Fuldaer Zeitung
b Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Dienstag, 26. November 1929
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Georg Clemenceau.
♦ Frau Landtirgsabgeordnett Bachem gestorben. Aus Königswinter wird gemeldet: Die Landtagsabgeordnete Frau Emma Bachem (Zentrum) ist nach längerem schweren Leiden gestorben. Frau Bachem war durch ihre Krankheit schon seit Monaten an der parlamentarischen Arbeit, der sie sich immer mit regem Eifer und guter Be- fäh-igung gewidmet hatten gehindert.
einmal gestattete, eine Brücke der Achtung zu ihm zu schlagen.
~ In Kassel fehlen vor allem die deutschnationale» Führer des Reichslandbundes. Das ist eigenartig Aber wie der gutuntsrichtete „Hannoversche Kurier mitteilt, ist das „kein Zufall, auch kein Versehen, sondern bewußte Absicht". Man hat nämlich eine Führertagung des Reichslandbundes just in die Zeit gelegt, in der auch der Deutschnationals Parteitag stattfindet, um so offenbar dieser Opposition im deutschnationalen Lager die erwünschte Gelegenheit zum entschuldigten Fernbleiben vom Parteitag zu geben. Man weiß, daß gerade der Landbund von seinen parlamentarischen Mitgliedern fordert, daß sie im Reichstag^den § 4 ablehnen, man weiß ferner, daß Herr Schiele keineswegs ein Freund Hugenbergs ist. Also auch hier das bemerkenswerte Schauspiel der Zweiteilung der deutschnationalen Partei.
deckt, stützten sich auf den Tisch. Die Stimme klingt voll und hart. Es gibt wahrscheinlich keine Sprache der Welt, die sich an Ausdrucksfähigkeit mit der französischen messen kann. Sie kann schmeicheln wie Frühlingsluft und dröhnen wie Erz. Der Franzose, der hier spricht, ist ein Mann, dem die Macht der Rede gegeben ist, um zu kämpfen. Jetzt genießt er mit Selbstbeherrschung den Sieg:
„Meine Herren Delegierten des Deutschen Reiches! Es ist nichlt Zeit und Ort für überflüssige Worte. Sie sehen vor sich die beglaubigten Vertreter der kleinen und großen Möchte, die sich vereinigt haben, um den sclwecklichen Krieg, der ihnen aufgezwungen worden ist, zum Ende zu führen. Die Stunde der schweren Abrechnung i st gekommen. Sie haben um den Frieden gebeten. Wir sind geneigt, ihn Ihnen zu gewähren. Wir überreichen Ihnen hiermit das Buch das unsere Frisdensbedingungen enthält . . . Der zweite Frieden non Versailles ist von den hier vertretenen Völkern zu teuer erkauft, als daß sie es über sich bringen könnten, allein die Folgen dieses Krieges au tragen. Um Ihnen aber meine Auffassung vollständig mitzuteilen, muß ich hinzufugen, daß dieser zweite Frieden von Versailles allzu teuer von uns erkauft worden ist, als daß wir nicht entschlossen sein sollten, alle berechtigten Genugtuungen und Sicherheiten für die Dauer dieses Friedens zu erlangen."
So sprach an jenem schicksalsschweren 7. Mai des Jahres 1919 der Mann, der jetzt selbst vor seinem ewigen Richter steht. Möge er dort mebr Gnade und Barmherzigkeit finden als dieser klassische Repräsentant des unchristlichen Nationalismus sie selbst gewährt hat.
Alle Londoner Blätter äußern sich in Leit- artikeln zum Tode Elemenceaus und würdiaen seine großen Verdienste um den Sieg der Alliierten.
