HM, 'M
Fuldaer Zeitung
Donnerstag, den 9. Ianuar 1930
Arlenwork für die Unlo Catholica
Um das Schicksal des Welfenschahes
Ein haupkbeslandkeil des Welfenschahes:
Ein Reliquienbehälker in Gestalt einer byzantinischen Kirche.
Vater.
Kampfbild.
Fortsetzung folgt.)
fle noch weniger haltbar wären. Die Mutter schaut ein bißchen spöttisch hinüber, indes in ihren Händen lustig die Stricknadeln klappern. Feste gute Garnstrümpfe, da hält jedes Paar seine guten zwei Jahre aus. Und weil sie der Männer Gespräch doch nicht erheitern und aufrichten kann, gehen die beiden Frauen zur Ruhe. Die Männer bleiben noch beisammen, die Kopfhörer aufgesteckt, und warten auf das Schattendorfer Urteil. „Eine Schänd', wenns kein Freispruch wird!" ist des Hansl
Moskaus „Wetterlösung"
Die deutschen Kommunisten eifrige Nachahmer
außerordentlichen künstlerischen und historkschen De. deutung desselben eine von maßgebenden Autoritäten zu verfertigende Publikation in Bearbeitung
„Ja, ist besser," drauf noch der eFrdl.
Er ist völlig müd von dem ungewohnten vielen Reden.
Theatern, Kinos oder Gaststätten klägliche Erfolge brachten, wurde man doch nicht eines Besseren belehrt Man griff zu schärferen Mitteln, über die uns die „Rote Fahne" unter der Ueberfckrift „Traktoren-Geknatter statt Glockengeläute" mit seltsamer Begeisterung berichtete. Danach wurden in diesem Jahre in Sowjetrußland die Weihnachtstage zum ersten Male zu gewöhnlichen Arbeitstagen gemacht, mit der fadenscheinigen
Meinung. „Strenge ist besser," sagt ernst der
Nach dieser Meldung ist die bks jetzt geltende Meinung, der Welsenschatz werde, da d-e Stabt Hannover die ihr für den Erwerb festgesetzte Frist am 1. Januar hat verstreichen lassen mus- sen, nunmehr nach Amerika verkauft, jedenfalls als verfrüht zu bezeichnen.________________________
Zur selben Zeit steht Karl Müller in der Alserstrahe unter einem Haufen unreifer tobender Jugend.
Der Freispruch ist zu erwarten, lieber dem schönen Sommerabend liegt das dumpfe Gefühl gefährlichster Hochspannung. Wie ein Prügelhund liegt das Ereignis des Abends zwischen hüben und drüben. Heil- und Hochrufe. „Pfui! Rieder mit den Arbeitermördern!"
Und doch sind vorsätzliche Mörder freigesprochen, um- jubelt, gefeiert worden, erst die letzten Wochen.
Wie der Freispruch verkündet ist, schwillt Drohung und Sympathiekundgebung zum Orkan an: „Morgen werden unsere Arbeiter kommen!"
In Karl Müllers Gesicht weicht die tiefe Blässe von qualvoll gespannten Mienen einer dunklen Zornröte, neben ihm schreit einer immer wieder die Drohung und Aufforderung über die Köpfe hin: „Werden sie aber auch morgen dann bei ihren Arbeitern sein? Oder sind sie nur für heute gezahlt!"
„Was unterstehen Sie sich! Selbstverständlich werden wir morgen unser Volk führen! Das ist eine unerhörte Freckheit, was wollen Sie da bei uns, hinaus mit dem Spitzl!"
Diele junge Gesichter sind bös und gehässig auf Karl gerichtet, indessen er schweigend seine Legitimation als Vertrauensmann vorweist. Der andere lächelt nun «in wenig verduzt und sagt mehr zu sich selbst: „Der Mensch muß rein meschugge sein!"
