Einzelbild herunterladen
 

JIC. 275

Fulda, öen 27. November 1929

Anzahlung.

Postamt teilt uns mit, daß die Jnva- icn, und unfallrente für den Monat Eber auf höhere Anordnung hin bereits am «omstaa den 30. November — also nicht am a <rc«in6er, wie gestern mitgeteilt wurde — ^.soemhlt wird. Um restlose Abhebung der Renten an dem Tage wird gebeten.

~ur Rationalisierung des Genossenschaftswesens.

3 <Aer Reichsjustizminister hat dem Reichstag -inen Entwurf zur Asnderung und Ergänzung des Lenofsenschaftsgefetzes zugehen lassen, der die Ra- ^nnalisierung des Genossenschaftswesens erleich- soll. Er läßt die Verschmelzung von Revi- sionsoerbänden zu, ordnet die privatschriftliche -rorm für den Verschmelzungsvertrag von Genos- i-nlchaften an und schließt die Geltendmachung der Richtigkeit solcher Lerschmelzungsverträge auF, die ftüher ohne gerichtliche oder notarielle Beur­kundung errichtet worden sind.

Lia Familienbuch.

Es ist erfeulich, daß sich die Familienchroniken immer mehr einbürgern. Von der Eheschließung an getreulich geführt, stellen sie ein Denkmal der -kamilie dar in ihrem Wachsen, in ihren frohen und ernsten Tagen. Kein geringer Vorteil ist, daß die so manchmal notwendigen Bescheinigungen der Staatsangehörigkeit, Geburt, Taufe usw. hier in einem kleinen Bändchen zufammengestellt sind und durch ihre amtliche Anerkennung die oft lästige und Zeitraubende Anforderung von Abschriften überflüs­sig machen. Manche praktische Regel, eine kurze Zusammenfassung der gesetzlichen Bestimmungen, die Ehe und Familie betreffen, erhöht den Wert eines solchen Buches. Eben ist nun die zweite Auf­lage einer katholischen Ausgabe der Fa­milienchronik erschienen (F a m i l i e n -C h r o n i k. Herausgegeben von P. Theodosius Briemle O.F.M. Verlag von Hermann Rauch in Wiesbaden. Lei­nenband 2 Mark). Während diese Ausgabe in ihrer ersten Auflage nicht die amtliche Anerken­nung hatte, ist sie jetzt — ebenso wie die allgemeine Ausgabe — vom Ministerium approbiert. Der Vorzug dieser katholischen Ausgabe besteht darin, daß die kirchlichen Bescheinigungen (Taufe, Erst- kommunion, Firmung) einen hervorstechenderen Platz einnehmen als in der allgemeinen Familien­chronik, und daß weiterhin die kirchlichen Bestim­mungen um die Ehe, katholische Leitsätze und Lebensregeln hinzugefügt sind, die es verdienen, allzeit den Familienmitgliedern vor Augen zu stehen. In seiner guten und geschmackvollen. Auf­machung ist das vorliegende Buch sehr preiswert. Es ist ihm ein Platz in jeder katholischen Familie zu wünschen. Als passendes und bil- liges Geschenk für Brautleute ist es vor allem zu empfehlen.

An den drei letzken Sonntagen vor Weihnachten wird in der S t a d t F u l d a der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen freigegeben. Und zwar dür­fen die L ä d e n am 2. Adventssonntag von 13—18 Uhr und am 3.und 4.Adventssonntag von 11—18 Uhr offen gehalten werden. An diesen Sonntagen ist natürlich auch die Beschäftigung der zur glatten Abwicklung des Geschäftsbetriebes not­wendigen Arbeitskräfte zugelassen.

Schützt die Kettenhunde vor den Unbilden des rauhen Winters!

Rauhe Nebel und eisige Kälte begleiten den Einzug des Winters. Wir sitzen um den wär­menden Ofen und sind froh, geborgen zu fein. Draußen heult der Sturm und prasselt Regen. Schinee fegt über die Dächer. Noch jemand ist draußen, hilflos den Tücken des Wetters ausge­setzt, der Kettenhund, der treue Wächter von Haus und Hof. Den ganzen Sommer über hat er fei­nen Dienst getan, brav und selbstverständlich, wie es sich für einen Hofhund geziemt. Jetzt aber ha­ben chn die Menschen vergessen, denen er so ge­treulich Hab und Gut hütet. Die Hütte ist rissig, der Wind pfeift durch die Astlöcher, vom Boden herauf kriecht die Kälte, durch das Einschlupfloch peitscht Schnee und Regen. Die Kette ist kurz und effig, eifigkalt ist auch das Fressen. Wer möchte da noch Hofhund fein? Und der Winter ist lang... Erbarmt euch dieses hilflosen Geschöpfes! Gebt Stroh und Heu in die Hütte, bessert die Risse aus.

