Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
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Mittwoch, S. Februar 1930.
Monatlich 1,80 elnichttegt. Po.tgevühr (48 Pf. ohne Juiteilg. An^eiqen-Preife Kleinzeile Col.i lokal 0,15 , auSroärtS
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Vor den Grotzkampskagen im Reichstag.
57. Z-hrz.
Von unserem parlamentarischen Mitarbeiter.
Der innerpolitische Kamps um den $ o u n g = plan, dem entscheidenden Schicksalsproblem des deutschen Volkes, hebt in den nächsten Tagen an. Bis jeht war es ein außenpolitischer Kamps, ein Kampf" mit den G l ä u b i g e r m ä ch t e n. Er wurde nicht beendet, wie wir es wünschten. Er
brachte keineswegs die endgültige und wirifck^fr- liche Lösung des Reparationsproblems. Wir erlebten viele Zwischenfälle, auch krisenhafte Spam
die Ortsnachfolgeschaft entzogen werden. Außerdem verlautet, daß Polen für den Handelsvertrag den von deutscher Seite vorgeschlagenen Grundsatz der sichergestellten Abnahme des Schweineerports angenommen hat. Es ist daher zu erwarten, daß bereits in der nächsten Zeit die langwierigen Handelsvertragsverhandlungen abgeschlossen werden.
nungen.
Daß sich diese außenpolitischen Erlebnisse auswirken werden bei den künftigen innerpolit'.schen Debatten im Reichstag, ist selbstverständlich. Aber es ist immer das eine zu bedenken, daß wir nur etappenweise zu unserem Ziele, der endgültigen Ve- freiung Deutschlands von allen, aber auch allen Fesseln des Zwangsdiktates von Versailles gelangen können. Und als eine Etappe betrachten mir auch Haag. Wir haben keine Ursache zu übertriebenem Pessimismus, ebenso wie wir uns in sorgloser Hoffnungsseligk-it wiegen dürfen.
Es gilt den Tatsachen klar gegenüberzutreten, das Hemmende zu prüfen, das Gegensätzliche zu beurteilen, um den Weg zum Ausgleich der Meinungen, zur Versachlichung der strittigen Probleme zu schaffen. Wir müssen nicht an" Wunder glauben, sondern an unsere eigene Gestaltungskraft, an unseren Willen zum Wiederaufstieg, zur Tat.
Und trotzdem sprechen wir von kommenden Großkampftagen, ja vielleicht von einem Großkampfjahr 1930. Die erste Probe in diesem Kampfe hat der Reichstag bei seinem Zusammentritt — wahrsechinlich am Freitag — zu bestehen. Er findet vielerlei Gefahren vor. Gefahren, die tn erster Linie zurückzuführen smd auf die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft, auf die Notzustände in den weitesten Kreisen der Landwirtschaft, des Mittelstandes, der Gewerbetreibenden. Aber wir beseitigen die Not wahrhaftig nicht, indem wir nun einfach alles negieren, gegen alles ankämpfen, was uns doch, bei Lichte betrachtet, einige Lichtpunkte aufweist. Die Kreise, die ihre Politik so betreiben wollen, handeln nicht im Volks- und Staatsinteresse. Denn heute gilt es, wie in der nächsten Zukunft, das Schicksal des gesamtem Volkes zu meistern, nicht einer Gruppe nur zu dienen. Deshalb ist es auch nicht die Zeit, schließlich parteipolitische Konzessionen in solchen Fragen zu machen, welche sich nur zum Nachteil des aesam- ten Volkes auswirken vnirden.
Kritik schafft immer Gutes, wenn sie vernünftig angewandt wird. Und sie soll auch gegenüber den Zukunfts-Gesetzesarbeiten der Regierung und des Reichstags angewandt werden. Und wenn wir die Situation nüchtern und ruhig beurteilen, dann erkennen wir, daß im Grunde genommen alle Parteien, mit Ausnahme der ganz Radikalen sich g a r- nicht so sehr unterscheiden in dem, was sie zur Gesundung unserer Finanzen, zur Hebung der Produktion, zur Beseitigung der allgemeinen Not erstreben und fordern. ' Nur ihre Wege sind oft geheimnisvoll und versteckt. Deshalb tut not restlose Aufklärung seitens der Regierung und seitens der Parteien, welche wirklich gewillt sind, ohne Rücksicht auf Gunst oder Mißgunst der Wählerschaft, mitzuarbeiten an unserem Wiederaufoau, an der Durchführung des neuen Planes bis zu dem Zeitpunkt, wo selbst wieder, wie schon so oft, Die Gläubigermächte erkennen, daß die Zeit zur Revision des neuen Tributplanes gekommen ist.
