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Donnerstag, den 16. Januar 1930

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt)

H eimat

28. Jan.,

vormitiags

ilanb". Mit

^a"d". MÄ zu holländischen Banken gepflegt. Diese k aJmon,rä Lll! landskredite machten es notwendig, den Be- i ^orfAiM ftand der Emaillirwerk '21.=®., Fulda von dem Ri- intt’rftiitiiiM w kommender Wirtschaftsschwankungen unabhän- r < -n 9. 9 Ei *1« w*S)lttc htrtfrtm fUnttihrt OH

Geschäftsstelle

ottoereim

ichte sodann n an Herrn che zur w:i. den (Bau S

an diesem Empfangs- Post über­

sandt.

Tagung der Landkreise.

Am Dienstag, den 9.30 Uhr findet in Kassel Hauses eine Tagung des

chben

Uns der Fuldaer Industrie

■sRan schreibt uns:

12. Anfrage der Zentrumsfraktion: Ist )g Herr Oberbürgermeister in der Lage, über die E r - ubnisse zu berichten, die die in der Nähe der Stadt ^genommenen Bohrungen nach Wasser für [je Fuldaer Wasserversorgung bisher ge- |tbt haben? 13. Antrag Mihm: Die Stadtverordne- jt,Versammlung wolle beschließen: 1. Den Magistrat zu

lei Unterhaltung der „Sandhohl e eine Denkschrift )tlli Stadwerordnetenkollegium vorzulegen. 2. Anfrage M )en Magistrat, was er zu tun gedenkt, um die lei b- (id e und sittliche Not der Sandhohlenbewohner zu

i Bekanntlich sind die Provinzial- und Bezirks- dehorden in Kassel bislang dem Zentrum ver- Ichiossen geblieben. Die „Kasseler Post" kann es sich infolgedessen gar nicht vorstellen, daß es anders "erden und auch in Kassel einmal ein Zentrums-

De Emaillirwerk A.-®. Fulda, die zum gräf. len Teil für den Export fabriziert, hat mit stei­gen! er Besorgnis die ungünstige Kredit- und Wtrt- schas sentwicklung in Deutschland beobachtet. Um jrotz dieser Verhältnisse auf dem Auslandsmarkt loÄ urrenzfähig zu sein, hat sie schon Kreditbeziehun­

kertrag wahrt die Selbständigkeit der Emaillirwerk -G. Ein Abbau von Angestellten und Arbei- ttm findet nicht statt. Im Gegenteil erhofft man, das Interesse aller Arbeitnehmer durch den eschlossenen Vertrag bestens gewahrt ist und unter Umständen noch mit einer Vermeh- ung gerechnet werden kann.

mann an wichtiger Stelle stehen könnte. Freilich verstehen wir, daß der Zentrumsmann dem Kas­eler deutschnationalen Blatt viel schrecklicher vor­kommt als der Demokrat oder der Sozialdemokrat. Ein Zentrumsmann, d. h. ein Katholik! Welche Vorstellungen mögen da die „Kasseler Post" über­allen, die mit ihren Freunden in der Frage des Verhältnisses der christlichen Bekenntnisse die An- chauungen der Zeit des Reichstags von Regens­burg (1663—1806) beibehalten hat.

neter Dr. von. Schmeling vom Preuß. Landkreis­tag. 6. Unterstützung des Landwegebaues durch den Bezirksverband anhand einer vom Arbeitsaus- schuß vorzulegenden Denkschrift. Berichterstatter: üandrat Kaiser-Hanau. 7. Gründung von Kreis­wohnungsbaugesellschaften. Berichterstatter: Direk­tor Zimmerle der Hess. Heimstätte in Kassel. 8. Verschiedenes. ,

Dürfen Autos die Kleider der Fußgänger bo- fchmutzcn?

