Fuldaer Zeitung
Sie erste Intbinenlofomotfoe für den Schnellzugsverlehr
irvereia
m
unter
d.Moniaj itzung de,
Zug. n. n. - ver. tpfatreL
Bt. 9.
Sonntag, den 12. Ianuar 1930
SieuerverfaffmgWdSlenergewisten
Die „Stimmen der Zeit" (herdersche Verlags
2. Janu« nion. Die die leben- enen Mittags An- irego"
her werden eine Fülle von Fragen bezüglich Fi' nanz- und Lastenausgleich, Haushaltskontinuität und Haushaltseinheit, Fondssystem und Zweck- steuern aufgerollt und im neuen Lichte gezeigt. Daran schließen sich die Fragen nach der Erkennbarkeit oder Unmerklichkeit der Steuer, was zu Ausführungen über direkte und indirekte Steuern und ihr Verhältnis zur Steuermoral überleitet. Dabei kommt sowohl die vom Standpunkt der steuerlichen Gerechtigkeit als auch im Hinblick auf die Erziehung zu steuerlicher Gewissenhaftigkeit so be- deutsaine Frage der für verschiedene Steuerpflichtige so ganz verschieden gelagerten Hinterziehungs- Möglichkeiten zur Erörterung, von wo aus sich bemerkenswerte Ausblicke auf die Beurteilung der Personal- und Rsalsteuern sowie die Frage der Quellenbesteuerung bzw. Erfassung an der Quells ergeben.
Sehr ernst sind die Betrachtungen über die mittelbaren Auswirkungen des Steuerwssens auf die wirtschaftliche Verfahrens- und Denkungsweife der Steuerpflichtigen und damit auf die allgemeine Wirtschafts- (Kaufmanns-) Moral. In diesem Zusammenhang nickt auch die die Kapitalbildung hemmende wie auch die preissteigernde Wirkung bestimmter ©teuerarten in neues Licht.
Am Schluß faßt der Verfasser die gewonnenen Ergebnisse zusammen zu den nachstehenden „F o r- derungen, die im Namen des Steuergewissens an die Steuerverfcssung b*m. an die geplante Fi- nanzresorm zu stellen sind":
1. Klarheit und Durchsichtigkeit der Steuerverfassung, die den Pflichtigen deutlich erkennen läßt für was er zahlt und an wen er zahlt, selbstverständlich verbunden mit der Gewißheit, daß er nur das Notwendige und nur für notwendige, d h. wirklich gebotene Ausgabezwecke zahlt.
2. Verbindung einer Mehrheit von Steuern, die an verschiedene Besteuerungsgrundlagen (Merkmale der steuerlichen Leistungsfähigkeit) anknüpfen dergestalt, daß eine wirklich gerechte Lastenverteilung nicht nur theoretisch nach den Vorschriften des Gesetzes besteht, sondern auch praktisch bei der Veranlagung erreicht wird. Zu diesem Ende muß unbedingt vermieden werden, daß bestimmte Klassen von Äeuerpflichtigen bevorzugte Möglichkeiten zu Hinterziehungen haben, durch die das Lastenverhältnis gegen den Willen des Gesetzes zu Un- gunsten derer, denen solche Möglichkeiten nicht offen stehen, verschoben werden kann.
3. Einklang zwischen Steuerrecht einerseits, wirtschaftlicher Wirklichkeit und wirklichen Bedürfnissen der Wirtschaft andererseits, womit einmal Versuche
sich erhoffen lasse. Um das Ergebnis, zu welchem der Verfasser gelangt, -cheich vorwegzunehmen: nicht die Höhe die Steuersätze als solche erscheint ihm das Entscheidende für die Steuermoral; es kommt vielmehr auf das Ganze der Steuerverfaf- fung an, wobei selbstverständlich auch den Tarifsätzen ihr Gewicht zukommt.
Die für die St e u e rw>i l l i g k e i t maßgebenden Gesichtspunkte werden im einzelnen untersucht. An erster Stelle will der Steuerpflichtige Klarheit und Gewißheit, wohin seine Steuergelder fließen und was damit geschieht. Bon dieser Seite
Schriftleiter: Dr phU. Johannes Kramer, für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Zktienbrurferei 3. $ aräelfer.
ttat
1 Ahr enst.
- für bett len aut
nbetg
Uhr wicht
Henning ines je'" vartet. Ibmann.^ liecvettB erg, n., mittags ammlung- ollzähliger lcht- „ „ Vorstand-
-SovalW itteL ittos eJÜ
der Steuerausweichung gegenstandslos werden, zum anderen Male eine Abdrängung der Wirtschaft auf wirtschaftsfremde Gedankenbahnen und wirtschaftswidrige Handlungsweisen vermieden werden.
