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Ersatzrefervist Barth.

| M Don I. L e w a l d.

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Einer fragte Franz Barth: „In eurem Landwehr- I regiment habt ihrs doch sicher besser gehabt wie wir ; hier?"

_ »Ich war über ein Jahr dort und wars dort ge­wöhnt. Hier ist einem noch alles fremd!" sagte Barth.

i »Ich glaube, es ist überall ziemlich gleich."

„Wo bist du eigentlich her Deiner Sprache nach k stammst du doch aus der Hanauer Gegend."

„3a, ich bin aus Krotzbach."

„Da aus der Nähe haben mir hier auch einen. Her- ! mann," rief er zurück, „der hier ist von Krotzbach, das -Muß doch auch in deiner Ecke liegen!"

,Bon Krotzbach bist du? Ich bin aus Großheim," rief der zurück, „da komme ich nach dem Essen mal zu dir."

Sie waren an den Quartieren angelangt. „Gleich ontreten zum Essenholen!" hieß es beim Wegtreten.

Das Mittagessen war gut, besser wie im Landwehr­regiment. Es gab sogar Kartoffeln, die Barth dort : ffie zu sehen bekommen hatte.

? Gleich danach kam der von Großheim. Hermann Rauch hieß er. Barth kannte Großheim gut, er war ifrüber viel hingekommen, und auch Rauch kannte Krotz­bach und manchen von dort. Sie erzählten von daheim. Barth erfuhr, daß in den anderen Kompanien noch "rehr aus Krotzbach wären. Rauch nannte die Namen. 65 waren sogar Schulkameraden von ihm dabei.

Rauch erzählte, daß das Regiment etwa vierzehn ^oge hier bleiben sollte, dann sollte es eingesetzt werden. ~.5 lag etwas Verzagtes in ihm, er hatte Frau und ^lnd zu Hause. „Was meinst denn du dazu, daß wir ÄQ vorn hin sollen?" fragte er.

I „Da vorn muß allerhand gefällig sein," meinte Barth, pber vorläufig sind wir ja noch hier, zum Kopfver- kechen haben wir dann immer noch Zeit."

f^„Ia, du hast gut reden. Du bist ledig. Aber wenn verheiratet ist . . ." Er schwieg. „Nun, mache .

dir keine Sorgen, Hermann," sagte Barth, „es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wir wollen uns freuen, daß wir beisammen sind."

„Ja, wir wollen immer mal zusammen kommen," sagte der und ging, es war Zeit zum Gewehrappell.

In seiner Kvxporalschaft hatte Barth fast lauter Leute vom Niederrhein. Sie sprachen einen sonderbaren Dia­lekt, der Barth ein wenig lächerlich vorkam und der schuld daran war, daß er ihnen nicht näher kam.

Nach und nach lernte Barth Gesichter und Menschen seiner neuen Umgebung unterscheiden. Die meisten von ihnen waren Arbeiter aus dem Industriegebiet, Sozial­demokraten durch und durch. Tüchtig und ohne Tadel im Dienst. Aber voll beißender Kritik. Für Franz Barth war es das erstemal, daß er sich Leuten gegen­übersah, die sich offen als Sozialdemokraten bekannten. Er hatte ein wenig Scheu vor ihnen noch von der Schule her, denn da hatte er immer gehört, daß es ge­fährliche Menschen seien, denen nicht zu trauen sei, und Religion hätten sie auch keine.

Ihr Wortführer war der Reservist Schneider, der „schwarze Schneider" genannt wegen seiner dunklen Gesichtsfarbe und seiner schwarzen Haare. Dieses dunkle Gesicht mit dem kühnen, fast herausfordernden Blick war Barth schon am ersten Tage aufgefallen.

Eines Mittags auf dem Heimmarsch vom Uebungs- platz hörte Barth hinter sich im Gliebe einen halblauten Wortwechsel. Er blickte sich um und sah den schwarzen Schneider mit einem anderen im heftigen Streit. „Und ich sage es noch einmal, wir Arbeiter haben nichts vom Krieg, ob er nun gewonnen oder verloren geht." sagte Schneider gerade.

Der da mit Schneider stritt, war ein älterer Mann mit einem ruhigen Gesicht; er sagte: „Aber Mensch, wenn du auch Sozialdemokrat bist, es kann dir doch nicht einerlei sein, ob der Krieg gewonnen oder verloren gehll Oder bist du gar schon überzeugt, daß mir den Krieg verlieren?"