Karl aber bahnt sich zwischen Johlen und Schreien mühsam eine Gasse, flüchtet in die Stille des Rathausparkes hinüber, eine niederdrückende Last macht seinen Gang schwankend.
g zu Staun» ben. lieber die
Wenn er doch noch Brigitta sehen könnt'! Angst krampft sich in fein Herz.
Er ist gut eine Stunde schon früher im Amt. Heber« all schon geheimnisvoll hastiges Regen.
Order um Order. Und die große, grauenhaft häßliche Spinne spannt ihr Retz.
Kaum begonnene Arbeit wird wieder niedergelegt. Gruppenweis' anmarschierende Menschen, immer mehr, immer mehr, wahre Völkerwanderungen. Weit van draußen, wo der Sommertag grünt und blüht, kommen sie, angezogen von der Magie des Hasses. Einmal folgten drei Weife einem hell glänzenden Stern — er führte zum Frieden. Tausende folgen nun wie im Rausch dem blutrot glühenden Sowjetstern — er führt zur Vernichtung ....
Drohend kommen die Massen, Stangen und Latten fuchteln wild und unruhig, aus dem dicken Brei sich heranwälzender Leiber. Dunst und übler Brodem, wie ihn wilde Tiere fauchend und schnaubend verbreiten, erfüllt die Luft. Karl Müller ist bei den Seinen, auch sie sind bewehrt mit allem Möglichen. Strenge fragt er, wofür sie das brauchen. Sie aber lachen ihn aus, ein wenig mitleidig wie ein unwissendes Kind. Wissend ist er, wissend und ahnend, schon lange, lange. Wollt' es aber nicht glauben, will es immer noch nicht glauben.
Die unbegreiflich wenigen Polizisten, die wie Mauern stehen, werden bedroht, beschimpft.
Rüstwagen kommen angefahren, vollgepiercht mit Menschen und Werkzeugen. Fürchterliche Massen in ihrer Schwere und Ungeschicklichkeit. Ordner werden zu Demonstranten, führerlos, zügellos wälzen und stoßen, zerstreuen und sammeln sich die Massen Dunkle Elemente, die Nachtgestalten des Lebens, schleichen und drängen sich in regellos wüsten Haufen, ungezählt roie Giftpilze schießen sie aus dem Boden. Karl übergibt für wenige Minuten feinen Drbnerbienft einem Sckutz- bündler. Drängt durch Haufen und Reihen schreiender, tobender Menschen. Da und dort sieht er Uebersälle auf einzelne wehrlose Wachleute, die zu den Ihren eilen wollen. Autos werden angehalten, drüben bei der Universität die ersten Kämpfe! Mit verzweifelter Gewalt mach! er sich wieder rückwärts Bahn zu den Semen. Die sind nimmer da. Jede Minute ändert sich bas
I Aus einer Bank schaut er verloren über die hcrr- I lichen Bäume. Heimat! Vaterstadt!
Die wundervollen Sihouetten der Ringstraßenpaläste heben sich vom sternbesäten Himmel ab. Wenn sie morgen kommen, .... wenige sind erbgesessen wie er, nicht allen ist die Heimat, und nicht alle lieben die Heimat. Fremdes Blut, fremder Wille hat sie verseucht. Helm muß er, und möchte doch am liebsten hier auf den Morgen warten, auf den Morgen, wo er alle, alle feine Kräfte braucht, Freispruch! Die Würfel sind gefallen, nun ist das Wasser auf der Mühle, und er fühlt mit Scham, darauf haben sie gewartet! ....
Ihm ist, als dürfte er jetzt schon nimmer vom Platze weichen .
Daheim hat er kaum einen Bissen gegessen, da holen sie ibn schon. Spät kommt er beim. Der Vater wartet auf ihn ein wenig in Sorge. „Karl, fei gescheit, morgen — ich weiß nit — mir is was — droh di beizeiten, var- stehst!"
Trüb lächelt Karl. „Vater, jetzt auf einmal möchtest mich am Betthaxen anbinben? Jetzt gehts nimmer. Gute Nacht, Vater."
ssServus, aber i hab dirs gesagt, fei nit blöb!"
