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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt

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H im Bild- und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag **3x3 her Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-

Samstag, 21. Dezember 1929

leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151.

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V.D.Z. Berlin, 20. Dezember. (@tg. Meld.) Vor Eintritt in die Tagesordnung am Freitag-

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* Annahme des österreichische Pressegesetzes. Der Rationairat nahm die Peessegcsetzvorlage i" dritter Lesung an.

wtb. London, 20. Dez (Eig. Meldg. Privat- telegramm). Unter ter mehrzeiligen Üebersckrift: „Zugeständnisse für Deutschland, Großbritannien und das vormals feindliche Eigentum. Ueberein- kommen wischen den beiden Regierungen" berichtet der diplomatische Korrespondent des „Daily Tele­graph", daß nach Verhandlungen, die mährend der letzten 10 Tagen im Schatzamt zwischen Ver­tretern der britischen und der deutschen Regierung geführt wurden, ein Ueberein- kommen erzielt worden sei, über die Frage des vormals deutschen Eigentums, das während des Krieges in England beschlagnahmt wurde. Das Uebereinkammen, das nur auf die formelle Unterzeichnung durch die beiden Regierungen warte, könne als gerecht und für beide Par­teien befriedigend angesehen werden.

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Unter dem dringenden Vordach, den Mord an der 16jährigen Bertha Weinmann in gangen zu ha-

ein neues Haager Diktat'? — Von der Politik Eng- Moskaus Weltrevolutionsiraum. — Die Mächte kommunistische Lrwerbstosendemonstrationen. — Pflichten zum politischen Gestalten. — Gegen den

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gegeben, den Betrieb durch die : stelle kontrollieren zu las'rn. D' gegen den schuldigen Beamten ist

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scher Probleme arbeitet, sondern die wirksame praktische Vorarbeit leistet, daß die Zollfriedens- Konferenz, so wie e- das Wirtschaftskomitee des Völkerbundes vorgeschlagen hat, zusammentreten kann und ein planmäßiges Arbeiten garantiert. Es gilt, die riesigen Zollmauern in der ganzen Welt, wenn auch nicht völlig abzubauen, so aber doch auf eine für alle Wirtschaften der einzelnen Länder erträgliche höhe abzutragen.

Daneben kehren auf der neuen Völkerbunds­ratstagung viele alte Streitgegenstände wieder. So der ungarisch-rumänische Optantenstreit, die Be­schwerden der deutschen Minderheiten Ost-Oberschle- siens. Der Ovtantenstreit wird auch dieses Mal nicht bessere Ergebnisse bringen. Ebenso wenig sind wir Optimisten bezüglich der Behandlung der Minderheitenfrage. Das kann und darf uns aber nicht davon abhalten, energisch wieder unsere asten Forderungen zu erheben und Polen gegenüber eine deutliche deutsche Sprache zu sprechen.

In einem öffenlichen Konsistorium, das im Se- gonssaal des Vatikans in Anwesenheit der Kardi­nale, des Diplomatischen Korps, der Vertreter der religiösen Orden und zahlreicher Pilger abgehal­ten wurde, setzte der Papsi den neuen Kardinalen den Hut auf Es folgte darauf em geheimes Kon- sestoriurn, währenddessen der Paps! bei den Kardi­nalen die symbolische Handlung des Mundöffnens und -schließens vornahm, ihnen ihre Priestertitel verlieh und den Ring überreichte. Kardinal Bor­dier erhielt den Titel von St. Balbina. Kärdinal Poeellj denjenigen von St Johann und Paul.

