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Zu Zeppelins Schweizerfahrt.

Das Luftschiff „Graf Zeppelin" führte

des trüben Wetters hatten sich rund 35 009 Per­sonen aus dem 11 Kilometer von Zürich entfernt liegenden Flugplatz eingefunden. Die Landung ging völlig glatt vonstatten. Genau um 3 Uhr nach- mittags befand sich das Luftschiff auf dem Boden. Sämtliche 35 Passagiere wurden ausgewechselt. Zu Ehren der Führung und Besatzung fand ein ftstlicher Empfang statt, bei dem insbesondere Ka­pitän Lehmann Gegenstand begeisterter Ovationen war. Um vier Uhr stieg das Luftschiff zur Weiter­fahrt auf und strebte in nördlicher Richtung dem Heimathafen zu, wo es um 4.58 Uhr nachmittags landete.

* Der Roman der Kaiser-Schwester. Aus Bonn vird gemeldet: Am Samstag mittag wurde in rinem Hotel in Euskirchen Alexander Zub- toff, der sich ohne Genehmigung in Deutschland

Das englische Luftschiff R. 101 führte am Samstag den ersten Nachtflug aus, der Offt- ziere und Mannschaften mit den bei Nacht be­stehenden Verhältnissen vertraut machen sollte. Am Sonntagvormittag wurde das Schiff nach 14stün- digem Fluge wieder verankert. Bei der Landung wurde die Spitze des Luftschiffes gegen den Ver­ankerungsmast gedrückt und die Hülle erheb­lich beschädigt. Das Luftschiff hatte unterwegs Motorschaden an drei Motoren erlitten.

* Eröffnung der Disziplinarverfahrens gegen Oberbürgermeister Löst. Wie der Amtliche Preu­ßische Pressedienst mitteilt, hat der Oberpräsident der Provinz Brandenburg und Berlin am Sams­tag persönlich den Berliner Oberbürgermeister Böß über die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen ver­nommen und dem Anträge des Oberbürgermeisters entsprechend das förmliche Disziplinarverfahren er­öffnet. Zum Untersuchungskommissar ernannte der Oberpräsident den auch in den sonstigen Diszipli- narsnchen fungierenden Oberregierungsrat Tapol- ski. Dem Anträge des Oberbürgermeisters Böß auf Beurlaubung hat der Oberpräsident zunächst auf vier Wochen entsprochen. In sämtlichen er­öffneten Disziplinarverfahren aus Anlaß Sklarek ernannte der Oberpräsident den Oberregierungsrat Dr. Gaede zum Beamten der Staatsanwaltschaft.

* Der Kölner Rosenmontag 1930. Der welt­berühmte Kölner Rosenmontagszug, der wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und des vorjäh­rigen Mißerfolges des Kölner Karnevals bis jetzt noch in Frage gestellt war, ist nunmehr, wie der Festausschuß des Kölner Karnevals nach dem „Tag" mitteilt, gesichert. Er wird unter dem Ti­tel „Die Welt im Jahre 2 0 0 0" stattftnden. Mit den Arbeiten und den Preisausschreiben für die Entwürfe zu Wagen und zu Gruppen wird in Kürze begonnen.

» Eine Falschmeldung des Rundfunks. Sonn­tag nachmittag war in Paris durch den Rundfunk des Senders Radio Paris angekündigt worden, König Georg V. von England sei am Sonntagnachmittag an einem Herzschlag ver­stör ben. Die Unrichtigkeit der MeDung ist inzwischen festgestellt.

am auf die

Tödlicher Flugzeugabsturz.

Wie „Havas" aus Straßburg berichtet, ist ein polnisches Flugzeug, das vormittags in Paris startete, in der Nähe von Moselheim (Äsaß) abgestürzt. Die beiden Insassen, ein pol­nischer Hauptmann und ein polnischer Pilot fanden aus der Stelle den Tod. Der Unfall soll auf den über den Vogesen herrschenden dichten Nebel zurückzuführen sein.

