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22. Iauuar

Ar. 17

Beilage zur Fuldaer Zeitung

Mädchenart.

und des Segens in

Quellen des Lebens

NILS

euch. Schöpfet aus dieser Quelle mit vollen Händen und laßt ihre lebendigen Wasser hineinströmen in unser Volk.

Ja, ihr tragt heilige, reiche

und die Lateransbasilika St. Johannes besehen, wie auch die hl. Stiege, das Baptisterium und St. Alfonso, wo sich das Originalbild der immerwährenden Hilfe befindet.

Ergriffen wohnten wir am folgenden Tage der Messe in den Domitiakatakomben bei. Die fast märchenhafte Pracht der St. Paulsbasilika mit dem Grabe des großen Völkerapostels machte besonders starken Eindruck auf uns. Die künstlerische Größe Michelangelos wurde uns in der gewaltigen Mosesstatue in der Kirche Pietro in vincolis so recht klar. Dann kamen wir zum Kolosseum mit seinen ungeheuren Ausmaßen. Wir standen vor dem schlichten Holzkreuz in der Mitte des alten Theaters, wo das Blut der opferfreudigen Christen floß, und sangen: Christi Mutter, stand mit Schmerzen . . . Der Titus- und Kon- stantinsbogen ließ uns an die großartigen, römischen Triumphzüge denken und das weite Forum sprach von der Pracht eines einst mächtigen Volkes.

Den 31. Dezember hatten wir mit Spannung erwar­tet. Sollte an diesem Tage doch der Zweck unserer Reise erfüllt werden, sollten wir an diesem Tage doch dem Hl. Vater gegenüberstehen. Am Morgen besichtigten wir die Vatikansmusecn, die Sixtinische Kapelle mit ihren wun­dervollen Gemälden und die Stanzen Raffaels. 12% Uhr war es, als wir in den Vatikan eingelassen wurden. Feierlich war uns zumute, als wir im kleinen Konsisto- riensaal Aufstellung nahmen, als wir die päpstlichen Kom- merhcrren geschäftig hin und her eilen, als wir die schmucken Schweizergardisten unbeweglich Posten stehen sahen. Endlich kam er, der Stellvertreter Christi, er, der Beherrscher der ganzen Christenheit. Welch ein Gefühl ergriff uns, als er zu jedem einzelnen kam, jedem seine Hand zum Kusse reichte! In einem angrenzenden Saale nahm der Papst sodann auf einem Throne Platz und sprach zu uns. Worte sprach er, wie sie ein Vater zu seinen Kindern spricht. Er hieß uns zuerst alle recht herz­lich willkommen und hob seine Freude hervor darüber, daß über 400 Marianische Sodalen ihm huldigten, daß soviele Söhne zum gemeinsamen Vater gekommen seien". Es ist so kindlich", fuhr er fort,so liebevoll, daß ihr ge­kommen seid ... Es ist im Vaterhause nie so schön, als wenn die Söhne heimkehren". Dann segnete er uns und hörte aufmerksam unserem Liede: Großer Gott, wir loben dich, zu. Schöne Medaillen ließ er darauf verteilen und schritt mit einem lautenGelobt sei Jesus Christus" hin- we<* **'ährcn! immer noch Freuden* Liebe auf feinem

Land das Gefühl der Gemeinschaft doch noch stark und strömt hinein in unser so zerrissenes Volk.

Quelle der Freude. Das schönste Theater und Kino und Vergnügungslokal ist doch nichts gegen die Schönheit und Pracht und den Reichtum der Gotteswelt da draußen. Ein rechtes Volkssest auf dem Lande bietet hundertmal mehr echte Freude als der größte Rummel­platz einer Großstadt. Gegen die innigen und sinnigen Sitten und Gebräuche des Landes sind die glänzenden Vergnügen der Stadt leer und fade. Und singt unser Volk in seinen Liedern nicht am frohesten und herzlich­sten, wenn es singt von Heimat und Natur?

Quelle der Religion und edler Sitte. Däterglaube und Vätersitte sind dem Landvolk heil:g. Manchergrobe Bauer", manchesderbe Landmädchen" steht an Herzensadel und Charakter hoch über dem ..fei­nen Herrn" und dernoblen Dame" der Stadt. Ohne die Menschen, die aus den gesunden, echt gläubigen Fa­milien des Landes stammen, wäre unser Volk verloren.