Die Polenverhandlungen.
Zu beit Verhandlungen des deutschen Gesandten m Warschau, Ulrich Rauscher, berichtet der Vorwärts aus Warschau:
Die Besprechungen des deutschen Gesandten Rauscher über eine genaue Präzisierung der Ortsnachfolgebestimmungen für die deutschen Siedler im deutsch-polnischenLiguidanonsvertrag haben endlich zu dem gewünschten Ergebnis geführt. Danach kann deutschen Siedlern im Falle einer Vorbestra- ^>ng wegen geringer Vergehen usw. nicht mehr
DDZ. Berlin. 4. Febr. (Eia. Meld.) Der S t ra f r e ch t s a u s f ch u ß des Reichstages begann am Dienstag die 2. Lesung des Republikschutzgesetzes. Abgeoroneter Dr. Everling (Dtn.f begründete drei Gruppen von Aenderungsantra- gen. Darin werden Strafmilderungen und eine genauere Definition des Begriffes „Republikanische Staatsform" verlangt.
In der Abstimmung wurden sämtliche Abänderungsanträge abgelehnt und die Paragraphen 1, 2, 4 und 5 unverändert angenommen.
Die Veamkengehüller.
Ein Empfang der Deamten-Bertreter beim Reichs- fmanzminifter Dr. Maldenhauer. — Der Minister für unbedingte Erhaltung der Beamtenrechtr.
Die Deutsche Beamtenbunds-5iorrespondei^ meldet: In Anwesenheit ton Staatssekretär Dr. Schäffer, Ministerialdirektor Dr. 3arbeit, Ministerialdirektor Ernst, Ministerialrat Prugger und Ober« regierungsrat Dr. Meynen empfing Reichsfinanzminister Professor Dr. Moldenhauer am 27. Jan. die Vertreter der 18 verschiedenen Beamtenorganisationen bei der Reichsfinanzverwaltung, darunter die Herren Potzel und Troppenhagen. Von den 18 Verbänden gehören 3 zur Arbeitsgemeinschaft der Reichssteuerbeamten und 5 zur Arbeitsgemeinschaft der Reichs zoll beamten. Diese 8 Verbände in den beiden Arbeitsgemeinschaften vertreten mehr als %o aller Beamten der Reichsfinanzverwaltung — man kann sich danach vorstellen, welche Bedeutung und welche Daseinsberechtigung die übrigen 10 Beamtenverbände haben. Rach kurzen Begrüßungsworten, in denen der Minister die besonders schwere, und verantwortliche Tätigkeit der Reichsfinanzbeamten nachdrücklich anerkannte, tru« gen die Herren Potzel und Troppenhagen in gedrängter Kürze die Wünsche der Reichssteuerbeamten und der Reichszollbeamten vor. In seiner Antwort wies der Minister mit großem Ernst auf dietrostlose Kassenlage des Reichs hin, die es int Jahre 1930 unmöglich mache, irgendwelche Wünsche der Beamten zu er füllen. Gegenüber dem Gedanken einer Kürzung der Beamtengehälter, der in vielen Köpfen spuke, betone er aber ausdrücklich, daß er sich allen derartigen Wünschen mit absoluter Entschiedenheit widersetzen werde. Er kenne die Nöte und Schwierigkeiten der Beamten und wisse, daß hier eine Grenze des Erträglichen gezogen sei. Er werde sich auch gegen alles wehren, was gegen die Rechte der Beamten gehen solle, er habe die feste Zuversicht, daß es ihm gelingen werde, alles, was gegen die Beamtenschaft gehe, abzuwehren. Mit diesem zuversichtlichen Ausspruch war der Empfang beendet.
Preußischer Landtag.
