Fuldaer Zeitung
lag. den 6. Februar 1930.
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Denk5 an Deine Augen!
Geh’ zum Fachmann!
zei im Hinblick auf das bestehend- Versammlungs- Verbot zum Einschreiten veranlaßt, da der Anlaß zu einer Kundgebung benutzt wurde, bei der u. a. der Stahlhelm und die Feuerwehrkapelle aufmarschierten. Eine Anzahl Häuser war sogar mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Wiborg versuchte eine Ansprache zu halten, was das Eingrn- fen der Polizeiorgane herbeiführte. Die Teilnehmer setzten dann die Versammlung innerhalb eines Privatgrundstückes fort.
* Eine 30 köpfige Einbrecherbande vor Gericht. Vor dem Kreisgericht in O l m ü tz begann am Montag die Verhandlung gegen den 30 jährigen Schlosser Stephan Grünt aus Grygow in Mähren und seine dreißig Genossen im Alter von 16 bis 62 Jahren, die zu einer berüchtigten und gefürchteten Räuberbande gehörten. Die Anklage legt der Bande u. a. elf Kasseneinbrüche zur Last. Die Bande arbeitete dreiviertel Jahr in Mittel- und Nordmähren und erbeutete insgesamt gegen eine
halbe Million Kronen. Der Prozeß wird unter sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen geführt, da vor einigen Tagen eine Verschwörung zur Befreiung der Bande aus dem Gefängnis aufgedeckt wurde. Don beiden Parteien sind etwa 100 Zeugen nominiert. Der Prozeß ist aus drei Tage anberaumt.
Dick- und Hartköpfigkeit: Unterwerfung, Sicheinordnen ins Ganze, kraftvolle Selbstbeherrschung beim Spiel, sportliche Zucht, Achtung des Gegners, Hilfsbereitsckaft, Kampfgeist, Bruderliebe, kurz: Sieg über alle Aiiekte und Kräfte der Seele. „Sich selbst besiegen ist der größte Sieg."
Macht nicht diese dreifache Sieghaftigkeit den vollendeten Sportcharakter aus?
Don Bosco ist der lebendige Beweis dafür, daß vollendete Körperbildung' und Körperbeherrschung vereint mit höchstem Seelenadel kein unerreichbares Ideal ist
der leiblichen Natur, der Trägheit, Sieg über alle körperschädigenden Einflüsse über Rauch- und Rauschgift, über sexuelle Schädigungen, die den Körper schwächen und das Mark aus den Gliedern saugen. „Mens sana in corpore sano". Wie notwendig ist doch gerade heute körperliche Frische. Wie wohl tut es, beim Jungen frische, rote Wangen, spiegelklare, reine Augen, einen kindlich frohen Blick, geschmeidige Glieder zu sehen, gerade heute in der Zest eines entnervten, moralisch degenerierten Geschlechts!
W i l l e n s st a r k: Sieg endlich über sich selbst, über das eigene Ich, über Launen und Stimmungen, über
Auch die Aufrechterhaltung der ständigen Serbin» --------------- -- -sei
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Die D.I.K. in Hessen-Nassau
Jahresbericht des Lreisleiters.
2. BK
Druck der Fuldaer Ackiendruckerei, Fulda.
Der Gau Hessen besteht schon seit vier Jahren. Das Amt des Gaupräses verwaltet Jugendpfarrer Niklaus im Hauptamt. Das ist eine Lösung, die auch in den Diözesen Limburg und Fulda herbeigesehnt wird. Zur Zeit ist die Erfüllung aus Priester- und Geldmangel nicht möglich. Die Diözese Limburg hat einen Junglehrer als hauptamtlichen Jugendsekretär angestellt.
