Einzelbild herunterladen
 

ie«6- ittMg.

Hetfjen. j n Teil.' morgen

Ihr in der weiteren ' mn jeden

r. 24-

-aaerskag, den 30. Januar 1930.

ho

ft.

)ünttt

N. ii

-vn Pfartei.

imabent, Jugend- -°nd im

Sefamt t Die $e. l dierück- ab.

D.J.L FußbÄl men.

Vorstand ’

[ Aus aller Welk.

* $ärge als Versleigerungsgegenstand. Wie der .x. .Gerichtsvollzieher in Mayen mitteilt, getan­en in Niedermendig eine größere Anzahl Särae öffentl. meistbietend gegen bar zur zwangs- Versteigerung. Es dürste sich wohl kaum Liebhaber für diese Dersteigerungsware finden. e * Verurteilung des früheren Berliner Vertreters einer SowjelgefeUfchaft. Die Telegraphenagen- jL der Sowjetunion meldet: Der Oberste Gerichts­hof der U. S. S. R. hat den ehemaligen Vertre- L der Exportaktiengesellschaften Chlebo-Produkt Berlin, Miller Malis, der über 60 000 Mark fllt5 Geldern der Ehlebo-Produkt und der Wolga­deutschen Bank veruntreut hat und die Rückkehr «A der Sowjetunion verweigerte, für außerhalb Gesetzes stehend erklärt. Miller, der mit der ^solventen deutschen Finna Jwa in engen Bezie­hungen gestanden hat, übergab ihr entgegen den Direktiven der Ehlebo-Produkt Waren im Werte oon 60 000 Mark ohne jegliche Bezahlung. Das Berliner Strafgericht hat Miller zu Gefängnis oerurteUt Ebenso war einer Zivilklage der Chlebo- drodukt gegen Miller stattgegeben worden. Der grlkstreckung des Gerichtsurteils hat sich Miller tyrd, die Flucht aus Berlin entzogen.

♦ Lin aufgegebenes Riesendampfer-Projekt. „Daily Mail" zufolge ivtrb in Belfast offiziell er­klärt, daß die Arbeiten an dem im Bau befindlichen gggOO-Tonnen - Dampfer „Oceanic" eingestellt worden lind. Es verlautet, daß der Sau nicht wieder ausgenommen werden soll. Der bereits montiert auf der Helling liegende Kiel des Schiffes soll wieder auseinandergenommen wor­den sein. Das Schiff, das das größte der Welt geworden wäre, war für die White Star Linie be- ’timmt.

• Dor einem Aerztestreik in Straßburg. Wie Havas aus Straßburg meldet, hat die Kran­kenkasse den Dermittlungsvorschlag zur Einigung der Kasse und der Aerzte abqelehnt, so daß nun- mehr der Aerztestreik zur Tatsache werden wird.

bimbad)

h abend j Morgen,

1 8 llhx immiung. - tfeflet

$ul6i

s-

ifeUung

30 Uhr »de.

s auf bm lervereini D.L

»verein

noch, 29.) ) Gesang- nerstag us. Frei- sammlung Herrn W Feldmann: trag non am stag: i. Kegeln.

D. SB.

♦ Der Direktor des Pariser „Journal" gestorben. Einer der bekanntesten Zeitungsmänner Frank­reichs, der Direktor des „Journal", Mouthon, ist im Montag an den Folgen einer Herzerkrankung zestorben.

< * Streik auf französischen Passagierdampfern. 'Eig. Meld.) Zwei französische Ueberseedampfer konnten am Sonntag in Le Häore nicht auslaii» kjai, weil die Besatzung, die bessere Verpflegung mb Entlohnung verlangten, in Streik getreten sind.

olping und ing.

punkt 8 ll. tag abend itzung und llverfamm- ung. Wir rjammlung und Leicht inen.

inec- ] kverein irret. J 30. d. Mts. n goldene» Vorstands- lorstand-M

2. Februni t GasttM ttfer mmlmnj tung: uer Milal des Schrift

. Kassiere«, e zum iözesandele^ (Finanzier

ahl d. Dor- Wahl de­

schristlich P Borsitzende» Bräses uw ng der ®e

Der in Paris eingetroffene Generalresident von !nnis erklärte, daß bei dem Eingebvrenenstamm, ki dem vor einiger Zeit mehrere Pestfälle zu oerzeichnen waren, nunmehr die P e st e r s ch e i - mngen vollkommen verschwunden seien.

