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Donnerstag, 30. Januar 1930

Ne Organisierung der Reparalwnsbanl

Die

der

Ne Sezejflonifien der Seutschnaüonalen

ausaefvwchenen evangelischen Partei abgelehnt. den auch die Vertreter oer yrene znü-^17» »««- Sie vermuten, daß der Christliche Volksdienst doch } den. Die Fragen, über die Meinungsverschteden. eine solche Abirrung religiöser Forderungen in heiten bestehen, werden in der alphabetischen den Mechanismus eines politischen Parteilebens Reihenfolge der Rationen, die.MfWj bedeuten könnte. handelt werden. Jeder von Amerika worgei.gre

bedeuten ronnrr. strittige Punkt wird also an e r st e r Stelle erörtert

Noch eine Partei! I werden.

wtb. Paris, 29. Ian. (Eig. Meld.) DemJour- " wird aus Madrid gemeldet, das Kabinett Be-

nal

Eine nentrale Stimme.

Heber die Regelung der Sanktionsfrage.

läßt.

Die See - Abrüstungskonferenz

nem Tode in diesen Abmachungen gute Fruchte getragen. Dieser Politik ist es zu danken, daß in einem Zeitraum von zehn Jahren nach dem Fne- densschluß die Reste der Kriegspsychose urid des Kriegsgegensatzes zwischen Deutschland und Frank­reich fast vollständig verschwunden sind und nichts hindert mehr, daß ein neuer Abschnitt in den ge­genseitigen Beziehungen der beiden Mächte beginnt.

wtb. Madrid, 29. Ian. (Eig. Meld.) Als Ge­neral Berenguer das königliche Schloß verließ, teilte er den auf auf ihn wartenden Pressevertre­tern mit, daß er sich um 11 Uhr nachts ins Kriegs­ministerium begeben wolle, um sich mit Primo de Rivera zu besprechen. Auf die Frage der Presse­vertreter, ob das neue Kabinett militärischen Cha­rakter haben werden, antworte er, es werde ganz einfacheineRegierung sein.

am geistigen Auge vorbeizuführen. Merkwürdiger­weise können aber einige Verfasser, und zwar ge­rade diejenigen, welche von politischen Dingen am wenigsten verstehen, nicht davonlassen, törichte, hundertmal widerlegte Geschichten und Anlchten über die politische und militärische Lage am Ende des Jahres 1918 einzustreuen. So z. B. hecht es in der kürzlich erschienenen Geschichte eines west­lichen Regiments:Die einzige Behörde, welche klar erkannte, wie aefährlich dieser Aberglaube .an Wilsons Macht) war, da- war die Oberste Heeres­leitung ... Die Reichsregierung unterwari sich diesen harten Bedingungen die nichts anderes be­deuteten als die Entwaffnung des Heeres und der Flotte." Wer den Mut hat, dies in eine Regi- msntsgefchichte zu schreiben, verkennt den Sinn ei­nes solchen Buches und macht die guten Leute, die dies lesen, glauben, daß die Reichsregiecung das Heer so ungefähr verraten habe. Bekanntlich hat Ludendorff ganz unvermittelt und ohne daß er vor­her die Wahrheit über den Zustand des deutschen Heeres gesagt hätte, um Waffenstillstand gebeten, und den Waffenstillstandsunterhändlern in Com- pteane wurde später von der Obersten Heeresiei-

wtb. Paris, 29. Ian. (Eig. Meld.) Rach einer Havasmeldung aus Madrid ist Primo de Ri­vera zurückgetreten und General Beren­guer mit der Bildung des neuen Kabinetts be­auftragt worden. *

wtb. Paris, 29. Ian. (Eig. Meld.) Wie dem Journal" aus Madrid gemeldet wird, werde Ge­neral Berenguer heute vormittag mit leinen Be­sprechungen zur Bildung des neuen Kabinetts be­ginnen. Die neue Regierung werde ausgespro­chen zivilen Charakter tragen.