An anderer Stelle ist gesagt worden, daß wir gewachsen sind. Wachsen setzt ein Hegen und Pflegen, ein liebevolles Beiseitestehen voraus. Diese Arbeit kann nur von Abteilung-- und Bezirksvorständen geleistet werden. Wie eifrig muß ihre Arbeit gewesen sein, wenn unsere Statistik nachweist, daß in allen Bezirken sowohl die
Bezahltes Geständnis in der Kulmbache» Mgelegenheil. Das Berliner „8-Uhr-Blatt" aufsehenerregende Mitteilungen zum Fall Dörfer in Kulmbach. Ein Redaktionsmitglied Blattes will in Kulmbach von der Mutter des kein Verdacht des Mordes an der Gattin Kommerzienrates Meußdörfer verhafteten Ar- ers Pohl erfahren haben, daß Brauereidirektor Helm Meußdörfer, ein Sohn des schon seit Wo- , in Untersuchungshaft sitzenden Kommerzien- es Meußdörfer, der Arbeiterfrau Schubert, de- i Mann ebenfalls des Mordes bezichtet ist, 60 00 -ark angebotenhabe,fallsihrMann te Tat auf sich nehmen würde. Das ; Uhr-Blatt" veröffentlicht im vollen Wortlaut te angebliche Bestätigung Direktors Meußdörfer i Frau Schubert, in der die sofortige Zahlung m 1000 Mark versprochen und eine weitereZah- ng von 5000 Mark in Aussicht gestellt wird, falls He Täterschaft des Fritz Schubert durch Urteil des gerichtes festgestellt fei. — Nach einem anderen tzerhör soll der vechaftete Arbeiter Schubert dem Kulmbacher Oberkommissar Fichner im Bayreuther Gefängnis das merkwürdige Angebot gemacht haben, gegen Hinterlegung eines Betrages von 5000 Mark auf den Namen seiner Frau der Polizei Jen wahren Mörder mitzuteilen. Der Kommisiar setzte sich mit der Staatsanwaltschaft und mit ieren Einverständnis mit der Familie Meußdörfer in Verbindung, die sich sofort bereit erklärte, die Summe zu hinterlegen. Das Geld wurde bei einer Kulmbacher Bank deponiert und daraufhin legte Schubert ein umfassendes Geständnis ab, in dem er sich und seinen Freund Popp der Täterschaft bezichtigte und die Tat in allen Einzelheiten schil- ierte. Nach der Darstellung Schuberts hatten die beiden einen Einbruch in der Villa Meußdörfer lerübt die Gattin des Kommerzienrates in ihrem Bett überfallen, sie gefesselt und gewürgt, um von ihr eine Angabe darüber zu erpressen, wo das Geld aufbewahrt werde. Als der Kommerzienrat ins Haus trat, flüchteten die beiden Verbrecher.
* Sechs Fälle von Papageienkrancheit auf einem Dampfer. Auf dem dänischen Dampfer „Louisiana", der Nämtagnachmittag im Hafen in Kopenhagen emtraf, sind sechs Mann der Besatzung unter tzphusartigen Erscheinungen erkrankt. Man glaubt, «aß es sich um Papageienkrankheit handelt. Die Kuisiana" kam von Brasilien und hatte 30 Papageien an Bord, die sämtlich dem Kopenhagener »mminstitut übergeben wurden. Die sechs erkrankten Matrosen wurden einem Krankenhaus zuge- Wrt.
* Auflösung einer Kundgebung im Dittmar- schen. Wie aus Lunden im Dittmarschen gemeldet wird, sah sich bei der Rückkehr des Autover- «ieterS Wiborg, der unter dem Verdacht der Bergung an dem Bombenattentat längere Zeit in "’m in Untersuchungshaft gewesen ist, die Poli
dung mit den Regierungsstellen in Wiesbaden, Kass und Darmstadt hätte zu große Opfer an Zeit und ®c._ erfordert. So kam es in diesem Jahre zur Bildung der noch fehlenden Gaue Nassau und Kurhessen.
Nu Vorbild moderner Sporkjugeud.
In Rom geschah letzthin eine neue Seligsprechung. Diesmal betraf sie einen Mann, der auch für diesport- treibende Jugend eine ganz besondere Bedeutung hat: Don Bosco.
