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wtb. Haag, 3. Jan. (Eig. Meld.) Die deutsche Delegation mit den Reichsministern Dr. Cur- ti u s, Pros. Moldenhauer, Dr. Wirth und Robert Schmidt an dec Spitze, traf heute vormittag um 10.40 Uhr im Haag ein. Zum Empfang waren der niederländische Auhenminisier De- laeris van Blockland, von der deutschen Gesandtschaft Legalionsrat Dr. Rüdiger und andere Herren sowie viele deutsche und holländische Journalisten und Mitglieder der deutschen Kolonie am Bahnhof erschienen. Der deutsche Gesandte Graf Zech war der Delegation bis Utrecht entgegengefahren.
Mit der fraznösifchen Delegation kamen die Minister Tardieu, Briand, Perron und Loucheur an. Die meisten Delegierten wurden vom niederländischen Außenminister persönlich begrüßt.
heue nachmittag um 2 Uhr soll zur Vorbereitung der um 5 Uhr beginnenden Sffent lichen Plenarsitzung eine interne Besprechung zwischen den Vertretern der sechs einladenden Mächte stattfinden.
Kaas, zum 26. Januar nach Berlin einberufen worden. Es handelt sich neben einer Besprechung der allgemeinen politischen Lage vor allem um organisatorische Fragen. Der Reichs- parteiauss-chuh soll Anfang Februar zusammentreten.
wtb. Paris, 3. Januar. (Eig. Meld.) Nach einer Agenturmeldung aus Rom erklärt man in dortigen autorisierten Kreisen, daß Briand und Mussolini vor Ende des nächsten Monats eine Unterredung, und zwar in einer Stadt Liguriens, vielleicht Rapallo, haben würden.
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Der Geist des Voung-Planes
Die Hauptentscheidung fällt auf politischem Gebiete.
Aus Königsberg erhält der Pgz. die Mitteilung, i neun führende Gewerkschafter aus der
den! Und für den Ernst dieser Stunde, dann für das deutsche Volk anhebt, müssen uns beizeiten richten. Hindenburgs Parole fei dafür Wegweiser und Leitstern!
Briand und Mussolini.
Ein Bild vom Aeujahrsempfang in Berlin.
Das diplomatische Korps, das wie alljähr- ich dem Reichspräsidenten in feierlichem Emp- ang feine Neujahrsglückwünsche übermittelte, beim Verlassen des Reichspräsidentenpalais. In der Mitte mit Zylinder der amerikanische Botschafter Schurman.
systems. Also, der Reichsausschuß denkt von sich aus, das heißt, von seinen Führern aus, nicht im geringsten daran sich aufzulösen, sondern bereitet! wohl heute schon im Stillen irgendeinen neuen genialen Streich vor. Freilich ist ihm setzt arges Mißgeschick widerfahren. Die Führer des Re i ch s l a n d bu n h e s, an der Spitze der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Minister a. D. Schiele haben an das Präsidium des Reichsaus«, schusses einen Brief gerichtet, in dem sie erklären, nach ihrer Auffassung habe der Reichsausschuß nunmehr aufgehört zu existieren. Da die Herren Schiele und Hepp persönlich dem Reichs- 1 ausschuß bis heute angehörten, heißt das nicht» anderes, als ihr nuntre'”’’-’« Ausscheiden. In der Tat würde es niemand verstanden haben, wenn eit, Mann von den Qualitäten Schieles, die einmal ge-; machte politische Dummheit der m"en Allianz mit hugenberg nicht bei der ersten Gelegenheit wieder rückgängig gemacht hätte: und so wird niemand non dem jetzt bekannt gewordenen Brief, der für- die hugenberg, Seldte und Hitler zweifellos einen schweren Schlag bedeutet, sonderlich überrascht' worden sein. So weit man Herrn hugenberg kennt, wird dieser freilich nicht daran denken, der, Schieleschen Auffassung Rechnung zu tragen und seinen Club aufzulösen. Aber praktisch finkt der ■ ganze Reichsausschuß mit dem Ausscheiden des Reichslandbundes und der christlich-nationalen; Bauern jetzt doch in die völlige Bedeutungslosigkeit zurück, die er verdient. Begeisterte hugen-. bergianer werden freilich anderer Meinung wir und etwas murmeln von dem kleinen Block dei ( bester sei als der große Brei. Denen wollen wir ihr ' Privatvergnügen nicht stören.
geändert. Auch das holländische Presseempfangsbüro hat fast in derselben Zusammensetzung seine Arbeiten wieder ausgenommen. Zu Ehren der Konferenzteilnehmer sind auch diesmal verschiedene Empfänge geplant. So wird der Magistrat der Stadt Haag am Mittwoch nächster Woche einen großen Empfang im Restaurant Twee Steden veranstalten. Auch die Königin beabsichtigt einen Empfang in ihrem Haager Palais.
uns um die Zukunft Deutschlands nicht bange zu sein.