V. D.Z. Berlin, 4. Febr. (Eig. Meld.) Beim Beginn der heutigen Sitzung macht Präsident Bartels, während die Abgeordneten sich von ihren Plätzen erheben, Mitteilung von dem Ableben des an Knochentuberkulose verstorbenen kommunistischen Abgeordneten Dr. Ernst Meyer-Ostpreußen. Als er geendet hat, ruft Abgeordneter Schulz- Neukölln (Kom.): „Noch auf dem Totenbett sagte Ernst Meyer: Sturz des kapitalistischen Systems. Es lebe die proletarische Revolution! Es lebe die Sowjet-Macht!" (Beifall bei den Kommunisten, lebhafte Pfuirufe aus den übrigen Parteien.)
Dann wird die allgemeine Aussprache zur zweiten Beratung des Haushalts des Finanzministeriums fortgesetzt.
liche Laufbahn begann diejer Sohn eines reichen Wollfabrikanten als Jurist. Aber seine Rechtspraxis in Columbus im Staate Ohio scheint nicht sehr einträglich gewesen zu sein, denn er siedelte schon nach vier Jahren nach Louisville in Kentucky über, wo er sich an zahlreichen Kohlen- und Gaswerken beteiligte. Er wurde dort bäld so einflußreich, daß ihn, im Jahre 1925, Kentucki in den amerikanischen Senat entsandte. Schon vorher war er in Louisville zum Präsidenten der dortigen Handelskammer gewählt worden. Zu gleicher Zeit erhielt er auch die Stelle eines Direktors des Louisviller Zweiges, der Federal Reservebank übertragen. Während des Krieges sind Präsident Hoover und Sacket miteinander bekannt geworden. Hoover war damals Nahrungsmitteldiktator. Als Sacket Senator in Washington geworden war, fand er Hoover als Wirtschaftsnnnister vor. Da Sacket feine Haupttätigkeit in dem Senatsausschuß für Handel und zwischenstaatlichen Verkehr auszuüben hatte, mußte er mit Hoover sehr viel zusammenarbeiten. Letzterer hatte ihn dabei als ebenso tüchtigen wie sachlichen Mitarbeiter schätzen gelernt.
Deutschland wird es begrüßen dürfen, daß Hoover als seinen Botschafter einen Mann entsendet, dessen Kenntnisse und Fähigkeiten sich vor allem auf dem wirtschaftspol'tischem Gebiete bewegen. An der Reparationsfrage, an den Durchführungsmöglichkeiten des neuen Doungplanes werden sich in den nächsten Jahren noch mancherlei zwischenstaatliche Probleme austun und es wird dann gut sein, wenn das Urteil über Deutschland und foine wirtschaftspolitischen Möglichkeiten alsdann von einem Manne gesprochen wird, der die Vorbedingungen für ein sachliches Urteil in hohem Maße mit sich bringt. Wir haben bei den Pariser Verhandlungen zu unserem Leidwesen mehr als hinreichend erfahren müssen, welche Vorstellungen über die deutsche Leistungsfähigkeit noch bei den Siegerstaaten vorherrschend sind. Wir können von einer wirklich sachlichen und vorurteilsfreien Begutachtung unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gerade in reparationspolitischer Hinsicht nur Vorteile erwarten. Das Verhältnis Deutschlands zu Amerika hat sich in den letzten Jahren recht freundschaftlich gestaltet, es ist wieder möglich geworden, über die Fragen, die die Politik beider Länder berühren, ohne gegenseitiges Mißtrauen zu sprechen. Die große Verständnisbereitschaft, von der Sacket bei seiner Abreise aus New Port gesprochen hat, die bringen auch wir ihm entgegen, und mir hoffen zuversichtlich, daß sich daraus eine Politik weiterentwickeln wird, die beiden Ländern zum Vorteil und der Welt zum Frieden gereicht.
Englands Vorschlag.