Mit abfingenbem Ton markiert er feine gutgememte Warnung.
Wie Karl am Morgen bie Wohnung blaß und übernächtig verlassen will, tritt er noch zur Mutter, reicht ihr die Hand: „Guten Tag Mutter, gelt’ und verzeih mir von neulich, es war nicht so gemeint."
Sie aber muß sich erst wieder besinnen, lacht bann hellauf. „Na, Karl, wie kommst mir denn vor. ich kenn' doch die dummen Tanz der jungen Leute, wenn fle die ersten Schritte machen. Servus, Schnuggi!" Und küßt ihn breit auf den Mund.
Er zuckt zusammen und geht. Freilich ift’s ein Verzeihen, aber er hat nach dieser einsam durchkämpften Nacht noch etwas anderes gesucht. Der Vater schläft noch, ja, mit ihm hat er noch die Nacht gesprochen. Leer und öd' ift’s in feinem Herzen. Niemand, niemanden bat er!
Locker und duftig ist es in feiner Brust, wie aufgepflügtes Frühlingsland, so voll Sehnsucht und Verlangen und niemand will ein mutes Körnlein in feine offenen Furchen legen.
bau.
Ge^ei: Herr Jesus Christus, der du deinen Aposteln gesagt hast: den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch: schau nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und verleihe ihr gnädig nach deinem Willen Frieden und Eintracht. Der du lebest und regierst, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Der Weifenschatz, der angeblich nach Amerika verkauft werden sollte, wenn die Stadt Hannover nicht den geforderten Preis von 10 Millionen dafür zahlen wollte, wurde jetzt durch die drei Frankfurter Firmen I. und S. Goldschmidt, Z. M. Hackenbroch, I. Rosenbaum von dem Besitzer, dem Herzo schweig und Lüneburg erwori weitere Zukunft des Schatzes lassen sich noch keine bestimmten Angaben machen, da entsprechend der
2. Blafl.
Druck der Fuldaer ArNeudruckerei, Fulda.
eine Vaterhaus. Freilich ist dies ein Werk der göttlichen Gnade, das Gott allein wirken kann. Aber Gottes Gnade will fach hierbei unserer Mitarbeit bedienen. Fördert deshalb, geliebte Diözesanen, soweit ihr könnt, die Anbahnung des gegenseitigen Verständnisses und der gegenseitigen Liebe, betet eifrig besonders am Feste der Erscheinung des Herrn und in der Oktav in der Meinung, daß alle Vorurteile fortgeräumt, die Herzen einander nähergebracht und somit dem Wirken der göttlichen Gnade die Wege bereitet werden: „Gib Glaubensfreiheit wieder der ganzen Christenheit", fei euch auch während des Jahres ein oft geübtes Stoßgebet. Vor allem aber unterstützt auch entsprechend dem Beschluß der Fuldaer Bischofskonferenz durch euren Beitrag die Anstalten und Werke, die der Hl. Vater zur Förderung der Orientkunde besonders für die Heranbildung von geeigneten Priestern und Herbeiführung der Wiedervereinigung ins Leben gerufen hat.
Fulda, den 28. Dezember 1929.
t Joseph Damian, Bischof von Fulda.