Diese Geleitworte Hindenburgs für das neue Jahr haben eine weit über den Tag hinausgehende politische Bedeutung. Man hat es dieser Tage mit schmerzlichem Bedauern erleben müssen, daß der greise Führer der Nation, der täglich Stunde für Stunde in verantwortungsbewußter Arbeit für Volk und Vaterland Opfer bringt, in einer geradezu unerhörten Weise aus Kreisen heraus angegriffen und beleidigt worden ist, die so gern das Wort national im Munde führen und den nationalen Gedanken in Erbpacht zu haben vorgeben. Zum ersten Mal feit feiner Amtszeit als Reichspräsident hat sich Hindenburg veranlaßt gesehen, gegen einen solchen Beleidiger seiner Ehre und seines Pflicht- bewußtseins gerichtlich oorzugehen. Die Beleidigungsklage betrifft den nationalsozialistischen Abgeordneten Goebbels, in dessen Zeitschrift unter dem Titel: „Lebt Hindenburg noch?" eine geradezu schändliche Schmähung des Reichspräsidenten und seiner Arbeit für das Vaterland enthalten mar.
Aufruf zur tätigen Mitarbeit aller derjenigen, die am Wiederaufbau des Staates, der Wirtfchaft mithelfen wollen, das ist Hindenburgs Parole. Vielleicht schon in wenigen Tagen wird der Ruf an das Verantwortungsbewußtsein der.Ration erhoben werden müssen, wenn nämlich die großen Entscheidungen zu treffen fein werden, die der Haag diesmal mit sich bringt. Vielfach ist im beut- schenVolke die Auffassung verbreitet, daß unsere Delegierten jetzt nur nach dem Haag zu gehen brauchen, um längst Vorbereitetes lediglich formell abzuschließen, daß also diese zweite Haager Konferenz nur mit der Annahme des Dbung-Plans endigen werde und endigen könne. Vor dieser Auffassung kann gar nicht nachdrücklich genug gewarnt werden. Alles kann ganz anders wer-
wtb. Berlin, 3. Januar. (Eig. Meld.) Der Reichsparteivorstand der Deutschen Zentrums^ Partei ist vom Parteivorsitzenden, Prälaten Dr. Kaas ~ --- " " -
Der englische Schatzkanzler Snowden erklärte vor seiner Abreise nach dem Haag einem Reutervertreter, er rechne nicht damit, daß die Verhandlungen so schwierig sein würden wie bei der ersten Haager Konferenz. In der Zwischenzeit sei viel vorbereitende Arbeit geleistet worden. Den Delegationen bleibe nur die Aufgabe, die letzte Hand anzulegen. Verwickelt sei die Frage der Bank für internationale Zahlungen, aber er sei der Meinung, daß auch dieses Projekt angenommen werden würde.
Don unserem außenpolitischen Mitarbeiter:
Die Haager Schluß-Konferenz begegnet in der ganzen Welt dem größten Interesse. Sie soll den Beweis dafür erbringen, ob die ehemals einander feindlich gesinnten Mächte sich zu der Erkenntnis durchgerungen haben, daß es so nicht weitergehen kann, daß eine neue Basis geschaffen werden muß zum friedlichen Wiederaufbau eines neuen Europa. Da ergibt sich gleich die Frage: Sind wir wirklich schon so weit, daß der Geist der Gewalt und des Hasses weicht einem Geiste, der friedliche und verständnisvolle Zusammenarbeit aller europäischen Mächte schaffen und sichern will?
Wir sehen mit großen Sorgen nach dem Haag. Alle die Debatten in den Parlamenten der ausländischen Mächte, die Aeußerungen in deren Presse, die Ergebnisse der Zwischenverhandlungen wie der diplomatischen Aktionen bringen uns nur eine geringe Hoffnung, daß im Haag in der Tat die endgültige Liquidierung des Weltkrieges erfolgm wird. Im Gegenteil. So etwas wie Kampfeslust verspüren wir, ahnen Situationen, wie wir sie seit Versailles schon oft erlebt. Wir können nicht von der Befürchtung loskommen, daß im Hcmg erneut die Sprache der Gewalt gesprochen werden wird.