Quelle der Kultur. Kultur ist gehobenes, ver­edeltes Volksleben. Wer das Land kultiviert, kultiviert, d. h. veredelt auch sich selbst und das Leben. So baut der Bauer auch an der echten Kultur des Volkes und der ganzen Menschheit.

Diese Quelle darf uns nicht versiegen. Täte sie es, so wäre unser Volk dem Untergang geweiht.

nicht nur unsere jugendlichen Aktiven, sondern auch uns , alte Kolpingssöhne, und zwar an einer Stelle, die uns hehr und heilig ist wie ein Stück vom eigenen Herzen. Lieber Karl, wir arbeiteten schon im Gesellenoerein nach Kolpings Programm zu einer Zeit, wo die Windeln für dich noch nicht bereit lagen. Darfst es also nicht übel nehmen, wenn wir alten Kolpingssöhne uns jetzt wun­dern, daß Ihr Jungmänner uns als minderwertig abbauen wollt. Nur langsam! Wir lassen uns vorläufig von euch noch feine beengenden Vorschriften machen. Hör mal, wenn ihr Jungmänner euch so bewährt habt wie der ka­tholische Gesellenoerein, wenn ihr ähnliche Stürme wie das Jahr 1848 und den langenKulturkampf" siegreich bestanden habt, treu katholisch allerwegen, wenn ihr so­viel Blut und Leben gelassen, wie die Kolpingssöhne, be­sonders in 1870=71 und 1914=18, wenn ihr soviel für die Verwirklichung kathol. Kulturideale in Deutschland und darüber hinaus getan habt, so bedeutende Männer her­vorgebracht und eine so reiche soziale Erziehungs- und karitative Tätigkeit entfaltet habt, und entfalten könnt, wie das in jugendlicher Kraft fortlebende Werk Adolf Kolpings, und wenn ihr dafür soviele auszeichnende An­erkennungen von hohen und höchsten Stellen geerntet habt, wie der Kathol. Gesellenoerein, dann haben wir Altgewordenen, aber für das Kolpingswerk Junggeblie- benen nichts dagegen, wenn ihr euch in der Weise mit uns beschäftigt, wie Du es in Deinem Zwiegespräch tust.

Höre, auch große Mitgliederzahlen beweisen uns Alten nichts. Wir Lebenserfahrenen wissen, daß e i n Mann mehr sein kann als viele Hundertschaften. Mußt auch nicht meinen, wir Kolpingssöhne seien schlechte Pfarrkinder, weil der Gesellenverein manchmal sich über mehrere Pfarreien erstreckt. Gerade dieser Zusammen­schluß gibt oft mehr Kraft und größeres Ansehen.

Nimm mir's bitte nicht übel, wenn ich dich zu beleh­ren versuche. Wir aus dem vorigen Jahrhundert sind es zwar gewöhnt, daß manche aus der modernen Jugend den Mund etwas weiter und öfter aufmachen, als wir das dazumal durften. Manche nennen das wohljugendliches Aufgeschlossensein". Aber ihr müßt nicht meinen, in den Augen des bedächtigen Alters und vor den Wirklichkeiten des praktischen Lebens sei das immer richtig. Nimm's nicht übel, es sagts ein ergrauter Mann.

Ein Abkommen habt ihr geschlossen mit dem Gesellen­oerein, ja, das stimmt. Sag einmal, junges Menschenkind, wer ist denn dabei der gebende Teil? Ich meine doch, der Adolf" und seine Anhänger. Ihr wollt auf Reise und Wanderschaft in den Gesellenhäusern gut und billig unter­kommen und übernachten. Nun denn, mein Lieber, bann setzt nur euren Gastgeber nicht herunter und verderbt es nicht mit ihm. Arbeitet nur tüchtig in euren Vereinen, daß ihr neben die Reden bald auch große, praktische Lei- stungen katholischer Tat stellen könnt. Einstweilen aber, lieber Karl, grüße ich Dich und die Deinen mit der Ver­sicherung, daß mir große Hoffnungen auch auf euch und eure Arbeit setzen für eine neue bessere Zeit. Dies braucht aber nicht zu geschehen in Streit und auf Kosten altbe­währter katholischer Organisationen.

