voller Kaninchen, die manchen saftigen Festtagsbraten lieferten. Nach dem Kriege ging die Kaninchenzucht stark zurück, scheint sich aber jetzt wieder heben zu wollen, was sicher kein Schaden ist.
Eine bedauerliche Tatsache ist der Rückgang der Bienenzucht. Es gibt im Landkreise Fulda kaum noch die Hälfte der vor dem Kriege gezählten Bienenstöcke. Hier muß Abhilfe geschaffen werden, denn wie soll es Obst geben, wenn keine Bienen mehr von Blüte zu Blüte summen und sie befruchten.
Im übrigen verwiesen wir auch die Bauern des Kreises Fulda auf die z. T. allgemein gültigen Ausführungen von D r. T h o l e, Hünfeld, über die Ergebnisse der Biehzählung im Kreise Hünfeld. S.
Eine Hü'.fclder Lreis-Angelegenheik in der Groh- pressc.
In der „Kölnischen Bo l k s z e i t u n g" wird folgendes erzählt: Im Kreise Hünfeld leisteten sich die Minderheitsfraktionen im Kreistag einen interessanten S ch i l d b n r g e r st r e i ch bei der Wahl des Kreisausschusses. Der Kreis ist zu zwei Dritteln katholisch, das Zentrum hat dementsprechend die Mehrheit im Kreistag. Für die Kreisausschußwahl präsentierte das Zentrum vier Kandidaten und bot den anderen Fraktionen an, mit dem Zentrum zusammen eine gemeinsame Liste einzureichen, auf der die Minderheit zwei Kandidaten benennen möge. Das geschah auch. Während der Kreistagssitzung wurde aber aus der Minderheit trotzdem ein zweiter Vorschlag eingereicht mit nur
einem Kandidaten. Es kam deshalb zur Abstimmung-, auf den gemeinsamen Vorschlag entfielen 14 Stimmen, auf den zweiten Vorschlag über- raschendevn.eise 6. Entsprechend waren nach dem ersten Vorschlag 4 Kreisausfchußmitglieder gewählt — ebendie vierZentrumskandidaten,die klugerweise an die ersten Stellen gesetzt worden waren-, auf den zweiten Vorschlag entfielen 2 Kreisausschußsitze. Da aber dieser Vorschlag nur einen Kandidaten enthielt, mußte ein Kreisausfchußsitz unbesetzt bleiben. Durch diesen Schildbürgerstreich haben die Minderheitsfraktionen sicher gegen ihren Willen nur erreicht, daß das Uebergewicht des Zentrums stärker ist, als es bei Einhaltung der vorherigen Fraktionsoerabredung gewesen wäre (4 :1 statt 4 : 2). Der Kreis Hünfeld dürfte aber der einzige in ganz Preußen sein, dessen Kreisausschuß aus nur fünf gewählten Mitgliedern besteht.
— vom 1. Sportverein Borussia 04 Fulda wird uns geschrieben: Die Borussia ladet ihre Mitglieder und Gönner zu ihrer am 6. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saale des „Bürgervereins" stattfindenden Weihnachtsfeier herzlich ein. Theater, Verlosung, Ball sorgen für recht nette Stunden. Am 6. Januar (Hl. Dreikönige) findet nachmittags 4.30 Uhr ebenfalls im großen Saale des Bürgerverems die Weihnachtsbescherung für die Schüler und Kinder der Mitglieder statt. Die Schüler- unb Jugendabteilung wird Gymnastik zeigen, die Jüngsten werden ein Tanzspiel oufführen usw. Namentlich die Eltern unserer Schüler und Jugendlichen sind recht herzlich eingeladen, damit sie sehen können, daß ihre Sprößlinge bei der Borussia in guten Händen sind. (Siehe Anzeige.)
Znkereffanle Ergebnisse der Viehzählung vom 1.5*1929 im kreise Hünfeld.
Die amtlichen Viehzählungen finden im ganzen Deut- 'chen Reiche alljährlich am 1. Dezember statt. Sie liefern wertvolle Unterlagen für die Beurteilung der gegenwärtigen Verhältnisse der Viehbestände und damit wohl begründete Ausblicke auf die zukünftige Gestaltung der Marktlage und der Viehpreise. Voraussetzung ist jedoch, daß jeder Landwirt und Viehbesitzer seine Bestände wahrheitsgemäß angibt.