Samstag aus seiner siebten Schweizerfährt dem Flugplatz in Dübendorf bei Zürich vor gesehene Zwischenlandung aus.Trotz

aus aller Welt.

ftp, ä; Frau der ehemaligen Prinzessin Viktoria von Preußen, durch einen Gerichtsvollzieher waestellt. Als Grund der Klage werden u. a. an- gegeben, daß sich der Beklagte im Deutschen Reich unmöglich gemacht habe, daß er weiter nicht in der Lage sei, seine Frau zu ernähren und daß eine eheliche Berbindung im herkömmlichen Sinne nicht vorhanden sei. Der Termin zur mündlichen Der- handlung ist auf den 22. November vor dem Landgericht in Bonn festgesetzt. Ferner wird Zub- koff in der Klage ein Verhältnis mit einer Bardame vorgeworfen, wofür zwei Zeugen an- geführt werden. Zubkoff soll eine Abfindung in Höhe von 10000 Mark erhalten, wofür er die Korrespondenz mit seiner Frau zurückgeben soll. Zubkoff beabsichtigt, sich mit den 10 000 Mk. eine neue Existenz zu gründen.

Begebenheiten

Vom Zeppelin.

Ein Besuch in Stuttgart.

„Gras Zeppelin" stieg am Sonntagmorgen 9.04 Uhr mit 34 Passagieren an Bord zu seiner Süd­deutschlandfahrt auf. Kurz nach 12 Uhr überflog er Stuttgart und um 12.50 Uhr nahm er auf dem Flugplatz Böblingen, wo sich zu seinem Empfang nahezu 100 000 Menschen eingefunden hatten, eine Zwischenlandung vor. Als Dr. Maybach, Dr. Dürr und Dr. Ecken« der Gondel entstiegen, wurden sie vom Pub mit begeisterten Hochrufen ^SSraewehli

JSffiÄÄÄ Tu HW Führung und der Besatzung ß^eben^ Frühstück statt Um 15.10 Uhr Mg das LEchrfs mtt 32 Passagieren zur Heimfahrt nach Friedrichshafen <uf. .

Nach der Rückkehr des „Graf Zeppelin" von (einer Süddeutschlandfahrt ereignete sich am Sonn­tag ein Unfall. Nachdem das Luftschiff bereits den Boden berührt hatte, ging es mit dem Heck noch einmal hoch. Dabei wurden 5 Mann, die die hintere Motorengondel festhielten, mitgerissen. Zwei sprangen rechtzeitag ab, zwei konnten in die Gon­del hineingezogen werden, der fünfte stürzte aus einer Höhe von 10—12 Meter ab und erlitt ziemlich schwere Quetschungen.

Turnen und Sport.

Futzball.

Bocuffia Fulda verliert gegen den Meister 03 Kassel 0:3.

Fulda hatte am Sonntag einen großen Tag. Der Meister kam zum entscheidenden Gang und hatte seine Anziehungskraft wieder einmal bewiesen. Schon beim Spiel der beiden Reservemannschaften von 03 und Bo­russia, das die Gäste 3:2 gewannen, war das weite Rund uih den Platz dicht gefüllt und immer noch rück­ten Hunderte an. Kassel war ebenfalls mit großem Auf­gebot zur Stelle. Die rotweißen Fähnchen von Kassel wurden ziemlich selbstbewußt gezeigt. Mit Omnibussen Auto und Bahn kamen mit der Kasseler Mannschaft hunderte treuer Anhänger. Es mögen wohl an die 4 0 0 0 Zuschauer gewesen sein, die mit großem Interesse diesem Kampf entgegensahen. Als der Schiedsrichter Lütgenmeier-Bielefeld anpfiff, hatte es auch den Anschein, als ob die Hoffnungen der Fuldaer 'Anhänger sich verwirklichen könnten. Die Borussen kombinierten gleich von Beginn an tadellos zusammen und Kassel wurde ziemlich in die Verteidigungg zurückgedrängt. Die Läuferreihe Fuldas ließ den Angriff des Meisters kaum zur Entfaltungg kommen und man konnte wohl anneh­men, daß bei einem Anhalten dieses Drucks das bessere Stehvermögen der Fuldaer den Ausschlag geben würde.

Während dieser Drangperiode der Borussen geht plötz­lich der Kasseler Sturm in ganz famoser, zügiger Kom­bination durch und schon muß der Fuldaer Torwächter hinter sich greifen. Fulda wurde sichtlich nervös. Ein schöner Schuß des Halblinken, der den Ausgleich hätte bringen können, geht an die Torlatte. Das deprimierte die Fuldaer Mannschaft sichtlich. Bis zur Pause wurde auf beiden Seiten ein sehr schwaches Spiel gezeigt.

