Mittwoch, 11. Dezember 1929
56. Zahrg
Weitere Austritte aus der D.N. D.P.
Volkes
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Nuntius Pacelli verläßt das Präsidenkenpalais.
erteilten Vollmachten beschlossen, durch Aenderung der Bundessatzungen die bisherige absolute Bindung an die D.R.V.P. aufzuheben. Damit erhält der Deutschnationale Arbeiterbund seine organisatorische Freiheit und Selbständigkeit im politischen Handeln, wobei es dem freien Willen der
__ _ _ - I Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die WeN Ar. 286 I h" und »Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag
* I der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift-
__________________I" Leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::
Besuch im VaMan.
Die italienischen Prinzen beim Papst.
Kronprinz Umberto und die Prinzessinnen Gio- vanna und Maria haben sich in Begleitung ihres Hofstaates in den Vatikan begeben, um dem Papst einen Besuch abzustatten. Auf dem Weg von der Engelsburg bis zuni Petersplatz, wo italienische Truppen Spalier bildeten, wurde der aus fünf Automobilen bestehende Zug von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. An der Grenze des vatikanischen Gebietes erwiesen Abteilungen päpstlicher Truppen den Gästen die militärischen Ehren. Im St. Dvmasus-Hof wurden die Besucher von den päpstlichen Würdenträgern empfangen und in die Ge- mächer des Papstes geleitet, der sie im Kleinen Thronsaal sehr herzlich empfing und fick mit ihnen etwa 20 Minuten lang unterhielt. Hierauf stattete der Kronprinz mit seinen Schwestern auch dem Kardinalstaatssekretär Gasparn einen Besuch ab und begab sich vor dem Verlassen des vatikanischen Gebiets in die Peterskirche. Die Rückfahrt gab wiederum Anlaß zu Sympathiekundgebungen der Bevölkerung.
Kardinalstaatssekretär Gasparn erwiderte den Besuch im Ouirinal
Die zrvettr Haager Konferenz.
Die niederländische zweite Kammer hat beschlossen, einen Teil des Kammergebäudes für die Zwecke der Haager Konferenz zur Verfügung zu stellen. Auch der Presse sollen dieselben Räume als Arbeitsstätte angewiesen werden, die bereits anläßlich der ersten Haager Konferenz diesem Zwecke dienten. Es kann somit als feststehend angesehen werden, daß die Haager Konferenz wieder, wie bei ihrem ersten Zusammentritt innerhalb des bekannten Gebäudekomplexes im Binnenhof tagen wird.
Abschiedsgrütze für Hunfius Mellt
PaceM übergibt dem Reichspräsidenten fein Abberufungs» schreiben. — Abschiedsbesuche. — Die Fuldaer Bischofskonserenz an den scheidenden Vertreter des Heiligen Vaters.
einzelne Bundesmitglieder anheimgestellt bleibt, weiterhin der D.R.V.P. anzugehören. Die sofort in Kraft gesetzten Satzungsänderungen werden der nächsten ordentlichen Delegiertentagung zur nachträglichen Genehmigung vorgelegt.
Die bayerischen Gemeindewahleu.
Auch in Bayern haben die Nationalsozialisten die Deutschnationalen erheblich geschwächt.
Als ich vor langen Jahren zum ersten Mal den Fuß auf deutschen Boden setzte, stand Europa unter dem düsteren Zeichen des Krieges. Heute, wo ich, dem Ruf« Seiner Helligkeit folgend, meine Schritte nach der Tiberstadt zurücklenke, kann ich es tun in dem erhebenden Bewußtsein, daß trotz aller Hemmungen und Schwierig»
„Die katastrophale Entwicklung, die die D. N. V. P. unter der Führung ihres derzeitigen Vorsitzenden Geheimrat Hugenberg genommen hat, insbesondere das Vorgehen gegenüber unseren Freunden Hartwig. Lambach und Hülser, ver- anlaßt auch uns, das Band zwischen uns und der Partei zu zerschneiden. Es erscheint uns für Christen und sozial denkende Menschen unmöglich, dieser Partei noch länger Gefolgschaft zu leisten. Wir haben uns ehrlich um die Durchsetzung einer Volksgemeinschaft in und durch die Partei bemüht; eswarumsonst. Nun ist die Bahn frei für eine deutsche christliche und soziale Bewegung aus den breiten Schichten des ~ " heraus."
