uldaerZertung
Anzeiger für die Stadt Fulda und den Landkreis Fulda. Amtliches Kreisblatt.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt
■- im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag
,C» *'vo der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Acliendruckerei 1150 und 1151. ::
Dienstag, 19. November 1929.
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56. Zahrg.
Die Saarfrage»
§S kann nicht darüber gestritten werden, da 5 jer Doungplan im Reiichstag keine Mehrheit fin- wird, wenn die Zentrumsfraktion die An- Mme verweigert. Unsere schlechte Finanzlage hat uns bei den Kämpfen um den Doungplan in der V-rgangenheit in eine nicht besonders günstige taktische Lage gebracht. Der Etatsausgleich ist schwer- thh zu finden, wenn das Konto der Reparations- Ölungen nicht wesentlich erleichtert wird. Aber M ändert nichts daran, daß sich troß der Verein- Wingen im Haag der Reichstag die Entfchei- ziingsfreiheit vorbehalten hat, und das ändert auch Mts an der Tatsache, daß von irgendwelcher Begeisterung für den Doungplan nirgendwo die Rede jein kann. Um den Doungplan herum hängen noch soviele unangenehme Einzelheiten, gibt es noch so viele Vorregelungen recht kostspieliger Natur für Deutschland, gibt es auch noch so viele trübenden Sinzelbestimmungen, die den Gewinn für uns verkleinern und verunstalten, daß es in der Tat nicht auffallend ist, wenn das deutsche Volk und seine verantwortlichen Führer hinsichtlich des Doungpla- nes nur mit großen Vorbehalten reden. Es gibt aber noch einen anderen Punkt, in dem sich die Zentrumspartei festgelegt hat, das ist die Saar- frage. In einer viel beachteten Rede hat vor etwa drei Wochen der ZentrumsMrer Prälat Kaas in Dortmund erklärt, daß Deutschland zu jedem Entgegenkommen bereit ist, nämlich hinsichtlich der Regelung der Saarfrage, das angesichts der wirtschaftlichen Zusammenhänge, die sich aus der geographischen Nachbarschaft mit Frankreich ergeben, mit der Idee der bedingungslosen Politiken Rückkehr und dem Gedanken der wirtschaftlichen Zusammengehörigkeit von Saar und Gesamt- deutschland vereinbar ist." Prälat Kaas hat am 14. November in Saarbrücken gesprochen und bat natürlich auch dort das Saarproblem berühren müssen. Und wiederum erklärte er: Als Führer der Zentrumspartei erkläre ich, daß die Lösung der Saarfrage und die Aussichten, die der Partner zu machen hat, entscheidend sind für ihr Ja oder Nein zum Doungplan. Ein verfrühtes Ja, das die Verhandlungen zu Deutschlands Ungunsten beeinflussen könne, kommt nicht in Frage. Das Zentrum kennt hier nur den Weg sachlicher Prüfung. Das kann geschehen, wenn das Verhandlungsergebnis sorgelegt wird. Wenn man eine zustimmende Entscheidung verlangt, dann wird man sehen, und zwar zuverlässig sehen, nach welcher Richtung hin sich das Schicksaal der deutschen Saar entwickelt und unter welchen Voraussetzungen die Gegenseite bereit ist, die Saar zum Vaterland zurückkehren zu lassen."
Es war der deutschen Delegation im Haag nicht gelungen, die Regelung der Saarfrage durchzusetzen, doch hat Briand seine Zustimmung dazu erteilt, daß die Saarverhandlungen beginnen würden, und man hatte als Termin dafür anfänglich den 28. Oktober festgesetzt. Die Delegierten waren bereits ernannt, da bricht unversehens in Paris eine Regierungkrisis aus, so daß bis heute die Konferenz noch nicht begonnen hat. Es hat gar keinen Zweck, zu einer zweiten Regierungskonferenz nach dem Haag zurückzukehren, wenn nicht in der Saarfrage eine übersichtliche Vorentscheidung getroffen ist. Das Zentrum hat sowohl in einer eigenen Vorftandssitzung wie auch durch den Mund seines Parteiführers, wie oben gezeigt, ganz deutlich erklärt, daß für sie die Regelung der Saarfrage ein interegierender Bestandteil des Doungplanes ist, und daß sie zum Doungplan Nein sagen wird, wenn sie sich durch die Regelung der Saarfrage nicht befriedigt fühlt.
