Ar. 33
Beilage zur Fuldaer Zeitung
9. Februar
seinen Gaben uns gefangen.
। streift des Glückes holde Hand
- zärtlich über unf're Wangen.
। grüßt der Himmel blau und klar fremden Wälder und die Auen, wir auch immer wunderbar Blumen und das Licht beschauen.
wird doch einmal dunkel sein.
Und Schmerzen werden in uns brennen. Wir müssen, einsam und allein, Zur trauten Heimat uns bekennen.
Dann strömt mit zauberhaftem Klang Ein Lied aus fernen Jugendtagen. Und i’lig wird ein tiefer Drang Der Heimat uns entgegen — tragen.
Richard Dehmel.
Zur 10. Wiederkehr seines Todestages.
Selten einmal ist ein Dichter so zur Verkörperung zeitgenössischen Lebens und Leidens geworden wie R t= chard Dehmel. „In meinen Versen weint und lacht, was mir das Leben reich gemacht", diese Worte Gustav Falles können auch auf ihn angewandt werden. Und was hat sein Leben reich gemacht? Reich gemacht hat sein Leben die im Anfang hoffnungsfrohe Kampfeslust des jungen Naturalismus, der in überschwenglicher Er- warttmg der Lösung der Lebensrätsel, nach denen man bisher so vergeblich gesucht hatte, entgegensah; der die Aufgabe in sich fühlte, die neue Lebensanschauung, die durch diese oorweggenommene Lösung gegeben war, heranzubilden und sie in die Welt hineinfließen zu lassen. Sie waren aUe mehr oder minder Philosophen, die damals jungen naturalfftischen Dichter, und Richard Dehmel war einer derer, die die Muse am verschwenderischsten gekränzt hatte. Der Zweck der Welt? Ihr Ziel, ihr Ende? Fragt man danach?
In diesem Jahr verlor ich einen Freund.
Hier unterm Nußbaum sprachen wir uns aus.
Das Laub wird gelb, es wartet auf den Wind.
Ist das der Schluß?
Hier unterm Nußbaum gab mir eine Frau In diesem Jahr errötend ihre Hand.
Still weht ein Blatt und tropft ins welke Gras.
Ist das der Schluß?
In diesem Jahr — vor meine Füße fällt
Ein dumpfer Schlag zu Boden und zerplatzt.
Und aus der Kapsel rollt die rauhe Frucht.
Das ist der Schluß!
Ja, Werden und Vergehen, Zeugen und Sterben, das ksi der Menschheit Ziel, das ist der Menschheit Ende. Die Welt ist ewig und der Mensch ist nichts als ein Bestandteil dieser ewigen Welt, — woran er sich genug sein lassen muß. Mann und Weib am Ufer des Meeres stehend, während die Wellen rauschen ihr ewiges Wrrrlt - - . Wrrrlt (Wir Weltf — Diese Mittelpunktszene aus dem bekanntesten der Dehmelschen Werke, dem Roman- zenzyclus „Zwei Menschen", enthält den höchsten Augenblick, her dem Menschen nach Dehmel beschieden sein kann, den Augenblick, wo er in beseligender Vereinigung wit einem andern Menschenkind den großen Lebenswil- !en der Natur erfüllt.
Dehmels Jugend hatte an diesem Reichtum zunächst *enug. Aber dennoch schlief in ihm etwas, das ihn nicht |ur Ruhe kommen ließ. Nach einer „Unsterblichkeit" »erlangte es ihn, und wenn es nur der schwache Trost «ar, daß er in seinen Kindern weiter lebte. „Erlösungen" tberschrieb er einen Gedichtband. Mit einem Weltgeist sich zu vermählen, trieb es ihn. Und das Suchen und Forschen grub tiefe Fallen und Runen in fein Gesicht. Er suchte. Und die ganze Zeit suchte mit ihm. Vorbei war bald das Rauschgefühl, die Welträtsel gelöst zu haben.
Heimat, wir sind dein.
Don Franz C i n g i a.
Nimmt auch ein fremdes, schönes Land
Mit Und Wie
Und Die
Ob Die
Es
Das Gift.