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt). Donnerstag, den 28. November 1929.

einige Bretter und Lumpen genügen vollauf, dreht das Einschlupfloch windgeschützt und bringt eins alte Matte davor an! Wärmt vor allem auch das Fressen an und gebt dem Tier genügend Be­wegungsfreiheit auch tagsüber. So gestaltet ihr sein Leben erträglich und er wird durch doppelte Wachsamkeit eure Mühe reichlich lohnen.

Heber den Word bei Diekershausen

schwirren die tollsten Gerüchte durch Stadt und Land. Danach soll es den Bemühungen der Ha­nauer und Frankfurter Herren, die auch in den, letzten Tagen wieder hier weilten, gelungen sein, den Mörder endlich festzunehmen. Man redet, daß der Mörder Knecht auf dem Lanneshof sei. Bei seiner Festnahme habe sich ein heftiges Feuerge- secht zwischen ihm und Landjägern entspannen. So redet man. Da die Aufregungen des Wahl- kampfes vorbei sind, sucht man anscheinend neue Sensationen und erdichtet zu diesem Zweck ganz grausame Räuberromane. Wir können unseren

Lesern verraten, daß die ganzen Erzählungen auch nicht ein Körnchen Wahrheit enthalten. Wir hät­ten das sonst schon erfahren; ohne Zweifel hätte uns auch die Justizprejsestelle von den Vorgängen inzwischen Mitteilung gemacht. Da das nicht ge­schieht, darf man annehmen, daß man in der Mord­sache Scheel nicht weiter gekommen ist. Die bei­den Verhafteten, auf denen der Verdacht ruht, sind noch nicht wieder freigelassen. Man hat nur den einen der beiden inzwilchen nach Hanau gebracht. Hof- fenlich sind die Ermittlungen der Frankfurter Kri­minalbeamten bald von Erfolg gekrönt. Ob nicht eine Heranziehung der mit Land und Leuten ver­trauten Fuldaer Kriminalbeamten den Gang der Untersuchung beschleunigt hätte? Wir wissen nicht, ob das geschehen ist und ob die Polizeiverfassung das zugelassen hätte. Wenn es nicht möglich war, dann ist in dem Aufbau der Polizeiverwaltung ein Konstruktionsfehler, der bei der kommenden Derwaltungsreform ebenfalls beseitigt werden müßte.

Oie bodenständigen Hessen.

Hessen-Nassau hak unter den preußischen Provinzen den größten Anteil an altanfässiger Vevötkerung.

Die bekannte Anhänglichkeit der Hessen an ihre Heimat wird neuerdings auch ziffernmäßig belegt durch die Ergebnisse der letzten Volkszählung. Bei dieser Zählung war u. a. auch die Frage nach dem Wohnsitz vor dem 1. August 1914 gestellt worden, um auf diese Weise zu ermitteln, m wel- cher Richtung unter der Einwirkung des Krieges und der wirtschaftlichen Umstellung in der Nach­kriegszeit Bevölkerungsverfchiebungen innerhalb der Staatsgrenzen eingetreten sind. Nach den nun­mehr aufgearbeiteten Ergebnissen der Zählung wohnten im preußischen Staatsgebiet 81,35 Pro­zent oder rund vier Fünftel der vor dem 1. Au­gust 1914 geborenen Bevölkerung bereits bei Kriegsausbruch in demselben Kreise, in dem sie bei der letzten Volkszählung gezählt wurden. Al­lerdings schwankt das Verhältnis der altansäffigen Bevölkerung zur zugswanderten in den einzelnen Provinzen ganz erheblich. An der Spitze steht Hessen-Nassau mit 8 4,3 Prozent alt- ansässiger Bevölkerung, an letzter Stelle Brandenburg mit 76,5 Prozent. Für die übrigen Provinzen ergibt sich folgendes Bild der Boden- stäNdigkeit: Rheinprovinz 84,1 Prozent, Hannover 82,5 Prozent, Oberschlefien 81,9 Prozent, Berlin 81,5 Prozent, Sachsen 81,4 Prozent, Westfalen 81,1 Prozent, Ostpreußen 79,8 Prozent, Nieder­schlesien 79,-7 Prozent, Pommern 79,1 Prozent, Grenzmark 77,9 Prozent, Schleswig-Holstein 77,5 Prozent. Bei oberflächlicher Betrachtung könnte es scheinen, daß entgegen aller bisherigen Erfah­rung die Zuwanderung von Westen nach Osten am stärksten gewesen sei. Eine nähere Untersuchung zeigt aber, daß lediglich die Bevölkerungsverschie­bungen innerhalb der Provinzen im Osten größer waren als im Westen. Dann aber hat vor allem

