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56. Zahrg.

Samstag, 7. Dezember 1929.

Monatlich 1,80 einschlietzt. Postgebühr (48 Pf.) ohne Zustellg. Anzeigen-Preise Kleinzeile (Sol.) lokal 0,15 RJl, auswärts 0,20 JUt. Reklamezeile: lokal0,60 auswärts0,80 O. Bei Wiederholungen Rabatt. Postscheckk. Tranks, a. M. 4051

uldaerZertung

Anzeiger für die Stadt Julda und den Landkreis Julda. Amtliches kreisblatt

- Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Well

Ägs<x im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag ZvJ der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

Kundgebung des Reichsbanhrafldenlen

Voungplan und deutsche Leistungsfähigkeit

das italienische Königs-Paar beim Papst

Ein bedeutsamer Besuch

Das Handschreiben, mit dem der R e i ch s p r ä-

aus.

Papst Pius XI,

König Viktor Emanuel in.

seltene feiern.

Lage der man den-

obwohl die allgemeine internationale Sowjetunion sich gebessert habe, könne

der Zw werden

Glück- ausge-

i ist oder angestrebt zu allergrößten Besorgnis."

die Hände Gottes gelegt. Das ist auch unser Glaube. Aber außer auf die göttliche Güte hoffen wir auch auf den guten Willen der Menschen."

Der Kardinalstaatssekretär Gasparri hat un­mittelbar nachher im Duirinal den Besuch des Kö­nigs erwidert und beim Außenminister Grandi seine Karte abgeben lassen.

sident o. Hindenburg dem Papst seine wünsche zum 50jährigen Priesterjubiläum sprachen hat, hat folgenden Wortlaut:

Euere Heiligkeit steht im Begriff, das Fest des 50jährigen Priesterjubiläums zu

Nach einer Meldung der „Köln. Ztg." ist der stellvertretende Vorsitzende des Re i ch s v e r b a n- des der Deutsch.n Industrie Abraham F r o w e i n - Elberfeld aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten.

teitag wohl für die nächsten Jahre durchaus posi­tiv beantwortet sein.

An dem Kampf gegen den politischen Radika­lismus hat übrigens die gesamte Regierungskoali­tion, wie sie augenblicklich besteht, ein direktes In­teresse. Was die Sozialdemokratie anbelangt, so ist für sie die Abwehr des Linksradikalismus, aber auch in ihren eigenen Reihen, Lebensnotwendig­keit. Von einem höheren als ihrem augenblicklichen partei-egoistischen Gesichtspunkt aus gesehen, wird sie aber auch den Rechtsradikalismus bekämpfen müssen. Zwar kann sie durch die Neubildung der Rechtsfront unter Umständen wieder in die Oppo­sition gedrängt werden. Aber die innere Konsoli­dierung der Republik ist auch für sie ein so be-

Die Relchsreform-Plüne.

Doch Schweriner Länderkonferenz?

Das sozialdemokratische „Hamburger Echo" will erfahren haben, daß die in den letzten Tagen an- gekündigte, aber verschiedentlich angezweifelte M i- nisterbesprechung der norddeutschen Länder über die Frage der Reichsreform doch am 6. dieses Monats in Schwerin stattfinden wird, allerdings ohne Teilnahme Hamburgs. Zu den Besprechungen sollen nach Informationen des Blat­tes beide Mecklenburg, Lübeck und Bremen geladen

deutfamer Fakor, daß sie künftig ihre eigenen poli­tischen Kräfte mehr als bisher für die politische Arbeit im Staate verwerten könnte. Gerade auch die Sozialdemokratie bedarf einmal der Ferienruhe vom gehetzten Agitationskamps, um sich in der Demokratie endlich ohne die überkommene Partei- Vorurteile gewissenhaft umzuschauen und sich deren besonderen Funktionsgesetzen freundschaftlich mehr als bisher vertraut zu machen.

