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Ar. 267.

Sonntag, den 17. Aovemder 1929.

Fuldaer Zeitung (Amtliches kreisblalk).

Fulda, den 16 November 1929

Fertig machen!

3n Stadt und Land treten morgen alle Staats­bürger, die diesen Namen verdienen, an die W a h l u r n e. Es gibt unter der katholischen Be­völkerung keine Drückeberger. Biele Opfer sind im Wahlkampf in selbstloser Weise von unseren Füh­rern gebracht worden. Selbstlos haben sie sich den persönlichen Verunglimpfungen ausgesetzt. Rastlos ist in Organisation und Versammlung gearbeitet worden. Die Wähler sollen und müssen jetzt das kleine Opfer bringen, mit dem Ssimmzettel die Ar­beit Zu krönen! Männer und Frauen, katholisches Volk der Bonifatiusstadt, Ihr wißt, um was es geht. Wir ringen um das Erbe der Väter, uni die Erhaltung der Ueberlieferun- gen unserer,Stadt, um die Sicherung deschristlichen Gei st es in unser em Ge­meinwesen in den Schulen und allen Einrichtungen der Oeffentlichkeir. Wir wehren die Anstürme eines unchristlichen radi­kalen Geistes ab und sichern Ruhe, Ordnung und wirtschaftliche und soziale Entwicklung. In unserem Lager ist die sachliche, uneigennützige Arbeit für das Gemeinwohl gewährleistet. Jahrzehnte einer fortschrittlichen Führung der kommunalen Geschäfte sprechen für diese Arbeit, die durch wüste Schmä­hungen nicht aus der Welt geschafft und in den Augen vernünftiger Menschen nicht verkleinert werden kann.

Ueberlegt Euch das alles nochmals. Dann wißt Ihr, was Ihr im eigensten Interesse zu tun habt. Dann werdet Ihr gar nicht im Zweifel sein, daß jede Stimme für die am 17. November 8u tätigenden Wahlen einzig und allein erhält

die Zenkrumsparlei.

An alle Parteifreunde wird die herzliche Bitte gerichtet, recht frühzeitig zur Wahl zu gehen. Der Wahlakt beginnt um 9 Uhr vor- mittags in den Wahllokalen, die wiederholt be­kannt gegeben sind. Um 6 Uhr abends wird der Wahlakt geschlossen. Sollte jemand die SB a t) l = b e r e ch t i g u n g s k a r t e, die vor einiger Zeit vom Städtischen Wahlamt versandt worden sind, nicht mehr zur Hand haben, so kann de n n o ch das Wahlrecht ausgeübt werden. Für Partei­freunde. die krank oder durch Alter gebrechlich sind, stehen Fahrzeuge zur Verfügung, die in unse­rem Haupt-Wahlbüro (Harmonie). Fernruf 1150 bis 1152 angefordert werden. Unsere Freunde werden um weitgebende Wahlhilfe, namentlich auch für den Scklevverdienst gebeten.

Auswärtige Parteifreunde werden um baldige Mitteilung der örtlichen Wahlergebnisse an die „Fuldaer Zeitung" gebeten. Fernruf 1150—1152. Unkosten werden gern ersetzt.

*

Die Fuldaer Zentrumspartei versammelt sich zur Bekanntgabe der Wahlergebnisse abends 8 Uhr in den Sälen der Harmonie. Auch in dem Kon­zert der G e sa n g s a b t e i l u n g des Ge­sellenvereins werden die eingehenden Wahl­ergebnisse bekannt gegeben.

Heilige Weihen.

