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Mittwoch, 23. Oktober 1929
Silber vom Tage
unterschrieben in Ludwigshafen Frankenthal Bad Dürkheim Neustadt a. d. H. Speyer 'Landau Zweibrücken Oggersheim Rheingönheim Ntaudach
* Rücktritt des australischen Premierministers. Premierminister Bruce, der Führer der bei den letzten Wahlen geschlagenen nationalistisch-agrarischen Koalition, hat dem Generalgouverneur seine Demission überreicht. Der Führer der Arleiter- partei Scullin wurde, wie erwartet, mit der Kabinettsbildung beauftragt. Die neuen Minister werden in einer Versammlung der Arb-'t-.rvartet gewählt.
Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Wett im Bild' und „Buchenblätter". Rotationsdruck und Verlag der Fuldaer Rctiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- :: leitung 1152, Fuldaer Acliendruckerei 1150 und 1151. ::
Nur in Pirmasens haben sich an beiden Tagen zusammen etwa 460 eingetragen.
Besonders bemerkenswert scheint uns das oben angegebene Ergebnis von N e u st a d t a. d. H., da dort zur Eröffnung des Volksbegehrens kein geringerer als Hugenberg selb ft eine Rede hielt.
„Votks"-Vegehren!
Im benachbarten Lauterbach haben bisher 13 Personen das „Volksbegehren" unterscbr-e- ben, in Hersfeld 25, in Limburg 18, in dem befreiten Königstein überhaupt niemand. Im besetzten Gebiet wird das „Volksbegehren" als Hem- nis für die ersehnte Räumung völlig abge- lehnt. Das zeigt das Ergebnis in der Rhein- Pfalz. Es haben in den ersten beiden Tagen
Dr. Wassili Radoslamow,
der frühere russenfeindliche und deutschfreundlich, Ministerpräfident Bulgariens, ist im Alter von 7. Jahren gestorben. Als Leiter der bulgarischer Kriegspolitik wurde er nach dem Umsturz omr Staatsgerichtshof in Sofia verbannt und 192c in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Erst vor einem Vierteljahr wurde er durch Beschluß des bulgarischen Parlaments amnestiert, konnte aber nicht mehr in die Heimat zurückkehren, sön- dern starb nach sechsmonatiger schwerer Krankheit in der Berliner Charite
In der von Heinrich von Gleichen herausgegebenen unabhängigen Wochenschrift für nationale Politik „Serbin g" wird jetzt von j u n g nationaler Seite Stellung gegen die volksverhetzende Propaganda genommen. Es heißt dort u. a.:
„In der Propaganda für das Volksbegehren ist ein unverzeihlicher Fehler gemacht worden, dessen Auswirkungen natürlich nur den Gegnern des Volksbegehrens zugute kommen. Das ist das Märchen vom Menschenexport, zu dem wir nach dem Poungplan durch die Internationale Bank gezwungen werden könnten. Es war schon schlimm gemtg, daß in einer massenweise auf dem Lande verteilten Propagandabroschüre, die aus der Feder eines sonst unbekannten Handelsschulrektors nationalsozialistischer Parteiein- st e l l u n g stammen soll, dies Märchen vorgebracht und natürlich in der Agitation noch vergröbert wurde. Es zog der Propaganda den Vorwurf bewußter Lüge zu. Statt schleunigst dieses Märchen als unverantwortliches Propagandamittel preiszugeben und sich auf den ehrlichen Kampf für die gute Sache zu beschränken, hat der „Berliner Lokalanzeiger" in einer Betrachtung zu Guerards Rundfunkrede Märchen und Märchenerzählung verteidigen zu müssen geglaubt."
