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irr. 264

Von den Sonntagskarten.

wird uns

Ankhropo -Sophie?

auf einem a u s g e -

umph lauern. Gibt es da im Lager der kirchen- I treuen Fuldaer Katholiken Drückeberger, die nicht I Helfen, das Bollwerk zu verteidigen? Die aus faden- I fcheinigen Gründen nicht zur Wahlurne gehen mol- I len? Die auf die leicht verkappten Gegner in den I Reihen der Splitterparteien hereinfallen? Sollte I das möglich fein? Zur Ehre der politisch geschulten I Fuldaer Katholiken, deren Bäter noch in den ersten I Treffen des Kulturkampfes standen und mannhaft I für Wahrheit, Freiheit und Recht gestritten haben, I möchten wir es nicht glauben. Frauen und I Männer! bleibt treu! Haltet aus! Unser Turm | ist fest! Auch am 17. November werden wir die I alle Stände und Gruppen umfassende Deutsche I Zentrumspartei bis aufs äußerste vertei- I digen. Jede Stimme für Kommunalland- I ta g und Gemeinde gilt der Zentrums- I liste, Nr. 3 des Wahlzettels.

25 Jahre.

Frau Anna Wahl, die Witwe des verstör- I denen Kirchen- und Schuldieners Joh. Wahl, steht I feit Oktober 1904 im Dienste der EoangelL- s ch e n V o l k s sch u l e. Mit unermüdlichem Fleiße I und vorbildlicher Treue hat Frau Wahl die Haus- meistergeschäfte, die seit dem Tode ihres Mannes I besonders schwer auf ihr lasten, besorgt. Im Na- I men des zu einer schlichten Feier versammelten I Lehrerkollegiums überreichte Herr Rektor I Goebel der Jubilarin ein finniges Geschenk und I dankte der treuen Hausmeisterin für ihre mühe­volle Arbeit.

„Erkältete" Kartoffeln.

Nicht immer ist es möglich, die Kartoffeln in vorschriftsmäßig eingebauten Kellern unterzubrin- I gen, so daß matt es leicht erleben kann, daß die I Kartoffeln sich „erkälten". Diese „Erkältung" Lu- I ßert sich in einem süßlichen Geschmack der Kar- 1

dem Oberbürgermeister schon seit Jahren einen zweiten Bürgermeister. In Hanau gibt es eine oanze Reihe hauptamtlicher Magistratsmitglieder. In Fulda sparte man immer bis zum äußersten. Noch nicht einmal die Stelle des Bürodirektors, die feit vielen Monaten erledigt ist, wurde wieder be-

mfrieden und glücklich ist — der steht Standpunkt, der jede Verständigung schlossen erscheinen läßt.

n a u Krs. Schlüchtern eingeführt wer­den. Diese Sonntagsfahrkarte wird in die beste­hende Sonntagsfahrkarte nach Herbstein einbezo­gen. Die Einführung von Sonntagsfahrkarten nach Schlüchtern ist leider abermals ab ge­lehnt und wegen mangelhafter Benutzung sind die Sonntagsfahrkarten von Fulda nach Greben­hain und Fulda-Hartmannhain eingezogen wor­den.

Pfui, fo ein Drückeberger!

Keine größere Schmach gab es unter den Frontsoldaten, als die, mit Recht ein Drückeberger gescholten zu werden und im Augenblick des An­griffes die Kameraden im Stich zu lassen. Heute wird auch in Fulda der Zentrumsturm wild be­nannt. Gruppen, die sonst die entgegengesetzten Ziele verfolgen, beweisen sich Sympathie, wenn sie die Empfindung haben: es geht gegen das Zentrum. Mit wildem Haß wird dieses Zentrum, das mit ruhigem Gewissen von sich sagen kann, es habe stets gearbeitet für die Allgemeinheit, angegriffen, mit Verdächtigungen überhäuft, ge­schmäht und seiner Verdienste beraubt. Alles ist gegen uns. Ringsum Feinde, die auf den Tri-

