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Fuldaer Zeitung

tag, den 17. Dezember 1929.

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Das VelhnachlsglSlkwuuschkelegrMM der Reichspost.

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land eingegraben bleiben wird",

hat der Apostolische Nuntius Pacelli an oben genannten Herren folgendes Abschieds- Dankesschreiben gerichtet:

Hochverehrte Herren!

Die freundlichen Glückwünsche, die Sie im

Sm 3. Adventssonntag wurde in den katholi- n Kirchen der Diözese folgendes Bischöfliche Hir- joort zum 1150jährigen Jubiläum des hl. Stur- us, des Gründers des Klosters Fulda und des gründers der Stadt Fulda, verlesen

In Christus geliebte Diözesanen!

„Gedenket eurer Vorsteher, die euch das Wort jttes verkündet haben. Betrachtet das Ende ihres Kandels und ahmet ihrem Glauben nach" (Hebr. 13,7). So mahnte der heilige Apostel Paulus die Christen in Jerusalem. In der schweren Zeit, worin se lebten, in den Kämpfen, Verfolgungen, Leiden yiib Schwierigkeiten, die über sie hereingebrochen srren, sollten sie an jene von Gott gesandten Män- fier, an die Apostel und ihre Mitarbeiter denken; fie sollten sich erinnern an ihre Belehrungen und gor allem an ihr Beispiel, um diesem ihr eigenes Leben nachzubilden.

So habe auch ich euch bei Gelegenheit des 1175= jährigen Jubiläums des Martertodes des heiligen zonifatus, am 5. Juni d. I., gemahnt, das Leifpiel eures Glaubensvaters in einigen der wich­tigsten Tugenden des katholischen Lebens nachzu- ahmen. Und jetzt bietet mir das bevorstehende 1150- jährige Jubiläum des seligen Todes des heiligen Sturmius, am 17. Dezember d. I., wiederum will­kommene Gelegenheit zu heilsamen Mahnungen, wie sie besonders den Forderungen unserer beweg­ten Zeit entsprechen. Lasset mich euch zeigen, wie der heilige Sturmius das religiöse Leben selbst gepflegt, und wie er eifrig mitgewirkt hat zur Erhaltung und Ausbreitung des Reiches Christi. .

1. — Geliebte Diözesanen! Um das Jahr 735 war der heilige Bonifatius nach Bayern gekommen, um auch hier feine apostolische Tätigkeit zu entfalten und das Volk im katholischen Glauben zu bestärken. Dort traf er den Jüngling Sturmius. Fromme Eltern hatten diesem eine gute Erziehung gegeben und ihn zum Gebete und zum Eifer im Dienste Got­tes angeleitet. So war in seiner jugendlichen Seele der Sinn für den Priester- und Ordensstand er­wacht, der von Vater und Mutter treu gepflegt wurde. Kein Wunder darum, daß sich Sturmius bei seiner Begegnung mit dem heiligen Bonifatius mächtig zu diesem hingezogen fühlte. Die Eltern wehrten es ihm nicht, als er ihnen seinen Entschluß offenbarte, die Heimat zu verlassen und dem Apo­stel der Deutschen zu folgen.

Welch religiöser Geist muß in dieser Familie geherrscht haben! Seht, welchen Einfluß das Eltern­haus ausübt auf den Beruf der Kinder. Schon manchmal habe ich es euch, liebe Eltern, nahege­legt, und heute lasset es mich wiederholen: Pfleget den Geist der Religion in euren Familien und be­müht euch, durch das gute Beispiel eines wahrhaft christlichen Lebens euren Kindern voranzuleuchten! Vielleicht daß auch euch die Ehre und das Glück be- schieden wird, einen priesterlichen Sohn zu erhal­ten, der täglich eurer am Altäre gedenkt, eine Toch­ter, die als Ordensschwester eure Anliegen immer wieder dem heiligsten Herzen Jesu empfiehlt. Ihr °!önnt euch denken, daß auch so frommen Eltern, wie sie der heilige Sturmius besaß, der Abschied von ihrem Kinde nicht leicht gefallen ist. Aber sie brach­ten das Opfer aus Liebe zu Gott zugleich mit ihrem Sohne, der das Wort des Heilandes lebendig in seiner Seele trug: „Wer Vater oder Mutter, Bru­der oder Schwester mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert" (Matth. 10, 37). So fehrt ihr ihn ftark- mütig und freudigen Herzens dem heiligen Bonifa­tius nach Hessen folgen.