Der Hochwürdigste Herr Bisckof wird am Sams- kag, den 16. November, nachmittags 4 Uhr, in der Marienkapelle des Domes die Tonsur an folgende Alumnen des Priesterseminars erteilen: B ö n i n g , Robert aus Wachstedt, Dirk, Georg aus Erfurt, Edel, Ernst aus Fulda, Gesang, Christof aus Carlsbafen, Göller, Ernst aus Fulda, H e u r i ch, Eduard aus Bad Salzschlirf, Jost, August aus Großentaft, Nolte, Ignaz aus Holungen, R i ch a r d t, Kurt aus Dingelstädt, Schröter, Otto aus Breitenbach, Wand, Franz aus Breitenworbis, Wand, Joseph aus Holungen, Wand, Joseph Paul aus Holungen, Weber, Joseph aus Heiligenstadt (Diözese Fulda), Lenz, Julius aus Ouiram (Prälatur Schneide­mühl), am Sonntag, 17 November, vorm. 6.15 Uhr, in der Marienkapelle die beiden ersten nie­deren Weihen an dis vorgenannten Kandidaten sowie an die Fratres vom Kloster Frauenberg: Eucharius Sckmitt, Ferdinand Breitbach, H o n o r i u s Liebhart, Kunibert Rothmann, Leodegar Stegmaier, Bernward Meister, Ottokar Bommann, Josef Ewig, Sigfrid Wild, Werner Schmitt, am Montag, 18. Novem­ber, vorm. 6.30 in der Marienkapelle die beiden letzten niederen Weihen an die vorgenannnten Alumnen und Fratres sowie an die Fratres vom Kloster Hünfeld: Johannes Ebert, Alfons Vollmer, Karl I o ch h e i m , Karl B a b o ck, Jakob K o l f e n b a ch, August Schäfer, Sig­frid B u d n i ck, Georg L i p p o l d, Johannes G o d d e, Anton H a r t j e s , Karl Bleuel, Berthold O b e r t, Wilhelm Molls.

Außerdem wird der Alumnus des Priestersemi­nars Dr. phil. Konrad G ä r t n er aus Malkes die Subdiakonats- und Diakonatsweihe empfangen.

Personennachrichten.

Der frühere hiesige Seminaroberlehrer Strek- fer, seit 1925 Schulrat in Duderstadt, ist ab 1. De-ember als Schulrat nach Hildesheim versetzt worden. Gleichzeitig ist ihm das Dezernat bei der dortigen Regierung über die katholischen Schulen des Bezirks Hildesheim übertragen worden.

Kunstausstellung.

Herr Walter Zimmermann, okad. Zeichen­lehrer a. d. Oberrealschule, tritt mit einer Reihe von Bildern, die durch die Hof-Buchdruckerei Alois Maier ausgestellt wurden, zum ersten Male in

Fulda vor die Oeffentlichkeit. Es geziemt sich, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, zumal die Bil­der allgemein die verdiente Beachtung finden. Ganz deutlich zeigen sie den Entwicklungsgang des Künstlers, der sich von der naturalistischen Wieder­gabe des Landfchaftsmotives der immerhin sehr stimmungsvollen Oelbtzder seines früheren Schaf­fens mehr und mehr frei machte und sich zu der großen Auffassung der Natur durchrang, mit der er in liebevoller Versenkung in die Landschaft das Wesentliche sucht, alles Nebensächliche und Zu­fällige ausscheidet und nur die große einfache Li­nie gibt — sich abwendet von der Darstellung eines zufälligen Augenblickseindruckes, um statt dessen zu einem gesteigerten koloristischen Ausdruck hinzustreben. Und so entstanden jene prächtigen Aquarell-, Pastell- und Oelgemälde, die gekenn­zeichnet sind durch den Reiz ihrer harmonisch ab­gestimmten farbenfreudigen Akkorde, jene daseins­frohen Naturbilder schlichter Sachlichkeit und jenes Genrebild „Quartett" voll packender Leuchtkraft des Lichtes. ' Damit erweist sich der Künstler als feinfühliger Kolorist und Stimmungsmaler.— Es berührt sehr angenehm, daß die Buchauslage des Erkers sich in der Farbenzusammenstellung den Bildern bewußt anpaßt. Rudolf Happ.

Der Bürgermeister von Hanau

Dr. Müller schreibt int Hanauer Anzeiger in einem Aufsatz über den Kommunallandtag:

Der Zweck dieser Ausführungen soll sein, jedem Wahlberechtigten zu zeigen, daß die Kommunatland­tagswahl keine nebensächliche Angelegenheit darstellt an der man achtlos vorübergehen dürfte, sondern, daß unsere Stadt Hanau'stark interessiert ist am Ausgange der Wahl, damit sie endlich eine den übri­gen Wahlkreisen des Bezirksverbandes entsprechende Vertretung in dieser wichtigen Körperschaft erhält.

Fuldaer sorgt für Fulda!