Man darf wohl annehmen, daß Frankreich sich damit abgefunden hat. daß es das ganze Saargebiet ohne Abstriche an Deutschland zurückgeben wird. Aber damit ist die Saarfrage noch nicht gelöst. Durch den Versailler Vertrag hat Frankreich bas Recht bekommen, die Saargruben aus- zuheuten, und zwar als Ersatz für die vernichteten Kohlendistrikte x'n Nordfrankreich. Nach Ablauf oon 15 Jahren sollte Deutschland die Saargruben wieder zurückkaufen. Nun muß man natürlich da- Wt rechnen, daß Frankreich einen hohen Kaufpreis [leiten wird, ober baß es eine Regelung vorschlägt, die auf einen gemischten deutsch-französischen Besitz hinausläuft. Hier wirb es noch heiße Kümpfe geben, wobei beutfdjerfeits natürlich nicht auf bas Prinzip verzichtet werben kann, baß auch bis wirt- bhaftliche Zusammengehörigkeit von Saar unb Gesamtdeutschland unzweifelhaft fein muß. Die Ausdeutung der Saargruben, bei denen die Franzo- en in Erwartung eines baldigen Verlustes derselben, wahrscheinlich nicht sehr stirsorglich verfahren sind, hat Frankreich außerordentlichen Nutzen gebracht. Und es gibt Bestrebungen in Paris, die nch auch diesen mehr mittelbaren Nutzeffekt von Deutschland bezahlen lassen möchten. Eine Rege- ung wird auch die Frage der gegenseitigen Belieferung von Saarkohle und lothringischem Erz erfahren müssen. Wer sich etwas näher mit diesen Problemen beschäftigt, der kommt trotz der Kompliziertheit derselben sehr bald zu dem Schluß, daß eine freundschaftliche Verständigung, die die deutschen Souveränitätsrechte in jeder Form sichert, ober auch den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung trägt, die durch die besondere Lage des Saargebietes und durch die besonderen Aufgaben seiner Industrie in den letzten elf Jahren gekennzeichnet sind, Rechnung trägt, sowohl für Deutschland fcie für Frankreich am vorteilhaftesten sein wird. 3eber Wechsel ber Zollgrenzen bedeutet für die baarbevölkerung außerordentliche Belastungen, Nnd wenn es sich dabei auch nur um Uebergangs- Acheinungen handelt, so verdienen sie doch eine pflegliche Hand. Die Regelung der Saarfragemuß ausfallen, daß sie keinen Stachel in Deutschland iNrücklüßt und die Garantie der Dauer in lllk tr-Lzf.
Blutige Wahlen in Mexiko.
wtb. New Pork, 18. Nov. (Gig. Meldg.). Die Morgenblätter bringen ausführliche Berichte über die mexikanischen Wahlen, wobei sie hervorheben, daß die Zahl der Getöteten und Verwundeten beträchtlich größer ist als eigentlich gemeldet wurde. Man spricht von mindestens 15 Toten und doppelte Zahl Verwundete. Fast allerorts tarnen Zusammenstöße vor. In der kleinen Oelstadt Ceci- lia bei Tampico wurden allein 16 Personen verletzt.
* Führer der „Grünen Front" beim Minister Dietrich. Einer Aufforderung bes Reichsernährungsministers folgen!), begaben sich laut „Deutscher Tageszeitung" bie Führer ber „Grünen Front" zum Minister Dietrich. Es würben alle wichtigen schwebenden Fragen der sofort notwendigen Maßnahmen für die Landwirtschaft besprochen. Die Weiterbehandlung der Probleme wird in interfraktionellen Verhandlungen stattfinden, die in den nächsten Tagen beginnen sollen.
