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Dienstag, den 8. Oktober 1929

Fuldaer Zeitung (Amtliches Kreisblatt.)

MN

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kchen in gefestigtem Boden der Ueberlieferung und der Gefahr eines nihilistischen Zustandes, der durch das Wort Bolschewismus russischer Art gekenn­zeichnet ist, zeigte er die Aufgaben, die sich heute der Volksbildung und Volkserziehung barbieten. Es kommt nicht darauf an, Wert-Vergleiche zwi­schen der früheren und der heutigen Lehrerbildung zu ziehen und der einen oder der anderen den Vorzug zu geben. Die alte Lehrerbildung entsprach in hohem Maße der Aufgabe ihrer Zeit. Die h e u- tige Lehrerbildung muß, wenn sie zum Segen für das Volk und die Kultur werden will, auf die heutige geistige Lage der Menschheit ein« Seftellt fein und die entsprechenden Wege gehen.

lichts ist mehr Selbstverständlichkeit, alles muß durch Erkenntnis und Wille erworben werden. Deshalb darf auch die Berufsausbildung des Leh­rers heute nicht mehr nur auf die Schule abge« stellt fein. Der Lehrer soll Bolkslehrer werden. Freimütig kennzeichnete der Redner Entwicklungs­möglichkeiten, die einer solchen Tätigkeit entgegen« stehen würden und die vermieden werden müssen. Die pädagogische Akademie wurde von dem Red­ner, nachdem ihre geistigen Grundlagen in fein­sinniger, tiefschürfender Weise auseinandergefetzt waren, auch in den Grundzügen ihrer praktischen Arbeit lbendig aufgezeinet. Herausgesteltt wurde der Gedanke, daß ihre Arbeit dem Wesen nach eine Sondergestaltung erforderlich mache und nicht von irgend einer anderen schon bestehenden Hoch- fchulform hätte geleistet werden können. Hervor« gehoben wurde auch die Bedeutung der welt­anschaulichen Gestaltung der neuen Bildungs« anstatt. Erkenntnis von der Bedeutung dessen, was Wissenschaft in der Tat ist, Zusammenfas­sung der Arbeit im Rahmen der Pädagogik, Ab­wendungen von dem alten Bildungsideal das seinen Schwerpunkt in der Vermittlung umfassen-

Schlitz—Bad Salzschlirf an Sonn« und Feiertagen gefahrenen Frühzüge während des Winters und zwar bereits vom 6. Oktober ab wieder ausfallen, sollen, um den allseitigen Wünschen der Bevölke- ' *■ "eiten

der um 11,6 Prozent auf 10 575 gestiegen und hat damit einen neuen Höchststand erreicht. Der erneute Personalabbau erfolgte nicht allein infolge schlechter Geschäftslage und damit verbundenen Be­triebseinschränkungen, sondern zum Teil lediglich infolge durchgreifender Rationalifierungsmaßnah- men. So erfolgten neue Massenkündigungen im Bankgewerbe nicht nur in den an der Fusion Deutsche Bank—Discontogesellfchast beteiligten Bankinstituten, sondern auch vielerorts in anderen Bankbetrieben. Die Kündigungen werden sich zwar zum Teil erst im Verlaufe der nächsten Monate auswirken, bedeuten aber eine starke Belastung des kaufmännischen Stellenmarktes, da eine der­artig große Anzahl von Bankangestellten in ihrem Beruf kaum wieder unterkommen wird, ihre Ver­mittlung in kaufmännische Betriebe aber mit be­sonderen Schwierigkeiten verknüpft ist. Die Lage in der Eisen- und Metallindustrie hat sich weiter­hin verschärft. Zahlreich« Betriebeinschränkungen bezw. Stillegungen von Maschinenfabriken und Eisenwerken zogen umfangreiche Kündigungen und Entlassungen nach sich. Aus der Schuh- und Le­derindustrie wird gleichfalls von Stillegungen be­richtet. Uneinheitlich ist die Lage in der Textil­industrie. Während die Tuchfabriken in Crimit- schau gut beschäftigt sind, arbeiten die Tuchwerke in M.-Gladbach durchweg kurz. Gegenüber der Steigerung des Bewerberandranges ist eine stär­ker hervortretende Nachfrage in einzelnen Wirt­schaftszweigen nur in sehr geringem Maße zu be­obachten. Der Hauptanteil der Anforderungen entfällt auf Kontoristen mit buchhalterischen und stenografischen Fähigkeiten, wobei fast ausschließ-

| lich jüngere Kräfte verlangt werden. Daneben boten sich noch verhältnismäßig günstige Vermitt­lungsmöglichkeiten für gut eingeführte. Reisende und Verkaufskräfte der Manufakturwaren- und

| Lebensmittelbranche. Auch Lageristen für den । Lebensmittelhandel wurden etwas stärker als im Vormonat angefordert. Im Versicherungsgewerbe wurden auch im September Außenbeamte gesucht.