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Außenpolitische Umschau. — Versucht Frankreich tands. — Von der nächsten Genfer Tagung. — müssen eingreifen. — Blutige Weihnachten? — was wir vom Reichskabinett erwarten. — Die

Gemessen an der großen Bedeutung der Haager Zahlungskonferenz ist ihre Verhandlungsdauer nur auf wenige Tage festgelegt, da der englische und der französische Außenminister am 13. Ian. in Genf an der Völkerbundsratstagung teilzun-ch- men beabsichtigen. Diese Tagung bringt ein großes Programm. Am wichtigsten erscheint uns die ge­plante Einberufung einer Zollfriedens-Konferenz zu jein. Daran sind wir in Deutschland sehr in­teressiert und wünschten deshalb auch, daß ihr Zu­standekommen erfolgreich sein möge. Vorläufig hat die deutsche Regierung wegen ihrer Teilnahme noch keine Antwort an den Generalsekretär des Völkerbunds erteilt, aber bis Ende dieses Jahres wird diese sicherlich in Genf eintreffen.

Allerdings sind Erfolge nur dann möglich, wenn der Völkerbund nicht nur an der Lösung theoreti-

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Einigung in London?

Deutsch-englische Einigung über die Zrage beschlagnahmten Privateigentums?

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Umbauarbeiten au bet großen Eisuwahnbriiüe be Mühlingen ein schwerer Bauunfall dadurch, das ein Eisenbahnwagen mit einem aufmontiertet Kran das Gleichgewicht verlor und die zwanzig Meter hohe Böschung hinabstürz:e. Ter Kram führer wurde getötet, drei Arbeiter wurden sehr schwer verletzt. Am Aufkommen eines der Schwer­verletzten wird gezweifelt. Der Zugverkehr aus der Strecke Radolfzell-Sigmaringen ist unter­brochen, er wird durch Umsteigen aufrecht erhalten

Von unserem besonderen Mitarbeiter.

Gleichzeitig mit dem Bekanntwerden des Ter- I mins für den Zusammentritt der zweiten Haager l Konserenz müssen wir sofort wieder die Taktik | Frankreichs erkennen, welche dahin geht, im Haag I eine geschlossene Front der Gläubigermächte zu | schaffen. Dann hätte nämlich Frankreich das heft f in der Hand, würde neue Diktate versuchen.

Anders können wir die Pariser Blätterstimmen I vor dem Haag nicht beurteilen. Die Bombe, roetcbe I Pertinax im „Echo de Paris" in seiner schon längst | gewohnten Weise gegen den Poungplan zur Explo- l sion brachte, sagt uns dies besonders deutlich. I Er dichtet dem britischen Schatzkanzler Ansichten I an, die kein vernünftiger Mensch zu glauben oer- F mag. Obwohl man bei Snowden Wandlungen ge- I wohnt ist, kann man doch nicht annehmen, daß er all das auf der zweiten Haager Konferenz wider­ruft, wozu er sich ausdrücklich auf der ersten Kon­ferenz bekannt hat. Und damals war er es ge­rade, der alle, auch irgendwie georteten Sanktio­nen ablehnte.

Wir sehen jedoch, wohin die nationalistischen Kreise Frankreichs streben, daß sie jede friedens­fördernde vernünftige Neuordnung sabotieren und die Konferenz im Haag zum Scheitern bringen wollen. Sehr zum Schaden Frankreichs selbst, das bei einem solchen Scheitern des Boungplans am stärksten getroffen würde.

Andererseits erkennen wir aber auch, daß die Stellung unserer Unterhändler im Haag noch schwieriger sein wird, als wir glaubten. Allein es besteht nicht der geringste Grund zu einem Pes­simismus. Es kommt alles darauf an, daß un- Ifere Delegation fest bleibt, eine Mehrbelastung ebenso entschieden ablehnt, wie die Versuche, poli­tische Spitzfindigkeiten in den Poungplan hinein­zubauen. Verhandlungen nach Versailler Metho­den werden von uns auf das schärfste abgelehnt. Dann kann die Konferenz ruhig ergebnislos blei­ben, so schwer auch die finanziellen Folgen für uns fein würden.

u rtprüfangS.