die Zuwanderung der Verdrängten aus den an Polen abgetretenen Gebieten und der Rückstrom der Ausländsdeutschen, insbesondere aus Ost­europa, zu einer überaus starken Erhöhung der Zu­wanderung in den östlichen Provinzen beigetragen.

In Hessen-Nassau waren von der am Zählungs­tag festgesetzten Bevölkerung 1 991 00 vor dem 1. August 1914 geboren. Hiervon wohnten 1 678 009 bei Ausbruch des Krieges bereits im Zählkreis, während die übrigen 313 000 teils in einen an­deren Zählkreis der Provinz verzogen, teils von außerhalb zugewandert waren („Freeme Küitz"). Die Binnenwanderung innerhalb der Provinzgren­zen ist dabei ganz bedeutend, und Mar umfaßte sie über 85 000 Personen, die größtenteils vom Lande in die Stadt zogen. Hauptanziehungspunkte waren hierbei Frankfurt und Umgebung sowie Kas­sel, Fulda, Hanau und die übrigen Stabte der Provinz, wenn auch in geringerem Maße. Rund 70 000 nunmehr in Hessen-Nassau wohnhafte Per­sonen waren aus einer anderen preußischen Pro­vinz zugewandert, 2500 aus dem preußischen Teil des Saargebiets und 74 000 aus außerordentlichen Ländern des Reichs. Aus den abgetretenen Ge­bietsteilen nahm Hessen-Nassau 16 500 Personen auf, davon allein 10 700 aus Elsaß - Lothringen und 4 200 aus den an Polen abgetretenen Gebie­ten, 700 aus Danzig und 150 aus dem Memelland. Schließlich waren bei Kriegsausbruch 15 200 Ein­wohner der Provinz in Ländern des übrigen Europa wohnhaft und 1500 in außereuropäischen Gebieten. Bemerkenswert ist dabei, daß Hessen- Nassau nächst der Rheinprovinz den größten Teil der Abwanderungswelle aus Elfaß-Lothringen aufnahm.

i ,

Konferenz der weiblichen Zugendvereine im Fuldaer Land.

Die 3ungfrauen!ongregationen der Diözese Fulda sind feit kurzem in einem Diözesanverband zusammen­geschlossen. Vom Hochw. Herrn Bischof wurde Pfarrer W e h n e r - K a s s e l zum Diözesanpräses ernannt. Mit der äußeren Zusammenfassung ist natürlich noch nichts Entscheidendes getan. Notwendig ist, daß aus diesem organisatorischen Zusammenschluß eine leben­dige Bewegung der weiblichen Jugend katholischen Glaubens in Deutschland wird, die veraltete Vereins­formen zerbricht und der neuen Zeit auch eine Heimstätte in den Jungfrauenkongregationen schafft. Bis die weiblichen Iugendoereine zu dieser modernen Jung-Frauenbewegung werden, ist noch manche Arbeit zu lerften. Man kann und darf hier nichts überstürzen und krampfhafte Versuche machen. Das Neue muh langsam wachsen. Im Rheinland und Westfalen mag es schon durchgebrochen sein. Hier im Fuldaer Land beginnt es sich erst schüchtern zu zeigen.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Vereine die richtige Einstellung zu dem modernen Mädchen finden. Wohl hat man erkannt, daß Wandlung geschaf­fen werden muß. Das zeigte auch die Konferenz, der Präsides und Präfektinnen, die gestern unter Leitung des Diözesanpräses Pfarrer Wehner-Kassel in der Harmonie zu Fulda stattfand, und von der die Teil­nehmer sicher manche Anregung für die praktische Ar­beit mit nach Hause genommen haben.