Roman von William Le Queux.
UleRechted.Gretev.llrbanitzkb,Wien. Bearb. V.Dr.OttoBorschk 12] -------
Inhalt des bisher abgedruckken Romanabschnitte,.
Den Ausgangspunkt der Handlung bildet ein merkwürdiger Vorfall, der einem jungen englischen Ingenieur namens Garfield im Hause des Londoner Millionärs Oswald de Gex begegnet. Während er sich mit dem Hausherrn unter- häü, ertönt plötzlich ein Schrei aus dem Nebenzimmer. Oswald de Ger, der sofort hinausstürzt, kommt mit der Nachricht zurück, daß soeben seine Nichte Gabriele Engledue einem Herzschlag erlegen sei. Garfield läßt sich bewegen, einen Totenschein über Gabriele zu unterschreiben. Kurz darauf schwinden ihm die Sinne. Einige Wochen später findet er sich in einem Hospital in Frankreich wieder. Erst ganz langsam kehrt die Erinnerung an das Geschehene zurück, das er nun mit allen Mitteln aufzuklären sucht. Er folgt de Gex nach Florenz und fordert von ihm Rechenschaft. Doch dieser will von nichts wissen und weist ihn ab. Zufällig begegnet er einige Tage später einer Dame, die der totgeglaubten Gabriele Engledue aufs Haar gleicht Ihr Begleiter ist ein gewisser Arzt mit Namen Moroni, der auch" in Beziehungen zu Oswald de Gex steht. Bald wird es Garfield zur Gewißheit, haß es sich um die Totgeglaubte handelt. Nach ihrer Rückkehr nach London sucht er sie dort auf. Bei dieser Gelegenheit erfährt er Näheres über das seltsame Ereignis, das der jungen Dame — sie nennt sich Gabriele Tennison — zugestoßen ist. Seitdem hat sie ihr Gedächtnis vollkommen verloren Das Datum des rätselhaften Geschehnisses stimmt mit dem merkwürdigen Erlebnis Garfielos genau Oberem Eine gewisse Rolle in der seltsamen Angelegenheit scheint ein französischer Bankbeamter namens Suzor zu spielen. Garfield folgt ihm, begleitet von feinem E , Freund Harry H o m b l e d on, bei einer Reise nackt Daris und nnn dort nackt Madrid
Einen kleinen Ausschnitt aus dem Naturgeschehen hatte man erblickt, mehr nicht Die Sphinxaugen des Unioer- lums und des Lebens schauten die Lebenden an, und sie erzitterten in dem geheimen Gefühl, daß es Dinge gab, denen nur ein schauerndes Ahnen näher kommen kann
Da loderte die Brandfackel des Krieges empor. Hut- weggewifcht wurde im ersten Sturm des Erlebens alles Forschen, alles Suchen und Grübeln. Zum Handeln trieb es mächtig an. Und Dehmel trat wie einer der Jüngsten als Kriegsfreiwilliger ein und ging vor den Feind Mit fünfzig Jahren! Handeln! Durch Handeln vielleicht er- erfahren, so sprach es wohl heimlich in ihm wie in manchem andern. Und die Unbegreiflichkeiten des Menfchen- fchickfals. die stillen Näcktte auf einsamem Posten der große Aufblick eines bedrängten Volkes zu einem Rester von oben, er vollendete in Dehmel, was die Jahre des Forschens begonnen hatten. Er fand die Lösung der Welträtsel, aber anders, als er es sich früher einmal gedacht hatte; er fand sie in — G o t t. In feinem .Kriegsbrevier", da stehen Verse wie: „Rings um unsere Himmelsleiter toben Liebe, Lob. Hast Spott. Unter uns Millionen Streiter, über uns der stille Gott." Oder ..Hilf uns, jeden Schritt zu weihen. Ew'ger, Deinen Dienst allein." Von den Kanzeln Hamburgs wurden seine Verse zitiert.