V.D.Z. Berlin, 20. Dezember. (Sig. Meld.) : Strasrechtsausschuß des Reichstages setzte heute die ursprünglich beabsichtigte Beratung des Republikschutzgesetzes nicht mehr fort, so daß das Republikschutzgesetz erst im Januar erledigt werden kann.

in Münch:., der 2'.jäh. er K räul ? r verhrsttt.

inmitten der .Hauptstraße bet Stasi befind in weitem Umkreise abgesperrt, wodurch der kehr völlig lahm gelegt wird.

* L'.rdrr Unt.'rfchla 'ung u 'n C rf‘:. I Lehr- und Beschästigungswerkslii.-en für 5 beschädigte, Kriegehin'.crbliedrne uw aude: werbsbeschränkte in Berlin hat Bucl Unterschlagungen in Höhe von 7300 Mark l gen. Der Vorfall hat dem Magistrat Vercml

ständnis ab. Er will Die Weinmann im Streb erschlagen haben.

Schwerer

. Festtag m Rom.

Papsimesse in San Giovanni in Laterano.

wtb. Rom, 20. Dez. (Eig. Meldg.). Anläu- lich seines 50jährigen Priesterjubiläums begab sich der Papst ohne vorherige Ankündigung und ohne zeremonielle Formen im Kraftwagen in die Ba­silika San Giovanni in Laterano und zelebrierte dort die Messe.

Der hl. Vater hat an alle Patriarchen, Erz bischöse und Bischöfe der katholischen Welt eine En­zyklika gerichtet, in der er die Bedeutung der geist­lichen Exerzitien hervorhebt.

wtb. Freiburg i. Br.. 20. Dezember. (Eig. Riech.) Das unmittelbar neben dem alten histo- ' ............. : Haus

Tragisches Ende.

Das deutsche Posiflugzeug Marseiile-Berlin dich beim Heimathafen verunglückt. — Beide Piloten tot.

Das aus Marseiile kommende deutsche Post- flugzeug „Tenerife", das Donnerstagnachmittag in Berlin-Tempelhof erwartet wurde, Hai in dem undurchsichtigen Wetter den Berliner Flug­hafen nicht erreicht und ist in der Nähe von Neu­ruppin bei dem Versuch zu landen verunglückt. Hierbei wurden der Leiter des Fluges, von S ch r öd er, und der Flugkapitän, Albrecht, schwer verletzt. Der Bordmonteur Eichentopf kam mit leichteren Verletzungen davon und war in bei Lage, den Unglücksfall nach Berlin zu melden unl ärztliche Hilfeleistung aus dem 10 Kilometer ent feinten Fehrbellin herbeizurufen.

Die schwerverletzten Piloten von Schröder und Albrecht sind kurz nach dem Unglück g e - ft o rben.

Zu dem Unglück werden noch folgende Einzel­heiten bekannt: Die Maschine streifte mit einer Tragfläche den Boden. Die Fläche ging zu Bruch, und die Maschine fing Feuer. Eichentopf, obwohl selbst verletzt, zog Albrecht, dessen Stiefel bereits brannten, aus dem Flugzeug heraus und brachte dann mit Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Radfahrers auch Hernr von Schröder in Sicher-

erst um 18 Uhr. In der Sitzungspause hatte sich nämlich allerhand ereignet, was die Regierungs­parteien zu Besprechungen unter sich und mit der Regierung nötigte. Es wurde bekannt, daß die amerikanische Anleihe, mit der die Ultimo­schwierigkeiten behoben werden sollten, geschei­tert sei, und daß der Reichsfinanzminister Hik- ferding und sein Staatssekretär Dr. Popitz mit Rücktrittsabsichten umgingen. Bald darauf hörte man, daß durch Jnlandskredit Hilfe geschaffen werde, daß die Leiter der Reichsfinanzverwaltung im Amte bleiben würden, daß aber der Jnlands­kredit an die Bedingung geknüpft sei, daß in den Etat für 1930 ein Tilgungsfonds von 450 Mil­lionen ausgenommen werde. Dieser Bedingung füg­ten sich die Regierungsparteien durch Einbringung eines entsprechenden Initiativantrages. Die Steuer­senkungen werden dadurch stark in Frage gestellt.