Die letzte Viehzählung vom 1. Dezember 1929 hatte folgendes Ergebnis, wobei zu Vergleichszwecken die Zahlen vom 1. Dezember 1913 und 1928 angeführt werden:
Eanz allgemein ist festzustellen, daß in fast allen Zweigen der Tierzucht mit Ausnahme des Geflügels eine Abnahme zu verzeichnen ist. Sie ist in der knappen F u t t e re r n t e des verflossenen trockenen Jahres begründet.
Die
Pferdehalkung
flat sich seit dem Jahre 1913 wesentlich vermehrt. Vielfach werden jetzt auch in kleinen Betrieben Pferde gehalten, in denen ihre Arbeitskraft nicht voll ausgenutzt werden kann, sodaß sie eine starke Belastung darstellen. In solchen Fällen ist es vorteilhafter, Kühe und Ochsen als Arbeitstiere 3_u verwenden. Auffallend ist es, daß die Zahl der Fohlen in den letzten Jahren im wachsenden Ausmaße abnimmt. Es wurden so wenig Stuten gedeckt, daß dos Landgestüt Dillenburg in Aussicht gestellt hat, die im Kreise Hünfeld bestehenden Deckstationen aufzuheben, was im Interesse der Förderung unserer einheimischen Pferdezucht sehr bedauerlich wäre. Da die Pferdepreise in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach steigen werden, kann allen Stutenbesitzern empfohlen werden, die Zucht wieder aufzunehmen und ihre Tiere decken zu lassen.
Die
Rinderzucht
hat im letzten Jahre um 1807 Stück = 10 Proz. abgenommen, was in erster Linie auf die knappe Heuernte zurückzuführen ist. Die R i n d v i e h h a l t u n g ist das Rückgrat unserer bäuerlichen Viehhaltung. Allerdings ist ihre übermäßig starke Ausdehnung im allgemeinen als unzweckmäßig zu bezeichnen. Die Größe der Futterflächen und der Ernten bestimmen die Stärke der Rindoiehhaltung. Viele Landwirte haben mehr Kühe und Jungvieh, als sie gut füttern können, sodaß die Tiere dauernd ungenügend Futter erhalten, was ein Sinken der Leistungen zur Folge hat. Richtiger ist 18, soviel Tiere zu halten, wie gut den ganzen Winter lindurch gefüttert werden können. In der Rinderzucht >es Kreises Hünfeld find durch die Tätigkeit des Bul- ienhaltungszweckverbandes. ‘ der Fleck- oiehzuchtge nassen schäft und des Milchkontrolloereins wesentliche Fortschritte zu verzeichnen; Sach werden durch Viehhändler in der letzten Zeit schwarzbuntes Niederungsoieh und ei n- farbig rote Vogels berger eingeführt, die die
einheitlichen Zuchtbestrebungen
impfindlich zu stören vermögen. Vor allem sind es die kleinen Viehhalter, die sich solche Tiere aufreden lassen und später durch Tuberkulose oder Schwergeburten der gekauften Kühe schwer geschädigt werden. Die Milchvieh- Haltung ist weit verbreitet, aber die Milch selber findet keinen befriedigenden Absatz. Die vorhandenen Molkereien in Burghaun und Hünfeld sind nicht in der Lage, die gesamte anfallende Milch zu ver- irbeiten. Verhandlungen mit der Molkereigenossenschaft ffulda-Lauterbach sind bis jetzt erfolglos geblieben; es cheint so, als ob sie auch in Zukunft vergeblich fein wür-
. «Ad Samstags kaufen mir Immer eint
schöne Schallplatte
b°i Fahrrad ^aulMch.
1913
1928
1929
Pferde
1893
2547
2406
Rinder
16 634
18 999
17192
Schafe
3081
1617
1253
Schweine
14 055
16 783
15 957
Ziegen
3176
3720
3252
Kaninchen
?
2034
1902
Geflügel
54 769
64118
69 269
Bienenstöcke
2727
1523
1300
den. Deshalb werden die Milchlieferanten sich ernstlich mit dem Gedanken befassen müssen, selber eine große Genossenschaftsmolkerei
ins Leben zu rufen.