* Die Dahlrechtsklage gegen Preußen. Der Staatsgerichthof hat, wie die „Nationalliberale Korrespondenz" mitteilt, den Urteilstermin für die Klage der Volksrechtspartei gegen den preußischen Staat für den Januar des nächsten Jahres an- beraumt. Es handelt sich bei dieser Klage um die Frage, ob die Bestimmungen des preußischen Lan
deswahlgesetzes, die die Bildung von Splitterparteien verhindern sollen, der Reichsverfassung widersprechen.
Eisenbahnfrevler.
Die Reichsbahndirektion Magdeburg teilt mit: Am Samstag gegen 9.40 Uhr abends wurde auf der Strecke Magdeburg-Braunschweig in Höhe des Vorsignals vor Bahnhof Weddel hinter Schandelah wiederum ein Eifenbahnattentat verübt. Es waren eine Lasche vom Schienenstück gelöst unb mehrere Schwellen auf das Gleis gelegt worden. Der Lokomotivführer des Güterzuges 8300 fuhr auf das Hindernis auf, ohne daß jedoch ein Schaden entstand. Der Bahnstreifdienst, der sich in der Nähe aufhielt, nahm sofort die Verfolgung auf. Die Spur war aber durch den Regen verwischt worden. Die Täter haben, soweit festgestellt werden konnte, anscheinend auf Rädern die Flucht ergriffen. Die Reichebahndirektion Magdeburg hat auf ihre Ergreifung eine Belohnung von 1000 Rm. ausgesetzt. ' u
Zugzusammenstoß bei Herne.
Am Samstag abend ist eine aus dem Güterzugsgleis Nr. 7 nach Wanne ausfahrende Lokomotive dem aus Gleis 1 ausfahrenden Eilzug 358 am Westende des Bahnhofs Herne in die Flanke gefahren. Zwei Personenwagen sind entgleist. Beide
Die Not der cuffiidjcn Dauern.
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Besitzlose Dauern auf dem Markt eines Dolgadorfes.
Die Not der russischen Bauern wächst von Tag zu Tag. Unter dem Druck ber Getreidekornmis- fare unb ber Steuerbeamten verarmen ganze Dörfer. Die Dauern verlassen ihre alten Heimstätten und ziehen zu Tausenden auf eine ziellose Wanderschaft. Im ganzen Südrußland sind dies« heimat- und besitzlosen Bauern bekannte Erscheinungen auf allen Märkten.
Katholische Aktion in Rom.
Von unserem römischen Mitarbeiter:
Wann hier von „katholischer Aktion" in Rom die Rede ist, so soll damit ein Ausschnitt aus ber Gesamtheit bes katholisch-kirchlichen Lebens in Rom gemeint fein; benn nichts charakterisiert bie gegenwärtige Bewegung ber Kirche am Ort ihrer höchsten Leitung besser, als bie Bezeichnung „katholische Aktion". Das greift weit hinaus über ben Kreis der italienischen „Katholiken", um die auch jetzt unter dem Lateranfrieden immer noch das Ringen geht.
Pius XI. selber brachte gerade neuerdings in Pilgeransprachen das Wort in dieser Bedeutung, den Spaniern gegenüber:
„Katholische Aktion will wirklich alles besagen, Aktion heißt ja Leben. Was wäre das Leben ohne Aktion? ohne Bewegung? Und was wäre Aktion ohne Leben? Es ist daher klar, daß katholische Aktion katholisches Leben heißen will und Werke ber Katholischen Aktion nennen, heißt Werke bes katho- lischen Lebens nennen."