Die Plenarsitzung dehnte sich bis Mitternacht aus und endete mit der Annahme der A u s - schutzfassung der Zollvorlage in zwei­ter Beratung.

In der Freitagssitzung, die um 12 Uhr be­ginnt, stehen u. a. auf der Tagesordnung die brüte Beratung der Zollvorlage, die zweite bezw. dritte Beratung des Sofortprogramms und ver­schiedene kleinere Vorlagen.

Auch die Tilgungsvorlage auf die Tagesord­nung der Freitagssitzung zu setzen, scheiterte an dem Widerspruch der Kommunisten, so daß zur Innehaltung der Fristen eine Nachtsitzung am Samstag nach 12 Uhr nachts notwendig wird.

In England kriselt es ganz bedenklich. Das Labour-Kabinett kämpft jetzt schon um feine Exi­stenz. Man darf jedoch nicht annehmen, daß vor der Haager Konferenz eine Regierungskrise von den Konservativen ober von den Liberalen ge­wünscht würde. Außerdem steht bekanntlich die See-Äbrüstungs-Konferenz in London bevor, an der England im Bunde mit den Vereinigten Staa­ten am allermeisten interessiert ist. Hier gilt es das englische Prestige nach zwei Seiten hin zu ver­teidigen, nach englischer Ansicht sogar zu verstär­ken. Einmal soll die englische Vormachtstellung zur See aufrecht erhalten werden, trotz aller Ver­sprechungen für eine Abrüstung einzutreten, aber nur auf Kosten der übrigen Mächte. Zum anderen will das Labour-Kabinett auch wieder im Einver­nehmen mit Amerika über die „Freiheit der Meere" ernstlich debattieren. -Dian gibt fick alfo nach au­ßen hin den Schein des Friedensförderns. Wir sind in Deutschland gespannt, wie diese Debatte ausläuft und würden es gerne wünschen, wenn sie einen zukunftssichernben Abschluß und ein ent­sprechendes Ergebnis brächte. Denn gerade wir haben die Hungerblockade zur See am allerdeut- lichsten zu verspüren bekommen

In der Innenpolitik Englands dagegen sind Spannungen über Spannungen ausgetreten. Noch konnte die Regierung mit einer Mehrheit von 74 Stimmen das neue Sozialversicherungsgesetz im Unterhaus durchbringen. Aber es ist noch völlig ungewiß, ob sie nicht über dem Kohlengesetz strau­cheln wird, weil hier trtber bie Konservativen noch bie Liberalen irgendwelche Zugeständnisse machen.. M

Obwohl Rußland in diesem Fragenkomplex der Außenpolitik nicht direkt einbezoaen tuerben kann, ist es boch notwendig, die dortigen Ereignisse auf­merksam zu beobachten. Die politische Aktivität Rußland nach außen hin nimmt wieder größere

vormittag beantragt Abg. Berndt (Dttr.), sofort einen Antrag zu beraten, der verlangt, daß das Urteil des Staatsgerichtshofes wegen der Betei­ligung von Beamten am Volksbegehren durch öffentlichen Anschlag bekannt gegeben wird. Die Beratung des Antrages kann heute nicht statt­finden, da von der Linken Widerspruch erhoben wird. Auf der Tagesordnung steht die dritte Be­ratung der Zolltarifnovelle.

Abg. Robert Schmidt (Soz. Dem.) führt aus, die gegenwärtige Linksregierung habe praktisch für bie Landwirtschaft bald mehr ge­tan als die frühere Regierung, in der die Deutschnationalen saßen. Die Kommunisten hätten kein Recht, von Brotwucher zu reden. In Sowjet-Rußland mache die Belastung der Massen durch indirekte Steuern 61 Prozent des Etats aus, während nur 39 Prozent durch direkte Steuern aufgebracht werden.