Der Aussatz, der in gedrängtester Form eine Fülle steuerpolitischer und steuerethischer Fragen behandelt, schließt mit den Worten: „Innerhalb der klaren und durchsicktiven, sowohl der Absicht nach der gerechten als im Ergebnis gerecht sich auswir- kenden Wirtschaft lebensnahen Steuerverfassung bilden die Tarife u. näherhin die Höhe der Tarifsätze ein gewiß nicht unwichtiges, aber doch nicht das aus« schlaggebende Glied. Auch für das steuerliche Gewissen, seine Erziehung und seine Belastung, ist die Höhe der Steuersätze im Rahmen der gesamten Steueroersassung nicht ohne Bedeutung; von allein bestimmender Bedeutung ist fte nicht. Eine allgemeine Steuersenkung ist aus vielen Gründen dringend zu wünschen: dagegen von einer Senkung der Steuersätze die Wiederherstellung oder auch nur eine wesentliche Hebung der geschwundenenGe» wissenhaftiabeit in Steuersachen zu erwarten, beruht auf Mißverständnis. Eine solche Hoffnung müßte trügen."
Möchten bei den kommenden Kämvfen um die Neugestaltung unserer Steuerverfasfung dies- Worke Beherzigung finden!
hilsiaae» .Verein.
;. Januar, elnsaben»
nngmv.. tret.
hr in bet liesse und umuniml, der Mit.
zu er.
Vorstand,
Die neue ,Krupp"-Turbinen-Lokomotive der Reichsbahn,
die nun in den Schnellzugsverkehr (erstmalig auf der Strecke Hannover—Köln) eingestellt wurde. Die Lokomotive ermöglicht Geschwindigkeiten bis zu 110 Stundenkilometern. Statt der bisher üblichen Kohlendampfzylinder hat sie zwei Dampfturbinen. Der Tender dient zur Unterbringung der Kühlanlagen, die den aus den Turbinen kommenden Arbeitsdampf in Wasser zurückverwandeln.
Wissenschaft und Forschung.
= Plombierte Zähne bei den Mayas. Wie die „Umschau" mitteilt, hat der Letter einer archäologischen Expedition nach Britrisch-Honduras F. Eric Thomson, bei seiner Rückkehr zwei Filme mitgebracht, die aus einem Grabgewölbe der Ruinenstadt Tzimin Cax stam- men. Das Merkwürdige an dem Fund ist daß die Zähne plombiert sind. Die Maya-Zahnärzte der Zeit, die tausend Jahre vor der Entdeckung Amerikas liegt, haben es demnach schon verstanden, in den lebenden Zahn runde Löcher zu bohren und die Höhlung aus- zufüllen Sie haben dazu Pyrit, also Schwefelkies, be- nutzt. Dieles Mineral lernten die Morscher noch in einer anderen Anwendung kennen. Es fand sich aus der Zeit des alten Eeiches (400 bis 800 o. Ehr.) der erste Spiegel, den man aus der neuen Welt kennt. Er bestand aus einer größeren Anzahl kleiner Pyritstückchen, die dicht nebeneinander in Ton eingelassen waren und :m Zusammenspiel ihrer glatten ristallflächen einen unvollkommenen Spiegel ergaben.
2. Statt.
Druck der Fuldaer Artiendruckerei, Fulda.
S.Ianua m S igssaale
ofeffor rau.
lenW hren.
5 Frauen' Jugen°, ahlreichen n. Nicht ?rren) l’J!, m. Ä ,nd ibunöes Fulda) .
Rund um die Woche.
Vintergewitter, Roke Festessen und allerlei Apokalyptisches. — Ohne Waffe. — Ein Held aus Flandern.
ling mit ug.
i 7.30 Uh, Spieler bei §old. Sinket Solping- elbe findet : 12.1. 30, im Sport- , wozu wir ortfreunde Vorstand.
ongrcg.
Jahre Arbeit und Erfolge
liegen heute hinter uns. Immer war es in dieser Zeit für uns als die ältesten Automobilwerke der Welt selbstverständliche Tradition, führend zu sein in der Entwicklung des Kraftfahrzeugs, nicht nur in der Erzielung höchster Qualität, sondern auch in der immer günstigeren Gestaltung des Verhältnisses zwischen Wert und Preis.
