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Roman von M. W. S o p h a r.
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Frau (Brau, die auf alles, was sich auf ihre vielge- kiebte Pflegetochter bezog, genau achtete, bemerkte indes, daß sich Molchen trotz der Rücksicht aller Gäste un- behaglich fühlte, und daß sie, in welchem Zimmer sie sich auch aufhielten, immer ruhelose Blicke umherschweifen ließ, als ob sie etwas oder jemand suche. Auch bemerkte sie, daß Matchen die Tür mit einem nervösen Blick beobachtete und stets zusammenfuhr, wenn sich eine Tür öffnete. Frau Grau konnte nicht entscheiden, ob der Eintritt einer Person Molchen angenehm berührte oder unangenehm war. Erst als sie sich am Abend zur Ruhe begab, erhielt die besorgte Frau die Aufklärung über Malchens Benehmen.
Molchen blieb noch an dem Toilettentisch von Frau Grau stehen, ehe sie sich in ihr anstoßendes Zimmer begab, und spielte zerstreut mit einigen Gegenständen, die sie hin und her rückte, so daß sich leicht erkennen sseß. daß ihre Gedanken anderweitig beschäftigt waren. Eme ganze Weile schwieg sie, dann sagte sie langsam, ohne Frau Grau anzublicken:
„Ich habe Frau Bendler heute abend nicht an der Tafel geseden — ist sie — hat sie —"
„Sie ist fort," antwortete die Aeltere, „sie reist? heute morgen ab/ehe du aufgestanden warst. Sie 'st krank."
„Krank?" Molchen wandte sich mit, einer raschen Bewegung zu Frau Grau und ließ eine silberbeschlagene Bürste zur Erde fallen. „Krank? Was fehlt ihr denn?"
„Sie befand sich im Zustande höchst ungewöhnlicher hysterischer Erregung," antwortete Frau Grau zögernd — „man könnte auch wohl sagen, daß ihr geistiges Gleichgewicht stark gestört schien."
Uni Malchens Lippen spielte ein sonderbares Lächeln; es lag aber keine Freude darin, sondern Sarkasmus, der sich fast zum Zorn steigerte.
„Ich halte es für sehr wahrscheinlich, daß ihr geistiges Gleichgewicht eine sehr ernstliche Störung erlitten
Fuldaer Zeitung
Ein deutscher Riesenbagger sür Frankreich
Diplom-Optiker Sauerborn, Fulda, Steinweg 12
Fortsetzung folgt
genau, ich erinnere Gegenstand festhielt in das tiefe Wasser
besänftigende Worte ins Ohr flüsterte. Rach einer kleinen Pause Hou Mc
es war ein langer starker Haken mich auffing. Ich weiß es nicht mich nur, daß ich mich an einem und dadurch vor dem Hinabsinken gerettet wurde."
Wie eine fürchterliche Detonation, so hörb ich jeden Bankkrach, und muß nun gestehen, daß die Sache beängstigend wird. Zumal die kleineren Explosionen, Zusammenbruch von Firmen, ebenfalls häufiger werden. Zwar gibt es Leute, die sich über all das freuen, weil sie an diesem Staat überhaupt verzweifeln und den Tag herbeisehnen, an dem er ins Chaos stürzt. Sie behaupten, daß mir einfach noch durch den Bolschewismus hm- durchmüssen, und daß erst dann.wieder aufgebaut Kerben könne. Wie kurzsichtig ist das! Wie grausam den Lebenden gegenüber! Wissen denn diese Leute, was ein Chaos ist? Und wissen sie, wie man es überwindet? Und machen sie sich keine Gedanken darüber, daß es heute einer kleinen Zahl von Menschen möglich ist, die Macht, die sie erobert haben, gegen ein ganzes Volk lange zu behaupten? Das russische Volk ist gewiß in seiner lleberzahl nicht bolschewistisch, aber es ist unfähig, eine Diktatur abzuschaffen, die noch heute mit dem Leben der Menschen spielt. Begreifen diese Kreise nicht, daß die weitere Zersetzung der Ehrlichkeit und der Verantwortlichkeit auch nach und nach jene Schichten korrumpieren wird, von denen man die Erneuerung erwartet? Ist es nicht bester, gleich frisch zuzupacken und womöglich bei sich selber anzufangen? Einmal nicht auf Grund von Anzahlungen über feine Kräft zu leben? Einmal unbedingt im noch so kleinen Geschäft auf Solidität und Sparsamkeit zu achten? Einmal jeden Groschen anzuschauen, ehe man ihn ausgibt? Es geht jetzt auf Weihnachten zu, und ich wünsche allen Kaufleuten ein gutes Geschäft, ©em weile ich vor bunten Schaufenstern und freue mich an den Einfällen, die zum Kaufe locken. Aber der Kaufmann hat nichts von Anzahlungen, die in eine spätere Zahlungsunfähigkeit auslaufen. Soll feine Blüte nicht eine Jnflationsblüte sein, so ist er auch angewiesen auf ein Volk, das spart und das arbeitet.