der Theosophischen Gesellschaft die Anchroposophische Gesellschaft gegründet. Zweck: die Erforschung des in allem Sinnlichen verborgenen Uebersinnlichen und die Erkenntnis des Wahrheitskerns in den ver­schiedenen Weltanschauungen. Die Gesellschaft hat eine freie Hochschule für Geisteswissenschaft (Goetheanum) in Dörnach (Schweiz) gegründet, einen Verlag „Der kom­mende Tag" (Stuttgart), eine Schule, die „Freie Wal­dorf-Schule" (Stuttgart) und andere Unternehmungen ms Leben gerufen, durch die die sog. geisteswissenschaft­liche Methode zur Umwandlung des gesamten wissen­schaftlich künstlerischen und wirtschaftlich-technischen Denkens und Schaffens wirksam werden soll. Aus die­ser Gesellschaft hat sich (1929) die von dem Pfarrer Riüelmeyer geleitete Christengemeinschaft abgespallen R. Steiner: Die Geheimwistenschaft (20. Ausl. 1925), „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten" 1. Teil (1920); F. Riüelmeyer: „Dom Lebenswerk R. Steiners (1921); Hauer: „Werden und Wesen der A. (1923).

Zwischen den kommunalpolitischen Vertretern dieser Lehre, die wir hier in Fulda kennen - lernen, und Goethes Weltanschauung scheint uns einiges noch nicht zu klappen. Jeden­falls hat unter Goethes Maximen und Reflexionen uns besonders gefallen, daß er da einmal sagt:

„Sie angenehmsten Gesellschaften stud die, in welchen eine heitere Ehrerbietung der Glieder gegeneinander obwaltet."

Man strebe in Goethes Verehrerschaft diesem Ziele nach! Erreicht ist es, nach dem Verlauf der Veranstaltung am vergangenen Samstag zu ur­teilen, zweifellos noch nicht.

„Klarheit" und „Wahrheit".

Wenn es auch sehr schwer ist, alle Wahlmär­chen zu widerlegen, so muß man doch das eine oder das andere herausgreifen, um daran zu zei­gen, wie wenig auf kommunalpolitischem Gebiet d-ie Forderung nach Wahrheit und Klarheit er­füllt und wie sehr in manchen Lagern Unwahr­heit und Unklarheit in der Bearbeitung der Wähler eine Rolle spielen.

Es wird so dargestellt, als ob der Beamten- Apparat der Stadt Fulda ungewöhnlich groß und ungewöhnlich gut bezahlt sei. Die jetzige Zentrumsmehrheit soll daran schuld sein. Wie ist das? Wohl kaum eine kreisfreie Stadt in Preu­ßen hat bisher, wie es Fulda getan hat, auf einen hauptamtlichen Stellvertreter des Stadtoberhaup­tes verzichtet. Das kleinere Marburg hat neben

Fuldaer Zeitung (Amtliches sreisblalt). Donnerstag, den 14. November 1929.

Vom Fremdenverkehrsverein Fulda mitgeteilt, daß es seinen Bemühungen endlich ge­lungen ist, daß auf der Strecke Fulda bis Frank­furt Sonntagsfahrkarten nach Ster»

Fulda, öen 13 November 1929.

Katholiken hört!

Wie mehrere Bischöfe Preußens so hat jetzt auch der Hochwürdigste Herr Bischof von Trier zum 17. November ein Mahnwort an seine Diözese gerich­tet, das nicht mißverstanden werden kann. Er schreibt:

Die Entwicklung der Gesamtverhältnisse, die immer klarer werdende Frontstellung zwischen den bewußten Vorkämpfern christlichen Glaubens und den offenen oder versteckten Wortfüh­rern einer unchristlichen Welt- und Lebensanschau- I ung bringt es mit sich, daß auch der politische Wchlkampf zu einem bedeutsamen Teil ein Rin­gen um geistige und religiöse Güter darstellt, das den gläubigen und kirchentreuen Ka­tholiken nicht gleichgültig lassen kann. Auch das kommunale Leben wird immer mehr zu einem be­deutsamen Faktor für die christliche oder unchrist- liche Beeinflussung der öffentlichen Betätigungs­formen unseres Staates und Volkes. Die Aus­übung des Wahlrechtes steht deshalb mehr als in anderen Zeiten unter dem heiligen Gebot religiöser Gewissenserforschung und Gewissensoerantwortung. Wer durch seine Stimmabgabe politische Richtungen oder Per­sonen unterstützt, von denen er nicht auf Grund gefestigter Erfahrungen eine einwandfreie Vertre­tung der Interessen unserer heiligen Kirche und eine bewußte Arbeit in der Richtung christlicher Staats- und Gesellschaftsauffassung mit Sicherheit erwarten kann, nimmt eine Haltung ein, die das Gegenteil der vom Hl. Vater geforderten und für die Verbreitung des Reiches Christi auf Erden dringend notwendigen „Katholischen Aktion" be­sagt. Ich habe zu meinen Diözesanen das Ver­trauen, daß sie wissen, was der Enfft der Zeit onn ihnen fordert.