Die
Schweinehaltung
mar in den beiden verflossenen Jahren die beste Einnahmequelle des Landwirts. Als für das Getreide im Herbste niedrige Preise bezahlt wurden, ging man vielfach dazu über, den Roggen durch den Schweinemagen zu veredeln, um auf diese Weise einen höheren Preis zu erzielen. Deshalb ist die Schweinemast stark ausgedehnt worden, sodaß der Markt im kommenden Frühjahr voraussichtlich mit Mastschweinen überschwemmt fein wird. Um diese Gefahr rechtzeitig zu bannen und den Mastern Warnungssignale geben zu können, wurden im Jahrs 1929 zwei Zwischenzählungen eingeschaltet. Zum Vergleich sollen die letzten vier Zählungen hier angeführt werden:
1.12.28 1.6.29 1.9.29 1.12.29
Ferkel unter 8 Wochen 3927
Läufer 2—6 Monate alt 5443
Zuchteber Vs—1 Jahr alt 36
Zuchtsauen %—1 Jahr alt 256
Uebrige Schw. 1 I. alt 5895 Zuchteber über 1 Jahr alt 62 Zuchtsauen über 1 Jahr alt 342 Uebrige Schw. üb. 1 I. alt 1326
2742 3337 3312
6684 6364 5825
27 34 39
537 404 487
2369 3904 4513
31 32 33
627 715 730
236 386 1018
Seit dem 1. Juni 1929 hat sich der Schweinebestand um 2704 Tiere — 20.6 Proz. vermehrt; diese Schwankung ist meines Erachtens zum größten Teils durch die Jahreszeit bedingt, da die kleineren Besitzer sich im Herbste Ferkel zum Mästen kaufen, die im Laufs des Winters geschlachtet werden sollen.
Für die Beurteilung der Sage der Schweinezucht ist ein Einblick in den Altersaufbau der Bestände von größter Bedeutung. Zu diesem Zweck fassen wir die in der Statistik festgelegten Altersklassen zusammen:
Tiere bis zu Vt Jahr Tiere von %—1 Jahr
Tiere über 1 Jahr
1.12.28 1.6.29 1.9.29 1.12.29
8470 9426 9701 9137
6187 3933 4342 5039
1730 894 1133 1781
Wir haben jetzt einen höheren Prozentsatz von älteren Tieren, die über 6 Monate alt sind; doch ist gleichzeitig in diesem Zusammenhang auf einen wichtigen Gesichtspunkt hinzuweifen. Da alle Anzeichen darauf hindeuten, daß in nächster Zeit die Schweinepreise gewaltig sinken werden, müssen die Schweine im Gewichte von 2 Zentnern und darüber schon jetzt abgestoßen werden. Schweine bis zu 3 Zenter für den Markt zu mästen, ist heute nicht mehr wirtschaftlich. Zuchtsauen, die nicht tragend sind, müssen ebenfalls rasch gemästet werden, um so die teuerste Verwertung zu finden. Es steht zu befürchten, daß unsere Schweinehalter mit vollen Ställen in die sinkenden Preise hineingeraten. Dann wird die ganze Schuld auf die Schweine geschoben. In Wirklichkeit sind die Besitzer selber schuldig. Der Polenvertrag, der die Einfuhr von Schweinen vorsieht, kann schon vorzeitig ein Sinken der Preise bewirken.
Die
Ziegenzucht
hält sich nach wie vor auf demselben Stande. Die Ziege wird mit Recht als die Kuh des kleinen Mannes bezeichnet. Wo eine Kuh nicht mehr vollständig ernährt werden kann, ist die Ziege am richtigen Platze. Die kurzhaarige hornlose Saaneziege soll nach Möglichkeit gezüchtet werden. Langhaarige Ziegen sind sehr schwer sauber zu halten, sodaß die Milch den Üblen Bocksgeruch annimmt. Dis Bestrebungen zur Förderung der Ziegenzucht finden nicht überall die ihnen gebührende Beachtung und Wertschätzung.
Die
Schafzucht
nimmt an Zahl dauernd ab. Sie wird durch die Verkoppelung und die steigende Intensivierung langsam zurückgedrängt. Hinzu kommen noch ansteckende Krankheiten, wie Räude, Leberegel, u. a., die jährlich ihre zahlreichen Opfer fordern, sodaß das notwendige Interesse an der Schafhaltung bei den Landwirten nach und nach schwindet.
Die
Geflügelzucht
dagegen erfreut sich einer wachsenden Wertschätzung, was seinen besten Ausdruck in der stark ansteigenden Zahl des
Ersatzreservist Varkh.