Nach der Pause war eigentlich anzunehmen, daß die Borussen Volldampf geben würden. Eine von ener­gischem Siegeswillen getragene Fuldaer Mannschaft hätte auch den Sieg in der Hand gehabt. Auer diese Elf, die nach der Pause wieder das Spielfeld betrat, konnte aus Gründen interner Natur nicht mehr gewin­nen. Wenn der Korpsgeist in einer Elf fehlt, wie soll da eine Mannschaft gewinnen? Man sah auch gleich, daß die Partie unrettbar für die Einheimischen ver­loren mar. Kassel spielte immer beherzter und als es infolge eines Deckungsfehlers des linken Verteidigers gar 2:0 in Führung ging, war die Boruffenelf schon geschlagen. So war es auch kein Wunder, daß Kassel bei diesem Stand erst recht aufs Ganze ging. Wohl arbeiteten Hartz und feine Läufer und auch Toni Enders wie die Löwen. Der Sturm aber fand und sand sich nicht und Kassel wurde immer besser. Zum drittenmal wurde der Schlußmann Fuldas durch schönen Schuß des Halbrechten geschlagen. Da flatterten die rotweißen Fähnchen des Meisters luftig im Winde. Ein Sprech­chor sorgte noch mehr für die Stimmung der Kasseler Zuschauer. Fulda ließ die Köpfe hängen.

Bis hierher war die Haltung des Publikums muster- gülig. Man hatte kein Schreien wie auf anderen Sport­plätzen gehört. Auch die Spieler hatten wohl hart, aber im allgemeinen fair gespielt. Da kommt der Kas­seler Linksaußen mit dem Fuldaer rechten Läufer hinter­einander. Der letztere wurde tätlich gegen den Kasseler und konnte sich das Spiel von außen anfehen. Er hat damit nur seinem Verein geschadet. Ein unschöner Auf­tritt! Mag auch der Kasseler Spieler seinen Gegner gereizt haben, auf dem Sportplatz muß man sich be­herrschen können. Das war natürlich wieder so recht eine Affäre für die beiderseitigen Fanatiker, die arg aneinander gerieten. Daß beim Schlußpfiff noch eine Anzahl dieser fanatisierten Anhänger sich gegenseitig belästigten, war durchaus unnötig. Diese Elemente sol- ien lieber vom Sportplatz bleiben. Gewöhnlich sind es nur ein paar Rowdies, die aus Sensationslust zu einem Spiel kommen. Von solchen Elementen müssen wir weit abrücken. So schön wie das Spiel begonnen hatte, so unschön war sein Ausgang. Die sportliche Leitung der Borusien wird ja schon die Konsequenzen ziehen können. Dann wird der Verein trotz biefer Niederlage

nur dkkdurch gewinnen. Als Sportsmann gratuliert man dem Gegner, der verdient gewonnen hat und das war in diesem Falle unbedingt der Meister 03, bei dem auch in diesem Jahre die Meisterwürde am besten auf­gehoben ist.

Zur Mannschaftskritik ist nur einiges zu sagen. Die Kasseler Mannschaft spielte ganz ausgezeich­net. Keiner fiel aus dem Rahmen. Das Schlußdreieck absolut sicher, die Läuferreihe etwas der Fuldaer unter­legen, aber immer fleißig. Der Sturm arbeitete sehr hübsch zusammen, bevorzugte das Flügelspiel. Was uns aber gefallen hat, war der Geist in dieser Mannschaft. Das sind 11 Kameraden, die mit- und füreinander kämp­fen.

Bei Fulda hat die Hintermannschaft unbedingt ihre Nflicht getan. Der Sturm lieferte fein wohl schwächstes Spiel in dieser Saison. Der Halbrechte gab aber kaum eine vernünftige Vorlage. Der Mittelstürmer hatte ebenfalls einen durchaus schwachen Tag. Dadurch wurde der Sturm vollständig zerrissen. Wer die Mann­schaft im Spiel gegen Kurhessen Kassel gesehen hatte, kannte sie nicht mehr wieder. Unseres Erachtens lag es aber nur am fehlenden kameradschaftlichen Zusammen­hang der Mannschaft. Els Freunde sollt ihr sein! — Der Schiedsrichter leitete ganz ausgezeichnet. Wir wünschen uns noch mehr solcher Pfeifenmänner.