Bürgersteige und Rettungsinseln sind aus­schließlich für den Fußgänger da. Hier darf er sich nicht nur bewegen, sondern unbehelligt von Fahrzeugen bewegen. Andererseits ha­ben die Fahrzeuge, also auch die Automobile, das Recht, sich auf dem Damm bis an den Bürger­steig usw. heran zu bewegen. Aber sie haben nicht das Recht, Dreck auf den Bürger­steig usw. zu spritzen, einerlei, ob Menschen darauf sind oder nicht. Wenn Menschen darauf sind, haben sie eine besondere Pflicht zur Sorgfalt. Kein Fußgänger auf dem Bürger- oder Straßenbahnsteig oder auf der Rettungsinsel braucht es sich gefallen zu lassen, sich von einem vorübereilenden Fahrzeug bespritzen zu lassen. Die Fahrzeugführer können sich nicht darauf berufen, daß sie "ja nicht dafür könnten, wenn die Straße matschig sei. Sie haben keinen Anspruch darauf, daß sie es nicht sei; sie müssen eben bei solchem Wetter damit rechnen, daß sie es ist, und sich so verhalten, daß sie keinen Schaden anrich­ten. Dies ist ja auch durchaus möglich, indem sie langsam fahren und sich von den für die Fuß­gänger bestimmten Verkehrsanlagen etwa fern hal­ten. Die Verkehrspolizei hat dafür zu sorgen, daß die Fußgänger in ihren Verkehrsreservaten unbe-

giq zu machen. Aus diesem Grunde entwickelten ssch aus den reinen Bankbeziehungen zu H o l l a n d keziehungen zu holländischen Interessenten bezüg­lich der JnteressennahmeanderEmail- lirwerk A.-G. Ein zum Abschluß gekommener

Die de> awerke stolze ** -triebsein

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>r beleuchte- > ließ erten* Vereins als 1 allem ge- 3einen Vor- nfangreichen icn bei 6er ichen Errol- ;e die Neu« gefamte ä h lt. Nea üten Kassie- orstandsmit- ! zur Unter« eiter Sportfi 5.

sind oorzulegen. Unterstützungen, die Tage nicht abgeholt sind, werden den berechtigten auf ihre Kosten durch die

• Stabilität i die Groß- tige Braun- Mut geben, I eine Bei­ritt. Wirk- , wenn die alles wes- unterbleibt i und wenn , die heute iet werden, 3 eintreten, rechen, da» I > erwarte» i

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Frau, bis diese es gefühlt haben muß und mit einem stummen, beredten Blick hinüberdankt.

Gitta stand auf und wollte gehen, es würgte sie e.n Angstgefühl und ein Ekel.

Der andere aber stand breit vor ihr, noch mehr Wut im wilden Ausdruck feines Gesichtes.

„Der Herr da ist do a Genosse, sogar a Vertrauens­mann und gestern is a Pfaff zu ihm kommen, a Pfaff, Hatt' ihn zum Beichten zwingen wollen, hat aber oix g'richt, weil der Herr Müller net zum Verstand kemma is, sonst hält er ihm schon was derzöhlt, na was manen S', daß er ihm net weiter geholfen hätt, na übrigens, mir hob'n 's gespart, er hat si glei wieder draht! Mir fan lauter Genossen da, wir halten zusammen!"

Gitta bat ihn kurz und knapp, er möge den Weg frei­geben, sie nrüsse heim. Noch einmal beugte sie sich über Karl, eine neue, unaussprechliche Not erstand in ihrem Herzen, ein angstvolles Weh.

„Unter solchen Menschen muß ich dich lassen, unter solchen Menschen sollst du sterben!"

„Haben S' ka Surg'n, Fräulein, i schau scho a drauf da auf Ihnern Bräutigam. Wir geben scho acht, daß ihm koa so schwarzer Mistkäfer mehr übers Leintuech kriecht!"

Als Gitta in dem langen, schmalen Gang zwischen den Betten stand, war die junge, zitternde Frau neben ihr, bat scheu und gedrückt: „Bitte, darf ich mit Ihnen hm- ausgehen?"

Gitta führte die arme Frau, die sich fast nimmer auf­recht halten konnte, hinaus, begleitete sie heim. Scheu rang sich Klage und Leid von den Lippen der Frau, sie lebten in glücklicher Ehe, aber dennoch ist das Glück ver­gangener Tage völlig erloschen in ihrem Bewußtsein. Schwankend und nimmer ankerfest zutiefst im Herzen war der Gottesglaube und darum die Heimsuchung viel härter zu ertragen.

