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Ar. 254.

Arettag, den 1. November 1929.

Fuldaer Zeitung

3. Blatt

Druck der Fuldaer Acklendruckerei, Fulda.

Wenn die Welt einen Heiligen erlebt, so er­schrickt sie. Sie hat ihren Umkreis ja so wunder­hübsch eingeteilt, sie weiß so genau was möglich ist und was nicht, sie fühlt so genau, was man kann und was nicht, sie hat so bestimmt dekretiert, was man darf und was man nicht darf, daß anscheinend nichts aus der Reihe laufen kann. Alles hat an seinem Orte zu stehen und so, daß es einen nir­gends weh tut. Hübsch „bürgerlich" muß alles fein, will heißen mittelmäßig, genauer gesagt -- feige. Zum Teufel auch, wozu sichs denn unbe­quem machen? Schlimm genug mit dem, was einem ohnedem die Tage düster macht, wenn man ihm nun einmal mit aller Pfiffigkeit und Geris­senheit nicht entgehen kann.

Wenn nun in diesen stickigen Kreis ein Heil'.g°r einbricht, gibt es zum mindesten eine Verlegenheit. Er paßt so nirgends hin und ist überall im Wege. Und auf die Dauer ist dieses seltsame Etwas er­schreckend, das so allem braven Herkommen, allem kniggemäßigen Uebereinkommen glatt ins Gesicht schlägt. Gewiß, hat einer in zwei Wochen seine „verrückten" Tage, so bringt man dafür das nötige Verständnis auf. Warum auch nicht? Man ist doch nicht so. Aber es versteht sich doch von selber, daß einer aus Ausgewachsenheit kein System und keine Lebensregel zu machen hat. Wenn aber doch, nun, so schlägt über Kurz das Erschrecken in einen herzhaften Aerger um, der sich völlig in seinem Rechte fühlt, wenn er diesem entgleisten Exemplar von Mensch das Leben so schwer, als nur wgend möglich macht. Es tritt mit einem Worte das ein, was als Schlußstein im Erweise der Heiligkeit zu gelten hat: „Selig, wenn Euch die Menschen ver­folgen und alles Böse wider Euch tun um meinet­willen."

Der Heilige ist also der unbegreifliche Mensch, weil ers versucht, was Unbegreiflichkeiten im Sinne der Welt sind, in allem Ernste am zugehen. Christus, der Herr, hat in den acht Selig­keiten den Katalog dieser Unbegreiflichkeiten ausge­stellt. Da kann man herausgreifen was man will, es ist, um den Kopf darüber zu schütteln. Oder kann ein „vernünftiger" Mensch mit jenem „S e - lig find, die hungern und dürsten" et­was Rechts beginnen? Ha, als ob nicht alles in uns nach Sattwerden schrie! Satt will ich w erden, schreit der Bauch. Satt will ich werden, schreit der Beutel. Satt will ich werden, schreit das Auge, das Ohr. Satt will ich werden, schreit der ganze Leib. Satt, satt, satt. Selig sind die Satten, denn sie gehen auf weichen Sohlen durchs Leben!

Hat aber wirklich schon einer ein wirklich sattes Exemplar von Weltmensch gesehen und wäre es

höher und reicher als Salomon? Klagt es nicht immer noch, daß es da und dort noch hungern müsse, daß ihm dies und das noch fehle? Und hätte es selbst das noch, es wird das Hungergefühl dennoch nicht los, das Gefühl des Betrogenseins um fein Jch-weiß-nicht-was. Es soll Krankheiten geben, mit denen ein ständiges Hungergefühl ver­bunden ist. In ähnlicher Weise sind diese Men­schen krank. Run ist das ja eine alte Erfahrung, daß man von den Dingen des äußeren Daseins nicht satt, d. h. nicht ausgefüllt werden kann. Jeder weiß davon, denn jeder kennt die Sprüche, die uns die Philosophen und Weisen aller Jahrhunderte darüber hinterließen. Indessen, es glaubt niemand, bis er es wirklich erfahren hat, und auch noch wei­gert er sich zu dieser Erfahrung Ja zu sagen. Die Jagd geht weiter, bis der Jäger vor den Toren der Ewigkeit steht und nun gar alles lassen muß, seis viel oder wenig, daran er sich zu sättigen suchte. Rein, nein, man will nicht aufgerüttelt sein.