„Ich will dir mal was sagen. „Schneider sprach leise, er zischte fast. „Wenn du von deinem Baterland und von deiner Heimat sprichst, so denkst du an deine Aecker und deinen Hof. Du hast doch etwas vom Va­terland. Aber was haben wir? Nichts! Und meinst

Fuldaer Zeitung

Am Vorabend des Velhnachlsfefkes

Die Fahrt des Papstes zum Lateran

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Die St. Johann-Kahedrale des Laterans (mit den beiden Türmen über der Eingangssront)'.

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Gedenket der vielen hungernden Vögel, die auch den Winker bei uns bleiben

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Um» wie

m. M.

Sonntag, den 22. Dezember 1929.

Schicksalen der Völker. Wir hätten ein Licht, das niemals verlischt, eine Kraft, die immer da ist. einen Optimismus, der auf den unerschütterlichen Fundamenten des Glaubens ruht. Vielleicht er­fassen wir das in unserer Armut besser, und so will ich die Armut preisen, wie St. Franziskus ihr Lob verkündet hat.

weg über den Ianiculus ebenso unbemerkt die Hinfahrt.

in allen Gemeindeverwaltungen und Gemeindebetrieben des Bezirks Rheinland-Westfalen einheitlich ordnet. Die Tarife treten am 1. Januar 1930 in Kraft und laufen bis 31. März 1931. Für den Uebergang werden besondere Bestimmungen getroffen.

bu, es wäre gut für uns, wenn wir den Krieg gewinnen täten? Ich sage dir, vor jedem Briefkasten müßten wir stramm stehen. Und verlieren tun wir den Krieg nicht mehr, denn wir haben ihn längst verloren."

Da konnte sich Barth nicht mehr halten, er wandte sich halb um und sagte: „Laß dich doch nicht auslochen mit deinem dummen Geschwätz! Wir sollen den Krieg verloren haben,, wo wir auf allen Fronten siegreich find? Das kannst du einen weismachen, der keine Knöpfe an der Hofe hat!"

Die anderen lachten. Schneider sagte: „Riskier nicht so ne Fresse, wo du erst drei Tage da bist. Was ver­stehst du überhaupt von dem ganzen Kram? Du bist sicher auch so einer, der alles glaubt, was die Zeitungen und Tagesberichte schreiben. In einem Jahr wollen wir uns mal wieder sprechen."

Cs war gut, daß sie am Quartier angelangt waren, Barth hatte wieder eine hitzige Entgegnung auf der Zunge. Nach dem Wegtreten war er noch voll Em­pörung, so ein Kerl, wie der redete, er hätte nie ge­glaubt, daß ein Deutscher so reden könnte.

Er holte sein Kochgeschirr und blieb an der Haus- türe stehen, es war noch Zeit. Eine andere Kompanie marschierte vorbei. Da durchzuckte es ihn: der Vize dort am Flügel, war bas nicht ein alter Bekannter vom Landwehrregiment?

Er ging nebenher, bis die Kompanie wegtrat — ja das mußte doch der ehemalige Gefreite Schott fein! Der Kriegsfreiwillige, der bann in ben Offizierskurfus gekommen war. Er hatte manchmal ein Buch bei ihm geholt und sich mit ihm unterhalten. Stramin trat er dem Vize in ben W-g: „Verzeihen Herr Feldwebel, sind Herr Feldwebel nicht der ehemalige (Befreite Schott?"

Der blieb stehen und stutzte: „Mensch, du bist ja der Franz Barth! Laß doch die Dummheiten sein und stell dich hin wie ein vernünftiger Mensch! Wie kommst denn du hierher in unseren Verein?"

Barth berichtete. „Einen guten Tausch hast du ja nicht gemacht, im Landwehrregiment roars schöner als hier. Aber das ist nun einerlei, heute abend so gegen acht kommst du her, bann wollen wir eine Flasche Wein zusammen trinken," sagte Schott, „ich hab jetzt noch Dienst. Also wachs gut bis heute abend."

