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Arettag, den 1. Aovemver 1929

Fuldaer Zerrung (Amtliches ^reisblatt)

Ar. 254<

Zur Stadwsrordnetenwahl

in Marken

Uw KAISER'S KAFFEE-GESCHÄFT

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Als jetzt das

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Das

Von F.

Bild der Mutter,

Schrönghamer-Heimdal, Passau-Haidenhof.

Ich sehe nichts als ihr gütiges Angesicht, vom mil­den Licht der Ampel umflossen, sodaß es selbst wie ein Licht leuchtet. Ein Licht in der Finsternis.

Ich halte inne und schaue und schaue.

Die dunkle Sticke da drinnen wächst mir zur Welt, und in das Lied vom Wandern und Wiedersehen, das mir im Herzen beim Anblick der Mutter schon stille war, mischt sich ein neuer Ton voll Süße und Hoheit: Das Leuchten eines Mutterantlitzes, das stille Schaffen verhärmter Hände einer Mutter. Meiner Mutter . . .

Wie ein Dieb stehe ich am Tor und kann mir nicht helfen: Ich muß das Bild der Mutter in mich auf­nehmen, so wie sie jetzt ist, da sie sich von niemand beo­bachtet wähnt und sich ganz so gibt, wie es ihr Mut­terwesen will.

Voll schlagen die Herdflammen auf.

Das Feuer ist entfacht und praflelt lustig — oh, ich höre es deutlich in der Stille zwischen Nacht und Mor­gen .. .

Ich lehne mich an den Türpfosten und schaue und schaue.

Vom Flammenschein ganz übergossen, kniet Mutter immer noch regungslos am Herde.

Nur ihre arbeitenden Finger gleiten jetzt über die Stirne, Mund und Brust.

Dann ruhen die Hände gefaltet im Schoße und ihre Lippen bewegen sich leise.

Heilige Gebete rinnen an mein Ohr

„Für alle, die aus diesem Hause gestorben, in Krie­gen gefallen, in der Fremde verdorben oder verschollen sind: Vater unser, der du bist. . ."

Kühle Schatten huschen mich an. Heimliche Schauer rieseln mir durch Herz und Hirn. Mir ist, die Toten dieses uralten Vaterhauses geistern um mich her und sehen auf die stille Beterin am Herd aus Ueberwelten nieder.

Es war mir eine Lust, durch die kühle, sternen­stille Herbstnacht zu wandern. Denn es ging ja heim­zu, nach langem Fernsein in der Fremde, heim zu Vater und Mutter, zu Bruder und Schwester, zu allem, vas seit Kindestagen gewohnt und vertraut.

Was mag sich alles gewandelt haben in der lan- zen Weite, die ich wieder in der Welt draußen war?

Ein Lied vom Wandern und Wiedersehen sang mir durch die Seele, ein Lied ohne Worte wie alles Herz- «rhebendo aber dafür umso tiefer und tönender. Denn

Meiner Schwester.

Von A. Elitz, Holzhausen.

Ich hab' meiner Schwester die Wange gestreichelt, Der Schwester, die nähend am Fenster saß: Der Schwester, die nie ein Frühling umschmeichelt, Die oft ihr Brot in Tränen aß.

Und wie-ich so stand an ihrer Seite, Da ging ein Zittern durch meine Hand: Der Schwester Augen blickten ins Weite Und eine Träne darinnen stand.

Am Fenster in Töpfen Geranien blühten, Drauf fiel ein goldner Sonnenstrahl — — Ich muß meine Schwester von Sonne behüten, Denn ihre Wangen sind bleich und fahl.

Der neue Dom-Organist.