(Nachschrift der Schriftleitung: DerKarl" hat un­serer Meinung nach den Gesellenverein nicht herabsetzen wollen, sondern nur seine Meinung als Mitglied des Jungmännervereins gesagt. Er will nicht den Streit, son­dern wirbt für das gegenseitige Verstehen. Leider sind wir davon noch etwas weit entfernt.)

Ihr, katholische Landmädchen, steht an dieser Quelle. Ihr sollt sie hüten und lebendig sprudelnd erhalten durch eure gesunde Kraft, durch euer Hände Ar- beit, durch eure Liebe zur Heimat, durch euren frohen Sinn, durch euren treuen Glauben, durch eure edle

Uhr fuhr unser Sonderzug mit einigen 100 frohen So­dalen weiter in die Alpen. Die Fahrt über den Brenner, wo Zoll- und Paßrevision war, wird uns unvergeßlich bleiben. Zu früh wurde es leider schon dunkel und wir suchten uns ein Ruheplätzchen für die Nacht aus, die manchem recht lange vorkam. Wir durchfuhren Verona, Mantua, Bologna und Florenz. Manche schliefen noch, als eine Bewegung in den Wagen entstand: Affifi! Den ganzen Vormittag hatten wir zur Besichtigung frei. Wir sahen es vor uns liegen, das herrliche Panorama der Franziskusstadt in amphitheatralischer Form. Die Häu­ser schmiegen sich eng an den Berg, nur hie und da steigt der Turm einer Kirche oder eines Palastes empor. Un­ser Weg führte uns zu dem dreistöckigen Sankt Franzesko. Unten die Krypta mit dem Grabe des seraphischen Va­ters, darüber die Kirche inferiore, wo unser Gottesdienst stattfand, und schließlich hoch oben die eigentliche Ba­silika. Aber der beschränkten Zeit halber mußten wir uns beeilen und kamen bald zur Sankt Klara Basilika, wo die Heilige unverwest in goldenem Schreine zu sehen ist. Wir bewunderten den imposanten Dom und kamen schließlich nach Portiunkula. Die Erscheinungskapelle er- hebt sich fast in der Mitte der Kirche.

Nur zu bald sagten wir Assisi Lebewohl und erreichten am folgenden Tage, mittags gegen 4 Uhr, Rom. Wie drängten wir uns an die Fenster und wie klopfte uns das Herz, als die Peterskuppel auftauchte. Stürmisch wurden wir von den Gemranikem empfangen, die sich so recht freuten, nach vielen Jahren vielleicht wieder einmal ein bekanntes Gesicht zu sehen. In drei ausgezeichneten Ho­tels waren alle untergebracht und uns hat es im Hotel Terminus am Piazzo Esedra sehr wohl gefallen. Am 29. Dezember fuhren mir früh hin zum Petersdom. Ganz 'klein standen wir auf dem Petersplatz, der von zwei Säu­lenreihen, aus 284 Säulen und 162 Statuen bestehend, umgeben ist. In der Mitte erhebt sich ein Obelisk aus Aegypten und 2 Springbrunnen von Maderno und Ber­nini. Das Innere der Peterskirche, besonders der mit einem Bronzebaldachin bedeckte Hochaltar, die gewaltige, mit Mosaiken verzierte Kuppel, die bekannte Bronze- ftatue des hl. Petrus wie auch die mannigfaltigen Papst- grabmäler bieten einen bewunderungswürdigen Anblick. Den ganzen Vormittag brachten wir hier zu und besuchten darauf den Janikulus mit dem kühnen Garibaldidenkmal.

«ryn-v, fönten wir die re-^baltiaen 2afer muiee1*

Gesichte leuchteten. Ja, er hot sich über unfern Besuch gefreut, und sicher auch Freude empfunden, als er vom Aufblühen der Kongregationen vernommen hat, als er erfahren hat, daß ungefähr 13 000 höhere Schüler Treue den Idealen der M. C. geschworen haben.

Zu Herzen gehend war darauf der Besuch der Sterbe- zimmer des hl. Aloysius und des hl. Bergmanns, wie auch das Grabmal des hl. Stanislaus in der St. Andreas- kirche. Nach der Mittagspause waren wir am Grab der hl. Pudentiana und in Maria Maggiore, der größten Ma­rienkirche Roms. In dem herrlichen Bau konnten wir Grab und Leichnam von Pius dem V., die Grippenreli­quien, das Grabmal Pius IX., die berühmte regina pacis und schließlich das Baptisterium aus dem 16. Jahrhundert besehen. Am Abend fanden wir uns zu einer Festaka­demie ein, die unter den Gesängen der braven Germaniker und den Reden hoher Herren, unter anderm auch vom Generalpräses der Jesuiten und einem Assistenten des hl. Vaters einen feinen Verlauf nahm.