Es ist gewiß kein Zufall, daß Don Bosco (geb, 1815, gest. 1888), welcher der größte Jugeirdapostel des modernen Zeitalters genannt wird, in unserem Jahrhundert der Sportbegeisterung und Sportauswüchse gerade auf dem Gebiete der sportlichen Körperpflege so Hervorragendes leistete und deshalb für unseren modernen Ju- genütypus, den Sportjungen, ein so herrliches Borbild geworden ist.
Seine turnerischen Leistungen stiegen bis zur Kunst der Akrobatik. In der Leichtathletik — es gab damals noch keine Stopvuhren — zeigte er sieb u a als unüberwindlicher Läufer weit und breit. Don Bosco befaß Körperkräfte, die jedem Schwerathleten Ehre gemacht hätten. Auch im Reiten leistete er Außerordentliches. Fußball kannte man zu feiner Zeit noch nicht. Aber bei feiner vollendeten Körperbeherrschung wäre er sicherlich auch ein ganz ausgezeichneter Fußballspieler gewesen.
Es ist zu verstehen, daß seine Kameraden, diesen ihren jungen Sporthelden, der neben seiner großen körperlichen Gewandtheit so viele vortreffliche Geistes- und Herzanlagen besaß und stets bescheiden blieb, manchmal im Triumphe auf den Schultern in die Stadt zurücktrugen, so wie die alten Römer ihre Feldherren auf den Schilden.
Drei Eigenschaften zeichneten diesen größten Jugend- apostel der Moderne aus: Bescheidenheit, Gesundheit, Willensstärke.
Sind dies nicht die treffendsten Eigenschaften eines Sportjungen, eines um den Sieges lorbeer kämpfenden jungen Menschen? Liegt darin nicht im tiefsten Grunde jene dreifache Sieghaftigkeit verborgen, die den ganzen Charakter formt und stählt und zur vollendeten Harmonie von Körper und Seele erhebt?
Bescheiden: Sieg über die krankhafte Ehrsucht, Rekordsucht, über die Anwandlungen des Dünkels und des Stolzes beim Beifall der Menge, der allzuoft nach und nach den ganzen Charakter des fporttüchtigen Menschen verdirbt. „Wahre Größe ist immer bescheiden."
Gesund (körperliche Kräftigung): Sieg über jede Körperverweichlichung, über das Schwergewicht
Aus dem am 25. und 26. Januar in Frankfurt a. M. abgehaltenen Kreistag der DJK. Hessen und Nas- s a u, über dessen äußeren Verlauf bereits in der letzten DJK.-Sportecke ausführlich berichtet worden ist, gab der Kreisleiter Carl Bauer folgenden Jahresbericht: 1
Das Gebiet des Kreises Hessen und Nassau umfaßt politisch die Regierungsbezirke Kassel und Wiesbaden und den Volksstaat Hessen; in kirchlicher Hinsicht die Diözesen Fulda, Limburg und Mainz. Mit der zunehmenden Ausbreitung der DJK. über alle Teile dieses Gebietes ergab sich die Unmöglichkeit, vom Sitz der Kreisleitung aus mit den Gruppen in der notwendigen Fühlung zu bleiben.
Aus aller Wett.
Tödlicher Unfall eines Nniversitätsprofesfors.
Meld.) Der 66jährige Professor der irani- ' schule und armenischen Philologie an der -liner Universität Dr. Joseph Marquart L Dienstag vormittag in seiner Wohnung in -rfelde von seiner Wirtschafterin tot aufgefun- ggie die Ermittlungen ergaben, ist er durch »"«strömende Gase getötet worden. Prof, krtmiait ist allem Anschein nach einem Unfall
Opstr gefallen. Er hat wahrscheinlich den jahn versehentlich geöffnet und ist bann durch ^»strömenden Gase betäubt und getötet
literarisches Archiv mit zahlreichen Manuskripten der berühmtesten russischen Schriftsteller. Dieses Archiv hatte er vor mehreren Jahren dem Puschkin-Museum in Petersburg gestiftet.