Sonnenmüde war der anbrechende Abend, von berau­schendem Duft die üppig blühenden Gärten. Ein junges Geschöpf trug ihr zuckendes Herz in einer tiefen, opfer- willigen Erkenntnis durch all das Blühen, trug es un­beirrt durch das lockende Schmeicheln, durch das brau­sende Singen, über Straßen und Gassen einem stillen Eiland zu, trug es, einer geheimnisvollen Stimme ge­horchend.

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nau bilde» Sitzung dec ) einem ,in ffenen 93er- 1 Henkel u- t, enlschl-I' 1 durch Ec- Züddeutsch- Zu diese» umfangrei* erworben Zugestand' its der An utung dnetenver richtet, »,e tihafen Se* iffentlicheb ;men n«? ^chend entel » ung dec

Mai»'

Weg zu seiner armen, irrenden Seele steht noch offen, wartet der Stunde, wo sie sich treffen, wo sie sich finden und helfen, wo sie ganz, ganz eins werden sollten, im zeitlichen oder im ewigen Leben, wie Gott es vorgesehen hat.

Still legt sie die Hände vors Gesicht, Herz und Ge­danken zu vereinen, ihr unbestimmtes Wollen zu einem Entschluß reifen zu lassen, nriib und wirr tasten beide zueinander, aber mit einem innigen, opferfreudigen Be­reitsein. In Ohnmächten und Wirrnis liegt Karls Geist gefangen, er ist noch immer in den Schrecknissen der Stunde, die ihn gefällt hat, oder in dem seltsam angst­vollen, Erlösung verheißenden Traum. Neben ihm aber ringt Gitta nach Klarheit ihres Wollens. Sie ahnen beide nicht, wie sie Hand in Hand einen schweren, steilen Weg hinangehen.

Da legt sich eine Hand auf ihre Schulter, sie hat einen stoßenden, fast rauhen Griff.

Es ist ein Verletzter, ein Patient vom Saal, er hum­pelt mühsam, so hilflos seine Gestalt auch ist. sie hat schon lange gesehen, wie er ruhelos sich von Bett zu Bett schleppt, jetzt aber, weil sie in sein Gesicht sieht, schreckt sie zusammen, es ist roher noch wie der Griff seiner Hand, roh verzerrt. Höhnisch und verbissen, weil er redet: „Tröst'n S' Jhner, Fräulein, dem neben seiner gehis a net besser, schaun S' ihn an, der is no ganz anders der- maischgert, der hat gnua!"

„Ich lann mich nicht trösten mit anderer Leid, es tut mir nur noch mehr weh, wenn auch andere so Schweres ertragen müssen," meint Gitta abweisend.

Da spuckt der unheimliche, schlotternde arme Mensch in weitem Bogen von sich, mehr ein Zischen als ein Reden ists, was von seinen Lippen kommt. „Ah da schau her, {an Sie wirklich so a Waserl? Um den da tat Jhner a lad, wissen S' was, fan S' ganz hirnblöd? Oder wissen S' wirklich net, daß der da a Wachter is, a Wachter, a so a hundsgemeiner Bluethund, a Arbeitermörder?"

Jetzt schaut Gitta scheu hinüber, ob der andere es gehört hat und sie sieht, wie eine blasse Frau an seiner Seite zusammenzuckt, wie ihr ein neuer Tränenstrom aus den Augen quillt. Ihr Mann aber liegt stumm und regungslos, fein Kopf ist auch so ganz in Binden ge­wickelt, daß er wohl kaum die Worte hätte hören können Sie schaute voll Güte und Erbarmen aut die weinende

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Fürchterlich!