Am Morgen sprach der Generalpräses der Junz- frauenvereine Klens von der Zentrale in Düsseldorf vor den versammelten Präsüies über „Die Frau im modernen Leben". Im ersten Teil seines aus­gezeichneten Referates behandelte er die grundlegenden Veränderungen im Leben der Frauenwelt, die durch die modernen wirtschaftlichen, gesellschaftli­chen und politischen Verhältnisse verursacht wur­den. Die Frau hat schnell eine äußere Selbstän­digkeit erhalten, für die sie innerlich noch nicht gerüstet ist. Dieser Not der Frau muh abgeholfen werden. Im zweiten Teil zeigte der Redner in pak- kender Weise den Weg, wie die Frau wieder den inne­ren Halt, das Bewußtsein ihres ei g e n e n Wertes fin­den kann. An das Referat schloß sich eine kurze Aus­sprache.

Am Nachmittag versammelten sich die Vorstände der Jungfrauenvereine des Fuldaer Landes mit ihren Prä­sides im großen Saal der Harmonie. Als Vertreter des Hochw. Herrn Bischofs war Domkapitular Dr. Thielemann erschienen. Die Verbandssekretärin der Jungfrauen- und Mllttervereine an der Zentrale in Düsseldorf, Frl. Eickelboom hatte das Referat übernommen. Sie wandte sich vor allem an die anwe­senden Frauen und zeigte in eindrucksvoller Weise die Aufgaben der Jungfrauenvereine in der neuen Zeit, in der auch die Frau im Leben steht. Sie scheute sich nicht, Mißstände bloßzulegen, und gab eine Fülle praktischer

Winke *ür die Arbeit in den Vereinen. Begeisternd war, was sie über die Stellung und die Ausgaben der Jungführerinnen sagte, wobei sie ganz richtig den Unterschied zwischen diesen und den Jungsührern in den Jungmännervereinen aufzeigte, der sich aus der fraulichen Eigenart notwendig ergeben muß.

In der anschließenden Aussprache wurde, nachdem einige Vereinsleiterinnen über ihre Arbeit in den ein­zelnen kleinen Gruppen und Gemeinschaften be­richtet hatten, vor allem über die Wanderfürsorge gesprochen. Es ist notwendig, daß die Menschen in der Heimat die Verbindung mit den in die Großstadt zie­henden Mädchen nicht aufgeben und dafür sorgen, daß sie Anschluß an gleichgerichtete Kreise in der Stadt finden.

Eingehend wurde auch über die Schäden, gesprochen, die die

Vergnügungssucht auf dem Lande

mit sich bringt. Die Tanzvergnügen überstür­zen sich nur fo. Eine neue Art, Tanzvergnügen zu ver­anstalten, ist die sog. „geschlossene Gesell- s ch a f t". Einige Leute tun sich zusammen und arran­gieren eine Tanzveranstaltung als „geschlossene Griell- schaft", zu der aber praktisch jeder Zutritt hat. Wenn diese Vergnügungsseuche sich in dem jetzigen Tempo weiter ausdehnt, ist die langsame Aufbauarbeit, die von den Jugendvereinen geleistet wird, aufs stärkste gefährdet. Pflicht des Staates aber ist es, diese Aufbauarbeit tatkräftig zu unterstützen und die Schäden abzuwenden. Deshalb wurde eine Re­solution an die Regierung in Kassel und die Abgeord­neten gesandt, in der Maßnahmen zur Eindämmung der übermäßigen Lustbarkeiten gefordert werden. Jnsbe- sondern muß die Jugend geschützt werden. Jugendliche bis zu 16 Jahren dürften auch in der Praxis keinen Zutritt haben. Es müßte also geprüft werden, ob die schon bestehenden Bestimmungen wirklich durckgeführi werden. Notwendig ist weiter, daß der Begriff „ge­schlossene Gesellschaft" genauer umschrieben wird.

Noch viele andere brennenden Fragen wurden be­rührt, Fragen besonders, wie die p o s i ti v e Aufbau- arbeit geleistet werden kann, die durch Schutzmaß­nahmen selbstverständlich nicht ersetzt werden kann. Nach 6 Uhr abends konnte Pfarrer Wehner- Kassel bann die Konferenz mit einem Wort des Dankes und ber Aufforderung um freudige Mitarbeit schließen.