* Tragisches Ende eines russischen Gelehrlen. In Petersburg ist im Alter von achtzig Jahren an den Folgen einer Unterernährung Geheimem Professor Dr. L. W. B e r t e n s o h n, der als Mediziner einen glänzenden Namen hatte, und der als Arzt früher den Zaren, die Zarenfamilie, die Schriftsteller Turgenjew und Graf Tolstoi zu Patienten hatte, gestorben. Mit der Revolution geriet der hervorragende Gelehrte in Not, und als das Schicksal Bertensohns in Deutschland bekannt wurde, überwies ein Berliner medizinischer Verein, dessen Ehrenmitglied der Gelehrte war, ihm im Jahre 1919 eine namhafte Summe. Aber auch diese verlor Bertensohn durch die Inflation. Er befaß ein reiches, wissenschaftliches und
* 2Üit der kugel im Herzen. In London starb vor wenigen Tagen plötzlich der Generalleutnant Sir Arthur Sloggett, einst Generalstabsarzt der englischen Armee und Leibarzt des Königs. Er befand sich mit feinem Sohn auf einem Spaziergang und unterhielt sich angeregt. Plötzlich stützte sich der Zweiundfiebzigjährige gegen den Jüngeren, und einen Augenblick später starb er in dessen Armen. Der ehemalige Generalstabsarzt war in England als der „Mann mit derKugel im Herzen" bekannt. Tatsächlich hatte ©logget während des Weltkrieges einen Brustschuß erhalten, der ihn — wie man zunächst glaubte — sofort tötete. Die Untersuchung ergab, daß die Kugel in der Herzwand stecken geblieben war. Sir Arthur sollte begraben werden, doch im letzten Augenblick stellte ein Arzt kaum merkliche Lebenszeichen fest. Die Herztätigkeit verstärkte sich wieder, und der Totgeglaubte konnte gerettet werden. Eine Entfernung der Kugel war aber niemals möglich.
Zahl der Vereine als auch die Paßbezieherzahl ganz erheblich gewachsen sind. Mancherorts betrug die Steigerung über 100 Prozent.
Nach der Statistik zählt der Bezirk
Frankfurt 37 Vereine mit 200 Schülern, 700 Jugendlichen, 600 Aellern. — Rheingau 9 Vereine mit 85 Schülern, 123 Jugendlichen, 177 Leitern. — L. Westerwald 30 Vereine mit 58 Schülern, 554 Jugendlichen, 525 Ael» lern. — Rh. Westerwald 24 Vereine mit 44 Schülern, 301 Jugendlichen, 552 Aeltern. — Fulda 48 Vereine mit 24 Schülern, 617 Jugendlichen, 746 Lettern. — Kin- zig-Jofla 7 Vereine mit 109 Jugendlichen, 63 Aellern. H.-Kassel 19 Vereine mit 227 Schülern, 261 Jugendlichen, 265 Aellern. — Mainz 23 Vereine mit 287 Schülern, 527 Jugendlichen, 587 Aellern. — Offenbach 16 Vereine mit 174 Schülern, 442 Jugendlichen, 475 Lettern. — ©üb- Hessen 17 Vereine mit 520 Schülern, 549 Jugendlichen, 853 Aellern. — Bingen 10 Vereine mit 187 Schülern, 254 Jugendlichen, 212 Lettern. — Oberhessen 8 Vereine mit 64 Schülern, 128 Jugendlichen, 120 Lettern.
Insgesamt hat der Gau
Nassau 103 Vereine mit 387 Schülern, 1678 Jugend- lichen, 1654 Aettere. — Kurhessen 74 Vereine mit 251 Schülern, 978 Jugendlichen, 1074 Meliere. — Hessen 88 Vereine mit 1252 Schülern, 2400 Jugendlichen, 2247 Aettere.
Die Gesamtzahl der Mitglieder im Kreise Hetzen und Nassau einschließlich der Anschlußverbände beträgt 38000.
Im Gau Nassau sind 118 Fußball-, 56 Handball- 8 Faustballmannschaften. Im Gau Kurhetzen sind 103 Fuß.
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