Man kann unferm Volk für diesen schweren Winter keine andere Losung geben als bie des Opfers. Es ist bas eine Losung, die dem Zeigeist vollkommen entgegengesetzt ist. Eine große Maste unseres Volkes glaubt nichts mehr und hat bar« um bie Beweggründe verloren, bie unsere Heiligen zum Opfergeist erzogen haben. So viele Klagebriefe finb an mich gelangt. Der eine ist bei der Kirchensteuer ungerecht behandelt worden, ein anderer erzählt mir Skandale aus der Wirtschaft. Es ist ein buntes Bild des Lebens, und ich will, wenn ich mehr Zeit habe, auf dieses und jenes nach zurückkommen. Ich glaube aber, daß alles noch viel schlimmer wird. Die Geldforderungen des Auslandes an uns steigern sich zu schwindelhafter Höhe, und sie fordern alle, Frankreich England und Amerika. Bezahlen, bezahlen sollst du, deutscher Michel, und stimmt die Waage auch, es wird immer wieder das sagenhafte Schwert des Brennas hineingeworfen: Dae victis! Wehe den Besiegten! Die Not wird so groß, daß schließlich das Bild eines Teiches entsteht, in dem das Master abgelassen wird. Es kommt der Augenblick, wo da Goldfisch, Molch und Karpfen eine einzige Maste bilden, mit lauter Mäulern, die nach Luft schnappen.
Könnte man alles im Glauben sehen, dann wäre es noch irgendwie zu überwinden, so aber ist es
Laß dich nicht abstoßen, wenn du auch nicht bie zarten Gefühle gleich finbeft, bie bu erwartet hast. Das gehört mit zum Elend. Es macht nicht romantisch, es macht roh. An ben Bäumchen, bie im Elenb wachsen, entwickeln sich leicht statt ber zarten Blätter nur Stacheln. Setz ein paar Lichtlein barauf. Als wäre es ein Tannenbaum.
Der 2Hann im Monde.
wurde. Trotz der wohlgemeinten Bemühung von Frau Grau, sie am Weitersprechen zu hindern, fuhr sie mit monotoner Stimme fort:
„Ich sehe noch immer die dunklen Mauern der scheußlichen Höhle vor mir, jedesmal wenn ich die Augen schließe, glaube ich mich wieder dort zu befinden und mich an etwas anzuklammern, das mich davor be-
Ludendorff schimpft weiter.
Ludendorsf reagiert sehr sauer auf die Entschlossenheit der Münchener Katholiken, sich nicht weiter von ihm beschimpfen zu lassen und auf die in gleicher Richtung gehende Freisinger Rede des Ministerpräsidenten D r. Held. Den ganzen Schrecken seines gequälten Herzens faßt er in der neuesten Nummer seiner „Volkswarte" in, dem Verzweiflungsschrei zusammen „Die P r i e st e r - Herrschaft naht". Um nun wenigstens das kleine, ihm noch treu gebliebene Häuflein vor Irrtum und Verderben zu bewahren, bestimmt er,
daß bei allen öffentlichen Tannenbergbund- Versammlungen in Zukunft Jesuiten, Kon- greganisten und Mitgliedern der Bayerischen Volkspartei, die sich als „katholisches Volk" betrachtet, der Zutritt verboten ist.
Es verlohnt sich nicht weiter, auf die Sache emzugehen; wenige Proben mögen genügen für den unverfälschten Ludendorff von heute. So schreibt er: „Es ist gut, daß Jesuit und Kon - greganist sich nicht zum deutschen Volke zählen, auch wenn sie aus den durch unflätige Schimpfworte unrein gewordenen Kehlen das Deutschlandlied hervorquetschen."
An anderer Stelle meint er:
„Das dressierte und verhetzte Kriegsheer des Jesuitengenerals und die verhetzten
Der fertiggssteilte Bagger in der Werft der Lübecker Mafchinenbaugesellschsst.