Hier hatte unser Glaubensvater ein Kloster in Fritzlar gegründet. Ihm stand der fromme Prie­ster Wigbert vor, der von England herübergekom­men war. An dieser Stätte des Friedens sollte nun Sturmius sich auf den erhabenen Beruf des Prie­sters und Ordensmannes vorbereiten. Hier oblag er mit Eifer dem Studium der heiligen Wissen­schaft. Hier wuchs er immer tiefer in den Geist der christlichen Frömmigkeit hinein und gewann, wie uns E i g i l, der 4. Abt von Fulda und Lebensbe­schreiber unseres Heiligen, meldet, durch seine Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Heiterkeit die Liebe aller. Mit gewissenhafter Treue übte er den klösterlichen Gehorsam und scheute sich nicht, wie es uns ein Brief des heiligen Bonifatius zeigt, auch gewöhnliche und niedrige Dienste im Haufe zu lei­sten. In dieser Pflanzschule des geistlichen Standes zu Fritzlar vom heiligen Abte Wigbert herangebil­det, empfing Sturmius im Jahre 740 durch die Hand des heiligen Bonifatius die hehre Würde und hohe Gewalt des Priestertums. Welche Freude mag an diesem Tage seine Seele, durchströmt haben, aber auch welch inniger Dank gegen seine Eltern und gegen die Priester, die ihm zu dieser Gnade verhalfen hatten! So mögen auch jetzt Familien und Priesterschaft Zusammenwirken, um für den Herrn immer neue Leviten des Heiligtums heran- äuziehen und ihm durch Frömmigkeit und Wissen­schaft ausgezeichnete Diener des Altars zu schen­ken.

Im Herzen des Priesters Sturmius lebte schon lange die Sehnsucht nach der Einsamkeit, wo er sich ganz dem Gebete und der Betrachtung, der Abtö­tung und der Entsagung weihen könnte Er offen­barte dieses Verlangen dem heiligen Bonifatius. Dieser billigte sein Vorhaben, das ja mit seinem eigenen Wunsche zusammentraf, in der Einöde Bu- choniens ein Kloster zu gründen. Ihr seht Stur« vrius mit zwei Gefährten aus Fritzlar ausziehen, um eine geeignete Stätte zu suchen. Sie kommen ®n den Ort, wo heute Hersfeld liegt, erbauen sich hier eine bescheidene Wohnung und beginnen in diesem anmutigen Tale der Fulda ins Leben front« vler Einsiedler zu führen. Aber als Sturmius bem heiligen Bonifatius in Selheim davon berich­tete, hielt dieser den Ort wegen der Nähe der heid- uischen Sachsen für weniger geeignet. „Deshalb sucht", so sagte er, „eine entferntere, tiefer in der Einöde gelegene Stätte, die ihr gefahrlos bewohnen könnt."

, Ihr wißt es, geliebte Diözesanen, wie Stur« blius dieser Weisung nachgekommen, wie es ihm buch mühevollen Versuchen endlich gelungen ist, den °tt zu finden, der für die Gründung eines Klosters

men der Deutschen Zentrumspartei und der Reichs­tagsfraktion anläßlich meiner bevorstehenden Er­hebung zum Kardinal an mich zu richten die Güte hatten, sind mir ein neuer, mit Genugtuung und Freude begrüßter Beweis für die Gesinnungen, mit denen Sie dem Heiligen Stuhl, der Avostolischen Nuntiatur in Berlin und auch meiner Person ge­genüber beseelt sind. Lassen Sie mich Ihnen und Ihren Freunden hierfür innigen Dank sagen. Beim Scheiden aus meinem bisherigen Amte vergegen­wärtige ich mir in aufrichtiger Erkenntlichkeit die großen und entscheidenden Dienste, welche die Deutsche Zentrumspartei — getreu ihren ruhmrei­chen Traditionen — der Verteidigung der Rechte und Freiheiten der Kirche geleistet hat und wünsche