Es ist aus diesem Grunde schon notwendig, klar herauszustellen, was Geist und Wesen des Poung-Planes bedeuten, was die Sachverständigen seinerzeit in Paris herausgearbeitet haben, um eine Befriedung Europas, die politische Freiheit und die wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeit Deutschlands zu sichern, was wiederum gerade im Interesse aller europäischen Staaten liegt. In Paris haben zum ersten Male die Vertreter aller sechs Beteiligten Länder eine neue Reparationslösung in gemeinsamer Arbeit gesucht. Deshalb lesen wir auch im Poung-Plan unter anderem:
„Der Dawes-Plan hat nicht versucht, die Ursachen für die Lage darzulegen, deren Verbesfe- rung der Zweck feiner Vorschläge war. In Ueber- einstimmung mit diesem Programm haben wir versucht, noch einen Schritt weiter zu machen und mit dem von uns vorgefchlagenen Verfahren eine Einrichtung zu schaffen, die von Anfang an im Sinne einer freimütigen Zusammenarbeit auf internationaler Grundlage geleitet fein soll. Ihre Träger sollen sich verpflichtet fühlen, die Kriegs- ftimmung zu verbannen, ihre Vorurteile, ihrenPar- teigeift und ihre herausfordernde Sprache aus der Welt zu schaffen und auf ein gemeinschaftliches Ziel im Geiste gegenseitigen Verständnisses und guten Willens hinzuarbeiten . . . Das neue System geht in dieser Richtung weiter, indem es die Zusammenarbeit getrennter Verwaltungs- und Regierungsstellen durch gemeinschaftliche Tätigkeit in einer rein finanziellen Einrichtung ersetzt, an deren Leitung Deutschland einen gebührenden Anteil erhalten soll ... Es war unsere Aufgabe, Vorschläge für finanzielle Verpflichtungen zu machen, die unter Berücksichtigung der damit verbundenen Bedingungen und Schutzbestimmungen innerhalb der Zahlungsfähigkeit Deutschlands bleiben . . . Wir sind uns der Verantwortung, die in dieser Erklärung liegt, bewußt und klar darüber, wieviel von der künftigen Haltung der Völker zueinander abhängt . . . Denn die Lösung des Reparationsproblems ist nicht nur eine Aufgabe Deutschlands, sondern liegt im gemeinschaftlichen Interesse aller beteiligten Länder, und verlangt die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Würde ihre Haltung den Charakter von Feindseligkeiten ober auch nur von Mißtrauen tragen ober bas Bestreben zeigen, einseitige wirtschaftliche Diskriminierungen herbeizu- sühren ober fortzusetzen, so wird eine bei gutem Willen wohl durchführbare Regelung früher oder später Schwierigkeiten begegnen . . . Denn ohne guten Willen und ohne gegenseitiges Betrauen sind alle Vereinbarungen und alle Garantien wertlos.r
Daraus ergibt sich eindeutig klar, daß der Aoung-Plan selbst alle Sanktionen oder ähnliche Bestimmungen a b l e h n t, weit durch sie jeder Zahlungsplan ohnehin wertlos werden mühte. Die deutsche Delegation hat deshalb in erster Linie die Aufgabe, unter allen Umständen unter Berufung auf den Poung-Plan zu verlangen, daß die Vertragsmächte sich verpflichten, zum mindesten während der Geltungsdauer des Poung-Planes alle jene Bestimmungen aufzuheben, welche auf die Anwendung von Sanktionen eingestellt sind. Sollte das nicht gelingen, dann würden wir es uns trotz aller großen Sorgen für die dann kommende Situation doch reiflich überlegen müssen, ob wir den Noung-Plan mit seiner ungeheuren Belastung an» 'nehmen können, wenn auch in Zukunft noch Gewaltmaßnahmen gegenüber Deutschland im Bereiche der Möglichkeit lägen. Und um diese Lö- funn geht das entscheidende Ringen im Haag.
