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Gott schütze die Republik vor ihren neuen

dementiert | Freunden.

Me Zesuileuhetze Ludendorsss

sen kann.

*

Varlamenlsbeginn in England

stimmt worden, daß eine automatische Heranzle- huna von Gewerkschaftsmitgliedern zur Beitrags- leistüna für die Arbeiterpartei nicht mehr ge­schehen dürfe, die Gewerkschaftsmitglieder mußten vielmehr seitdem ein ausdrückliches Zahlungsver­sprechen machen, wenn sie außer ihren Gewer.- schaftsbeiträgen auch noch für die Kasse der Ar­beiterpartei spenden wollten. Mit dieser Maß­nahme sollte die Finanzierung der Arbeiterpartei getroffen werden und sie hat auch darunter gelit­ten. Das jetzige Kabinett stellt sich aber auf den Standpunkt, daß nur eine technische Erschwerung der Beitragsleistung für die Arbeiterpartei ge­schehen sei, das Wahlergebnis habe ja gezeigt, daß die Sympathien für diese Partei innerhalb der Ge­werkschaften durchaus selbstverständlich seien. Es werden also wichtige Gesetze der vorausgegangenen konservativen Regierung rückgängig gemacht. Im übrigen soll das Unterhaus auch mit der Ratifi- zieriing des Washingtoner Achtstundena kommens

Nachdem der Borstand der Zentrumsfraktion nach Vorbereitungen durch Sachverständige der Fraktion sich eingehend mit der Lage der Land­wirtschaft und den erforderlichen Hilfsmaßnahmen beschäftigt hatte, legten am Mittwoch, den 30. die­ses Monats, der Eefchäftsführende Vorsitzende der Fraktion, Abgeordneter Dr. Perlitius, der Vizepräsident des Reichstags, Abgeordneter Es­ser, und der Abgeordnete Dr. Hermes, dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft die Auffassung des Zentrums über notwendige Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft dar.

Die Vertreter der Zentrumsfraktion erklärten, daß das Zentrum nach wie vor in einer unver­züglichen Beseitigung des Zwischen­falls für Futtergerste, ein wertvolles Mittel zur Stützung des deutschen Roggenmarktes erblicke. Sie halten die alsbaldige erneute Ein­berufung des Handelspolitischen Ausschusses des Reichstags stir erforderlich, falls nicht die Reichs- regierung ihrerseits unverzüglich die Inititive in dieser Frage ergreife. Jede weitere Verzögerung müsse die Wirkung der verlangten Maßnahmen auf das bedenklichste abschwächen. •

Ferner erklärten die Vertreter der Zentrums- fraktion die gesetzliche Einführung eines Bei­misch u n g s "z w a n g e s von mindestens 15 Pro­zent Roggen zum Weizenmehl für notwendig und regten in' diesem Zusammenhang eine Prüfung der Frage an, ob und inwieweit eine Erhöhung des Mehlzolles als Ergänzungsmaßnahme notwen­dig fei.

Die Zentrumsvertreter hielten die unverzüg­liche Einbringung der in der letzten Sitzung des Handelsvol'tischen Ausschusses des Reichstags durch den Reichsernährungsminister angekündigten G e - samtvorlage der Reichsregierung auf den Zollgebieten für unerläßlich. Sie spra­chen sich weiter für eine Ausdehnung der

Hitler hat die Darstellung des Zwischenfalls mit dem Kronprinzen Rupprecht in der Münchener „Telegramm-Zeitung drin-n^t

Auch die Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler erläßt in Gemeinschaft mit den Februarklubs eine Kundgebung, in der die junge Generation zur Bildung einer natio­nalen Reichspartei der Mitte cmfgefor- dert wird.

Man schreibt uns:

Der Tannenberg-Bund ist bekanntlich die Pflanzstätte für die „Ideen" Ludendorffs. Mit Vorliebe veranstaltet er Vortragsabende, in denen es dann nur so hagelt mit Angriffen gegen die katholische Kirche, besonders gegen den Jesuiten­orden. Es ist wirklich schwer, in solche Versamm­lungen hineinzugehen, die jeden anständigen Men­schen mit Abscheu über die Hetze, die da getrieben wird, erfüllen müssen. Aber hie und da ist es doch notwendig, den Veranstaltern zu zeigen, daß das katholische Volk sich auch zur Wehr auf­rafft gegenüber solchen niederträchtigen Verleum­dungen.

