Fuldaer Zeitung
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| cm Darberg nahm, als sie das zeigen mochte.
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als der Natur verdankte. - Aber solcher Hohn und solche
Andeutungen wären doch ganz verfehlt gewesen, denn das weiche, Helle Braun von Malchens Kleid zeigte einen I
Darberg und Es ist auch noch einmal ging wieder
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ie Zeitungs- Reklame
ist von allen Reklamen die wirkungsvollste und wird es infolge ihrer Villigkeik und (Ein- fachlleil auch bleiben.
t enthielten, machten den Aufenchalt hier für alt und jung angenehm. An den eichengetäfelten Wänden hingen manche Iagdtrophäen, teils Erfolge der jugendlichen Taten des Schlohherrn, teils Widmungen der jüngeren Generation an diesen, lieber den Geweihen von pirschen, über den Köpfen von Bären, Luchsen und selbst Löwen waren alte Rüstungen angebracht, die den Vorfahren Sönnerns in längst vergangenen kriegerischen Zeiten gedient hatten, jetzt aber so blank geputzt erschienen, daß sich der Glanz des großen Holzfeuers in ihnen widerspiegelte, das lustig in dem weiten Kamin prasselte und der Trübseligkeit des regnerischen Tages Abbruch tat.
Ein lustiges Stimmengewirr und Lachen erfüllte den Raum, und die Gäste, die von der Treppe hinabkamen, wurden von den bereits unten Versammelten mit fröhlichen Zurufen begrüßt.
„Sie haben sich verspätet," rief Distelmann Frau Grau und Molchen zu, als er an den Fuß der Treppe trat, um sich dem Paare zu nähern. „Ich glaube, Sie haben ein Schläfchen gehalten und sind gerade aufgewacht, um zu entdecken, wie spät es schon ist. Man wollte schon aufbrechen, als gerade ihr Kleid sichtbar wurde, gnädiges Fräulein."
„Nein — wir haben auch nicht ein Auge zugedrückt," lachte Matchen, „aber wir muffen zugeben, daß wir geplaudert haben. Frau Grau und ich haben uns immer so vieles zu erzählen. Wir hatten gar nicht die Absicht, uns zu verspäten, dazu ist unser Interesse an der Besichtigung viel zu groß."
Frau Bendler, die einige Schritte von der Gruppe entfernt stand, zog unwillkürlich die Stirn kraus. Malchens klare Stimme, die hübsche Betonung, die gutgewählten Worte fielen ihr aus die Nerven. Sie konnte sich selbst der Tatsache nicht verschließen, daß Molchen nicht allein schön, sondern auch schick und einfach gekleidet war. Sie würde sonst etwas darum gegeben haben, wäre sie imstande gewesen, sich über das Auftreten und die Toilette Malchens lustig machen und andeuten zu können, daß sie ihre Schönheit mehr der Kunst
t. 278.
Sonntag, den 1. Dezember 1929.
Franz Kircher, Fulda, Schwalnemarkt IO
Flugkommandeur R. Byrd (X) .vor seinem Flugzeug, Byrd, der als erster den Nordpol überflog, ist am Donnerstag nachmittag nach dem Südpol gestar tet, um auch den Südpol als erster mit dem Flugzeug zu erreichen.
vorzüglichen Geschmack und paßte großartig zu ihren Augen und zu ihrem Haar, während der leise Hauch von orangefarbenem Tüll an ihren Hüften gerade die richtige Nuance war, die mit der klaren, weißen Haut harmonierte. Keine Kunst wäre imstande gewesen, diesen Teint, diese klare, weiße Färbung von Hals und Stirn hervorzubringen, und auch nur die Natur konnte eine solche Haarpracht, solche goldenen braunen Augen schaffen.
Als sich die Gesellschaft, von Herrn v. Sönnern geführt, langsam in Bewegung setzte, blieb Frau Bendler in den hintersten Rechen, angeblich, um neben Fräulein Knopf zu gehen, in Wirklichkeit indes, weil sie außer Hörweite der hellen jungen Stimme bleiben wollte, die eifrige, interessierte Fragen an den Baron Sönnern richtete.
