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Sonntag, 1. Dezember 1929

Die Trikolore geht nieder — das Rheinland ist frei

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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Wett im Bild" und „Buchcnblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift» :: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151. ::

der Besatzungsarmeen. Soldaten, feldmarschmäßig in Mantel und Stahlhelm, verladen das letzte Ge­päck. Die Bevölkerung wird ihre Freude über die Wiedergewinnug der Freiheit heute nacht 12 Uhr und morgen in den angekündigten großen Volks- feiern zum Ausdruck bringen. Was der Abzug der Besatzung für das befreite Gebiet bedeutet, das mögen

Der zweite Gang im ReichsZKI.

Frau Lehmann spricht für Hugenberg. — von Aardorff Zeigt den Deutschnationaten die Folgerungen des Volksbegehrens. — Wenn das Volk über die Pensionen der höheren Offiziere und über Konfiskation der großen Vermögen zur Entscheidung aufgermfen würde. — Die Verteilung der Kriegslasten. — Severmg spricht.

fraglos auch bei den Mächten des Gebietes und darüber hinaus einer genauen Beobachtung in der ganzen Welt unterzogen worden. Darüber waren sich auch die Bürger bewußt. Ihre Losung lau- tete: Mutig, selbst unter Opfern, das Deutschtum bekennen, alle diejenigen Lügen zu strafen, die Zweifel an der Echtheit unserer Vaterlandsliebe hegten, zugleich aber auch ihre würdige und friedfertige Zurückhal­tung gegenüber den Fremden zu be­zeugen, das war die große, durch kein noch so bößes Ereignis unterbrochene Linie."

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Frankreichs Fahne auf der Feste Ehrenbreitstein wird eingezogen — die letzte Trikoloro, die noch in der Besatzungszone wehte.

einige Zahlen für die Stadt Aachen zeigen. Die Höchstzahl der Truppenstärke betrug in Aachen etwa 9000 Mann, der Durchschnitt in den letzten Jahren etwa 4000. Die Höchstziffer der beschlagnahmten Räume belief sich auf ungefähr 2750 und über 1000 Pri- vatquatiere. Im ganzen sind der Stadt Aachen 31 Mill. Mark Besatzungskosten entstanden. Durch Derkehrsunfälle, die die Besatzungstruppen ver­ursachten, sind 30 Personen verletzt worden. Eine traurige Bilanz ist auch die Ausweisung von 331 Beamten und Angestellten mit ihren Familien. Diese Zahlen zeigen, auch wenn von der Bevölke­rung durchaus anerkannt wird, daß das Be­satzungsregime sich in den letzten Jahren gebes­sert hatte, wie viel Grund vorliegt, daß die Einwohnerschaft die Befreiungsstunde mit gro­ßer Freude erwartet.

Die Räumung Aachens.

wtb. Aachen, 30. Nov. (Eig. Meld.). Heute vormittag kurz nach h-12 Uhr wurde die belgi­sche Fahne, die seit 11 Jahren auf dem Turm des Hauptguartiers wehte, e i n g e h o l t. Die Truppen hatten vor dem Gebäude im Carce Para­deaufstellung genommen. Nachdem der General die Front abgeschritten hatte, spielte die Kapelle die Brabanconne, bei deren Klängen die Fahne langsam sank. In den angrenzenden Straßen hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge angesammelt, die der Einholung des belgischen Hoheitszeichens mit begreiflicher Spannung folgte.

Bald darauf setzten sich die Truppen in Bewe­gung. Sie werden mit der Bahn nach Namur be­fördert. Der Kommandant folgt nach Erledigung der offiziellen Abschiedsbesuche im Kraftwagen. Bei der Absperrung trat zum ersten Mal die S ch u tz- p o l i z e i in Aktion, die z. T. in Aachen den Dienst wieder übernommen hat, zum anderen Teil heute abend eintreffen wird. Bald nachdem die belgische Flagge eingeholt war, setzte die Bevölkerung an vielen Häusern die deutsche Fahne. Die Freude über die Befreiung kommt damit allgemein sicht­bar zum Ausdruck.