Und wenn da nun einer kommt, der das Ren­nen nicht mitmacht, so schlägt man nach ihm, wie nach einem lästigen Hindernis, das einem irr ma­chen will. Der "Heilige aber lächelt oder weint. Weiß er doch zu gut, wie sehr der andere zu be­mitleiden ist. Denn der einzig Satte, d. h. d!er wirklich Satte, ist io doch er, der Heilige, weil se>in Hunger unb Dürft nach Gerechtigkeit ihn zu den Dingen führte, die einzig satt machen können. „Sie werden gesättigt werden" — dieses Wort Christi steht wie ein eherner Fels da, wie ein Gesetz, das keine Ausnahme duldet, wie eins Feste, an der aller Hohn und Svott und alles Brennen und Stürmen ohnmächtig abprallt. Warum? Weil das kein Gesetz der Willkür, son­dern ein Gesetz unseres eigenen Seins und We­sens ist, das erst aufgehoben werden könnte, wenn wir dieses Seins und Wesens verlustig gingen, will heißen, aufhörten, Menschen zu fein, Geschöpfe, die auf das Geistige hin gedacht und geschaffen sind.

Also hat zuerst und zuletzt doch der Heilige Recht mit seiner Unbegreiflichkeit. Wenn nur — ja, wenn nur. Ach, er ist so schwer, der erste Schritt. Auch für die, die Allerheiligen allen Ernstes noch feiern und darin ein Bekenntnis füh­len, das Verpflichtung in sich schließt, wir nämlich, die wir uns Christen nennen. Wäre es doch nur erst so mit uns bestellt, daß wir einen Hunger nach dem wahren Hunger und einen Durst nach dem wahren Durfte hätten, nachher möcht es wohl so fein, daß uns noch geholfen wer­den könnte. Wollen wir nicht darum beten?

Zum Feste Allerheiligen

Von Johannes Hatzfeld.

Geschäftsbericht der Rslchspost.

Von Oberpoftrat C. Delius- Berlin.

Alljährlich im O''ober erstattet die Deutsche Reichspost ihren Geschäftsbericht. Wenn auch aus den- nuvangrettben Inhalt, der 135 Druckseiten umloßt, nur ein lurzer Auszug gegeben werden iann, so wird sich der Laie immerhin ein Bild von dem gewaltigen Ausmaß des Tätigkeitsgebiets der Reichspost machen können.

Die Reichspost ist seit Jahren bemühi, den Be­trieb zu verbilligen und zu vereinfachen. Ins­besondere setzt sie das Bestreben fort, im Betrieb durch Ausnutzung aller technischen Errungenschaf­ten Ersparnisse bei Sen Perfonalouegaben zu er­zielen. Nicht nur Schreib-, Rechen- und Stempel­maschinen, sondern auch Förderbänder, Rohrpost­anlagen, Elektroschlepper ufiro. finden immer grö­ßere Verwendung. Daneben ift die Normung der Werkzeuge durchgeführt. Dasselbe geschieht nach und nach hinsichtlich der sonstigen Betriebsgegen­stände. Im Fernsprech- und Telegraphenbetriebe wird fortgesetzt an Verbesserungen der technischen Einrichtungen gearbeitet.