„Wir wollen mit den historischen Zimmern im westlichen Flügel beginnen," rief Herr v. Sönnern seinen Gästen zu. „Zuerst ist da das Geheimzimmer, von dem die Tradition erzählt, daß dort ein Mönch den Hungertod erlitten hat. Dann folgt das große Gemach, in dem die Königin Friederike übernachtete, als sie das Schloß mit ihrem Besuch beehrte, und in dem dritten Zimmer schlief der König Johann in einer Nacht auf feiner Flucht vor den Rebellen: hierüber sind ganz zuverlässige Dokumente im Schloßarchio verbanden."
Die Räume des westlichen Flügels wurden mit aller ihnen gebührenden Ehre und hohem Interesse in Augenschein genommen, doch die stärkste Neugierde der Gäste war durch den Gedanken an Burgverließe und andere gruselige Reste aus barbarischen Zeiten wach geworden. Als man den westlichen Flügel hinter sich hatte, wandte sich einer der Herren an den Baron:
„Wir brennen alle darauf, den Zwinger zu sehen und alle anderen Schrecknisse, die Sie uns versprochen haben, Herr Baron. Gerade an so trüben Tagen steht man gern etwas Schauriges. Kann nicht einer von uns ins Burgverließ hinunterfallen oder sonst irgendetwas Aufregendes vollführen?"
„Davor soll uns der Himmel bewahren," entgegnete der Schloßher, dessen robuste Gesicht plötzlich erblaßte. ..Nein, mein lieber junger Freund, wenn Sie solche Dinge und auch nur im Scherz reden, bann führe ich niemand von Ihnen auch nur einen Schritt weiter."
auf Frau Grau zu, trat dicht an ihre Seite. „Die Erinnerung, die Herr Darberg an das andere Patenkind seines Paten hat, wird ihn nicht wünschen lassen, es wieder zu sehen — und — du bist eine liebe Ehestifterin, solltest aber doch keine Zeit mit ganz unmöglichen Zukunftsplänen für mich vergeuden. Ich werde eine nette alte Jungfer werden und immer bei dir bleiben, oder du kommst zu mir aufs Herrenhaus, Mama Grau, und wir wollen uns den Kopf nicht mit Gedanken an Männer und an Heirat zerbrechen."
Frau Grau streichelte liebkosend Malchens Hand; Neugierde lag in ihrem mütterlichen Blick, mit dem sie das noch errötete Gesicht des Mädchens betrachtete. Es mar nicht das erstemal, daß sie an Malchen Zeichen der Unruhe, fast der Verlegenhett wahrnahm, sobald der Käme Arthur Darbera erwähnt wurde, imb obgleich
»Es würde mich interessieren, es zu sehen. Sind es die gleichen Banknoten, die ich Ihnen angeblich gegeben habe?"
sowohl," antworte ich und erzählte ihm nun, wie ich in St. Malo wieder zu Bewußtsein gekommen war und wie die französische Polizei das Geld, das man bei mir gefunden hatte, an sich genommen hatte.
,Lch wünsche dir das glücklichste Leben, das eine Frau führen kann, und kein Leben ist so wahrhaft glück- lich und voll für eine Frau, als die Ehe mit einem geliebten Mann. Lass' dich nie zu dem Glauben verleiten, daß Unabhängigkeit oder alle damit verknüpften Vorteile eine Frau für den Verlust ihrer natürlichen Bestimmung — der Liebe eines Gatten und der Liebe ihrer Kinder — entschädigen können. Meine eigene Ehe war so glücklich, daß ich vielleicht zu sehr dazu neige, daran den Maßstab für alle zu legen, aber es will mir fast scheinen, daß selbst eine nicht ganz harmonische Ehe für das Weib noch besser ist als das Los eines alten Mädchens."
»Du weißt aber gar nicht, welch allerliebste alte Jungfer ich noch einmal werde. Ich werfe alle deine Theorien über den Haufen, so daß du selbst eingestehen mußt, unrecht zu haben. Und mm Mama Grau müssen wir hinuntergehsn, um uns an der Besichtigung des Schlosses zu beteiligen. Herr v. Connern hat gebeten, daß man sich um 3 Uhr in der großen Eingangshalle cinfmben soll, und es ist soweit."
*
Die große Halle, in der Frau Grau und Molchen, nachdem sie die Treppen tjinuntergegangen waren, den größten Teil der Gäste versammelt fanden, nahm die ganze Mitte des Schlosses ein und führte in die kleine EingangshÄle, die unmittelbar hinter dem Hauptportal lag. iDe innere große Halle wurde von den Herrschaften als Wohnraum benützt, besonders wenn bas Schloß, wie jetzt, voller Gäste steckte, und die großen, bequemen Lahnsessel und Diwans, die auf den Tischen aufgehäuften Zeitungen und illustrierten Zeitschriften und die Bücher- scbränke, die die neuesten Erscheinungen der Literatur
Mussolinis Planwirtschaft.