VeamkeKbanr als Kunsthandlung.

Als vor Monaten die Bank für Deutsche Beamte in ierlin zusammenbrach, als Tausende von Beamten nicht M ihre Gehälter, sondern auch ihre mühsam ersparten droschen verloren, herrschte große Erregung in der gan- !w Bevölkerung über die gewissenlose Geschäftsgebarung *efer Bank.

, Jetzt sind die Untersuchungen soweit abgeschlossen, daß «er Haftbefehle erlassen werden konnten und zwar go­to den 36jährigen Bankdirektor Alois Weber, die Mfleute Piehler, v. Buchwald und Treumann. Wie lodenlos leichtsinnig diese gehandelt haben, beweisen irastisch folgende Einzelbeispiele. Zu der Direktion der keamtenbank kam Treumann, lombardierte drei Bilder »n angeblich großem Kunstwert und erhielt dafür 35 000 wart, von denen die Bank sich selbst ein Dammo von wO Mark anrechnete. Die Bilder wanderten in eine Pfandleihe, deren Geschäftsführer Kaufmann Biehler "ar. Auch er wurde „entschädigt". Ein Kunstmaler aus toi Grünewald hatte die Bilder auf einen Wert von ■b,s 2 Millionen „geschätzt". Der erste Streich war Mngen. Nach kurzer Zeit kam Treumann wieder, »esmal mit 19 „Gemälden". Auch diese besaßen kaum Harn Kunstwert. Wer doch erhielt er dafür einen toen Lombard in Höhe von 132 000 Mark. Als Be- M fungierte Herr v. Buchwald, der für seine Dienst- "stung mit 4500 Mk. honoriert wurde.

iiix Buchwald kaufte sofort für dieses Geld wieder «Mer und ließ sie ebenfalls bei der Beamtenbank lom- so daß die Beamtenbank Mitte des Jahres

p« schon eine halbe Million ungeb edte Lom- .“Jögelber in ihren Konten führen mußte. Dazu Men andere Bildergeschäfte, bei denen ebenfalls Hun- Mausende verloren gingen. Ein Käufer für die

Vorstands g-Soöalili artet. B -abend ।

•Betei« litis, och adel . Donner erhaltungi abend.

Sobaliti Pfarre iod) aber m ®aW

D. D.

Sem Lsskag.

m Wiener Roman von Fanny Wibmer-Pedit.

Copyright by Ne-De-Ko. Münster i. W.

—

Sie finden beide Mut und Kraft zum Abschied, zum sichten an diesem stillen Abend. Sie sind nicht mehr S jung und töricht und nicht mehr wild und begehrlich, fischen diesem stillen Abend und einem andern vor ?"ig Wochen liegen Jahre des Leidens und der Reste, tos ist ihnen alles aufgeblüht, damals aus dieser be- Weten Stunde, aus diesem Verzicht ihres Blutes, das tofte Glück dieser letzten Augenblicke.

i Welch selige Hoffnung, welch inbrünstiger Glaube ® oetn Wort des Abschieds: „Auf Wiedersehen!" „Auf Übersehen!", das Treugelöbnis ihrer Liebe.

Die andern nicken ihr freundlich zu, alle, freunblid) F" unbeholfen. Des Mädchens stilles Gehaben ist ih- e" unbegreiflich, in ihren Blicken ist ein großes Wun- ;rn Und der Humpelnde zupft sie wieder am Aermel,

tschaf^ inter 5 -• it Zinse»

I, kB tz 3. Ä Hypolp iett und runa OSqjr unter 46V “ . diei.LV

Nart

euch in Teii jute Sich»»

Durch ikda. V Nr. 27 ll i

"mal leise, feine Hand ist scheu, ein wenig bebend. !ll° braucht nicht mehr zu erschrecken. „Fräul'n, seit sitern af d' Nacht gib i nix mehr auf ihn, wenn er °er 'was braucht, i schau drauf, i läut scho der Schwe­rst i schau' die ganze Nacht auf ihn, Fräul' verlassen . ^hnen, wann i's Ihnen sag'!" Stumm und dankbar sie ihm die Hand. Sie fühlt, daß diese unsichere nicht rein ist, schon lange nicht mehr, aber auch diese Hand gibt es Stunden, wo sie Hilfs- und liebe« freit ist.