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Altth im evangelischen Lager ist aufs neue mit allem Nachdruck der weltanschauliche Charakter des jetzigen Wahlkampfes hervorgehoben worden. Der evangelische Landesausschuß für die Kommunalwahlen, der sich im Auftrag der Ar­beitsgemeinschaft evangelischer Verbände in Hes­sen-Kassel gebildet hat, hat sich an die Par- telen gewandt und sie auf gefordert, ernste evan- aellsche Männer und Frauen an aussichtsreiche Stelle auf ihre Wahlliste zu fetzen. Die Aufforde- rung wurde gerichtet an die Deutschnationale Volkspartei, die Deutsche Volkspartei, die Natio- nalsoualistische Deutsche Arbeiterpartei, die Wirt- ^ltspartei, an den Christlichen Volksdienst, die Deutsche Demokratische Partei und an die Sozial- lemokratifche Partei Deutschlands.

Achrch heißt es: Kein evangelischer Christ darf sich von der Wahl ausschließen. Er ist verantwortlich für die Gestaltung des öffentlichen Lebens. Auch von feiner Stimme hängt es ab. ob m den nächsten vier Jahren über die wichtigsten kulturellen Fragen der Kommunal- und Sozial- politift der Jugenderziehung und Wohlfahrtspflege, der Sitte und Sittlichkeit, der Kunst und Volks­bildung in christlicher Gesinnung entschieden wird. Jeder evangelische Christ prüfe, ob die auf den Siften genannten Persönlichkeiten die Gewähr da­für bieten, daß in unseren Parlamenten sachlich Md frei von Sonderinteressen so zum Wohl der Gesamtheit und zum Aufbau unseres Volkes ge­arbeitet wird, wie es der evangelische Christ ver­langen muß.

--Wir erwarten deshalb von jedem evange- ‘ L r >n Christen, daß er eine Liste wählt, die nach seiner Ueberzeugung Persönlichkeiten in die Parlamente bringt, die helfen werden, das öffent­liche Leben mit dem Geist des Evangeliums zu bunbdringen."

Soweit der Aufruf. Zustimmende Erklärungen haben gegeben: Deutfchnationale Volksvartei und Deutsche Volksvartei, Wirtschaftspartei, Evan­gelischer Volksdienst, Demokraten und So-ialdemo- kraten. Die Nationalsozialisten hoben sich auf § 4 ihres Statuts berufen, wonach die Partei als solche den Standpunkt eines positiven Christentums ver­tritt, ohne sich konfeffionell an ein bestimmtes Be­kenntnis zu binden.

Kann ein Katholik angesichts solcher For­derungen im evangelischen Lager nun an oer im Zentrum gegebenen Vertretung katholi- fcber Auffassungen auf allen Gebieten des öffent­lichen Lebens achtlos vorübergehen?

soll, daß die Dinge nicht so liegen, wie sie dar­gestellt werden, sondern gerade umgekehrt. Das ist Wahrheit. — Es könnte noch manches denen gesagt werden, die teilweise gegen besseres Wissen behaupten, die Fuldier Verwilung fei übermäßig kostspielig. Wer freilich meint, Fulda sei das in den letzten Jahrzehnten geworden, was es heute ist, ohne daß ein Mann mit hervorragendem kommunalpolitischen Können und Wissen an seiner Spitze stand, wer meint, das Fulda von 1890 habe h durch Zufall zu der schönen, oebinden, an­gesehenen und fortfcb'güsich-'n fr»i^fr*n Mittel­stadt von 1929 entwickelt, wer die Gehalts- und Pensionsfrage des Führers eines solchen Gemein­wesens in Zusammenhang bringt mit dem Ruhe­gehalt eines schlichten Totengräbers — der übrigens

wider die Slalfchfucht.