Von Ernst Hohmann.
Wohl kein Land auf dem Kontinent hat nach dem Krieg einen derartigen Aufschwung genommen, als Italien, sowohl in politischer Hinsicht, als auch vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete. Außenpolitisch ist es zu einer Großmacht, innenpolitisch zu einem blühenden Wirtschaftsland geworden. Dieser plötzliche Aufschwung tritt erst richtig zu Tage, wenn man das Italien vor 1922 mit dem von heute vergleicht. Einem jeden ist bekannt, daß Mussolini es gewesen ist, der seinem Vaterland zu diesem Aufschwung verhalfen hat. Er selbst hat den Ausspruch getan: „Entweder ist Italien in 10 Jahren ein blühendes Wirtschaftsland, oder es ist am Ende angelangt."
Welches find nun die wesentlichen Momente, die diese Zwangslage bedingen?
Im Oktober 1922 wurde Mussolini Ministerpräsident von Italien. Er brauchte 3 Jahre, bis er zur völligen Herrschaft gelangte. Ende 1926 ging er nun an seinen großen Plan heran, von dessen Durchführung das Schicksal Italiens abhängt.
Die äußeren Eindrücke, die man heute in Italien vorfindet, sind die, daß keine Arbeitslosigkeit herrscht, wie das in allen anderen Ländern der Fall ist. Eine rege Bautätigkeit wird betrieben, es werden Straßen gebaut, Kanäle angelegt, große Stauwerke errichtet. Die Industrie ist überreichlich mit Arbeit versorgt. Ungeheure Gebiete werden gerodet und fruchtbar gemacht. So sieht das heutige Italien aus.
Mussolini fand es in einem Zustand vor, der durch folgende Momente bestimmt war: Ein schneidender Gegensatz bestand zwischen dem Norden und dem Süden von Italien. Norditalien ein reiches, kultiviertes Industrieland, beeinflußt durch die
bie Scheiben gleiten, als wollte sie die von braunen erhaschen.
„Ach, bas wird nie geschehen! Herr ich finb wie Süd- unb Nordpol getrennt, nicht sehr wahrscheinlich, baß wir uns wieder im Leben begegnen." Malchen
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Kludenkenkrawalle. — Das goldene Prag. — Freiheit und Verbreche«. Deutsche Sorgen.
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Vorsichtig, Achtung! Studentenkrawalle . . . Das ist ja ausgezeichnet! Wie geschaffen für den Berichterstatter! Als ich nach Graz kam, marschier- gerade die Heimwehren auf, mit Fackeln und Musik. Als ich dann nach Wien kam, rasten eben die elegantesten Autos durch die Straßen, die ihre Insassen zum „entscheidenden" Ministerrat brach» ten. In Wir» „entscheidet" man sich nämlich, man „entscheidet" sich bereits drei Wochen lang und muß sich nun langsam „entscheiden", ob man sich mirklich entsiheiden soll. Es ist wie bei einem LangMäfer, der jeden Morgen sich stundenlang entscheidet", ob er sich zum Aufstehen entscheiden 'j'oll. Und nun komme ich nach Prag und fahre ozusagen mitten in die Studentenkrawalle hinein. Die ganzen Straßen und Plätze in der Nähe der Technik" sind voll von jungen Menschen. Sie strömen so langsam dahin, Kopf an Kopf, als habe g ke Moldau sie auszespien. Langsam fahren die Elektrischen hindurch-, langsam auch die langen UZßlangen der Autozüae. Hier und da lärmt eine SW auf, manchmal flucht ein Polizeimann. - Diese Polizei marschiert in einer Gruppe, die über hundert Mann stark ist, mitten im Strome dahin, täte eine Insel der Sicherheit. Es ist nicht so ernst, wie es aussieht. Mele lachen und empfinden das Ganze als Vergnügen. Im übrigen kann man den Aerger verstehen. Prag ist gewiß zurzeit die stubentenreichste Stadt der Welt. Es lebt sich billig dort. Und so gibt es auf der berühmten medizinischen Fakultät unter 2500 Studenten mehr als 1300 „Ausländer" unterschiedlichster Rassen. Die Einheimischen protestieren, und so entstehen die Krawalle.