. iieberall ist eine schwelende, warme Furche, in der ? Edelstein keimt, aussprossen macht und blühen wollt °ede der Berge von Haß und Verwirrung, die alles schütten!

...seltsam es zog auch des nächsten Abends erfrischende tote über Karl Müllers fieberheiße Stirn hin. Ab.'vd Abend brachte mit balsamischem Hauch dem oual-

Jen Tag wieder Linderung, wurde in allen Leiden staunendem Herzen erlebt

Die Mutter saß oft an seinem Schmerzenslager, hof- J®-, bald verzweifelnd Dann wirft sie fick» wieder seiend über den Kranken, daß der Mann ihr Toben

Fuldaer Zeitung

2. Statt

Druck der Fuldaer AcNendruckerei, Fulda

Bilder war angeblich da, ein „Prinz von Bourbon", von dem man Wechsel über 2.2 Millionen hereinnahm und noch Zehntausende an Provisionen bezahlte. Der Aus­steller war entmündigt, die Wechsel wertlos, die Bank brach zusammen.

wo die Millionen der Leamlenbank bliebe«.

Der Skandal der Bank für Deutsche Beamte hat laut „Berl. Lokalanzeiger" eine sensationelle Wen­dung genommen. Es ist nämlich am Dienstag gelungen, die Herkunft der Bilder, mit denen die Betrügereien begangen worden sind, völlig aufzuklä­ren. Vor allem aber hat die Polizei neue Anhaltspunkte dafür bekommen, wo das von dem Konsortium Piebler- Treumann von Buchwald erscbwindelte Geld der Beam­tenbank geblieben ist, eine Feststellung, die namentlich

für die geschädigten Kunden der Bank von größtem In­teresse sein dürfte. Aus der Kriminalpolizei meldete sich Dienstag mittag ein Zeuge, der bekundete, daß ein großer Teil der Bilder, die durch die Beamtenbank lom­bardiert worden sind, durch den Kaufmann Piehler von ber Gattin einer hochgestellten Mün- chener Persönlichkeit erworben wurden. Bon noch größerer Bedeutung ist, was die Kriminal­polizei über den Verbleib der Riesensummen, mit denen die Bilder lombardiert wurden, in Erfahrung bringen konnte. Piehler hat die Gelder in einem von ihm ins Leben gerufenen Verbände, dem Mitteldeutsch en Automobilverband, investiert. Den größ­ten Teil des Bankkredits aber soll er gur a n i e r u n g eines großen Gutes in der Nahe von Pasewalk benutzt haben.

Turnen und Sport.

^ufzbaU.

Sporlvereln e. V. Reuhof. Meister der 8-filaffe.

Neuhofs 2. Mannschaft beendete am Sonntag mit einem glänzenden 3:0 Sieg über Hofbieber die Verbands- fpiele und konnte als einzig ungeschlagene Mannschaft den Meistertitel der B.-Klasse erringen.

Die 3 Mannschaft des Sportvereins erkämpfte gegen die 1. Mannschaft des Sportvereins Rommerz einen hohen 5:1-Sieg.

Am kommenden Sonntag hat Neuhof die sehr spiel­starke Liga-Mannschaft des Sportvereins 02 Offenbach als Gast. Spielbeginn 3 Uhr. Kh.

Tabellen st and der II. Gauklaffe.

Vereine

Spiele

gern.

unentfd).

ocrl.

Tore

Punkte

Neuhof 2.

12

10

2

0

32:12

22: 2

Künzell 1.

12

9

1

2

30:13

19: 5

Bronnzell 1.

12

0

2

4

27:28

14:10

Hofbieber 1.