Der Papst beweist mit btefer Definition, daß er den Begriff der „katholischen Aktion" nicht verengt • haben will. In Deutschland hat man von Anfang an die Bezeichnung nicht anders verstanden, wobei sie alsbald zu einem Schlachtruf, zum Signal der Sammlung der Kräfte wurde, zu dem, was der Papst der belgischen Jugend gegenüber als Losung ausgab: Katholische Aktion — heilige Miliz! Das heißt Kampf, Eintracht, Einordnung, Union, Disziplin! —
Der Papst selber rüstet sich zur Aktion, zur Krönung dieses einzigartigen Jahres. Am 5. Dezem- < ber empfängt er das italienische Königspaar, dem [ nach den neuesten Meldungen bie Prinzen gesonbert folgen würden. Dann wird der Heilige Vater für eine Woche in die Stille zu privaten Exerzitien zurückziehen, um sich auf ben Tag feines golbenen Priesterjubiläums vorzubereiten. Man spricht heute auch schon wieder von einem nahe bevorstehenden Geheimen Konsistorium, dem besondere Bedeutung zukommen sollte. Wie immer, wirb auch biesmal eine Reihe von Kirchenfürsten und Prälaten genannt, bie als Anwärter für ben Karbinalshut in Frage kommen. Man wirb aber gut tun, ben nicht mehr fernen Tag ber Bekanntaabe ab’uroarten. Am 8. Januar enbfidi wird der Papst ben Besuch bes •ungvermäblten italienischen Kronprinzenpaares
empfangen, sobaß wahrscheinlich ein Monat höchster Kräfteanspannung für Pius XI. bevorsteht.
Freilich, wer Zeuge war, wie er kürzlich erst roieber in jugenblicher Frische bas prächtige, außer» orbentlich leistungsfähige Auto als Geschenk einer Fabrik in Detroit entgegennahm, („Siehe ba, eine große Versuchung zum Reifen, sogar zu langem Reisen!" sagte er) unb wie jetzt ber Bau eines vatikanischen Flughafens in Angriff genommen würbe, währenb gleichzeitig am Vatikanischen Bahnhof unb an ber mächtigen Rabiostation gebaut wirb, ber kann sich nur rounbern, über so viel junge Kraft, wie sie hier entfaltet wirb.
Es zeigt sich eben mehr unb mehr, baß ber Abschluß bes ßateranfriebens trotz einzelner Spannungen mit Mussolini boch ein ganz großer Schritt vorwärts, ber entscheibenbste Schritt ber letzten 60 Jahre, war, baß bie Gefangenschaft bes Papstes in Wahrheit vorbei ist. Wenn am 21. Dezember in ber Primizkirche bes Papstes, San Carlo al Corso, bie Marmorbüste Pius XI. in ber Nische bes neuen Sakristei-Altares eingeweiht wird, so wird damit ein Papst geehrt, dessen Name schon jetzt tief in das eherne Buch der Geschichte eirfgegraben ist: ber Papst ber katholischen Aktion!
Die finanziellen Aufwenbungen, bie ber italienische Staat bauernb für bie Ausführung ber Lateran-Verträge zu machen hat, finb nicht geringfügig. Erst jetzt roieber mürben zehn Millionen Lire für ben Ausbau ber italienischen Botschaft beim Vatikan, für bie Fortführung ber Eisenbahnarbeiten unb für anbere Arbeiten unb Enteignungen bewilligt. -
Leiber kommen neuerbings aus Rußlanb, nachdem sich eben die Sage in Mexiko lichtet, sehr besorgniserregende Meldungen über die Verfolgung und Unterdrückung katholischer Priester und Gemeinden und über die dortigen Kirchenenteignun- gen. Es scheint, daß Rußland nun erst eigentlich das Schmerzenskind der Kirche werden soll, zu dem hinüber es auch gar keine Möglichkeit diplomatischer Hilfe gibt. Die Konkordatsverhandlungen mit Ju- goflavien dagegen nähern sich jetzt ihrem Ende. Danach fallen dann Bistums- und Landesgrenzen zu- fammen. unb bie kirchliche Ehe wirb für römisch- katholische Gläubige zur Pflicht.
Aktion nach innen und außen! Es gibt nichts Erhebenderes, als das kräftig sich entwickelnde römisch-kirchliche Leben au beobachten.