Man kann zwar den Leuten manches vormachen, aber es ist doch gefährlich, sie auch jeder Dummheit für fähig zu halten. Es gibt Grenzen, die bei dem heutigen Stand der Volksbildung auch nicht unterschritten werden dürfen, wenn noch auf Erfolg gerechnet werden soll. Bemerkenswert ist u. a. auch, daß der Landesausschuß Kurhessen für das „Volksbegehren", jetzt keinen Namen mehr unter feinen Aufruf fetzt. Die 50prozentige Beteiligung von hohen Militärs in Ruhestand an den Unterschriften scheint doch das „Volk s"- Begehren zu stark belastet zu haben.
Auch ein Protestler.
Aus Paris wird gemeldet: Der Revolverattentäter Grapin, der auf den der Gruppe Marin angehörenden Abgeordneten Dumaine in St. Dizier einen Schuß abgegeben hatte, um, wie er bei seiner Verhaftung erklärte, gegen die Rhein- landräumung zu protestieren, ist zwecks Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Irrenanstalt übergeführt worden.
Die Zündholz-Anleihe. i
Ueber den Inhalt der fast abgeschlossenen Verhandlungen wegen der Zündholz-Anleihe wird I bekannt: I
Das Reich erhält vom schwedischen Zündholztrust eine Anleihe von 500 Millionen Mark, oer- I zinslich zu sechs Prozent. Als Gegenleistung erhält das Deutsche Verkaufssyndikat der Zundholz- industrie das alleinige Recht, Zündhölzer zu importieren, das heißt, es wird ein Einfuhrhandelsmono- i wol geschaffen. Dieses Einfuhrhandelsmonopol wil, I wie jetzt verlautet, 32 Jahre laufen. Die entscheidende I Prelsreguiierung bleibt während dieser ganzen Zeit wie bisher dem deutschen Reichswirtschaftsmtny.er 1 überlassen. Der Kleinhandelsoerkaufspreis von 2p I Pfennigen für 10 Schachteln, der infolge der russischen Konkurrenz nicht ausgenutzt werden konnte, wird auf 30 Pfennige erhöht. Von der sich daraus I ergebenden jährlichen Mehreinnahme von 14—15 Millionen erhält das Reich 8 Millionen Mark, der I Rest bleibt der Zündholzindustrie, in der Hauptsache also Kreuger, der nahezu 70 Prozent der deutschen I Zündholzindustrie kontrolliert. Jedenfalls wird I berechnet, daß der Anteil Kreugers, das heißt per durch die Preissteigerung erzielte Mehrgewinn Kreugers eine zusätzliche Anleihe-Verzinsung von | 0 7 Prozent bedeutet. Die Anleihe soll 50 Jahre laufen. Das Geld wird der Reichskasse m Mei bis drei großen Raten ausgezahlt werden. Man I spricht davon, daß die erste Rate von etwa -00 Millionen Mark erst im Juni 1930 zur Auszahlung gelangen soll, so daß zur Deckung des Kassendefiztts mofjl doch noch Ueberbrückungskredite notwendig
>ürden.
Das Reich erhält, wie vorgesehen, * von dem Schwedentrust eine Anleihe in Höhe von 500 Mill. Mark. Diese ist zu sechs Prozent verzinslich und wird mit 93 Prozent netto ausgezahlt, so daß das Reich tatsächlich 465 Millionen Mark ausgezahlt bekommt.
* Wechsel in der italienischen Botschaft in Berlin. Die ,Vofs. Ztg." meldet: Der italienische Botschafter Graf Aldovrandi-Marescotti hat einen Urlaub angetreten und wird nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Bis zur Neubeiegung des Botschafterpostens führt der neuernannte Botschafts- rat Cicconardi die Geschäfte. Gleichzeitig mit dem Bytschafter sind der bisherige Botschaftsrat Rocco und die drei Botschaftssekretäre von Berlin abgerufen worden. Dieser Wechsel im Personal der italienischen Botschaft ist, so bemerkt das Blatt, Nicht auf politische Differenzen zurückzusühren und M auf die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und Italien, die nach wie vor korrekt und freundschaftlich sind, keinerlei Auswirkungen. Es han- dlt sich vielmehr um eine Maßnahme, die auf Differenzen verwaltungstechnischer Natur zwischen der Botschaft und der römischen Zentralbehörde zurnck- zuführen sind. Unter den Kandidaten für die Nach- solgeschaft Graf Aldovrandis, der sein Land seit Mär, 1926 in Berlin vertrat, wird bisher an erster Stelle der italienische Botschafter in Moskau, Vittorio Cerruti, genannt. — Laut „Vorwärts" erfolgte die Abberufung des Botschafters, weil vor kurzer Zeit auf bisher ungeklärte Werse der geheime diplomatische Ziffer- schlüssel der italienischen Botschaft entwendet wurde.