12

5

1

6

19:21

11:13

Hattenhof 1.

12

3

2

7

28:41

8:16

Mittelkalbach 2. 12

3

1

8

16:21

7:17

Nieberkalbach 1. 12

1

1

10

5:20

3:21

Aus dem Westdeutschen Spielverband.

sichten, wenn sich auch die systematische Pflege des Nach­wuchses naturgemäß nicht in kurzen Zeiträumen auswir­ken kann.

Aus dem reichhaltigen und in dichter Aufeinander­folge abgewickelten Sportprogramm des Jahres 1929 sei in erster Linie der deutsche Sieg in der Europa- Schlußrunde gegen England erwähnt, nach­dem zuvor Spanien, Italien und Vie Tschechoslowakei nie- dergerungen worden waren. Daß Amerika schließlich unserem Siegeslauf ein Ende bereitete, wäre auch nicht zu vermeiden gewesen, wenn unsere Vertreter frischer als nach den zweieinhalbmonatigen, fast unausgffetzten Kämpfen, gegen die Vertreter des Sternenbanners ange- terten wären. Ein Dame n-L änderwettkampf gegen Amerika ergab den erfreulichen Sieg der deutschen Farben über die amerikanischen Damen, trotzdem bei diesen Miß Helen Mills, jetzige Mrs. Moody, an erster Stelle ftanb.

In der Zahl der Turniere ist eine weitere Vermeh­rung um 22 zu verzeichnen. Der recht ausführliche Be­richt gibt auch interessanten Ausschluß über die verschie­denen deutschen Meisterschaften, die Medenspiele, oas Verhältnis zum Deutschen Reichsausschuh für Leibes­übungen, zur Deutschen Turnerschaft, über die Verhand- hingen mit dem Verein Deutscher Tennislehrer und dessen neu eingesührten Prüfungen, über Neuanlagen und Ten-

nishallen, die Zusammensetzung des Vorstandes der ein­zelnen Sonberausschüsse usw Der DTB ist von dem m manchen anderen Sportverbänden beobachteten Mitgste- derrückgang nicht nur verschont geblieben, sondern es ha­ben sich ihm sogar 71 Tennisklubs neu angeichlosjen. Die Gesamtzahl 6er dem DTB angehörigen Vereine betrug am Jahresende 978 mit einer Zahl von insgesamt 97 431 Spielern wovon 76 585 Erwachsene und 20 846 Jugend­liche waren.

Einen ebenso günstigen Eindruck macht auch der B e- richt des Bun dessch atzmeisters. Die Rücklagen des Bundes haben sich im Jahre 1929 verdoppelt und eine sechsstellige Ziffer erreicht. Der vorsichtig ausgestellte Etat ist bei den Einnahmen zum Teil Überschriften worden, aber auch bei den Ausgaben wurde eine Ueberschreitung mit in den Kauf genommen, die freilich durch die außer­gewöhnlich hohen Einnahmen gelegentlich der internaho- nafen Begegnungen in Berlin mehr als ausgeglichen wor­den sind Das günstige finanzielle Ergebnis ist der gro­ßen Ausbreitung und Internationalisierung des deutschen Tennissportes zu verdanken.

Alles in allem bieten die Berichte des DTB das B i l d eines stetigen gesunden Aufstieges de, deutschen Tennissportes.

Reise und Wanderung.

— Technische Verbesserungen auf den Südamerika- Kämpfern des Norddeutschen Lloyd. Die in der Süd- amerikafahrt des Norddeutschen Lloyd beschäftigten „Sierra"-Dampser haben im Laufe der Zeit nicht un­wesentliche technische Verbesserungen erfahren. So sind z. B. auf Dampfer „Sierra Ventana" die früher auf dem oberen Deck mitschiffs ausgestellten Boote nach dem Achterdeck versetzt worden, um dadurch den in der Laude weilenden Fahrgästen den unbehinderten Ausblick auf das Meer zu ermöglichen. Der Vorraum zur Laube hat außerdem an Stelle des bisherigen Sonnensegels eine feste Holzüberdachung mit geschmackvollen Beleuchtungs­körpern erhalten; ebenfalls ist seitlich ein markisenarti­ger Sonnenschutz angebracht worden. Die Beleuchtung des Promenadendecks ist bedeutend verstärkt und die Durchlüftung des Speisesaals 1. Klasse verbessert wor­den, so daß in ihm, selbst in den tropischen Gebieten, eine angenehme Temperatur herrscht. Sobald die Zeit es gestattet, ollen ähnliche Verbesserungen auch auf den Schwesterschiffen ,Sierra Morano" und „Sierra Cor­doba" ausgeführt werden.