Im Laufe des folgenden Tages gingen wir nach St. Praxede, wo der Tisch und Stuhl des hl. Karl Borromäus wie auch ein Stück der Geißelsäule sich befinden. Ferner nach St. Elemente, dem Mitrastempel und der Kirche Ouatre coronati, der Titelkirche des Kardinals Schulte aus Köln. Auch der Besuch des Kapitols, der Pantheon, der Kirchen Maria a la coeli und St. Augustino mit dem Grab der hl. Monika haben sich recht gelohnt. Den Mit­tag des 2. Januar füllte eine Fahrt noch Ostia aus.

Tiefe Nacht war es, als wir in Rom wieder unfern Sonderzug bestiegen, als wir ein Licht der ewigen Stadt nach dem andern verschwinden sahen. Eine ziemlich trübe Stimmung herrschte unter uns. War es Müdigkeit oder ging manchem der Abschied nahe, der Abschied von hl. Stätte? . . . Auf dem Heimweg berührten wir noch Flo­renz und Bologna. In Florenz gefielen uns der Dom mit dem massiven (Biodenturm, das Baptisterium und Sankt Cruce ganz besonders. Dann konnten wir nach langer Fahrt wieder die Alpen, die noch friedlich im Win- tergeroanbe lagen, bewundern. In Innsbruck löste sich der Pilgerzug auf und nach allen Seiten trennten sich die Sodalen. Recht herzlich war der Abschied, denn auf der langen Fahrt haben wir uns so gut verstanden Viele waren sich auch einig darin, daß es sie sicher noch einmal hir ,'he' würde bin *ur '.«in«»

Um euch zu helfen zu diesem großen Werk, gründe­ten wir diese neue Zeitschrift ganz für euch und nannten sieDie Quelle".

Nehmt sie freudig hin und schöpfet daraus Kraft und Frohsinn und Glauben und Treue zur Heimat und reine, reiche Mädchenart!

Euer Generalpräses H. Kiens.

nur. In vielen bedeutsamen Städten und Bezirken konnte unsere Partei mit einem glänzenden und überraschenden Sieg aus dem Wahlkampfe her­vorgehen. Neben dieser Tatsache dars ein anderes uns Symbol zukunftsfroher Hoffnung für Partei, für Heimat und Vaterland fein. Nicht nur die Partei ist im Vormarsch. Die katholische Jugend ist auf der gesamten Linie in bisher nicht ge­kannter Zahl und Begeisterung in die Front der Partei eingerückt. llebereinftimmenb wird aus den meisten Städten die feit Jahren vermißte und schmerzlich ge­suchte, nfm wieder begeisterte Mitarbeit ber gesamten katholischen Jugend gemeldet. Der Reichsparteitag in Köln, Künder einer neuen Zeit für die Partei, Gründer des Reichsjugendausfchuf- f e s, Auftakt zu einer schärferen Betonung und Heraus­stellung des Kulturell-Weltanschaulichen und der Ideale der Jugend, Ruser zu Einigkeit und Geschlossenheit des Gesamtkatholizismus, Mahner und Warner vor lieber» spannung des allzu Materialistischen und Ständischen sein Geist ist Gott Dank in der Gesamtpartei im­mer mehr zum Durchbruch gekommen. Weite Kreise, insbesondere auch katholische Arbeiterschaft und katholische Jugend, zeigen wieder neue Hingabe, unzerstörbaren Glauben und freudige Begei­sterung für unsere Sache. Die Hingabe war um so schwungvoller und überzeugender, je stärker der w e 11 anschaulich, kulturellsittliche Urgrund un­serer Partei herausgestellt wurde. Das sollte uns Mahnung und Ansporn für die Zukunft sein!