Bon I. Bemalt).
121 ---------
Auch Barth ging mit, Gesang hatte er gern. Um die Sänger hatte sich schon ein dichter Kreis von Zuhörern gebildet. Sie fangen vierstimmig: Im schönsten Wiesengrunde.
Es war allmählig dämmerig geworden. Als sich Barth einmal umfchaute, sah er, daß ihr Lagerplatz verlassen war. Auch Schneider und die anderen waren zu den Zuhörern getreten. Es war still rundum, nur das Lied klang hinein in den sinkenden Sommerabend.
Drüben vor den Baracken standen sie, hemdärmelig, die Hände in den Hosentaschen und schauten herüber.
Aufs Reue hüben die Sänger an:
Nach der Heimat süßer Stille sehnt sich heiß mein müdes Herz . . .
Stumm gingen sie alle auseinander, als das Sieb verklungen war. Barth war schon vor der Baracke, als ihm dis Kochgeschirs einfielen. Die standen sicher noch auf der Wisse. Er kehrte um, es war dunkel geworden, und er mußte suchen. Er fand sie nicht eher, bis er mit dem Fuß an eines stieß. Es fiel um, und das Bier floh aus. ।
„Da haben sie sogar das Bier im Stich gelassen, und 1
erst wollten sie nichts wissen von dem Sieb," murmelte er kopfschüttelnd und ging in die Baracke. —
Am nächsten Mittag standen Barth und Roth beisammen und spülten ihre Kochgeschirre. „Du, Emil," begann Barth, „ich habe dem Schneider versprochen, auf den (Befreiten etwas zum Besten zu geben. Was soll ich nun machen? Du mußt natürlich auch dabei fein."
Der schüttete das Wasser aus seinem Kochgeschirr. „Ja, da müßte man schon etwas Ordentliches zu effen besorgen. Das wird schlecht zu kriegen sein. Aber wart einmal, ich habe gestern zwei Pakete mit Eiern bekommen, so neun oder zehn Stück habe ich noch. Da können wir gebackene Eier machen ,du müßtest bann sehen, daß du in irgendeiner Kantine etwas austreibst."
Da war denn Barth ins Dorf gegangen. Kantinen waren genug da, aber in keiner gab es etwas zu offen. „Alles ausverkauft!" wurde ihm überall achselzuckend er- klärt.
Da sah er einen auf der Straße, der eine Blechbüchse mit buntem Schild unter dem Arme trug. Das sah gerade aus wie eine Dose mit eingemachten Früchten, die es manchmal in der Kantine gab. „Wo hast du denn die Büchse her, Kamerad?" frug er.
Dort um die Ecke ist eine Kantine von der Artillerie, da hab ich sie geholt. In der Kartine war Barch noch nicht gewesen. Sie lag auch so versteckt, daß er sie kaum gefunden hätte. Es waren auch noch Büchsen da, aber
der Verkäufer wollte ihm nur eine geben. Sie hätten nicht viele, und er brauchte sie für feine Seute.
„Mach doch keine Geschichten, Mensch!" sagte Barch. „Wir sind gestern von vorn gekommen und sind auch froh, wenn wir mal so was futtern können. Ich will sie ja nicht allein aufeffen, die andern zwei sind für Kameraden bestimmt. Den Büchsen ifts ja auch einerlei, von wem sie gegessen werden."
Da hatte der Kantinenfritze gelacht und hatte ihm drei Büchsen gegeben. Sie waren allerdings sehr teuer, fast die gesamte Söhnung der letzten zehn Tage ging für sie darauf. Aber Barth zog trotzdem vergnügt mit ihnen ab und freute sich im Stillen auf die überraschten Gesichter der beiden, wenn sie heute abend die Büchsen sähen. Die würden sich wundern!
Selbst Roth schmunzelte, als er die Büchsen sah. „Da hast du aber mal was feines aufgetrieben," sagte er, „da freue ich mich selber drauf."
„Wo sollen denn die Eier gebraten werden?" fragte Barth.
„Da gehen - wir an die Feldküche, die haben immer noch ein Feuer nebenbei, es wird dort immer mal etwas gekocht ober gebraten."
„Dann gehst du mit dem Schneider nach dem Gewehrappell dort an den Bach an die Erlen, ich machs die Sache zurecht und komme dann nach.