Es wirb weiter geprügelt.
Schwere Zusammenstöße bei einer nakionalsoziali- stischen Versammlung.
mtb. Leipzig, 22. Oki. (Gig. Meldg.). Die nationalsozialistische Arbeiterpartei hatte für gestern abend eine Versammlung nach dem Felsenkeller rm Arbeiterviertel Plagwitz einberufen, m der der frühere preußische Landtagsabgeordnete Wutle über „Schwarz-rot-goldenen Sklarek-Geist sprechen wollte. Es hatten sich in der Mehrzahl politische Gegner eingefunden. Als die Versammlung nach dem Anmarsch der nationalsozialistischen Sturmabteilung eröffnet werden sollte, entstand plötzlich eine allgemeine Schlägerei. Das bereit- stehende Überfallkommando räumte den Saal und die Versammlung wurde von der Polizei geschlossen. 25 Personen wurden als leichtverletzt, 3 als schwerverletzt festgestellt. Zwei von ihnen mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Der Abmarsch der Nationalsozialisten vollzog sich unter polizeilicher Deckung. In den Nachtstunden kam es noch verschiedentlich zu Reibereien.
Maßnahmen in Bayern.
Anfev Weg. i
t x Das Echo der Rede des Zenlrumsführers.
Aus Zentrumskreisen wird uns geschrieben: I In unserer schweren Zeit, in dem entscheiden- I den Teilabschnitt der deutschen Politik erlebten wir die staatsmännische Rede des Zentrumsführers, Prälat Dr. Kaas In allen parlamentarischen und politischen Kreisen nicht nur der Reichshauptstadt, I sondern ganz Deutschlands haben die offenen, dem Ernste der Lage entsprechenden mahnenden, sor- I dernden und wieder warnenden Worte, die Prälat I Dr. Kaas in Dortmund sprach, einen auherordent- I sich starken Eindruck hervorgerusen.
Die gesamte Berliner Presse hat sich mit diesen I Darlegungen, die von einer eindringlichen Überzeugungskraft und politischer Zielweisung sind, befaßt. Zum ersten Male seit langem ist hier von I einem tiefschürfenden Realpolitiker Entscheidendes I für unsere zukünftige Entwicklung in der Innen- I und Außenpolitik gesagt worden. Kein verant- I wortungsbewuhter Politiker kann an diesen Tat- I fachen achtlos vorübergehen. Er mag, wenn er I nicht zu uns gehört, an einzelnen Stellen Kritik I üben. Das ist sehr nützlich, weil es ja das Bestreben unseres Führers gewesen ist, alle Parteien zum I Nachdenken, zur Mitarbeit an der Lösung der I schicksalsschweren Probleme aufzurufen
Alle Parteien haben die Pflicht an das Resor- I mierungswerk zu gehen, als falsch erkannte Me- I thoden zu ändern. Der neue Kurs bedingt neue I Wege. Sowie bisher können wir nicht weiterkom- I men. Wir haben an dem Tag geklebt, nicht in die I Zukunft gesehen. Wir haben es verabsäumt, die positiv schaffenden und staatsbejahenden Kräfte so zu sammeln und zur Tatwirkung zu bringen, I daß Regierung und Parlamente die notwendige Aktionsfähigkeit erhielten. I
Das geben die Blätter der parlamentarischen Mitte offen zu. Sie wissen es zu würdigen und I zu verstehen, was Dr. Kaas den Parteien der I Mitte zu jagen hatte. Sie können sich seinen wuchtigen und klaren Beweisführungen nicht verfchlie- I ßen. Hier ist der einzig mögliche Weg aufge- I zeigt, den wir innen- und außenpolitisch zu de- 1 gehen haben, wenn wir weiterkommen wollen in I der Festigung des Staates, im Kampfe für Deutschlands Freiheit und Wiederaufstieg.