Die vatikanische Stadt mit dem Petrrsdom. Rechts die Engelsburg.

noch nicht annehmen, daß ihre äußere Sicherheit gewährleistet fei.___________________

sein. Die Initiative gehe vom Mecklenburg- Schweriner Ministerpräsidenten Eschenburg

die Sowjetunion nach wie vor freundschaftliche Be­ziehungen mit Deutschland aufrecht erhalte, er­klärte Litwinow, das letzte Jahr habe neue Be­weise erbracht, daß es in Deutschland Gruppen und Organisationen gebe, die sowjetfeindliche Tenden­zen verfolgen. Litwinow skizzierte darauf die Be­ziehungen zu den anderen Mächten als korrekt. Mit der Türkei bestehe die Freundschaft in vollem Umfange weiter, und in der nächsten Zeit werde sich Karachin nach Angora begeben, um der Türkei die unveränderlich freundschaftliche Gesinnung der Sowjetunion versönlich zum Ausdruck zu bringen.

Am Schluß seines Berichtes betonte Litwinow,

* Der Reichstag hat am Donnerstag noch dis Richtlinien über den Wohnungsbau besprochen. In der Aussprache kamen Vertreter der Demokraten, des Zentrums, der Kommunisten, der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftspartei zum Wort. Am Dienstag um 15 Uhr soll die Aussprache fort­gesetzt werden. Auf der Tagesordnung stehen wei­ter die Anträge auf früheren Ladenschluß am 24. Dezember. Am Freitag, Samstag und Montag finden keine Sitzungen statt.

wtb. Warschau, 6. Dez. (Eig. Meld.) In der gestrigen Sejm-Sitzung, di« mit einer kurzen Un- terbrechung 10 Stunden dauerte, wurde die all- gemeine Aussprache über den Haushaltsplan zu Ende geführt. Das Budget wurde dann an den Ausschuß zur Weiterberatung verwiesen. Es gilt nun als sicher, daß das von den K o m m u n i st e n eingebrachte Mißtrauensvotum gegen den Sejm- Mavschall Daczynski und das vom Block der Mitte und der Linken eingebrachte Mißtrauensvotum

Die Sowjek-Anion.

Außenpolitischer Bericht Litwinows.

Volkskommissar Litwinow erstattete im Zen­tralexekutivkomitee der Sowjetunion einen Bericht über die internationale Lage. Er er­klärte, die Sowjetunion befinde sich auf dem Wege zu dauernder Regelung des Konflikts wegen der Ostchinabahn. Don dem von Anbeginn an gewahr­ten Standpunkt werde fxh die Sowjetregierung durch keinerlei diplomatischen Schritt abbringen lassen . Litwinow stellte mit Genugtuung die Tat­sache der Wiederaufnahme normaler Beziehungen mit Großbritannien fest. In der Propaganda­frage habe die Sowjetregierung eingewilligt, mit der britischen Regierung Verpflichtungen auszutau­schen, die bereits im Vertrag von 1924 formuliert gewesen seien. Nach einem Hinweis darauf, daß

Der Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat den zuständigen Stellen eine zwölfseitige Denk­schrift zum Poungplan überreicht, die er damit begründet, daß für die Inkraftsetzung und Durchführung des Planes Entscheidungen und Maßnahmen innerhalb und außerhalb Deutschlands getroffen worden seien, die es ihm unmöglich machten, weiter zuzusehen, wie die Absichten des Poungplanes verscho­ben und seine Erfolgsaussichten gefähr- d e t würden.

Die Voraussetzungen, unter denen er, Schacht, die Annahme des Poungplanes durch seine Unter­schrift empfohlen habe, waren erstens, daß die darin enthaltenen gemeinsamen Empfehlungen und Vor­schriften restlos auch von allen beteiligten Mächten angenommen und geachtet wurden. Die zweite Voraussetzung war, daß die deutsche Regierungs­und Wirtschaftspolitik auf weitere erleichterte Tra­gung der Lasten des Poungplanes abgestellt wurde. „Obwohl seit der Unterzeichnung des Houngplanes sechs Monate verstrichen sind, sehe ich nicht, daß die ausländischen Regierungen oder die Reichsregie­rung diesen beiden Voraussetzungen Rechnung ge­tragen haben. Vielmehr erfüllt mich das, was in

land könne über die Poungzahlungen hinaus noch weitere Millionen oder Milliarden zahlen oder auf Eigentumsrechte verzichten. Es wäre eine Selbst­täuschung des eigenen Volkes, zu glauben, daß es unter der heutigen oder womöglich noch gesteiger­ten Wirtschaftsbelastung die Doungzahlungen und womöglich noch zusätzliche Beträge 'aufzubringen in der Lage ist. Ich will und werde nicht dazu bei­tragen, daß eine solche Täuschung Platz greift."