„Ihr habts aber gut vor," sagte der dicke Knapp, als
gehaltenen Geflügels seinen besten Ausdruck findet, war-
über die
folgende Uebersicht Aufklärung geben möge:
Hühner
Tritt-u. Perl- Gänse
Guten Gesamtes
Hühner
Federvieh
1913
'48149
93
5974
540
57 732
1925
43 717
176
4470
480
43 717
1927
50 733
236
3860
612
55 441
1928
58 903
252
4202
761
58 903
1929
64 693
265
3734
577
69 269
In Deutschland befinden sich 83.5 Proz. des Geflügels — das ist mehr als vier Fünftel — in dem Besitze der bäuerlichen Bevölkerung. Beider versteht sie es noch nicht, den Wert der Hühnerhaltung richtig einzuschätzen. Deshalb wird das Geflügel nicht richtig untergebracht und nicht ausreichend gefüttert, sodaß es nur wenig Eier legt. Außerdem fallen die Eier meistens bann an, wenn sie niedrig im Preise stehen. Am teuersten sind sie im Winter in den Monaten Oktober, November, Dezember, Januar und Februar. Durch frühzeitiges Schlüpfen im März und April, durch gute Stall- Haltung und durch eine richtige sowie reichliche Fütterung werden die Hühner veranlaßt, möglichst viele Wintereier zu legen. Die Hühnerhaltung wird in absehbarer Zeit ihre jetzige Bedeutung erhalten. Führte doch Deutschland im letzten Jahre noch 3 Milliarden Gier im Werte von über 300 Millionen Reichsmark ein, Werte, die der deutschen Volkswirtschaft verloren gehen! Aus diesem Grunde kann gllen Bandwirten dringend nahegelegt werden, der Hühnerhaltung auch weiterhin eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Sie dürfen sich nicht ab- fchrecken lassen durch den so oft und unbedacht ausgesprochenen Satz: Wenn alle Hühner halten, dann werden die Eier billiger. Die Bedingung wird nie erfüllt werden.
Die
Bienenzucht
nimmt bedauerlicher Weise stark ab. Hoffentlich setzen bald Maßnahmen ein, die ein weiteres Absinken wirkungsvoll zu verhindern mögen. Ohne Biene gibt es kein Obst.
Die
Viehhaltung
kann im Kreise Hünfeld unter bestimmten Bedingungen noch weiter ausgedehnt werden, um auf diesem Wege eine bessere Verwertung der Feldfrüchte zu erzielen. Die ©etreibepretfe werben in der Zukunft voraussichtlich nie- brig bleiben, ganz davon abgesehen, daß das im Getreidebau steckende Kapital nur einmal im Jahr umgesetzt wird, während das im Vieh angelegte Geld häufiger umläuft, am häufigsten jedoch in der Milchwirtschaft und Geflügelhaltung. Aus diesem Grund muß jeder Sandwirt nicht allein ein tüchtiger Getreidebauer, sondern vielmehr ein guter Viehzüchter werden, um so die heutigen schlechten Zeiten zu überwinden. Dr. T h o 1 e, Hünfeld.
kredttnol und kshlenhrmdel.