Mitglieder der kommunistischen Partei nach rote vor ihr Kreuzlein auf der Brust tragen, welche trotz allen Terrors nicht dazu zu bewegen sind, daß sie aus ihren Stuben die Statuen der Heiligen und deren Bilder entfernen. Nach wie vor wird trotz aller dieser Gewaltmatznahmen, trotz der Knute der Stalinisten, auch in Rußland das hetligste Fest der Christenheit gefeiert. . . t -
Es war schon immer so, daß die deutsch e n Kommunisten sich als die oehorsamsten Diener de- Sowjetherren erweisen. Begierig griffen sw den Moskauer Befehl auf: Nieder mit dem Welhnachts fest! Auch sie wollten ihre Anhänger oder. beste gesagt Mitläufer zwar nicht mit Gewaltmaßnah £ aber durch ihre besondere. „Auf arung, oe • anlassen, keine Weihnacht zu feiern, kemen Chrstt- bäum im Kerzenlicht erstrahlen zu last n. Eme rohe, religionsfeindliche, materialistische Hetze rot^oe in den kommunistischen Blattern betrieben. Das war eine traurige Tatsache, die wir vor allem tef stellen mußten in den
herrschten Arbeitervierteln großer Städte. Und. och hat eine Umschau am Heiligen Abend tn den Wohnungen kommunistischer Zielbewußter gezeigt, r aß allenthalben Weihnachtsbaume aufgestellt waren, Kerzen brannten. Auch die Rötesten haben ihre Weihnacht gefeiert. Trotzdem das Ehnstbaumholen und -Aufstellen als Sunde wider Moskau bw net wurde. Und wir hätten einmal die deut chen Moskauer sehen wollen, welche auch nur em Stund lein mehr Arbeit an Weihnachten geleistet und den Lohn dafür den Parteibonzen zugewandt baten!
Statt ihren Anhängern den weihnachtlichen Frieden, die weihnachtliche Erholung und sarnm»
Ij Arn Sonntag vor Heiligbreikönig würbe von ben Kanzeln ber Diözese Fulba folgenbes Hirtenwort verlesen:
It ® e^i edte Diözesanen!
Zn seinem Rundschreiben „Mortalium animos" ,om 6. Januar 192.1 über die Förderung der Zähren Einheit im Glauben legt unser Hl. Vater Papst Pius XL gegenüber falschen Einheitsbestrebungen die Lehre der A-rche über die Glaubenseinheit dar und zeigt den Weg zu ihr, der nur in einer Heim- kehr aller getrennten 5B rüber in bie eine wahre Kirche Christi bestehen kann.
Vernehmt in Kürze den hauptsächlichsten Inhalt des päpstlichen Rundschreibens. Unser Herr unb Heiland Jesus Christus hat seine Kirche gegründet als eine vollkommene sichbare Gesellschaft, bamif fx das Werk der Erlösung der Menschen un° !• ter der Leitung eines einzigen Hauptes fortsetze: ihr hat er den Auftrag gegeben, alleMenschen ohne Unterschied des Ortes und der Zeit zum ewigen Heile zu führen (Maith. 28, 19). Für sie hat er in feinem hohepriesterlichen Gebete gefleht: „Ut smt omnes unum — Daß alle eins feien, wie Du, Pater, in mir bist und -ch in Dir, damit auch sie in uns eins leien." Doch ist dieses Wort des Herrn: „daß alle eins seien" nicht so sehr als ein Wunsch zu verstehen, sondern als A n ord- nung des Stifters selbst. Leider haben sich im Laufe der Jahrhunderte gar viele im Morgen- und Abendland aus beni Vaterhaus ber Kirche entfernt und dem rechtmäßigen Nachfolger des hl. Petrus Anerkennung und Gehorsam versagt. Diese von der einen wahren Kirche getrennten Christen fordert ber Hl. Vater eindringlich auf, „zum Apostolischen Stuhle, der in dieser Stadt (Rom) auf- gerichtet ist, und den die Apostelfürsten Petrus und Paulus mit ihrem Blute geheiligt haben, her- zuireten, nicht mit ber Absicht unb in ber Hoffnung, die Kirfe des lebendigen Gottes, bie Säule unb Grundfeste ber Wahrheit werbe die Reinheit des Glaubens opfern und ihre Irrtümer dulden, sondern vielmehr, um sich ihrem Lehramts unb ihrer Leitung anzuoertrauen!" „Möchte es Uns boch glücken", so schließt ber Hl. Vater sein Runbschreiben, „was viele Unserer Vorgänger nicht erreichen konnten, baß Wir in väterlicher Liebe bie Söhne umarmen können, bereu Trennung von Uns infolge unglückseliger Entfremdung Wir tief bebauern".