Dr. Schacht betonte ausdrücklich, daß die finanzielle Entlastung durch die zusätzliche Be­lastung, die man Deutschland außerhalb des Pla­nes zumute, illusorisch gemacht werde. Wenn Deutschland sich bereit erkläre, einseitige Empfeh­lungen der Eläubigersachverständigen zu befolgen, so müsse dagegen verlangt werden, daß die Emp­fehlungen der deutschen Sachverständigen eben­falls befolgt ober andere Gegenleistungen geboten werden. Die deutschen Sachverständigen, die schon die Ziffern des Poungplanes nicht für tragbar gehalten haben, waren erst recht nicht ge­willt, Verzichte auf deutsche Ansprüche zuzugestehen. Wenn die deutsche Regierung trotzdem jetzt auf solche Ansprüche verzichten sollte, so gehe sie'damit über den klar erkennbaren Willen der deutschen Sachverständigen hinaus und übernehme eine Ver­antwortung, die ihre Sachverständigen ausdrücklich abgelehnt haben. Es fei • auch nicht die leiseste Begründung im Poungplan enthalten, Verzichte und Zahlungen ohne gleichwer­tige Gegenleistungen zuzusagen.

*

wtb. Berlin, 6. Dez. (Eig. Meld.) Das Reichs­kabinett hat in feiner heutigen, vor mehreren Ta­gen für die Frage der Reichsfinanzreform anberaumten Sitzung zu der durch das Memo­randum des Herrn Reichsbankpräsi­denten geschaffenen Lage Stellung genommen. Eine amtliche Verlautbarung erfolgt noch heute.

Die Lage in Polen.

Der Sejm wurde ohne Störungen eröffnet. Die Regierungsbank war leer. Sejmmarschall Daczynski eröffnete die Sitzung mit einer An­sprache, in der er betonte, daß sich der Soldat der Politik fernhalten müsse. Er gedachte der Ver­dienste des verstorbenen französischen Staatsman­nes Clemenceau um den polnischen Staat. Dieser Abschnitt der Rede wurde vom Hause stehend an­gehört. Die Wgeordneten der Deutschen Fraktion erschienen erst nach der Ehrung für Clemenceau im ©aal. Nach der Ansprache Daczynski betrat die Regierung mit Ausnahme des Marschalls Pilftids- kis den Saal, worauf der Leiter des Finanzmini­steriums Oberst Matuszelski das Wort zu einem Expose über den Staatshaushalt ergriff.

Es ist mir eine ganz besondere Freude, Euer Hei­ligkeit bei dieser Gelegenheit meine und der Reichs­regierung aufrichtigsten Glückwünsche zum Ausdruck bringen zu dürfen. Möge der Allmächtige Euerer Heiligkeit noch viele glückliche Jahre fruchtbaren Wirkens schenken und dem unermüdlichen Schaf­fen Euerer Heiligkeit seinen Segen verleihen. Ich habe meinen Botschafter beim Heiligen Stuhl. Herrn Dr. v. Bergen, beauftragt, Euerer Heiligkeit dieses Handschreiben zu überreichen und sich dabei auch noch mündlich zum Mittler der Gefühle zu machen, die mich bei diesem freudigen Ansatz be­seelen. Als äußeres Zeichen meiner Anteilnahme und freundschaftlichen Gesinnung bitte ich aus den Händen des Herrn Botschafters ein Tafelservice entgegenzunehmen, das von der Staatlichen Por­zellan-Manufaktur in Berlin einem Prunkservice des Königs Friedrichs H. von Preußen nachgebildet worden ist.

Mit nochmaligem besten Wunsche für Euerer Heiligkeit persönliches Wohlergehen verbinde ick die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung und aufrichigen Freundschaft.