Im Rahmen der Sachlieferungen muß Deutschland an Frankreich einen Riesenbagger liefen ber soeben in einer Lübecker Werft fertiggestellt würbe. Dieses Wunderwerk ber Technik hat 4 Eimer unb ruht auf zwei Pontons von je 60 Meter Länge unb 7% Meter Breite. Seine Baukoste, betragen 2% Millionen Mark
so würde ich ihn ausgelacht hoben. Aber in dem Ber- ließ gestern nachmittag war ich so hilflos in ihren Händen wie ein kleines Kind Sie schien plötzlich mit dä- manischer Kraft ausgerüstet zu sein. Ich kann kein anderes Wort dafür finden. Das Licht im Verließ ma- sehr matf, doch konnte ich gerade noch den wütenden Blick in Frau Bendlers Augen erkennen. Das waren keine Frauenaugen mehr, solche Augen hat nur eine Bestie. D, sie waren gräßlich — gräßlich! Die ganze Sache muß einige Sekunden gedauert haben, aber mir schien es eine Ewigkeit, als ich dem schwarzen Abgrund immer näher und näher gebracht wurde, bis zuletzt — zuletzt etwas unter meinen Füßen sortzugleiten schien — ich fiel."
Ihre Stimme sank zum Flüsterton herab,'sie schmiegte sich abermals an Frau Grau nach Kinderart an unb deren Arme schlangen sich zärtlich um sie, wobei sie ihr
fit. 284.
Sonntag, den S. Dezember 1929.
3. Blafl.
Druck der Fuldaer AcNendruckeret, Fulda.
unmöglich. Unb es gehört Glaube bazu, nicht irr» zu werben an Gott. Frage einmal an bei einer einzigen Bahnhofsmission in einer Eroßstabt, was da alles an Elend in einem einzigen Stübchen zusammenkommt. Ein Junge, der durchgebrannt ist und unterwegs noch' bestohlen wurde. Eine Frau, die ihr Mann aus dem Hause geprügelt hat. Ein Mädchen, das mit ihm durchgegangen ist und nun sitzen gelassen wurde. Sie alle sind abgerissen in der Kleidung, halb verhungert, in stumpfer Verzweiflung. Es gibt einige opferfrohe Seelen, die sich ihrer annehmen, die auch sonft, wo sxh Not sammelt, in der Fürsorge tätig sind. Ihr Beispiel zeigt, daß man mit der Liebe, die aus dem Glauben hervorgeht, doch viel Leid lindern, wie man mit ihr auch viel ertragen kann. Es sollten wohlhabende Menschen einmal an diese Stätten wandern. Wären sie nun für eine Nacht einmal auf der Polizei, wo sich die Ok>- bachlosen und auch jene Menschen finden, die man nicht gern Verbrecher nennt, weil doch nur die Not sie zu allen Schlechtigkeiten gebracht hat, was könnten sie lernen!
Erziehe deine Kinder dazu, daß sie sich der Not annehmen. Auch die Schule sollte daran denken, besonders die höhere. Kamen mir da vor einiger Zeit etliche Aussatzthemata zu Gesicht, die Mädchenabiturienten gestellt worden find. Folgende habe ich behalten, und man darf sich darauf verlassen, daß es stimmt, was ich hier schreibe. Es wurden unter andern Aufsätze gegeben: Wie beurteile ich meinen Vater? . . . Beobachtungen in einem Nachtlokal ... Die Revolution der modernen Jugend bei Lindsay . . . Hast du Worte? Sind das Fragen, die man einem Mädchen von 17 Jahren vorlegen soll? Ich habe noch mehr solcher Themata auf Lager, aber ich schäme mich, sie zu nennen. Warum protestieren die Väter nicht? Sie sollen sich gewiß nicht in Fragen des engeren Unterrichts einmengen, aber wenn der Unsinn zu groß wird, dann melde man sich ruhig zu Wort. Dann darf und soll in der Elternvereinigung darüber gesprochen werden
Auch sonst sollen sich die Menschen melden, wenn es sich um Dinge handelt, die durch Der« nünftigen Protest geändert werden können. Neulich wurde im Berliner Rundfunk eine burleske Sache gegeben, die selbst alte Leute erröten ließ. Warum melden sich die unzufriedenen Hörer nicht? Sie sollten es an den Mann int Monde schreiben, wenn sie sonst keine Adresse wissen! Ich werde schon etwas damit anzufangen wissen! Aber zu Hause sitzen und jammern, damit ist nichts ge« schcffst. Man denke doch an die Leute, die bei den letzten Kommunalwahlen so ganz auf eigene Faust vorgegangen sind, an den Gründer der Stabtwächterpartei in Erfurt, der es nur durch Erzählen von Skandalen sehr schnell ganz allein auf sieben Sitze brachte. Oder an die Datterich- partei, die anderswo von sich reden machte. Menschen, die zugreifen, siegen, auch wo es sich um Lächerlichkeiten handelt, wie hier.