Don Abt Bonifaz Wöhrmüller O. S. B.

Savonarola mahnte einmal, wir sollten durch alle Städte unserer Welt gehen, zu den Augen, bann zu den Ohren, dann zur Zunge, zu den Händen und zu den Füßen und sollten ihnen pre­digen. Wenn die Liebe diesen Rat befolgen will, dann wird sie besonders lange sich bei der Zunge aufhalten und dieser Stadt besonders eindringlich predigen. Sie wird sie mahnen, liebe­voll zu reden mit dem Nächsten und von dem Nächsten, und noch eindringlicher wird sie ihr zu- reden, daß sie liebevoll — schweige.

Also spricht die Liebe zur Zunge: Rede nicht von den Fehlern des Nächsten, auch wenn sie nicht mehr verborgen, sondern aller Welt schon bekannt sind! Wie eine Krankheit ist es in den Menschen, daß sie sich gedrängt fühlen, von frem­den Fehlern zu sprechen. Stundenlang können Männer beisammen sein und über Vorgesetzte ' oder Amtskolleaen nörgeln und kritisieren und I räsonieren; stundenlang können Frauen mitsam­men Feindinnen und „Freundinnen" durchbespre­chen, und der Faden dieses Gesvräches will nicht zu Ende gehen; selbst in den Gesprächen der Kin­der schon spiest dieser Stoff eine bedeutende Rolle. Ist es das Bedürfnis nach Unterhaltung, was uns gar so oft über dieses Thema reden läßt? Wenn es so ist. dann gewinnt man in dieser Unterhaltung gew'ß nicht, was man, in einer Unterhaltung sucht. Noch nie ist einer durch solche Gespräche innerlich froh und reif geworden und glücklich; man wäre sicher mit einem schöneren Glück nach Hause gegangen, n*enn man vorn Nächsten etwas Gutes berichtet ober doch wenigstens geschwiegen hätte;, liebevolles Schweigen und gütiae Worte, das ist wie ein Ausatmen in reiner Atmosphäre.

Ober ist es das Interesse für den Nächsten, was uns über feine Fehler klagen läßt? Wenn wir Liebe hätten, bann würden wir uns freuen, Gutes am Nächsten zu fehen und Gutes von ihm zu sagen. Die Liebe freut sich nicht des Bösen, sie hat aber Freude an der Wahrheit." (1. Kor. 13, 6.) Schön bat ein moraenländisches Volk dieses Wort in »iner Cbristusleaende veranschaulicht. Der Herr, so sagt die Legende, habe einst auf der Straße einen Haufen Menschen anaetrotfen, die den Ka­daver eines Hundes laut schwätzend umstanden. Während nun der eine von dem schäbiaen Haar» der andere von feinem üblen Geruch und ein an­derer wieder von einer anderen Häßlichkeit zu re­den wußte, trat der Heiland heran und siehe, er betrachtete da« tche Tier und sprach: „Seht doch die schönen Zähne!"

( Das kömglicke Gebot" von Abi Donitaz Wöbr. Müller. Kleine Kapitel von der Nächstenliebe. 30. bis 45. Tausend. Josef Kösel u. Friedrich Pustet, Mün­chen.) _—■■■■■■—

Katholiken, merkt auf!

Beherzigt bas besonders in der Stadl Fulda; in den Kreisen Fulda. Hünfeld. Gersfeld, Schlüch­tern, Gelnhausen, Kirchhain!