In Berlin-Tharlottestburg hatte am Donners­tagabend der Tannenberg-Bund auch einen der­artigen „Vortragsabend". Die Ankündigung ver­anlaßte sehr viele Katholiken, sich einmal mit dieser Gesellschaft doch mehr zu befassen, wenn man es auch sonst für besser halten muh, bte Tätigkeit eines Ludendorff mit seinem Bunde zu ignorieren. Der erste Redner erlaubte sich die unerhörtesten Beschimpfungen und Verdächtigungen gegenüber dem Jesuiten­orden. Es fällt schwer, all das wiederzugeben, was dieser Redner aus einem Manuskript ablas. Nur einzelne Sätze seien wiedergegeben:

Die obersten Stellen des Jesuitenordens werden von Juden eingenommen. Die Mitglieder müssen selbst die angeborenen Naturgefühle aufgeben. Sie müssen schwo­ren daß sie keine Familie, nicht Vater und Mutter, ferne Heimat und kein Vaterland mehr haben. Der Orden beherrscht in Deutschland Großbanken, Handelshauser, Industrien und Bergwerke. Ein Zweig des Iesuiten-

höheren Vermahlungsquote für In- lcmds-Weizen auf die Monate Dezember, Januar und Februar aus.

Besonderes Gewicht legten die Zentrumsver» freier auf die Forderung, daß die Reichsregierung den letzten Beschluß, bezw. die Entschließung des Handelspolitischen Ausschußes des Reickstags auf dem Gebiete der Zölle für Rinder, Schafe, Schweine und für Fleisch in den schwebenden Han­delsvertragsverhandlungen voll berücksichtige.

Zu den Verhandlungen mit P o l e n äußerte sie ihre schweren grundsätzlichen Bedenken. Insbeson­dere wiesen sie auf die entsckwidende Bedeutung der Getreidefrage hin. Sie verlangtenSiche- rung gegen die Gefahr, daß der Abschluß eines Meistbeciünstigungsabkommens mit Polen zu einet Ueberfchwemmun'g des deutschen Roqgenmarktes führe. Sie hielten eine alsbaldige Aussprache hier- über im Handelsvolitischen Ausschuß des Reichs­tags für unerläßlich.

Sie betonten ferner die Notwendigkeit, den vom Reichstag bereits vor mehr als vier Monaten be> fchloffenen erhöhten Butterzoll nunmehr endgültig in Kraft zu setzen. Sofern die Verhandlun­gen mit Finnland nicht innerhalb kürzester Frtst zu einem positiven Ergebnis führen, hielten sie di« Kündigung des Handelsvertrages mit Finn­land für unaufschiebbar.

In der eingehenden Aussprache nahmen die Ver­treter der Zentrumsfraktion immer wieder Gele- qenheit, aut die unausgesetzte Verschär­fung der Agrarnot und den ungeheuren Ernst der Lage hinzuweisen. Die Landwirtschaft des Ostens stehe gerade vor einer Katastrophe. Aber auch die Verhältnisse in den übrigen Lankas- teilen seien besorgniserregend. Abg. Esser wies da­bei auf die immer schwieriger werdende Lage der westlichen Landwirtschaft hin, die ebenfalls eine schleunige nachdrückliche Hilfe erfordere_______

und daß der nationale Gedanke selbst I durch die skrupellose Politik heillos diskre- I ditiert und zum Spielball niedrigen« Zankes gemacht worden wäre. Angesichts des- I sen, und weiter angesichts der großen Gefahren, | denen die deutsche Volkswirtschaft im Allgemeinen, I die Arbeitnehmerschaft, die Landwirtschaft und der I Mittelstand im Besonderen ausgesetzt wären, wenn I die politischen Absichten des Hugenbergkreises reo- I lisiert würden, verlangt Mahra'u" die Sammlung I und Neuordnung aller wahrhaft nationalen und I staatsbejahenden Kräfte; zunächst die Bildung ei- I ner „alle national und sozial empfindenden erneu- I erungswilligen politischen Gruppen und Personen I umfassenden „volksnationalen Reichsregierung" und dann schließlich darüber hinaus die Grün- I dring einer großen Partei der nationalen Erneue- I rung.