„Niemals ist ein Mensch versöhnter mit der Welt und Gott zum Himmel aufgefahren als Dehmel", so schrieb mir kurze Zeit nach feinem Tode feine Witwe 3a. das war der Reichtum feiner letzten Jahre; daß das Suchen und Forschen, das non Anbeginn in seinen Versen lebte, sich für ihn erfüllte. Dieses Dichterleben, mit seinen Wurzeln in jener Zeit der starken Erdnerbundenheit liegend, mit seiner Endeskrone aufraaend durch Kriegsleid und -quäl zu der Verklärung des Gottesglaubens, es ist wie eine ernste Ballade, die wir miterleben durften. Richard Dehmel. der Mann und sein Werk, spiegelt wider, was eine Generation erlebt und gelitten hat. Und sein Lebensende — weist ihr ein Ziel!
Dr. Erich Klein.
Die Sekunde.
Astronomen wollen berechnet haben, daß sich die Erde immer schneller um ihre Achse drehe, so daß ein jedes Jahrtausend um eine Sekunde kürzer werde.
Was ist eine Sekunde? Eine Belanglosigkeit! Wir grübeln über den Begriff „ewig", philosophieren über die Zeit und ihre Vergänglichkeit, aber an der Sekunde gehen wir vorüber. Und doch setzen sich Zeit und Ewigkeit aus Sekunden zusammen.
Die achtstündige Arbeitzeit hat 28 800 Sekunden. Bei neunstündiger Ruhe verschlafen wir 32 400 Sekunden. Der Tag hat 86 400 Sekunden, der Monat 2 592 000, das Jahr 31 Millionen Sekunden. Wenn wir zusammenzählen, wie viele Sekunden wir alt sind, wird uns erst klar, wie — alt wir sind.
Der Weltkrieg dauerte rund 132 Millionen Sekun- den. Seit der Beendigung des Krieges sind rund 316 Millionen Sekunden verstrichen, seit der Gründung des Deutschen Reiches 1835 Millionen Sekunden. Weiter zurück wagen wir nicht zu gehen, würden wir doch astronomische Zahlen erhalten! Wir vermögen uns die Zahlen am besten vorzustellen, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß wir — nehmen wir an, wir nennen in jeder Sekunde eine Zahl — 11 Tage, 13 Stunden, 46 Minuten und 40 Sekunden brauchen würden, um auf eine Million zu zählen.
Beinahe in jeder Sekunde stirbt ein Mensch, wird ein Mensch geboren. Die Menschen gehen und kommen wie die Sekunden. Und doch wird uns die Sekunde im Treiben des Alltags gar nicht bewußt. Wir haben kaum den Begriff für sie. Sie ist zu klein und schlüpfrig, um von uns bemerkt zu werden. Wir ahnen ihr Entgleiten allenfalls im Ticken einer Uhr und merken es kaum, daß jede Sekunde von einer neuen erdrückt wird, daß jede Sekunde in die Vergangenheit sinkt, um neuen Sekunden Platz zu machen, die die unermüdliche Schöpferin und Vernichterin Zeit an ihrem Rocken spinnt.
Die Sekunde scheint uns so selbstverständlich, und doch sollte man sich wundern, daß die Allen sie nicht als das achte Weltwunder bezeichnet haben.
Joseph We n z l e r.
„Ungefähr fünfzig Jahre und mit schmalem Gesicht?" wiederholte ich. „Hat er ein etwas orientalisches Aussehen — ein dunkler, hübscher Mann mit tiefliegenden Augen und einem Grübchen im Sinn?" fragte ich erregt.
„Ja, genau so sieht er aus."
„De Gex!" rief ich überrascht aus.
„Nach dem Diner ginoen sie ins Trianon, dort sind sie jetzt."
„Dann wollen wir sie beobachten, wenn sie ins Hotel zurückkommen."
„Wir blieben noch eine Stunde im Eafe, dann gingen wir durch die hellerleuchteten Straßen und durch den Prado, bis wir zur großen Plaza kommen, auf der gegenüber dem Neptunbrunnen, das elegante Hotel steht.
Wir blieben neben dem Brunnen stehen, von wo aus wir den Eingang des Hotels gut im Auge hatten. Daß die Theater schon aus waren, zeigte sich durch die vielen Autos, die ihre Fahrgäste vor dem Hotel Ritz abfetzten. Wir brauchten daher nicht lange zu warten, bis wir Suzor mit seinem Begleiter zu Fuß von der (Talle Cervantes her über die Plaza auf das Hotel zugehen sahen.
