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r.m.

Donnerstag, den 12. Dezember 1929.

Fuldaer Zeitung

s. Lia»

Druck der Fuldaer Actiendruckerei. Fulda.

Wer regiert?

Die schlimmsten und trostlosesten Zeiten der deutschen Politik nach dem Kriege sind die gewesen, in welchen sich unverantwortliche Nebenregieruw gen etablierten. Vom sicheren Port aus haben dann Persönlichkeiten oder Grupepn Forderungen erhoben, für deren Erfüllung sie sich nicht verant- lvortlich einzusetzen brauchten, deren Durchführung sie aber von den allein verantwortlichen Stellen kategorisch verlangten. In einer ähnlichen Situa­tion befinden wir uns jetzt wieder, da der Reichs- bankprästdent Schacht, und nicht zum ersten Mal, sich, als Nebenregent neben der verantwortlich am­tierenden Rerchsregierung betätigt.

So geht es wirklich nicht. Schacht hat schon manches Mal der deutschen politischen Leitung empfindliche Schwierigkeiten bereitet. So mancher Reichsfinanzminister der früheren Regierungen weiß davon ein Lied zu singen. Und man darf wohl auch daran erinnern, daß Schacht es war, der seinerzeit die ersten Haager Verhandlungen schier zum Scheitern brachte dadurch, daß er ganz unvermittelt mitten in die wirtschaftlichen Ver­handlungen große politische, ja außenpolitische Pro­bleme hineinwarf, als er mit den Wirtschaftsfra­gen auch die Frage der Ostgrenzen und der kolo­nialen Regelung zu verknüpfen suchte. Ja, man kann heute sagen, daß damals das eine oder an­dere im Poung-Plan, das Schacht nun jetzt selber I tadelt, anders sich entwickelt hätte, wenn nicht ! durch dieses Vorgehen Schachts die Gegenseite hart- ' nackiger und mißtrauischer geworden wäre. Und wenn Schacht nun vielleicht an der Haager Rege- l lung kritisiert und dabei von der Regierung ver­langt, daß sie in bestimmten Fragen eine ander­weitige Regelung treffe, daß er insbesondere die Annahme des Poung-Planes von der vorangegan­genen Erfüllung gewisser Forderungen abhängig mache, so muß man darauf Hinweisen, daß Schacht es selber ja nicht fertiggebracht hat, im Haag die Erfüllung dieser Voraussetzungen zu erreichen. Er verlangt also von der Regierung etwas, was er selber nicht zu Wege brachte!

Das Verdienst der Schacht'schen Aktion besteht jetzt darin, daß die an sich schon vorhandene Un­ruhe und Verwirrung nur noch verstärkt wurde. Und sehr leicht kann es dahin kommen, daß nunmehr überstürzt ein Reformwerk geschaffen werden soll, dem nicht die letzte Ausfeilung und Ausreife zuteil werden kann und das dann letzten Endes mehr Schaden als Nutzen stiften würde. Das diktatorische Dreinfahren des Herrn Schacht, der amtlich berufen ist, der deutschen Wirtschaft zu helfen und sie im Existenzkampf zu unterstützen, besteht letzten Endes darin, daß infolge der Schwä­chung der Autorität der Regierung einerseits und des finanziellen Vertrauens andererseits die Kre­ditwürdigkeit Deutschlands im Ausland empfindlich beeinträchtigt wird. Durch diese Aktion Schachts wird das künftige Finanzreformwerk, ganz gleich wie es aussieht, schon von vornherein mit einem

gewissen Makel behaftet. Die tatsächlichen, mehr vielleicht noch die psychologischen Wirkungen einer solchen Entwicklung wird ganz allein Herr Schacht selbst zu verantworten haben.