Nachdem auch am letzten Januarsonntag wieder einige Entscheidungen fielen, steht nunmehr die Hälfte der Teilnehmer für die am 2. März beginnenden Endspiele um die Westdeutsche Fußball-Meisterschaft bereits fest. Schalke 04, der Meister der letzten Saison, muß auf Grund der Ueberlegenheit, die er in feinem Bezirk bei den Meisterschaftsspielen zeigte, auch in diesem Jahre wieder als westdeutscher Favorit gewertet werden. Schalke stellte an diesem Sonntag die Meisterschaft durch einen 3:2 Sieg über den Tabellenzweiten Schwarz-W'iß Essen sicher. Schwarz-Weiß war die einzige Mannschaft, die gegen Schalke einen einigermaßen ebenbürtigen Wi- derstand leisten konnte. In 15 Spielen hat Schalke 74:15 Tore und 30:0 Punkte erzielt. Weitere Bezirksmeister sind VfB. Bielefeld (Westfalen) und SC, 03 Kas- s e l (Hessen-Hannover). In Südwestfalen müssen H a- gen 72 und Hüsten 09 als Stafselmeister noch Ent­scheidungsspiele um die Bezirksmeisterschaft austragen. Der Kampf um den zweiten Tabellenplatz ist in den drei Bezirken Westfalen, Südwestfalen und Hessen-Han­nover noch offen. Die Frage nach dem Meister bleibt noch in den Bezirken Rhein, Niederrhein, Mittelrhein und Berg-Mark zu beantworten. Im Rheinbezirk büßte diesmal Alemannia Aachen feine Favoritenstel­lung durch eine 2:3 Niederlage gegen den Tabellenzwei­ten Köln-Sülz ein. Sülz, Alemannia Aachen und der SEM. Gladbach liegen nun dicht zusammen und werden zweifelsohne auch die Entscheidungen unter sich aus- machen. Die besten Chancen hat zur Zeit Köln-Sülz.

Vsm deutschen Tennis-Spork.

Erfreuliche Aufwärtsenkwicklung im Iahre 1929.

„Große äußere und innere Erfolge — angespannteste Arbeit auf allen Gebieten" — beginnt der letzt erschie- nene allgemeine Jahresbericht des Deutschen Tennis- Bundes. Hätte nicht ein wahrhaft tragisches Geschick noch kurz vor Jahresende das deutsche Tennis eines feiner besten Vertreter — Hans Moldenhauer — beraubt, würde mit vollem Recht das Jahr 1929 als das erfolg­reichste leit Gründung des Bundes 1902 bezeichnet wer­den. Diese großen sportlichen Erfolge beruhen in erster Linie auf den Leistungen unserer Spieler, an ihrer Spitze Prenn und Moldenhauer, sind aber auch das Verdienst der deutschen Tages- und Sportpresse, die sich des Tennissportes in großzügiger Weise angenommen hat. wofür ihr die Bundesleitung besonderen Dank aus­spricht. Die Anerkennung des Tennis als einer der wertvollsten deutschen Sportarten in der Oeffent» lichkeit und bei den Behörden ist ebenfalls im Aufstieg begriffen, wovon der dankenswerte Erlaß des Preußischen Ministers für Volkswohlfahrt, wonach Ten- nis als Volkssport zu betrachten ist, einen deutlichen Be- weis erbringt. Der Bericht spricht offen von einer ge« wißen Zersplitterung, die der deutschen Sportbewegung droht. Das Jugendtennis dagegen erfreut sich guter Aus-

Zum internationalen Reitturnier.

■»—■—

Hervorragende Teilnehmer an dem internationalen Reitturnier, das am - Februar in Berlin beginnt.