Auf das Glückwunsch-Telegramm der Deuttschen .Zentrumspartei und ihrer Reichstagsfraktion an den Apostolischen Nuntius Pacelli, worin deren Führer Professor Dr. K a a s und Dr. Brüning die ehrerbietigen Glückwünsche zu der von näch'ter Stelle erfolgenden Auszeichnung für unvergeßliche Verdienste um Kirche und Staat dem neuen Pur­purträger entbieten, und in dem es weiter heißt:

„Mit ihrer Freude paart sich aufrichtige Trauer um den Verlust des ersten Titelträgers der neu- gegründeten Berliner Nuntiatur, dessen Name für immer in die Annalen der deutschen Kirchen­geschichte und in die Herzen des katholischen Deutsch-

ihr auf ihrem weiteren Wege als Lohn ihrer Mü­hen den Segen des Allmächtigen und die Treue ihrer Gefolgschaft.

Mit dem Ausdruck ganz besonderer Wertschät zung und verbindlichen Empfehlungen an den Par« teioorstand und die Reichstagsfraktion

Ihr ganz ergebenster gez.: Eugen Pacelli, Erzbischof von Sardss, Apostolischer Nuntius.

*

Beim Abschied von Berlin hat der päpstlich Nuntius Pacelli an den Vorsitzenden der Preu­ßischen Zentrumsfraktion, den Präsidenten Dr. Porsch, folgendes Handschreiben gerichtet:

„Für die gütigen Glückwünsche, die sowohl Sie als Herr Dr. Heß mir, zugleich auch für die L a n d- tagsfraktion, anläßlich meiner Abberufung nach Rom ausgesprochen haben, nehmen Sie mei­nen verbindlichsten Dank entgegen, den ich zugleich auch an Herrn Dr. Heß und die Fraktion weiter­zuleiten bitten darf. Das vergangene Jahr ist mit seinen ereignisreicken Vorgängen auf dem Ge­biet der Verhältnisse von Kirche und Staat in Preußen, wie auch für die Deutsche Zen« trumspartei, ron besonderer Bedeutung ge­wesen. Die treue Unterstützung, die ich bei Ihnen wie auch bei Ihren Freunden für die Sache der Kirche gesunden habe, wird bei mir immer unver­gessen bleiben.

Mit innigen Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen und besten Empfehlungen an die ge­tarnte Fraktion bin ich, hochverehrter Herr Geheim­rat, Ihr stets ergebenster gez. Eugen P a c e l l i, Erzbischof von Sardes, Apostolischer Nuntius."

es kommt Uns vor, als gälte auch Uns jenes erschüt­ternde Wort, das Gott zum Propheten Jsaias ge­sprochen hat: Rufe laut! Halte nicht an dich! Der Posaune gleich erhebe deine Stimme!" Höret, ge­liebte Diözesanen, dieses ernste Wort des Stathal- ters Christi, dessen apostolisches Bestreben es ist und sein muß, die Königsherrschaft des Heilandes nach dessen Auftrag auf Erden immer weiter auszudeh- nen. Darum unterstützt das Päpstliche Werk der Glaubensverbreitung, den Franziskus Taverius- Missionsverein sowie auch durch eure Kinder den Kindheit-Jesu-Verein!

Geliebte Diözesanen! Ich weiß es, daß ich euch immer wieder zu Opfern aufrufen muß. Aber es ist mir auch durch die Erfahrung bekannt, daß ihr bereit seid, für die heilige Sache unseres Glaubens, für das Heil der Seelen solche Opfer zu bringen, auch dadurch, daß ihr einmal auch auf eine sonst erlaubte Freude oder ein weltliches Vergnügen ver­zichtet. Das irdische Glück rauscht vorüber. Das Verdienst des Opfers für das Reich Christi wird eingetragen in das Buch des Lebens.

