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Sie Zentmmsparkei des Kreises Gersfeld hatte am Donnerstagmittag 1 Uhr die Obleute zu­sammen berufen, um die Kandidaten für die Kom- munal-Landtags- und Kreistagswahlen aufzustel- len. Zugleich wurde die Kreispartei einer Neu-

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bringt uns das um das Vertrauen der Allgemein­heit, die an unsere ehrliche Mitarbeit, ant allgemei­nen Wohl schließlich nicht mehr glaubt, wenn wir uns nur auf die Wahrung unserer nächsten Stan- desinteressen zurückziehen. Wie leicht kann uns das das Mißtrauen der breitesten Kreise unserer Mitbewohner in unserem Wirtschaftsgebiet eintra­

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Be: der Wahl des Vorsitzenden fielen auf den seitherigen Vorsitzenden, Pfarrer Golbach-Sim­mershausen, von 41 abgegebenen Stimmen 37. Zum 2. Vorsitzenden wurde Pfarrer Ramb- Gersfeld gewählt. Herr Reinhard-Mauerschell, der jahrzehntelang die Partei im Kreistag vertreten hat, gab zu erkennen, daß er infolge seines hohen Alters (73 Jahre) nicht mehr gewillt sei, weiter politische Ehrenämter zu übernehmen. Auf einstim- ' mg wurde er zpml

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Zuschriften aus unserem Leserkreis.

Für die hier erfolgenden Veröffentlichungen übernimm* die Schriftleitung nur die durch das Pretzgesetz borg«, schriebene Verantwortung.

Rückers (Kr. Hünfeld). Der Notschrei aus Lütte, über den schlechten Zustand der Landstraße findet hte, Widerhall; denn es gibt im ganzen Deutschen Reich keine -j Haupt st raße, die so vernachlässigt ist wie die Strecke Haunegrund—Rückers bis zur Abzweigung nach Michels, rombach; die Strecke vom Kreuz bei Marbach bis zum Friedhof ausgenommen. Während man Anstrengungen macht, unsere Strecke mit scharfem Schotter und Sand auszubessern, der immer wieder von den Autos fortge­wirbelt wird, ist der Zustand um und in M ar back nicht zu beschreiben. Wer, wie der Schreiber, aeschaftlrch gezwungen ist, die Strecke zu fahren, sieht seit fast einem Jahre keinen Arbeiter auf der löcherigen, holpngen Leipziger straße: Hauptverbindungsweg Frankfurt- Berlin—Leipzig, der täglich von vielen Autos und Wo- gen befahren wird. Wäre es nicht bester gewesen, we­niger Steine anzufahren und einen Teil zu pflastern, als jetzt ein Jahr die Straße mit Pflastersteinen zu säu­men und die Löcher immer tiefer werden zu lassen? W« ist die Straßenverwaltung Fuldas und Hünfelds?

(Folgt Unterschrift.)

Du einmal nicht zufrieden bist.

Hinein, mitten hinein in die Volksgemeinschaft, deren Vertrauen wir brauchen. Das Verständnis der anderen für uns gewinnen, indem wir Ver­ständnis zeigen für die Sorgen und Bedürfnisse der anderen.

Gewiß werden mir nicht überall Erfolg haben. Es wird immer Leute geben, die in der Theorie ge­schworene Feinde des Großkapitals find und in der Praxis fast jeden Groschen unbedacht dem Großkapital zutragen. Es gibt auch Leute, die prinzipiell nichts zum gerechten Preis kaufen, die mit der Spürnase der Aasgeier begabt sind, her­auszufinden, wo einer vor dem Zusammenbruch steht und um jeden Preis verkauft. . Es gibt in die­sem Sinne auch unter den Käufern Schieber und Wucherer.