Borussia muß also jetzt den zweiten Platz vertei­digen. * A. St.

Hermannia Kassel verlor 1:4 gegen Kurhessen Kassel. ___________________

Sp. v. Germania Fulda—F. B. Schlüchtern 5:2 (3:1).

Die Germanen setzten ihren Siegeszug fort. Im letzten Verbandsspiel der ersten Serie fertigten sie ihren Gegner mit 5:2 Toren ab und verwiesen ihn damit auf den letzten Tabellenplatz. Wohl mußte der Besuch des Spieles wegen des gleichzeitigen Treffens in der Jo­hannisau Not leiden. Germania hätte das Resultat noch wesentlich günstiger gestalten können, wenn der bis­herige Mittelläufer Noll seinen alten Posten versehen tonnte und nicht wegen einer alten Verletzung als Außen­läufer sich zu betätigen gezwungen war.' Durch die notwendige Umstellung fehlte der richtige Aufbau des Spieles.

Mit Ablauf der ersten Spielhälste lag Germania mit 3:1 Toren in Führung. Der Sieg war jedoch kei­neswegs sichergestellt: auch der Tormann der Germanen verhalf den Gästen zu einem weiteren Tor, das unter allen Umständen verhütet werden mußte. Für die fünf Tore der Germanen zeichnet Maier mit drei und Leiser mit zwei verantwortlich. Der Schiedsrichter Jestädt- Künzell war dem Spiel ein gerechter Leiter, er hätte nur in Fällen unnötiger Härte seitens einiger Gäste­spieler durchgreifen sollen. Der augenblickliche Stand der Dinge in der 1. Bezirksklasse ergibt sich aus nach­stehender Tabelle:

1. B ezirks klasse:

Verein

Spiele

gern.

unentsch. oerl. Tore Punkte

Germania-Fulda 6p. D. Hersfeld

6

5

0

1

18:8

10:2

6

3

2

1

13:6

8:4

Sp. V. Neuhof

6

4

0

2

11:16

8:4

F. V. Bebra

6

2

2

2

19:11

6:6

F. V. Horas

6

1

2

3

13:22

4:8

6p. V. Alsfeld

6

1

1

4

11:15

3:9

F. V. Schlüchtern

6

1

1

4

9:16

3:9

Aus dieser Zusammenstellung ist ersichtlich, daß Ger­mania in Hersfeld und Neuhof mit zwei ernst zu neh­menden Konkurrenten zu rechnen hat, da beide Gegner nur um zwei Punkte zurückstehen. Gelingt den Ger­manen in der nächstsonntäglichen Begegnung mit Hers- feld der Steg, bann dürften die Hersfelder kaum noch mitsprechen um den ersten Platz. Allerdings muß Ger­mania noch in Neuhof antreten und erst, wenn auch dieser Gegner geschlagen ist, darf man der Hoffnung auf die Meisterschaft Ausdruck verleihen, deren die Ger­manen unbedingt würdig cnb. -pp-

Mehrere Zentner

Tafelobst

abzugeben. Näh. bei

Gebe. Reinhard, Schweinemarkt.

Handel und Wirtschaft.

Berliner Montagsbörse.