Berlin, 24. Oktober 1929.

gez. v. Hindenburg, gegengez.: Curtius.

lition nicht wohl fühlt, sehr bald der „Neuen Rechte" Gelegenheit geben möchte, eine Probe aufs Exempel zu machen und festzustellen, was sie an Anhang in der rechtsstehenden Wählerschaft besitzt. Sie wird das vielleiclst nicht ohne eigenes Partei- risiko tun können, zumal ja auch sie selbst unter einem dauerhaften Wählerschwund leidet, der aus dem demokratischen Lager nicht genügend ersetzt wird. Aber es paßt ihr nun einmal nicht, die in Aussicht stehende Wirtschafts- und Finanzreform mit den Sozialisten und mit Hilferding machen zu müssen, sie .ersehnt für diese Aufgabe eine „bürger­liche" Koalition und ist gewiß sehr bereit, dafür evtl, auch parteipolitische Opfer zu bringen. Man wird also nicht überrascht fein können, wenn in Kürze gerade aus den Reihen der Deutschen Volks­partei der Wunsch nach einer Reichstags au f- lösung und nach. Neuwahlen kommen sollte. Aber vielleicht wird sie dann gut daran tun, ihre Kampfparolen nicht wie bet den letzten Kommu­nalwahlen einseitig „gegen den Sozialismus" zu richten, sondern gegen den „Radikalis- m u s". Ihre kurzsichtige Agitation gegen den „korrumpierten Sozialismus" bei den Kommunal­wahlen hat lediglich dazu beigetragen, den Radi­kalismus rechts und links zu vermehren, sie selbst hat nicht den geringsten Vorteil dabei ge­funden.

Nun konnte man uns allerdings fragen, was uns die Agitationsmethoden des Liberalismus ge­gen den Marximus angehen. Wenn man die Frage lediglich unter dem parteipolitischen Gesichtspunkt betrachten will, bann gehen sie uns allerdings herz­lich wenig an. Aber die parlamentarische Situa­tion für das Zentrum ist nun einmal die, daß es eine größere Bewegungsfreiheit gewinnt, je ge­ringer die Zahl der Mandate des Rechts- und Linksradikalismus ist. Gewiß gibt es in der Zen­trumspartei weite Kreise, die die Partei auf einen bestimmten Rechts- ober Linkskurs, also auch auf eine bestimmte Koalition festlegen möchten. Sie finb sogar mit guten Grünben ber Auffassung, baß ber fortwährenbe Koalitionswechsel bes Zentrums in ben letzten Jahren bie Wählerschaft weithin sehr mißmutig gemacht hat. Aber im Grunbe genom­men ist bieses Problem ber Zentrumsstellung im Parlament eine Frage bes Vertrauens zur Füh­rerschaft und sieb ürfte nach bem Kölner Par-

Dr. Schacht macht biese seine Bebenken in allen Einzelheiten gettenb unb schließt mit folgender Fest­stellung: „Ich habe mit allem Nachdruck die Agi­tation gegen den Poungplan bekämpft. Ich halte mit allem Nachdruck das eingeleitete Volksbe­gehren, das dieser Aktion dient, für einen schweren Fehler, der die kraftvolle Verwirk­lichung unserer Interessen unter dem Poungplan untergräbt. Aber gerade weil ich mich für die An­nahme des Noungplanes einsetze, wünsche ich nicht, teilzuhaben an seiner Verfälschung. Es wäre I eine Selbsttäuschung der Welt, zu glauben, Deutsch- 1

Gegen den Radikalismus.