Mit Clemenceau ist der Mann gestorben, der von allen Franzosen jahrzehntelang den inbrünstigsten Haß gegen alles un Herzen trüg, was deutsch mar und deutsch hieß. Clemenceau, dessen entscheidendes Erlebnis der Krieg von 1870/71 gewesen war, und der Schmerz über die Niederlage feines Vaterlandes, war die lebendige Verkörperung jener Parole: „Immer daran denken, niemals davon sprechen", die die französische Politik feit dem Verlust Elsaß-Lothringens bis zum Friedensschluß von Versailles beherrscht hat. Er war derjenige, der immer wieder die Flammen des Hasses schürte, er derjenige, der jeden Anflug eines Stimmungswechsels bei seinen Landsleuten im Keime zu ersticken suchte. Wie ein Monomane verfolgte der Politiker Clemenceau nichts als fein eines, einziges Ziel- die Revanche gegen Deutschland. Für Clemenceau war der Ausbruch des Weltkriegs von 1914 ein Ereignis, das er hoffnungsvoll begrüßte. Für ihn gab es keinen Zweifel daran, daß die Stunde der Erfüllung feines Lebenstraumes nunmehr anbrechs, und nichts, und nichts, auch nicht die schwersten militärischen Niederlagen seines Vaterlandes konnten ihn von der Gewißheit abringen, daß er die Stunde des Sieaes erleben werde. Vorher gab es den Begriff Friede überhaupt nicht für ihn. „Ich werde kämpfen vor Paris, in Paris und hinter Paris: ich werde kämpfen", das waren seine Worte in einer Zeit, da vielen in Frankreick die Niederlage schon gewiß schien. Das Schicksal wollte, daß Clemenceau Recht behielt. Und das Kriegsende wurde zum Triumph seines Lebens. Er war es, der im Spiegelsaal von Versailles dis teuflischen Bedingungen des Friedensdiktats der deutschen Delegation überreichte, in Formen, die in nichts den alten Haß des Tigers verbargen und den Deutschen keine Demütigung ersparten. Clemenceau wird in der Geschichte weiterleben als der Vater des Versailler Vertrages: als ein Erfolgreicher also, aber nicht als ein Großer. Cs ist bezeichnend, daß der Mann, zu dem das Frankreich nach dem Siege aufgeblickt hatte wie zu einem Heros der Nation, bald ans der Politik entfernt wurde und sich in ein Privatleben zurücksiehen mußte, das fast einer Verbannung glich. Elemenceaus französische Mis- fmn war erfüllt; in neuen Zeiten, selbst in den ersten Jahren der Nachkriegszeit, war kein Raum mehr für einen Mann, der nur die negative Stärke 1 des Hasses besaß. Einsam und menschenfeindlich, verbittert und feine Zeit nicht mehr verstehend ist I Clemenceau gestorben. Wir in Deutschland wol- len nicht verliessen, daß er unser größter, unser I erbitterster Feind gewesen. Ein Feind, dessen I unverfönlicher Haß zu seinen Lebzeiten es nicht
In seiner sogenannten politischen Rede kündigr Herr Hugenberg dem Zentrum und der V o l k s p a r t e i die deutschnationale Offensive an, um ihnen „das Zusammenregieren mit der Sozialdemokratie so zu verekeln, wie wir irgend dazu in der Lage sind". Wir verzichten gern auf eine Zusammenarbeit mit Herrn Hugenberg, der bis jetzt nichts anderes fertig brachte, als feine Partei von Niederlage zu Niederlage zu führen und nut ein Bündnis mit den radikalsten Richtungen, den Nationalsozialisten, die ihrerseits aber selbst mit den Sozialdemokraten Hand in Hand gehen wollen, kennt. Für uns ist die Koalition etwas ganz anderes, niemals ein Machtstreben. Wir kennen mur ein Parteizusammengehen im Staats- und Volksinteresse. Hugenbergs ange- kündigter Vorstoß kann uns deshalb auch nicht im geringsten berühren.
Friedrich Stampfer hat es eindringlich geschildert, wie der „Tiger" den historischen Moment der Ueberreichung der Fr i e d e n s b e d i n- gungen auskostete. Seine berühmte Eröffnungsrede an die deutsche Delegation wird für olle Zeiten das klassische Dokument unbeugsamer Härte und haßerfüllten Hochmuts des Siegers bleiben, der den überwundenen Gegner um jeden Preis demütigen will.
