Suldaer Zeitung (Amtliches kreisblatt)
Mittwoch, -en 13. Aovemver 1929
263.
deren
Schicksal es am 17. November geht!
Fulda, sen 12 November 1929.
Der Oberbürgermeister
mU& in den ersten Wochen der Amtstätigkeit des neuen Stadtparlaments neu gewählt werden. Bei Lr Wahl zur Stadtverordneten-Bersammlung am 17 November liegt eine schwere Verantwortung güs der Wählerschaft. Der Ausgang die- ?r Mahl ist für die Wahl des neuen Stadtober- bauptes von größter Bedeutung. Kann es einen vernünftigen Menschen geben, der da zu Hause bleibt **“& sich von der Wahlpflicht drückt? Er kann schuld daran sein, daß die Zusammensetzung der Wahl- körperschvft für die Oberbürgermeisterwahl nicht so wird^ wie es für die Auswahl des leitenden Mannes unserer alten Bonifatiusstadt richtig ist. Sollen radikalen oder völlig unerprobten Parteien maßgebender Einfluß für die Oberbürgermsi- Sahl zufallen? Wird es möglich fein, bei der
l mit Nachdruck die Aussichten zur Geltung ,u bringen, die Fulda wieder ein Oberhaupt geben, das den Ruf und den Willen Fuldas zu fortschrittlicher Entwicklung auf der bewährten christlichen Grundlage be- Hn^rt? Wenn alle, die Fuldas Charakter als treu katholische Stadt gewahrt sehen wollen, ihren Stimmzettel richtig gebrauchen, dann wird es rnög- fiA fein. Sonst nicht! Wahlflauheit, Zersplitterung, kleinliche Sonderinteressen gefährden aufs schlimmste das wichtige Ziel. Ueberlegt Euch das! Klärt auf! Feuert die Lauen an! Macht das Zentrum stark! Ihr nützt damit unserer lieben Vaterstadt, um
Lisenbahn-Personennachrichken.
Versetzt wurden die Lokomotivführer Karl Schlegel und Emst Thomas sowie der Reserve-Lokomotivführer G u n d l a ch von Fulda nach Elm, der Lokomotivheizer Leinweber von Wüstensachsen nach Friedberg (Hessen), der Lokomotivheizer Ad. Eckhardt von Elm nach Fulda, vom Kloster Frauenberg.
Am Feste der hl. Elisabeth, 19. November, findet in der Klosterkirche feierl. Gelübde- a b l e g u n g statt. Die Feier, zu der das gläubige Volk, besonders die Terziaren, recht zahlreich eingeladen werden, beginnt um K-9 Uhr. (Siehe Eottesordnung.) Folgende Fratres werden sich für ewig dem Dienste Gottes im hl. Ordensstande weihen: Hermenegild Sanier (Rottenburg), Michael Worzalla (Strasburg, Westpr.), Willigis Heß (Mainz), Bernard Herrr (Sigmaringen), Cornelius Jan ff en (Düren), Cyprian Baßler (Karlsruhe).
Zufahrenkencmpfänger.
Am Donnerstag, den 14. November 1929 vormittags 9—12 Uhr wird die Zusatzrente für November 1929 an sieche, erwerbsunfähige Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene gezahlt. Gelbe Ausweisnummerkarten sind vorzulegen. Renten, dis an diesem Tage nicht abgeholt sind, werden den Empfangsberechtigten auf ihre Kosten durch die Post übersandt.
ZtsAerkalender der Skadkkaffe.
Bis zum 15. November 1929 (ohne Schonfrist) sind folgende Steuern und Abgaben an die Stadtkasse zu zahlen:
1. Gewerbeertragsstcuer und Handelskammerbeitrag für das 1. und 2. Vierteljahr 1929 (Restzahlung) und für das 3. Vierteljahr 1929 laut dem zugestellten Gewerbesteuerzettel für das Rechnungsjahr 1929.