Selbstverständlich hat Herr Schacht das Recht, ja die Pflicht, System und Methoden der Finanz- und Wirtschaftspolitik des Reiches genauestens auf ihre Auswirkungen für Wirtschaft und Währung zu prüfen. Aber er hat nicht das Recht, in die Politik, der für die Staatsführung allein verant­wortlichen Instanzen derart hineinzupoltern, wie er das jetzt wieder getan hat. Der Zeitpunkt und die Form seines Vorstoßes liefern wieder einmal den deutlichsten Beweis dafür, daß der Reichsbank­präsident jeden politischen Fingerspitzengefühls bar ist. Wenn man sich das Experiment leisten könnte, wäre es ja am besten, man ließe nun Herrn Schacht selbst nach dem Haag gehen, um dort auszulöffeln, was er zum guten Teile sich selbst eingebrockt hat. Dem dagegen muß entschiedenste Verwahrung er­hoben werden, daß Schacht nun in der Reichsregie­rung den Sündenbock dafür sucht, daß er selber sei­nerzeit im Haag nicht alles nach Wunsch erreicht, und daß er erst später wahrgenommen hat, wie vielerlei Unzulänglichkeiten in jenem Schriftstück enthalten sind, das seine Unterschrift trägt.

Nun stehen die Parteien vor einer schiweren Situation. Die Finanznot des Reiches und die Not der Wirtschaft sind garnicht ernst genug zu nehmen. Gerade aber, weil nun zur Ordnung die­ser Dinge eine einheitliche, geschlossene, ihrer Ver­antwortung sich bewußte Front positiv schaffender Kräfte notwendig ist, um dieses große Werk zu­stande zu bringen, über dessen Einzelheften aus allgemein politischen, wirtschaftspolitischen und auch aus Jnteressentengründen die Meinungen ganz außerordentlich auseinandergehen, und die Gegen­sätze sehr stark sind, gerade deshalb wirkt sich dies­mal die Nebenregierung des Herrn Schacht so au­ßerordentlich verhängnisvoll aus.

Man möchte nur wünschen, daß auch dieser Vor­fall sein Gutes in dem Sinne hat, daß die Par­teien im Bewußtsein des Ernstes der Stunde und der Verantwortung, die ihnen aufgebürdet ist, in vollem Bekenntnis zu dieser ihrer Verantwortung eine klare Entscheidung treffen. Die Reichsregierung muß, nachdem ihre Autorität durch den Vorstoß des Reichsbankpräsidenten angegriffen worden ist, auf der Grundlage eines Vertrauens­votums des Parlaments nach dem Haag gehen kön­nen, denn die Situation, die sie dort vorfindet, wird gerade durch diesen politisch unbegreiflichen Vorstoß Schachts ohnehin, schwer genug sein. Da­bei hätte es gerade in der Hand des Reichsbank­präsidenten gelegen, durch eine klare Herausstel­lung der Verpflichtungen, die der Doung-Plan mit sich bringt, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß die deutschen Delegierten im Haag eine Er­leichterung dieser Verbindlichkeiten erreichen kön­nen. Die Aktion Schachts aber geht in umgekehr­ter Richtung: Sie konstruiert von vornherein die

Verantwortung der Regierung für eventuelle Mehrverpflichtungen und erschwert die politische und taktische Stellung der Regierung ganz unge­heuer. Ein Notenbankpräsident eines anderen Lan­des, der solchermaßen in die politische Zügelfüh­rung seiner Regierung sich einmischte, wäre ein für alle mal erledigt.

Schrecken des Meeres.

Chinesische Seeräuber überfallen einen Dampfer.