Aus Kreisen des Fuldaer Kohlenhandels gehen uns folgende beachtenswerten Ausführungen zu:
Von einer Not im Kohlenhandel zu sprechen klingt im Winter paradox. Und doch befindet sich der Kohlenhandel z. Zt. in einer Krise, die seine Existenz in Frage stellt. —
Die Spitzenorganisationen des Kohlenhandels, wie Rheinisch-Westfälisches Kohlen-Syndikat, Rheinische- und Mitteldeutsche Braunkohlensyndikate haben in natürlicher Konsequenz bereits vor Jahren ein äußerst scharfes und engumriffenes Kreditsystem aufgebaut. Von einem Kredit kann selbst ein Saie, wenn er diese Bedingungen zu Gesicht bekommt, nicht mehr reden. Alle Sieferungen eines Monats, einerlei, ob sie am Monats- anfang, ober am TOonatsenbe zum Versand gelangen, müssen restlos bis zum 10. des folgenden Monats beglichen fein. Erfolgen die Zahlungen nicht rechtzeitig, so werden z. T. Kreditzuschläge gerechnet, die zwischen 1%
bis 3 Prozent des Rechnungsbetrages nartteren. a über hinaus haben die Spitzenorganisaitonenen i Recht, von ihren Unterabnehmern Sicherheiten bis , doppelten Betrag einer Monatsabnahme zu fordern
Aus vorstehenden Ausführungen geht hervor, daß ■ Kohlenplatz- ober Kleinhanbel entroeber über ausrei*en des Kapital verfügen muß, ober aber gezwungen j sich fremdes Kapital zu beschaffen. Setzkere Mögliche scheidet bei der heutigen Wirtschaftslage .sowie bei h damit bedingten Zinsbelastung aus. Selbst wenn e Platzhändler über ausreichendes Kapital verfügt, fo kan er, ohne eigenes Verschulden, sehr rasch in die Sage kommen, daß er mit allen seinen Mitteln festgefahren ist UnjJ nicht mehr seinen Verpflichtungen nachkommen kam
Wichtiger als in jeder anderen Branche ist im Sol lenplatzhandel die Frage des prompten @ e Ibe i ngQ1 ges . Bei allen Verkäufen an die Verbraucher ist k übliche Zahlungsziel 3—4 Wochen bar ohne Abzug. De Publikum hat sich jedoch in den letzten Jahern angewöhn nur zum geringsten Teil prompt zu regulieren, bagegen aber Zahlungsziele bis zu drei Monaten in Anspruch m nehmen. Ein ganz besonderes Kapitel hierbei fpielen die Ratenzahlungen, wobei es vorkommt, daß Rechnungsbeträge in Raten von wöchentlich 2 Mk. getilgt werden Daß ein solcher Zustand selbst für bas gefünbefte Unternehmen eine große Belastung bedeutet, werden die nad^ stehenden Betrachtungen beweisen.
Bei den hier in Fulda gültigen Berkaufsprei s e n für Kohlen, Koks und Briketts spielt die Bahnsrach, eine Rolle, die in ihrer Bedeutung nie richtig eingeschijp« wird. Die Bahnfracht, die bekanntlich in bar bei Gingari der Sendung gezahlt werden muß, macht etwa 40 Pro, des Verkaufspreises aus. Die Frachtvorlagen laufen et heblich ins Gewicht und es kommt tagtäglich vor, ba Diefer oder jener Händler mit Mühe die erforderlichen Frachten aufbringt, weil ihn feine Abnehmer mit der Zahlung ihrer fälligen Rechnungen im Stiche gelassen haben.
Wenn man alle Ausführungen unter dem Gesichts, punkte der heutigen Wirtschaftskrise zusammenfaßt, so muß man sich sehr wundern, daß der Kohlenplatzhandel einen nur geringen Prozentsatz von Insolvenzen auf. weist. Um hier einem oft. gehörten Vorwurf, der Koh- lenhandel erziele erhebliche Gewinne, die Spitze zu nehmen, gebe ich kurz noch einige Gedanken.
Ein jeder Kohlenplatzhändler hat in den letzten Jgh. ren fein Geschäft kaum vergrößern können. Fast alle Händler haben ihren Umsatz nur behauptet, manche so. gar zurückgeschraubt. Die Ursache dazu liegt nicht im Rückgänge des Konsums, auch nicht tm Aufstieg neuer Konkurrenzfirmen, sondern eben darin, daß jedem ei& deinen Unternehmen die finanzielle Basis feint Entwicklung bestimmt. M
Wenn der Kohlenhandel bis jetzt davon Abstand nahm, die Verbraucherschaft mit Mahnungen zu über, schütten, auch nicht den Weg in die Presse gefunden hat, so sollen vorstehende Ausführungen jeden Verbraucher daran erinnern, daß der Kohlenhändler bringend feines Geldes bedarf und daß am Fälligkeitstage bie Kohlen r ech nu nge, auch bezahlt werden müssen. C. F.
Musik und Theater.
— Wagner-Süngeriu Therese Malten f. Am Don. nerstag verstarb in ihrem Heim in Neuzschieren bei Dresden die berühmte Wagner-Sängerin Therese Malten. Sie hat von 1873 bis 1903 an der Dresdner Oper . gewirkt und namentlich in den Wagnerschen Opern, die ! gerade zu ihrer Zeit ihre erste Hochblüte erlebten, sich i einen Namen gemacht. 1903 tat sie in den Ruhestand ; und ist seitdem nicht mehr öffentlich aufgetreten. Sie ■ war vor Jahren zum Ehrenmitglied der sächsischen ' Staatstheater ernannt worden.