Insgesamt dienen 33 041 Postanstalten und 19 365 Telegraphen- und Fernsprechanstalten dem Verkehr. Der Konjunkturrückgang des letzten Jah­res hat den Postverkehr nickst wesentlich beeinflußt. Der Briesverkehr mit 7780 Millionen Stück Sendungen nahm noch um 1,2 v. H. zu. Eine be­sonders starke Zunahme ist bei den Päckchen mit 59,1 v. H. festzustellen, ein Zeichen, daß diese noch verhältnismäßig neue Versendnngsart sich immermehr des Beifalls des Publikums erfreut. Der Paketoerkehr mit 309,6 Millionen Stück hat einen immerhin nicht unbedeutenden Rückgang von 6,9 v. H. aufzuweisen. Das dürste in der Hauptsache auf die Konkurrenz der Reichsbahn zu- rückzuführen fein. Wie es der Post gelungen ist, mit ihr zu einer Verständigung hinsichtlich des Kraftverkehrs zu gelangen, so müßte auch hier eine Vereinbarung möglich fein. Denn letzten Endes

versteht es kein Mensch, wenn zwei Reichsbetriebe sich gegenseitig die Kunden abjagen.

Der Zeitungsverkehr gibt ein eigen­artiges Bild. Während 10 686 Zeitungen ihre Exemplare durch die Post vertreiben ließen (gegen 10 070 des Vorjahres), ist die Zahl der Zeitungs- nummerftücke um 0,2 v. H. gesunken. Die Zahl mit 1844,952 Millionen Stück bleibt immerhin noch eine gewaltige Leistung.

Der neueste Betriebszweig der Reichspost, das K r a f t f a h r w e s e n, hat sich glänzend entwickelt. Das Krafpostnetz umfaßt 1963 Linien mit 37172 Kilometer Streckenlänge. Der Personenverkehr, der die stattliche Ziffer von 69 Millionen erreichte, wurde durch 3298 Kraftomnibusse bewältigt. An dem Ausbau neuer Linien und der Verbesserung der Fahrzeuge wird beständig gearbeitet.

Das Luftpost netz umfaßte 105 Linien und stellte Verbindungen mit fast allen europäischen Staaten her. Im Winter wurden noch 38 Linien aufrecht erhalten. Die Beförderung von Briefen, Paketen und Zeitungen ist zwar in starker Zu­nahme begriffen, könnte aber vom Publikum als besonders schnelles Beförderungsmittel noch viel mehr ausgenutzt werden.

Zur Bequemlichkeit des Publikums ist mancherlei geschehen. Hier muß in Zukunft ein noch schärferes Tempo eingeschlagen werden. Das gilt hinsichtlich der vermehrten Aufstellung vor. Wertzeichengebern, von denen im ganzen Reich nur 3752 vorhanden sind. Ebenso müssen die öffent­lichen Fernsprechstellen erheblich vermehrt werden. Auch fehlen in ausgedehnten Vororten und in Sied­lungsbezirken häufig die Briefkästen. Ihre Ge­samtzahl von 144 296 ist gewiß nicht klein, genügt

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aber noch nicht dem Bedürfnis. Es darf auch im Deutschen Reich keinen Landort mehr geben, in dem sich kein Briefkasten befindet. Der Briefzu- stelldienst ist bedeutend verbessert worden. Immer­hin gibt es nach 90 v. H. der Postagenturen und 11 v. H. der kleinen Postämter, die nur eine ein­malige Briefzustellung haben. Orte mittleren und größeren Geschäftsumfanges besitzen eine zwei­malige Zustellung. Nur 34 v. H. schätzen sich mit den Großstädten im glücklichen Besitz einer drei­maligen Zustellung.