rotb. Berlin, 4. Noo. (Eig. Meld.) Nachdem bei der Spekulation schon im heutigen Vormittagsverkehr grö­ßere Zurückhaltung zu erkennen war, die durch ein fal­sches Gerücht von dem Ableben des englischen Königs noch verstärkt wurde, zeigte auch die Eröffnung der 1. Böffe der neuen Woche Unsicherheit. — Der drei­tägige Ausfall Newyorks ließ nämlich nicht nur Anre­gungen von drüben fehlen, sondern hatte auch Befürch­tungen aufkommen lassen, daß bi» Baisse-Bewegung in Wallstreet ihr Ende noch nicht erreicht habe. Ferner könne man sich nach Annahme des Volksbegehrens noch kein klares Bild darüber machen, wie sich die politische und wirtschaftliche Sage in Deutschland weiter entwickeln werbe. Die %progentige Diskontsenkung der Reichs­bank war schon in der Kursbewegung vom Samstag es­komptiert. Beachtung fand dagegen, daß jetzt noch ein Direktor aus der Akku-Verwaltung ausgeschieden ist. Man wollte hieraus folgern, daß bei dieser Gesellschaft doch nicht alles in Ordnung zu sein scheine. Da die Spekulation vom Samstag her an einigen Märkten noch Ware schuldig war, lagen die ersten Notierungen zwar nicht ganz so schwach wie vorbörslich erwartet, die Rückgänge betragen aber doch in sehr vielen Fäl­len 1—3 Prozent. Darüber hinaus verloren Reichsbank, Salzdetsurth, Deutsch-Linoleum, R. W. E. Siemens, Löwe, Polyphon und Akku bis zu 5% Proz. Durch festere Haltung zeichneten sich Bank für Brau In­dustrie, Laurahütte, Bayr. Motoren und Schlesische Tex­til aus. Letztere gewannen bei einer Steigerung von 16K bis zirka 10 Prozent ihres Wertes. Im Ver­laufe gaben die Kurse bei ruhigem Geschäft wei- ter nach. Verluste über 1% Prozent waren aber sel­ten, Salzdetfurth gingen um 3 Prozent zurück und Schultheis um 2)4 Prozent. Anleihen zur Schwache neigend, Ablösungsschuld ohne Auslosungsrecht — Prozent, von Ausländern konnten bosnische Eisenbah­nen Vi Prozent gewinnen. Pfandbriefmarkt weiter ru­hig, Kurse teilweise sogar schwächer, Liquidationspfand­briefe verloren vereinzelt bis zu 80 Pfg.. Devisen ruhig Dollar leicht befestigt, Spanien schwächer. Geldmarkt unverändert, Tagesgeld 8% bis 10/4, Monatsgeld 8J4 bis 10, Warenwechsel T!« bis 1/ Prozent zirka. Auch gegen 1 Uhr blieb die Umsatztätigkeit an den Effekten­märkten klein, gegen die niedrigsten Kursen stellten sich zirka 14-prozentige Erholungen ein.

— Berliner Produktenbörse vom 2. Nov.. Amtl. festgesetzte Preise. Getteide und Oelsaaten per 1000 Kg. sonst per 100 Kg. in Reichsmark Weizen märt 227—228, Roggen märt. 167—172, Braugerste märt. 192—211, Gerste märt. 170—186, Hafer märt. 160—170, Mais loto Verl. 197—198, Weizenmehl per 100 Kg. fr. Brl. br. infl. Satt (feinste Marken über Notiz) 27,50—33,00, Roggenmehl per 100 Kg. fr. Brl. br. intl. Sack 22,75—25,75, Weizenkleie fr. Brl. 10,50—11,00, Roggenkleie fr. Brl. 9,00—9,50 Weizentleie-Melasfe 00,00—00,00, Raps 000—000, Lein­saat 00—00, Viftoriaerbfen 35,00—40,00, kl. Speifeerbfen 26,00—30,00, Futtererbfen 21,00—22,00, Peluschken 00,00 bis 00,00, Ackerbohnen 19,00—21,00, Wicken 00,00—00,00, Lupinen, blaue 13,50—14,50, Lupinen gelbe 16,50—17,20, Seradella, neue 00,00—00,00, Rapskuchen 18,50—19,00, Leinkuchen 23,60—23,80, Trockenschnitzel 9,80—10,20, Soya-Schrot 18,60—18,90, Kartoffelflocken 15,00—15,40.

— (Ermäßigung des Diskontsatzes in Rewyork. Die Newyorker Bundesreservebant hat ihren Diskontsatz von von 6 auf 5 Prozent ermäßigt.

= Der Großhandelindex. Die auf den Stichtag des 30. Oktober berechnete Großhandeksindexziffer des Sta­tistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche (137.0) um 0.4 v. H. auf 136.5 gurüttgegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0.8 o. H. auf 130.2 (131.2) gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0.2 v. H. auf 130.6 (130.8) nachgegeben. Die Indexziffer für in­dustrielle Fertigwaren weist mit 156.5 keine Veränderung auf.