Die sozialdemokratische Presse billigt ebenfalls die aesamtpolitischen Betrachtungen des Prälaten Dr. Kaas. Aber sie fühlt sich betroffen durch die Kritik, die unser Führer an ihrem unstaatlichen Machtstreben übt. Und doch war diese Kritik iol- wendig. Denn die Sozialdemokratie hat zu sehr in der letzten Zeit auch Staats- mit Parteivolckik vermischt und trägt nicht geringe Schuld daran, daß eine unmögliche politische Entwicklung sich so zwangsläufig ergeben mußte. Derselbe Vorwurf ist gegenüber der Deutschen Volkspartei zu erheben. 'Auch sie hat, wie Dr. Kaas mit Recht betonte, nicht immer „die Folgerungen aus der Regierungsbeteiligung in letzter Zeit gradlinig" gezogen. Auch sie hat oftmals dazu beigetragen daß die Regierungsarbeit gehemmt blieb, weil sie zuviel Rücksicht nahm auf die Stimmung der Wählerschaft. Solch- Kritiken muffen verstanden werden. Sie sollen nur zur Besserung anleiten, unmögliche Zustände beseitigen.
Daß die Presse der Reckten dieser wohl bedeutsamsten Kundgebung der lebten Wochen gegenüber ihre alte Vogel-Strauß-Politik betreibt, ist nicht zu verwundern. In jenen Kr-isen ist durch die maßlose Agitation für das Volksbegehren, durch die Furcht- vor der drohenden Niederlage ein vernunftgemäßes Denken und eine sachgemäße Uebertegung nahezu ausgeschlossen. Mit wenigen Ausnahmen tut die Rechtspresse so. als ob sie nickt? gehört und nickt verstanden habe. Gerade sie hätte aber allen Anlaß, die bislang geübten gefährlichen Methoden zu ändern und sich auf ihre Pflichten wie sie jeder nationalen Opposition unbedingt erwachsen, ernsthaft zurückzubesmnen. Wenn wir Politik auf meite Sicht betreiben wollen, muß das Verantwortungsgefühl in allen Schichten unseres Volkes, bei allen Parteien neu geweckt und belebt werden. Wir brauchen alle Kräfte, die der Regierung, der Regierungsparteien, auch der Opposition, um die schweren Zeiten zu überwinden und eine erfolgversprechende Staatspolitik betreiben zu können. ...
Ueberaug bedeutsam bleibt noch die Rede für den augenblicklichen unerquicklichen Streit für oder gegen das Volksbegehren. Die Rechtspresse kann es nicht verschweigen, daß die außerordentlich klare, scharfe, aber sachgemäße Beweisführung Dr. Kaas's gegen die innere Unlogik des Volksbegehrens sie ganz besonders tief getroffen hat. Sie muß in der Rede unseres Führers für ihre weitere Agitation gefährliche Waffen erblicken, da selbst nationale Kreise zum Nachdenken und zur ernsten Prüfung aufgerüttelt worden sind. Man fühlt, daß diese Worte gesprochen werden mußten, weil sie all das enthalten, worauf das ganze Dott in diesen Wochen wartete. Daß Dr. Kaas noch keine endgültige Stellungnahme des Zentrums zum Poung-Plan für den Augenblick aufzeigte, wird in parlamentarischen Kreisen sehr wohl verstanden. Man betrachtet sogar die Stellungnahme der klugen Abwartung, ob die Voraussetzungen, die zu erwarten sind, sich alle erfüllen werden, als die wirksamste Unterstützung derjenigen Politik, die letzten Endes ausschlaggebend sein muß sur das Volks- und für das Staatsganze, die feiner allem geeignet ist, auch den Auslandsmächten den unbeugsamen Willen der übergroßen Mehrheit des Volkes zur endlichen Freiheit und zum Wiederaufstieg zu kommen, deutlich zu erkennen zu geben.