2. Grundvermögenssteuer für November 1929.
3. Hauszinsstsuer für November 1929.
4. Kanalbenutzungsgebühr und Müllabfuhr- tzebühr für 3. Vierteljahr 1929.
5. Hundesteuer für 3. Vierteljahr 1929.
Von den Steuern, die nach dem 15. November 1929 zur Einzahlung gelangen, kommen die gesetzlichen Verzugszinsen (10 Prozent Jahreszinsen) zur Erhebung. ______
Verkehrsunfall.
Heute vormittag um 9 Uhr stieß an der Schloßstraße Ecke Friedrichstraße ein hiesiger Personenkraftwagen mit einer Kraftdroschke zusammen. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand nur geringer Sachschaden.
Warnung vor dem juristischen Studium.
Die „Vereinigung der Vorstände der deutschen Anwaltskammern" erläßt folgende Warnung vor dem juristischen Studium: „Die Vereinigung sieht mit äußerster Besorgnis, in welchem Maße die Zahl der Studierenden der, Rechtswissenschaft ständig zunimmt. In Preußen ist seit dem Jahre 1913 die Zahl der die Rechte Studierenden von 6000 auf 13 600 im Jahre 1927 und 15 200 im Jahre 1928 gestiegen. Sie befindet sich auch 1929 ständig weiter im Steigen. Die gleiche Entwicklung ist in anderen deutschen Ländern zu beobachten. Die Zahl der Referendare in Preußen beträgt zurzeit etwa 6500 und ist im letzten Jahre um etwa 600 gestiegen. Ihre Unterbringung in staatlichen oder kommunalen Stellen wird nur zum kleinsten Teil möglich sein. Die Wirtschaft ist bei fortfchreitender Rationalisierung nich: Mehr in dem gleichen Maße wie in der Inflationszeit zur Aufnahme von Juristen fähig. Daher wird der größte Teil der Anwärter der Anwaltschaft zuströmen. Dieser Zuwachs wird den Bedarf der Rechtsanwaltschaft ganz außerordentlich überschreiten. Schon heute ist die deutsche Rechtsanwaltschaft als überfüllt anzusehen. Die Einkünfte einer nicht geringen Zahl deutscher Anwälte bleiben erheblich hinter dem zurück, was selbst bei beschei
densten Ansprüchen für einen standesgemäßen Unterhalt erforderlich ist. Die Gefahr, welche dieser Zustand nicht nur für die Anwälte selbst, sondern für die Rechtspflege in sich schließt, wächst, trenn die Zahl der die Rechte Studierenden im gleichen Maße wie in den letzten Jahren zunimmt. Die Vereinigung der Vorstände der deutschen Anwaltskammern hält sich verpflichtet, gegenüber dem noch immer fortdauernden Zudrang zum juristischen Studium warnend ihre Stimme zu erheben."
Besonderer kälkeschuh in den D-Zügen.
Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat jetzt die Aenderung getroffen, daß während der Heizzeit die D-Zugwagen einheitlich mit Fenstermäntel aus dickem grünen Fries ausgerüstet werden sollen. Etwa von früher her noch vorhandene Fenstermäntel sollen aufgebraucht werden, soweit sie für weitere Verwendung geeignet sind. Im übrigen werden diese Fenstermäntel neu angeschafft. Die erforderlichen rund 34 000 Stück sollen bis Ende November geliefert werden. Die Reichsbahndirektionen find angewiesen worden, für die beschleunigte Anbringung zu sorgen, so daß damit gerechnet werden kann, daß bei Eintritt der kältesten Witterung im Januar und Februar alle D-Zugwagen den Schutz an den Fensterscheiben besitzen. _________
Etwas Lokahrakriottsmus bitte!