Die Abwendung der Bevölkerung vom Bar­verkehr kommt in der sehr starken Zunahme des Postscheckverkehrs zum Ausdruck. Der Verkehrs­umfang stellt sich in 702 Millionen Buchungen, bei einem Gesamtumsatz von 145 809,2 Millionen Reichsmark dar. Von den 19 Postscheckämtern hat das Berliner Amt den weitaus stärksten Verkehr mit rund 140 000 Konten, während das kleinste Amt Stettin nur 16 000 aufweist. Die Tele­graphie ist der Betriebszweig, bei dem ein ge­wisser Stillstand, wenn nicht Rückgang, eintritt. Seiner Tätigkeit sind durch die Ausdehnung des Fernsprechverkehrs Schranken gezogen. Immerhin bleibt der Teleqraphenbetrieb mit feiner Leistung von rund 48 Millionen Telegrammen sehr beacht­lich. Deshalb hat die Reichspost in der Verbesse­rung der technischen Einrichtungen nicht geruht.

Großen Aufschwung nimmt das Fernsprech­wesen. Die Zahl der Teilnehmersprechstellen be­trug rund 2,9 Millionen, die der öffentlichen Fern- sprechftellen rund 58 000. Die 7074 Vermittlungs­stellen besorgten etwa 2426 Millionen Gespräche, darunter 280 Millionen Ferngesvräche auf 32 357 Kilometer Leitungen, davon 19 962 Kilometer Fernleitungen. Von allen Großstädten hat Ham- buxg den stärksten Teilnehmerprozentsatz, den ge­ringsten besitzt Gladbeck. Die Umwandlung der Aemter in den Selbstanschlußbetrieb schreitet rüstig vorwärts. Es sind bereits 1080 solcher Aemter — 15,3 v. H. der Gesamtzahl — vorhanden.

Bei dem sich erfreulich entwickelten Funk­wesen verdient der Unterhaltungsrundfunk be­sondere Beachtung. Er umfaßt 27 Sender mit 35 Besprechungsstellen und bedient etwa 3 Millionen

Rundfunkteilnehmer, das find 4,1 v. H. der Be­völkerung.

Der Gesamtpersonalbestand bei der Reichspost betrug 375 393 Personen, davon 244 375 Beamte. Der Rückgang bei den eigentlichen Beamten be­trägt etwa 7500. Für die Wohnungsfürsorge wur­den 17,5 Millionen Mark ausgegeben; 13 000 Be­amte sind noch ohne eigene Wohnung.

Die Betriebseinnahmen betrugen 2201,4 Mil­lionen Mark, die Ausgaben 2081,4, so daß rund 120 Millionen Mark an die Reichskasse zur Ab­lieferung gelangten. Außerdem war ein gesetzlicher Rücklagefonds von 100 Millionen Mark vorhanden. Das Gefamtvermögen betrug über 2,5 Milliarden Mark.

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Neuerdings werden wieder Gerüchte verbrei­tet, wonach die Deutsche Reichspost einenallge» meinen Abbau des Berufsbeamten­tums plane und bereits Maßnahmen in dieser Richtung vorbereite.

Hierzu erklärt der Reichspostminister, daß an allen diesen Gerüchten fein wahres Wort ist. Er werde auch weiterhin für die Erhaltung des Berufsbeamtentums eintreten, das die Deutschs Reichspost zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht ent, behren kann. ___________

Väder und Kurorte.

— Das Kaifer-Karls-Bad in Bad Lippspringe hat vor einiger Zeit den Padulus-Sprudel in Neuhaus bei Lippspringe käuflich erworben. Das Wasser wird bereits jetzt in Bad Lippspringe in der Trinkhalle den Badegästen verabfolgt. Der Padulus-Sprudel wurde im Jahre 1915 bei einer Tiefbohrung von 192 Meter als ein mächtiger warmer Sprudel erschlossen. Die Schüttung dieser Therme beträgt mehrere Sekundenliter, die Temperatur 23,1 Grad Celsius, die Radioaktivität 2,45 ME, der Gehalt an freier Kohlensäure 478,3 Kubikzentimeter bei 760 Milli­meter Druck. Professor Dr. med. et phil. Axel Winkler, Neundorf, bezeichnet den Padulus-Sprudel als eine koh­lensaure erdig-muriatische Therme mit Jod und Brom. Er empfiehlt die Quelle besonders zum Baden, Trinken und Inhalieren, bei Erkrankungen der Atmungsorgane sowie für Brust- und Halskranke. Durch diese neue Heil­quelle ist der Ouellenschatz des altbewährten Heilbandes Lippspringe sehr bereichert und ergänzt worden.