Wie von zuverlässiger Seite verlautet, hat die britische Delegation den anderen Delegationen einen von ihr formulierten Kompromißvorschlag zum französischen Vorschlag für die Beschränkung der Pau- fdjaltonage mit dem Recht des Transfers bei verschiedenen, besonders bezeichneten Schiffskategorien zugehen lassen. Der hauptsächliche Unterschied zwischen dem französischen und dem britischen Vorschlag besteht darin, daß die Engländer Eroßkampf- schiffe und U-Boote aus jedem Transferplan ausschließen wollen. Der britische Vorschlag könne, so wird betont, als eine Erweiterung der Verhandlungsgrundlage angesehen werden. Die britische Tabelle der Kategorien weiche etwas, aber nicht wesentlich von der französischen ab. Sie teile die Schiffe, wie folgt ein:
Großkampfschiffe (Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer), Flugzeugmutterschiffe, Kreuzer mit 8zölli- gen Geschützen, Kreuzer mit 6 zölligen Geschützen, Zerstörer und Unterseeboote.
Die Konferenz muß iwch die schwierige Frage der Methode lösen und eine Formel finden, die für jede der fünf Mächte annehmbar ist.
* Abschluß der fowjelrusfifch deutsch-litauischen Eifenbahnkonferenz. Di? Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet ans Leningrad: Die sowjet- ruffisch-deutschttitauische Eisenbahnkonferenz ist ge
schlossen worden. In den meisten Fragen wurde eine Einigung erzielt, so wurden u. a. das Projekt eines neuen Frachttarifs gebilligt und die Gebühren für die Umstellung der Waggons von der breiten Spur auf die normale Spurweite herabgesetzt Die nächste Konferenz soll am 22. Oktober r Köln zusammentreten.
Die Berufsverbrecher.
Die Arbeiten im Sttafrechtsausschuß des Reichstages an der Strafrechtsreform gehen langsam, ab ei mit zäher Zielstrebigkeit ihren Gang. Sii sind nicht nur dadurch schwierig, daß sich sehr oft verschiedene Schulmeinungen einander gegenüber- stehen, bedeutsamer ist das Hineinspielen des weltanschaulichen Moments, das angesichts der Zusammensetzung unserer Regierungskoalition aus verschiedenen „Weltanschauungsparteien" die Einigunc gerade in den wichtigsten Fragen außerordentlich erschwert. Es wird darum wohl noch Jahre bauern, ehe das große Reformwerk fix und fertig ist, zumal es ja noch mit einem neuen Reichsstrafvollzug- Gesetz verbunden werden soll.
In bezug auf den Strafvollzug ist vor einiger Zeit das Preußische Justizministerium mit einer neuen Vorlage herausgekommen, die in de: ganzen Welt große Aufmerksamkeit und auch eine sehr gute Beurteilung gefunden hat. Sie wird für die Arbeit des Reichstages sicher richtungsweisend werden. Sie baut sich auf das Stufensystem auf, will dem Verurteilten pädagogisch beikommen, das Prinzip lediglich der „Bestrafung" wird hinter das der Besserung, der Zurückgewinnung für die Gesellschaft zurückgestellt. Daß, die „Humanisierung" des Sttafvollzugs aber nicht Selb st zweck werden darf, das haben eine ganze Reihe von Staaten bereits erfahren, die in diesem Puntte das gebotene Maß klugen Experimentierens nicht beachtet haben. Gerade solche Sachverständige des Sttafvollzugs, die sich zum Prinzip der pädagogischen Behandlung befennen, betonen mit steigendem Nachdruck, daß es unter den Gefängnis- und Zuchthaus-Insassen auch gewerbsmäßige Verbrecher, unheilbare Berufsverbrecher (abgesehen von den sicherheitsgefährlichen Geistesttanken) gibt, für die eine ständige Sicherungsverwahrung vorgesehen werden müsse, soweit es sich dabei um gemeinge«. jährliche Charaktere handelt. Der Schutz der Gesellschaft vor diesen Unmenschen, die unverbesserlich bleiben, sei die Voraussetzung für die an sich sehr notwendige Humanisierung des Sttafvollzugs. Das statistische Reichsamt hat im Juli 1927 in den Ländern des Reiches eine genaue Zählung der Strafgefangenen veranstaltet, die als Gewohnheitsverbrecher angesehen werden können, für die also, wenn es sich um Schwerverbrecher handelt, die in solchen Fällen vorgesehene ständige Siche- rungsverwahrung in Frage kommen würde. ES ist ungefähr die Zahl 4000 dabei herausgekom- men, also etwa 1 Prz.