*

So möge denn, geliebte Diözesanen, euch alle der Geist des hl. Sturmius erfüllen, der Geist der Frömmigkeit und des Apostolates! Mögen sich von ihm durchdringen lassen nicht bloß Priester und Kle­riker, Ordensmänner und Ordensfrauen sondern auch alle Angehörigen des Laienstandes!

So werden wir uns, als treue Nachahmer der Tugenden unseres zweiten Glaubensvaters, seiner Fürsprache am Throne Gottes würdig machen. Das hat er ja selbst in der Todesstunde seinen geistlichen Söhnen feierlich versprochen. Als diese sein Sterbe­lager umstanden, sprach einer aus ihnen, wie uns Eigil als Augenzeuge berichtet, die ergreifenden Worte: „Vater, wir zweifeln nicht, daß Du zu Gott kommen und in das ewige Leben eingehen wirst. Deshalb bitten wir Dich, Du mögest unser eingedenk fein und dort beim himmlischen Vater für Deine Jünger Dich als Fürsprecher erweisen!" Da schaute Sturmius die durch den nahen Heimgang des ge­liebten Vaters in tiefe Trauer versenkten Brüder an un dantwortete: „Zeigt euch selbst würdig und betragt euch so, daß ich wirksam für euch bei Gott zu bitten vermag. Dann werde ich tun, was ihr verlangt."

Um diese Gnade, allzeit treue Nachahmer des heiligen Sturmius und dadurch seiner Fürsprache würdig zu sein, wollen wir eifrig beten in den An­dachten, die an den zwei Tagen vor seinem Feste und an diesem selbst gehalten werden, zu deren fleißigen Besuch ich euch dringend einlade. Diese Gnade möge uns schenken der allmächtige Gott f der Vater und f der Sohn und f der Heilige Geist, Amen.

Fulda, den 1. Dezember 1929.

t Joseph Damian, Bischof.

3. Bla«.

Druck der Fuldaer Acttendruckerei, $ul6a.

besonders auch durch die Rücksicht auf die Religion leiten lassen!

Karl der Große begann feine Kriegszüge gegen das heidnische Volk der Sachsen, um dieses, wie Eigil sagt, „teils durch seine Siege, teils durch fein Zureden, teils durch feine Geschenke, zur Annahme des Glaubens Christi zu bewegen". Der Abt des Klosters Fulda folgte dem König und nach Eigils Worten „beutete er jede günstige Gelegenheit aus, um feine Zuhörer durch die Predigt zu vermögen, daß sie ihre Bilder und Götzen verließen, den christ­lichen Glauben annähmen, die Götzentempel zerstör­ten, die heiligen Haine fällten und an ihrer Stelle christliche Kirchen erbauten". Mehrmals hat er als Glaubensbote eifrig und erfolgreich, ungeachtet der Bitterkeiten, die ihm durch den wiederholten Abfall der Sachsen bereitet wurden, in jenen Gegenden ge­arbeitet. Zuletzt wirkte er, schon leidend und durch das Alter niedergebeugt, von der Eresburg, dem heutigen Obermarsberg, aus. Als aber die Hoff­nung auf eine Wiederherstellung feiner Gesundheit verschwunden war, kehrte er in Begleitung des königlichen Leibarztes Wintar in das Kloster Fulda zurück, um hier zu sterben.

Das Beispiel des „Apostels der Sachsen", wie der hl. Sturmius mit Recht genannt wird, soll uns, ■ geliebte Diözesanen, die ernste Lehre geben, daß auch wir an der Erhaltung und Ausbreitung des Reiches Christi, vor allem durch unser Gebet, ar­beiten. Dazu mahnte der Heiland, indem er sprach: „Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind nur wenige. Bittet darum den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende" (Matth. 9, 37).

Darum muß ich euch immer und immer wieder mahnen, unsere Glaubensbrüder in der Dia­spora zu unterstützen durch den Bonifatius- verein und den Schutzengelverein.