Der Wunsch bes Hl. Vater soll, geliebte Diözesanen, auch in eurem Herzen ein lebhaftes Echo finden. Die Wiederherstellung der Glaubenseinheit muß das große Anliegen aller Katholiken sein, die ihre Kirche lieben und sich über das Schicksal ihrer andersgläubigen Brüder Sorge machen.
War so bie Enzyklika „Mortalium animos" eine Darlegung der Lehre über die wahre Glaubenseinheit, so zeigt das Rundschreiben „Rerum Orienta- liinn" vom 8. September 1928 die praktische Arbeit ber Römischen Kirche für bie Lederherstellung der Glaubenseinheit, unb zwar (ür die Wiedergewinnung der seit dem Jahre 1054 dauernd getrennten morgen« ländischen Christen. Gar mannigfach und vielgestaltig äußerte sich bis zur Gegenwart die liebevolle Sorge der Päpste, Konzilien und Orden für die Orientalen und die Heimführung derselben in das
Bemerkung, daß „der Beschluß das Ergebnis des freien Antriebes" gewesen sei.
Ferner wurden in zahlreichen Dörfern die Kirchenglocken abgenommen, Kirchen unb Moscheen geschlossen, allein im Bezirk Birsk 45 Moscheen unb 7 Kirchen, in öer Sowjetrepublik der Wolgadeutschen 36 Kirchen.
Damit aber noch nickt genug. Man wollte radikal durchgreifen. Deshalb wurde das Fällen und die Zufuhr von Christbäumen, sowie der Berkaus von Baumschmuck durch die Ladenbesitzer verboten. Aber bie russischen Arbeiter, auch die bolschewistischen, werden sich an Weihnachten ihre eigenen Gedanken gemacht haben, besonders bei ber staatlich befohlenen Weihnachtsarbeit. Wir wissen, baß in den Weihnachtstagen viels russische Grenzbewohner nach Polen gingen, um dort ihre eigene Weihnacht ohne Staatsaufsicht zu feiern, baß sich Tausende unb Abertausende, denen ein Ueberschreiten der Grenze nicht gestattet war, an bestimmten Punkten sammelten, um wenigstens aus der Ferne das Geläute ber Weihnachtsglocken, ben Sang der Weihnachtsrieber, zu hören unb so eine gewohnte Festtagsstimmung zu erhalten.
Die russischen Behörden werden kaum statistische Feststellungen über diese ihnen unliebsame Beobachtungen machen, ebensowenig über den befohlenen Besuch der antireligiösen Beranstaltungsn in Theatern und Lichtspielen. Sie werden uns auch nichts berichten über den Besuch der noch bestehenden Gotteshäuser, welche trotz aller Gebote und Verbote immer wieder von ben „Unbelehrbaren" aufgesucht werden, welche die alte Frömmigkeit noch nicht verloren haben, welche auch als
Don unserem kulturpolitischen Mitarbeiter.
Die Weihnachts-Kampagne der sowjetistischsn Machthaber begann in diesem Jahre ganz besonders früh. In Rußland sowohl wie in Deutsch- end. Schon in früheren Jahren erließen die Mos. lauer „Weltbeglücker" zu Weihnachten ein besonderes Gebot, durch das die Menschheit reif für den Bolschewismus gemacht werden sollte.
Obwohl alle jene Veranstaltungen der „Gott- J lasen", lästerliche Antiwvihnachtskunbgebungen in | W" - !
j Sem Lostag.
Ein Wiener Roman von Fanny Wibmer-Pedit.
Copyright by Re-Dr-Ko, Münster i. W.
6] ------------
Und setzt sich wieder aus das Küchenbankl, breit und schwer, daß es in allen Fugen kracht. Und sieht nichts anders her, als daß er nun für den Rest des Abends schweigen wird.
Der Heller Hansl aber ist nach ein junger Braus und schreit: „3a, die Binden fein nach alleweil halt nimmer weiß, aber ein stierrotes Tuch ists worden, Herz und Vieren wollen f* uns langsam vergiften, bleiben noch die Hand, die fein frei, sagen sie."