=• Spareinlagen der Sparkassen des Deutschen Rei­ches Lnde September. Die Spareinlagen bei den Spar­kassen des Deutschen Reiches nehmen'auch weiterhin eine ziemlich gleichmäßige Entwicklung. Sie betrugen Ende September 1929 8 5 9 5,7 Mill. RM. gegenüber 8466,4 Mill. RM. am Ende des Vomonats. Die Einzahlungen sind mit 541.3 Mill. RM. nur unwesentlich zurückgegan- gen, während die Auszahlungen mit 411.9 Mill. RM. leicht angeftiegen sind. Ende August betrugen die Ein­zahlungen 558,8 Mill. RM. und die Auszahlungen 409,1 Mill. RM. am Ende des Vormonats. Die Einzahlungen ber 1929 sind die Spareinlagen um rund 1,2 Milliarden erhöht worden. Im Check-, Giro-, Kontokorrent- und De­positenverkehr ist wiederum ein Rückgang des Einlagebe­standes aus 1353.7 Mill. RM. gegenüber 1378.2 Mill. RM. festzustellen.

= Weitere Schwierigkeiten im süddeutschen Rlehl- handel. In Auswirkung des katastrophalen Zusammen­bruches der Mehlgroßhandlung Jakob Dreyfuß mußten, wir wir kurz mitteilten, bereits einige Firmen des Mehl­handels gleichfalls ihre Zahlungen einstellen bezw. be­finden sich in starker finanzieller Bedrängnis. In der Gläubigerversammlung von Dreyfuß lieh die Firma Strauß u. Zuckermann, Frankfurt, erklären, daß an­nähernd von ihr Gefälligkeitswechsel an Drey­fuß inHöhevon450000 RM. im Umläufe sind, die sie nicht begleichen könne. Es werden noch Erwägungen angestellt, ob sie Konkurs beantrage oder ob noch stille Liquidation durch Vergleich möglich fei.

— Konkurs einer Kasseler Teppichfirma. Das an­gesehene Spezialhaus für Teppiche und Gardinen Äpell in Kassel befindet sich seit einiger Zeit in Zah­lungsschwierigkeiten und hat mit 90 000 Mark Verpflich­tungen Konkurs angemeldet.

— Konkurs der infolvlenteu Bantfirma Andre u. Herzog. Ueber das Vermögen der Bankfirma Andre u. Herzog in Kassel ist das Konkursverfahren er­öffnet worden. Der zweite Inhaber, Hans Herzog, der zunächst vermißt wurde, hat sich der Staatsanwalt­schaft zur Verfügung gestellt und ist vorläufig in Haft ge­nommen worden. Die Staatsanwaltschaft hat ferner den Prokuristen Feindt, der mit der Verwaltung der De­pots beauftragt war, vorläufig festgenommen. Nach unverbindlicher Schätzung sollen die Aktiven in Höhe von 400 000 RM. Passiven in Höhe von ca. 1% Millionen gegenüb erftef; en.

— Schuhfabrik herz wieder dividendenlos. Die Schuh­fabrik Herz A.-.G. Offenbach a. .9)1., die im vorigen Jahre eine Sanierung durch Zufammenlegung des AK. von 1.50 Mo. RM. auf 375 000 RM. und Medereröhung auf 970 000 RM. durchgeführt hatte, bleibt für 1928-29 bei einem kleinen Ueberschuß wieder dividendenlos.