Am 17. November wird auch der Kommunallandtag gewählt. Dieses Parlament hat maßgebenden Einfluß auf den Bezirksverband Kassel und seine Einrichtungen. Zu diesen Einrichtungen gehört auch das Landeskrankenhaus in Fulda. Für den Betrieb und die Leistungsfähigkeit dieses Hauses ist der Kommunallandtag und sein Organ, der Landesausschuß von großer Bedeutung. Das Landeskrankenhaus aber ist in Tagen der Krankheit für viele Fuldaer eine Stätte der Zuflucht. Auch andere für dis Stadt Fulda besonders rotu« sine Anstalten in'h w--den vo i
Kommunallandtag beeinflußt. Ganz wichtig find die Fürsorgemaßnahmen, die dem Bezirksverband übertragen find und die zurzeit ausgebaut werden. Muß Fulda als der geistige und wirtschaftliche Mittelpunkt Mittelhessens nicht den größten Wert darauf legen, in dem Kommunallandtag vertreten zu sein. Seit Menschengedenken hat die Stadt Fulda einen Sitz in dieser Körperschaft gehabt. Soll das jetzt aufhören? Wenn nicht gewisse partei-egoistische Gesichtspunkte zurückgestellt werden, bekommt Fulda tatsächlich keinen Vertreter mehr in Kassel. Die Stimmzahl die aufgebracht werden muß, ist hoch, reicht wohl an 7000 heran. Nur das Zentrum hat Aussicht, an diese Zahl in der Stadt Fulda heranzukommen. Aber nur bann, wenn alles wählt und wenn auch in den anderen Parteien Leute sind, die für Fulda ein Opfer zu bringen bereit sind. Ob es wohl einige sein werden? Die für die Interessen Fuldas unzweckmäßigsten Gegenlisten sind für die Kommunallandtagswahl eingereicht. Die Hessische Arbeitsgemeinschaft hat in Fulda, da sie nur über einige Hundert Stimmen verfügt, nicht die geringste Aussicht des Erfolgs. Die auf diese Lists abgegebenen Stimmen fallen anderen Kreisen zu, verstärken wohl das Uebergewicht Kassels im Kommunallandtag, unter dem wir in Fulda, Stadt und Land, schon jetzt zu leiden haben. Die Spitzenkandidaten aller anderen hier zugelassenen Listen sind keine Fuldaer Bürger. Sie sind aus H a - n a u und aus Kassel. Unsere Stimmen, bie auf diese Listen fallen, tragen also nur zu einem Wahlerfolg der Städte Hanau und Kassel bei. Fulda würde eine kurzsichtige Zersplitterung büßen müssen, wenn es bei der Verteilung von Zuwendungen für die mannigfachsten Aufgaben in Kassel keinen eigenen Sachverwalter mehr hat. Fuldaer, überlegt wohl, welche Liste ihr für den Kommunallandtag wählt. Denkt nicht an Standesin- tcreffen! Sie spielen im Kommunallandtag keine Rolle. Sorgt dafür, daß ein Kandidat, und das kann nur der Kandidat des Zentrums fein, durchkommt. Wählt Liste 3, die Liste dec Zenkrums- parkei. __________
Der Liederabend
des Fulda-Rhön-Sünger-Gauss im Großen Stadtfaal.
Wie wir fchon kurz mitteilten, veranstaltete der Fulda-Rhön-Sänger-Gau aus Anlaß seines 35 j ä h - rigen Bestehens im großen Stadtsaal einen Liederabend. An der Veranstaltung, die ersteulicher Weise sehr gut besucht war, beteiligten sich dreizehn Vereine aus Fulda und der nächsten Umgebung. Jeder Verein hatte zu dem Programm zwei Lieder beigesteuert, und zwar in der Regel einen Kunstchor und ein einfacheres Volkslied. Tie Zuhörer bekamen also mit dem Massenchor 27 Lieder zu hören. Das war vielleicht etwas viel: auch mußte man sich zu schnell umstellen. Da aber alle Vereine das Beste zu bieten bestrebt waren und die Auswahl der Chöre gut uird abwechselungsreich war, ermüdete man durchaus nicht, sondern konnte bis zum wuchtigen Massenchor, der den Abend beendete, den Darbietungen mit Genuß und Aufmerksamkeit folgen. Das Publikum war restlos bestiedigt. Der Beifall war herzlich, zum Teil stürmisch. Besonders dankbare Zuhörer fanden ausnahmslos die kleinen, scherzenden Volkslieder,, während prachtvoll aufgefaßte, durchgefeilte und wirkungsvoll vorgetragene Kunstchöre manchmal eine schwächere Wirkung ausübten. In diesem Zusammenhang darf vielleicht gesagt werden, daß sich an schwerere Kunstchöre nur Vereine heranwagen sollten, die über das nötige Stimmenmaterial verfügen.