Wählt die lienkrunisliste für den Kommunal­landtag. Nr. 3.

Frühschluß am hl. Abend.

Die Fachausschüsse für Wirtschafts- und Sozial­politik des Verbandes Katholischer Kaufmännischer Vereine haben folgende Entschließung gefaßt: Kein Festtag des Kirchenjahres kann so als Familien­fest angesprochen werden, wie dies vom Weih­nachtsfest gesagt werden kann. Deshalb sollte man allen Bevölkerungskreisen in noch stärkerem Maße als bisher Gelegenheit geben, diesen Festtag auch wirklich als Familienfest zu begehen. Aus diesem Grund unterstützt der Verband KKV. die Bestre­bungen, die einen generellen Geschäftsfrüh­schluß am hl. Abend zum Ziele haben. Der Verband richtet an Arbeitgeber und Arbeitnehmer die dringende Bitte, in sachlicher Gemeinschafts­arbeit die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß dahingehende Verordnungen durch die Verwal­tungsbehörden in möglichst weitem Umfang schon in diesem Jahre ergehen können. An die Ver­braucherschaft ergeht die Bitte, ihre Weih­nachtseinkäufe nach Möglichkeit nicht erst am letz­ten Tage zu tätigen.

7. Fuldaer Weihuachtsmesse.

Die Eröffnung der diesjährigen Weih­nachtsmesse in den Stadtsälen beginnt am morgi­gen Wahlsonntag um 11 Uhr. Gerade die­ser Tag sollte geeignet sein, dem Publikum das sich zu den Wahllokalen beaibt. gleichzeitig Ge­legenheit zum Besuche dieser Messe zu geben. Alle Anzeigen deuten darauf hin, daß auch in diesem Jahre die Weihnachtsmesse eine Sehenswürdigkeit sein wird. Der Besuch ist jedenfalls nur zu emp­fehlen Die Messe dauert bis einschließlich Don­nerstag dieser Woche, und ist täglich ununterbro­chen von vormittags 10 Uhr bis abends 7 Uhr geöffnet. _

Die Gesellenprüfung

im Schmiede-Handwerk bestand am 15. Nov. Herr Wich. Scheibelhut aus Kleinlüder mit der Note gut. ,

Aufgehobene Straßensperrung.

Die verfügte Sperre der Bezirksstraßenstrecken Rupboden —' Zeitlofs — Landesgrenze ist ab Frei­tag, den 15. November 1929 aufgehoben wor­den.

Trneralarm

schreckte gestern abend gegen 11 Uhr die an und für sich schon durch den Wahlkampf etwas auf­geregten Gemüter in unserer Stadt. Auf dem Eisenbahngelände hinter dem Kornhaus hat di- Eisenbahnbrennstoffversorgung in einem alten Eisenbahnwagen ein Büro eingerichtet. In die­sem gerieten wahrscheinlich durch den Ofen die Dielen in Brand. Die Feuerwehr, die alarmiert worden war, konnte das Feuerchen ohne Mühe löschen.

Die Sandhohle

ist ein notwendiges liebel. Die Polizei hat auf Grund gesetzlicher Bestimmungen die Pflicht, Ob­dachlose, darunter viele Leute, die von aus­wärts hier hergekommen sind, auch Ausländer, unterzubringen. Der Bedarf an solchen Unter­bringungsmöglichkeiten ist dauernd sehr stark. D'e Unterbringung in den Not - Wohnungen, für die keiner lei Zahlungen geleistet wird, ist im Interesse der größten Zahl der Mieter und auch der Hausbesitzer notwendig. Es erfolgt in den danach gelagerten Fällen nach Möglichkeit die Ver­legung der in der Sandhohle Wohnenden in anderen städsischen Häusern. Für die Kinder der Bewohner der Sandhohle ist das städtische Wohl­fahrtsamt unausgesetzt, namentlich durch eine ftäöt. Fürsorgerin, besorgt. Auch ein besonderer Kinder­hort hat dort, solange Bedarf vorlag, bestanden.

Einrichtungen wie die Sandhohle sind heute in allen Städten vorzufinden.

Die feindlichen Brüder.