| „ ötefes ^ahr schwerer werden mit der I Wechnachtssümmung. Sind die Verhältnisse de? I Sonbcs druckend, so wirkt das auch auf die reli- f (tiefen Gefiihle ein. Und es war nun einmal nicht I die volle Zufriedenheit in den Geschäften und auch I tücht in den Familien. Es lag wie ein dunkler I Flor vor den Weihnachtsausstellungen in den mär- ff chenhaften Schaufenstern. Man kaufte io billig | wie möglich und fo wenig wie möglich. Der Gold­ff ström fließt nicht mehr, der allem Irdischen erst |; den rechten Glanz gibt. Die Kinder vergleichen in I den Familien genau, was heute das Ehriftkindchen I bringt und was es vor einem Jahr gebracht hat. | S-e zählen genau die Pralinen und meinen am I Ende, es sei da oben mit der Feinbäckerei etwas ff. nicht ganz in Ordnung. Sinnt man indes über । die Armut nach, so entdeckt man mit frommem I Sinn darin doch etwos Gutes. In der Armut I fühlt man sich dem armen Kinde näher, das un- ff erlöst hat. An der ersten Krippe gab es doch die I irdische Flitterseligkeit nicht. Es gab weder fest- ff liche Räume noch lichterfrohe Tannenbäume, es I gab nur Menschen, die in Not waren und dennoch I froh. Dieses Gloria der Engel, dieses Jubeln | der Hirten, dieses stille Glück Mariens, diese | freudige Dienstbereitschaft Josephs, das alles lebte I vom Glanz anderer Welten, und es mußten erst I die irdischen Lichter erlöschen, ehe man die ewi- I gen neu entdeckte. Besinnt sich das arme Deutsch- ff land auf sich selbst, dann wird es glücklicher wer- I den, als je das reiche Deutschland es gewesen ist.

Man muß sich erinnern, daß in Bethlehem zum I erstenmal jenes Gloria in excelsis erklungen ist, I das der Anfang eines neuen Liedes für die ganze | Menschheit wurde. Dieses Lied sollte von nun an I alle Taten begleiten. Es sollte Strophe an Strophe | fügen und die gewaltigen Epochen der Weltge- I schichte umbrausen. Eine neue Schöpfung wurde I aus dem Schoße der Ewigkeit geboren, und sie | sollte hinfürder aller Schöpfung Sinn und Voll­ff endung fein. Weihnachten ist mehr als Spiel und ff Tand, auch wenn wir dieses Fest in dem Schim- I' wer nur sehen, den es auf unsere irdischen Ver­hältnisse breitet. In der Geburt des Sohnes - vollzog sich die Neugeburt alles menschlichen | Tuns und Lassens. Nicht nur wurde in seinem | Lächeln jede Freude geadelt, es wurden auch in seinen Tränen alle imfere Tränen verklärt. I Wiedergeboren sind wir in ihm und wiedergeboren alle unsere Werke. Man glaube doch nicht, es f könne die Menschheit, nachdem jenes Gloria ein» I mal erklungen ist eines andern, eines minderen I Liedes noch froh werden Gerade auch wir in | Deutschland die mir durch Jahrhunderte hindurch | unsere Macht, unsere Wissenschaft und unsere Kunst, alle die herrlichen Anlagen, die Gott un­ff ferm Volke geschenkt hat, in den Dienst der christ- | lischen Kultur gestellt haben, wir werden nie mehr [ zu der großen Freude des Daseins und zu dem | gewaltigen Schwung einer nationalen Sendung zurückfinden, wenn wir nicht wieder einstimmen in jenes Gloria in excelsis Es sollte der Klang sein, der unser ganzes öffentliches Leben im tief* \ ften bewegt, der immerfort mitschwingt. Wir hätten dann eine Freude und ein Herzensglück, ; das ganz unabhängig wäre von den wechselnden

Wie wird das Wetter?

Das mitteleuropäische Hochdruckgebiet hat sich weiter abgebaut, während die Wirbettätigkeit im Westen unter erheblichem Druckfall sich verstärkt hat. Unter dem Ein­fluß der Tiefdruckausläufer kann in unferm Gebiet mit Zunahme der Bewölkung und später auch mit Nieder­schlägen gerechnet werden, doch bleibt der Frost noch be­stehen. wird aber wahrscheinlich etwas nachlassen.

Witterungsaussichten für Sonntag: Weitere Be> wölkungszunahme, leichtes Nachlassen des Frostes, zeit­weise auch Niederschläge, meist in Form von Schnee, östliche bis südliche Winde.

LomrmmalpolMsches.

— Tarifabkommen für die Kommunalangestellten in Rheinland und Westfalen. Nach mehrtägigen Verhand­lungen vor dem Schlichter für Westfalen in Dortmund wurde eine Vereinbarung getroffen, die erstmalig das gesamte Arbeits- und Gehastsverhästnis der Angestellten

von Paul, die Don Bosko und wie sie alle heißen, Männer und Frauen, die selbst arm und in ihrer Armut glücklich waren, so glücklich, daß sie ganze Scharen mit diesem Glück beseligen konnten, die nun weiterwirkten, wie es das arme Kind von Bethlehem gelehrt hat. Armes Kind von Beth­lehem, göttliche Kind, arm wie du feiern wir deinen Tag, und lächeln in aller Not, stark aus dem Glauben heraus, lauschen wir dem Gloria in excelsius deiner Engel.