Viele aber werden unsere Verbundenheit mit dem Volksganzen verstehen, wenn wir diese Ver­bundenheit herstellen. Viele werden es verstehen, wenn wir sagen: „Wenn Ihr Euer Geld doch aus­gebt, ausgeben müßt, laßt es in Eurer Vaterstadt, zahlt es nach Möglichkeit dahin, wo auch Eure Vaterstadt die Steuer aus dem Gewinn des Kauf­manns und Handwerkers bekommt." Es erscheint deshalb unverständlich, wie in dieser Zeit der Ruf ertönen kann: Hinaus aus der Volksgemeinschaft, hinein in eigene Parteiorgansation, in eine rein­wirtschaftliche Standespartei, eine einseitige Inter­essengruppe. Wie gefährlich ist das! Wie leicht

Gersfeld ernannt.

Als Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Karl Wehner - Poppenhausen, Leopold Pfeffermann - Ebersberg, Karl Füller-Schmalnau, Karl Schütz- Lütter, Reinhard-Mauerschell, Joh. Georg Keidel- Wüstensachsen, Schönberg-Hilders, Nüdling-Lahr- bach. Als Mitglieder des Laickesausschusses der

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Zentrumsparter wurden gewählt: Pfarrer Golbach. Simmershausen, Reinhard-Mauerschell, Schönberg. Hilders, Pfarrer Ramb, Wehner-Poppenhausen.

Die einzelnen Obleute der verschiedenen Gegen, den machten Vorschläge für die Wahlen zum Kom- munal-Landtag. Es wurde beschlossen: an 1. Stelle: Landrat Dr. Wiechens, an 2. Stelle: Karl Wehner, an 3. Stelle Kaufmann Seifert in HrlderS aufzustellen. Gleichzeitig machten die Obleute Vor­schläge für die Wahlen zum Kreistag. Auch hier wurde eine Einigung erzielt. Der Parteivorstand des Kreises Gersfeld wird in den nächsten Tagen die Listen endgültig aufstellen.

Interestenvertretung ist.

Aerzke dürfen inserieren.

Gegen das Urteil der Strafkammer des Ham­burger Landesgericht, die int Prozeß zweier Aerzte entschieden hat, daß das fortlaufende ärztliche In­serat nach den Grundsätzen der Allgemeinheit nicht unlauter sei, hatte die Staatsanwaltschaft Revi- sion eingelegt. Diese Revision hat die Staatsan­waltschaft jetzt zurückgegangen. Damit erlangt das Urteil Rechtskraft. ,j.

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lagen bis zum Schluß der Redaktion keine Mel­dungen vor. Falls, wie gestern uns angekündigt wurde, die Holland-Fahrt in der kommenden Nacht beginnt, werden wir Sonntag vormittag die ein­gehenden Mitteilungen an unserem Geschäftshaus

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Schulze, der Fritz Lehmann ist, so soll er sich auch so nennen. Der Träger der Verantwortung sollte mit Stolz den Namen der Firma abgeben. Es wirkt lächerlich, wenn ich mich so-und-so-Werke nenne, wenn ich nur ein Werk, vielleicht nur eine Werkstatt, ja vielleicht nur ein Büro habe. Es wirkt lächerlich und grenzt fast an unlauteren Wett­bewerb, wenn ein junger Anfänger, ein Minia­turgeschäft, sich soundso-Einkaufszentrale oder so- undso-Vertriebszentrale benennt.

Der Mittelstand lebt vom Vertrauen der ganzen Volksgemeinschaft. Er muß also alles meiden, was dieses Vertrauen zerstört ober langsam zersetzt. Im Gegenteil, er muß sich bewußt hineinstellen in die Volksgemeinschaft. Er muß alles tuen, was ihm Vertrauen erwirbt. Er muß sich selbst ganz klar sein über seine Verbundenheit mit dem Volksgan­zen. Dann kann er auch dem Volksganzen klar machen, was er ihm gibt. Dann kann er dem kau­fenden Publikum zurufen: „Trau, schau wem", das heißt in der Praxis: Kaufe, bestelle, gib Ar­beit, aber schau bei wem. Schau nach dem Verant­wortungsträger. Schau ob du auch den siehst, bei dem Du Dich mit Erfolg beschweren kannst, wenn