„Nun erhebt sich der Mann, der in dieser Stunde die triumphale Genugtuung seines Lebens erfahrt. Clemenceau. Er führte den Vorsitz die- ier weltgeschichtlichen Versammlung, neben ihm scheu Wllson und Lloyd George, die Vereinigten Staaten und das britische Weltreich, und ringsherum sitzen die Vertreter fast aller Welt. Frankreich aber ist Präsident dieses Kongresses der Sieger, und ihm gegenüber sitzt geschlagen, blaß, fiebernd — Deuffchland. Als I ü n g l i n g hat er das erste Versailles erlebt, ein gütiges Schicksal hat ihm gewährt, daß er als Greis das zweite erleben und in seinem Mittelpunkt stehen darf.
Die Figur bleibt fast starr, das gelbliche Gesicht mit den schiefen Mongolenaugen und dem buschigen Schnurrbart bewegt sich kaum. Die hautkranken Hände, von grauen Zwirnhandschuhen be-
In einem im Schlieffen-Verlage erschienenen Cssay-Buch „Zeitgenossen" des in Paris lebenden, russischen Schriftstellers M. A. Aldano wird Clemenceau glänzend geschildert und von ihm fol- menceau glänzend geschildert sei folgendes gesagt:
Dieser ungewöhnlich begabter Mann ist in Wahrheit ein Wcmderer . . .
Er war zeitlebens ein Demokrat, welcher der Demokratie sehr wenig Vertrauen entgegenbrachte. Er „diente der Menschheit" die Massen hassend | und verachtend. Seinen Patriotismus hat er ge- I nügend deutlich gcoffenbart; — was er aber ei- ! gentlich an Frankreich liebte, ist schwer zu sagen. Er glaubte und glaubt auch eben noch an nichts und niemand: nicht an Sott, nicht an die Menschen, nicht an den irdischen Fortschritt und nicht an das Jenseits. In der Tiefe seines Herzens glaubt er vermutlich nicht einmal an feine eigenen Taten. Wie Friedrich von Stein der „Schöpfer des neuen Preußens", der gleichfalls die Welt durch feine stürmische Energie in Erstaunen versetzt hatte, konnte Clemenceau an der Neige seiner Tage von sich sagen:
„Das Resultat meiner Lebenserfahrung — ist die Nichtigkeit des menschlichen Wissens und Handelns, insbesondere des politischen."
Nach den Worten seines Sekretärs sitzt er zuweilen in feinem Arbeitszimmer, das geschmückt ist mit den Nachbildungen orientalischer Gottheiten, stundenlang im Sessel, untätig, regungslos vor sich hinstarrend. Wie fast alle Geistesgrößen ist Clemenceau schwerfälligen und düsteren Gemüts. Der Grundzug seines Charakters ist neben heißer Lebensgier und satanischem Stolz eine tiefe grenzenloseMisanthropie. „Diese Menschen sind noch nicht aus der Höhlenperiode herausgekommen", hat er einmal gesagt, lieber die „Erbauer der Zukunft" bemerkte er höhnisch: „Jede Rede Iaures kann man daran erkennen, daß in ihr alle Verben im Futurum angewandt find." Jedoch ohne „Projektionen auf die Zukunft" entbehrt die erste Lebensperiode Elemenceaus selbst jeglichen Sinns. Die zweite Periode entbehrt de- Sinns auch in der Projektion auf die Zukunft.
„Um zu handeln, bedarf es des Glaubens überhaupt nicht", hat Wilhelm von Oranien gesagt, und mit diesen Worten könnte das stürmische' Leben Clemenceaus überschrieben sein. In westen Namen bat er gekämpft, gelitten, gestürzt, zerstört, versenkt, zugrunde gerichtet? Auch das geräuschvollste Leben, die stürmischste Karriere unserer Zeit ist dahingegangen — u m n i ch t s.
Das amtliche Ergebnis desvolksbegehrens
Knapp 10 Prozent.
Reichswahlleiters zur Beschlußfassung zusammentreten wird.
Die Kosten für Hugenbergs „Freiheitsgesetz" belaufen sich auf 2.55 Millionen Mark, die das Reich trägt.