Wie aus Haukau gemeldet wird, wurde der englische'Dampfer ,Garching" von chinesischen See­piraten überfallen. An Bord befanden sich ein Engländer, 3 Amerikanerinnen und ungefähr 300 Chinesen als Passagiere. Gegen 1 Uhr morgens machten plötzlich 20 bis 30 Piraten, die sich als Passagiere eingeschifft hatten, einen Angriff auf die Kommandobrücke, die durch Stacheldraht und Gitter von den übrigen Teilen des Verdecks abge- sperrt war. Es kam zu einem lebhaften Feuer- g e f e ch t zwischen den Offizieren und der aus in­dischen Soldaten bestehenden Schutzwache einer­seits und den Piraten andererseits. Die Schießerei

dauerte drei Stunden. Ein indischer Soldat wurde getötet, zwei Offiziere verwundet, davon einer töd­lich. Schließlich steckten die Piraten das Verdeck des Schiffes in Brand. Unter den chinesischen Passagieren entstand eine Panik, und viele Män­ner, Frauen und Kinder sprangen über Bord. Gegen 5 Uhr morgens, als der Brand auf seinem Höhepunkt war, traf der durch drahtlose Hilferufe verständigte Zerstörer „Sterling" ein, dessen Be­satzung das Feuer löschte und die Piraten über­wältigte. 38 größtenteils schwerverwundete Chine­sen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Kampf hat 12 Todesopfer gefordert, aber man glaubt, daß mindeftens60chinesisch» Passagiere ertrunken sind.

Wie wird das Wetter?

Ein neuer Druckfall über England deutet darauf hin, daß die Wirbeltätigkeit noch nicht zum Abschluß ge­kommen ist. Bei südwestlichen Winden werden bald weitere Niederschläge unter geringer Erwärmung aus­treten.

Witterungsaussichten für Donnerstag: Noch einzelne Niederschläge, Temperatur etwas zurückgehend, Bewölkung wechselnd.

Schwere Zusammenstöße auf Haiti.

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Das Regierungsgebäude von Port au Prince (Haiki), rechts der Präsident Louis Borno von Haiti.

, Auf Haiti haben sich mehrere Zusammenstöße zwischen amerikanischen Marinesoldaten und ein- heimischen Streikenden ereignet. Neun Tote und zahlreiche Verwundete blieben auf dem Platz. Von Amenka ist em Kriegsschiff mit 500 Mann Verstärkung, zahlreichen Flugzeugen und Maschinengeweh­ren nach der Insel entsandt worden. Haiti ist dem Namen nach Freistaat, 'doch üben seit 1915 die Bereinigten Staaten em Auffichtsrecht aus.

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Joseph Schmitt, Weinsroßhandluns, Fulda.

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Roman von M. W. S o p h a r.

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Ihre Stimme ober ihre Worte erregten feine beson­dere Aufmerksamkeit, der leere Blick aus seinen Augen verschwand auf einige Minuten.

„Ich soll Ihnen Herrn Georgs Namen nennen? Würde das aber auch meinem Mädchen nicht schaden?" fragte er mißtrauisch. „Oder Herrn Georg vielleicht? Ich habe das die ganzen Jahre geheim gehalten, und es soll ihnen doch jetzt kein Leid geschehen."

„Wenn Sie jetzt sprechen, erleidet niemand dadurch Schaden," sagte Frau Grau, gerührt durch des Alten Furcht, den Beiden wehe zu tun, die nun schon so man­chen Tag auf dem Friedhof lagen. „Ich will damit nur einem Mädchen helfen, das ich sehr, sehr lieb habe, und das, wie ich glaube, mit Ihrer lieben Johanna und viel­leicht auch mit Herrn Georg verwandt ist.

Christian betrachtete die Fragende genau.

Es kam Frau Grau vor, als ob seine Augen ganz klar geworden waren.

„Na — denn," sagte der Alle im Flüsterton und nachdem er sich vorsichtig umgesehen hatte, ob nicht etwa ein Lauscher da wäre, — „mein Mädchen ging mit Herrn Georg — des Gutsherrn eigenem Bruder — mit Georg Haller — fort — Haller, das war fein anderer Name, wie der Schlohherr hieß — Haller."

Frau Grau unterdrückte einen Ruf des Erstaunens und sagte so ruhig, wie nur eben möglich:

„Und als Herr Georg Haller Johanna mitnahm — hat er sie dann geheiratet?"