Nebenbei gesagt sollten unsere deutschen Studenten, namentlich wenn sie mit Wenigem auskommen müssen, nach Men und besonders nach Graz gehen. In Graz traf ich viele Reichsdeutsche, aber es könnten mehr fein. Man heißt sie dort herzlich willkommen, und Graz ist eine der schönsten Städte der Welt.
Von Prag Abschied nehmen, ist nicht leicht. Man muß doch wenigstens ein Stündchen auf den Hradschin hinauf, wo der 86jährige Dr. Frind,
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Josef Gehring, SW«,
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der überall ini Lande hoch verehrte Weihbischof, nun krank liegt — ein unverwüstlicher Kämpe. Neulich schien es einmal zu Ende zu gehen. Man betete stundenlang die Sterbegebete. Bis endlich der greise Bischof scherzte: „Nun bemüht man sich den ganzen Tag zu sterben, und es gelingt nicht, und man blamiert sich dabei unsterblich." Den Dom da oben muß ick mir auch ansehen, da er eben vollendet ist. Mitten darin schlummern die beiden Habsburger Matthias und Rudolf II. Der Sarg des hl. Wenzel steht hochragend m eine mit den kostbarsten Gobelins geschmückten Kapelle, und auch der hl. Nepomuk ruht da im silbernen Grabschmuck. Ob er wirklich ein Märtyrer des Beichtgeheimnisses war, läßt sich geschichtlich Dllll!IIIIIIIIIIIIW||l!lllllll!l!llll!lllllll!IIIIIIW|ll!llllllllllllll!lllllllllllllllllllllllllll!IIIIW||||!IIIIW
Wilhelm Hess
Am Steinweg.
nicht dartun, aber gelebt hat er bestimmt, und gemartert worden ist er auch . . . Wohin man in Prag blickt, da wird gebaut. Meist Staatsgebäude, Institute und dergleichen. Prag ist eben jetzt die Hauptstadt, Prag soll strahlen int Glanze der tschechischen Herrlichkeit. Böhmen ist ja auch ein reiches Land. Und was man nicht bezahlen kann, das kauft man auf Abzahlung . . . Spät am Abend gehen wir, ein paar alte lebenserprobte Freunde, in eine kleine italienische Gaststube. Da ist es gemütlich und billig. An der Wand klassische Kunst und im Gläslein Chianti. Und dann heim in die schweigende Stadt, deren Kuppeln wie einst goldig in dem feinen Dunst schimmern, wie er für Prag charakteristisch ist. Vierstimmig summen wir ein deutsches Lied über den Strom hin, der sein Geheimnis wahrt unter dem Leuchten der Brücken. Als es zu Ende ist, bitten einige fpnte. Wanderer, wir möchten doch weitersingen. So eint das Lied, was der Nationalismus trennt, denn die Bittenden warm Tschechen.
Von Deutschland höre ich nicht viel. Natürlich berichten alle Zeitungen von dem Massmmörder, und es knüpfen sich sehr ernste Gespräche daran Wie will man solchen Verbrechen wehren? Wo ist die moralische Macht, stark genug, sie zu verhindern? Wer erneuert das Gewissen der Menschen? Wer garantiert die Humanität? Wie es so geht, wandert man plaudernd von einem Verbrechen zum andern, besonders zu dem Massenverbrechen, wie es beim letztm Börsenkrach in Amerika verübt worden ist. Das war wirklich Zweck und Absicht, das war nicht notwendige Folge börsentechnischer Entwicklungen. Es haben sich einfach so und sooiele Börsenväuber zu- sammengetan und planmäßig eine ungeheure Zahl von harmlosm Menschen über Nacht an ben Bettelstab gebracht. Wir muffen vom Christentum aus hier einfach das Johanneswort rufen: „Das ist dir nicht erlaubt!" Mr dürfen den flammenden Protest gegen solche Niedertracht nicht den Sozialisten und den Kommunisten überlassen Diese Art von Börsenbetrieb ist einfach Teufelswerk! Diese berühmte amerikanische Freiheit, die etlichm Hundert von Dollarkönigen das Recht gibt, zu tun und zu lassen, was'sie wollen, ist die größte Lüge und der größte Trug der Wekk- geWchie. Bei den Armen, bei dem Gedrücktm, bei dem Ausgeraubten, da will ich sein, wie auch Christus dort gewesen ist. Gerade der Gebildete sollte dort stehen, und er wird es erleben, wie das dankbare Volk ihm willig die Rolle zurückgibt, die der Gebildete in der menschlichen Gesellschaft zu spielen hat.