Gottesdienst-Ordnung.
Katholischer Gottesdienst.
Sonntag, den 5. Januar 1930. Fulda. Dom. Kollekte für bie neue St. Josephs-Kirche. Beichtgelegenheit: Samstag morgens von 'vi6 an, nachm. von 2—3 Uhr für die Kinder, V-5—7 und von 158 an für die Erwachsenen, Sonntag morgens von 1 -6 Uhr ab. Gottesdienste: '56, 6, '57 und 7 Uhr hl. Meßen mit Gelegenheit zum Empfang der hl. Komm. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Komm, des Männerapostolates und des 8. Schuljahres. '510 Kathedralamt mit Predigt. 3 »11 Christen!, für die Jünglinge. '512 letzte Messe mit Predigt. '52 Andacht zum süßen Namen es ■ mit Segen. 2 Ehristenl. der Jungfrauen. 4 Uhr P edigt, Andacht und Segen. Danach Beichte bis 6 Uhr abends. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von '56—7 Uhr halbstündlich hl. Messen mit Kommunion • Austeilung. 3/»8 Pfarrgottesdienst mit Komm. 9 letzte Meße mit Komm. — Stadtpfarrkirche. Beichtgelegenheit: Samstag nachm. 3—7,7'5—8'5, Sonntag früh 6—7. Sonntagsgottesbicnfte: 6 hl. Messe, 6’5 hl. Messe unb Komm, des Männerapostolates. 8 erster Schulgottesdienst, Pred. und Komm, des 8. Schuljahres. 9' - Pfarramt unb Pred. 11 zweiter Schulgottesdienst und Pred. 9 Christen!, der Jünglinge in der Severikirche. 1'5 Uhr Ehristenl. der Jungstauen. 2'5 Rosenkranzbruderschaft. 4 Uhr Beichtgelegenheit. Die hl. Komm, wirb von 6—7'5 jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8'5 unb um 9'5 Uhr vormittags. Werktagsgottesdienste: 6'5, 7, 7’5 und 8' - hl. Messen. Mittwoch, Freitag, Samstag früh 6'5 Beichtgelegenheit. Am Freitag nachmittag ist um 5 Uhr Segens-Andacht. — Pfarrkirche zum hl. Geist. 7 Fiühmesie und Ansprache. 8 Uhr Hochamt mit Predigt. ’511 Uhr Sinbergottesbienft und Ansprache. Um 5 Uhr ist bie Abend-Andacht. — St. Josephskirche. '58 Uhr Frühmesse mit Ansprache. '510 Amt mit Predigt. '52 Uhr Andacht mit Segen. Beichtgelegenheit: Samstag von 2—3 Uhr für die Kinder unb '55—7 Uhr abends für Erwachsene, Sonntag morgens von '57 Uhr ab. Kommunion-Austlg. vor unb nach der Frühmesse unb 9'5 Uhr. Werktags *58 Schulgottesdienst. — St. Starmius-Pfarrkirche. 7*>» Komm. - Austlg. 7'5 Frühmesse mit Predigt. 9' - Uhr Hochamt mit Predigt. Darauf Christenlehre. Um '52 Uhr Segensanbacht. — Abkeikirche der Benediktinerinnen. Sonntag “56 Uhr hl. Messe, '59 Konoentamt, 3 Uhr nachm. Vesper. Werktags 3 -6 hl. Messe, '--9 Konventamt, 3 Vesper. — Hurz-Fesu-Hein» Sonntags 6'/r Uhr Frühmesse. 8 Uhr Amt unb Prebigt. Um 2 Uhr Anbacht und Segen. An den Wochentagen beginnt die hl. Messe um 6'5 Uhr. Mittwochs um 8*'< Uhr abends Andacht und Segen. — Friedhofskapeste am Fraazosenwäldcheu. Sonntag 6'5 hl. Messe mit Ansprache unb Kommunion-Austeilung.