Kundgebung.

wtb. Koblenz, 30. Nov. (Eig. Meld.) Der Ober­präsident der Rheinprovinz hat aus Anlaß der Befreiung der 2. Zone folgende Kundgebung er­lassen:

Die 2. Besatzungszone ist geräumt. In der Nacht vom 30. 11. bis 1. 12. werden 2 Millio­nen Deutsche die Freiheit wieder er­langen. Dom Ehrenbreitstein und dem Dienstge- bäude des Oberpräsidenten, das mehr als 10 Jahre der Rheinlandkommission als Unterkunft gedient hat, wird wieder die deutsche Flagge wehen. In dieser Stunde gedenken wir zunächst der Brüder und Schwestern, die i n d e r 3. Z o n e des besetzten Gebietes und der Saar weiterhin für Volk und Vaterland fremde Macht zu ertragen haben. Ihnen gilt unser herzlicher Gruß. Wir füh­len uns mit ihrem Schicksal nach wie vor innig verbunden. Wir hoffen zuversichtlich, daß auch ihnen recht bald die Stunde der Freiheit schlägt. Mit offenen Armen werden wir die Getreuen von der Saar int. Vaterhause empfangen. Unser Dank gilt heute der Reichsregierung, deren weit­schauende Politik die Grundlage für die vorzeitige Räumung gelegt hat. Dankbar gedenken wir der Fürsorge, die Reich und Staat unserer Heimat in schwerster Zeit haben zuteil werden lassen. In gläubiger Zuversicht blicken wir auch weiterhin zu ihnen, die auch in Zukunft treue Hüter unserer Belange sein werden. Es wird noch durchgrei­fender Maßnahmen bedürfen, um die von der Be­setzung betroffenen 'Gebiete entwicklungsfWg zu gestalten. Der Bevölkerung des nunmehr befrei­ten Gebietes spreche ich auftichtigsten Dank und wärmste Anerkennung aus für die würdige Haltung, die sie in langen Jahren der Be­setzung gezeigt haben. Dank der Einsicht aller Beteiligten hat sich auch die Räumung der zweiten Zone ohne jeden Zwischenfall vollzogen. Unsere Opfer sind nicht vergebens gewesen. Heute sehen wir d ie dunkelste Strecke des einst endlos scheinenden Weges hinter uns. In die­ser großen Schicksalsstünde geloben wir, auch wei­terhin treu zur Regierung und der Volks­vertretung zu stehen und sie in ihrer auf restlose Räumung und Rückgabe des Saargebietes oerichteten Politik nachdrücklich zu unterstützen. Nur auf freiem deutschen Boden können Frie­den und Wohlfahrt gedeihen.

Würde und Zurückhaltung.

Der Oberbürgermeistervon Koblenz veröffentlicht eine Kundgebung zum Befreiungs­tage, in der es heißt:

„Der heiß ersehnte Tag der Freiheit ist endlich gekommen. Der schwere seelisch« Druck der Unfreiheit, die Menge der Beschränkun­gen und Hemmungen sind von uns genommen. Die hinter uns liegende schwere Zeit wird zu allen Zeiten eine geschichtliche Bedeutung haben. Die Einstellung der Stadt Koblenz als Hauptstadt des besetzten Gebietes, die Haltung ihrer Bürgerschaft zur Besatzung ist nicht nur in Deutschland, fmtbztn

den zeitweilig mit den Marxisten zusammenstim­men. Dr. Hugenberg hat es durch seine Aktion un­möglich gemacht, daß sich in den nächsten Jahren eine bürgerliche Einheitsfront gegen den Marxis­mus bilden kann. Meine Herren Soizaldemokraten, Sie sind schon die stärkste Partei und werden wei­ter wachsen. Wenn Sie nur eine Spur von Dank­barkeitsgefühl haben, dann müßten Sie sammeln, um Ihrem

wirksamsten Förderer Dr. hugenberg

ein Denkmal zu setzen. (Große Heiterkeit.) Sollten Sie bei der Denkmalsweihe wegen des Festredners in Verlegenheit sein, so stelle ich"mich gern zur Ver­fügung. (Erneute, große Heiterkeit.) Auf der an­deren Seite können wir nicht verschweigen, daß die Regierung mit ihrer Methode des Kampfes gegen das Volksbegehren das Gegenteil des gewollten Zweckes erreicht hat. Wir begrüßen die frühe An­setzung des Termins für den Volksentscheid, denn es muß mit dieser Bolksverhetzung und Volksver­giftung Schluß gemacht werden. Wir werden in der Regierung kämpfen für eine schnelle und zweck­mäßige Lösung des Problems der Reichsfinanzre» form. (Beifall bei der D. V. P.)