Dazu wird man auch vom Stadtpunkt des Zen- I trums aus schon jetzt, trotzdem sich die Mahnraunsche I Gründung gewissermaßen noch in stadu nascendi | befindet, etwas sagen müssen. Die Notwendigkeit ei- I ner staatsbejahenden konservativen Opposition in I einem parlamentarisch regierten Staatswesen wird I . auch von der Zentrumspartei durchaus bejaht. Prä- I lat Saas, der Chef der Partei, hat das noch jüngst I in feiner Dortmunder Rede deutlich zum Ausdruck I gebracht. Er hat dort den Wunsch ausgesprochen, es möchte sich bei uns eine Rechtsopposition bilden," „die mit beiden Füßen auf dem Boden des heu­tigen republikanischen Staatswesens stünde, die alle ihre Kräfte einsetzte, um in dieser nun einmal vor­handenen und als historisches Entwicklungsergeb­nis zu betrachtenden Staatsform wertvolle Kräfte konfervativen und christlichen Denkens einzusetzen gegen das forcierte und unorganische Entwicklungs­tempo, wie es vielen sozialdemokratischen Vertre­tern des republikanischen Gedankens vorschwebt. „Es ist also absolut fraglos, daß die Zentrums­partei die Notwendigkeit einer gefunden konserva­tiven Rechtsopposition anerkennt, weniger fraglos aber ist es, ob sie der Mahraunfchen Ausprägung des Gedankrns einer konservativen Parteigründung zustimmen kann. Bevor sie das tut, scheinen doch einige Rückfraaen nötig zu fein.

Unsere Rückfragen erstrecken sich nicht daraus, wie es wohl gekommen sein mag, daß der „a n - tiparteiist'ische" Iungdeutsche Orden jetzt aus einmal als Parteigründer auftritt. Es ist schon mancher über Nacht aus einem Saulus zum Pau­lus geworden und außerdem haben wir dem Jung- deutschen Orden schon vor längerer Zeit, als er den Gedanken, Partei zu sein oder zu werden noch ■ weit von sich wies, diese Entwicklung vorausge- sagt. Unsere Rückfragen richten sich vielmehr auf das Ideologische, das Programmatische des Mahrcmnscksn Aufrufs. Wir sind der Meinung, daß Herr Mahraun sich diese Seite der Sache etwas sehr leicht gemacht hat, daß er sich anscheinend von dem Gedanken leiten ließ: Wer Vieles bringt,

Zugunsten der Landwlrlschafi.

Die ZenrrnmsfraMon des Reichstags verlangt unverzügliche Hilfe

wird Manchem etwas bringen.

Wenn er von seiner Absicht der Verteidigung christlicher und deutscher Kultur, von seiner Beja­hung des Staates auf der Grundlage christlicher Weltanschauung spricht, wenn er die paritätische Behandlung der Konsessionsgemeinschaften, das Bekenntnis zum Volksstaat, die Unterordnung der Sonderinteresfen unter das Gofamtinteresfe rer Nation, die Ueberwrndung des Klasienkampfcs und eine allen gerecht werdende Sozialvolllik verlangt, wenn er nach einer vernünftigen Reichsreform oder nach einer zweckentsprechenden Wahlrechtsänderung

TsdssstürZebeimPferdereunen.

Bei den Pferderennen, die am Sonntag in Straus- ß era bei Perlin stattfanden, ereignete sich dem„Montag mfolge im einleitenden November-Jagdrennen unmittel­bar vor den Tribünen ein schwerer Sturz, der den so- fortiqen Tod des Iockenlehrlings Trumpfbeller zur Folge batte Der Unfall ereignete sich, als die acht Pferde, die an dem Rennen teilnahmen, im dichten Rudel ein vor den Tribünen liegendes Hindernis nahmen. „Orator, auf dem Trumpfheller im Sattel war. sprang zu früh ab kam zu Fall und schleuderte seinen Reiter mitten aufs Geläuf, den nachfolgenden Pferden vor die Fuße. Beim Ausrichten wurde „Orator" von einem anderen Pferde angestoßen, so daß er wieder umfiel und sich in seiner ganzen Schwere dem daliegenden Reiter über die Brust wälzte. Als die Sanitäter den gestürzten Reiter ms Krankenzimmer brachten, konnte dort nur noch der be­reits eingetretene Tod festgestellt werden.