Ein katholischer Geistlicher, der im Rheinland int Provlnziallandtaq tätig ist, fchre'bt uns: W'chtig ist, daß es sich in der Kommunal-Verwaltung;. B. handelt um das Schicksal so mancher schönen katho­lischen Wohltätigkeitsanstalt, sei es für Kranke, Altersschwache, oder epileptische, ibtohtte, Krüppelkinder und Wallen und katholische Iuoendbünde und Kindergärten und dergleichen — die durch kommu­nale Unterstützungen doch auch bedacht sein wollen — oder wollt ihr Katholiken Eure Kommunalabgaben nur für die Anderen geben und selbst leer aus- gehen? Daß unsere katholischen Beamten oft einen lehr schweren Standpunkt haben, für unsere katholischen An­stalten noch das Nötige herauszuschlagen, kommt daher, daß wir in vielen Provinzial- und Kommunallandfagen nicht mit größerer Stärke von Abgeordneten unserer Sache Nachdruck verleihen können. Ich selbst habe von unseren Beamten schon oft darüber Klagen gehört Auf der anderen Seite aber find unfere katholisch en Anstalten der Besichtigung und der Rev>-

Sptttterllsien.

Dem „Patriot" (Lippstadt t. Wests.) ent- nehmen wir diese Wahlpoesie:

Bürger, trink erst einen Bittern, Sonst wird Dir beim Wählen schlecht!

Denn Du mußt Dich doch zersplittern. Weil das altes Bürgerrecht.

's gibt viele Leute, die da meinen, Einigkeit fei höchste Pflicht.

Doch es will mir hierbei scheinen, Sie verstehn das Wählen nicht.

Und sie kenn'n nicht die Jnt'refsen

Unsrer braven Bürgerschaft.

Diese sind so unvermessen Daß es vielen Aerger schafft.

Der ist dein Jnfresienhüter, Der nur Deine Sach' verficht. Wählt der Hausbesitzer Mieter, Ist der richt'ge Mann das nicht.

Bin ich im Gesangvereine,

Wähl' ich, der für Sang erglüht.

Zücht' ich Gänse oder Schweine, Wähl' ich, der auch welche zieht.

Bürger, fühlst Du Unheil wittern,

Schütz' vor allem die Belange, Darum mußt Du Dich zersplittern, Jeder zieh' am eignen Strange.

Ist ein Name auf der Liste,

Der Dir weniger gefällt, Schmeiß' die Liste auf die Miste Und Dein Sach' ist wohlbestellt!

Was schert Dich das Große, Ganze,

Geh! für Dich durch dünn und dick. Und es strahlt im Hellen Glanze Schöne Kirckturmsvolitikl

bet, wie gerade jetzt wieder in Wochen der Mis­sion gezeigt haben, die überwältigende Mehrheit der katholischen Bewohner Fuldas Trost und Stärke in den Prüfungen unserer Zeit. Ist das so, weil wir rückständig find? Nun, im katho­lischen Glauben haben auch erlesenste Geister, ge­waltige Persönlichkeiten der Weltoefchichte gleichen Trost gefunden: Dichter, Maler, Tonkünstler. For­scher, Gelehrte u. Staatsmänner des größten For­mats. Gleichwobl kommt es vor, daß gewisse Zeit­genossen etwas Neues haben müssen. So etwas Neues ist die — ^nthrooofophie. Was ist die nun? Der neue Brockhaus, den wir zu Rate gezogen, sagt darüber folgendes:

Anthroposophie (grch. Weisheit vom Men­schen), vorgebfi-bes höheres Wissen vom Wesen und den Kräften des Menlchen; m dieser Bedeutung wurde die A. von Rudolf Steiner als eine neue „Geisteswissen­schaft" begründet. Sie ist eine Mischung aus theosophi­schen Ideen ori-ntaUschen und ewopaiicben Ursprungs. Sie behauptet, durch die Enfmlcklung aeiftiaer Drga.ip y-- «"-x r‘»r[inrQ?n?