Der Sternhimmel im November.

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Der die 24 Stundenzahlen von Mitten nacht hie Mitternacht einee Tages ent» haltende Kreis und die dich punktiert* Linie, der sogenannte Horizont, sind fest• stehend zu denken. Der Sternhimmel dreh* sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zei» ger der Himmelsuhr — m 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogener* Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht• baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo­natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde zeigt: dadurch werden die zu' dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin­eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo­natsmitte ist der gerade Pfeil ^/d Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monate­mitte 1/3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun­gen ein. wenn er die astgedeutete Licht» gestalt zeigt.

Sonnenaufgang von 6,55 bis 7,50 Uhr.

Sonnenuntergang von 16,30 bis 15,50 Uhr.

Lichtge st alten des Mondes: 1. Vier­tel am 9. um 15 Uhr, Vollmond am 17. um 1 Uhr, 3. Viertel am 23. um 17 Uhr.

In diesem Monat gibt es am 1. etwas sehr Merkwürdiges zu sehen, aber, wie wir leider be­merken müssen, nicht bei uns, nämlich eine ring­förmige Sonnenfinsternis. Für einen bestimmten Gürtel der Erde tritt der Mond so vor die Sonne, daß sie, ihn überall überragend, ringförmig hinter ihm sichtbar bleibt. Dieser Gürtel zieht sich durch den nördlichen Atlantischen Ozean, durch das west­liche Afrika, dann durch das {übliche Afrika und einen Teil des indischen Ozeans. Der Gürte! ist, wenn auch im Vergleich zum Erddurchmesser sehr schmal, doch breiter als bei den meisten solchen Finsternissen. Für eine Linie, die sich ganz in der Mitte dieses Gürtels hinzieht, erscheinen Sonne und Mond als gleichmittige Kreise. Bei uns ist die Sonnenfinsternis nur noch gerade eben bemerk­bar; nur die tiefsten Teile der Sonne werden vom Monde bedeckt. Am Sternhimmel wird es nun auch winterlich! Tief im Norden erblicken wir

den Großen Bären, während umgekehrt die Cassio­peia, in der wir als hellsten Stern den Schedir erblicken, ganz hoch oben steht. Denken wir uns die Cassiopeia mit dem sich leicht einprägenden Sternhaufen der Plejaden verbunden, so finden wir als Berbindungssternbild leicht den Perseus und von den Plejaden aus die übrigen Teile des Sternbildes des Stiers. Augenblicklich ist dieses Sternbild dadurch ausgezeichnet, daß sich darin der alle anderen Sterne weit überstrahlende Iupi - t e r befindet, der nun bald in größter Erdnähe stehen wird, daher besonders hell erstrahlt und auch die ganze Nacht sichtbar ist. Wer ihn scharf mit den in seiner Nähe stehenden Sternen vergleicht, wird bemerken, daß er sich zwar langsam, aber doch merklich nach rechts bewegt. Unter ihm steht das prächtige Sternbild des Orion, und links von ihm sind die Zwillinge sichtbar.

Mit den übrigen Wandelsternen ist in diesem Monat ebensowenig Staat zu machen wie im vori­gen. Ganz unsichtbar ist der Mars, nur ganz kurze Zeit am Abendhimmel sichtbar ist der Sa­turn; auch die Venus wird als Morgenstern im­mer unscheinbarer, da sie der Sonne immer näher kommt. Gegen Ende des Monats ist sie nur etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang zu erblicken.

MO

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