Unser Typenprogramm für das Jahr 1YZ0 steht auf der vollen Höhe aller erprobten technischen Errungenschaften. Der wirtschaftliche geschmeidige Viersitzer Typ „Stuttgart” von 6800.- RM. an, der sechssitzige mittelstarke Gebrauchswagen von höchster Zuverlässigkeit Typ „Mannheim”, der kraftvolle schöne Achtzylinder Typ „Nürburg” von letztem Fahrkomfort, die Kompressormodelle als Hochleistungswagen von internationalem Format, sie alle sind das Ergebnis der umfassenden Erfahrungen aus viereinhalb Jahrzehnten, letzte Stufe technischer Entwicklung, höchster Wert zu günstigstem Preis.
Wenn Sie vor der Wahl Ihres Wagens stehen, so versäumen Sie nicht, unsere Modelle zu prüfen. Wir wollen Ihnen beweisen, daß es keine höhere Wertbezeichnung für ein Automobil geben kann als die Marke MERCEDES-BENZ
Als heute im heulenden Sturm ein Wintergewitter dahergefahren kam und die Morgendämmerung hereindonnerte, als fei das Ende der Welt gekommen, da hatte ich wirklich ganz apokalyptische Anwandlungen. Das ist ja ein guter Anfang, so dachte ich mir, für die Haager Konferenz. Neuer Donner über Europa . . . Dann fiel mir das entsetzliche Wüten gegen das Christentum in Rußland ein. Zu Weihnachten sind wieder an die 60 Archen geschlossen worden, und jetzt ist sogar ein stkas herausgekommen, der den Priestern jegliche zivilen Rechte nimmt. So können sie in Charkow nicht einmal mehr Briefe empfangen, auch stellt man ihnen keine Pässe aus. Muß man da nicht denken an ein dunkles Wort der Offenbarung des hl Johannes, daß alle die nicht Handel treiben, nicht kaufen und nicht verkaufen können, die nicht das Zeichen des Tieres tragen. Die große Presse berichtet kaum über diese Dinge, und man hot den Eindruck, es sei immer gleich eine Solidarität des ganzen Erdkreises da, wenn irgendwo die Kirche verfolgt wird, in Rußland wie in Mexiko. Wieder fuhr ein Blitz vom fahlen Winterhimmel, und es war, als wollte er mir grausig eine Szene beleuchten, die sich am 17. Oktober in Berlin abgespielt hat. Das offizielle bürgerliche und das halbbür- gcrliche Deutschland war nach dem mir vorliegenden Bericht, den ich der „Saarbrücker Landeszeitung" entnehme — ich fand ihn nirgendwo sonst —, bei dem Festessen zugegen, das die russische Botschaft am „Roten Tag" veranstaltet hatte. Sol! man es grotesk, soll man es charakterlos nennen, ich weiß es nicht, aber man hat doch den Eindruck, es sollten sich Minister und Staaten, wo doch der Glaube an Gott und die Achtung vor dem Christentum noch gesetzlich geschützt sind, es überlegen, wenn der Rote Tag der Revolution bei einem Roten Essen, das übrigens an Kaviar und Sekt feinem zaristischen nachstand, die Internationale angestimmt wird. Rußland vertritt offiziell den Atheismus, es verkündet ofsiziell die Weltrevolution, gewiß nicht das russische Volk, das wir lieben und das fromm ist und gut, sondern seine Tyrannen, die es knechten unter dem Druck einer diabolischen Theorie. Ich verstehe, wenn ein Kardinal Foulhaber sich gegen jede Verbrüderung mit diesen Atheisten auflehnt, und das wünsche ich mit ihm, es möchten doch die notwendigen Beziehungen politischer Art wirklich auf das rein Legale und Sachliche eingeschränkt bleiben. Aber Festessen mit dem Gipfelpunkt der Internationale, und bürgerliche Minister, ich finde keine Worte mehr dafür. ... Ich schaue hinaus zum Himmel, wo jetzt einige blaue Flecke sichtbar werden mitten zwischen Wolkenfetzen, die gespensterhaft vordetrasen, während unten die Bäume ächzen und die Kamine pfeifen. Eine Stelle aus Franz Werfels .Barbara" fällt mir ein, wo sich ein halb irre gewordener Jude für die Versöhnung des Papstes mit dem Judentum einfetzt. Solche Stimmen hört man öfter, und es ist ja auch das für die letzten Zeiten vorausgesagt, daß sich der Rest Israels dem Reiche Gottes änschließen werde. Nun erscheinen mir vollends jene Gespenster da oben in der Nässe und Blässe des morgendlichen Firmamentes, das unter den Stößen des Sturmes zu wanken scheint, wie die apokalyptischen Reiter. . . . Noch vier Väpste
blick auf die notwendige Finanzreform besonderer Beachtung sicher ist.