Mit gehässigen persönlichen Angriffen hat in letzter Stunde, in.der Annahme, daß nichts mehr entgegnet werden könnte, die sogenannte Mieter­partei ein Flugblatt herausgeschickt. Es soll, nach­dem dieses Erzeugnis jetzt vorliegt, in berechtigter Abwehr auch einiges über die Liste der Mieter­partei gesagt fein. Die Angaben des Flugblattes sind durchweg demagogisch. Was ist dagegen zu machen, wenn für die Zukunft dem Mie­ter alles Böse angekündigt wird Es kommt doch nur die Stellungnahme zu kon­kretem Fall in Frage. Die wüste Hetze gegen das Zentrum ist bemerkenswert. Dabei haben die Kandidaten der Mieter Ebert und H e u m ü l - ler, noch bis vor wenigen Wochen in den De» fammlungen der Zentrumspartei sich gezeigt. Heumüller war sogar Obmann und ist erst vor einigen Wochen gezwungen worden, dieses Amt niederzulegen. Lächerlich ist die Krifik an der Zu­weisung einer Wohnung, die der Mieterpartei nicht bäjagt. Jahrelang war das Vorstandsmitglied des Mietervereins, Herr Rühl, Vorsitzender der Wohnungskommission. Wie viele Zuweisungen sind während dieser Zeit erfolgt, die als „Klüngel- Wirtschaft bei der Zuweisung von Wohnungen" nicht minder heftig in den betroffenen Kreisen charakterisiert worden sind, als es die Mieter- Partei auf Kosten der 3 von ihr angefeindeten Parteien jetzt tun möchte. Die Ehre des Herrn Domkapitulars Prof. Dr. Thielemann können diese Herren durch ihre Verdächtigungen gar nicht an« tasten. Hätten nur alle Leute sein soziales Verständnis und sein warmes Herz für Not und sittliches Verhalten, seinen Gerechtigkeitssinn und feine Gewissenhaftigkeit in den Fragen des Eigentums. Wir wollen trotz der Heraus­forderungen nicht mit dem einen ober anderen Her­ren der Mieterliste über deren Auffassung über Eigentum uns auseinandesetzen.

Lächerlich ist übrigens, daß gleichzeitig mit dem Flugblatt der Mieter, das das Zentrum der Mieterfeindschast verdächtigt, ein Flug­blatt des Hausbefitzer-Vereins heraus- komrnt, das dem Zentrum di- Hausbesitzer- Feindschaft nachsagt. Die Gegnerschaft gegen das Zentrum wird aus taktischen Gründen c+raas eingewickelt. Wir danken für diese Art „Emp­fehlung". Da ist uns ehrliche Feindschaft lieber. Das ist eben das Los aller auf wirkliche Stoatspoli ti k eingestellten Parteien, daß sie von den Heißspornen in den entgegen­gesetzten Lagern abgelebt werden Auch aus dem Fluablatt dieser Gruppe spricht die Enttäuschung von Ehrgeizlingen, die sich in einer ordentlichen weltanschaulichen Partei wegen ihrer schwankenden Hallung nicht durchsetzen können, bei Abstimmungen durchfallen und dann bei Sonder- gruppen ihre Zuflucht suchen. Lassen wir die In- terrefsenparteien sich katzbalgen.

Seine Stimme der Bürgerpartei bezm. Wirt­schaftspartei!

Leine Stimme bet Meterpartei!

Sie bringen um der Gegensätze willen, die in der Praxis des Stadtparlaments gar keine große Rolle spielen, die Bürgerschaft gegen­einander auf. Mag der Spitzenkandidat der Mieterpartei vor Gericht und zu Hause mit seinem Hausbesitzer in heftiger Fehde gelegen haben. Deshalb braucht in der hörigen Bürgerschaft kein Zwist zwischen Hausbesitzer und Mieter zu sein. Kein Mensch hat ein Inter­esse daran, daß Herr Ebert, der nach Beendigung seiner Tätigkeit als Lebensmittelkontrolleur in den Dienst der Stadt trat, wieder Stadtverordneter wird. Hausbesitzer und Mieter, die auf katho­lischem Weltanschauungsboden stehen, halten den Ausgleich der Interessen im Geiste christlicher Gerechtigkeit für gewährleistet, indem sir

Zentrum wühlrm!

Aus dem Gerichtssaal.