Zum Organisten an der Kathedrale wurde vom Domkapitel mit Zustimmung des Hochw. Herrn Bischofs Herr FritzKrieger bestellt. Am mor­gigen Allerheiligen-Feste wird er zum erstenmal in der Domkirche sein Amt ausüben. Herr Krieger wurde 1602 in Bochum geboren. Er besuchte das Progymnasium in Rietberg und das Gymnasium in Paderborn. Auf Grund von drei Kompositio­nen (einem Quartett für 2 Violinen, Bratiche und Cello, einer Kantate für gemischten Chor und großes Orchester und einer Orgslsonate) erhielt er in der Konkurrenz mit zahlreichen Bewerbern eine Freistelle an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln. Hier studierte er Komposition bei Prof. Braunfels, Orgelspiel bei Prof. Bachem, dem be­kannten Kölner Domorganisten, Harmonielehre, Kontrapunkt und Instrumentation bei Prof, von Othegraven. Als Schüler des letzteren hat er zwei Messen geschrieben, eine für Soli, Chor und Orgel und eine für fünfstimmige A capella-Chöre, wofür er das Lob seines Lehrers gefunden hat. In den letzten vier Jahren wirkte er als Organist an der St Iofephskirche in Hagen. Zugleich erteilte er Unterricht, in Klavier- und Orgelspiel am Städtischen Konservatorium daselbst. Bon dessen Leitung wird ihm bezeugt, daß er sich als äußerst tüchtige Lehrkra f t bewährt und seine Schü­ler technisch und musikalisch bestens gefördert hat. Außerdem hat er in dieser Zeit bei zahlreichen Chor-, Symphonie- und Orgelkonzerten sowie bei kirchenmusikalischen Andachten in verschiedenen Städten des Westfalenlandes mitgewirkt, auch mehrmals bei Diözesan-Cäcilienfesten, so in Bo­chum, Hagen, Wiedenbriick. .Durch seine Inter­pretation älterer und neuerer Meister, vor allem von Bach, Händel und Reaer, aber auch durch seine Begleitung des gregorianischen Chorals hat er sich reiche Anerkennung von berufener Seite erworben. Zahlreiche Kritiken, die uns vorliegen, rühmen seine Gewandtheit, den reichen Farbena"sdruck und die musikalische Auffassung, seine Anpassungsfähig­keit und sein Cinfühlen in die Eigenart des Kom­ponisten. Letzteres wird hervorgehobsn in einer

Fulda, den 31. Oktober 1929

Allerheiligen — Allerseelen.

Im Zeichen der hl. Mission begehen in diesem Jahre die Fuldaer Katholiken das hehre Fest Aller­heiligen und das stille Fest Allerseelen. Am Aller­heiligen-Fest singen bei dem Bischöflichen Hochamt Domchor und Alnmnenchor die Messe: Salve Re­gina von Stehle. Die Fuldaer Friedhöfe, am Nach­mittag von Allerheiligen das Ziel aller derer, die der Verstorbenen nach christlicher Sitte fromm ge­denken, sind bereits aufs sorgfältigste in etcinb gesetzt. Am kommenden Sonntag wird dann im Fuldaer Land der Tag der Kirchweihe feierlich be­gangen. An diesem Tag wird im hohen Dom tue Borromäus-Messe von Filke mit Orchesterbeglei­tung aufgeführt. Der kommende Sonntag bringt xKch den feierlichen Abschluß der beiden Fuldaer ssionswochen.

Besprechung, die uns Fuldaer vor allem interes­sieren kann. Rach der Aufführung der Passion unseres ehemaligen Domdechanten H. F. Müller in Hagen wurde von Krieger gesagt: Ein besonde­res Löb verdient der Organist, der in tiefem Ver­ständnis für die Zartheit dieser Musik alle Fröm­migkeit und Schlichtheit des Komponisten in seinem Orgelspiel aufklingen ließ. So dürfen wir hoffen, daß in Herrn Fritz Krieger der hochgeschätzte und verdiente Herr Dom-Musikdirektor F. Rübsam ei­nen tüchtigen Nachfolger erhalten hat, der imstande ist, den Gottesdienst der Kathedrale durch sein Or­gelspiel würdig zu umrahmen, aber auch dem Mu­siklebens Fuldas Anregung und Förderung zu geben.

Perfonennachrichken.

Der bisherige kommissarische Landrat von Fritz­lar, T r e ib e r t, wurde endgültig zum Landrat des Kreises Fritzlar ernannt.

von den Obersörstereien.

Infolge Verlegung des Oberförster-Dienstgehös- tes Niederkalbach nach Neuhof treten vom 1. November dieses Jahres folgende Diemtbezeichnun- gen in Kraft: 1. die Oberförsterei Niederkalbach, sowie das neue Oberförster-Dienstgebäude Nieder­kalbach erhalten die Bezeichnung „Neuhof-Ost". 2. die bisherige Oberförsterei Neuhof sowie das Ober­förstereidienstgehöft die Bezeichnung „Neuhof- West"; 3. die bisherige Försterei Opperz die Be­zeichnung „Niederkalbach".