Ausgangspunkt der Untersuchungen ist die Frage, welcher Erfolg für Hebung der tief gesunkenen Cttuerrnoral von einer Senkung der Steuersätze
A Verkaufsstelle Frankfurt a. M., Abteilung Personenwagen,
Uälllilvl " DvllZ ilrlli Rathenauplatz Nr. 14, Fernruf Hansa 2440/41
kennt die vielumstrittene Leninsche Prophezeiung.. Lassen wir das. Man darf sich von solchen Ahnungen niemals treiben lassen. Hätte ich einen Schwarzwälder Kirsch, wie schnell wäre ich bei der Wirklichkeit angelangt. Noch steht ja die mütterliche Erde und wiegt uns in ihrem Schoß. Aber ich soll heute wohl nicht zu friedlichen Gedanken kommen, denn da sind so einige Bücher, die mich wieder int Innersten packen. Joseph Menke hat bet Berdinand Schöningh in Paderborn ein Buch herausgegeben: „Ohne Masse" Es sind die Erlebnisse eines Divisionspfarrers, der in der Hölle von Verdun war. Der Zufall wollte es, daß ich einen jener Soldaten traf, die in feiner Division mitgekämpft haben, und der bestätigte mir die Wahrheit dessen, was in diesem Buche steht und sang einen Hymnus der Begeisterung auf diesen Pfarrer. Es wird Ehrensache des katholischen Volkes, was sage ich, nein, des ganzen deutschen Volkes sein, solche Kriegsbücher, die vom Schönsten und Erhabensten erzählen, was sich im furchtbaren Weltkriege zugetragen bat, zu lesen und zu verbreiten. Warum, ja warum erzielen diese Bücher, die das Herz erschüttern und bereichern, keine Auflagen wie der immer zweifelhafter gewordene ethisch ganz unzulängliche Erich Remarque? Warum spricht man auch kaum von jenem andern Buch, das zutiefst in den Sinn des Krieges eingedrungen ist und obendrein eine prachtvolle künstlerische Formung aufweist, ich meine die „Versuchung des Priesters Anton Berg" von Jakob Stab, hinter dessen Namen sich ein weithin geachteter Politiker verbirgt? Und da bringt die Post noch ein Buch, das mich einfach zermalmt. Ja, ich glaube manchmal es soweit gebracht zu haben, daß ich fremde Heiligkeit neidlos betrachten kann. Das ist aber doch eine kleine Täuschung, denn wenn ich lese, wie da ein armer Laienbruder aus dem stammverwandten Flandern in die Mission am Sambesi geht, um dort ein Opferleben ohnegleichen zu führen, muß ich mich nicht schämen? Dieses Buch nennt sich „Dreißig Jahre in der Afrikanischen Wildnis" und berichtet von Abenteuern, die einen in atemlose Spannung versetzen. Das ist etwas für jung und alt. Das kann man zu Haufe vorlesen. Das weckt Heldenmut und Begeisterung. Besten Dank dem verdienten Herausgeber, dem P. Kroppen- berg, dem Verlag auch, der Saarbrücker Druckerei. Diese Männer, die da in die Missionen gingen, zumal an den Sambesi, haben Unglaubliches an Heroismus vollbracht. Sie wußten, daß der Europäer für gewöhnlich das Klima dort nicht verträgt, und so sanken sie in der Blüte ihrer Mannesjahre dahin. 60 von ihnen liegen da nebeneinander begraben. Man wandelt im Geiste vor diesen Gräbern und faltet stumm die Hände, dankend, daß es so etwas noch auf Erden gibt. Dieser fromme Bruder durfte nach getaner Arbeit noch seine irdische Heimat wiedersehen. Als blinder Greis, aanz dem Gebet ergeben und der Arbeit, hat er feine Tage beschlossen. Als es soweit war und man ihn zu vertrösten suchte, da sagte er mit dem Humor, der all diesen Helden eigen ist: „Nein! Meine Zeit ist da! Ich mache mein Päckchen fertig und gehe zu Petrus." —
Der Mann im Monde.
: anstatt, Freiburg i. Br.) bringen in ihrem Januarheft einen Beitrag zum Gegenstand „Steueroerfai- jung und Steuergewissen" aus der Feder von Oswald v. Nell Breuning S. I., der gew tz im Hin-
;r gemein. Hon in bet 9.15 Uhr weiikirche. t für alle . Nachm. chaststzie! ballirann-
°.30U.
Ve eins« .. -iitanb.
R. V gettft- eEluttg,
der P fair- mmunimt leinen er-
D. 25.
>. 3. s.
w Freund- Mannsch.
leuenberg. cbast spielt jeH. Treff- j i Bahnhof, i r.
I
-ft