Zu Beginn des Abends hielt der erste Vorsitzende des Gaues, Prokurist Alfred Zirkenbach, eine Kirze Begrüßungsansprache. Gr wies darauf hin, daß die Münnergesangoerenre in den vergangenen 35 Jahren viel Arbeit geleistet haben für Kirche und Schule, für die Gemeinde, kurz, für jeden guten Zweck, wenn man sie gerufen habe. In den Gesangvereinen gebe es keine Standesuntcrschiede; sie wollten mithelfen an der Schaffung einer deutschen Volksgemeinschaft.
Den Reigen der musikalischen Darbietungen eröffnete das Männerquartett 1912, diese wohldisziplinierte Sängerschaar, mit dem stimmungsvollen Chor „Sabbatfrühe", der hohe Anforderungen an das musi- kalische Auffassungsvermögen des Chorleiters (Jung
lehrer Rübsam) und die stimmliche Begabung der einzelnen Sänger stellt. Reichen Beifall sand auch das leichtsinnig scherzhafte Liedchen „Phyllis und die Mutter" von Math. Neumann. — Der Männergesangverein „Gemütlichkeit" Horas brachte Hegars musikalisch nicht sehr ansprechenden „Trotz" und das gefällige, die Abschiedswehmut zum Ausdruck bringende Lied „Uebers Jahr" klangvoll und tonrein unter der Leitung von Herrn Worringen zum Vortrag. — Der kleine Chor des Arbeiter- Fortbildungsvereins Fulda (Chorleiter Ebert) erzielte einen offensichtlichen Erfolg durch den rhythmisch sicher und temperamentvoll gesungenen Chor „Nachtwandler" von Rinkens. — Als erster Landverein trat der Gesangverein „Konkordia" Mittelkalbach unter dem Dirigentenstabe von Lehrer Virneburg auf und zeigte mit dem Vortrage von Grippekoven: „Die alten Straßen noch" und Wengerts „Das Glück" eine vielversprechende Leistung. — Tas junge Sängerquartett 1927 Fulda (Chorleiter Flohr), das ersteulicher Weise sehr viel junge Leute zur Pflege des Deutschen Liedes sammeln konnte, hat sich an den schweren Chor „Letzte Fahrt" von Wilh. Jung herangewagt und die Probe I bestanden. Der Verein hat zum Teil sehr gute Sänger, doch dürften sich die Hellen und weichen Tenöre eine bessere Sprachtechnik ängewöhnen. Die Zigeunerwildheit und die ausgelassene Lebenslust in Lauers rhychmisch schwierigem „Hinterm Dorfe fließt der Szamas" kam gut zum Zlusdruck. — Der Männer- g.esangverein „Liederkranz" Fulda (Chorleiter Worringen) bewies, daß er eine vorüber- fiehende Schwächeperiode wieder überwunden hat. Er
ang „An den Hochwald" von Baumann und das temperamentvolle, schöne Liedchen „Vorbeimarsch" von Thelen. — Die Sängervereinigung 19 2 7 Fulda hat sich unter ihrem Chorleiter Blume gut entwickelt. Der Vortrag von Baumanns „Der Trommler von Schottland" offenbarte mufikalischcs Verständnis.