Die Verhandlungen über das Finanzprogramm der Reichsregierung dauern noch an. Erst am Donnerstag soll im Reichstag die Regierungserklä»- rung abgegeben werden. Die Fraktionsführer der Regierungsparteien versammelten sich, wie das Nachrichtenbüro des V.D.Z. erfährt, Dienstags in der Reichskanzlei, um vom Reichskanzler einen Be- richt über das Kompromißprogramm der Regierung zur Finanzreform entgegenzunehmen. Die Fraktionsführer werden dieses Programm mit ihren Fraktionen beraten und voraussichtlich am Mittwoch eine weitere interfraktionelle Besprechung rbhalten.
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V.D.Z. Berlin, 10. Dez. (Eig. Meld.) Die kommunistische Reichstagsfraktion hat, wie das Nachrichtenbüro des V.D.Z. hört, beschlossen, zu der bevorstehenden Aussprache über die Finanz- und Steuerpolitik der Reichsregierung neben einem besonderen Mißtrauensvotum gegen den Finanzmini st er Hilferding einen all gemein en Mißtrauensantrag gegen das Reichskabinett einzureichen.
Diese Anträge dürften aber dadurch ihre Erledigung finden, daß Reichskanzler Müller selbst die Vertrauensfrage stellen will imb die Regierungsparteien einen entsprechenden Antrag stellen werden.
Das Sleuerfenkungsprogramm.
— Berlin, 10. Dez. (Eig. Meld.) Das Steuersenkungsprogramm der Reichsregierung, auf dessen Vorlage sich das Kabinett heute nacht nach langwierigen Verhandlungen während des ganzen gestrigen Tages geeinigt hat, sieht, wie wir zu wissen glauben, eine Verminderung der direkten Steu erlösten um etwa 800 Mill. Mark jährlich vor. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einer Befreiung der Landwirtschaft von den Grundschuldzinfen für die Rentenbank in Höhe von 86 Mill., aus einer Verminderung der Industriebelastung um vorläufig 40 Prozent; das sind etwa 130 von insgesamt 300 Millionen, von denen die verbleibenden 71 Millionen jährlich stufenweise später abgebaut werden sollen Die Senkung der Einkommensteuer durch Heraufsetzung des steuerfreien Minimums und Auseiin- anderziehen der Steuerstufen sollen 200 Mill, für das nächste Rechnungsjahr betragen, aber in den folgenden Jahren weiter gesenkt werden, so daß die Gesamtentlastung im Verlaufe der noch fest zusetzenden Frist eine Milliarde ausmacht. Endlich sollen die verschiedenen Grundbesitzsteuern um 350 Mill, gesenkt werden. Die Deckung soll durch Bier- und T a b a k st e u e r mit zusammen etwa 500 Mill., die restlichen 300 Mill, aus den Ersparnissen des Poungplanes aufgebracht werden.
Der kranke Parkeikörper.
Falsche Blefljoben. — Die Zersetzung geht weiter. Geistiger llmformnngsprozeh.
Don einem seit Jahrzehnten im parlamentarischen Leben stehenden Mitarbeiter wird uns geschrieben:
Keine Partei kann auf die Dauer existieren, neue Kräfte für sich gewinnen, wenn in ihr nicht ein lebendiger Geist herrscht, der bessert, reformiert, neue Wege weist in stetig sich ändernden Zeiten. Dieser Geist allein ist es, der eine Partei groß macht, sie gedeihen läßt, die notwendige Einigkeit in großen Zielen herbeiführt, wenngleich in Einzelfragen selbstverständlich allen Gruppen die notwendige Bewegungsfreiheit bleiben muß. Wird ein solcher Geist aber durch die Parteimaschine verdrängt, dann entsteht innerhalb einer Partei ein geistloses Vakuum. Die denkenden Köpfe der weitsichtigen Politiker fühlen sich gehemmt, in ihrem Schaffen behindert. Die Persönlichkeit wird ertötet.
In jeder Partei muß auch eine gewisse Parteidisziplin in gesundem Rahmen bestehen und an ihr festgehalten werden. Niemals aber darf sie dazu führen, daß gesunde Meinungsäußerungen unterdrückt, eine gesunde Parteiopposition ausgeschalet wird, vor allem nicht dann, wenn es gilt, wirklich große Ziele, in diesem Falle volklich und staatlich gedacht, zu erreichen. Dann wird nämlich der Führer einer solchen Partei bald einsehen, daß er seine Partei zum Zersetzungsprozeß führt, da er nicht herrscht kraft seiner moralischen Autorität, sondern mit Gewalt, Drohung und Unterdrückung jeder vernunftsgemäßen Einstellung.