Auf den ersten Blick erkannte ich De Gex.
„Er ist es! rief ich aus. „Doch warum tritt er hier unter dem Namen Thibon auf? Jedenfalls kennt man ihn in Madrid. Weshalb sucht er seine Identität zu verschleiern?"
„Wir wollen ja den Grund feststellen, weshalb er aus Italien hierher reifte. Aus feinem Paß geht hervor daß er über 3nm reifte Wäre er aber direkt aus Italien gekommen, so wäre er jedenfalls über Barcelona gefahren."
„Er hat ein Haus in Paris und ist feinem Freund Suwr hierher gefolgt."
Während nviner Morte waren die be’ben im Hotel verschwunden; wir kehrten daher durch die Earrera de San Jeronimo in mein Hotel zurück wo ich mit Hanihle- don in meinem Zimmer noch ungefähr eine Stunde lang den Stand der Angelegenheit besprach.
Er machte den Vorschlag, vom Balace Hotel ins Hotel Ritz, bas gerabe gegenüber lag. übenzusiebeln. Zuerst erschien mir her Gedanke sehr gut, boch bei längerem Ueberleqen ließ ich ihn wieder fallen, denn ich fürchtete.
zum 25, Todeslag
Adolf Menzel ist nicht mehr modern. Und doch: als er vor nur 25 Jahren für immer die Augen schloß da war er der berühmteste Maler in Deutschland Von 1905—1930, eine kurze Spanne Zeit, weit weniger als ein Menschenalter. — Und doch sollten wir vor Menzels Bildern verweilen, uns in seine Gefühlswelt vertiefen; denn er hat auch uns heute noch etwas zu sagen nicht bloß als großer aufrechter Mensch.
Menzel war der Sohn eines Lehrers. Schon 1832, als fein Sohn Adolph erst 17 Jahre alt war, starb der Vater. Früh verwaist, wurde eine schwere Last auf die Schullern des zarten, zwerghaften Knaben gelegt Er mußte fein Leben umstellen und für seine Mutter j’er Geschwister und sich selbst Lebensunterhalt verdienen. Er selbst äußerte sich später einmal: „An einem gewissen Tage anfangs Januar desselben Jahres sprach ein waltendes Geschick zu mir: zur Ehe eignest Du Dich zwar noch nicht. 2lber zum Familienhaupt bist Du gut genug. Sprachs und nahm meinen Vater dahin." Es war eine harte Jugend, zu der ihn das Schicksal zwang. Sem ganzes Leben, angefangen als Lithographenlehrling bis zum weltberühmten Maler war ausgefüllt von zäher Arbeit. Er hat einmal das Wort geprägt: „Genie ist Fleiß". Kurze Erholung nach schwerer Arbeit fand er in der von ihm über alles geliebten Musik. Bis zum Tode ist er Junggeselle geblieben. Vielleicht hatte er keine Zeit, sich um Frauen zu kümmern. Seine wahren Geliebten waren die Musik und seine Kunst Außerdem hat er bis zum Tode treu für seine Anverwandten gesorgt. Der kleine, zwerghafte Mensch mit dem mächtigen Kops war einfach, ohne Pose, von nüchterner Art gesellig, witzig und schlagfertig, und vor allem ehrlich bis zur Schroffheit. Die Anerkennung seiner Zeitgenosien b ieb ihm nicht versagt, er wurde mit Ehren überhäuft war Ehrenbürger von Breslau und Berlin, Hofmaler der preußischen Könige, Ritter des Ordens pour le merite, Mitglied ungezählter Akademien und Kunst-Gesellschaften, Geheimer Rat Exzellenz und wurde in den erblichen Adelsstand erhoben. Und als er 1905 gestorben war. schritt an der Spitze des langen Leichengefolges vor dem
Adolf von Menzels, königlichen Leichenwagen der deutsche Kaiser Kemer der deutschen Künstler hat solche Ehren errungen, aber Menzel ist trotz allem stets der einfache Mensch geblieben und das ist das große Vermächtnis, bas er uns hinter» lassen hat. •