— Die Zahlungseinstellung der Firma Jakob Dreyfuß. In der Angelegenheit der Zahlungseinstellung der Firma Jakob Dreyfuß-Frankfurt, die in der Oeffen'tlichkeit gro­ßes Aufsehen erregt hat, fand im Carlton-Hotel eine erste Gläubigeroersammlung statt. Rach einem Bericht der Deutschen Waren-Treühandgesellschaft in Frankfurt über das vorläufige Prüfungsergebnis be­tragen die Passiven rund 9804000 Reichs­mark, denen an Aktiven nur 663000 RM. ge- genüberstehen, so daß ein Fehlbetrag von rund 9141000 RM. vorhanden ist. Zu Beginn der Ver­handlungen stellte ein Gläubiger fest, daß die Zahlungs­einstellung der Firma nicht am 21. Oktober, sondern be­reits am 15. Oktober erfolgte und daß der geringe Be­stand an flüssigen Mitteln in Höhe von kaum 5000Reichs- mark in keinem Verhältnis zu den Millionengeschäften der Firma stehe. Aus diesem Grunde wurde die Re- oisionsfirma beauftragt, die Geldbewegungen bei der Firma während der Zeit vom 15. bis 21. Oktober einer genauen Nachprüfung zu unterziehen und hierüber um­gehend Bericht zu erstatten. Des weiteren wurde ein siebenköpfiger Gläubigerausschuß eingesetzt, der, unter dem Vorbehalt, daß von keiner Gläubigerfeite inzwischen Schritte gegen Dreyfuß unternommen werden, die Ver­hältnisse und insbesondere die Frage der Beziehungen

zwischen Mühlen und Schuldner untersuchen und inner­halb einer elftägigen Frist definitive Vorschläge über eine gütliche Einigung oder Eröffnung des Konkursverfahrens unterbreiten soll.

= Zufriedenstellender Geschäftsgang bei 3. G. Far­ben. Ungeachtet aller Schwierigkeiten in der allgemeinen Wirtschaftslage hat sich die schon für das zweite V ertel- jahr des laufenden Äeschaftsfahres verzeichnete z u f ri e benftellenbe Entwicklung des ® e f a m t g e ichäftes der I. E. Farben-Jndustne A.-G. weiter durch etzen lassen. In 'Verbindung der nach innen mit nach außen fortschreitenden technischen und kaufmann - scheu Konsolidierung ist weitere Fortsetzung dieser Ent­wicklung zu erwarten. Farbstoffe und Farberechllftpro- dukte zeigen eine günstige Tendenz; das Exportgeschäft ist belebt, der Absatz im europäischen Auslande zum Lea gesteigert. Die Abrufe in Stickstossen sind der Jahres­zeit entsprechend durchaus normal. Chemikalien und Löfungsmittel verzeichnen ebenso wie pßarmazeutifqe Produkte, namentlich auch im Exportgeschäft deMeüi- genben und zum Teil vermehrten äluftragsemgang. Pho­tographische Artikel und Kinosilms gehen nach wie vor zufriedenstellend. Das Benzin entspricht in weiterer aus- steigender Entwicklung durchaus den Erwartungen, -wer Deutsche Kunstseidenmarkt war erholt. Man erwartet auf Grund des Auftragsbestandes gute Beschäftigung auch für das nächste Quartal. Das in den letzten Tagen zustande gekommene Vorabkommen zwischen den Ver­einigten Glanzstosfabriken A.-G. Elberfeld und der I. G. Farbenindustrie A.-G. soll eine umfassende Verständi­gung mit den übrigen am deutschen Markt beteiligten wichtigsten Viscoseherstellern anbahnen.

Frankfurter Viehmarkt.

ND. Frankfurt, 4. Nov. (Eig. Drahtbericht.). Es wurden bez. für je 1 Ztr. Lebendgewicht:

I. Rinder: a) Ochsen: vollst, ausgem. höchst. Schlachtgew. 1. jüngere 57—61, 2. ältere 53—56, sonst, fleisch, jung. 48—52. b. Bullen: jung, voll- sleisch. höchst. Schlachtgew. 56—59, sonst, vollfl. od. ausgem 50—55. c) Kühe: jüngere vollfl. höchst. Schlachtgew. 47—51, sonst, vollfl. od. ausgem. 43— 46, fleisch. 36—42, gering genährte 28—35. d) Fär­sen: vollfl. ausgem. höchst. Schlachtgew. 57—61, vollfl. 53—56, fleischige 48—52. II. Kalber: beste Mast- u. Saugkälber 82—85, mittl. Mast- u.

Änsers Marktberichte sind für Erzeuger, Händler, Verbraucher deshalb so besonders wertvoll und unersetzbar, wett sie infolge erstklassiger Uebermiltlung

die denkbar schnellsten find.