Bei dem am Samstag auf dem Rennplatz Quedlinburg vom dortigen Rennverem ver­anstalteten Hubertus-Jagdrennen stürzte Ober- leiitnant Serio so unglücklich, daß er auf der Stelle tot war. —■■■bb——

* Orienkexpreßzug gegen einen Gükerzug ge­fahren. Der „Montag" meldet aus Agram: Am Sonntag ereignete sich bei Reichenburg ein Eisenbahnunglück. Als der Orientexpreß aus der Station fuhr, stieß er in der Nähe der Brücke, die über die Sau führt, mit einem Güterzug zusammen. Trotz der Geistesgegenwart des Lokomotw.uhrers des Orientexpreß, der sofort Gegendampf gab, war der Änvrall (o heftig, daß der G ü t e r z u a den

ruft, so sind das alles Dinge, die andere Parteien, speziell auch die Zentrumspartei schon vor ihm verlangt haben. Um deswillen wäre also eine neue Partei eigentlich nicht notwendig.

Mahraun setzt seiner Vereinigung aber anschei- nend weitere Ziele. Er sagt von ihr. „In Aner­kennung gesunder konservativer und liberaler lle- berlieferung sucht sie die Synthese zwischen Pflicht und Freiheit." Was soll das heißen?. Gerade an- gesichts der liberalen Neigungen die in Vero, sent- üchungen aus jungdeutschen Kr«^n m letzter Zeit steiaend zum Ausdruck kamen, mochten w,r an den jungdeutschen Orden die Bitte richten, ausführlich zu präzisieren, was er unter der gleichzeitigen An­erkennung gesunder konservativer u n d liberaler Ueberlleserung praktisch versteht. Bon seiner Ant­wort wird unser endgültiges Urteil über den Ver­such des Herrn Arthur Mahraun nicht unwesentlich abhängen.

Ein evangelischer Geistlicher an Prälat Dr. Saas.

befaßt werden.

Eine weitere Aufgabe des Winters betrifft die Reorganisation der Altersversicherung. Der Rcgie- rung liegt daran, durch Ausbau der sozialen riür- sorge im weitesten Sinne ihre Popularität zu ver­mehren. Das Witwen-, Waisen- imd Alterspen- sionsgesetz, mit dem sich das Unterhaus bereits be­schäftigt, erweitert das bisherige Pensionsgesetz von 1925 derart, daß ungefähr eine halbe Million mehr zu seinen Nutznießern werden. Hier liegt ein be­deutsamer Grund für die Vermehrung der Aus­gaben im Staatshaushalt vor.

Man wird wobl damit rechnen können, daß der kommende Winter scharfe Kämpfe zwischen der Arbeiteroartei und den oppositionellen Konserva­tiven bringen wird. Don der außenpolitischen Seite her hat die konservative Opposition keine An- stckvunkte, um so mehr wird sie von der innen- politischen Seite her arbeiten, zumal ja wie gesagt die Erhöhung der Etcffsausaaben immer eine un­populäre Sache ist. Es scheint aber so, als woll­ten, die Liberalen dem Kabinett Macdonald eine wohlwollende Hilfestellung leisten. Wenn sie es tun, geschieht das allerdings auck aus dem Grunde, daß sie Neuwahlen nicht wagen können. Bei Neu­wahlen würden den Liberalen wie jeder Kenner der englischen Verhältnisse zugibt, wahrscheinlich große Verluste erleiden.

Augelreue SsmZetbsamls. Große Unterschlagungen in der russischen Handels­vertretung.