♦ (Es gab feinen Lorbeer mehr. Der Tod des Reichs­außenministers Dr. Stresemann hat den Berlin« Blumengeschäften eine schwierige Aufgabe gebracht. Sie Kranzbestellungen waren in so außerordentlich großer Zahl eingegangen, daß das hauptsächlich begehrte Ma­terial, vor allem Lorbeer, einfach nicht mehr zu habe« war. Da trotzdem noch dauernd große Bestellungen em- gingen, hatten die Berliner Blumengeschäfte sich zunächst nach Italien gewandt und unter Ausgabe von Bestellun­gen gefordert, daß der Lorbeer schleunigst durch Flug» Se nach Berlin gebracht würde. _I)te italienischen

-rauten waren jedoch zu ihi stände, diese Aufträge auszufüh: lien in den letzten Tagen stark gi beer in nassem Zustande für L . ist, da er sofort bei Erwärmung schwarz werden würde. Die Berliner Blumenfirmen haben infolgedesten zunächst versucht, möglichst große Mengen Lorbeer aus den Be­ständen der Händler im Reich aufzukauf und sich wei­ter nach Holland und Frankreich mit ihren Bestellungen gewendet. In den bedeutendsten Berliner Blumenfir­men waren Kranzbestellungen aus Anlaß von Strese- manns Tod von vielfach mehr als 50 Stück eingegan­gen, wobei nur Kränze aus edelstem Material gefordert wurden. Infolgedessen war eine weitere Knappheit auch an anderen Pflanzen zu verzeichnen. Dor allem fehlt«

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liefern ober Bankrottwirtschaft zu treiben. Beides hat keinen Sinn und rächt sich. Jede Arbeit ist ihres Lohnes wert, des gerechten Lohnes. Dieses soziale Grundgesetz gilt für alle, ob Arbeitnehmer oder irtschaftlich Selbständige.

Der Mittelstand soll ferner nicht die ganz un- sozialen Angewohnheiten gewisser großkapitalisti­scher Unternehmungen nachahmen und ohne Not, nur aus einer einfachen Rentabilitätsberechnung heraus jeden Mitarbeiter heraussetzen, wenn er den höchsten Tarifsatz und soziale Zulagen erlangt hat. Er lebt vom Vertrauen der Bevölkerung, nicht zu­letzt vom Vertrauen der breiten Arbeitnehmerkreise. Nicht nur aus sozialer Weltanschauung heraus, schon allein aus Klugheit sollte er jede nicht unum­gänglich notwendige Härte vermeiden.

Der Mittelständler sollte ferner sein Unterneh- men mit seinem ehrbaren, gutbürgerlichen Namen decken. Wenn es der Karl Müller, der Max

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Fühler ht unser Wirtschaftsgebiet ausstrecken. Cs fei hier ganz abgesehen von den Großbanken, die mit ihrer großen Kapitalkraft unserer Wirtschaft auch die Gegenleistung für das bringen, was sie holen. Aber dem Handelsgewerbe ist auch in Fulda, wie in allen Mittel- und Großstädten eine großkapitalistische Konkurrenz erwachsen.

Soll der Mittelstand ganz verzagen? Soll er die Flügel hängen lasten und sich selbst preisgeben? Vor allem, wie soll der Mittelstand der Derttmt- enskrise im Wirtschaftsleben entgegenarbeiten? Wie sich vor ihr retten? m ,

Zunächst durch Aufklärung. Er darf mit Recht darauf Hinweisen: Die Ursachen der Vertrauens- krise liegen in keiner Weise bei ihm. Er arbeitet in seinem eigenen Geschäft, mit seinem eigenen Ka­pital. Mit seinem Geschäft steht und fällt seine eigene Existenz. Sei sein Kapital noch so Hem, es ist ihm wertvoll genug, es nicht durch verantwor­tungslose Korruption aufs Spiel zu setzen. Er steht dem konsumierenden Publikum, seinen Käu­fern und Auftraggebern mit der vollen persönlichen Verantwortung beladen gegenüber.