W a h l z e i t e n kann man nicht lieben. Das Ego­istische, Jnteresfenpolitische, Persönlich -Gehäs- ftge und Unwahrhaftige gewinnt zu sehr die Ueberhand über andere Dinge. Daß unsere Partei auch im Wahlkampfe sich von diesen Dingen fernhält und bei aller Schärfe des Kampfes sich von vornehmer Sachlich- feit, von Wahrhaftigkeit und Verantwortungssinn lei­ten läßt es mag einerseits gegenüber radikalen und unbelehrbaren Parteien ihre Schwäche sein. Es ist bestimmt ihre Stärke gegenüber all den Kreisen, die sich ihren Glauben an das Vollkommenere noch nicht haben rauben lassen. Insbesondere die nach politischer Wahr­haftigkeit rufende katholische Jugend hat dafür einen fei­nen Sinn. Vor der Wahl erlebte man diesmal in vie­len Städten zum ersten Male nach dem Kriege große geschloffene politische I u g e n b f u n b g e- bungen der katholischen Iugendver­bände, die alle bisherigen in den Sckatten stellten.

So wurde der 17 November 1929 für unsere katho­lische Jugend aller Verbände ein Ehrentag. In vie­len Wahlbüros wetteiferten diesmal jung und alt mit­einander um die Sicherung unseres Erfolges. Verschie­dene Städte berichten, daß die katholische Jugend dies­mal die Wahlbüros geradezu um die Mitarbeit bestürmt hat und im strömenden Regen mit unübertrefflichem Ta- tendrang von Tür zu Tür geeilt ist, um auch den letzten Säumigen und Nichtwähler heranzuholen und zur Ver­antwortung aufzurufen. Der 17. November bewies übereinstimmend, daß Zenirumspartei und Jugend sich einander gefunden. In diesem Zeichen wurden in vielen Stäbfen 1929 die Rathäuser durch unsere Partei erobert In ben meisten Stabten sinb diesmal auch Führer der Jugend mit in die verantwortlichen Fraktionen eingerüdt. Möchte der vielerorts vorbildliche jugend­liche Geist sich auf alle Ortsparteien übertragen zum Segen von Partei und Jugend!

Wahltage sind insbesondere für unsere Presse Zei­ten angestrengtester und verantwortungsvollster Arbeit. Viel hängt davon ab. Auch hier wurden mancherorts unter freudiger'Mitarbeit der jungen Generation völlig neue, moderne Wege beschritten, die in der Wählerschaft begeisterten Anklang fanden. Es märe zu empfehlen, in Zukunft auch diesem Gebiete erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Die Zeiten, wo bei Kommunalwahlkämpfen alle Städte und Gemeinden von einer Zentral­stelle mit Plakaten und Wahlflugblättern versehen wurden, sind vorbei und verfehlen meist ihre Wirkung. Die Herausstellung des Heimatlichen, des Vater- städtischen, der besonderen Eigenart und Werte einzelner Städte und Bezirke verfehlt gerade bei der Jugend den Ein- d r u d n i ch t.

Vorbei ist der Kampf. Dieser Wahltag war für uns ein Ehrentag Wir haben uns der geistigen Ahnen

Die Jugend im Wahlkampf.

Der letzte Wahlkampf liegt zwar schon hinter uns, aber alle Anzeichen sprechen dafür, daß wir in Deutschland vor schweren innerpolitischen Außeinandersetzungen stehen. Die katholische Jugend darf nicht ungerüstet und passiv diesem Ringen der Interessen und Weltanschauungen ge­genüber stehen. Der Wille zum Machteinsatz in der Politik muß lebendig bleiben. Diesem Ziele dient auch ein Aufsatz in derWerkjugen d" der Halbmonatsschrift für die kath. Arbeiterjugend, den wir hier zum Abdrud bringen.

Der Großwahltag des 17. November 1929 liegt hin­ter uns. Mit Trauer und Schmerz mußten mir auf den letzten großen Wahltag im Mai 1928 jurüdbliden. Mit um so größerer Freude und berechtigtem Stolz sehen wir auf den 17. November 1929. Von wenigen Aus­nahmen abgesehen, behauptete das Zentrum sich nicht

Die Aussprache beginnt?

Gedanken eines alten Gesellenvereinsmitgliedes zu dem Zwiegespräch zwischen einem Gesellen und Jungmann".

(Bergt.Das Blatt der Jugend" vom 15. Jan.)