In dieser Situation befindet sich heule die Deutschnationale Dolkspartei. Ihr sogenannter Führer Hugenberg hat die ehemals große Rechts- Partei mit Methoden, wie wir sie oben aufzeigten, zur Spaltung gebracht. Er mag damit personelle Wünsche erfüllt sehen. Aber die Parteibeweguna ist dadurch tot geworden, die Parteimaschine hat sich leer gelaufen. In einsichtigen deutschnatw- nden Kreisen erkennt man diese Lage mit ©diref- (en. Daran ändert auch nichts der neuerlune deutschnationale Aufruf. Sein Inhalt ist nur ein Scheinmanöver. Aengstlich geht man jeder sachlichen Kritik aus dem Wege und versucht, die Tatsachen zu verwischen, indem man neue Angriffe gegen die Männer erhebt, die die Stunde erkannten und daraus ihre Konsequenzen zogen. Herr Hugenberg will noch einmal den Eindruck der Geschlossenheit erwecken, was ihm nicht gelingt, weil hinter den Kulissen die Gährung und Zersetzung immer weiter um sich greift. .
Sn dem Aufruf wird auf das „einmütige Zu- Iwuummirten ,.Än Parteigliederungen und
kümmerliche Erklärungen nicht begeistern und gewinnen können. Diese Jugend urteilt nach Taten, erstrebt die Berwirklichuna zielklarer Ideale in der Partei, verurteilt entschieden jede Parteimaschinerie und jede Parteischablone.
Noch zwei Gruppen werden das künftige Schicksal der Deutschnationalen Volkspartei aus das stärkste beeinflussen. Das sind die deutfchnationalen Landwirte und Industriellen. Erstere haben erkennen müssen, daß unter der augenblicklichen Führung der Deutschnationalen Partei nicht die Ziele verfolgt werden können, welche im Interesse der Landwirtschaft gelegen sind. Die Landwirtschaft weiß, daß ihr nur int einträchtigen Zusammenarbeiten mit den übrigen Berufsschichten geholfen werden kann, nicht aber wenn man sich gegen sie einstellt, wenn man sich mit den National-Mar- xisten auf Gedeih und Verderben zusammenschließt. In ähnlichen Gedankengängen bewegen sich die Anschauungen der Industriellen. Während die e^ige Führung der Deutschnationalen Partei zum Kamps gegen den Marxismus aufruft, darunter aber die gesamte Arbeitnehmerschaft, wie die Praxis lehrt, verstanden wissen will, verlangen diese Industriellen unter Führung von den Abgeordneten Klönne, Lejeune-Jung und dem Großindu- triellen Frowein, daß man mit der Arbeitnehrner- chaft zusammengehen müsse, daß jeder einsichtige Politiker sich auf den Boden des heutigen Staates zu stellen habe, weil sonst nie an eine Gesundung ler Wirtschaft, an eine Beseitigung der gewaltigen Schwierigkeiten gedacht werden könne.
Im Geiste des neuen Deutschland und nicht „im Geiste Hugenbergs" wird das zukünftige gesamtpolitische Gestalten Deutschlands sich vollziehen. Die Aufgabe aller verantwortungs- und staatsbewußten Kräfte wird es fein, in den kommenden Wochen und Monaten diese notwendige Sammlung aller Kräfte zu schaffen, eine Basis zu errichten, auf der sich alle im vaterländischem Geiste und vaterländischer Zielsetzung handelnden Parteien zu einmütiger Gesamtarbeit finden können, ohne Rück- ficht darauf, ob Teile derselben in der Regierung oder in einer gesunden Oppositionsstellung sich befinden. Don einer solchen Einstellung wird allein Deutschlands Zukunst abhängen.