Weihnachten naht. Denk an die Kindlein. Such dir jetzt schon ein armes aus, dem du eine Weihnachtsfreude machst. Den ganzen Advent soll es dich etwas beschäftigen. Denn was du einem Kinde tust, das hast du Christus selbst getan. Es dürfen auch große Kinder sein, ja ganze Familien,
v Rund um die Woche.
Mkttach und SparfamteiL — Gegen den Zellgelfi. — Lahuhossmlsiion unö Vollzeistaliou Seltsame Aussahlhemala. — Sie Sladtwächlerparlei.
wahrte, hinunter in die Finsternis zu fallen. Ich glaube, in der Mauer, der
„Aber, Liebste, so höre doch!"
Malchen beugte sich im Sessel nach vorn über und fuhr unbeirrt fort: „Es war kein Unglücksfall — kein Zufall. Als alle zur Treppe zurückgingen, blieb ich zufällig hinter den übrigen zurück, und neben mir stand plötzlich Frau Bendler, die ihre Hand ausstreckte und meinen Arm so fest anfaßte, daß es mir förmlich wehe tat. Ihre Hand war ganz heiß, das konnte ich sogar durch den Aermel meines Kleides fühlen. Sie brachte ihr Gesicht dicht an das meinige, und ich fah. wie ihre Augen unheimlich glühten. „Malchen," flüsterte sie mir heiser zu, „ich möchte mit Ihnen sprechen. Ich möchte Sie bitten, mir zu verzeihen " Als sie stockte, als ob chre Stimme bebte, empfand ich Mitleid mit chr und glaubte, daß sie das aufrichtig bedauerte, was sie getan hatte. So blieb ich denn stehen, antwortete ’br freundlich und war gewillt, mich mit ihr auszusöhnen. Jetzt waren alle übrigen die Treppe hinausgegangen, und niemand hotte wohl bemerkt, daß wir zurückgeblie- ben waren. Ich war [o aufmerksam auf dos was Frau Bendler mir sagte, daß ich nicht merkte, daß die Tür am Fuße der Trenne geschlossen wurde.
Da, ehe ich noch ein Wort sprechen ober rufen konnte, packte sie mich plötzlich ganz fest am Arm. legte ihre an- bere Hand auf meinen Munb, daß ich fast erstickte, unb zog mich rückwärts gegen bie gräßliche Oeffnung." Die Erinnerung daran überwältigte Malchen wieder, sie zitterte aufs neue, bis sie nach einer Pause erregt fort- fuhr: „Wenn mir gestern morgen noch jemand gesagt hätte, daß Frau Bendler stärker sei als ich.
hat, denn was sie gestern erlebte, kann jeden um den Verstand bringen."
Frau Grau sah Malchen besorgt an, weil ihr bas zornige Lächeln einen Ausdruck gab, der dem Mädchen so ganz unähnlich war.
„Weshalb sprichst du so, mein Liebling?" fragte sie sanft, trat an Malchen heran und legte den Arm um sie. „Glaubst du, daß Frau Bendler wirklich dadurch so erregt wurde, daß sie Zeugin des dich gestern betroffenen Unfalles war?"
Malchen stieß ein hartes Lachen aus.
„Ich glaube, daß sie durch das, was sich gestern ereignete, außer Fassung gebracht wurde — aber das war kein Unfall!"
Malchen war ganz blaß geworben. Ein Zittern erfaßte sie, sie machte sich aus ber Umarmung von Frau Grau los und lehnte sich an den Ofen, den Kopf in die Hand gestützt.
„Kein Unfall?" Frau Grau war aufs tiefste bewegt. „Siebes Molchen, bedenke wohl, was du sagst, beschuldige niemand vorschnell eines — eines —"
„Eines zweiten Mordanschlages?" sagte das Mädchen zornig und hob das blasse Gesicht, um gerade in bie sorgenvollen Augen ihrer Pflegemutter zu schauen.
„Malchen — mein liebes, liebes Kinb," stammelte die andere.
„Es ist wahr!" sagte Molchen in dem gleichen zornigen Ton. „Ich bin nicht phantastisch, ich erfinde keine Geschichten. Das ist bas zweite Mal, baß Frau Benbler den Versuch gemacht hat, mich zu töten, ober ich bente nicht, baß sie bas noch einmal tut."