An den Werktagen 7'5 hl. Messe mit Komm.-Austlg. — Frauenberg. Hl. Messen von 5—7 Uhr. 8 Singmesse mit Predigt unb liturg. Gebeten. 9 Uhr Levitenamt mit Prebigt. 2 Uhr feierliche Vesper mit kurzer Andacht unb fatrani. Segen. Der Novizenunterricht um 3 Uhr sollt aus
Montag, den 6. Januar 1930. Fest der Hl. Dreikönige. Fulda. Dom. Kollekte für die afrikanischen Missionen unb bie „kathol. Union". Beichtgelegenheiten sinb: Morgens von *56 Uhr an. Gottesdienste: '56, 6, *57 unb um 7 Uhr hl. Messen mit Komm.-Austlg. 8 Uhr Pfarramt mit Predigt. 1 -10 Kathedralamt mit Predigt. ' -12 letzte hl. Messe mit Pred. 2 Uhr Missionsfeier für bie Kinder mit Predigt, Anbacht unb sakramentalem Segen unb Opfergang ber Kinder. Um 4 Uhr bes Nachmittags ist Anbacht mit Segen. — Skadkpfarrkirche. Kollekte für bie Missionen unb für die „katholische Union". Vormittags um 6 unb 6’5 hl. Messe, 8 erster Schulgottesbienst, Predigt unb Komm, der Schulkinder. 9'5 Pfarramt unb Predigt. 11 zweiter Schulgottesdienst u. Pred. 2'5 sakram. Andacht. — Pfarrkirche jnm hl. Geist. 7 Uhr Frühmesse mit Ansprache. 8 Hochamt mit Predigt. ' -10 Festgottesdienst für die Mitglieder des M N. "511 Uhr Sinbergottes- dienst mit Ansprache. Um 5 Uhr Abend-Andacht. — Frauenberg. Ablaßtag unb Generalabsolution für die Terziaren. Hl. Messen von 5—7 Uhr. 8 Singmesse mit Prebigt unb liturg. Gebeten. 9 Uhr (Militärgottesbiensts Levitenamt mit Festpredigt unb (atrament. Segen. 2 Um Predigt, Andacht unb Umgang für bie Antoniusbruderschast.
Evangelischer Gottesdienst.
Sonntag, 5. Jan. (Sonntag nach Neujahr). Fuldar 9.30 Uhr vorm. Pfr. Hattendorfs, 6 Uhr abends Kreis- pfarrer Weber; — 8 Uhr abends Jungmädchenverem im Schwesternhaus, 8 Uhr abends JungmännerverelN im Bibliothekszimmer.
Amtswoche: Pfarrer Hattendorf.
Fulda: Mittwoch 8 Uhr abends Bibelstunde 'M Schwesternhaus. — Donnerstag 8 Uhr abends Mmttr- verein im Schwesternhaus.
Bad Salzschlirf: Donnerstag 4.30 Uhr na<*j- mittags Bibelstunde in der Kirche.
Evangelische landeskirchliche Gerneinschafi, Fulda, puttlarstrahe 17.
Sonntag, 5. Januar. Abends 8 Uhr GDangefifatums Versammlung. Freitag abend 8 Uhr Missionslichtbü -- Dortrag. Thema: „Gottes Wirken unter Armeniern unu Mohamedanern im nahen Orients_______
Barth anfing, Gier zu braten. „Da möchte ich auch schon mal mithalten."
„Du bist dick genug. Knapp," sagte Barth, „um andern auch mal was Gutes zukommen."
Dann ging er über die Wiesen nach den Erlen ZU, in der einen Hand in einem Karton die drei Kochgc- schirrdeckel mit den gebratenen Giern, in ber andere einen Sanbsack mit den drei Büchsen und einem Le
Brot.
„Nun macht euch dabei," sagte er, als
er bei den
Schneid
gesagt."
„Ach so. Das war nun allerdings nicht so gerne' Aber die Gier lasse ich mir gefallen. Ich glaube, es ein Jahr her, daß ich die letzten gegessen habe."
Sie aßen unb wischten die Kochgeschirrdeckel mit 25 aus. „Davon darf nichts verloren gehen," sagte Schn ber, „wer weiß, wann einem roieber mal so etwas blüh- Dann hotte Barth die Büchsen heraus. „Hier sst au noch der Nachtisch, aufmachen müßt ihr die Bucyi schon selber." Das geht ja heute beinahe her wie einer Hochzeit," meinte Schneider. „So gut hat es r wahrhaftig noch nicht gegangen, feit ich im Felde ”l
Zweien angekommen war.
„Nanu, was soll denn das bedeuten?" . guckte ganz erstaunt, als Barth die Gier auspackte. ,, Gefreite soll gefeiert werden, du hasts doch gestern je
(Fortsetzung folgt.)