Die gestrige Kleine Strafkammer beschäftigte sich nur mit drei Fällen. In der ersten Sache we­gen Forstdiebstahls war der Angeklagte R. nicht rechtzeitig erschienen. Seine Berufung wurde auf seine Kosten verworfen. — Die zweite Sache rich­tete sich gegen den 25jährigen Bergmann G. H, wohnhaft' in Glaan, der vom Amtsgericht Eiter­feld wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Be­drohung zu 50 Mark Geldstrafe oder zehn Tagen Gefängnis verurteilt wurde. Diese Verhandlung mußte zwecks Ladung zweier weiteren Zeugen vertagt werden. — Der dritte Fall betraf eine hie­sige Privatklage. Es kam ein Vergleich zustande.

— Fuldaer Weihnachlsmesie. Man schreibt uns: Wie in vergangenen Jahren, so ist es der Leitung der Ful­daer Weihnachtsmesse auch in diesem Jahre gelungen, dem Publikum aus Stadt- und Landkreis Fulda und darüber hinaus etwas ganz besonderes zu bieten. Wie bereits mitgeteilt wurde, findet am Sonntag, den 17. No­vember, 20.30 Uhr, im Bürgeroereinssaal zum Beginn der 7. Fuldaer Weihnachtsmesse, ein Gastspiel des Frankfurter Senders mit persönlichem Auftre­ten der Künstler statt. Daß dieser für das kunstliebende Publikum Fuldas selten und einzigartige Genuß in unserer Stadt geboten werden kann, verdanken wir der rührigen Tätigkeit des Herrn G. K. Steyer. Die po­pulärsten Rundfunk-Künstler freuen sich, ihre Hörer ken­nen zu lernen. Den Rundfunkhörern bietet sich an die­sem Abend auch eine günstige Gelegenheit, ihre Wünsche und Beschwerden inbezug auf Verbesserung der Emp- sangsverhältnifse — besonders des Frankfurter Senders — bekannt zu geben. Wir wünschen, daß durch diese rege Zusammenarbeit das Vertrauen zwischen Publi­kum, Händler und Sendegesellschaft weiter vertieft wird, kein Hans ohne Lnldaer Zeitung'.

Der Keine Meter

Unser Programm.

Aus den Kreisen der Zuldaer Jugend wird uns geschrieben: o .

In der Freitags-Nummer der „Fuldaer Zer- tung" stand unter „Heimat" ein Aufruf an die katholische Jugend. Er war eigentlich nicht notig. Denn die katholische Jugend weiß, daß es für sie keine andere als die 3 e n t r u m s partei gibt. Nicht nur deshalb, weil unsere Väter einst m der schweren Zeit des Kulturkampfes diese Partei ge­gründet haben, um ihrer Rechtlosigkeit ein Ende zu machen, sondern weil wir glauben, daß das katholische Volk als geschlossenes Ganze gerade heute seine besondere Bedeutung hat. Uns interessiert weniger die Vergangenheit', wir fragen, was hat die Zentrumspartei heute und in der Zukunft für Aufgaben. Was leistet die Par­tei heute? Gewiß wir haben oft an ihr kritisiert. Ihre Haltung war uns in manchen Dingen nicht entschieden genug. Gerade den Fuldaer Stadt­vätern aus der Zentrumspartei haben wir es bit­ter verdacht, daß sie z. B. in der Frage der Schaf­fung eines modernen Strandbades so wenig entschlußfähig waren und das unmögliche Projekt der „Bürgerpartei" Überhaupt berücksichtigen.

Aber mir gehören noch nicht zu den Biertisch­politikern, die, weil sie das eine oder andere an der Partei auszusetzen haben, am Wahltage streiken oder eine Splitterpartei wählen, der ein großes Ziel völlig fehlt. Wir sehen ein, daß die Männer der Zentrumspartei bisher für den kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt der Bonifatiusstadt nach bestem Kön­nen das getan haben, was ehrlich? Menschen tun konnten, und wollen, daß stets Männer dieses Gei­stes über Fulda wachen. Wir tun deshalb am Wahltag unsere Pflicht, und werden auch unsere jungen Kameraden und Freunde mitbringen zu der Entscheidungsschlacht a m 1 7. No­vember. Wir tun es umso lieber, weil die Zen- trumspartei gerade in der letzten Zeit uns die Möglichkeit gegeben hat, in derPartei wirk­lich mitz'u sch affen. Und wir freuen uns, daß die Zentrumspartei auf den Listen für die Kommunallandtags- und Stadtverordnetenwahlen Leute an sicherster Stelle aufgestellt haben, die seit Jahren durch ihren Berus und ihre Neigung mitten unter der Jugend stehen.