Ab 1. November Mohlfahrlsbriefmarken der Deuk- fchen Rothilfe.

Die neuen Wohlfahrtsbriefmarken zeigen im ovalen Markenfeld unter dem Reichsadler und der Wertangabe die Wappen folgender Länder, die 5-Pfg. Marke — grün — (Verkaufspreis 7 Pfg.) das Wavpen von Bremen, die 8-Bfg. Marke — dunkelgrün — (Verkaufspreis 12 Mg.) das Wap­pen von Lippe-Detmold; die 15-Pfg. Marke — karminrot — Verkaufspreis 20 Pfg.) das Wap­pen von Lübeck, die 25-Pfg. Marke — blau — (Verkaufspreis 35 Pfo), das Wappen von Mecklen- burg-Strelitz, die 50-Pfg. Marke — braun — (Ver­kaufspreis 90 Pfg.) das Wappen von Schaumburg- Lippe. Die einzelnen Wappen sind gleichfalls far­big gehalten. Außerdem ist eine Bildpostkarte mit einer Schar fröhlicher Kinder und einer ein­gedruckten 8-Pfg. Wohlfahrtsmarke zum Preise von nur 12 Pfg. zu haben; ferner Markenheftchen zum Vreife von 1.50 Mark. Die Marken haben die Größe der allgemeinen Poftmarken. Ihre Gültig­keit währt bis zum 30. Juni 1830. Die diesjähri- aen geringen Aufschläge werden es jedem möglich machen, für die kommenden Wochen Wohlfahrts­briefmarken statt der gewöhnlichen Voftwertzeichen weitgehend zu verwenden. Der Wohlfahrtsertrag dient zur Kräftigung der Jugend.

Die Deleuchiungspflichk der Städte.

Eine für alle Städte grundsätzlich wichtige Ent­scheidung Hot soeben das Reichsgericht gefällt. In der Stadt Erkelenz hatte ein Fremder in einer Gaffe, in der die Straßenbeleuchtung nicht brannte, einen Unfall erlitten. Die Stadtverwaltung brachte gegen die Schadenerfatzklage vor, der Kläger als Fremder hätte vorsichtiger fein müssen. In der ersten Instanz wurde tatsächlich die Klage abgewie- sen. Die Berufungsinstanz dagegen erklärte die Stadt für schadenersatzpflichtig, weil ihr die Be­leuchtungspflicht oblag. Es handelte sich um einen Weg, der dem öffentlichen Verkehr diene und dort habe die Stadt für die Verkehrssicherheit zu sor­gen. Nun wurde die von der Stadt eingelegte Revision vom Reichsgericht als unbegründet zu­rückgewiesen.

Futter- und Streunst.

Die durch Erlaß des preußischen Landwirt­schaftsministers vom 7. September dieses Jahres erteilten Ausnahmeermächtigungen zur Bekämp­fung der Futternot gelten auch für das Früh­jahr 1 9 30. Wie der Amtliche Preußische Presse­dienst mitteilt, wird ferner bestimmt, daß in den Gegenden, in denen infolge der herrschenden Futter­

not das sonst zur Streu zu verwendende Strot verfüttert werden mußte, Waldstreu an kleinen Betriebe abgegeben werden darf, wenn dies' ohm nennenswerten Schaden für die Forstwirtschaft er­folgen kann. Sind Gemeinde- und Intereffenten- waldungen vorhanden, kommen diese vor dem Staatswald zur Streuabgabe in Frage.

$ f abf troff poft.

Am 1. November (Allerheiligen) oerkeh ren ob 13 Uhr Kraftpostomnibusse zwischen der. Postamt und dem Neuen Städtischem Friedhof nach Bedarf.

Vorsicht beim Schlafen in geheizten Räumen.

Mit Riesenschritten ist der Herbst ins Land ge­zogen. Wir sitzen abends um den wärmenden Ofen und ahnen nicht, wie gefährlich dieser uns sein kann. Die geringste Nachlässigkeit oder Un­achtsamkeit kann uns zum Verhängnis werden. ist schon vielen zum Verhängnis geworden! Verfügt nämlich der vielleicht den ganzen Sommer über unbenutzte Ofen nicht über genügende Luftzufuhr, ober ist diese aus Unwissenheit durch Schließen sämtlicher Klappen des Ofens abgefverrt, so ent­wickelt sich im Ofen ans den Kohlen und dem un­genügend vorhandenen Sauerstoff das mit Recht so gefürchtete, unheimliche Kohlenoxydgas. bas ben ganzen Raum durchdringt, schon bei ge­ringer Konzentration Schwindel, Kopfschmerzen, Stickung und erhöhte Herztätigkeit verursacht und bei längerem Einatmen unbedingt den Tod herbei- führt. Die Gefahr dieses Gases ist umso großer, als es nicht durch intensiven Geruch sein Auftreten verrät oder ankündigt. — Darum niemals famt* siche Klappen des Ofens schließen und belfer über­haupt niemals in geheizten Räumen schlafen!