Friedrich TNuckermann.

3. Blatt.

Druck der Fuldaer Ackiendruckerel. Fulda.

Wie St. Franziskus, so will ich eine zweite Krippe bauen. Was hilft doch all das Reden von der nationalen Idee, wenn ich damit die vielen Armen nicht glücklich machen kann. Eine zweite Krippe will ich bauen, die uns dieses Geheimnis der Menfchenbeglückung wieder lehrt. Es ist doch interessant, welche Methode» der sozialen Arbeit in dieser Krippe geboren wurden. Es ist doch des Nachdenkens wert, wie denn jener, der die Men­schen fo sehr geliebt hat, daß er fein Leben für fie dahingab, sich die soziale Neuordnung gedacht hat. Was bat er denn den Hirten geschenkt und den armen Kindlein, die am Ende mit ihnen zum Stall von Bethlehem geeilt war? Es ist,, als habe er ihre ärmliche Kleidung, ihren Hunger und ihr Frösteln gar nicht bemerkt. Und doch bat er sie glücklich gemacht, so daß wir heute ihren frohen Herzschlag noch im Evangelium svüren. Den Glauben hat er ihnen geschenkt, das Wissen um den Erlöser, den Frieden des Herzens. In der Tat kann der Arme, wenn er auch nur dieses hat, sein Leid wenigstens tragen. Der Reiche aber, der das Glück des Herzens höher sckätzt, als feinen Mammon, wird gern von seinem Ueberfluß mitgeben. Der Goldstrom einer überirdisch beseelten Liebe tritt an die Stelle jenes andern, der bis dahin durch die Menschheit ge­wogt war und alle Kriege entfesselt hatte. Es wurde damals das neue Jerusalem gebaut und es wurde nicht an den Ufern jener Ströme auf» geführt, die mit dem Nut der Kämpfe um das Mein und Dein gefüllt waren. Die Menschen aber haben es bis heute nicht begriffen, daß nur dann eine richtige Verteilung der Güter dieser Welt möglich ist, wenn man diese Güter wieder in dem Wert erkannt hat, den sie wirklich haben und in dem Unwert, der ihnen ebenfalls an» hastet. Damals hat die Umwertung aller dieser Werte eingesetzt, indem der Urwert des Ewigen in dem Gloria in excelsis gefeiert wurde.

bung verbreitet und Menschengruppen sammelten sich vor der Kirche an. Der Papst ließ die Fahrt verlangsamen und erteilte den Segen. Alsdann vollzog sich die Rückfahrt mit einem kleinen

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Ueberralchend verließ Papst Pius XI., wie schon gemeldet, den Vatikan und fuhr im Automobil zur St. Johann-Kathedrale des Laterans, wo er die Messe zelebrierte. Seit Pius IX. hat kein Papst in dieser Kirche mehr Die Messe gelesen. Ursprüng­lich wurde vor zwei bis drei Wochen bekannt ge- gegeben, daß der Papst in der kleinen Kirche San Corlo am Eorso, in der er vor 50 Jahren fein erstes hl. Meßopfer gefeiert hat, auch seine Jubel- mesie lesen werde. Später wurde diese Meldung aus nicht bekannten Gründen widerrufen. Es war nur bekannt, daß Pius XL in der St. Peters- kirche über der Confessio am Grabe des Apostel­fürsten eine stille hl. Messe lesen werde. Nun hat er doch in letzter Stunde einen neuen Entschluß ge­faßt. Er ist im Auto mitten durch die Straßen Roms nach St. Johann ins Lateran gefahren, um hier in der Basilika, die den Ehrentitel „Mutter und Haupt aller Kirchen" trägt, ohne alle äußere liturgische Feier eine stille hl. Messe zu lesen. Nach Beendigung des Gottesdienstes besuchte der Papst noch die Lateranmuseen und hiell sich dann vor der Gedenktafel an den Abschluß der Lateran­verträge auf. Inzwischen hatte sich das Gerücht von der Anwesenheit des Papstes in der Umoe-