Das Zentrum hat jetzt feine Forderungen an die deutsche Politik, an die Regierung, an dre Par
teien für die nächsten Zeiten gestellt. Es dars erwarten, daß wer die Festigkeit der Regierung will, die Festigkeit des Staates, die Festigkeit der Verfassung, nun ernstlich an die Gewistenserior- schung herangeht, mit uns die ausgezeigten liege beschreitet, weil das, was wir wollen, allgemeingut des Volkes sein muß, wollen wir rneitenom- men und nicht in Halbheiten und Tagesverjuchen stecken bleiben.
* Verlängerung der Beratungsstelle bis zum Jahresende. Der DAZ. zufolge ist durch Zustimmung der Länder die Geltung der Richtlinien ver Beratungsstelle für Ausländsanleihen beim Reichs- finanzminifterium bis Ende 1929 verlängert worden. Inzwischen sind beim Reichsfinanznunisterium die Vorarbeiten für die Reorganisation der Beratungsstelle im Gange, die noch etwa drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen dürften.
* Fürst Bülow erkrankt. Wie der „Boss. Ztg." aus Rom gemeldet wird, ist der frühere Re-chs- kanzler Fürst Bülow am vergngenen Dienstag von einem leichten Schlaganfall betroffen worden, der besonders die sinke Seite in Mitleidenschaft gezogen hat. Die Nachricht von der Erkrankung des früheren Reichskanzlers war bisher auf seinen Wunsch geheim gehalten worden. Fürst Bülow hat den Anfall verhältnismäßig gut überstanden und befindet sich in Behandlung seines Leibarztes Nazzari. Dem Kranken ist strenge Ruhe verschrieben Der linke Arm ist völlig unbeweglich. Bei dem hohen Alter des Patienten schließt auch der bisher günstige Verlauf der Krankheit lieber» raschungen nicht aus.
Aus München wird gemeldet: Aus Anlaß der in der letzten Zeit mehrfach vorgekommenen tätlichen Ausschreitungen in Versammlungen hatte das Staatsministerium des Innern die bayerischen Polizeibehörden am 11. Oktober angewiesen, den polizeilichen Versammlungsschutz erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden und alles zu tun, um derartige Ausschreitungen von vornherein zu verhindern oder im Keim zu unterdrücken. Zur Verhütung solcher tätlichen Ausschreitungen ist nach der Weisung des Ministeriums mit Versammlungsverboten nur dann vorzugehen, wenn ausnahmsweise dre Polizeikräfte zur Sicherung des friedlichen Derlau- fes einer Versammlung nicht ausreichen sollten, und wenn nur auf dem Wege eines Versammlungsverbotes Leben und Gesundheit der Versammlungsteilnehmer geschützt werden können. Mit Rücksicht auf neuerliche Ausschreitungen während einer Versammlung in Nürnberg, hat das Ministerium des Innern seine Weisung an die Polizeibehörden noch mals in nachdrücklichster Form wiederholt und hierbei zugleich darauf hingewiesen, daß künstrg 'm jedem derartigen Falle die Frage der Ver- intmortung für die Nichtverhinderung solcher
Der Frischei-Stempel.