Saugkälber 76—81, geringe Kälber 70—75 IV. Schwein e : Fettschw. über 300 Psd. Lebendgew. 84—87, vollfl. Schweine von 240—300 Psd. Le- bendgew. 84—87, vollst. Schweine von 200—240 Psd. Leb. Gew. 85—88, vollfl. Schweine von 160 bis 200 Pid. Lebendgew. 84—87, vollfl. Schweine non 120—160 Pfd. Lebendgew. 80—84.

Auftrieb: Rinder 1483, Färsen 432, Ochsen 338, Kälber 379, Bullen 60, Schafe 148, Kühe 625, Schweine 4 965.

Marktverkauf: Rinder rege, nahezu aus- verkauft, Schweine schleppend und Ueberstand, Kälber und Schafe rege und geräumt.

A Husum, 30. Oft. Dem heutigen F e11 v i e h m a r kt- waren 2875 Stück Hornvieh zugesührt. Trotz des guten Besuches verlief der Handel sehr langsam. Die vorwöchi­gen Preise konnten sich nicht behaupten und gingen so­wohl für Ochsen als auch für Ouien und Kühe um 1 RM. für 100 Psd. zurück. In allen Gattungen waren hervor­ragende Schlachttiere an den Markt gebracht, die in aus­gesuchter Ware auch über Notiz bezahlt wurden. Der Marktbestand wurde nicht ganz geräumt. Bezahlt wurde für Ochsen: 1. Qualität 51—55 RM., 2. Qualität 47—51 RM., 3. Qualität 39—45 RM. Quien: 1. Qualität 48 bis 51 RM., 2. Qualität 44—48 RM.. 3. Qualität 37—42 RM. Kühe: 1. Qualität 46—50 RM,. 2. Qualität 42 bis 46 RM., 3. Qualität 35—41 RM., Gering genährte 18—30 RM. für 100 Pfund Lebendgewicht. — Am Schafmarkt waren 90 Schafe und Lämmer zum Ver­kauf gestellt. Der Handel war auch hier langsam. Die Preise der Vorwoche konnten sich jedoch gut behaupten. Der Marktbestand wurde ausverkauft. Es bedangen: Schafe: 1. Qualität 50—52 RM.. 2. Qualität 42—48 RM., Lämmer 54—57 RM. für 100 Pfund Lebendge­wicht. — In der vorigen Woche wurden nach füd- und mitteldeutschen Städten ca. 1800 Stück Hornvieh sowie nach Basel ca. 250 Stück Hornvieh versandt.

Neues in kurze.

In Wartung (Baden) erschoß der 25 Jahre alte verheiratete Leopold Herr seinen 75jährigen Vater infolge Familienstreitigkeiten. Der Täter hat sich der Polizei gestellt.

Nach einer Havasmeldung aus Fez stürzte dort ein arabisches Haus ein. Vier Personen sanden den Tod, eine weitere wurde verletzt.

Nach einer Havasmeldung aus Bilbao ist infolge einer Kesselexplosion nahe der Küste von Ondarrao ein spanischer Dampfer gestrandet. Sieben Mann der Besatzung sind ertrunken.

*

Der auf der Werft von Blohm u. Voß für den Nord­deutschen Lloyd erbaute 9700 Tonnen große Frachtdamp- fer „(Erlangen" machte heute eine Probefahrt, die zur Zufriedenheit verlief. Das Schiff wurde sodann vom Norddeutschen Lloyd übernommen.

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Bei R a s-e l-A i n, nördlich von Lydda, stießen ein Eisenbahnzug und eine Motorlore, mit der Soldaten befördert wurden, zusammen. Bei dem Zusammen­stoß wurden zwei Männ vom 25. Infanterie-Regiment getötet und sechs verletzt.

* Ein Dadsn-Badener Stadtrat in Italien ver haftet. (Eig. Meld.) Der Oberbürgermeister der Stadt Baden-Baden hat die telegraphische Mit­teilung erhalten, daß der Stadttat und praktischer Arzt Dr. Hübner in Ravenna verhaftet wurde. Wie es heißt, befand sich Dr. Hübner in Beglei­tung einer Engländerin. Ueber die Gründe der Verhaftung ist noch nichts bekannt geworden. Die Stadtverwaltung von Karlsruhe hat die deutsche Botschaft in Rom telegraphisch um Intervention gebeten, die auch zugesagt wurde. In Baden- Baden nimmt man an, daß eine Personenoerwechs­lung vorliegt.

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