Sehr interessant ist, was der Sttafrechtssach- verständige Wttkl. Leg.-Rat Dr. Robert Heindl, Berlin, über die Wirkungen der Androhung der Sicherheitsverwahrung in Heft 1 der „Deutschen Juristen - Zeitung" zu erzählen weiß. Er schreibt u. a.:
„Ich war gerade im fünften Erdteil (Australien), als dort die lebenslängliche Internierung berufsmäßiger Verbrecher eingeführt wurde. Zunächst erfolgte die Einführung nur im Staate Neusüdwales. Sofort setzte ein Run der Berufsverbrecher in die Nachbarstaaten ein. Und als auch diese das Gesetz übernahmen, begann ein allgemeiner Exodus der Berufsverbrecher, soweit sie nicht schon festgesetzt waren, aus dem ganzen Erd- teil. Die Zahl der schweren Verbrechen sank binnen kurzem um 50 Prz.
In England hat die Regierung ein dem australischen Muster nachgebildetes Gesetz dem Parlament vorgelegt. Das Parlament milderte die Gesetzesvorlage, indem es statt der von der Regierung vorgeschlagenen lebenslänglichen Sicherungsverwahrung eine zeitlich befristete votierte. Das Ergebnis war, daß die schwere Kriminalität
Spaniens neues Kabinett.
Der neue amerikanische Botschafter.
' Am 5. Februar will der neue amerikanische Bot- -chafter Frederick Moseley Sacket jr. in Berlin ein- treffen. Dor seiner Abreise in New Port hat er dem dortigen Vertreter des Wolff-Büros eine kurze Erklärung allgemeiner Natur darüber gegeben, wie er sich feine Arbeit in seinem neuen Berufe denke. Er sagte damals: „Ich verlasse mein Heimatland mit dem Wunsche, dem deutschen Volke die Gefühle der Zuneigung und der Freundwillig - leit zu übermitteln, melche unsere Nation für das deutsche Volk hegt. Ich hoffe aufrichtig, daß ich dazu beitragen darf, die Bande, die unsere beiden Länder verbinden, noch enger zu knüpfen . . «Ich bin gewiß, daß meine Frau und ich während unseres Aufenthaltes in Deutschland ein ununterbrochenes Wachsen des gegenseitigen Vertrauens erleben werden, welches unter der gemeinsamen Fürsorge meiner verehrten Vorgänger und der hervorragenden Männer, die als Botschafter Deutschlands in den Vereinigten Staaten die Freundschaft unserer beiden Nationen auf breitester Grundlage aufbauten, bereits so schön erstarkt ist."
Der amerikanische Präsident Hoover hat die Ernennung des Senators Sacket zu seinem Berliner Botschafter bis zum letzten Tage geheim ge
halten. Er hat ibn, wie er es schon bet der Besetzung der Dotschafterpoften in London und Patts getan hat, aus feinem nächsten Bekannten- und iRitarbeiterkreis herausgeholt und er hat auch hi diesem Falle wieder, genau so wie bei der Person des Botschafters. Dawes in London und bei der Person des Botschafters Edge in Patts, einen tüchtigen Wirtschaftsmann einem Vertreter der Diplomatie vorgezogen. Seit einigen Jahren schon wird in Washington die Praxis geübt, die eigentlichen Berufsdiplomaten auf die weniger bedeutsamen Posten des Auslandes zu schicken. Der amerikanische Präsident während der Kriegs- zeit. Wilson, der seiner Herkunft nach Univerfitäts- profesior war, pflegte Professoren und Wissenschaftler als seine Botschafter im Auslande vorzuziehen.
Sacket ist ungefähr 60 Jahre alt, hat aber das Aussehen eines erheblich jüngeren Mannes. Das wird daran liegen, daß er ein eifriger Sportsmann ist. Er liebt das Golffpiel und das Autofahren, das Segeln und den Motorsport. Auch pflegt er sehr das Kegelnspiel. Er war immer viel auf Reisen, wobei ihm seine Frau — er ist kinderlos — eine eifrige Begleiterin gewesen ist. Seine äff ent- 1
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Vrimos Nachfolger General Verenguer (in der Mitte, in großer Galauniform) verläßt mit seinen Ministern nach der Eidesleistung vor dem König das Madrider Schloß.