Fulda und Reudeutschland.

I Das Oktoberheft des Leucht-Turm, der I Monatsschrift Neudeutscher Jugend (Gildeverlag- I Köln) hält in einem Fulda-Heft die Erinnerung an I den 10. Neudeutschen Bundestag, der vom 31. I Juli bis 4. August dieses Jahres in" Fulda stattfand, I in Wort und Bild fest. Heber den Kreis der Neu- I deutschen hinaus werden in Fulda namentlich die I roohfgelungenen Aufnahmen von der Tagung In- I tereffe finden. Der „Leuchtturm" befindet sich un- | ter den zahlreichen Zeitschriften, die im Lesesaal I her Fuldaer Landesbibliothek zur Verfügung I stehen. ______________

An den mit + bezeichneten Haltestellen wird nur angehalten, wenn Reisende aus- oder einstei­gen wollen (Bedarfshaltestellen).

Es wird nochmals darauf hingewiesen, , daß diese Fahrten nur an Sonn- und Feier­tagen ausgeführt werden. ________________

Zentrum und Kommunalpolitik. Versammlung der Kommunalpolitischen Bereinigung des Landkreises ÜFuIba.

Die Kommunalpolitische Vereinigung der Deut­schen Zentrumspartei, Kreisvereinigung Fulda, hatte gestern nachmittag zu einer B e - jprechung über kommunalpolitische Fragen in das katholische Gesellenhaus zu Fulda eingeladen. Die Versammlung wurde von dem Vor­sitzenden der Kreisvereinigung, Hauptlehrer V o g e? Künzell, geleitet. An Stelle des verhinderten Red­ners, Kanonikus Jansen-Aachen, sprach Herr H orich s, Dezernent bei der Kommunalpolitischen Zentrale in Köln. Sein vorzügliches Referat zeigte, tote die Politik in Kreis und Gemeinde, vom Zentrumsstandpunkt betrachtet, aussehen muß und was von den Persönlichkeiten zu fordern ist. die diese politische Arbeit in Kommune und Kreis leisten.

Die Aufgaben in der kommunalen Politik sind gegenüber der Vergangenheit bedeutend gewachsen. Dazu kommt noch,begünstigt durch die wirtschaft­liche Rot, ein verstärkter Druck der verschiedenen Stände aufeinander. Um in diesem Widerstreit der persönlichen Meinungen und Interessen den rechten Weg zu finden, muß der Gemeindevertreter bei seinem Handeln eine klare Richtschnur haben. Die gibt ihm das große Gebot der christlichen Nächsten­liebe. Der Gemeindevertreter muß sich nach dein Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit richten. Nicht die Interessen eines bestimmten Standes, sondern das Wohl der Gesamtheit soll für ihn maßgebend sein, ob es sich nun um Steuer-, Schul-, Wohlfahrts- oder sonstige Probleme handelt.

Politik ist angewandte We ltanschau- ung, Dienst an der Allgemeinheit. Reine Standespolitik ist ein Zerrbild der Politik. Von ihr gilt das häßliche Wort: „Politik verdirbt den Charakter." Eine derartige Politik wird von der Zentrumspartei abgelehnt. Deshalb verwirft die Zentrumspartei auch die Standeslisten, mö­gen sie außerhalb oder innerhalb der Partei oder von bestimmten Einzelpersönlichkeiten ausgestellt werden. Die Standeslisten sind aus dem materiali­stischen Geist der Gegenwart heraus geboren. Statt Dienst an der Allgemeinheit will man nur Dienst am eigenen Stande, das heißt am eigenen Ich leisten. Ueberspannte Forderungen auf der einen Seite lösen aber Gegenforderungen auf der anderen Seite aus. Viel leichter lassen sich die berechtigten Interessen eines Standes in Zusammenarbeit mit den Vertretern der anderen Berufsschichten in der eigenen Partei durchsetzen. Wenn nur Geschäfts­politik für die einzelnen Stände auf dem Rathaus gemacht wird und wenn sich die Vertreter nur von materiellen Interessen leiten lassen, so wird das Gefühl der Heimatliebe in der Kommune erdrosselt. Mit dem Gemeindebürger wird aber auch der