Nach der Pause bot der M ä n n e r v e s a n g v e r e in „Winfridia" Fulda (Chorleiter Zilliken) in dem prachtvollen, musikalisch wertvollen und schweren Kunstchor „Volkers Nachtgesang" von Joseph Werth, der sein abgestimmt, bis ins Kleinste durchgearbeitet zu Gehör gebracht wurde, eine dankenswerte Leistung. Angenehm fiel wieder die gute Sprachtechnik auf. Das reizende, von Zilliken bearbeitete Volkslied „Aus der Jugendzeit" fand freundliche Aufnahme. — Die Gesangvereine klagen über den mangelnden Nachwuchs. Bei dem Männergesangverein „Eintracht" Horas scheint diese Frage keine Schwierigkeiten zu machen. Es war eine Freude, zu sehen, mit welchem Elan diese jungen Sänger, geführt von ihrem frischen Chormeister Rübsam, den für diese Sängerscharf wie geschaffenen „Sturmhymnus" sangen. Als das Halleluja durch den Saal brauste, wurden die Zuhörer mitgerissen. Sicher ist der Gesang des Hoffmannschen Männerchores, der Winfridia und vielleicht auch des Männerquartetts geschulter und um eine Nuance besser, aber hier gefallen die frischen, begeisterten Stimmen, packt die Wucht des Klangkörpers. — Der schwache Männergesangverein Neuenberg (Chorleiter Worringen) fand gleichfalls mit der „Orgel von Vineta" und dem lustigen „Kuckucks- Harem" ein dankbares Publikum. — Der Männeraesangverein „Konkordia" Petersberg erfreute unter ihrem neuen Chorleiter Fürst durch geschmackvoll ausgewählte Chöre. — Die Gesangsabteilung des Gesellenvereins Fulda (Chorleiter Ebert) verspricht nach ihrem jetzigen Auftreten bald einer der besten Männerchöre in Fulda zu werden, besonders da sie naturgemäß viele junge Leute hat.
Zuletzt bewies der Hoffmannsche Männerchor Fulda wieder sein großes Können. Obermusikmeister Hemers hatte in „Totenvolk" von Hegar und „Der Wagen rollt" von Kämpf zwei Chöre gewählt, in denen besonders die prachtvollen, tiefen Bässe zur Geltung kamen, sodaß es oft wie Orgelton durch den Saal hallte.
Einen gewaltigen Abschluß brachte der Massenchor unter Leitung von Herrn Ebert. Das Publikum war mit Recht begeistert. Man sollte Massenchöre öfters auftreten lassen. __________
Mord!
Heute findet hier im Beisein des Untersuchungsrichters und des Oberstaatsanwalts aus Hanau sowie der Mordkommission und des Gerichtschemi- ksrs Dr. Popp-Frankfurt a. M. die Obduktion des am 9. November tot aufgefundenen Auszügers Adalbert Scheel aus W i e g r a i n bei Kohlgrund statt. Das bisherige Ergebnis ist, daß der Tote zweifellos einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Der Schädel weift zahlreiche Verletzungen auf, die mit einem stumpfen Gegenstand beigebracht worden sind.
Es ist von Interesse, wenn sich bei der Kriminalpolizei in Fulda Personen melden, die über die Tat, insbesondere auch über etwaige Begleiter des Ermordeten am Abend des Samstags (9. November) zwischen 7 und 8 Uhr sachliche Mitteilungen machen können. Eine Belohnung ist bei den zuständigen Stellen beantragt.