Auch in manchen katholischen Gegenden unserer Diözese müssen neue Seelsorgstellen gegründet wer­den, damit bei den durch die modernen Verhältnisse herbeigeführten Schwierigkeiten und Gefahren für Religion und Sitte alle Gläubigen leichter Schutz und Hilfe durch die Seelsorge finden können. Zu diesem Zwecke hatte mir die Geistlichkeit der Diö­zese zur Vollendung meines 70. Lebensjahres eine Spende zur Verfügung gestellt, die mich sehr erfreut hat, wofür ich allen, die dazu beigetragen haben, hier nochmals meinen innigen Dank bezeuge. Diese Seelsorge-Stiftung, der ich den Namen „Sturmius« Fonds" gegeben habe, mögen aber auch die Gläu­bigen, darum bitte ich herzlich, durch Gaben und Stiftungen in dieser für die Diözese hochwichtigen Angelegenheit unterstützen. Darin offenbart sich echter Sturmiusgeift.

Denkt auch daran, was unser von dem Missions- gedanken ganz beseelter Heiliger Pater Pius XI. einmal gesagt hat: „Wir erwägen so oft, daß die Zahl der Nichtchristen rund tausend Millionen be­trägt. Da haben Wir keine Ruhe im Geiste, und

vemerkenswerie AbWedsrvorie Meilis

An die Führer der deutschen Zentrumspartei.

paffend erschien, wie er hier am 12. März 744 das Kreuz aufgerichtet hat, aus dem das Kloster und später die Stadt Fulda herausgewachsen ist. Ich will auch nicht schildern, wie der heilige Bonifatius vom König Karlmann die Schenkung des Ge­bietes erwirkt und mit wie großem Interesse er den Bau des Kloster begleitet hat. Aber Hinschauen müssen wir auf das Leben der Frömmigkeit, das sich jetzt an dieser Stätte entfaltet hat und das die Kraftquelle geworden ist für die entsagungsvolle und mühereiche Arbeit in dem buchonischen Wald, um ihm fruchtbare Felder abzuringen. Seht, wie Sturmius und feine Mönche schon lange vor dem Aufgange der Sonne sich von ihrem Lager erheben zum heiligen Pflichtgebete, wie sie im betrachtenden Gebet, dem Adler gleich, ihren Blick in die Sonne der göttlichen Wahrheit senken, wie sie durch from­me Lesung erleuchtende Gedanken in ihre Seele aufnehmen, wie sie ihr ganzes hartes Tagewerk durch die gute Meinung heiligen, ihrem Wahl- fpruche getreu: „Daß in allem Gott verherrlicht werde!"

Und damit dieses innere und äußere religiöse Leben immer mehr gepflegt werde, reift Sturmius im Jahre 747 nach Italien, um in den Klöstern die­ses Landes den Geist des heiligen Ordensstifters Benediktus zu studieren, besonders auf dem Monte Caffino, wo dos Erbe des heiligen Patriarchen lebendig erhalten wurde, wo der große Ordensstifter zuletzt gelebt und feine Ruhestätte ge­funden hat. Ihr möget euch, geliebte Diözesanen, vorstellen, wie dann nach der Rückkehr des Abtes Sturmius von den 400 Mönchen, die sich feiner Leitung unterstellt hatten, die Ordensregel noch ge­wissenhafter befolgt und die Frömmigkeit noch eifri­ger geübt worden ist. Und die Seele und der Mit­telpunkt dieses Lebens war Sturmius, der durch fein Wort und fein Beispiel die Seinigen immer mehr antrieb, den Weg der Vollkommenheit zu wandeln.

Diese stete Verbindung mit Gott ist für unfern Heiligen nicht bloß eine lautere Quelle heiliger Freude gewesen: sie hat ihm auch die Kraft ge­geben, geduldig das L e i d e n zu ertragen. Es ist euch wohl nicht unbekannt, daß Sturmius bei dem Frankenkönige Pipin verleumdet worden war. Er mußte in die Verbannung gehen und zwei Jahre lang zu I u m i e g e s an der Seine weilen. End­lich wurde feine Unschuld erkannt, voll Freude durfte er wieder zu den Seinigen im Kloster Fulda zurückkehren. Das Leiden aber hatte den Geist der Frömmigkeit in ihm nicht gemindert, sondern ver­tieft und gestärkt. Aus ihm hatte er reichen Trost empfangen, so daß er mit dem heiligen Paulus sprechen konnte: „Ich fließe über von Freude in­mitten aller unserer Trübsal" (2 Kor. 7, 4).