In Matawan (New Jersey) drangen am Samstagabend fünf bewaffnete Männer in ein Bankgebäude ein, raubten 20000 Dollar imc entkamen in einem Auto.

wtb. Basel, 29. Januar. (Eig. Meld.) feilte I eine endgültige Liquidierung des Krieges

-ruh trafen, von Paris kommend, die Nlitglieder Politik Stresemanns hat also auch noch nach et- S«betauäWks M D°,b---idmg d-- Ni.. 1 **-*ule

rerlassung der Bank für internationalen Zahlungs­ausgleich hier ein. Sie werden im Laufe des Tages jte Verhandlungen mit den zuständigen kantonalen Stellen wie auch mit dem Präsidenten der Schwei­zerischen Nationalbank, Professor Bachmann, auf- aehmen. Die Delegation besteht aus den Herren »an Zeelan, Gouverneur der belgischen Staats­bank, Siepman, Vertreter des Gouverneurs der Dank von England sowie dem Direktionsmitglied der Banque de France, Pierre Quesnay.

renguer habe vor allem die Ausgabe, durch eine lieber gangsregierung die Rückkehr zu einer verfassungsmäßigen Regierung vorzuberei- ten. Die Regierung habe Anweisung gegeben, btt Arbeiten der Nationalversammlung einzustellen, mit deren vollständiger Schließung zu rechnen sei.

Herzog von Alba in Front!

wtb. Paris, 29. Jan. (Eig. Meld.) Wie Havas aus Madrid berichtet, soll der Herzog von Alba das Portefeuille für den öffentlichen Unter­richt angenommen haben. (Nach dem Newyork Gerald" kommt der Herzog als Außenminister in Frage.) General Berenguer erwarte im Laufe des heutigen Tages die Antworten von gegenwärtig nicht in Madrid'weilenden Persönlichkeiten, die er für fein Kabinett vielleicht schon in Aussicht genom­men habe. Man nehme an,- daß heute abend die neuen Minister vom König vereidigt werden könn­ten. General Berenguer habe die Absicht, sofort Neuwahlen auszuschreiben. Er werde die Zensur mit größter Strenge fort­setz e n.

Umschwung in Spanien.

Das Ende der Diktatur Primo de Rivera. Siu anderer General Premierminister.

I Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen:Die Well I im Bild' undBuchenbiälter". Rotationsdruck und Verlag I der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- I; leitunq 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

der deutschen Volksgemeinschaft dienen sowie gegen Marxismus, plutokratische Vergewaltigung und antisoziale Gesinnung kämpfen soll. Der Aufru trägt etwa 600 Unterschriften von Politikern bei verschiedensten Parteien, vom Landbund bis zt den Demokraten.

*

Der Politiker muß sich also merken: zwei neu« Parteien in einer Woche: einmal Bolksnatio- nale Reichsvereinigung (Mahraun) und zweitens D o l k s k o n s e r v a t i o e Verein.- qung (Treviranus). Das Leben des Politikers wird immer schwerer; denn er muß die Namen be- halten und die Parteien unterscheiden.

Der Iungdeutsche Orden erläßt einen Aufruf zur Bildung einer neuen Partei, der Dolksnationalen Reichsver eint- a u n g, die, wie es in dem Aufruf heißt, auf dem Boden der gegebenen ftaatspolitischen Grundlage

wtb. New York, 29. Jan. (Eig. Meld.) Mar­vin Trayler, der Präsident der First Ra­tio n a l - B a n c i n CHicago, der als ameri­kanischer Sachverständiger an der Haager Konfe­renz teilnahm, traf gestern an Bord des deutschen SchnelldampfersBremen" in New Por k ein und erklärte dem Vertreter des WTB. im Verlaufe einer Unterredung, er fei der Meinung, daß das Ergebnis der zweiten Haager Konferenz jedes der beteiligten Länder zufrieden stellen könne. Die Regelung, die erzielt worden fei, übe bereits eine günstige Wirkung auf ganz Europa aus. Die allgemeine Haltung im Haag fei außerordentlich ermutigend und die Zusammenarbeit mit den deut­schen Delegierten im höchsten Maße befriedigend gewesen. Alle bisherigen Meldungen über die Be­setzung des Präfidentenposten und des Berwal- tungsrates der Bank für internationale Zahlungs­ausgleich beruhten lediglich auf Vermutungen.