Gegenüber von beteiligter Seite in der Oeffentlichkell verbreiteten Nachrichten legt das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Wert auf folgende Feststellungen:
1. Es trifft nicht zu, daß die staatliche Eierregie oder die Rückkehr in die Zwangswirtschaft auf dem Gebiete der Eierverwertung geplant ist. Tat- fache ist, daß der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft in enger Zusammenarbeit nut den Landerregierungen und den beteiligten Organisationen im Laufe des letzten Jahres eine völlige Neuorgamsatwn der Eierverwertung für das ganze Reich auf genossenschaftlicher Basis in die Wege geleitet hat. Wenn das Ministerium sich bisher die Führung in dieser Angelegen- heit vorbehalten hat, so geschah dies lediglich deshalb, um über alle Sonderinteressen hinweg die von der Landwirtschaft selbst geforderte einheitliche Organisation des Absatzes für das ganze Reich durchzuführen. Im übrigen galt auf der ganzen Linie als Richtschnur der Wille, nur natürliche Wirtschastswege zu gehen und auf bestehenden auszubauen, wie es auch beabsichtigt ist, zunächst mit Staatsmitteln die organisierte Selbsthilfe allmählich überzuleiten in die freie Selbsthilfe der beteiligten Kreise. Dieses Ziel ist in gemeinsamen Sitzun- gen wiederholt, zuletzt aber bei der Gründung des Reichs- ausschusies für Geflügel- und Eieroerwertung am 12.
FutdaerZertung
■ ofwinirtor für hi» nhf ^nthrt 11 nh hpti Cfltibftcis 2Imtlid)es ÄrcisblGtt.
Vorkommnisse aufs strengste geprüft werden müsse. ■
* Der erste japanische Gefandie in Kanada. Aus Ottava wird gemeldet: Der erste japanische Ge- sandte in Kanada, Tokugawa, hat dem General- Gouverneur Lord Willingdon sein Beglaubigungsschreiben überreicht.
Das französische Parlament tagt
wtb. Paris, 22. Okt. (Gig. Meldg.). Kammer und Senat traten heute mittag zu einer außerordentlichen Tagung zusammen. Die Regierung wird voraussichtlich zu Beginn der Sitzung die Forderung stellen, daß die Aussprache über das Budget für 1930 ohne Unterbrechung durchgefuhrt werde. Die Interpellationen, die sich auf die auswärtige und allgemeine Politik beziehen, sollen zuruckge- stellt werden. Diese etwa 20 Interpellationen, die sich zum Teil auf die Rheinlandrau m u n g, auf die Saarfrage, auf die Ergebnisse der Haager Konferenz, auf die Unterredungen des Abg. Paul Reynaud mit Deutschen, sowie auf die Frage der Abrüstung und des Berteidigungssystems an der französischen Ostgrenze beziehen, sollen bis zu dem i Tage zurückgestellt werden, an dem das Gesetz über die Ratifizierung des Poungplanes zur Debatte steht. Man nimmt an, daß dies frühestens in den ersten Dezembertagen geschehen kann. Die beginnende Tagung würde also ausschließlich der Beratung der Budgets und der Ratifizierung des Haa, ger Abkommen gewidmet sein. t ■&
Edison-Feier in Amerika.
50. Jahrestag der Erfindung der Glühlampe«. Einweihung eines Edison-Institutes.
wtb. Detroit, 21. Okt. (Gig. Meldg.). Präfl- I bent Hoover und feine Gattin sind hier einge« I troffen, um am heutigen 50. Geburtstag der Grftn« düng der elektrischen Glühlampe durch Gdison das neue Gdison-Institut einzuweihei^
Ein Glückwunsch des ReichsprGdenten.
wtb. Washington, 22. Okt. (Gig. Meldg.). Bei der Edison-Feier in Dearborn (Michigan) verlas I Owen D. Poung ein Telegramm des Reichsprasi- I benten von Hindenburg, in dem dieser dem gleichalterigen großen Grsinder herzliche^ Gluck« I wünsche zum goldenen Iubilaum der Erfindung der elektrischen Glühlampe übermittelt. Minutenlanger Beifall folgte I der Verlesung des Telegramms, die ganz Amerika I im Radio mit anhörte.
Anzeiger für die Stadl Hulda und den Landkreis Fulda