Die Revolution im deutschnationalen Lager ist ins Rollen gekommen, die diktatorischen Aspira- üonen Hugenbergs sind bereits gescheitert. Was die deutschnationale Reichstagsfraktton selber anbe- langt so wird die Zahl der abziehenden Abgeord­neten' das Maß von etwa zwanzig nicht überschrei­ten. Immerhin stehen noch einige zaudernd zwi- tften dem Für und Wider. Das Verhalten des Grafen Westarp, der den Frakttonssitz niedergelegt hat, aber bei Hugenberg verbleibt, ist sehr inter­essant Es läßt den Schluß zu, daß er, wenn auch mit Hugenberg zerfallen, doch nicht den Ent- Wuß zu fassen vermag, zu dem sich wohl die ausscheidenden Fraktionskollegen gezwungen se­hen, die gegebenen politischen Realitäten positiv zu bejahen und im Rahmen des neuen Staates ihre „nationale Politik" zu machen. Auch Hergt und Schiele sind noch unentschlossen, obwohl sie von den süßen Erinnerungen ihrer republikanischen Ministertätigkeit mächtig angelockt werden, dem Beispiel der „Jüngeren", der „Neuen Rechte" zu folgen. Hoffentlich sind sie sich darüber klar, daß die kommende Entwicklung zwischen ben jetzt aus- einanbergeratenen Vrübern harte Gegensätze schas­sen muß. Denn bie „Neue Rechte" wirb alles daran setzen, bie bisherige beutschnationale Wäh­lerschaft zu erobern unb muß barum mit psycho­logischer Notwenbigkeit ihre Hauptagitation ge­gen Hugenberg, seine Methoden und seinen Anhang richten. Ein Teil wird dabei vermutlich die landwirtschaftlichen Interessen in den Vorder­grund schieben (Schlange-Schöningen), ein anderer den antisozialen Geist der Hugenberg-Politik (Lam­bach) kritisieren, ein dritter (Lejeune-Iung) stellt be­reits die besonderen katholisch-konfessionellen Be­lange heraus, obwohl Martin Spahn noch in Treue bei Hugenberg aushält. Allen ge­meinsam wird wohl das Motiv sein, den diktatori­schen und nationalmarxistischen Radikalismus Hu­genbergs und feines Anhanges ins rechte Sicht der Kritik zu setzen. Dann aber kommen die Westarp, die Hergt und Schiele in eine unangenehme Situa­tion. Mit ihren Halbheiten werden sie leicht zwi­schen sämtliche Stühle geraten können.

Man wird wohl damit rechnen können, daß bie Deutsche Volkspartei, bie sich in ber jetzigen Koa-

fc Am Donnerstag mittag hat zum erstenmal, feit es ein Königreich Italien gibt, fein Herrscher dem Papst einen Besuch abgestattet. Es ist ein historisches Ereignis, bas bie im Frühjahr errun­gene Aussöhnung zwischen Staat unb Kirche be­siegelt.

| Der König unb bie Königin fuhren um 11 Uhr in Kraftwagen von ber Engelsburg zum Vatikan. 2n ihrem Gefolge befanben sich ber Außenminister Granbi, ber Botschafter beim Vatikan De Vecchi, der Minister bes königlichen Hauses, Kammerherrn unb Hofbamen. Zur Seite bes königlichen Wa­gens ritt ber Kommanbeur ber in Rom garniso- nierenben Division. Die Truppen bitbeten bis zum Petersplatz Spalier. Dort würben sie abgelöft Don ben päpstlichen Schweizern unb Palast-Garbi- fren. Am Eingang ber Kolormaben bes Bernini •Puren bie päpstliche und bie italienische Flagge kreuzweise entfaltet.

Der Papst empfing ben König unb die Königin allein und verehrte dem König ein dreibändiges Werk über Bie Mebaillensammlung bes Vatikans. Die Bänbe finb in kostbares Leder gebunden und tragen als Schmuck das Hauswappen ber Savoyer. Sie befinben sich in einem kostbaren Holzschreine. Außerbem schenkte ber Papst bem Könige noch brei Mebaillen, eine golbene, eine silberne und eine bronzene, vom 8. Pontifikaljahr. Der Königin verehrte er einen goldenen Rosenkranz mit wert­vollen Steinen und ein Marienbild.

Der „Osservatore Romano" rühmt in feinem Begrüßungsartikel die großen Leistungen des Hau­ses Savoyen durch die Jahrhunderte für die Kirche und sieht darin ebenso wie in dem Besuch das glückverheißende Vorzeichen für die Zukunft des Vaterlandes, die von der Gröhe ber neuen Aera ausgehen werbe. Im „Popolo b'Jtalia" schreibt Arnolbo Mussolini: „Der Besuch bes italienische». Herrscherpaares beim Papst ist bas enbgültige Sie­gel auf die Aussöhnung. Die Kirche hat die wei­tere Entwicklung dieses geschichtlichen Ereignisses in