Der „Kasseler Post", das Organ der Rechtspar- teien, ist ein fürchterlicher Schrecken in die ®lie- ier gefahren. Unter Verwendung von „Durch- Ichuß" wirft sie mit schlotternden Knien die Frage auf: Ein Zentrumsmann Oberpräsi­dent von Hessen-Nassau? Und dann lesen wir:

im Saal des Stände- Unteroerbandes Kassel des preußischen Landkreista­ges mit folgender Tagesordnung statt: 1. Begrü­ßungen. 2. Neuwahl des Arbeitsausschusses. 3. Vorschlag zweier Mitglieder und eines Stellver­treters zum Vorstand des Preußischen Landkreis­tages. 4. Rechnungsablage sür das Rechnungsjahr 1928. 5. Gastschulbeitrage der Kreise für höhere und mittlere Schulen. Berichterstatter: Beigeord-

Die Diözesanleitung der Katholischen Schulor­ganisation hatte die an den Schulfragen besonders interessierten Katholiken aus F u l d a S t a d t u n d Land und dem Kreise Gersfeld auf Diens- tagnachmittaq 3 Uhr zu einer Konferenz nach Fulda in die Harmonie eingeladen. In erfreulich großer Zahl waren die Geistlichen und Lehrer, insbeson­dere aber auch die Mitglieder derEl ter n- beträte, erschienen. Der Vorsitzende des Dioze- sanverbandes, Domdechant Prof. Dr. Leim buch, begrüßte die Erschienenen, unter ihnen vor allem Schulrat Dr. H a m a ch e r und den Referenwn Dr. Ranft von der Zentrale in Düsseldorf. Er gab seiner Genugtuung über die kraftvolle Entwicklung der kurz vor dem Krieg gegründeten Schulorgam- sation Ausdruck. Es fei ein Verdienst des katho­lischen Lehreroereins in den Rheinlanden gewesen, diese Organisation anzuregen, und ein Verdienst des Reichskanzlers a. D. Dr. Marx, diesen Gedan­ken verwirklicht zu haben. Die Schulorgamsatwn habe gerade in der heutigen Zeit eines wieder be­ginnenden Schulkampfes besonderer Art ihre gro-

Drinnen im nachtdunklen Dom zu St. Stephan vor dem alten wundertätigen Gnadenbild der Gottesmutter legte sie es hin. Die vielen Kerzen auf dem Opferstän- der schwelten und tränten, flackerten und dufteten herbe. Im zuckenden Schein ihrer Flammen beugten sich viel an- dachtversunkene Häupter, viel Dankbare, Flehende, Trost- suchende und Leiderstarkte.

Steine beginnen zu reden in Zeiten, wo sich der Menschen Herzen verhärten. Steine sind uralt und ha­ben viel erlebt. Der Ritter gespornter Eifenschuh ist drübergeklirrt, der Edelfrauen schleppende Seidenpracht hat demütlich in Gottes heiligem Tempel den Staub ge­küßt, demütiger als oft ihre stolzen Herzen es vermocht haben. Auf Sammet und Seiden, auf nackten, rauhen Knien haben viel tausend um Schutz und Hilfe gefleht in den Tagen der schrecklichen Türkennot. Auf den kühlen Fliesen sind sie kniend zur Mutter der Gnaden hin. in bebender Todesangst, wie der Würgengel Pelt die frohe Wienerstadt verheert hat und mancher in feinem letzten Ave hingesunken, frei und ledig aller Erdennot, erlöst von des Leibes Gebrest.

Singend und Gott lobpreisend, ist blühendes Jungvolk im donnernden Orgelgebraus, im schwingenden Ryth- mus der jubelnden Weisen vorübergezogen, in den fro­hen Festzeiten eines glücklichen Volkes. M'' ^chklopkn- den Herzen sind geschmückte Bräute mit züchtigem Blick hier vorbeigeschritten. Glücklich'- Bräute . . . Gitta- Herz zuckt auf vor dem uralten Gnadenbilde. Glückliche Bräute .... „Herr, wenn du ihn heimnimmst in deine Gnade, wenn du ihn rettest vor dem ewigen Tode, Herr, dann weih ich dir den Kranz meines Lebens unoersehn ist er durch deine Gnade, — nur durch deine gütige Vor­sehung!"

Leise knistern und zischen die flackernden Kerzeu- flammen. Don Zeit zu Zeit erhebt sich ein Frommer, zeichnet mit feiner Hand das heilige Kreuzzeichen auf das Gitter über dem Gnadenbild. Wieviel Hände mögen schon über das altersschwache (Bitter getastet haben Schmale, blaffe Arbeitshände, rauh und rissig, schwer und müde, mit der heiligen Anwartschaft auf den Himmel, Herrenhände, ringgeschmückte, stille, demutvolle Bet­hände, tausend und abertausend Hände vieler Generatio­nen. Münzen klirren mit singendem Ton in den Opfer- stock

Dom Fuldaer Kreistag.