Ja, geliebte Diözesanen, der Völkerapostel hat recht, wenn er die Worte spricht: „Körperliche Ue- bung bringt wenig Nutzen; aber die Frömmigkeit ist zu allem nützlich. Sie hat eine Verheißung für das gegenwärtige und das zukünftige Leben" (1 Tim. 4, 8). Erprobt auch ihr die Wahrheit dieses Wortes für euch selbst und „kostet und seht, wie süß der Herr ist" (Ps. 33, 9), welche Freude und wel­ches Glück, welche Kraft und welchen Trost die wahre, innere Frömmigkeit bietet. Ja, diese muß, wie die Seele den Leib, die äußeren Uebungen der Religion, besonders auch die Teilnahme an dem hei­ligen Meßopfer und an dem übrigen Gottesdienste, den Empfang der heiligen Sakramente durchdrin­gen.

Pfleget diesen Geist der Frömmigkeit in euren Familien, damit sie Heimstätten der Religion und Pflegestätten heiliger Berufe zum Priester- und Ordensstande werden.

Suchet den Geist der echten Frömmigkeit auch zu bewahren und zu stärken durch Teilnahme an Exerzitien, wo in der Einsamkeit der Herr zur Seele redet. Benützt eifrig die Gnade der hl. Mission, wenn sie euch in euren Gemeinden angeboten wird. Haltet aber auch treu die guten Vorsätze der Exer­zitien und der Mission!

Unser aller Wahlspruch sei: „Gratiae et Deritati! Für Gnade und Wahrheit!" Die Wahrheit des Glaubens, wenn sie unser Leben, unser Denken, Wollen und Handeln durchdringt, wird nach dem Tode ausklingen in die Anschauung Gottes; die Gnade aber wird übergehen in die niemals endende Glückseligkeit. „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was in keines Menschen Herz ge­drungen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben" (Jf. 64, 4; 1 Kor. 2, 9). —

2. — Geliebte Diözesanen! Die Liebe zu Gott und der Eifer für feine Ehre, worin die Frömmig­keit besteht, bleiben nicht in dem Herzen verschlossen. Sie streben darnach, auch anderen sich mitzuteilen. Mit dem inneren religiösen Leben verbindet sich das apostolische Wirken. Auch dieses leuchtet an dem hl. Sturmius hervor.

Ihr sehet ihn als neugeweihten Priester die Um­gegend von Fritzlar durchwandern. Eigil berichtet uns darüber: „Wie oft hat er dem Irrtum ergebene Herzen durch die Kraft der gesunden Lehre von dem todbringenden Gifte geheilt. Denen, die in Feindschaft lebten, gebot er, zur Versöhnung und Eintracht zurückzukehren, bevor die Sonne unter­ginge. Allen empfahl er, wessen sie bedurften, dem Willen Geduld, dem Geiste Milde, dem Herzen De­mut und Langmut, und lehrte sie die Uebung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Drei Jahre hindurch hat er so als Priester predigend und tau­fend zum Segen der Menschheit gewirkt." So hat er am Anfänge seines Priestertums drei Jahre hin­durch das Amt eines Apostels im Heffenlande aus­geübt.

Den Gedanken seiner Jugend nimmt Sturmius wieder auf, als er dem Ende feines Ledens schon nahe gekommen war. Es ist euch bekannt, wie Karl der Große die Einheit seiner ausgedehnten Herrschaft durch die christliche Religion zu festigen bemüht war. Er erblickte in der Wahrheit des Chri­stentums die sichere Grundlage für fein Reich. Möchten doch auch heute die Führer des Volkes und die Staatsmänner von der Bedeutung und dem Werte der Religion für das öffentliche Leben durch­drungen fein und sie anerkennen! Mögen sie doch alle bei Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte

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Die Ilmfchlagfeiken des Glückwunschtelegramms,

das die Reichspost zu Weihnachten in Verkehr bringt. Der Entwurf stammt von dem Graphiker Hanns Dastanier.