Steht dieses Weihnachtsfest mehr als je unter dem Zeichen der Armut, so könnte es an sich um fo eher feinen neuen Reichtum über uns aus» schütten. Wir sehen, wie die Maschinen der Wirt­schaft sich irgendwie festfahren. Wir stehen ver­zweifelt vor den sozialen Jnstitutitonen, die wir in soundsoviel Kassen begründet haben. Wir freuen uns ihres Segens, aber wir wissen, daß es nicht ausreicht, um die Not der Menschen zu lindern. Dieses ganze Gebiet ist nur vom Ewigen aus zu ordnen. Es muß das Göttliche im Men­schen wieder neu erkannt werden, ehe ich empfinde, was ich dem Menschen schulde. In dem Augenblick wird die menschliche Gesellschaft es nicht mehr dulden, daß Millionen ihrer Glieder in ein Elend finken, wie es des Menschen nicht würdig ist. Die Frage der Güterverteilung auf dieser Erde ist darum die Frage der Schätzung der ewigen Güter, und so waren jene die Bahnbrecher auf dem Ge­biet der Lösung dieser sozialen Frage, die sie als eine Frage der Religion betrachtet haben. Höher als die Organisatoren des Verbrauchs, der Hilfs- kaffen, der Gewerkschaften und Verbände stehen jene, die den Geist geweckt haben, ohne den auch diese Organisationen doch nur ein Instrument der Selbstsucht werden, die Franziskus, die Vinzenz

Er gab Barth die Hand und ging Der mußte sich eilen, daß er noch recht zum Essenholen kam. Nachher gab- Post, und auch Barth bekam einen Brief und ein Päckchen von den Eltern. Es war die erste Poft, die er in dem neuen Truppenteil bekam.

Arn Abend ging er zu Schatt. „Ist recht, daß du kommst," sagte er. ,chier fetz dich her. Hier find Zi­garetten. Und nun erzähl mal, was machen denn die alten Landser? Wie hieß doch noch der tolle Kerl? Ach ja, der Huber. Das war eine Marke!" „Er schenkte ein. „Prost, Barth, daß wir gesund aus dem Klamauk heraus kommen!" Sie tranken. „Sag mal, Schott," begann Barth, „wann geht? denn nun eigentlich loi bei uns hier. Wie lange fallen wir den Zimt hier noch mitmachen? Denn daß es Unsinn ist, was wir hier treiben, das gibst du doch wohl selber zu."

„Hast recht, mein Lieber, das geben sogar die Offi­ziere zu, natürlich nur, wenn sie unter sich sind. Aber wenn wir abrücken, das weiß hier kein Mensch, auch unser Oberst nicht. Aber hast du denn eine solche Sehn sucht nach da vorn? Ich glaube, wir kriegen dort alle die Nase gründlich voll."

„Haft du denn schon etwas gehört von dort?"

„Man hört nichts Genaues. Aber was man härt, ist schlimm genug. Es muß nach schlimmer sein als an der Somme. Doch trotz und alledem: der Kopf wird nicht hängen gelaßen. Prost, Barth!"

„Prost Schott!" Du hast recht, den Kopf halten mit hoch, wenns auch schwer fällt."

Sie tranken und erzählten weiter. Aus der einen Flasche Wein wurden zwei. Schott ging dann nochmals fort und holte noch zwei, obwohl Barth durchaus heim wollte. „Ach was," sagte Schott, „so jung kommen wir nicht mehr zusammen, es wird noch eine getrunken."

Dann holte er die Photographie eines jungen Mäd­chens herbei. „So, Barth, jetzt sollst du auch mal mei­nen Schatz kennen lernen. „Guck fie dir mal an, meine (Eifa, ist sie nicht ein feines Mädchen?" j

Er stellte das Bild vor sich auf den Tisch, betrachtete es wehmütig und sagte immer wieder: „Elsa, mein Engel, wenn du wüßtest, wie es uns jetzt geht!"

Und dann fing er an, von ihr zu erzählen, und Barth mußte ihre Briefe leien. —

Wilhelm Hess

Am Steinweg.

Kardinal PaceHi hat kurz vor feiner reife von Berlin an den deutschen Episkopat ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: Wenn ich heute den Pilgerstab wieder ergreife und, dem Be­fehle Seiner Heiligkeit gehorchend, meine Schritte zurück zu der heiligen Stätte lenke, von der ich kam; dann tue i ches mit heißem und demütigem Danke gegen den Allmächtigen, der meine geringe Arbeit unverdient gesegnet hat und mit innigem Gebet zu ihm, daß er die katholische Kirche Deutsch­lands, deren Freiheit und Sicherung, de­ren Ausstieg und Mehrung und deren äußerer und innerer Kräftigung mein Wollen und Wirken in diesen Jahren gew'dmet war, in seine gnädige Hut nehme und siegreich durch alle Wirrnisse und Gefahren Hindurchfuhre zum Heile der ihr onver- trauten unsterblichen Seelen, zum Segen des gan­zen Landes und des gesamten Volkes.

ff. Bock Dkl. in Flaschen und Fässer, aus der alten Brauerei

Joh. Beck, Bischofsheim v. d. Rh. — Lieferung frei Haus.

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Auf die Weihnachts-Feiertage meine Extrahiere

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