Der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Bayern hatte als Onkel der Braut des italienischen Kronprinzen zur Vermählung eine Einladung erhalten. Angesichts der bei Kriegsbeginn unterbrochenen Beziehungen zu seinem Schwager, dem belgischen König, hatte er die Einladung zuerst abgelehnt. Unter gewissen Voraussetzungen und Zusicherungen seitens des Quirinals erfolgte, wie die D. A. Z. aus München meldet, inzwischen seine Zusage. Der ehemalige Kronprinz wird mit seiner Gemahlin an der Trauung im Quirinal teilnehmen.
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Aus Rom wird gemeldet: Anläßlich der Vermählung des Kronprinzen hat der König eine Amnestie für alle gemeinen und militärischen Delikte gewährt, die mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und darunter oder einer Geldstrafe geahndet werden. Bei Freiheitsstrafen über einem Jahr wird ein Jahr erlassen. Von der Amnestie ausgeschlossen sind die schwer vorbestraften ober besonders gesährlichen Verbrechen sowie diejenigen, die die Gesellschaftsordnung schwer gefährden. Die Amnestie findet auf ungefähr 400 000 Personen Anwendung.
Die Abordnungen der verschiedenen Mächte sind im Haag versammelt. Die holländischen Vorbereitungen für die zweite Phase der Haager Konferenz konnten mit weit größerer Ruhe und Sorgfalt getroffen werden, als dies bei der zeitlichen Begrenzung der ersten Konferenz möglich war. Meistens hat man dieselben Einrichtungen benutzt, die schon auf der ersten Haager Konferenz getroffen wurden und sich damals gut bewährt haben. Dies gilt vor allem für die Organisation des besonderen Post-, Fernsprech- und Telegraphenverkehrs sowie für die zu Gunsten der Presse getroffenen Vorkehrungen. So hat
Abbau bei Hugenberg.
Die deulfchnationalen landwirlschaftlichen Organ!- fationen rücken nachdrücklich von Hitler-Seldte- Hugenberq ab.
Der Rummel von Volksbegehren und Volksentscheid über einen Gesetzentwurf, der sich offenbar deshalb Freiheitsgefetz nannte, weil er politischen Vorkämpfern politischer Freiheit Deutschlands bas Zuchthaus androhte, ist nun seit bald zwei Wochen vorüber. Aber der famose Reichsaussuß der Herren Hugenberg, Seldte und Hitler hat keineswegs daran gedacht, nun sang- und klanglos sich selbst zu beerdigen. Man weiß aus allerlei früheren Ankündigen des Geheimen Finanzrates Dr. Alfred Hugenberg, daß dieses Gremium noch zu allerlei großen Dingen ausersehen fein sollte, und das man mit dem freundlichen Gedanken liebäugelte, solange Volksbegehren und Volksentscheid aufeinander zu häufen, bis das geplagte deutsche Volk endlich einmal aus Versehen Hügenbergschs Politik mitmachen würde. Themen für solche neuen Aktionen liegen ja auf der Straße; man braucht sich nur an das seinerzeit schon einmal angekündigte Stahlhelmvolksbegehren zu erinnern über Aends- rungen der Reichsverfassung, die unter sehr harmlos scheinendem Mäntelchen nichts anderes bedeutet hätten, als die völlige Zerstörung der parlamentarischen Grundlagen unseres heutigen Staats«
FuldaerZertung
Anzeiger für die Stadl Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches kreisblatk.
Wahrhaft national!
Th Rem,«Präsident Hinten' u-s f.i - i<-n»r Neujr:: e •.nfpradje an den Reichskanzler in einem hochbedeutfainen Satze Sinn und Ziel unseres innenpolitischen Strebens grtennzeichnet. Er hat aber auch mit dieser wichtigen Aeußerung autoritativ Stellung genommen zu den innerpolitischen Käni- fen selbst.
Hindenburg sprach:
„Wer entschlossen Hand mit nnlegt und m i t a r b e i t e t an den Ausgaben der Gegenwart und am Ausbau der Zukunft, der handelt wahrhaft national."
Treffender und zielweifender kann man wirklich nationale Gesinnung und wahrhaft nationale Tat nicht kennzeichnen. Richt in unfruchtbarer und unverantwortlicher Opposition, sondern in entschlossener Mitarbeit dokumentiert sich nationaler Wille. „Hoch über den Parteien muß das Vaterland stehen", so fügte Hindenburg hinzu, und wenn sich die Kräfte des Geistes und der Arbeit, an denen unser deutsches Volk reich ist, alle im Gedanken an das Vaterland zusammenfinden, bann braucht
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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt im Bild" und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Berlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leltnng 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
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57. Zahrg.