Sie zitterte setzt a. baß Frau Grau sie in bie Arme schloß unb sie bann sanft nach bem großen Lehnstuhl führte, wo sie neben ihr stehen blieb unb ihr das Haar mit zärtlicher, beschwichtigender Hand streichelte.
„Sie wollte mich hinunterwerfen — in den gräßlichen Abgrund", fuhr Malchen noch immer bebend fort — „sie wollte mich in das Wasser, das raufcbte und brauste, hinunterwerfen — o, wenn ich nur das Saufen vergessen könnte!"
Sie legte die Hände an ihre Ohren, als ob das Geräusch darin noch widerhallte: die Augen verloren den wütenden Ausdruck, der durch den der Furcht ersetzt
Geschenke, die Freude bereitenI
Barometer, Feldstecher, Theatergläser, Prismengläser, Kneifer, Brillen, Lorgnetten, Lesegläser, Lupen sind praktische Geschenke von bleibendem Wert und sollten unter keinem Weihnachtsbaum fehlen.
Es schien mir. als ob :sse*-"' für immer hinabglitt. Das Geräusch des Wassers ba brunten kam mit jeder Sekunde näher, und der Gedanke an seine dunkle Tiefe und scharfen Felsen machte mich vor Furcht fast wahnsinnig. Mein Hinabgleiten' hörte plötzlich auf: ich fühlte, daß mich etwas aussing mem Kleid festhielt, und ich streckte meine Hand aus und fand etwas das ein eiserner Haken ober Ring fein mußte. 0, wie fest, wie fest hielt ich mi» daran! Ich glaube, davon waren meine Hände auch blutig. Und als ich mich da anklammerte, in der Finsternis schwe- benb rief ich um Hilfe unb rief - unb rief. Einmal glaubte ich, eine Antwort zu hören, bann aber trat eine solche Ruhe ein, daß ich dachte, es würbe nie H'lfe kommen. Und in der fürchterlichen Stille hörte ich bas Brüllen des Wassers unter mir, als wenn es meiner spotten wollte: „Ick warte auf dich — ich warte." Und bann verlor ich alle Kenntnis von bem, wo ich mich befanb unb was geschehen war. Vielleicht war ich ohnmächtig geworben, ich weiß es nicht. Ich erinnere mich an nichts mehr, bis ich in meinem Bette erwachte, bei» liebes Gesicht sah unb erkannte, gerettet zu sein."
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Mitglieder der Bayerischen Dolkspartei, tue sich zum „katholischen Volke" zählen, dem freien keuschen Volke einzugliedern, scheint unmöglich. Sie stecken zu tief im jesuitischen Bann.
Uns will scheinen, daß die ganz erdrückende Mehrheit der deutschen Katholiken auch gar keinen Wert daraus legen würde, in ein „frews deutsches Volk" im Sinne des Herrn Ludendorff von heute eingegliedert zu werden. Sie würden vielmehr den größten Wert darauf legen, wenn Ludendorff aus der eigenen Uederzeugung von der Vergeblichkeit seines Bemühens Gebrauch machen und sie ein für allemal mit feinen Schimpfereien verschonen würde.
* Die Kleinrenstierfrage. Die Reichsregierung teilt mit, daß die gesetzgeberischen Arbeiten zur Verbesserung der Kleinrentnerfürsorge soweit ser-- tigqestellt sind, daß das Reichskabinett sich m den allernächsten Tagen mit den Vorlagen beschaftl- gen kann. ______________
Wie wird das Wetter?
Wahrend bei uns im Bereich vorübergehend steigen- ben Luftdrucks eine kurze Beruhigung des Wetters und Aufklärung eingetreten ist, bringt von Westen mit großer Schnelligcheit neuerdings ein Gebiet rapiden 25a* rometerfalls vor. ^Bereits ©omstcig toitb bet botf fid) vertiefende Sturmwirbel feinen Einfluß bis nach uns ausgebehn thaben unb neuerbings verbreitete Rleder- fchläge bei kräftigen auffrischenben, teilweise stürmischen Winben Hervorrufen. Die schon seit Wochen unbeständige und ausgesprochen zyklonale Wetterlage zeigt lebhafteste Formen.
Witerungsaussichten für S o n n t a g : Vorübergehend kühler, Schauerneigung und kurze Besserung, mehr west- liche Winde.
Schriftleiter: Dr. phss. Johannes Kramer.