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In bet P. G. Z. wird folgendes mitgeteilt:
Der Landesverband Mittelschlesien der Deutsch- nationalen Volkspartei hat in einer Entschließung die Abgeordneten Hülser, Lejeune-Jung und Kliesch aufgefordert, ihre Mandate niederzulegen. Eine ähnliche Aufforderung ist von seinem Landesverband auch an den Abgeordneten Schlange-Schöningen ergangen. Diese Aufforderungen konnten in den Landesverbänden nur durchgedrückt werden, da die Landesverbandsvorsitzenden und auch einzelne sehr große Teile des Vorstandes von dem Parteivorsitzenden Hugenberg für dieses Amt bestellt worden sind. Die Entschließungen dieser Landes- I verbände geben also nicht die Meinung der Wähler- I schäft, sondern nur die Aufforderung des Geheimrats Hugenberg wieder. Aber auch diese Forderung fußt weder aut tatsächlichen Unterlagen, noch wird sie einen praktischen Erfolg haben. Die einzelnen Abgeordneten haben nur unterschriftlich anerkannt, daß sie ihre Mandate an die Partei zurückgeben, wenn sie einzeln aus der Partei austreten sollten. Sie haben sich jedoch immer geweigert, eine Rückgabeforderung der Landesverbände anzuerkennen, falls sie in geschlossenen Gruppen austreten sollten. Nun ist aber unbestritten, daß die genannten Abgeordneten in einer geschlossenen Gruppe ausgetreten sind und somit ein Forderungsrecht der Landesverbände nicht besteht. Die Abgeordneten selbst sind bereit, vor ihren Wäh- j
desdienst des Süddeutschen Korrespondenzbüros erfaßten Städten und Gemeinden haben die Na- üonalsozialisten insgesamt 62 Mandate neu gewonnen und ihren Besitzstand teils verdoppelt, teils verdreifacht. Als zweites Charakteristikum zeigt die Wahl eine stellemveise sehr beträchtliche i Dezimierung der bürgerlichen Mittelgruppen, die in den verschiedensten Kombinatio- 1
FuldaerZertung
Anzeiger für die Stabt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Die Wahlbeteiligung bei den am Sonntag getätigten Gemeindewahlen in Bayern ist mit "7 bis 80 Prz. anzunehmen, dürfte also den Durchschnitt der Wahlen von 1924 erreichen, wenn nicht übertreffen. Aus den bisher gemeldeten Ergebnissen läßt sich ein ziemlich sicherer Schluß auf den Wahlausfall ziehen. Der hervorstechende Zug ist das außerordentlich starke Anwachsen der Nationalsozialisten. In den von dem Lan-
Die deutschnationalen Betitelet bet christlichnationalen Gewerkschafts- und evangelischen Ar- beitervereinsbewegung B a l t r u s ch, M. d. RWR., Rudolph, Thränert, Blum, Adolph veröffentlichen folgende Erklärung:
neu in den Wahlkampf gingen. Im ganzen ist der Mandatsverlust in den diesen Zahlen zugrundeliegenden Kommunen mit rund 50 Manda.en anzunehmen. Vielfach sind an den Einheitslisten auch die Deutschnationalen beteiligt gewesen. Wo die Deutschnationale Volkspartei allein in den Wahlkampf gegangen ist, läßt sich ebenfalls ein starker Rückgang der Mandatszahlen feststellen. Ebenso haben die Demokraten und die DVP., die nirgends eigene Listen aufgestellt hatten, Teil an dem Rückgang der Einheitslisten. Im Gegensatz hierzu steht ein Anwachsen der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes.
Die Bayerische Volkspartei und die Bayerische Bauern- und Mittelstandspartei haben ihren Besitzstand im wesentlichen gewahrt.
Die Sozialdemokratische Partei hat mehrfach nicht unbeträchtliche Mandats- gewinne, aber an anderen Punkten a u ch V er- luste zu verzeichnen, die sich ziemlich die Wage halten. Das gleiche gilt von den Kommunisten.
Die Stadträte in München, Augsburg und Regensburg verfügen über eine zweifellos bürgerliche Mehrheit. In den genannten drei Städten dürste die Bayerische Volkspartei wieder den ersten Bürgermeister stellen. In Nürnberg stehen 19 Bürgerlichen 21 Sozialdemokraten und 2 Kommunisten gegenüber. Hier sind 8 Nationalsozialisten gewählt, eine Zahl, die doch in ganz erheblichem Kontrast steht zu dem siegreichen Ton, den man in dem Nürnberger Organ der Nationalsozialisten zu hören gewohnt ist. Danach müßte das „dritte Reich" schon vor der Tüt stehen. ________
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Reichspräsident v. Hindenburg empfing den apostolischen Nuntius Monsignore Pacelli zur Entgegennahme seines Abberufungsschreibens. Der Nuntius wat von dem Chef des Protokolls Graf Tattenbach im Wagen des Herrn Reichspräsidenten abgeholt worden; bei der Einfahrt in den Hof des Reichspräsidentenpalais erwies eine Ehrenwache die üblichen Ehrenbezeugungen durch Präsentieren des Gewehres und Schlagen des Marsches. An dem Empfang nahmen außer der Umgebung des Reichspräsidenten der Reichsminister des Auswärtigen Dt. C u r t i u s sowie Staatssekretär Schubert teil. Der Nuntius hielt folgende Ansprache:
„Herr Reichspräsident!