Daß die katholischen Verbände Zusammenarbei­ten wollen, ist in manchen Abkommen und auf vielen Tagungen ausgesprochen worden. Das gute Verhältnis der Gruppen untereinander wird aber in den einzelnen Orten infolge der natürli­chen Konkurrenz, die sich die Vereine machen, manchmal sehr erschwert. Damit alle diese Schwie­rigkeiten sehen und sich deshalb noch mehr be­mühen, den Standpunkt des anderen zu verstehen, darum haben wir eine Aussprache angeregt. Unser Ziel ist dabei nicht etwa, alle Unterschiede zu ver­wischen und unbedingt auf eine Einheitsorganisa- tion hinzudrängen. Ein edler Wettstreit bringt fast immer mehr Nutzen als Schaden. Ganz irrig ist auch die Ansicht, unsere Stellung sei einseitig gegen irgend einen Verein gerichtet. Wir be­mühen uns ehrlich, das Gute anzuerkennen, mag es kommen, woher es will. Wir halten uns aber auch für verpflichtet, eine ehrliche Meinung über Streitpunkte nicht zu unterbrüden. Daß zuerst das Gespräch zwischen dem Gesellen und dem Jungmann stattfand, ist Zufall. Zu diesem Ge­spräch nimmt heute ein Mann, der seit Jahrzehn­ten im Gesellenverein steht, Stellung. Er schreibt:

Lieber Karl! Du hast deine Unterhaltung mit dem Adolf neulich abgebrochen. Ich habe den Dialog gelesen, weil wir älteren Leute uns doch auch für die heutige Ju- genb interessieren. Seit meiner Jugend bin ich Mit- glied des Gesellenvereins. Nun fühle ich mich gedrängt, dir folgendes zu schreiben:

Du vergaßest bei deinen Ausführungen über den Ge­sellenverein, daß du es da auch mit über 150 000 Alt- und Ehrenmitgliedern zu tun hast. Weißt du, jedes abfällige Wort, das über den Gesellenoerein gesprochen wird, trifft

Ke Romfahrt der Marianischen kongreganiften!

Von August E tz e l-Fulda.

Auf Wunch der hiesigen Mitglieder der Kongre- g Nationen höherer Lehranstalten veröffentlichen wir L folgenden Bericht über eine Romfahrt.

$e Marianischen Kongregationen höherer Schüler Wlands und Oesterreichs veranstalteten in den letzten ^nachtsferien eine Romfahrt. lieber 400 höhere Schü- '' die meisten aus Deutschland, nahmen an dieser Fahrt

^nge hatten wir uns auf die Weihnachtsferien ge- hatten die Tage, die Stunden gezählt, die uns noch * der Abfahrt trennten, von der Abfahrt noch Rom, Ewigen Stadt. Endlich war der Zeitpunkt gekom- £ 2 m ersten Weihnachtsfeiertag verließen wir, 7 "d°er Sodalen, die Heimat. Bald waren wir in Würz- I wo wir uns mit den Sodalen der alten Kiliansstadt Wen; nach kurzer Zeit führte der Zug 24 frohe, Menschen nach der Universitätsstadt München. Mit- I ydjt ffiars, als wir dort ankamen. Die vier Aufent- ^stunden haben wir recht verschieden totgeschlagen, j . nrüh um 4 Uhr konnten wir unserer Sonntagspflicht L^etn zur Kapelle eingerichteten Wartesaal genügen, suhren wir weiter, neugierig auf die nächsten ^Würdigkeiten.

| Ccr Morgen dämmerte, als der Ruf im Zug ertönte: K? $lpen!" Schnell wischten wir uns den Schlaf aus E Wen und sahen staunend das Bild, das sich uns ®ie Berge, in dämmerndes Morgenlicht gehüllt, die Schnee und hie und da ein verschneites Wen. Weiß erhob sich über schmucke Tiroler Häuser K? Rirchtürmchen, von denen die Glocken den ersten ^B®orta zuschickten.

JWig schneite es, als wir in Innsbruck bei den Bene- HSCtn gastliche Aufnahme fanden, als wir die schöne p fcefidjtigten, als wir uns recht müde zur Ruhe leg» anderen Tage trafen sich zum ersten Male alle JWer. Dichtgefüllt war der große Kongregations- Studenten, als wir unsere Abzeichen empfingen,

eaadmSdchen und Zeitschrift.

Der Verband der kathol. Jungfrauenvereine gab (»ifter zwei Zeitschriften für seine Mitglieder her- 1 ; HeKnospen" für die jüngeren, denKranz" k M die älteren. Es läßt sich nicht leugnen, daß i & beiden Zeitschriften keinen Anklang fanden oei sen Mädchen auf dem Lande. Aussätze und Bilder I entsprachen mehr dem Geschmack und der Welt der I Astrinnen in der Stobt.