— Die Brieftauben- und Reisevereinigung Fuldalai, Sih Fulda, hielt am Sonntag im kathol. Gesellenhaus ihre Herbst-Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Herr A. Keh l-Fulda, dankte in seiner Eröffnungsansprache den anwesenden Vereinen für die rege Unterstützung der Reisevereinigung im abgelaufenen Geschäftsjahr. An der Versammlung nahmen 12 Vereine teil; nur die Vereine Kirchhasel, Hilders und Gersfeld ehlten. Aus dem Geschäftsbericht ging hervor, daß das Geschäftsjahr 1929 für die Vereinigung int allgemeinen zufriedenstellend war. Der Wettergott war fast allen Flügen hold. Gefetzt wurden bei den Wettflügen Neu- tadt 896, Regensburg 592, Straubing 597, Passau 460, Linz 481, Bruck 164 und Budapest 90 Tauben. Die Beteiligung beim Jungflug hätte weit besser sein können. Die Retsevereinigung zählt heute 15 Vereine mit 110 Mitgliedern. Der Kassenbericht diente zur Kenntnis. Die Beiträge gehen von einzelnen Vereinen nicht pünktlich ein. Zu Kassenrevisoren wurde der Verein Concordia- Edelzell gewählt. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vors. A. K e h l-Fulda, 2. Rob Weber- Fulda, Geschäftsführer Rützel-Fulda, Beisitzer Heumull e r-Künzell, Mans-Fulda, W i n g e n f e l d-En- aslbelms. K r ö n u n g-Kerzell, Kra m-Eichenzell und B e u n i n g - Hünfeld. In den Ehrenrat wurden gewählt: Wighardt, Becker, Walter und Vogler, sämtlich in Fulda. Der seitherige Reisebegleiter Kaiser wurde wiedergewählt. Der Reisevorschuß beträgt für 1930 vor
läufig 1 Mk. Anfang Mai 1930 beginnt der neue Reiseplan. Beschlossen wurde Anfang Februar 1930 eine große Brieftauben-Ausstellung im katholi- chen Gesellenhaus zu Fulda zu veranstalten. Ausgestellt ollen werden: Auslandsslieger, Zuchttiere und Jung- tauben. In die Ausstellungskommission wurden gewählt die Herren: Kehl, Wighardt, Walter, Vogler, Rützel, Mans, Küllner, Wagner, Rob. Weber, Cornel. Schmitt, Heumüller, Kaiser, Schubert und Wingenfeld. In Zukunft sollen bei Wettflügen beim Setzen von nur einer Taube diese nur in einer Klasse, 2 Tauben nur in der 2. Klasse, 3 Tauben nur in der 3. Klasse konkurrieren. Beschlossen wurde, von den letzten 3 Preisflügen je dis erste Preistaube auf Kosten der Geschäftsleitung der Reisevereinigung zu photographieren. Von den zur Verteilung gelangten Verbandsmedaillen für das Flugjahr 1928 erhielten: Kehl-Fulda die silberne Medaille, Jos. Link-Schmalnau, Aug. Glotzbach-Arzell- Eiterfeld, Habersack-Edelzell, Ludwig Medler-Fulda und Leo Herbert-Edelzell je eine bronzene Medaille. Für das Flug ja hr 1929 erhielten: Kehl-Fulda die silberne Medaille, Leo Weber-Edelzell, Jos. Kaiser-Fulda, Jos. Will-Schmalnau und Heinrich Fischer-Fulda die bronzene Verbandsmedaille.
---- Vom Gartenbau verein. Die gut besuchte Monatsversammlung, die am Montagabend in der Harmonie stattfand, wurde anstelle des durch Todesfall verhinderten zweiten Vorsitzenden von dem Kassierer Andreas Heumüller geleitet. Zur Verlesung gelangten herzliche Dankschreiben des Herrn Oberbürgermeister Dr. Antoni, Kaufmann Carl Arnd und Direktor Par- zeller, für die ihnen anläßlich des 50 jährigen Jubiläums des Eartenbauvereins zuteil gewordenen Ehrungen. Herr Kreis hielt einen sehr lehrreichen Vortrag über das Ueberwintern der Wintergemüse in den Kellern oder draußen auf dem Felde. Auch gab er Ratschläge über Graben und Düngen im Herbst. Die Mahnung, Strünke nicht auf die Wege der Gärten ober in die Gräben zu werfen, wurde wiedemm ausgesprochen. Drei Neuaufnahmen erfolgten. Herr Berkessel bat die Besitzer von Schrebergärten im Langen Rasen I und II stets beim Verlassen der Gärten unbedingt daraus zu achten, daß die Türen richtig verschlossen werden. Bei offenen Türen fei es leicht, daß in den Gärten von solchen Leuten geerntet werde, die nicht gesät haben. Herzlichst gedankt wurde dem nach Hersfeld
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Wen wählt der Meker?