Nach langen, ereignisreichen, für Kirche und Staat hoch bedeutsamen Jahren schlägt für mich die Abschiedsstunde von Deutschland.
Der Wille meines erhabenen Souveräns, Seiner Heiligkeit des Papstes Pius XI. ruft mich zurück in die Ewige Stadt. Seiner Anordnung gehorchend, stehe ich hier zum letzten Male vor Ihnen, Herr Reichspräsident, um Ihnen in feierlicher Form das Abberufungsschreiben zu überreichen und meine Mission zu beenden. Bei dieser Gelegenheit ist es mir eine dringende und mit Freuden wahrgenommene Pflicht, Ihnen und der deutschen Reichsregierung ergebensten Dank auszusprechen für die verständnisvolle Förderung, die Sie meiner Tätigkeit in der deutschen Reichshauptstadt angedeihen ließen. Die angenehmen und von ehrendem Vertrauen getragenen Beziehungen, die mich mit der oerehrungswürdigen Person Eurer Exzellenz stets verbanden, werden mir auf meinem weiteren Lebenswege immerfort als beglückende Erinnerung vor der Seele lieben.
Fraktion" hingewiesen, welche nicht „auf der Grundlage der heute gegebenen Verhältnisse", sondern in ihrer Veränderung die Aufgabe für Gegenwart und Zukunft" sehen.
Wo soll diese Einigung sein? Ist nicht gerade wegen der nicht mehr zu ertragenden Parteitaktik Graf Westarp von dem Vorsitz der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen zurückgetreten? Haben nicht dieserhaib die Abgeordneten Schiele und v. Kendel bittere Worte über die Herrschaft der Parteimaschinerie gefunden? Herr v. Keudell hott den bezeichnenden Ausdruck geprägt: „Ein Mann ist mehr wert, als ein Apparat", und das Organ der Konservativen, die ,Kreuzzeitung", schreibt, daß die Räder der Parteimaschine in der Zukunft absolut nicht reibungslos laufen werden, da der Gärungsprozeß in der Deutschnationalen Partei latent bleibe. Schiele und Westarp, v. Keudell und andere werden auch unter den jetzt veränderten Verhältnissen in der Parteikonstnlktion »ihre" politische Linie weiter verfolgen.
Was sich so im Rahmen der Fraktion und auch
in gewissem Sinne in der Parteileitung abspielt, . m .
gilt noch in erhöhtem Maße für die Landesorga- I ®om Deutschnationalen Arbeiter- nisation der Deutschnationalen. Die Knechtung der I b un d wird über die Sitzung des Verwaltungs- Gewissensfreiheit werden die christlich-sozialen Ge- I ausschusses em Bericht ausgegeben, in dem es werkfchaftler gleich ob Arbeiter oder Angestellte I u- heißt:
— sich auch zukünftig nicht gefallen kaffen. Di- I , . ®er, Ausschuß erhebt tn aller Oeffentlichkeit katholischen Mitglieder haben ebenfalls Anlaß zu schärfsten Protest gegen den vom Partei- schärffter Kritik.' Und erst die Jung-Konservativen. Vorsitzenden Hugenberg ausgeübten Gewissens- Jn ihren Reihen herrscht der neue Geist. Sie sich- ^angu. gegen fein diktatorisches Vorgehen, welches len sich zurückgesetzt, in ihrem Entwicklungsdrang I ,cn Bundesvorsitzenden Abg. Hartwig und mit gehemmt, sehen ihre Ideale, wie auch die Ideale weitere Arbeltnehmerabgeordnete gezwungen der vornehmen Alt-Konservativen sind, um des I ^at, aus der D.R.V.P. bzw. aus der Fraktion aus- persönlichen, um des Augenblickserfolges willen I Preten. Der Bundesausschuß hält in Treue zu preisgegeben. Sie suchten einen Platz in der Par-- Einern Vorsitzenden. Um das zu bekräftigen, wird tei, Arbeits- und Geltungsmöglichkeit, fanden je- aufgrund der von der Kasseler Reichstagung des doch von allem nichts bei den Deutschnationalen Deutschnationalen Arbelterbundes dem Vorstand vor. Diese Jugend wird man durch „Aufrufe" und -- .....
Die Begietungspläne M Sinmzrestrm. iWSLZUSSS
kommunistische Mitzkrauensankröge. - Die Vertrauensfrage. &■ »uft<n,befle!ommm