„Daß sie blindwütig dreinschlagen können, wenn em« wal das Rauschgift zu wirken beginnt, alle werfen ja i>as tägliche Quantum nit in die Mistkisten wie wir!" 2etzt hat er doch noch einmal geredt, der Ferdi.
Dann kommt die Brigitta heim, mit trostlosem ®e« slchterl, daß sie alle schauen.
Well die Mutter bange fragt, was ihr ist, sagt sie ton- Igs, der Schwäger gar nicht achtend: „Karl ist heut an wir vorübergegangen und hat mich nimmer angeschaut" „Gut aus dem Haus, der Mensch, du kannst schon widerswo noch dein Glück machen!" meint der Vater.
Stein, das nicht, ich nimmer „Vater."
„Last’ ihn laufen!" schreit der Hansl, „der schaut jetzt 8'rad’ aus, weil er sich die Augen schon bald auskegelt foü vor lauter Umananderspeanzlen, ich sag euch, der spinnt einen feinen Faden!" grollt der Ferdi vom Küchenbankl her.
„Stab, der macht ton Lumpen nit, ist ein ehrlicher bozi, aber fein Vater ist ein Duckmäuser, feine Mutter, ®°tt verzeih mirs, eine dumme Dettl, was wollts denn **° von ihm, hättest ihn nit ausjagen sollen, Vater, wwime Tanz macht einer öfter, wenn er jung ist "
Brigitta hat nicht die Hälfte vom Nachtmahl hinun» ^erzwingen können. Sie stopft an ihren Hellen, hauch- oiinnen Strümpfen alle Abend, die Gott gibt, denn alle ; Wnb sind sie zerrissen, wenn man den ganzen Tag auf °6n Füßen ist. Und mehr wie vier Paar kann man sich °vn den teuren Dinaern nickt ins fiaus schaffen, wenn
__Weltgebelsoklav vom 18. bis 25. Januar, für bie Wiebervereinigung ber getrennten Christen unb bie Einverleibung ber Nichtchristen in bie katholische Kirche.
Diese Gebetsoktav würbe 1908 von ber „Lampe", einer anglikanischen Zeitschrift, für bie Einheit ber Christenheit unb bie Missionen eingeführt. Sogleich machten sie auch viele Katholiken mit. Nach zwei Jahren würbe ber Herausgeber ber „Lampe", P. Paul, unb bie ganze „Gesellschaft ber Sühne", bie er gegrünbet, kathobfck. 1909 erhielt bie Oktav bie Approbation unb ben Segen Pius' X. Diele Erzbischöfe unb Bischöfe bestätigten unb empfehlen sie. Auch bie anglikanische Kirche schloß sich ber Gebetsoktav an. Am 25 Febr. 1916 hieß Benedikt XV. bie Oktav gut durch eigenes Breve unb gewahrte für bie Abhaltung berfelben einen vollkommenen Ablaß unter ben gewöhnlichen Bedingungen. 1920 nahm ter Weltkongreß ber protestantischen unb orientalischen Kirchen diese Oktav ebenfalls für ihre Gläubigen an.
Seit der Reformation ist es das erstemal, baß Katholiken unb Protestanten in großen Massen öffentlich ben Himmel um bie Einheit ber Kirche bestürmen. Welcher Katholik wirb ba nicht mit Freuben an diesem Gebetskreuzzu teilnehmen!
Die Oktav beginnt mit dem Feste Petri Stuhlfeier — 18. Januar — unb endigt am Feste Pauli Bekehrung — 25. Ianuar. Während dieser Oktav wirb täglich folgendes Gebet verrichtet:
Antiphon (Ioh. 17, 21): Damit alte eins feien, wie du, Vater, in mir und ich in dir; damit auch sie in uns eins feien; damit bie Welt glaube, daß du 17'' '• gesandt hast.
T - sage dir, du bist Petrus.
j auf diesen Felsen will ich meine Kirche