An Stelle des verstorbenen Gutsbesitzers Dr. B r u n st e i n - Margretenhaun ist vom Wahlvor­schlag der Hessischen Arbeitsgemeinschaft der Guts­besitzer Harnier-Künzell in den Kreistag eingetreten.

Erne 90jährige 2Hifbürgcrin.

Morgen kann Frau Witwe Koletta Oswald, Zieherserweg ihren 90. Geburtstag feiern. Frau Oswald ist geistig noch sehr interessiert und nimmt an dn Ereignissen unserer Zeit noch immer lebhaf­ten Anteil. Ein Leben liegt hinter ihr, in dem Arbeit, Pflichterfüllung, Frömmigkeit, Gottes- und Menschenliebe die Richtpunkte gewesen sind. So kann die Greisin mit Befriedigung auf ihr selten langes Erdenwallen zurückschauen. Der 90jährigen Mitbürgerin gelten die herzlichsten Geburtstags­wünsche.

75. Geburtstag.

Seinen 75, Geburtstag feierte gestern in selten geistiger und auch körperlicher Frische Herr Aug Großenbach, Inh. der Firxna A. Großenbach- Fulda. Er ist Gründer dieses Geschäftes und lei­tet es schon über ein halbes Jahrhundert.

Wichtig für Sozialrentner!

Am Freitag, den 17. Januar 1930. vormittags 9—12 Uhr wird die Unterstützung für Januar 1930 an die hilfsbedürftigen Sozialrentner der Stadt Fulda ausoezahlt. Rote Auswelsnummerkarken

Fulda, den 15 Januar 1930

^iadwerordnekenversammlung.

jlm Montag, den 20. Januar 1930, 17 Uhr .Aet eine Sitzung der Stadtverordnetenversamm- Jg statt. Die Tagesordnung lautet:

i Vereidigung der unbesoldeten Beigeordneten und jjefolbeten Stadträte durch den Oberbürgermeister. 2. Sanntgabe der Niederlegung des Mandats seitens der ^verordneten Heidt, Keil, Ruppel, K. Schmitt und Mifel 3. Einführung und Verpflichtung der Stabt- Ordneten Grosch, Hagedorn, FrauRup- ,rt i, Schulte und Storch

4. Wahl der Kommissionen und Deputationen.

z. Wahl der Kommission für die Vorbereitung j(r Oberbürgermeisterwahl.

6. Bericht über eine außerordentliche Prüfung der »Masse. (Berichterstatter R. M. Schmitt.) 7. Erwerb ines Grundstücks zur Friedhosserweiterung. (Dr. Wey- Jur.) 8. Erteilung der Zustimmung, daß die Berlänge- E» der Genehmigung der Biersteuerordnung einge- L[t wird. (Kind.) 9 Erteilung der Zustimmung, daß ^Verlängerung der Genehmigung der Ankündigungs- Verordnung eingeholt wird. (Rhode.) 10. Neuwahl der Mtzer und Stellvertreter des Mieteinigungsamtes für 1930. (Weißmüller.) 11. Nachstandserklärungen.

SMIftagen der Gegenwart in katholischer Velenchtnng.

Eine Konferenz der fatholifchen Schnlorganif-lion.

Monopol der Erziehung ausgesprochen. Das Machtstreben des Staates auf dem Gebiete der Schule ist mit der katholischen Auffassung unvereinbar. Es sei eme Ironie, daß gerade im sogen, demokratischen Staat sich dce aus den liberalen Anschauungen hervorgehenden Bestrebungen, das Staatsmonopol auf dem Gebiete bet Schule herbeizuführen, verstärkt hatten. In diesem Zu­sammenhänge konnte Dr. Ranft auf die Leistungen bet katholischen Privatschulen bejonbers hmwei-