Der „Dienst am Kunden" ist für ihn der Dienst für seine eigene Existenz. Ihn schützt kein Kartell, keine Preiskonvention größeren Ausmaßes, er be­herrscht nicht den Absatz durch Syndikate, und durch ein vielleicht durch hohe Konventionalstrafen ge­bundenes Netz abhängiger Verkaufsstellen. Er muß um den Absatz, um Beschäftigung werben, durch Tüchtigkeit, durch Leistungsfähigkeit, durch Preiswürdigkeit, mit einem Wort durch „Dienst am Kunden".

So könnte der Mittelstand aus dem Unheil der Vertrauenskrise, durch rücksichtslose Aufdeckung der Ursachen und der Zentren der Korruption gerade für seine Wirtschaftsform neues Vertrauen wecken.

Er darf aber auch nicht nur sich in Selbstgefäl­ligkeit bespiegeln, wenn er sieht, daß er an den großen wirtschaftlichen Sünden unschuldig ist. Er soll auch sein Gewisten erforschen nach den kleinen Sünden, die auch die Vertrauenskrise gegen seine wirtschaftlichen Unternehmungen Hervorrufen kön­nen. Er braucht zunächst in dem gewiß schweren Konkurrenzkampf mit den großkapitalistischen Un­ternehmungen nicht alles nachzumachen, was wirk­lich nicht nachahmenswert ist. Er soll sich den Ruf erwerben, zum gerechten Preis seine Ware in guter, einwandfreier Qualität zu liefern. Nickst durch eine Unmenge von Sonderveranstaltungen beim Publi­kum den Anschein erwecken, als ob man nur in Aus­verkäufen und Sonderveranstaltungen preiswert kaufen könne. Er soll nicht dauernd heute 4, mor­gen 5 Proz. Rabatt und nächstes Jahr vielleicht 6, 8, oder 10 Proz. Rabatt geben. Jedes Kind weiß, daß ich so etwas nur geben kann, wenn ich es ein­kalkuliere. Und jeder wird sagen, anstatt 5 Proz. Rückvergütung kann ich auch 5 Proz. billiger ver­kaufen, und dabei noch eine Unmenge mit dem Rückvergütungssystem verbundene Arbeit und Ko­sten sparen.

Er soll auch keinen unmöglich billigen Preis stellen. Gewiß, man kann manches erreichen durch Umsatzsteigerung, Großbezug, Rationalisierung. Manches, aber nicht alles. Es gibt auch unmögliche Preise. Preise, die nur die Wahl lassen, Schund zu

gen.

So sicher es ist, daß wir nur vom Vertrauen der Allgemeinheit leben können, so sicher ist es auch, daß wir am Mißtrauen der Allgemeinheit, wenn es einmal aufkommen sollte, zu Grunde gehen.

Eine Hand wäscht die andere. Der Kampf aller gegen alle br ngt nur Ruinen. Die Zentrumspartei, die alle Krei e umfaßt, hat in ihrer neugeordneten Parteiorgan! ation, in den Beiräten für Handwer­ker, Handel, Industrie und freie Berufe allen wirt­schaftlich Selbständigen eine dankenswerte Gelegen­heit geschaffen, Standesinteressen im Rahmen der Volksgemeinschaft zu vertreten. Es wäre geradezu unverständlich, wenn nicht alle auf dem Boden un­serer Weltanschauung stehenden selbständigen Mit­bürger die Gelegenheit benutzten, auf diese zu­gleich wirksame und versöhnliche Art und Weise ihre Interessen in dem bevorstehenden kommunallen Wahlkamps zu wahren. Freilich kann es nur eine Interessenvertretung mit Maß und Ziel sein, aber das ist auch die einzige, die auf die Dauer wirklich

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