Abg. Putz (Kommunist) erwidert, der Abge­ordnete Schmidt habe kein Urteil über die russi­schen Verhältnisse.

Formen an. Der Erfolg über bie Chinesen läßt bie Sowjetregierung scheinbar hoffen, baß sie ihre Politik wieder in andere Länder hineintragen las­sen kann, um längst begrabene Hoffnungen auf Ausbreitung der „Weltreoolntion" sich erfüllen zu sehen. Gegen diese offenkundigen Absichten Ruß­lands muß sich das übrige Europa mit allen Kräf­ten zur Wehr setzen, wollen diese Staaten nicht dasselbe chaotische Zusammentreffen, zumal in der Wirtschaft erleben, wie wir es in Rußland sehen.

*

Wie immer, so befolgen aud> bieies Mal aus­gerechnet bie deutschen Kommunisten ben Mos­kauer Befehl am schnellsten. Ueberill ;m Reiche wirb eine blutige Weihnachten vorbereitet. Er- werbslosenbemonftrationen werben auf Aufsord e- rung ber Kommunisten in Szene gesetzt mit re­gelrechten Kravallen. Dabei kommt es Len Kom­munisten gar nicht darauf an, das Schicksal ber Erwerbslosen zu beifern. Ihnen kommt bie Rot dieses Winters so recht getegeh, um eine neue Ee- neralaktion für ihre Partei zu unternehmen. Es ist deshalb schnellstes Eingreifen der Behörden not­wendig, um diese Straßenkrswalle unmöglich zu machen und bie kommunistischen Revolutionsver­suche schon im Entstehen >u unterdrücken.

Im übrigen sieht cs in unserer Innenpoli- t i k noch wir vor recht trübe aus. Das ist keines­wegs eine pessimistische Auffassung. Sondern mir wollen sogar die strikte Forderung mit erheben, daß einem Wicken Pessimismus ber Kampf seitens der Regierung ongesiwt wirb. Das Reichskabinett ist durch das ihm gegebene Vertrauensvotum ’n die Lage versitzt, ben Beweis zu erbringen, baß es gewillt ist, bie bisherige, wirkli h nicht mehr zu ertragenbe Finanzpolitik aufzugeben und durch Reformen auf diesem, ebenso wie auf dem Wirt­schaftsgebiete bessere Zustände zu schaffen. Dann kehrt auch bas Vertwuen des Volkes zur verant- wortllcken Reickslestung wieder.

Dazu gehört ollerbinnc, auch, daß das Habern unb Feilschen unter den Parteien ein Ende nimmt. Das Zentrum hat früh unb oft genug feine war­nende Sttmme erhoben. Man hat nicht borauf gehört, bis bie trostlosen Zustände einfach dazu zwangen. Etwa- foät, aber nicht zu spät. Wir haben nock bie Gelegenheit zu reformieren unb zu bessern. Aber es nmß gehanbelt werben. Ver­schwinden muß bie Interessenpolitik. Die Stt-ats- .polistk hat allein zu überwiegen.

Das Ziel ist noch lange nicht erreicht Nach­dem die erste unb schwere Krise überstanden war. sahen wir gleich wieder bei den Zoll-Debatten, daß verfchiedene Parteien einfach nicht aus ihrer Haut herauskommen können. Aengstlich klammern sie sich an ihre Parteigrenzpfähle, zeigen sich un- nachaiebia. obwohl sie fick selbst sagen müssen, daß so eine Reform nicht geschaffen werden kann.