Ein Zusammenstoß

'wischen einem Personenkraftwagen und einem Radfahrer ereignete sich gestern abend gegen Al Uhr am Kaiservlatz—Ecke Bahnhofstraße. Personen kamen nicht zu Schaden; doch mußte der Radfahrer sein vollkommen platt gedrücktes Fahrrad von bannen tragen. ——

3m Landkreis Mda 0,17 €|o*

An diesem Bezirk erleben hugenberg und Hitler keine Freude — Fanatischer Radikalismus findet im Fuldaer Land keinen Widerhall. — Roch keine 4 Dutzend Personen zeichnen sich von 26 370 Wahl- berechtigten für das Volksbegehren ein. — Ein an- deres Bild im Kreis Gersfeld, wo in vielen Orten kaum eine Zeitung gelesen wird und so der Beein­flussung durch einzelne Hugenberg-Anhänger die

Tür weit offen slaud.

Ganz kläglich schnitten die Befürworter des Huoenbergschen Valksbegehren im Landkreise Fulda ab. Von 26 370 Wahlberechtigten trugen sich 45 Personen in die in allen Gemeinden auf- liegenden Listen ein. Die meisten Gemeinden konn­ten die ihnen zugeschickten Listen sogar einsenden, ohn e baß ein einziger Name auf ihnen prangte. Das ist ein überzeugenber Beweis dafür, daß int Fuldaer Land trotz der auch hier nicht fehlenden Versuchs radikaler Kreise, Anhänger zu gewinnen, politische Einsicht und nüchternes Urteil rioch nicht verloren gegangen ist. Wir veröftent- licken die Ergebnisse an den Orten, wo sich Ein­wohner in die Listen eingetragen haben.

Dietershan 3 Personen Dirlos 2 Personen Giesel 2 Derf Großenlüder 1 Pers. Höf und Haid 1 Pers. . Hofbieber 2 Pers. Horas 5 Pers. Jossa 1 Pers.

Keulos 2 Pers.

Künzell 5 Langenbieber 7 Pers. Marbach 1 Pers. Neuenberg 1 Pers. Neuhof 6 Pers.

O Lied vom Wandern und Wiedersehen! Wie wahr wirst du mir im Morgengebete der Mutter!

Wieder lispeln ihre Lippen: „Für alle, die in die­sem Hause leben oder noch geboren werden. Daß dv sie behüten mögest, Herr der Welten, hier und dort: Vater unser, der du bist . . ."

Die Flammen im Herde weben einen Heiligenschein um das Antlitz der Mutter. Ja, eine Heilige bist du, Mutter, jetzt weiß ichs gewiß.

Und zum drittenmal heben die Lippen zu beten an: „Für meinen Sohn in der Fremde, daß er keinen Scha­den nimmt an Leib und Seele, daß er brav bleibe und bald heimkehre: Vater unser, der du bist ..."

Beschämt und beseligt zugleich senke ich den Bl'ck. das heilige Bild der Mutter noch einmal voll umfassend, um es mir auf immer einzuprägen: Die Beterin am Herd zwischen Nacht und Morgen.

Und wie ein Dieb schleiche ich mich davon, vors Darf hinaus auf die Heide. Denn jetzt kann ich der Mutter nicht vor die Augen treten. Sie darf nicht wissen daß ich sie beobachtet habe in ihrer heiligsten Stunde, da sie „mutterseelenallein" ihre Liebe und Sorge offen­barte.

Erst mit der steigenden Sonne betrat ich das Vater­haus.

Und als ich wieder in die Ferne zog, nahm ich das Bild der Mutter mit, das mir eine seltsame Fügung ins Herz gebrannt hatte: Die Heilige vom ^nlchein der

Herdglut umflossen, voll selbstloser Hingabe, Ur- und Sinnbild alles Mutterseins.