„Niemand weiß darüber was," sagte er mit dem- jeffeen listigen Blick wie zuvor und berührte ihre Hand fnit seinen rheumatischen Fingern. „Die einen sagen yas, die anderen das. Ich weiß ober die Wahrheit, sie lst auf den Papieren niedergeschrieben ....

Auf den Papieren, die Johanna mitbrachte, als sie wit ihrem Manne und ihrem kleinen Mädchen zurück­kam — sie kam mit den Beiden ins Dorf zurück. Es war ein sehr ordentlicher Arbeiter, und Johanna hatte

auch ein kleines Mädchen. Ich weiß aber, was in den Papieren steht." Der listige Zug trat noch deutlicher hervor; er lachte leise vor sich hin.

„Wo sind denn die Papiere?"

„Johanna" — er lachte noch vergnügter — „sie hot die Papiere behalten bis dicht vor chrem Tode, und sie starb, als ihr kleines Mädchen schon erwachsen war und verheiratet — sie heiratete meinen Vetter Franz Mühe, ja, Johannas Mädchen heiratete den. Und als Johanna starb, ließ sie mich holen ....

Ja, sie ließ mich holen, das tat Johanna; sie kam zu ihrer alten Liebe zurück, kann man sagen, auf dem Totenbette, und da gab sie mir ein Kuvert mit den Pa­pieren darin."

„Sie gab Ihnen die Papiere" Frau Grau unter­brach in chrer Aufregung fein langsames Sprechen.

„Ja, sie gab mir die Papiere."

„Und was machten Sie damit?" Ihre Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, und dabei fürchtete sie jeden Augenblick, daß der Verstand des Alten, der plötzlich so hell geworden, doch schnell wieder in die Irre gehen könnte.

„Was ich damit tat? Na, natürlich, was mich Jo­hanna gebeten hat, damit zu tun. Johanna sagte: „Be­halte die Papiere ein bißchen, und dann schicke sie dem Herrn aufs Schloß. Möglich, daß der Herr Unrecht wieder gut machen will; das Kind ist feines Bruders Kind." Das hat mir Johanna gesagt, und ich bewahrte das Kuvert, jahrelang bewahrte ich es und wußte im­mer nicht den richtigen Augenblick, wann ich es dem Herrn schicken sollte. Und dann hörte ich eines Tages, er würde bald abziehen, und da ging ich hinauf aufs Schloß und ließ die Papiere dort und dachte an Jo­hannas Tochter und was mir Johanna gesagt hat, vorn Unrecht wieder recht machen."

Frau Graus Gedanken flogen über die vergangenen Jahre zurück. Wenn die Geschichte, die sie soeben ge­hört hatte, der Wahrheit entsprach, dann — dann war Molchen die Enkelin von der Johanna des alten Chri­stian, die Großnichte von Gottfried Haller, und in die­sem Falle ließ sich das Testament leicht erklären. Wes­halb nur, so grübelte sie weiter, hatte Gottfried Haller in diesem leftajnent die Verwandtschaft gar nicht an­

gedeutet und auch nicht den leisesten Wink dafür gege­ben, daß er fein Geld seinem Patenkind Miranda Mühe aus einem viel wichtigeren Grunde vermachte als einer bloßen Saune wegen? Während diese Fragen noch ihren Kopf durchschwirrten, wandte sie sich wieder Chri­stian zu, aber sie sah sofort, daß weitere Fragen keinen Zweck mehr hatten, denn er war in sich zufammenge- funten, blickte ins Leere und murmelte träumerisch vor sich hin.

„Meine Johanna — es gibt kein Mädchen, das mit ihr zu vergleichen ist. Augen hatte sie wie Goldlack im Frühling, immer glänzend, und ihr Haar — rot, wie das Gold im Schein. Johanna hat auch viel von mei­nem Garten gehalten," fuhr er fort, und feine Augen richteten sich auf die Sonnenblumen, die groß und statt­lich dastanden, „sie und ich, wir wären in diesem Gar­ten hier glücklich gewesen, wenn sie nicht mit Herrn Georg davonging."