Die „Montagspost" meldet: Der Zusammen­bruch der deutfch-rusiischen Filmgesellschaft „De- russa" hat auf die Zusammensetzung der leitenden Stellen der russischen Handelsvertretung einen großen, unvorhergesehenen Einfluß ausgeübt. Der Leit-r der Photo-Kino-Zentrale Zer er und der Leiter der sozialen Abteilung Lewine sind aus Berlin geflüchtet^ Zerer und Lewine wird vorge­worfen, aus den Mitteln der Handelsvertretung große Summen unterschlagen zu haben, die sie für chren eigenen Bedarf verbrauchten. Gleichzeitig wird bekannt, daß die Leiter der Import-Abteilung und der Schiffahrtsabteilung B u y n e w i t f ch und Naglowski ihrer Aemter enthoben worden

Nach einer Ferienvaufe von drei Monaten ist das englische Unterhaus am lebten Dienstag wieder zufammengetreten. Der englische Ministerpräsident Macdonald befindet sich auf der Rückreise von Canoda, in seiner Abwesenheit hat der Schatzkanz­ler Snowden die Regierung vertreten. Er wurde beim Erscheinen im Unterhaus von der Ariieiter- partei mit einer freundlichen Ovation begrüßt, de- fick auch einige Mitalieder der liberalen Parier angeschlossen haben. Die Konservativen verhielten sich ruhig. Das Renomse des englischen Kabinetts ist im Augenblick sehr groß, das letzte halbe Jahr hat der Initiative Macdonalds und Snowdens manchen Erfolg bewilligt, sie wird auch von der Masse des Volkes mit Dankbarkeit anerkannt Da sich die Regieruna von ausgesprochen sozialistischen Eroerimenten bisher ferngehalten hat, reicht dre Snmnathie für die Arbeiterparte' zurzeit tief m die bürgerlichen Kreise hinein. Die Engländer ho­ben auch sehr aufgemerkt, als das Resultat der Parlamentswahlen in Australien bekannt wurde, das, der dortigen Arbeiterpartei einen erheblichen Gewinn eingebracht hat. Die Aktien dieser politi­schen Richtung stoben allo augenblicklich in Groß­britannien sehr hoch. Im Laute des Winters wird die in Amerika vereinbarte Seeabrüstungsumfe- renz in London ftattfinben, das Kabinett Macdo­nald Hot alsdann eine Gelegenheit, seine Popula­rität noch roeiterbin zu vermehren. .

Die innenpolitischen Aufgaben, di? das clrbei- terkabinett vor sich sieht, sind allerdings ;ehr st!:wie- rig und der radikale Flügel innerhalb der Ardei- terpartei ist bereits recht ungeduldig geworden. Dem der Schatzkanzler Snowden der hohen Ausgaben, die im kommenden Jahre etatsmäßig ’u bändigen sind, Herr w-rdcn wird, nimmt man allgemein un. Cfr geht in der Belchneiduna von Ausgaben sehr energisch vor. Vor allen Dingen scheint ->r auf die Hesresausaabcn fein kritisches Auge gerichtet zu haben.

Lästiger werden di? Anforderungen an das Ka­binett fein, die sieb auf die Beseitigung der Ar­beitslosigkeit beziehen. Mit diesem Problem ha­ben fick bereits eine ganze Reihe von Ministerien abgegeben, ohne es aus der Welt schaffen 5u kön­nen.' Jetzt ist ein eigener Minister dazu gestellt, der Eroßsieaelbewahrer Thomas, er hat durch eine Reis« nach Kanada einen wichtigen Schritt zur Be­wältigung feiner Aufgaben aetan, indem er ver- si'ckte, einen Pendelaustonsck von kanadischen Aararerzengnisfen und enalischer Kohle zu orga­nisieren. Die Arbeitslosigkeit in England hat ihren Hauptgrund in dem Darniederliegen des Berg­baues. Gegenwärtig find die Aussichten noch sehr unpünftifl, eine größere Abhilfe durchzufetzen.