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wtb. Berlin, 25. Nov. (Eig. Meld.) Der Neichswahlausschuß trat heute vormittag unter Borsitz des Reichwahlleiters, Prof. Dr. Wagemann, zusammen, um das (Ergebnis der Eintragungen zum Volksbegehren zu prüfen. Nach längerer Aussprache wurde sestgestellt, daß im ganzen Eintragungsgebiet 4135300 unzweisel- ha ft gültige und 24 326 zweifelhafte Eintragungen vollzogen worden sind. Es find also etwa 8000 Eintragungen über die er- forderlichen 10 Prz. hinaus vorhanden, sodaß 10,02 Prz. der Wahlberechtigten sich für das Volksbegehren eingetragen haben. Bon den 24 326 beanstandeten Eintragungen find 3119 von dem Abstimmungsausschuß für gültig und 21207 für ungültig erklärt worden. Es handelt sich zumeist um Eintragungen außerhalb des Eintragnngsrau- m es,Eintrag ungenvon fremder Hand, unvollständige Eintragungen, Doppeleintragungen, Eintragungen unter Vorbehalt, Eintragungen von nicht berechtigten Personen und ähnliches.
Der „Xiget“ ist tot xleinenceau, der Apostel des Völkerhasses, ist nach schmerzhafter Krankheit 89 Jahre alt als Feind
Sattes und der Menschen gestorben.
Der von den Franzosen mit dem Spottnamen w Tiger" belegte Staatsmann Clemenceau, em Wann, der vor dem Forum der Menschlichkeit gjtb der Moral als ein Schandfleck bezeichnet werben muß und dessen Werk sicherlich auch für Frankreich keinen dauerhaften Segen bringen wird, ist dnt Sonntag gestorben. Er hatte eine schwere Harnvergiftung und mußte gegen die schrecklichen Schmerzen vielfach Morphiumspritzen erhalten. Clemenceau, der sein Leben lang einen erbitterten Kampf gegen die katholische Kirche führte, ist gestorben wie er gelebt hat: als Freidenker und ohne kirchlichen Beistand. Es wurde zwar von verschiedenen Seiten behauptet, daß ein Geistlicher gegen den Willen Clemenceaus sein Zimmer betteten und dem Sterbenden den Segen gegeben habe. Die Familie Clemenceaus läßt dem gegenüber durch die Havasagentur erklären, daß kein Geistlicher in das Zimmer Clemenceaus zugelassen worden sei. Nack testamentarischer Bestimmung wird der „Tiger' in einem kleinen Wäldchen bei La Roche für Toron, wo auch fein Vater begraben liegt, ohne Gepränge beigesetzt. Nur will die französische Regierung in der Stunde feiner Beisetzung in allen Städten mit Kanonen Ehren- schüsse abfeuern lassen. So sah er aus:
In Kassel nahm die Parteivertretung öei | Deutschnationalen Volkspartei eine Entschließung an, in der es unter anderem heißt: „Stehen in einer deutschnationalen Fraktion religiöse ober kirchliche Gegenstände zur Beratung ober Beschlußfassung, so sinb tunlichst bie betreffenben konfessionellen Reichsausschusse, in befonberen Fällen auch etwa bestehende konfessionelle Ausschüsse ber Lanbesverbänbe, gutachtlich zu hören. Ieber Abgeordnete hat bei Abstimmungen, in denen er seine Stellung von seinem religiösen Gewissen glaubt abhängig machen zu sollen, völlige Freiheit." Ferner wurde bestimmt, daß Baron von “anbsberg ,im Einvernehmen mit bem Par-
Kasseler Allerlei.
Rach dem deulschnalionalen Parteitag.