Reichsminister Severing

geht zunächst auf die Kritik des Abgeordneten von Kardorff an der Haltung der Reichsregierung ent. Der Regierung, so erklärt der Minister, war hi« zum Abschluß der Haager Verhandlungen der Mund geschlossen, während ihre Gegner schon tnt Juli mit der Agitation beginnen könnten. Die ganze Aktion des Volksbegehrens diente nicht au» ßenpolitifchen Zwecken, sondern sie war gerichtet

gegen das demokratische System.

gegen die Weimarer Verfassung. Von dem Gro> ßenwahn der Nationalsozialisten wurden bald auch die Deutschnationalen angesteckt. In der Agitation für das Volksbegehren und int Para­graphen 4 des Volksbegehrens selbst werden die Minister, die Parlamentsbeschlüsse ausführen, als Landesverräter gebrandmarkt und mit Zuchthaus bedroht. Wenn man verlangt, daß die so „Ge- branbmartten" sich eine solche Beschimpfung durch ihre Beamten gefallen lassen, so heißt das, von ihnen eine große Dosis Selbstverleugnung und Lammesgeduld verlangen. Rein, ich kann nur an der Erklärung festhalten, daß die Beamten, die ausdrücklich sich mit dem Inhalt des Paragra­phen 4 identifizieren im Dienste der Republik kei­nen, Platz haben sollen (Händeklatschen bei den Sozialdemokraten und Demokraten.) Das ist eine grundsätzliche Auflassung. Herr Hnnenberg hat weder im Reichstag noch im Rund­funk über das Volksbegehren gesproßen. Die Nationalsozialisten aber müssen lernen, das markt- lchreierisck" Nekkorne kei^x Basis für poli­tische Bedeutung ist.

In einem Hitlerhuch hieß es, das deutsche Volk bestehe zu einem Drittel aus Helden, zu einem Drit­tel aus Verrätern und zu ein<-m Drittel aus Feig­lingen. Jetzt wird von den Nationalsozialisten ge schrieben, das Nolksbeaebren habe gez-igt. das ein Zehntel her Deutschen aus „a n st 8 n d i- g e n Menschen" b»steht. Das ift nach nationalso­zialistischer Aufhgssuna guantitativ und qualstaliv aus dem Drittel „Helden" geworden. Am 22 De­

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Karte des besetzten Gebietes.

1. Zone: Geräumt.

2. Zone: Räumung am 1. Dezember beendet.

3. Zone: Laut Haager Konferenz bis zum 30. Juni 1930 zu räumen.

Saargebiet: Verhandlungen werden in Paris geführt.

Die letzten Vorbereitungen.

wtb. Aachen. 30. Nov. (Eig. Meld.) Ueberal! in der zweiten Zone, für die heute die Befrei­ungsstunde schlägt, sind die Besatzungstruppen mit den letzten Vorbereitungen des Abmarsches be­schäftigt. Die Zone umfaßt an wichtigen Städten: Koblenz, Aachen, Stolberg, Eschwei- ler, Düren. Euskirchen, Geilenkir- hen, Heinsberg, Erkelenz, Jülich, Monschau und Schleiden. Für dieses Ge­biet treten die Ordonanzen der Besatzungsbehörde heute nacht 12 Uhr außer Kraft. Praktisch wird die eigentliche Räumung im Laufe des Nachmittags beendet sein. In Aachen ist, ebenso wie in anderen Städten, nur noch ein Abwicklungskommando in Stärke von einer Kompagme vorhanden. Heute mittag wird auch dieser Rest der Besatzung abm tr- schieren, nachdem um ^12 Uhr vom Hauptquartier am Boxgraben die Fahne heruntergeholt worden ist. Im Anschluß daran wird der Kommandant dem Oberbürgermeister und anderen Behördenver­tretern einen formellen Abschiedsbesuch machen.