'Eine'gewisie Erleichterung verspricht man sich ron einem neuen Grieß das die Arbeitszeit itn Bergbau um eine halbe Stunde verringern toll. Lg würde damit ein Gesetz revidiert, das 1927 durch die konservative Regierung eingeführi worden ist und in dem sie gewissermaßen ihren Sieg ubw den Bergarbeiterstreik festgelegt hat. Nock eine andere Maßnahme will die Nrbeiterregierung rückgängig machen. Es handelt fick um zwei Bestimmungen des im Jahre 1927 eingeführten Gewerkschafts- yefetzes. Auch dieses Gesetz war damals eine Ant­wort der Regierung auf den großen Streik im Jahre 1926. 3n dem Gewerkfchastsgesetz war be-

Aus Trier wird uns geschrieben: Daß die beiden großen Reden des Zentrumsführers Dr. Kaas m Dortmund und in Freiburg weit über die Rechen der Partei hinaus ein lebhaftes Echo gefunden ha­ben, konnte man in den letzten Wochen aus der aetanten Prelle des In- und Auslandes feffftellen. Aber nicht bloß in der Presse haben die grundsätz- licken Ausführungen des Zentrurnsfuhrers die Fe­dern in Bewegung gefetzt, auch Privatpersonen aus allen Gegenden Deutschlands und allen Parteila- aern fühlten und fühlen sich noch täglich gedrängt, dem Zentrumsführer brieflich für ferne zielklaren und mannhaften Ausführungen zu danken und ihm ihren Beifall u. ihre Zustimmung auszudrucken. Sv ist die Trierische Landeszeitung in der Lage, einen dieser Briefe aus der Feder eines evangelischen Theologen, der sich als Mitglied der Deuffchnatio- nalen Volksvariei bekennt, im Wortlaut zu veröf­fentlichen. Der Brief lautet:

Ich habe soeben Ihre große Rede mit großem Inte­resse gelesen. Aber nicht nur mit Interesse, sondern auch abgesehen von kleinen Einzelheiten, mit völliger Zu­stimmung. Namentlich hat mich der Geist, der aus der Rede spricht, wohltuend berührt. In rie­sen traurigen Zeiten war es mir geradezu eine Er- guickunq. von einem Parlamentarier und Staatsmann eine solche Rede zu lesen. Wenn doch dieser Geist m । allen Parlamentariern und Staatsmännern lebte! Ich bin evangelischer Theologe und gehöre der Deutschna-

1 tionalen Dolkspartei an, ohne allem, was die Parier tut, beizustimmen. Vielleicht ist es Ihnen eine kleine Freude zu sehen, daß auch in anderen Parteien Männer sind, die Ihnen für solche Rede danken. Gott, der Herr, segne Ihre wichtige Arbeit im Dienste des deutschen Volkes.

Ihr sehr ergebener

Dr. theol. N. N., Pastor für innere Mission.

Ein solcher Brief besagt mehr als alle Kommen­tare. Die Einsicht wächst, daß das Zentrum mit feiner Politik auf dem rechten Wege war und ist, daß nur eine Sammlung auf der mittleren Linie und auf den Grundlagen der christlichen Weltan- fdiauuna uns aus dem Chaos des politischen Wirr­warrs retten und uns den Weg in dce Zukunft wei-

ordens ist der Illuminaten-Orden. Viele Offiziere, Be amten und Fürsten und fast alle unsere Denker und Dichter gehörten diesem Orden an. Er will eine prie- terliche Weltherrschaft errichten, die ganze Welt oll ein Kloster werden. Die Jesuiten beherv chen die katholische Presse, fast alle kath. Redak­teure sind in Jesuitenschulen erzogen. Du Jesuiten bekämpfen jeden Nationalismus. Die Schan­dungen deutscher Frauen durch Schwarze und Franzosen weiht der Papst.

Diese Prooen genügen. Prälat Lichtenberg hat nun mit einem Jesuiten in der Versammlung die Redner zur Diskussion stellen wollen, s« wichen natürlich aus. Aber er rechnete dych scharf mit ihnen ab und las aus einer Ludendorff-Br». schüre mit den größten Schmähungen einige Stel­len vor, welche die Versammlung mit Empörung und Entrüstung vernahm. Er schlug dann die Ab­sendung eines Pro test schreibens an den Herrn Reichspräsidenten vor, weil m der Broschüre eine standalös« Verhetzung eines ehemaligen preußischen Offiziers und Fewherrn enthalten ist und die kathokische Kirche öffentlich verleumdet wird. Mit übergroßer Mehrheit schloß sich die Versammlung diesem Vorschläge an und stand schließlich in der Versammlung des Tannen­berg-Bundes auf, um das katholische Glaubens­bekenntnis „Fest soll mein Taufbund immer ste­hen!" — machtvoll erklingen zu lassen. Mit dem katholischen Gruß beendeten die anwesenden Ka» choliken den Abend und überließen die Tannen- bergleute ihrem weiteren Schicksal. Wann nbn wird die verantwortliche Regierungsstelle endlich die Schriften des Tannenberg-Bundes nachprüfen, | die bestimmt gegen das Schund- und I Schmutzgesetz verstoßen?