Das ist das Bekenntnis, das uns auch aus leinen Bobern entgegentritt. Menzel hatte den Mut, fast ein halbes Jahrhundert vor den Impressionisten die akademische romantische Malerei aufaugeben und im Alltag die Schönheit zu entdecken. Damit hat er dem ganzen Jahr- hundert eine entscheidende Entwicklung vorweggennm- men. Er nahm die Motive zu seinen Landschaften au- feiner nächsten Umgebung, malte sie so, wie er sie sah und gestaltete die diesen innewohnende Schönheit. In seinen Bildern ist Licht, Luft. Bewegung, alles sinnfällig deutlich durch die Farbe. Vielleicht stehen uns die frühen Bilder heute näher, weil sie in ihrer realen Nüchternheit und einfachen Problemstellung dem uns doch noch nicht entrückten Impressionismus verwandt sind. Aber a cht minder bedeutungsvoll ist jener Menzel der Historienbilder malte. Damit begann erst eigentlich fein Ruhm. Als er Kuglers Geschichte Friedrichs des Großen" mit 400 Holzschnitten schmückte und mit ihrer skizzenhaft phantasievollen Art großen Beifall sand, da wurde er zum Hofmaler der preußischen Könige ernannt. Zwei Jahrzehnte hindurch hat ihm die friederizianische Zeit Stoff zu seinen Bildern geliefert; es mögen nur genannt sein bas „Flötenkonzert", „Das Ballsouper", „Schlacht bei Hochkirch". In allen biefen Bildern gab er mehr als originalgetreue Wiedergabe, er gab künstlerische Einheit, große kraftvolle Gestaltung.
Am meisten aber gibt uns Menzel in seinen allgemein menschlichen oder Genrebildern. In diesen offenbart sich die tiefe, reine Menschlichkeit. Da ist soviel Zärtlichkeit, soviel Liebe, soviel schönes, warmes ergreifendes Leben, das sind Bilder, die ein Milieu schildern, wie wir es uns wünschen mochten, um glücklich zu sein. Das sind Bllder, von denen wir träumen. Das ist es, was Adolph Menzel in reichem Maße zu geben hat. damals, heute und wohl für immer. Adolf TOeuer.
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Adolf von Menzel. Menzel beim Kuraufenthalt in Kissingen,
ein Jahr vor feinem Tode.
Vor 25 Jahren, am 9. Februar 1905, starb 90sähr:g in Berlin Adolf von Menzel wohl der oielfeitigfte Maler bes 19. Jahrhunderts. Berühmt wurde Menzel mit seinen Illustrationen zur Geschichte Friedrich des Großen, seinen geistvollen Lithographien, wie .Mnsllers Erdenwallen" und „Mit Pinsel und Schabeisen", vor allem aber mit den Gemälden „Flötenkonzert m Sanssouci" und „Tafelrunde Friedrichs II." Gerne eigenartige freiheitl. und zugleich scharf charakterisierende Kunst hat zur Entwicklung des modernen Jmpresswms- mus wesentlich beiqetrcgen.
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daß er von Suzor erkannt werden konnte. Bei De Gex war diese Gefahr allerdings nicht gegeben, um so mehr aber bei Suzor. Wenn einer der beiden bemerken würde, daß sie beobachtet wurden, wäre damit jede Aussicht auf eine Losung des Rätsels geschwunden.
„Ohne Zweifel soll hier ein neuer teuflischer Plan ausgeheckt werden," bemerkte ich, „und an uns liegt es nun, festzustetten, was für ein Plan das ist und ob er mit dem auf Gabriele Tennison verübten Anschlag im Zusammenhang steht."
„Du hast recht", stimmte mir Harry bei. „Wir müssen genau beobachten was sie treiben, denn nun ist es klar, daß dieser Suzor an der Sache beteiligt ist was immer es auch fein mag."
15 Kapitel.
Der Eindringling.