In allem Wechsel und Wandel das Bleibende ist und währt mir dieses Bild: Sonnen kreisen bantm, Sterne lustwandeln in seinem Bannkreis, Tage und Nächte, Wunden und Wonnen umhegen seinen Rah­men.

In allem Werden und Vergehen steht es als Ewiges und Einmaliges in mir. unveränderlich und wesenhaft im Wanderschritt der Zeiten.

Sie darf von Lenz und Liebe nichts wissen. Das wär' für ihr Herz nur bitterste Not: Es will ja niemand die Lippen ihr küssen, Leid und dann--der Tod.

Am heutigen Tage läuft bie Frist ab, zu I der bie Wahloorschläge für die am Sonntag, den 17. November ftattfinbenbe Neuwahl der Stadtverordnetenversammlung ein­zureichen sind. Die Vorschlagsliste der Zen­trumspartei versucht auch diesmal, den Ge­danken der Volksgemeinschaft, der den Ausgangs­punkt und das Ziel aller ihrer politischen Arbeit bil­det, in der Auswahl der vorgeschlagenen Persönsickz- teiten zu verwirklichen. Nur durch die Zusammen- fassung der verschiedenen wirtschaftlichen und sozia- len Gruppen zu einer Einhe i t, die durch ein star­kes w e l t a n s ch a u l i ch e s B a n d gegen die Ge­fahren der Interessengegensätze gesichert ist, kann auf die Dauer das Wohl der Gesamtheit gewahrt wer­den. So finden wir in der Zentrumslifte die Ver­treter der produzierenden und der konsumierenden Bevölkerungsteile, die Vertreter der einzelnen Be­rufsgruppen, Männer und Frauen, Angehörige der älteren Jahrgänge und der jüngeren Generationen, bewährte Kräfte der bisherigen Gemeindevertre­tung und Träger neuer Namen, von denen sich die Partei verspricht, daß sie in uneigennütziger Weise für das Wohl unserer Vaterstadt sich mit ganzer Kraft einsetzen werden, wie es in der Vergangen­heit bie Vertreter des Zentrums getan haben. Die Liste der Zentrumspartei weist folgende Namen auf:

1. Weingroßhändler Eduard Schmitt, der bls- herige Spitzenkandidat des Zentrums für die Stadt­verordnetenwahl. 2. Domkapitular Prof. D r. Thiel em an n, der bisherige Vorsitzende der Zen­trumsfraktion. 3. Metzgermeister und Gastwirt F e r v Schmitt (bisher Stadtverordneter). 4. Rechtsanwalt und Notar Richard Schultheis, der derzeitige Stadtverordnetenvorsteher. 5. Küfer L u d w i g Diegelmann (bisher Stadtverordneter). 6. Lehrer KarlTaubel. 7. Fabrikant Magnus Keil (bis­her Stadtverordneter). 8. Angestellter Otto H e i d t (bisher Stadwerordneter). 9. Ehefrau Berta Nuoy- t e r. 10. Bäckermeister Äloys Pfeiffer. 11. Bank­vorstand Franz Enders (bisher Stadtverordneter). 12. Oberlokomotivführer Wilhelm Weißmüller (bisher Stadtv.). 13. Kaufmann Walter Plappert (bisher Stadtv.). 14. Schlossermeister Joseph Nup­pel (bisher Stadtv.). 15. Postschaffner Wilhelm Schönherr. 16 Gewerkschaftssekretär K.a r l Schmitt (bisher Mitglied des Magistrats). 17. Fa­brikant M. Richard Schmitt (bisher Stadtv.). 18 Studienrat Dr. Hohmann. 19. Metzgermeister Karl Sunkel (bisher Mitglied des Magistrats). 20. Glaier Ferdinand Latsch 21. Bäckermeisters-Ehefrau Josephine Auguste Rupperti. 22. Prokurist Emil Hagedorn. 23. Maurerm. Sturmius Grofch. 24. Spediteur P e t e r S ch u l t e. 25. Kaufmann Ad Wiegand. 26. Schriftleiter Dr. Kramer (bisher Mitglied des Magistrats). Lehrer W i l h e l m B e ck e r. 28. Gewerkschaftssekretär Peter Steinbeck. 29. Pri- vatin Fanny Schmitt. 30. Angestellter Joseph Ernst. 31. Zimmermann Konrad Stör ch. 32. Retchsbahnbeamter i. R. Karl Göller. 33. Kauf­mann und Buchbindermeister Andreas Lange. 34. Schlosser Joseph Larbig. 35. Lehrerin Jose- phine Kramer 36. Bürogehilfe August Jahn.