Hauptgleise waren etwa 10 Stunden gesperrt. Der Personenverkehr erfolgt über die Güterzugsstrecke. Bis jetzt haben sich 10 Reisende mi tgeringfügigem Verletzungen gemeldet. Sie haben sämtlich ihre Reise sortsetzen können. Die Ursache des Unfall? ist noch nicht geklärt. Eine Untersuchung ist einge- leitet. _____
* Ausweisung eines deutschen Pressevertreters aus Rußland. Wie die Berliner Sowjetbotschaft dem „Berliner Tageblatt" mitteilt, hat die Sowjetregierung dem Vertreter des „B. T." in Moskau Paul Scheffer, der sich gegenwärtig auf Urlaub in Deutschland befindet, die Erlaubnis zur Rückkehr nach Rußland verweigert. Die Sowjetdot- schast fügte hinzu, daß diese nicht nur vom Moskauer Außenkommissariat, sondern von allen maßgebenden Stellen ausgehende Entscheidung vielleicht nicht für alle Dauer in Kraft zu bleiben brauche. Paul Scheffer wird als Korrespondent des „B. T." nach Amerika gehen.
Dom Rhein.
In der Stadt Köln hat das Zentrum glätt- zend abgefchnitten. Es gewann zu feinen 30 Mandaten noch 3 dazu. Die Sozialdemokraten haben gegenüber ber Neuwahl von 1928 9 Sitze gewonnen, aber gegenüber ben Reichstagswahlen bleiben sie erheblich hinter bem Erfolg zurück. Die Na- tionalfogtaliften konnten bie Zahl ber Sitze von 2 auf 4 oerboppeln. Ihren Gewinn von zwei Man- baten verbuchen die Deutschnationalen als Verlust. Die Demokraten haben ihre 3 Sitze gehalten.
Die Sitzverteilung ergibt folgendes Bild: Z 34 (30), S 21 (11), K 13 (16), DV 10 (8), DN 2 oder 3 (5), W 7 6), D 3 (3), NS 4 oder 5 (2). Von den 11 Splitterparteien wird voraussichtlich keine einen Sitz erhalten. Die Mieterpartei, die m vorigen Wahlkampf acht Sitze errang, hat keine Liste wieder aufgestellt.
Tragödien.
Lin Iagdhüter erschießk sich unb seine Löhne.
Am Samstag abend erschoß der 67 Jahre aste frühere Jagdhüter Heinen in B u s ch h o f bei Bonn seine beiden Söhne im Alter von 8 und 15 Jahren unb schoß sich bann selbst mit einem mit Wasser gefüllten Gewehr in ben Kops. Die beiden Söhne und auch er waren auf der Stelle tot. Dis Tat scheint in einem Anfall geistiger Umnachtung geschehen zu sein. Die in der Wohnung krank darniederliegende Frau Heinen sott von den ganzen Vorgängen nichts erfahren haben.
In I s e r l o h n erschoß ein Schupobeamte seine Braut und jagte sich bann selbst eine Kugel burch ben Kopf. Währenb bie Braut des Schutzmannes schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mußte, war der Tod bei dem Schutzmann sofort eingetreten. Der Anlaß zu dieser Tragödie dürfte in Liebeskummer zu suchen sein.
♦ Der Mord an dem Reichswehrsolbalen in Schwebt. In ber Nacht zum 3. März 1929 wurde in Schwedt a. b. Ober ber Reichswehrsolbat Ben- t e r nach einer Schlägerei schwer verletzt aufgefun- ben, ber kurz barauf an ben Folgen ein gewisser Wilke verhaftet, ber zunächst vier Schwebter Familienväter beschuldigte. In der Hauptverhandlung am Freitag wurde nicht der Beweis erbracht, daß die vier Beschuldigten die Täter waren, sondern das Gericht tarn aufgrund der Teilgeständnisse bes Wilke unb anhand der Feststellungen zu der lieber- zeugung, daß Witte der alleinige Täter gewesen ist. Er wurde wegen schwerer Körperverletzung mit Todeserfolg zu fünf Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die mitangeklagte Platzkorski, eine Freundin des Wilke, die den Angeklagten zu entlasten versuchte, wurde wegen Begünstigung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.
Bilder vom Tage.
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Schahkanzler Snowden.
Der englische Schatzkanzler hat erneut bie Rückgabe ber Ueberschüsse verweigert, bie bei ber Li- quibation ber in England während des Krieges beschlagnahmten deutschen Vermögenswerte erzielt wurden. Diese Haltung Snowdens steht mit allen seinen Aeußerungen zu dieser Frage, die er vor seiner Schatzkanzlerschaft veröffentlichte, in schärfstem Widerspruch.