Sein Geist war wieder in seine eigene Vergangen­heit zurückgewandert.

Nach einigen Worten der Bewunderung über seine Sonnenblumen und Georginen und vor allem über feine Dahlien am Gitter, verließ Frau Grau das Häuschen und kehrte langsam ins Herrenhaus zurück. Sie ließ alles Gehörte noch einmal an sich vorüberziehen und überlegte nun, was sie zunächst zu tun hatte.

Sie entschloß sich zu einem Brief an Malchens An­walt, schrieb Herrn Brand noch an demselben Abend, und ihr Brief hatte den unerwarteten Erfolg. Herrn Brand schon am nächsten Tage in größter Aufregung im Herrenhaus eiWreffen zu sehen.

Frau Grau hatte inzwischen Molchen von ihrem Besuche bei Christian und der Kunde erzählt, die sie ihm herausgelockt, und die Erbin interessierte sich natürlich aufs lebhafteste dafür.

„Wenn ich wirklich mit Gottfried Haller verwandt wäre, so würde dadurch mein Recht auf sein Erbe bessere Begründung finden," sagte sie schlicht. „Ich habe sehr häufig die Empfindung gehabt. Herrn — Herrn Darberg ein großes Unrecht zuzufügen, indem ich ihm sein Geld vorenthielt. Aber wie gesagt, wenn meine Großmutter die Frau von Georg Haller war, fo

läßt sich gegen meinen Besitz gar nichts mehr einwen- . den."

„Gar nichts mehr einwenden, mein gnädiges o-cm» lein", entgegnete Anwalt Brand und rieb sich vergnügt die Hände. „Ich bin überzeugt, daß der alte Mühe die Wahrheit erzählt hat, denn so exzentrisch mein verstor­bener Klient Gottfried Haller auch gewesen ist, er war zugleich ein sehr kluger Mann und hat es deshalb vor­gezogen, eine Erbin einzusetzen, die er als berechtigt an­erkannte, als fein Geld in fremde Hände gelangen zu lassen. Wir werden übrigens Näheres erfahren kön­nen, wenn wir mit dem Notar reden, der sein zweites Testament beglaubigt hat. Er wird sich vielleicht eini­ger Umstände erinnern, die auf unsere Entdeckung Licht werfen."

Der Notar, den Haller bei Abfassung des Testaments zu Rate gezogen, war ein gewisser Herr Darting ein kleiner schmächtiger Herr, der in der Singenburg nächst­gelegenen Kreisstadt seinen Wohnsitz hatte und, wie Brand richtig vermutete, einige Auskünfte erteilen konnte.

Man erbat seinen Besuch im Herrenhause und er­klärte auf Befragen, daß er das Testament abgefaßt, er­innerte aber auch seinen Kollegen Brand daran, daß er ihm bereits bei dem Tode Hallers mitgeteilt, daß ihm Haller Gründe für die Abänderung seiner früheren letzt- willigen Verfügung nicht angegeben habe.

Herr Brand gab das zu und sagte bann:

„Hat Herr Haller Ihnen denn keine Andeutung darüber gemacht, wichtige Mitteilungen empfangen zu haben? Sagte er Ihnen nicht etwa, wie sehr chm daran gelegen fei, ein altes Unrecht wieder gut zu machen?"

„Das gerade nicht", lautete die Antwort. „Herr Haller hat mir auch nicht direkt den Grund für feine Sinnesänderung gesagt, sondern ließ nur leise durch­blicken, daß ihm Herr Darberg großen Verdruß durch fein beharrliches Verlangen bereitet habe, eine junge Dame zu heiraten, welche Verbindung Herr Haller ent­schieden mißbilligte."

Fortsetzung folgt.