Oben links Prinzessin Friedrich Sigismund, oben rechts: Frau Franke.

Unten links: Ltn. v. Barnekow, unten rechts: Dberltn. v. Sahla.

kaum wehren kann: Der Karl muß sterben, ich lass' ihn nit sterben. Warum hast dich denn versehen lassen, die Aufregung hat dir nur so geschadet, daß dein Herz so schwach geworden ist! O, Karl, jetzt mußt du sterben, das ist auch mein Tod!"

Ueber des Kranken Gesicht flammt dunkle Röte, aber er schweigt. Die Schwester beruhigen die Frau und versichern ihr immer wieder, daß ihr Sohn jeden Tag ein klein bißchen frischer wird. Weil ihr dann auch der Arzt die Gewähr gibt, daß man tatsächlich wieder hosten darf, nachdem der Patient die bösen Krisenlage überstan­den hat, lächelte sie unter Tränen, breit und unbeholfen, zittrig und völlig lallend meint sie: „Aber Herr Doktor, das gibts ja nit, er ist ja versehen worden, da muß er ja sterben "

Karl Müller aber starb nicht. Daß ihm dieses Gna­dentages letztes Wunder, daß sich das Heiltum feiner Seele auch über die ringende Kraft feiner Jugend er­streckte.

Der Junae aber drüben, der fein Hemd noch mit dem Falkenabzeichen schmückte, kam diese Tage zum Sterben. Wohl waren die jungen Falkenfreunde um ihn. brachten Trost und mancherlei Kurzweil und viel neue Unruh mit ihren heißen, stürmenden Herzen, dem ewigen Sang von ungebundener Freiheit, zum leibgefeffelten Buben und so reichte ihr hilfsbereites Tun trotz aller treuen Bereitschaft nicht aus. Gesundung stand nicht in ihrer Macht, Friede nicht in ihrem Wesen.

Da trieb ihn die Verzweiflung seiner Lebensgier zu dem .den er vor wenigen Tagen'verspottet.

Das Wunder der Genesung, das an den andern ge­schehen, nahm feine Sinne gefangen und riß die Schran­ken nieder, die die Widersacher in verneinendem Haß von seiner kindhaften Seele aufgerichtet. Einen Men­schen wollte er, einen Retter, ein Vater und Freund sollte ihm helfen. So warf er sich dem in die Arme, dessen gütiger Blick ihn geblendet wie scheinende Sonne: „Leben will ich, leben! Nicht sterben!"

Die dünne, hohle Stimme erstickte in Leid und Angst: , Lebe, mein Kind, lebe, daß du in Ewigkeit nimmer sterben brauchst!"

Nur mehr die arme, flatternde Seele kann er er- baschen fein Leben verrinnt wie Tropfen in das große Leid und Weh dieser Erde. Die wilde, flatternde Seele

aber schmiegt sich weinend in die segnende Hand des Priesters, wie ein müdgehetztes, versprengtes Vögle.n.

Die andern schwiegen diesmal, sannen dumpf vor sich hin und waren froh, daß das grelle Gejammer des ar­men Jungen in den Armen eines Helfers versiegte, daß fein Stimmlein immer dünner und dünner wurde, w:e ein heimliches Kinderflüstern, daß er endlich in Frieden dahinging. IMS'MWWWW

Ein verlaufenes Kind hatte heimgefunden. - *

Karl Müller geht der Genesung entgegen. Die Zwei an feiner Seiten wachen wie treue Trabanten über je­den feiner Wünsche. Der eine da, weil er fein Bett noch nicht verlassen kann, ruft hinüber zum anderen, der grab ein wenig vor sich hinduselt: „Sie, Sie, Herr Mur!"

„Das Herr, was Herr Mur? Er springt auf hält ihn einer zum Narren? Da steht ihn der drüben, fein Feind, der Polizeimann, bittend an: „Schau'n 6’. der Herr Müller möcht gern ein Wasser trinken, bitt schon, helfen Sie ihm."