37. Vorarbeiter A u g u st D e h l e r. 38. Witwe E m i - lieAßmann. _ ,

Einschließlich des Herrn Heydt, bes Vertreters ber Kriegsbeschädigten, hat bisher bie Zentrums- pnrtei in Stadtverordnetenversammlung unb Ma­gistrat zusammen 22 Sitze innegehabt. Die Ge­sa m t z a h l der Stadtverordneten- Mandate beträgt jetzt 32, während bisher 31 Stadtverordnete gewählt waren. Die Zahl der Wahlberechtigten hat sich gegenüber der letzten Wahl im Jahre 1924 in der Stadt Fulda um rund 2000 vermehrt.

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Für die Stadtverordneten-Wahlen sind die Spitzenkandidaten der Sozialdemokrati­schen Partei: die bisherigen Stadtverordneten Kind und Zellhan, ferner Werkmeister Klein- günther, das bisherige Magistratsmitglied Katzen­stein, sodann Hartung und Wagner. DieDemo - kratische Partei schlägt an der Spitze vor: den bisherigen Stadtverordneten Rechtsanwalt Dr Büttner, ferner Kaufmann Moritz Nußbaum, den bisherigen Stadtrat Rühl, Frau Keyfer.

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Für den Kommunallandtag kommt im Stadtkreis Fulda zu den Liften des Zentrums, der Arbeitsgemeinschaft (Deutschnationale usw.), der Wirtschaftspartei, der Sozialdemokraten noch eine Liste der Nationalsozialisten (Hitler- Bewegung) hinzu, die von dem Kasseler völkischen Rechtsanwalt Dr. Roland freister geführt wird und an dritter Stelle den Junglehrer R u d o l, Jordan in Fulda als Bewerber benennt. Wer die Lifte wählt, wird, da an der Spitze zwei Kaffelaner stehen, dazu beitragen, das jetzt schon vorhandene Üebergewicht der Stadt Kassel über den übrigen Teil bes Hessenlanbes noch zu verstärken. Hoffentlich helfen zu diesem ft'.r unsere engere Heimat höchst abträgigen Werk nicht viele Bewohner des Fuldaer Landes mit.

die ganze Schöpfung/ die einem zur Nacht so wunder­sam nahe ist und ans Herz greift, sang die Weise mit. Sie stlberte aus den Sternen, die da droben von Ewig­keit her auf Reisen waren, sie schauerten aus den Wäl­dern, die sich im hochgemuten Wüchse am Himmelsrande reckten, sie tropfte aus den Gräsern, die mir mit ihren Tauperlen die Wanderschuhe wie mit Freudenzähren des Wiedersehens netzten.

Da stand ich auf dem Hügel, der mir die Heimat zeigte.

Wieder einmal ....

Wie oft bin ich schon auf der nämlichen Stelle ge­standen, das Herz voll leisem Jubel, wenn es heim­wärts ging, oder voll unsäglicher Wehmut, wenn der umflorte Scheideblick noch einmal das Bild der Heimat suchte.

Atemholend halte ich auf der Höhe vor der Heimat.

■ Da lugt das Dorf schon unbestimmt aus Schatten­gründen und ein Licht bahnt sich den Weg durch Nebel­schwaden und Dämmerungen zu meinem Heimwehhüge! her.

Es ist ein Licht von meinem Vaterhause und wan­dert von der Kammer in die Stube, wo es am Herde still hält.

Und ich weiß: da ist eine gute Mutter, deren Sorge um ihre Lieben schon roadi ist und am Herde wirkt. Als Erste im Dorf entfacht sie das Licht und den Herd­brand, noch bevor die Hähne den kommenden Tag be- schreien.

Das Lied vom Wandern und Wiedersehen schwingt mir freudevoll durchs Herz: Mutter! . . .

Schon stehe ich vor dem Hoftor und will mit dem Wanderstecken daran pochen. Da fällt mein Blick durch einen Vorhangspalt im Stubenfenster auf das Bild der Mutter: Wie sie im Scheine der Lampe auf dem Herd­gesims. »ar dem Ofentürlein kniet und Feuer macht.

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