Schichten des menschlichen und kosmischen Seins zu er­kennen u. dad den Menschen mit übergeordnet en geistigen Wesenheiten in Derbindung bringen zu können Sie lehrt die Existenz eines Aetherlei- bes und Astralleibes, die Wirkung des Karma, die Wiedergeburt. Ihren Wissenschaftscharakter suchte Steiner durch Anlehnung an Goethes Weltan­schauung zu verdeutlichen. Zur Förderung der A. wurde von Rudolf Steiner nach feinem Ausscheiden aus

toffeln, der sich so unangenehm steigern kann, daß der erfrorene Kartoffeloorrat unbrauchbar für die menschliche Ernährung wird. Die Kartoffel muß bekanntlich, auch wenn sie von der eigentlichen Pflanze getrennt ist, weiterleben. Das Leben be­steht in der Atmung, die eine langsame Verbren­nung von Kohlehydraten ist. Bei der Atmung wird immer nur ein kleiner Teil der Kohlehydrate in Zucker umgesetzt. Wenn niedrige Tempe­raturen auf die Kartoffeln wirken, so wird die Umsetzung der Kohlehydrate in Zucker beschleunigt und es bleibt Zucker in der Kartoffel zurück. Ist diese Versüßung der Kartoffel einmal eingetreten, so bringe man die Kartoffeln mehrere Tage vor dem Gebrauch in Zimmertemperatur, wodurch der Zuckerüberfchuß vermindert wird.

Am Aellag, öen 15. November.

abends 8 Ahr, spricht im großen Stadtsaate der bekannte Landkagsabgeordneke timeb-rs

über --Die deutschen Katholiken und die Kommunalwahlen".

Abgeordneter Linneborn stand bei Abschluß des Konkordats mit Preußen in vorderster Linie. Jeder Katholik wird mit dem größten Interesse seinen Ausführungen entgegensehen.

Zu -er Versammlung, in der die letzte Parole für die am Sonntag stattfindenden Wahlen ausgegeben wird, sind alle Katholiken Fuldas. Männer und Frauen, herzlich und dringend eingeladen.

Zenkrumsparlei Ortsgruppe Fulda

Singer. Vorsitzender.

Was ist das? So wird mancher Fuldaer ge­fragt haben, als er hörte, daß der Spitzenkandidat der „christlich-sozialen Reichspartei" sich zur Anthro­posophie bekannte. Seit den Tagen des hl. Bonifa­tius und des hl. Sturmius, also feit fast 1200 Jah­ren, hat in Fulda und im Buchenland der christ- katholische Glaube geherrscht. Das war die Reli­gion, die auch die Grundlage des öffentlichen Le­bens war. Ihr verdanken die großartigen Bau- , . ------------- _

denfmäfer, die Fulda birgt und die seinen Ruf als I fetzt, nur um zu sparen. Darockstadt in der ganzen gebildeten Welt begrün- I .. Run zu den Besoldungen! Wenn ein Mann den, ihr Entstehen. Im katholischen Glauben fin- | über Besoldungen redet, der vor Jahren um der Erhöhungen der Beamten-Besoldung willen so oft und fo kräftig die Disziplin gegen Amt und vortei verletzt hat, daß er aus beiden scheiden mufjte, so ist wohl zu erwarten, daß für ihn die in ■Preußen gesetzlich geltende Bestimmung unan­tastbar ist, wonach die Kommunalbeamten in glei- cßer SBeife wie die preußischen Staatsbeamten zu besolden sind. Hat die Stadt etwa ihre Beamten zu hoch eingruppiert? Dieser Eindruck soll wohl bei der Bürgerschaft erweckt werden. Tatsache ist aber folgendes: eine ganze Reihe von Be­amtengruppen der Stadt Fulda füh­len sich zu ungünstig eingeordnet. Sie haben gegen die Städtischen Körperschaften das kom­munale Einigungsamt fürHeffen- Nassau und Waldeck angerufen. Diele? hat vor einiger Zeit getagt, besetzt mit Stadtver- ordneten-Dorsteher Br. Braun-Melsungen und Stadtverordneten-Vorsteher Grimm-Hanau als Vertreter des Städtetages und zwei Vertretern der Koinba unter Leitung des Bürgermeisters Dr. Stolzenberg-Efchwege. Das Einigungsamt ist in einer großen Zahl bee strittigen Fälle zu dem Ur­teil gekommen, daß Einstufung und Aufrückungs- möglichkeit bei der Fuldaer Stadtverwaltung aus Sparsamkeitsrücksichten zu ungünstig für die Beamten seien und nicht dem entsprechen, was in anderen Städten üblich sei. Das ist Wahrheit. Sie zeigt, ohne daß hier jetzt die Frage der Be- soldungstegelung an sich aufgerootfen werden