!eU gn seiner Enzyklika habe sich ber Hl. Vater noch be- sonders gegen bie heute übliche U e b e r b e t o n u n g bes Sportes geroanbt. In unserer Wertpadazogik steht an höchster Stelle bie Geisteskultur. Klare Worie seien in der Enzyklika auch über den immer deutlicher 3U Tage tretenden Materialismus enthalten Der Materialismus habe sich gerade auf dem Gebiete des hö­heren Schulwesens breit gemacht, rote der schnelle R H er­gang des humanistischen Gymnasiums be- weise Nur noch 25 Prozent der höheren Schuler in Preußen gehen heute durch die humanistischen Gym­nasien. Die Ueberbetonung bes Sportes unb ber Ma­terialismus waren die Zeichen einer fortschreitenden Dekadenz im Altertum. Entschieden wandte der Papst sich auch gegen eine verkehrte sexuelle Aufklä­rung bie glaubt, bie sittliche Not dadurch beseitigen zu können, daß man überall ausklärt. Dies sei em falscher Weg. Wir brauchen Erziehung durch die Eltern, ö-.e Lehrer und vor allem der Religionslehrer. Aus diesem Gebiet der Erziehung sei freilich noch vieles im Argen. Im Rahmen der Gesamterziehung, m einer Weihestunde, müßte den Heranwachsenden das gesagt werden, was man ihnen in dieser Frage sagen muß. Die Enzyklika lehnt auch die sog Koödukation (die gemeinsame Unterweisung beider Geschlechter) ab. Auch auf den Leh» reratabemien ist diese nicht angebracht. In diesem Zu» kammenhang kam der Referent aus die wichtigen prägen der Gründung katholischer Lehrer - Ak ade- mi en zu sprechen. Es sei schwer, überhaupt die Er- richtung einer katholischen Akademie durchzusetzen Ins­gesamt würden wohl in Deutschland 30 Lehrer und Leh- rerinnen-Akademien errichtet werden. Davon werden wohl 20 aus die evangelischen und simultanen Akade­mien entfallen. 10 Akademien müßten den Katholiken zukommen. Der Widerstand gegen die konfessionellen und besonders die kacholischen Akademien ist bei den maßge» benben Stellen aber sehr stark. So möchte man jetzt an- statt der 3 Akademien, die für Berlin vorgesehen roaten (eine katholische, eine simultane und eine weltliche), dort eine einzige große Simultan-Akademie errichten. Gott sei Dank fei bie Errichtung einer katholischen Akabemie in Beuthen so gut wie sicher. Die Junglehrer, bie bis jetzt noch vergebens auf bie Betätigung in ihrem Berufe warten, brauchten keine Befürchtungen wegen der Gründung der Akademien zu hegen. Die evangeli- tchen Junglehrer werden wohl schon in diesem Jahre alle

l Sein Lostag.

6in Wiener Roman von Fanny Wibmer-Pedit.

Copyright by Ne-De-Ko, Münster i. W.

12] . --------------

Stumm und bleich, schon tagelang mit dem Tode rm- tob, liegt Karl Müller, niemanden kennt er mehr. Es *f* nicht die schwere Verwundung allein, die an seinem Men, feinen Kräften zehrt, es ist auch das verzweifelte ^eh seiner Seele, bas ihn niederhält, tief und fest in *n Pfuhl feiner Leiden.

So saß Gitta den halben Sonntag an seiner Seite Mi konnte nichts tun, als mit bebendem Herzen auf feine ^wachen Atemzüge lauschen. Konnte nichts tun. als |y einen anderen Sonntag denken, eine kurze Woche, Me endlos lange, qualvolle Woche lag dazwischen. Da- BIs, ja es war ihr wie ein längftoergangenes Damals. f*8 er auch neben ihr mit geschlossenen Augen, Waldluft WM feine gesunde Brust mit vollen, gierigen Zügen.

Sie wartete trotzig und sehnend, im unbewußten ~tong ihrer ungeduldigen Jugend, auf bas Leben. Nun : $ es gekommen, wie eine verheerenbe Sturzwelle von Mb und Jammer, rüttelt an alle Blüten ihrer tUv hen Freuden, ihres sorglosen Jungseins.