In der Versammlung des Frankfurter Mietervereins, in der übrigens eine besondere Mieterliste abgelehnt wurde, sagte der Versammlungsleiter:
Wer die Wohnungnot am schnellsten und wir- kungvollsten beseitigen hilft, bekommt die Stimmen der Mieter.
In Fulda müssen dann die Mieter restlos das Zentrum wählen. Denn unter Ueberwindung zahlreicher Schwierigkeiten hat das Zentrum in den Fuldaer Körperschaften seit Jahren in ganz gewaltigem Umfang den Wohnungsbau gefördert und dafür gesargt, daß die neuen Wohnungen zu Preisen abgegeben werden können, di« in keiner anderen Stadt niedriger sind.
Mieter, wählt Zentrum!
verzogenen Vorstandsmitglied Herrn Schob, der diese Versammlung durch eine besondere Ueberraschung erfreut hatte. Die nächste Versammlung findet am 9. Dezember statt.
— Ralurheilverein e. v. Fulda. Man schreibt uns: Am Sonntag abend feierte der hiesige Naturheilverein in Gestalt eines Familienabenos int Saale des kath. Gesellenhauses sein 24. Stiftungsfest. Nach einem Vorspruch und einer Begrüßungsansprache durch ein Vorstandsmitglied entwickelte sich ein sehr schönes Programm, dessen musikalischen Teil die bewährte Kapelle Bioneck übernommen hatte und die für ihre Darbietun-
i reichen Beifall erntete. Die Jugendgruppe zeigte uns in einem Weihetanz und in einigen Volkstänzen, ferner am Schlüsse durch einen sehr gut aufgefübrten Schwank von Hans Sachs „Der Krämerskorb" ihr Können. Frl. Liselotte Rottsal sang Lieder zur Laute, besonders Lönslieder mit einer zu Herzen gehenden Stimme voll Klangschönheit, die so recht zu diesen volkstümlichen Liedern geschaffen ist. Frl. Elfriede Heineck brachte mit sehr beachtenswertem Können und Sicherheit einige Klaviervorträge zu Gehör. Die einschmeichelnden Melodien des Frühlmgsliedes von Mendelssohn gefielen besonders. Frl. Ria Bock, schon mehrfach durch ihren volltönenden Sopran bekannt, brachte in vollendeter Weise Lieder von Schumann u. Krieg zu Gehör, begleitet am Klavier von Frl. E. Eucker. Wir konnten feststellen, daß Frl. Bock, seitdem wir sie das letzte Mal hörten, eine erhebliche Steigerung ihrer künstlerischen Leistung aufzuweisen hat. Sämtliche Darbietungen, die über bas gewöhnliche Maß sonstiger Vereinsdarbietungen hinausgingen, fanden bei den aufmerksamen Zuhörern reichen Beifall. Der Naturheilverein kann wieder auf ein febr chön und harmonisch verlaufenes Fest mit Genugtuuno zurückblicken.
— 7. Fuldaer Weihnachtsmesse. Wie uns der Reklame-Ausschuß der Messeoereinigung mitteift, findet am kommenden Sonntag, 17. November (Wahlsonntag) die Eröffnung der Weihnachtsmesse statt. Wie noch in Erinnerung ist, hatte die Messe im vorigen Jahre einen Rekordbesuch von annähernd 20 000 Besuchern. Der Aufbau der Messe hat in den letzten Jahren sich immer mehr vergrößert, und wird die diesjährige Ausstellung wieder viel.Neues bringen. Die Warenauslagen werden auch den Fortschritt der Fuldaer Qualitäts-Geschäfte in Hinsicht der anzupreisenden Waren zeigen und viel Anregung zum Einkauf für den Weihnachtstisch bieten können.
Die Fuldaer Zeitung
ist auch den Fuldaern, die in der Ferne wohnen, als Bote aus der Heimat ein lieber Freund.
Sie ist
das Fuldaer Helmal-Slakl!
Zenirumspariei Fulda.
Freilag, den 15. November 1929
Große Wählerversammluns
abends S Uf>r im Sladlsaal.