Wir wissen, daß am 17 November in der Stadt Fulda — auf dem Lande wird es bald auch so weit sein — ein Generalangriff den Zen­trumsturm zu Fall bringen soll. Warum? Ein Teil der Angreifer weiß nicht, was er tut, wenn er sich in die Reihe der Gegner stellt, denen das „schwarze Fulda" ein Dorn im Auge ist. Sie sind verärgert, glauben ihre Wünsche im Rahmen einer großen politischen Partei nicht durch­setzen zu können. Wie falsch ist das! Richtig ist, daß noch jede gesunde Idee sich im Zentrum hat durchsetzen können. Diese Verärgerten sehen aber nur, daß die Zentrumspartei ihnen den einen ober anderen Wunsch nicht erfüllt hat oder erfüllen konnte, lassen aber das große sittliche und wirt­schaftliche Ziel aus dem Auge, das die Zentrums-

wählt nicht die Liste der Mieterpartei, deren Sp'.t- zenkandidat, ein höherer Beamter mit großer Woh­nung, die Verhältnisse des Kleinwohnungsmieters aus Erfahrung nicht kennt.

Der katholische Mieter wählt nicht die Mieterliste, da der Spitzenkandidat ein demo­kratischer Parteimann ist. Die Demokra­tisch e Partei aber ist der schlimmste G e g • n er der satholischen Bekenntnis­schule.

Er wählt die Liste der Partei, die durch fortge­setzten großzügigenNeubau von preis­werten Kleinwohnungen die Not der kleinen Mieter allein erfolgreich bekämpft. Er wählt

Zentrum.

Partei verfolgt, alle Stände, die Arbeiter­schaft, den städtischen Mittelstand, die Bauern, die Gehaltsempfänger, die freien Berufe, zur christlichen Volks­gemeinschaft zu vereinen. Gerade diese Idee ist es, die uns Jungwähler begeistert, und weshalb wir uns, obwohl auch wir Einzel­heiten an der Partei auszusetzen haben, für das Zentrum einsetzen können. Wir wünschen sogar, daß der Gedanke der Katholischen Aktion im öffentlichen Leben von der Zen- trumspartei noch stärker herausgestellt wird. Denn wenn auch jetzt noch von den großen Welt- anfdiauungsparteien immer wieder einzelne Be­rufsschichten abfplittem und fruchtlose Oppo­sition treiben, so können sie die Entwicklung doch nicht aufhalten, die dahin drängt, daß zwei große Fronten sich im privaten und öffentlichen Le­ben gegenüberftef)en; bte eine kämpft für Chri­stus, die andere gegen Christus. Wir jum- gen Katholiken, die wir mit beiden Füßen in der neuen Zeit stehen, spüren, daß diese Entwick­lung kommt, die von jedem einzelnen kläreEntscheidung verlangt, zu der sich ein aussterbender Tqp des „Bürgers" leider so schwer entschließen kann.

Deshalb halten wir der Zentrumspartei die Treue und werden mitarbeiten, daß sie immer mehr das wird, was sie in unserer Zeit sein muß; wir werden uns dafür einsetzen, daß nur solche Männer in ihr zur Führung kommen, die nichts

inte Bronnzell Besitzer Hermann Kramer Telephon Amt Fulda Nr 46 Gut bürgerliches Gast- und Logierhaus Bratwürstchen, Knoblinen Kaffee und Kuchen auch wochentags.

Großer Saal, Gartenwirtschaft Fremdenzimmer, Autogaragen

Wer Euch sagt, daß Ihr anders reich werden könnt, als durch Arbeit und Sparsamkeit, der betrügt Euch, der ist ein Schurke.

BenJ. Franklin.

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gegr. 1825 Mündelsicher

früher Friedrichsmarkt — Jetzt Bahnhofstraße Nr. 5

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