* Der Sparzwar.g in Hessen. Die Landeskon­ferenz der., fozialbemokratischen Beamten Hessen; nahm zu den Sparplänen der Darmstadter Re- qierung Stellung. Nach einem Referat des Land- tagsabgeordneten Schulrat Storck und nach lehr leb­hafter Debatte wurde folgende Entschließung ange­nommen: Die Landeskonferenz der sozialdemotra- tifchen Beamten Hessens bittet die Landtagsfro tion. an der Vereinfachung der Staatsverwaltung und Sanierung der Staatsfinanzen m > tzu -

aus dem Deutfchnationalen Handluugsgehilfenver- band heraus starken Zulauf erwarten dürfen.

Es ist nicht ohne Jnterrfse, sich mit dm politi­schen Bekenntnissen des Christlichen Volksdienstes etwas näher zu befassen. Man könnte lagen, et sei ein evangelisches Analogon zur Zen- trumspartei. Aber diese Abstempelung lehnt der Christliche Dolksdienst bewußt ab. Er will kein evangelisches Zentrum" sein, ja möchte m seinem Hauptteile nicht einmal eine enge Arbeitsgemein­schaft mit dem Zentrum als christliche Abwehr­front gegen den Atheismus und Materialismus. Er lehnt überhaupt ein festes Parteiprogramm ab, weil er einen scharfen Unterschied macht zwischen den Lehren seiner Weltanschauung und der politi­schen Welt des praktisch Möglichen. Darin ftmimt er allerdings mit dem Zentrum überein, daß er keine einseitige Rechts- oder Linkspartei sein will, er ist unter Umständen bereit, sich bet bet parla­mentarischen Mehrheitsbildung auch an einer Koa­lition mit den Sozialdemokraten zu beteiligen, tso hofft bet Christliche Volksdienst auch aus dem katholischen Lager Zuzug zu finden, wobei hier und dort das Schlagwort vom Ullramontanrsmus als Gegensatz des Deutschkatholizismus eine Rolle spielen möchte. Merkwürdig ist, daß der Christliche Volksdienst offiziell nichts davon wifsen will, wenn man ihn als eine Partei bezeichnet. Aber da er bereits in der politischen Praxis steht, wird er wohl an einer solchen Charakterisierung auf die Dauer nicht vvrbeikommen können.

Obwohl der Christliche Volksdienst den Unter­schied bewußt unterstreicht, der zwischen den sitt­lichen und wirtschaftUcheu Notwendigkeiten und dem praktisch Möglichen in der Politik besteht und obwohl er gerade deshalb ein formuliertes poe­tisches Programm ablehnt, wird et von den kirch­lichen Stellen doch nicht ohne Mißtrauen betrach­tet. Merkwürdigerweise aus dem Grunde, weil diese kirchlichen Stellen der Auffassung sind, baß bet Christliche Volksdienst jenen Unterschied zwi- I scheu der absoluten Wahrheit und dem absoluten I Gotteswillen, wie ihn die Kirche verkünde, und der Begrenztheit ihrer Befolgung auf dem Ge­biete des Staats- und Wirtschaftslebens angeblich noch nicht deutlich genug zum Ausdruck bringe. I Die evangelisch-kirchlichen Kreise haben wegen die­ser ihrer Anschauungen stets die Gründung einer j ausgesprochenen evangelischen Partei abgelehnt. 1. , c. . T- i. ... /Vt-Äa a. Oft ,-x I f X t ArtiTI

an der Vereinfachung der Staatsverwaltung und Sanierung der Staatsfinanzen m11zu­ll r b e i t e n. Die Heraufsetzung der Dienstalters. grenze wirb abgelehnt. Ehe ein schematischer Per­sonalabbau erfolgt und ein Abbau an notwendigen kulturellen unb sozialen Aufgaben vorgenommen wirb, sind die höheren Gehälter und P e n- sionen herabzufetzen. Die Versammlung glaubt, baß sich damit auch die beamtenpohtna) notwendige Versammlung glaubt, daß sich damit auch die beamtenpoütifd) notwendige Bert' n g fe­rn n g der Spanne zwischen den Gehäl­tern der verschiedenen Beamtengruppen erzielet