und gleichzeitig eine öffentliche Stellungnahme zu dem Fall angekündigt. Er veröffentlicht nunmehr einen Artikel im „Illustrierten Beobachter , tn dem es heißt:

„Die nationalistische Bewegung hat bisher bewußt und gewollt die Frage der Republik oder Monarchie nicht berührt. Taktische Gesichtspunkte waren dabei nicht maßgebend. Wenn aber die Monarchen selbst wenig Wert auf eine solche Gesinnung legen, dann w-ro das der Anlaß sein, eine dringliche Reform auch unserer Einstellung vorzunehmen. Ich halte es bet solchen Er­fahrungen für absolut richtig, dann auch von uns d: e Republik als Staatsform eindeutig an- zuerkennen und nur ihren heutigen inneren yeinben den rücksichtslosen Kampf ansagen. Sind aber rie Mo- narchen für die Veröffentlichung nicht verantwortlich dann mögen sie sich von ihrer Umgebung befreien, bu mit wenig Verantwortung und noch weniger gemmei Weife vertritt, was Bismarck in feinem dritten »anb |ei­ner Erinnerungen kennzeichnet: Um von unversöhn­lichen Feinden gestreichelt zu werden, fallt man ehrlicher Freunden in den Rücken."

sind und von der russischen Regierung zur Rück­kehr nach Moskau aufgefordert wurden. «re sollen sich dort wegen Unregelmäßigkeiten in den Abte, lungen der Handelsvertretungen, die unter chr.r Leitung standen, verantworten. Sie haben sich )e- doch geweigert, dem Rus Folge zu lösten, da sie fürchten, kurzerhand erschossen zu werden.

Veruntreuungen beim Auto-Verband.

Das plötzliche Ausscheiden des Direktors im Reichsoerband des Kraftfahrzeughandels und Ge­werbes Buschmann, das am Donnerstag offi­ziell bekannt gegeben wurde, ist, auf umfangreiche Veruntreuungen Buschmanns in den letz­ten Jahren zurückzuführen, die nach vorläufiger Schätzung den Betrag von 75 000 Mark erreichen.

Hitler wird Republikaner.

Damm hinunterroll te. Der Lokomotiv­führer und zwei Heizer des Güterzuges wurden auf der Stelle getötet, während es in dem Ex­preßzug nur einige Leichtverletzte gab. Ein Beam­ter, der ein falsches Signal gegeben und dadurch den Zusammenstoß verursacht hatte, verübte Selbst­mord. Die Strecke ist bereits wieder freß

* Die Aufklärung der Sprcngstoffanschlags. einer vom Pressedezernentcn des Altonaer Land gerichles einberufenen Besprechung gab der Un tersuchungsrichter, Landgerichtsdirektor Dr. Ma für, eine Darstellung der bei den Bemühunger zur Aufklärung der Sprengstoffanschläge erzielter Fortschritte. Die Vernehmung von Herbert schund hat nach den Ausführungen Dr. Masurs ergeben daß der flüchtige Alfred Kap Hengst § oll em Maschinen systematisch herstellte. D« Höllenmaschinen wurden auf einer Wiese bei Alto­na vor der jeweiligen Verwendung ausprobiert. So stammen die in Itzehoe und in Oldenburg zur Erplosion gebrachten Bomben von Kaphengst Als Hanptanstifter für alle Anschläge hat nach den bisherigen Feststellungen der Hofbesitzer Klans Heim aus St. Annen-Oesterfelde zu gel- ten. n*™——

Vom Zuge gelötet.

wtb. Wien, 4. November. (Eig. Meld.) Gestern nachmitiag wurden in der Nähe von Schleifling in Steiermark drei Personen, die auf dem Bahndamm gingen, von einem Zug erfaßt und getötet. Sie hatten infolge eines heftigen Ge- ■ Witters das Signal des Zuaes überhört.