Bereits in den frühen Morgenstunden sah man vor den Hotels und anderen Gebäuden Lastwagen

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Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.

Vorstoß gegen Vrland.

wtb. Paris, 30. Nov. (Eig. Meld.) Im Laufe der letzten Sitzung des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten hatte der Abgeord­nete Franklin Boullion erneut einen Vor­stoß gegen Außenminister Briand unternommen. Auf Grund einer falschen Berichterstattung war ge­meldet worden, daß es Franklin Boullion gelun­gen fei, den Ausschuß zu überzeugen, daß eine parlamentarische Untersuchungskommission sich nach dem Rheinlande begeben sollte, um dort festzu­stellen, ob hinsichtlich der Abrüstung alles Erfor­derliche geschehen sei. Es wird durch die Volonte bestätigt und es ergibt sich auch aus dem gestrigen Bericht über die letzte Sitzung des Unteraus­schusses, daß dieser Ausschuß lediglich die Befugnis hat, die Akten, die auf die Abrüstung Bezug haben, zu prüfen, darüber hinaus aber nicht befugt ist, irgendwie an Ort und Stelle Untersuchungen an­zustellen, was ohne Genehmigung der Reichs­regierung auch nicht möglich wäre, da die erste und zweite Besatzungszone geräumt sind und der

VDZ. Berlin. 30. Nov. (Eig. Meld.) Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des aus dem Volksbegehren hervorgegangenen „Freiheits­gesetzes". Abg. Frau Lehmann (Dtn.) verteidigt das Verhalten des Reichsausschusses für das Volks­begehren und die hinter ihm stehenden Parteien gegen die gestrige Rede des Ministers Curtius. Seit dem Abschluß des Vertrages von Versailles habe noch kein politisches Thema solche Anteil­nahme des Volkes hervorgerufen wie dies Volks­begehren. Zahlenmäßig fei der ganze Umfang der Bewegung noch nicht zu erfaßen. Man stehe erst am Anfang der Bewegung.

Abg. Hugenberg (Dtn.), der am Schluß der Rede der deutschnationalen Rednerin den Saal betritt, wird von der Linken mit lautern „Ah!" — Rufen und mit Lachen begrüßt.

Abg. Freiherr von Kardorff (Deutsche Volkspar­tei): Ich habe das Gefühl, daß das Volksbegehren sich in erster Linie gerichtet hat gegen unseren ver­ewigten Führer Dr. Sireseniann, in zweiter Linie gegen die Deutsche Volkspartei. Wir sind grundsätzlich Gegner des Volksbegeh­rens in solchen außenpolitischen Fragen. Wir hal­ten ihre Aktion (nach rechts) für ein Spiel mitdemFeuer. Was würden Sie dazu sagen, wenn Volksbegehren eingeleitet werden über die Streichung hoher Offizierspenfto­ne n oder über die Konfiskation aller Vermögen über 50000 Mark? Wir hat­ten erwartet, daß her Abg. Hugenberg selbst das Wort nehmen würde. Seine Zeitungen haben ihn doch mit Bismarck verglichen. (Gelächter). Bismarck war kein guter Redner, aber er redete doch gut, weil er dem Parlament immer et­was zu sagen hatte. Die Männer des Volks­begehrens mußten von vornherein wissen, daß sie damit eine Mehrheit nickt erzielen konnten. Wir waren gezwungen, das Volksbegehren zu bekämp­fen und dadurch konnte im Au s l a n d der fal­sche Eindruck erweckt werden, als wenn wir es nicht abwarten könnten, den Poungvlan an­zunehmen. Wir kennen die vielen Mängel des Poungplanes, aber wir wissen auch, daß er immer noch Erleichtern ng en bringt gegenüber dem Dawesplan, der nur mit Hilfe der Deutsch­nationalen an genommen werden .konnte. Es ist durchaus gerechtfertigt, daß auch spätere Ge- nercfl'onen einen Teil mittragen von den unerhör­ten Kriegslasten, die der heutigen Generation auf­erlegt worden find. (närm hei den Naüonal'osin- listen.) Der $ 4 des Volksbegehrens hat uns aufs tiefste gekränkt und verletzt. Wir haben den Mord art Erzberger und Rathenau erlebt. Wir wissen,