Der ganze mitteleuropäische Raum im Südosten liegt unter schwerem Druck. Ich merke es erst, wie ich der ekelhaften und lächerlichen tschechischen Komtrole entgangen und wieder auf deutschem Boden bin. Unvergleichlich besser sind wir daran als das alte Oesterreich und die Opfer der Friedensschlüsse von St. Germain. In Prag, in Wien, in Graz — überall sah ich grauenhafte Armut. Unsere bescheidenen Ansprüche wirken dort beinahe wie fürstliches Gebühren. Deutsche, laßt doch den Streit untereinander! Denkt an eure Brüder! Denkt an die Zukunft der Nation! Ja, an das Kind, an die Zukunft denken, das ist wichtiger, als die Erleichterung der Ehescheidung. Ganz bestimmt! Der Mann im Monde. 1
Roman von M. W. So pH ar.
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„Nein, Malchen, denke doch nur so etwas nicht! Was ich von Herrn Darberg sah, hat mir gefallen, unb deshalb würbe ich es außerordentlich bedauern, wenn er sich an Stella wegwürfe, unb so würde man das nennen, wenn er Stella heiratete. Ich wünsche nur, er hätte so viel gesunden Menschenverstand, um bas zu tim, was sein Pate wünschte —"
Sie sprach nicht weiter. Ihre Augen ruhten liebevoll auf Malchens Gesicht, bas sich mit einer brennen- ben Röte überzog, bie aber sogleich roieber verschwand. Das Mäbchen rückte mit einer heftigen Bewegung von ihrer Seite ab, ein sanfter, feuchter Ausbruck trat in bie braunen Augen, unb ein Lächeln spielte um ihren Munb. Das hatte Frau Grau nicht gesehen, denn Molchen war ans Fenster getreten unb ließ bie Finger über
3. Biß«.
Druck bet Fuldaer Acklenbruckerel, Fulba.
deutsche und französische Industrie. Süditalien dagegen verwahrlost, verödet und völlig unkultiviert. Die fruchtbaren Gegenden lagen brach und wurden nicht bebaut, weil das nötige Verständnis dafür fehlte. Italien mußte sein ganzes Getreide einführen, dazu noch Kohlen und Eisen für die Industrie. Demgegenüber stand die Bedürfnislosigkeit der Bevölkerung. Die niedrigen Löhne ließen die Industrie wachsen und überhaupt erst bodenständig werden. Ausländisches Kapital kam ins Land herein nur durch den Apfelsinenexport und durch die Arbeit der Italiener im Ausland. Deutschland war vor dem Kriege eines der Länder, das übersät war mit den billigen und widerstandsfähigen italienischen Arbeitskräften.
Mussolinis Gedanke war nun, einen Ausgleich zu schaffen zwischen Nord- und Süditalien. Aus dem unkultivierten Süden wollte er ein fruchtbringendes Land schaffen. Er wollte vor allem den Getreidebau fördern und si chunabhängig machen vom Auslande. Mit Hilfe der Industrie im Norden suchte er nun dieses Ziel zu erreichen. Sie sollte für die Kultivierung des Südens landwirtschaftliche Maschinen liefern. Dadurch bekomme die Industrie Arbeit, die belohnt würde durch Gedeihen und Aufblühen der Landwirtschaft, die das Land mit dem nötigen Getreide versorge.
Um dies zu erreichen, sagte Mussolini, müsse der Staat sich in eine einzige Fabrik verwandeln und das gesamte Wirtschaftsleben vom Staate aus dirigiert werden.
So hat Mussolini gemeinsam mit Rossoni den faschistischen Staat geschaffen, der die breite Volks- masse ausschliehen will, weil er sie für unfähig hält zu politischer Herrschaft und den in ihr gegebenen Verantwortlichkeiten. Das Volk muß aus sich selbst heraus, aus eigener, lebendiger Bewährung der Leistungen eine herrschende Klasse hervorbringen. Diese herrschende Klaffe des faschistischen Staates
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