_ Wenn er fort muß aus der Welt und sie verlassen p- kein Lächeln der Liebe, der Freube wird aus ihr tohr leuchten, schmucklos wandelt sie ihre Tage, glücklos. -Smmer weniger oft übermannt sie dieses kleine, eitle “ifletb mit sich selber, immer seltener. Immer stiller toö Heller wird es in ihrem Herzen, weil das Licht der ^id-nssähigkeit in Gott zu erstrahlen beginnt. Schmuck- 05 wird sie nicht fein, weil ihre Sippe nicht mehr ^ußt, jhr Leib nicht genossen ist. Glücklos darf sie Nt werden. Neidlos gegen andere, mit stiller Treue u”1 sie ihr Schicksal ertragen. Sie ist gereift in dielen toteren Tagen, gereift vielleicht in dieser Stunde zum fuchsten Verzicht. Nur noch einmal, ein einzigmal grü- soll er sie mit seinen Hellen Augen, daß sie sich wie- verstehen, in Frieden und Siebe auseinandergehen.

Gitta ist auf dem Weg der tiefsten Erkenntnis aber bei feinem Herzen, bei ihrer Siebe anaelanat, der

haben darauf zu halten, daß ihre Eintragungen mit dem Firmen rvortlaut übereinstimmen, unb ß JUÄ Name und tofcWWß an der Stelle des Buches erfchemen, wo sie " der Regel gesucht werden. Ferner werden die Anschluß- inhaber gebeten, das Bestreben der Deutschen Reichspost auf deutsche Abfassung derEintragun gen und Vermeidung von Fremdwor- tern sowie auf Einführung der Lmhetts-ABC- Reaeln zu unterstützen. Aenderungen, die m der neuen Auflage berücksichtigt werden wollen mmsen bis zum 1- Februar schnstlich dem Vermstt lungsamt mitgeteilt werden, an das der Telneh mer angeschlossen ist. Emtragungen.bebisbahin nicht berechtigt find, werden m die neue Auslage unverändrt ausgenommen.

Eine Autofchau.

Große Aufmerksamkeit erregte gestern die von der Frankfurter Generalvertretung der Daimler. Benz-Werke vor dem Hotel „Kurstirst veranstal­tete Autoschau. Neun elegante giteicebe^S^. Personenwagen neuesten Typs waren Zur Besich­tigung aufgefahren, vom billigen Gebrauchswag.n bis zum teueren Luxusfahrzeug. Wie wir Horen, erfreute sich die Schau tnt Laufe des Dage^ eines regen Besuchs von Interessenten, so daß die Veranstalter mit dem Ergebnis sehr zusrnden sind. Von Fulda fuhren die Wagen heute fruy nach Gießen, wo ebenfalls die Erzeugnisse der Fimra der Oeffentlichkeit vorgeführt werden sollen.

Zu dem Unfall

auf dem Sportplatz „Waldheim" wird uns von neu- traten Augenzeugen Mitgeteilt daß den Sp'el r von Horas jedenfalls keine Schuld an dem bedauer lichen Vorfall trifft. Trotzdem mahnt der Unglücks- fall dazu, die Härte im Spiel niemals 3U ubertiei-

I den. Sportkameraden sollt Jhr sein! Hoffentlich werden die zuständigen Instanzen in dieser Ange- | legenheit bald das klärende Wort sprechen.

ßen Aufgaben. _ „ ...

Lebhaft begrüßt nahm sodann Dr. R a n f t, der ja im Fuldaer Land kein Unbekannter ist, das Wort zu seinen fast 2stündigen Ausführungen über das Thema „Schulfragen der Gegenwart in katholischerBeleuchtun g". Es ist natür­lich nicht möglich, hier die vielen Anregungen und Ausblicke, die der Referent einer aufmerksamen Zu­hörerschaft gab, im einzelnen zu erwähnen. Wir müssen uns darauf beschränken, nur die wesentli­chen Punkte des Referates festzuhalten:

Dr. Ranft ging davon aus, daß heule die Wirt­schaftsfragen im Vordergrund des Interesses stehen Versammlungen, auf denen über kulturelle Fra- qen, allo auch über die Sch'.'.lfrage, gesprochen werden soll erfreuen sich in der Regel keines besonders starken Besuches. Trotzdem sei es irrig zu glauben, die moder­nen Menschen seien an weltanschaulichen Fragen nicht m- teresstcrt In allen Ländern Europas, angefangen von England, bis hinüber nach Rußland, werde gerade der Schul- erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet. Pädagogische Fragen werden lebhaft erörtert, wie die internationalen pädagogischen Kongresse der letzten Jahren bewiesen hat-