Sein Humpeln ist immer schleichend, wie bas einer giftigen Natter, ist ein Freudensprung, seine Hand aber zittert und bebt, hat ihn doch schon öfters getan, d'esen Samariterbienft. Aber es hat ihn keiner je bazu gebeten. Fußtritte waren seine Schaffer, wenn er einmal nach Arbeit suchte, wenn er wieder einmal Sehnsucht hatte nach der höheren Klasse aus feiner Tiefe. Wie sagten sie zu ihm, wenn sie ihn aus Kanälen ober stillen Pm k- winkekn hervorftöberten? Nicht Herr, nicht Herr! Klir­rend stellt er mit noch immer zitternder Hand das Glas wieder hin, geht um Karls Bett herum, zu dem andern, dem Wachter: „Wissen S' i haß Wickerl, wann S’ mich eruf’n mechten. wann i grab roieber bufeln tat, und ber Herr Mütter brauchet was, i bitt schön."

„Js recht, also Wickerl heißen Sie, na is scho recht!"

Die Hanb geben sie sich noch nicht, aber wie lange wird es noch dauern? Der enge Raum dieser S-iben wird sie immer mehr zusammenschmieden. Hier ist d"s stille Reich erbarmender Menschenliebe, draußen sch-eßt die Aussaat des Hasses üppig in die Halme.

*

Spätsommer voll träumender Wunder, ein wenig sonnenmüde und satt vom vielen Blühen, bereitet zur

Reife, 3um schwelgenden Verschwenden, Tage der Ge­nesung für Karl Müller. Nur mehr an Regentagen sitzen sie um fein schmales, weißes Bett. Sonst ist er immer im Garten, horcht still dem Vogellied und seinen Worten, dem Frohen und Schweren, allem, was sie ihm bringen von draußen in Harm und Freude. Sieht auf die ersten, heimlich fallenden Blätter, ste huschen über hohes Gras und schweren Blütenduft, verstecken sich leise raschelnd in einem verborgenen Winkel.

Er grüßt sie alle unb heißt sie willkommen, die stillen Zeugen seiner Wiedergeburt, sie rufen ihn aus dielen säumigen Träumen hinaus zu neuem Werden und Wir­ken. Sie fünften ihm schöne Stunden in stiller Zweisam­keit mit Gitta, denn hier ist ihre Zwiesprache selten, die sorglichen Eltern sind täglich bei ihm die wenigen Stun­den. Dann u. wann auch Gittas Familie, sie wollen den beiden nicht das Wenige rauben. Aber auch Freunde und alte Gönner sind wieder da, ihm heimlich grollend, -hm ängstlich mißtrauend und doch auf feine neuerftanbme Kraft roieber bauend. Eine Liebesangelegenheit, das ganze, scheinbare Abschwenken, nicht mehr, er ist ber Ihre, nach wie vor Und bas. was man ihm damals voraeworfen, fein Uebereifer, war nur der gefährliche Ueberfchuß an Idealismus Das wird sich nun gelegt haben, wird gekühlt fein, er wird schon gelernt haben, durch Schaden ist noch feder klug geworden.

So umwerben fie ihn aufs neue unb werden aus fei­ner schweigsamen Beharrlichkeit nicht klug. „Jetzt ist er gar ein Träumer, ein Narr geworden " Er aber behält iebes Wort, das sie 3U ihm reden, roäat es und legt es schm-r.ftirb beiseite Wenn ihn ber H-ller Hansl besucht, der svrudelt wie ein ungebärdiger W'ldbach will ihm der Bekehrung letzte Wahrheit und Weisheit beibringen, in seiner jungen, stürmenden Art. mit ehrlichem Mei­nen, aber viel unbedachter Scharfe. Karl lä*eft dann recht nachstchtig, leert die bluffe Hand beschwich'igend auf seinen fuchtelnden Arm unb meint: , Blag dich nicht so, Hansl, ich weiß, du meinst es gut mit mir. reden wir von was anderem." Da trotzt der Hansl bann eine Weile unb beim Abschieb lachen sie roieber er laut unb froh unb verzeihend: „Seien wir wieder guet gelt?" Karl ist still unb vergnügt: „Du großes Kind, du lie­bes!"

Fortsetzung folgt.