welche furchtbaren Folgen

es haben kann, wenn man den Vorwurf des Lan­desverrats gegen Staatsmänner vor urteilslosen, verhetzten jungen Leuten erhebt. (Lebhafte Zu­stimmung.) Wenn heute die 2. Zone des besetzten Rheinlandes befreit ist und wenn demnächst die 3. Zone befreit wird, dann werden unsere befreiten Landsleute an Dr. Stresemann denken und nicht an Dr. Hugenberg. (Lebhafter Beifall.) Dr. Hu­genberg hat in Kassel dauernd davon gesprochen, daß er eine antimarxistische Front bilden wolle. Sein Bundesgenosse Dr. Goebbels hat aber int Lo- fnta„y.~zz geschrieben, ule Nationalsozialisten wür-

ausschließlichen Autorität der Reichsregierung un­tersteht. Im Uebrigen muß festgestellt werden, daß die Arbeit, die die Mehrheit des Karnrneraus- schusses für auswärtige Angelegenheiten vorgestern leistete, heute sowohl von der Ere Novelle^als auch von der Volonte als eine bewußte Sa­bottage der Politik Briands bezeichnet wird.

* Keine Friedensnobelpreise für 1928 und 1929. Aus Oslo wird gemeldet. Das Nobelpreiskomitee des Storting hat beschlossen, für 1928 und 1929 keine Friedenspreise zu verteilen. Der Preis für 1928 wird dem Sonderfonds des Komitees über­wiesen und der für 1929 bis zum nächsten Jahre zurückgestellt._______

♦ Exkaiserin Zita siedelt nach Löwen über. Die ehemalige Kaiserin Zita von Oesterreich-Ungarn hat Legueio heute verlassen, um sich nach ihrem neuen Wohnsitz nach Löwen zu begeben.

* Der amerikanische Staatssekretär Stimson ha, eine Untersuchung über die Tätigkeit der von Au s- ländern geleiteten amerikanischen Verbände, vor allem der faszistischen Organisationen, angeord­net.

* Die Frage der Zugehörigkeit der Randgebiete in der Antarktis. Aus Washington wird ge­meldet: Der Empfang der britischen Note vom No­vember vorigen Jahres betreffend die Zugehörig­keit der Randgebiete in der Antarktis, wo Com­mander Byrd zurzeit feine Nachforschungen an» stellt, wurde in diesem Monat in einer Note be­stätigt, in der die amerikanische Regierung ihr Be­dauern über die Verzögerung ausdrückt. Man glaubt, diese späte Beantwortung dahin deuten zu können, daß die amerikanische Regierung gegen­wärtig bie (Erörterung der Frage z u ver­meiden wünscht, vielleicht im Hinblick auf die be­vorstehende Flottenkonferenz.

Am 1> Dezember ist die Räumung der 2. Zone k,, Äheinlandbesetzung beendet. Die Freude der 'ßeritng des befreiten Rheinlandes wird die

Feier zum Ausdruck bringen, die in der RDM 3um 1' Dez. am Deutschen Eck stattfindet.

Zeder Deutsche, der einmal die Trikolore über St Ehrenbreitstein am Rhein in schmerzlicher Kgriffenheit wehen sah und sich bewußt wird, daß ^se fremde Fahne jetzt nieder geht, wird ein Kort des Dankes an Gott richten für die gnädige Erlösung von dieser Schmach, in die uns ein ver­lorener Krieg hineingestürzt hatte. Dankbar wird or auch der Männer gedenken, die in mutiger, opfervoller Arbeit es dahin gebracht haben, daß yteber ein weiter Teil des schönen deutschen Landes am Rheine der Besatzung ledig wird. Menn auch jenseits der Elbe der weltgeschichtliche Vorgang der Befreiung des Rheinlandes weniger yeriianuen zu werden scheint, in ganz Westdeutsch­land und seinen alten Kultur-Bezirken wird freu­dig miternpfunden, was heute die Herzen der Rheinländer mächtig bewegt.

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