ausland, Namentlich die Eläubigerländer, auf produklionel- lem wie überhaupt industriellem Gebiete unter­nommen haben, um neue Absatzmärkte für ihre Produktion zu gewinnen Vielfach ist es dahin ge­kommen, daß große Absatzgebiete, die bisher von Deutschland von bestimmten Industrien beherrscht froren, für die deutsche Produktion mehr und mehr ausfielen, ja für eins ganze Anzahl Fabrikats, de­ren Herstellung in Druffchland bisher Hunderttau- Archen von Hand- und Kopfarbeitern Erwerbs-

im Zahle 1929!

Möglichkeit gab, haben wir durch die Ausfuhr und die Industriekraft der fremden Länder die Absatz- gebiete fast vollkommen verloren.

Um einen Ueberblick zu bekommen über das. was im Jahre 1929 von unserer Industrie geschasst und gearbeitet wurde, braucht man sich ja nur ein­mal die Ziffern der Kohlenproduktion anzusehen Sie haben Ende 1929 an Steinkohlen schon fast die Dorkriegszsifent mit 18 Million-n Tonnen im monatlichen Durchschnitt erreicht. Die Produktion an Braunkohle ist, mit noch über 15 Millionen Tonnen monatlichen Durchschnitts, auf über das Doppelte des mit 7 Millionen Tonnen monatlichen Durchschnitts im Jahre 1914 gesteigert worden. Auch die Koksvroduktion. die 1914 knapp auf 3 Millionen Tonnen im Monat sich belief, ist im Jahre 1929 auf über 314 Millionen Tonnen ge­seigert worden.

Wenn wir zum Vergleich die Ziffern aus den letzten Jahren nehmen, so sehen wir, daß die mo­natliche Produktton an Steinkohlen im Jahre 1924 knapp 10 Millionen Tonnen, 1925 etwa 11 Mil­lionen Tonnen und 1926 bis 1928 durchschnittlich über 12 Millionen Tonnen betrug, während sie sich jetzt im Jahre 1929 auf etwa 15 Millionen Ton­nen belauft. Ganz ähnlich ist auch das Verhältnis bei Braunkohle und Koks.

Noch deutlicher aber wird dieses Arbeitsbild des Jabres 1929, wenn wir uns die Ziffern der Kohlenförderung im Ruhrgebiet ansehen. Hier haben wir die Vorkrirgsleistungen schon bedeutend überstiegen. 1914 wurden monatlich durchschnitt­lich etwa 350 Taufend Tonnen geschafft. Ende 1929 450 Tausend Tonnen. Im Jahre 1928 sind wir über 400 Tausend Tonnen nicht hinausgekom- rnen, meist hat sich diese Ziffer um 360 bis 370 Taufend Tonnen bewegt. Dabet wurde aber diese

* Reichskabinett und Landpachtgesetz. Das Reichskabinett verabschiedete den Gesetzentwurs über die Pacht landwirtschaftlicher Grundstücke (Landnachtgesetz). Der Entwurf wird unverzüglich dem Reichsrat zugeleitet und dann veröffentlicht werden.

Die Holzereien.

wtb. Berlin. 8. Febr. (Eig. Meld.) Nach einer Versammlung der nationalsozialistischen Arbeiterpartei ist es in der vergangenen Nacht an einigen Stellen Groß-Berlins zu Ueberfällen auf Nationalsozialisten durch politisch An­dersgesinnte oefomiren. In Pankow wurde ein Nationalsozialist von etwa 50 Personen über- fallen und durch Messerstiche schwer verletzt, so­daß er von Polizribeamten dem Krankenhaus zu- gefüfirt wurde. Einer der Täter, der der K.P.D. angehört, wurde festgenommen. Im Nordosten von Berlin wurden zwei von einer Versammlung heim- kehrende Stahlhelmleute von Kommu­nisten überfallen und durch Messerstiche ver­letzt. Einer der UeberfaKenen mußte ins Kranken­haus gebracht werden. Die Täter sind unerkannt entkommen. Dor einem Verkehrslokal der Kommu­nisten im Norden der Stadt wurde ein Arbeiter, der früher der K. P. D. angehörte, von 8 Männern überfallen und durch Stockhiebe und Messerstiche verletzt. Er wurde nach Anlegung von Verbänden in seine Wohnung gebracht.

* Verhaftung des kommunistischen Redakteurs Hampel. Wie die „Rote Fahne" meldet, wurde der kornmunistsiche Redakteur Hampel, genannt Slang, im Hafturlaub wegen Fluchtver­dachtes fest genommen und nach Leipzig zurückbefördert. Nach der Darstellung des Blattes erfolgte die Verhaftung, als Hampel sich freiwillig der politffchen Abteilung des Berliner Polizeiprä­sidiums zur Verfügung steltte.

Aus Latein-Amerika.

Sonderbare Vorgänge in Brasilien.

Associated Preß meldet aus Rio de Janeiro Spärliche Berichte aus dem Staate Minas Geraes, besagen, daß der Vizepräsident von Brasilien Mello Dianna in der Nähe von Montesclaros schwer verwundet wurde, und daß verschiedene Her­ren seiner Begleitung verwundet ober getötet wor­den sind. Einzelheiten stehen noch aus.

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Wie Associated Preß aus Rio de Janeiro mel­det, wird in der Regierungspresse in verschleiertet Form angebeutet, daß der gemeldete Anschlag au' den Vizepräsidenten Dr. Mello Vianna in der Näh, non Montesclaros von der gegenwärtiger Regierung des Staates Minas ver« a n l a ß t worden fei. In diesem Staate erwart« die Opposition bei den kommenden Präsidentschafts- watzken die größte Unterstützung. Nach neueren Berichten ist Dr. Dianna im Rücken und am Kopf verwundet. Präsident Luis hat seinen Sommer- aufentbalt in Petropolis abgebrochen und ist nach der Bundeshauptstadt abgereift. Das Ka^nttt ist inzwischen bereits unter dem Borsitz des Justizmi- nisters zusammengetreten.

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Wie Associated Preß aus Rio de Janeiro berich. tet, ist der Anschlag auf den Vizepräsidenten bei einem Bankett in Montesclaros ausgeffibrt worden, und zwar wurden im Verlauf einer v 0 litischen Aus spräche drei Schüsse auf Dr. Dianna abgegeben. Es heißt, daß die Verlet­zungen nicht lebensgefährlich sind. Er wurde so­fort nach einem Krankenhaus in Dello Horizonte, der Haupfftadt des Staates Minas Geraes, ge- bracht. Unbestätigten Berichten zufolge soll es bei bem Bankett zu einer großen Schießerei gekommen sein, bei der insgesamt 5 Personen, darunter Dr. Diannas Sekretär, getö­tet und 15 verwundet wurde»