I In Freiburg wirb bie ZeitschriftMaria unb r Mert ha" gedruckt. Sie ist auch Zeitschrift des Ver- i Abes. Obwohl sie schon besser den Wünschen der f Landjugend entspricht, ist es doch sehr zu begrüßen, I die Verbandszentrale in Düsseldorf mit Beginn f jy neuen Jahres eine eigene Zeitschrift für die Mädchen auf dem Land herausbringt. Sie hat den , |*önen Kamen

Die Quelle".

§as erste Heft liegt vor. Obwohl der Preis nur 7 Pfennige beträgt, ist das Heft 16 Seiten stark. Sie zahlreichen Bilder sind recht gut ausgewählt.

lieber Ziel und Name der Zeitschrift schreibt im H; Heft der Herausgeber, Generalpräses Klens:

Aus verborgenen Tiefen.

j' der Quelle stehe ich und sinne. Da sprudeln die laffer empor zum Licht, so frisch und froh, als wären r einem dunklen Bann entsprungen. Unaufhörlich iffl und drängt es hervor, so natürlich, so seldstver- indlich, als ob es gar nicht anders sein könnte.

Und doch so geheimnisvoll! Woher? Wohin? üs ifts, was mich zwingt, stillzustehen und nachzusin-

Woher? Aus verborgenen, unerschöpflichen Tiefen, jwfl nein, da haben die Wasser nicht ihren letzten Ur» ping. Dem Meere entstammen sie, als Nebel zag sie r Sonne Kraft empor, als Regen fielen sie vom Him- auf bie Erde und versanken in die Tiefe. Nun nrnnen sie wieder, wie von einer unsichtbaren Kraft ge­lingt, zum Licht und leuchten fröhlich auf in den Strah- pber Sonne.

Wohin? Einem unbekannten Schicksal entgegen, ech Berg und Felsgestein und Tal und Wiese und K und Dörfer und Städte, mit vielen anderen Quel- l Bereinigt zum Bach, mit vielen Bächen zum Fluß, M Strom wieder dem Meere zu. '

*

: Land Landheimat Landvolk Landjugend Ivwill ich mit einem Worte nennen: Quelle!

Quell e der Kraft! Wohl staunen wir über die Ide der heutigen Industrie und Technik, kunstvolle pchinen, Bahnen, Brücken, Luftschiff und Radio. Wir binnen Menschen können nicht ohne das leben k wir können doch nicht davon leben. Was wir P, was wir trinken, womit wir uns bekleiden, quillt aus verborgenen Tiefen, das wächst aus den Le- I Reimen und Lebenskräften, die Gott in unermeßli- I Fülle in die Natur hineingelegt hat. Aber Gott I I, daß das Landvolk in oft harter Arbeit diese I Ns weckt und daraus den Lebensunterhalt für die I Laschheit gewinnt.

1 Quelle der Gesundheit. Der Mensch ist nun 1 "ul mit der Natur so stark verbunden, daß er durch | t Leben in der Natur und durch die Arbeit an der I ita am besten feine Gesundheit erhält. Darum ist ö bleibt das Land der Gesundbrunnen des !«lkes. Darum kommt auch der Stadt- und Jn- ßriemenfch immer wieder zur Natur, um neue Kraft

I > schöpfen.

I Quelle der Gemeinschaft. Wie sind die Men- I P sich fremd geworden! Wo sie zu vielen Tausen- I zusammenwohnen in derselben Stadt, zu vielen I Hmden in demselben Hause, da kennen sie sich am I pngften und gehen kalt und gleichgültig aneinander I Wer. In unserem Volke stehen sich Stände und I «leien feindlich, ja nicht selten in erbittertem Kampf I tober. Bis in die Familien hinein geht oft der I » Aber auf dem Lande ist die Familie noch eine 1 Meinschaft, in der alle miteinander arbeiten I füreinander sorgen. Da gibt es noch I W>dar schäft, in der man Freude und Leid mit» | Wer teilt und trägt. Da ist das Dorf noch geroiffer» 1 eine große Familie. Da ist die Pfarrei noch I Mch eineGemeind e". Und wenn es auch nicht

W und überall so vollkommen ist, so ist auf dem