Hugenberg hat „vorläufig" gesiegt. Die Regle in Kassel hat ausgezeichnet geklappt. Das ist wohl das hervorstechendste Moment der Aktion bc= Deutschnationalen Parteidiktators. Aber es gib: viele deutschnationale Kreise, die diesen Sieg als einen Pyrrhus-Sieg bezeichnen. Ein Blick in bie deutschnationale Presse, welche nicht ganz untei dem Einfluß Henn Hugenbergs steht, zeigt un« das. Wir glauben deshalb, daß, was vor allem die deutschnationale „Börsenzeitung" ausspricht, die eigentliche Opposition jetzt erst beginnt. Daran ändert auch nicht das Kaltstellen von aufrechten deutschnationalen Männern oder sagen wir besser der Ausschuß, ber ihnen broht, wie beim Grafen Dohna unb Finkenstein, sowie beim Abgeorbneien Treoiranus. Bei ihnen will zwar Herr Hugenberg noch bementieren, aber er muß zugeben, baß insofern bie Nachricht boch stimmt, als „burch In- biskretion aus der Sitzung bes beutfchnationalen Parteivorstanbes" bie Meldung in bie Oeffentlich- feit kam. Solche Begebenheiten zeigen uns, bah Kassel für bie Opposition nicht einen Abschluß, son- bern erst ben Anfang bebeutet. Herr Hugenberg hat ben Tageserfolg, seiner Opposition wird aber bie Zukunft gehören.
wtb. Berlin, 25. Nov. (Eig. Meld.) Amtlich: Der Reichswahlausschuß hat in seiner heutigen Sitzung festgestellt, daß zum Volksbegehren „Freiheitsgesetz" im gesamten Eintragungsgebiet 4135 300 unzweifelhaft gültige (Eintragungen erfolgt sind. Damit ist die erforderliche Anzahl von (Eintragungen, mindestens 10 v. H. der Stimmberechtigten, erreicht.
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Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett befaßte sich unter dem Vorsitz des Reichskanzlers mit den infolge der Einbringung des Volksbegehrens aufgeworfenen Fragen. Insonderheit war das Reichskabinett der Ansicht, daß das Volksbegehren verfassungsänbernb und daher zur Annahme des Gesetzes durch Volksentscheid nach Artikel 76, Absatz 1, Satz 4, der Reichsverfassung, die Zustimmung der Mehrheit der Stimmberechtigten erforderlich ist.
Die von den Kreiswahlausschüssen im Reich für ungültig erklärten Einzeichnungen für das Volksbegehren beziffern sich auf mehr als z e h n- taufend. In Ostpreußen wurden nicht weniger als rund 6500 Einzeichnungen als ungültig gestrichen. In zahlreichen Fällen hat man die endgültige Entscheidung darüber, ob die Einzeichnungen rechtmäßig zustande gekommen sind, dem Reichswahlausschuß überlassen, der im Büro des
„Das Badische Signal“,
Unter dieser Ucberftfjrift kritisiert bie „National- liberale Korrespondenz" die neue badische Regierungsbildung und erhebt scharfe Angriffe gegen das Zentrum, als ob es seine Grundsätze preisaegeben habe und nur Machtpolitik betreibe. Das ist eine ziemlich dreiste Behauptung. Das Zentrum in Baden ist bekanntlich die stärkste Partei und bildet auch die stärkste Fraktion im Landtag. Seit zehn
^le5Jid? damit abgefunden, weniger be« I Die Führer der deutschnalionalen Partei in Kassel, deutende Ministerien zu besetzen, was in den eige- I . ,, _ .
ne» Wählerkreisen nicht verstanden wurde. Nun- aescküsttsüw-^- *snm In"
mehr verlangte es entweder das Innen- oder das I aerckerc/ ^1 Noi-si^n^ Liberalismus nfininM , I Brosius, Leiter der Presseabteilung.
Liberalismus, obwohl weder die Demokraten noch | ——— die Deutsche Volkspattei ihrer Stärke enffprechend irgend einen Anspruch auf ein solches Ministerium hätten erheben können. Aber es geht ja gegen das Zentrum und man kann in liberalen Kreisen sich immer poch nicht damit abfinden, daß die Dor- kttegszeiten endgültig vorüber sind, wo der Siebe» ralismus eine Gewaltherrschaft besonders gegen die Katholiken ausüben konnte, dank der Unterstützung durch die damalige Regierung. Es wird ja die Zu- ttlnst zeigen, daß in Baden auch ohne diese kleinen Grüppchen zum Besten des. Volkes und des Lan- )es regiert werden farm. Für die Zentrumswählerschaff aber ein erneuter Beweis, zur Vorsicht und eine Mahnung zu noch stärkerem Zusammenhalten.
WUW
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