Die nächsten paar Tage verbrachte ich müßig im Hotel, denn ich wagte es nicht, bei Tageslicht auszugehen und überließ die Üeberwachung von De Gex und dessen Freund meinem lieben Hambledon,
An jedem Abend trafen wir uns in irgendeinem Eafe und dort erzählte er mir, was sich tagsüber ereignet hatte. De Gex — ober Monseur Thibon, wie er sich jetzt nannte, — schien sich meistens in Suzors Zimmer aufzn- halten und merkwürdigerweise ging auch er bei Tag nicht aus
Das war eigentlich nicht erstaunlich, denn eine solche Finanzgröße war wahrscheinlich in der Hauvistadt Svan- niens wohl bekannt. Ich hatte erfahren, daß er auch an den Finanzangelegenheiten Span’ws be‘eil:gf war und viel dabei verdient hatte. Ein bestimmtes Gefühl sagte mir, daß er mit irgendemer bösen Absicht h-erhergekam- men war; das bewies schon der Umsi-wd daß er fidi davor fürchtete, erkannt zu werden Suzor hingegen machte tagsüber allerlei Wege und schien die Ge'chäite für seinen Freund zu besorgen Hambledon hatte mir berichtet daß Suzor drei drahtlose Deperrben in Einstreu a.bgefendet hatte; die eine nach London die zweite am darauffolgenden Vormittag an eine Adresse ’n Paris und die dritte um ein Uhr früh an Doktor Moroni in Florenz. Die letztere war in Ziffern abgefaßt gewesen.
Außerdem hatte er noch mehrere Briese ins Ausland aufgegeben.
Die Botschaft an Moroni war überaus verdächtig. Harry Hambledon war mit ganzer Seele bei dem Abenteuer; obgleich er sich nach Richmond und nach feiner hübschen Braut zurücksehnte, hatte ihn doch unser Fall vollkommen gefesselt, und er war, ebenso wie ich, mit Feuereifer dabei, das geheimnisvolle Rätsel zu losen. Moroni war ohne Zweifel nur ein Werkzeug in der Hand des Millionärs, der mit feinem Reichtum leibst Dynafsten zu stürzen vermochte. Suzor, der sich als Beamter des Erebit Lyonnais ausgegeben hatte, war einer von ben vielen Geheimagenten De Gex'.
Eines Abends begab ich mich, wie verabredet war, in den Nuevo Klub, zu dem ich mir Zutritt verschafft hatte, und wartete dort im Rauchzimmer auf Hamble- bon.
Enblich sah ich ihn burch bis Flügeltür hereinkommen; er war sehr erregt unb rief aus-
„Sie finb beibe nach Segovia zur Gräfin Eher« martin gefahren De Gex telegraphierte zeitig in ber Frühe hin unb na*bem bie Rückantwort angelangt war, nahmen sie ein Auto unb fuhren hin."
„Diese Zusammenkunft muß irgenbeinen Zweck verfolgen" bemerkte ick.
Am folgenden Morgen teilte mir Hambledon mit, daß De Gex und Suz'or erst- gegen ein Uhr ins fielet zurückgekehrt waren, sie mußten hoher ben Abenb ’n Segovia verbracht haben. Da mein- N'ugierbe erwacht mar fuhr ich am selben Tag mit b-m Mstchgszuae --ach Segovia, jener altertümlichen Stabt mit ihrer vracht g-n K"chedrale bem ln^enar. unb mit b-m nnn Kaller Au- cuftus erbauten A"uöbukt dem berühmtesten römischer Bo„werke in Summen.
Ohne Schwierigkeit fand ich bas hübsche Lanblwu« ber ffl-äfin Ehamartin b->s hoch oben auf bem brüten mit Bä'imen berflane^n Vasen lag Da mich b’e G-äsir nickst konnte konnte ich mich ohne Bebsnken ’n ber Nähe aufhalten um sie unb ihre Nichte zu beobachten b rer Beschreibung mir Hamblebon gegeben hatte. B’s znir Einbruch ber Dunkelheit wartete ich vergebens da ?an plötzlich ein graues, verstaubtes Auto in rascher Fahr über ben Hügel herauf unb hielt ganz in ber Nähe Dem