Der Referent behandelte bann die in diesen Tagen veröffentlichte Enzyklika des hl. valers über bk Ju­genderziehung. Daß das Haupt der Kirche gerade jetzt zu dieser Frage eindeutig und klar Stellung genommen habe, müsse allen Katholiken die Augen für die Wichtig- feit ber Schulfrage öffnen. Papst Pius XI. habe sich vor allem scharf gegen das Staats-

helligt unb ungeschädigt bleiben. Außerdem steht den Geschädigten ein Ersatzanspruch gegen den Schädiger zu. Somit haben auch vor allem die Chauffeure ein großes Interesse daran, bei Matschwetter sich vor Bespritzung von Bürger­steigen und Rettungsinseln in Acht zu nehmen; denn wenn die Polizei darauf aufmerksam wird oder ein bespritzter Passant sich die Nummer des Autos merkt und Anzeige erstattet oder Schaden­ersatzklage erhebt, so hat der Chauffeur gleich viel Unannehmlichkeiten, vielleicht aber auch noch den Zwang zum Schadenersatz zu gewärtigen. Die Insa, sendesAutos sollten dafür Verständ­nis haben und keinen Chauffeur anreizen, schnel­ler und rücksichtsloser zu fahren, als er nach obigen Ausführungen darf.

Sendungen mit Briefmarken nach Rußland.

Sendungen mit Briefmarken an PRvatperso- nen im Gebiet der Union der Sozialistischen Sow­jet-Union dürfen, soweit ihre Einfuhr überhaupt ge­stattet ist, nur mit äußerer Angabe des Inhalts und unter der Anschrift an die „Sowset Philatelisttsche Vereinigung (Association de Philatelie^ sovceftque) Moskau I, Twrskaja Iamskaja Nr. 3 durch dl. Post verschickt werden. Unmittelbar an Privatper­sonen gerichtete Briesmarken-Sendungen werden nach den gesetzlichen Bestimmungen tn Sowset-

i Rußland beschlagnahmt.

Zum neuen Fernsprech-Buch.

Die Oberpostdirektion in Kassel wird Ende April ein n e u e s F e r n s p r e ch b u ch herausgeben, das in Größe und Gliederung der Ausgabe 1929 ent­spricht. Die hauptsächlichen Bestimmungeen über die Gestaltung der Eintragungen sind. m deml setzt gültigen Fernsprechbuch auf Seite Xly enthalten. Für die Inhaber eines Fernsprelhan- s ch l u s s e s empfiehlt sich eine P r u f u n g, ob die Eintragung zweckmäßig abgefaßt ober ob Kurzun­gen und Einschränkungen geboten find. Firmen

klaren fort, ür bas Saht rt Fulda cb. ^stimmig be, e Sportum. am 1. gebt ' Fulda ab, jebradjt, da° einzusühren ezüglich fit Antrag be« eifterfdMften

ebenso e'n ....... o_________________ _____________

ftimmungen, mu*en, über bie Kosten ber Erstellung unb ber laufen« mr noch c « s u « u t

L Die Nachfolge bes Dberpräfibenten Dr. Schwanber, m dessen Scheiden aus feinem Amt leider nicht mehr ft zweiflen ist, beschäftigt bie Gemüter. Die bemo- Ira tische unb bie sozialdemokratische Presse heben bereits bie Ansprüche ihrer Parteien, zieml'.ch «utlich angemelbet. Aber keine dieser Parteien wird »ach unserer Kenntnis der Sachlage das Rennen ma­chen. Es darf vielmehr angenommen werben, daß man M an den maßgebenden Stellen bereits dazu entschlof- S: hat, einen Zentra ms mann (!) oum Oberprä- ttiten ber Provinz Hessen-Nassau zu ernennen. Sollte wirklich diese Absicht, bie Nachfolge Dr. Schwanders "sch parateipolitischen Gesichtspunkten reichlich fragwür­diger Art zu regeln, Tatsache werden, so wirb bazu "och einiges gesagt werden müssen.