Die Delegationsfühtet beschlossen, wie aus Som dvn gemeldet wird, nach weiteret Aussprache, für Donnerstag eine Vollsitzung anzuberaumen. Sie beschlossen ferner, einen Ausschuß einzu|etzen, der sich mit bet Arbeitsmethobe bet Konferenz befallen soll. Zur Vollsitzung am Donnerstag wer- den auch bie Vertreter bet Presse zugelassen wer-

Eine föderative Fraktion.

In der Geschichte unseres parlamentarischen Lebens ist es schon häufiger vorgekommen, daß sich zwei oder drei Fraktionen zu einer Arbeits- gcmeinschaft verbanden. Das Ziel einer fol«hen I Verbindung beschränkte sich aber bann stets darauf, Fraktionsstärke im Sinne der Geschäftsordnung zu erlangen. Nach der Reichstagsgeschäftsordnung ist erst eine Fraktion berichtigt,Mitglieder in dieReichs- tagsausfchüffe zu entsenden, die m i n d e st e n s 15 Mitglieder stark ist. Wir erleben aber jetzt in unserem Reichstag eine Arbeitsgemeinschaft, die in ihrer Art doch enger zusammengehört als bei­spielsweise in der Vergangenheit etwa die Arbeits- ! gemeinschaft der Deutsch-Hannoveraner, der Wirt- fdjaftspartei und der Bayerischen Bauernpartei. Wir meinen die Deutschnationale Ar­beitsgemeinschaft, die aus der Verbindung der aus der Deutschnationalen Volkspartei ausge­tretenen Gruppe Keudell, Treviranus und Lam­bach und der Christlich-nationalen Landvolk- und Bauernpartei entstanden ist. Denn auch die Christl.» nationafe Bauernpartei hat ihre Wurzel in der Deutschnationalen Volkspartei, sie find beide vom gleichen alten Stamme. Das bestimmende Motiv für ihre Absplitterung mar bei beiden die innere Umstellung ?um die Erkenntnis, daß man die heutige Staatsform bejahen müsse, wenn man für die vertretenen Volksgruppen im Staate ge­winnbringend arbeiten wollte. Inzwischen hat sich in der zuletzt ausgetretenen Gruppe, nämlich in der Deutischnationalen Arbeitsgemeinschaft eine Gliederung vollzogen. Der eine Teil, der sich als die Erben der allen chrisllich-sozialen Stöcker'fchen Ideen betrachtet, hat «ch mit dem süddeutschen Christlichen Volksdienst vereinigt. Dazu gehören bie Abg. Hülser unb Lambach. Der andere Teil, der mehr von dem alten konservativen Denken her ferne politischen Anschauungen bezieht und etwa durch die Namen von Keudell, Treoiranus und Prof. Hoetzsch repräsentiert wird, hat sich im Her- renhause zu Berlin am 28. Januar als Volkskon- fervative Vereinigung oufgetan. Bei dieser Grün» dugnsverfarnrnlung war der Abg. Lambach auf hen besonderen Wunsch seine Freunde aus dem Christl.- sozialen Volksdienst anwesend. Hierbei zeigte sich also wieder dieses seltame Zusammengehen von zwei politisch verschieben orientierten Gruppen, die in einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft zu- fommenarbeiten. Mitglieder etwa der banerischen Bauernbundes haben bisher niemals in offizieller Freundschaftsbekundung an Tagungen etwa der Wirtfihastspartei teilgenommen. Es handelt sich also um ein neues parlamentarisches Gebilde, des­sen Entwicklung zur Partei noch etwas unüber­sichtlich ist.