*

Aehnliche Konferenzen haben bereits in Kassel, Kirchhain und Salmünster stattgefunden. Für die Thüringische Rhön findet eine Zusammenkunft ber Präsides und Dereinsleiterinnen in Geisa statt.

Gegen ein Lastauto rannke

gestern nachmittag um 14,45 Uhr an der Straßen­kreuzung Lindenstraße-Petersbergerstraße-Fran- zofenwälbchen ein hiesiger Personenkraftwagen. Der Personenkraftwagen wurde so stark befchäbigt, baß er abgeschleppt werben mußte. Eine in bem Personenkraftwagen sitzenbe Dame würbe durch Glassplitter verletzt."

Polizeistunde und öffentliche Tanzlustbarkeiten in Hessen-Nassau.

Der Dberpräfibent von Hessen-Nassau hat die Polireiverordnung über bie Polizeistunbe und öf­fentlichen Tanzlustbarkeiten vom 23. Juni 1928 aufgehoben und an deren Stelle eine neue Poli- zeioerordnung hierüber am 21. November 1929 er­lassen. Die Verordnung tritt am 15. Dezember 1929 in Kraft. Der Beginn der Polizeistunbe für Gast- und Schankwirtschaften wirb danach für alle Gemeinden unter 10 000 Einwohnern auf 24 Uhr. für alle Gemeinden über 10 000 Einwohnern auf 1 Uhr und für bie Stäbte Kassel, Frankfurt a. M. und Wiesbaden auf 2 Uhr wie bisher festgesetzt Die Polizeistunde endet gleichfalls wie bisher um 6 Uhr. Oeffentliche Tanzlustbarkeiten bedürfen der schriftlichen Genehmigung der zuständigen Ortspolizeibehörden, im Geltungsbereich der für« hessischen Verordnung vom 29. Juni 1821 der Ge­nehmigung des zuständigen Landrats. Alle weiteren Einzelheiten, bie nur unwesentliche Ab­weichungen von den bisherigen Bestimmungen bringen, sind aus ber Verordnung, bie in Kürze in den Regierungsblättern veröffentlicht werben wird, zu ersehen. Die Provinzpolizeioerorbnung über die Verabfolgung geistiger Getränke vom 28. Ok­tober 1925 ist aufgehoben worben.

Kraftpostlinie Schlitz-Fulda.

Vielfachen Wünschen entsprechend wird nach, stehend bie Abfahrzeit der Linie wiederholt bekannt- gegeben: Abfahrt Postamt Schlitz 6.10 Uhr und 13.20 (an allen Werktagen). Abfahrt Postamt Schlitz 11.20 und 19.30 (an Sonn- und Feier­tagen). Abfahrt Postamt Fulda 7.27 und 17.16 (an allen Werktagen). Abfahrt Postamt Fulda 13.27 und 21.14 (an Sonn- und Feiertagen). Auf die verbilligten Rückfahrkarten zu 3 RM. zwischen Schlitz und Fulda wird besonders hingewiesen.

Zur Vesremngsseier am Deutschen Eck.

WM-

M. s-s.;.

P

1

"T" ^2

M 'M

Cinte oben: Blick aus bas deutsche Eck bei Koblenz, am Zusammenfluß von Rhein und Mosel; unten: Das Denkmal Kaiser Wilhelms I., das das deutsche Eck krönt. Mitte- Festung Ezrenbreitstein bei Koblenz

, wo in der Nacht vom Samstag zum Sonntag die Trikoiore niedergeholt und wieder die deutsche Fahne wehen wird. Rechts: Blick auf Koblenz, bisher Sitz der interalliierten Rheinlandkommifsion,

das nun endgültig von den fremben Truppen befreit w rd.

Anläßlich ber völligen Räumung von Koblenz wird in ber Nacht vom 1. Dezember am Deutschen Eck, dem Zusammenfluß von Rhein und Mosel eine große Befreiungsfeier stattfinden, an der die

Reichsbehdrden und ber preußischen Regierung teilnehmen werden. Unter festlichen Klängen wird bie Schutzpolizei in Koblenz einziehen und auf ber Festung Ehrenbreitstein wird zum

ersten Mal bie deutsch« Flagge gehißt, nachdem die letzte französische Trikolore niedergeholt ift