Das gilt für einzelne Regierungsparteien, wie für bie Opposition. Bei beiden find Kräfte am Werke, einmal durch starres Festhalten am Par- teiorogramm bie Reaierungsarbeit zu erschweren, und bann auch durch Sabotage, durch Auspeit­schung gewisser Leidenschaften,die Regsirungsar- beit überhaupt unmöglich zu macken. Ein solches Gebaren führt zum Ruin, verhindert jeden Auf­stieg. Und wir haben ihn angesichts unserer schwie­rigen Position im Haag, doch mindestens im In­nern jetzt schon nickt nur oor.iubereiten, sondern auch wirklich zu schassen. Das Zentrum wird die Regierung, wenn sie fest bleibt, sich "ktionssühig zeigt, stets unterstützen, sillstversiäudlick in dem Rahmen des für unsere Partei tragbar Möglichen Wer mit bem Zentrum zusammenarbeiten will aus dieser Grundlage, ist gerne willkommen. Wer da­gegen fruchtlose Opposition macht, muß schonungs­los bekämpft werden.

Und zu denen gehören die Kreise um Hugen- berg. Sie unterstützen die französllcken Rottona- listen mit bewußter Absicht, weil beide nur das eine Ziel kennen, den Poungplan mm Scheitern zu bringen und daraus Agitationskavstal für ihre Partei zu schlagen. Für alle einsichtigen Kreise unseres Volkes gilt es deshalb, sich von solchen De­magogen freizumacken. zumal am kommenden Sonntag ihnen beim Volksentscheid ben verbien- ten Denkzettel zu verabfolgen. Keine Stimme für ben Volksentscheid Zu Hause bleiben!

* Die neue Verfassung der Faschistenparkei. Aus Rom mierb gemeldet: Der Große Faschistische Rat nahm die neue Verfassung ber Faschistischen Parte: tei an, bie bamit für alle Parteimttglieber bin- benbe Kraft erhält. In einer Entschließung rich­tet ber Große Rot an alle biejenigen, bie sich ber eisernen Disziplin der Faschistischen Partei nicht rückhaltlos unterordnen wollen, bie Aufforderung, binnen einer Woche aus der Partei auszutreten. Diejenigen, die aus physischen, moralischen oder besonde­ren persönlichen Gründen aus der Partei ausschei­den, können sich auch weiterhin in den das faschi­stische Regime unterstützenden Organisationen be­tätigen, aber, so heißt es in ber Entschließung wei­ter, innerhalb der Partei unb ber Miliz müssen alle von bem Geist der vorbersten Linie burchdrun- gen sein unb bie Fähigkeit besitzen, in schivcren Zeiten alle Opfer zu bringen.

* Urfeil gegen aufständische Artillerieoffiziere in Spanien. Das Oberste Gericht hat in ber Ange­legenheit ber wegen Aufschubes angeklagten Ar­tillerieoffiziere von Ciubab Real folgenbes Urteil gefällt: Ein Oberst würbe zu 20 Jahren Gefäng­nis, ein Oberstleutnant zu 10 Jahren, ein Major zu elf Jahren, ein Major zu 10 Jahren Gefäng­nis verurteilt. 29 Offiziere, meist Hauptleute unb Leutnants, erhielten Gefängnisstrafen von 1—8 Jahren. Ein Hauptmann unb brei Leutnants wür­ben freigesprochen. Die Verurteilten würben au­ßerdem aus ber Offiziersliste gestricken.

in brr Kaiserstraße stehl seit heute früh 9.3') Uhr in Flammen. Dar Feuer entstand in einem im Parterre gelegenen Blumenladen und verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit durch das Trep­penhaus, sodaß den in den oberen. Stockwerken sich aufhaltenden Personen der Ausweg zur Straße versperrt war. Der Inhaber des Dm uengeschas.es lief im brennenden Treppenhaus in seine im drit­ten Stock gelegene Wohnung, um se u Kind zu retten. Er konnie auch mit dem Kurse dar Freie erreichen, doch erlitten beide so schwere Brandwunden, d a ß n u r geringe Aus­sicht 6 est eht. s i c am Leben zu erbat ten. Der Brand ist noch nicht gelöscht. Die ganze frei­willige Feuerwehr, die Sankt.'! skelauae tut) die Polizei sind alarmiert. Die Branostt'l: die sich

FuldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Julda. Amtliches Kreisblatt.