Wenn daraus wirllich so etwas wie eine föde­rative Partei entstehen sollte, so wird wohl die volkskonservative Gruppe den größten Nutzen da­von haben. Nicht etwa deshalb, weil sie die rela­tiv meisten Anhänger hinter sich hätte, sondere deshalb, weil sie von den Vorteilen mitgenießt, die die beiden anderen föderativen Bestandteile dadurch von vornherein sicher haben, daß sie sich auf bereits bestehende Organisationen stützen kön­nen. Es besteht bereits die Organisation der Christ­lich-nationalen Landvolk- und Bauernpartei, auf der anderen Seite hat sich der Christlich-soziale Volksdienst bereits in Württemberg und Baden parteipolitisch oraanifieien können, er wird zudem

Zur Kriegs-Literatur bringt dieKölnische Volkszeitung" interessante Ausführungen. Es heißt da:

Während Dichter und Schriftsteller und solche, welche glauben, daß sie es seien, sarsiahren, ihr Kriegserlebnis oder das der anderen nieberzuschrei- ben, nimmt auch bie amtliche unb hallbamt - liche Kriegsgeschichtsschreibung ihren Fortgang. Auch diejenigen Regimentsgeschichten, die bisher noch keinen Bearbeiter gefunden hatten, kommen nun allmählich heraus. Die letzteren haben erheb­lichen Wert, wenn sie sich auf die Darstellung der Ereignisse beschränken, wie sie im Tagebuch des Truppenteils niedergelegt find, sie werden aber ein­seitig, trenn die Verfasser ihre außenpolitischen und innenpolitischen Auffassungen in diese Bücher hin­einarbeiten, gleichgültig, ob diese Auffassungen falsch ober richtig finb In Regimentsge­schichten hat Politik gar nichts zu su­chen; wo sie auftritt, zerstört sie den Sinn eines Regimentsbuches, das keinen anderen Zweck als den hat, allen Angehörigen eines Regiments die Taten der Truppe noch einmal schmucklos und ernst

Am Dienstag abend haben unter Führung des Abg. Treviranus bie aus ber Deutschnationalen Partei uusgetretenenen, ni ch t zu der christsich- sozialen Gruppe gehörigen Politiker eine Kundge­bung veranftallet. Sie verösfentlichen folgenden Aufruf:

Der Kampf um die Freiheit in der Welt ist d i c Aufgabe der deutschen Politik. Er bedarf des Befreiungswilleiis einer geeinten Nation. Nur eine das Ganze sehende Führung mit dem Mut zur Wahrheit kann die Kräfte zusammenhalten uno sammeln, die dem Freiheitskampfe opferwillig die­nen wollen. Diese Führung fehlt, weil große Par­teien, aus Vorkriegsgedanken entstanden, in Bru- berftreit unb Parteienge erstarrt, ber Aufgabe un­serer Zeit nicht mehr gewachsen finb. Weite Kreise bekämpfen bas parlamentarische System, ohne daß aus solcher Kritik die Kraft zur Bildung neuer Autorität entstanden wäre. Darum bleibt der An­satz für unsere Arbeit die Erneuerung des Partei­wesens selbst. Hier werden die nächsten Entschei­dungen fallen. Mit solcher Erneuerungsarbeit wollen wir beginnen. Wir stellen das politische Handeln wieder unter bie unbebingte Derantwor- tugn des eigenen Gewissens. Wir werben bem einzelnen bie Uebernahme eigener Verantwortung nicht durch Mehrheitsbeschlüsse abnehmen oder durch Zwang unmöglich machen. Die Einheit des Handelns muß aus innerer Verbundenheit wach­sen. Wir wollen in staatspolitischer Gemeinschaft und Aufgabenteilung mit wesensoerwandten Par­teien und Gruppen zusammenarbeiten. Wir wer­ben bie Notwendigkeit sichtbar machen, daß Par­teien einander nicht nur zu bekämpfen, sondern mit dem Blick aufs Ganze auch zu ergänzen haben. Unsere Ausgabe soll es sein, die unwiederbringli­chen Werte unseres Volkes zu wahren und im Staate zur Wirkung zu bringen. Wir werden in Ehrfurcht vor dem Gewordenen und Werdenden eintreten für den Schutz der Familie, für bie Be­wahrung ber Kinbesfeele, für ben im Heimatboben verwurzelten unb ihm verbundenen Menschen. Wir ringen um die freie Entfaltung ber organisch ge­wachsenen Kräfte des Volkes, um bie Ausschaltung mechanischer Zwangsordnung in Gesetzgebung, Ver­waltung und Wirtschaft. Wir wollen soziale Klas- sensonderungen von oben und unten überwinden und verhindern, daß das gerade in unserer Zei: notwendige Streben des einzelnen nach wirtschaft­lichem Erfolg zur Schwächung von Staat und Na­tion führt. Eigentum jeder Art soll uns Ver­pflichtung zum Dienst am Ganzen fein. Selbst­verwaltung durch die am nächsten Berufenen soll den Staat von der täglichen Einmischung in die Rechte unb Pflichten der Staatsbürger entlasten. Beschränkung auf lebensnotwendige Maßnahmen soll die Autorität des Staates wiederherftellen. Un­ser Staat'soll ein wahrhafter Staat werden. Für ihn arbeiten wir auf ber Grunblage ber geltenden Verfassung, für deren Fortentwicklung in christlich- konservativem Geist wir uns einsetzen werden- Diese Aufgabe fordert in entscheidender Stunde alle Menschen, bie aus konservativer Hal­tung verpflichtet sind, der Erneuerung von Staat und Volk mit besonderer Hingabe zu bienen. Um den Einsatz der überall lebendigen, aber noch ver­streuten und politisch heimatlosen Kräfte für diese Ziele zu sichern, haben wir uns mit unseren Freun­den zusammengeschlossen zurDolkskonservativen Vereinigung" und fordern alle, die unsere Ziele billigen, auf, sich uns anzuschließen.:

Der Aufruf trägt 450 Unterschriften aus allen Teilen des Reiches und aus allen Beoölkerungs- schichten. Bei einer Durchsicht sollen besonders auf:

Matthias Freiherr von Aschcberg, Haus Venne-, Ba­ronin Brackcl, Berlin: Professor D. Dr. Brunstadi, Ro­stock: Hermann Graf zu Dohna Brunau; Senatsprasi- dent Dr. von Hagens, Berlin; Reichsminister a. D. Wal­ter v. Keudell- Generalmajor a. D. Reinecke. Berlin;

wtb. Budapest, 29. Jan. (Eig. Meldg.). In Leitartikeln des Pelter Lloyd beschäftigt sich der bemalige Minister Dr. Gustav G r a tz mit der [frage der Sanktionen und schreibt u. a.: So sehr nan bedauern muß, baß biefe Ueberrefte ber tzriegsmentalität aus bem Haager Abkommen nicht oollstänbig ausgemerzt werden kannten, so zeigt toeb gerade die Fassung der Sanktionsbestimmun­gen einen unzweifelhaften Forts chr i t t auf bem Wege der vollständigen Befrie­dung der europäischen Politik. Für das Verhältnis zwilchen Deutschland und Frank­reich bedeuten die Haager Abmachungen wirklich

Pfarrer D. Karl Bernhard Ritter, Marburg; Admiral a. D. Zenker, Berlin; Dr. E. Freiherr von Aretin, Mun- eben; Konteradmiral a. D. P. Donner; Graf von Finken- stein, Schönberg; Studienrätin und Oberin Valeska Schmidt, Lichterfelde; Dr. Kurt Trampler, Universität München; Otto I L. Boß, Hamburg; Alfred Graf von Waldersee, Hamburg; Irmgard Freifrau von Wtlltfen, Berlin; Generaldirektor Ludwig Neuhaus, Berlin.

Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

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