an 6,12 „ 6,11 „ 6,10 „ 6,05 „ 6,01 „ 5,58 „ 5,54 ab 5,53

50 Jahre P. G.

Heute vormittag fand aus Anlaß des 50jähri- gen Bestehens der Vereinigung katholi cher Lehrer von Fulda und Umgebung Zwecks beruflicher Fort- bildung, die unter dem Namen PA"0ogftche Ge­sellschaft im geistigen Leben der Stadt und des Fuldaer Landes bekannt ist, eine erhebende aka­demische Feier statt. In der Aula der Wm- sriedschule, dem ehemaligen Lehrerseminar, mb em die Pädagogische Gesellschaft ms Leben gerufen worden ist, hatten sich mit den Mitgliedern der Gesellschaft aus Stadt und Land viele Gaste zu einer Feierstunde vereinigt. Als Vertreter des Hochw. Herrn Bischof war Domdechant Prof. Dr. L e i m d a ch erschienen, ferner die Domkapitulare Prof. Dr. Thielemann und Günther, Oberbürger­meister Dr. Antoni und eine Reihe von Mitgliedern des Magistrats und der Stadtschilldeputation, sowie Landrat .üttyr. v. Sägern, die Direktoren der höheren Lehranstalten Fuldas sowie Kreisschulrat Dr. Hamacher. Namens der Pädagogischen Gesell- schäft hieß, nachdem ein Orgelvortrag von Lehrer Sauer-Fulda den Festakt würdig emgeleitet hatte, Lehrer Rudolf H a pp di eErschienenen willkommen, gedachte des Anlasses der Veranstaltung, würdigte die Verdienste, die sich der jetzt im 86. Lebensjahr stehende frühere Direktor des Fuldaer Lehrersemi­nar Heinrich Dietrich als Begründer der P G.^er­worben hat. Die Versammlung richtete zum Ausdruck unwandelbarer Treue ein warm empfundenes Begrüßungsschreiben an den verehr­ten Altmeister der Pädagogik. Besonderes -Jute» r»sse fand eine Wendung in dem Begrüßungsschrei­ben des Kasseler Schuldezernenten Kellner, in der Fuldas Hoffnungen als Sitz einer neuen katholi- schen Akademie neue Nahrung erblicken dursten, ^rzlick aebacbte der Redner auch des anwesenden Mitbegründer der P. G., Lehrer i. R. Both, und der vier Ehrenmitglieder der Gesellschaft. Emen freundlichen Willkommgruß entbot " dem Redner des Tages, dem Direktor der ersten kathott chen pä­dagogischen Akademie, Prof. Raederscheidt aus Bonn.

Nachdem Studienrat Zilliken auf dem Flügel, die Legende von Lizst in packender Meisterschaft vorgetragen hatte, ergriff Prof. Raederscheidt das Wort. Es ist bekannt, daß Prof. Raederscheidt bei der praktischen Gestaltung der neuen Lehrer­bildung einer der geistig führenden Manner ist. Es war eine Fülle der Anregung und fruchtbar- ren Erkenntnis, die der Redner feinen aufmerksa­men Zuhörern vermittelte. Ausgehend von der geistigen Lage unserer Zeit, dem immer verhäng­nisvoller schwindenden Verwurzeltsein des Men-

rung Rechnung zu tragen, zu nachstehenden Zeit wieder Kraftpostfahrten ausgeführt werden. 2Bei diese Fahrten auch in erster Linie der Postbesör- berung dienen, so sollen sie doch gleichzeitig den Reisenden eine Möglichkeit bieten, die zwischen 5 und 6 Uhr in Bad Salzschlirf verkehrenden Früh- züge nach Fulda und Gießen auch Sonntags be­quem zu erreichen. Die Fahrten werden nach fol­gendem Plan ausgeführt:

Fulda, den 7. Oktober 1929. 1

An die Frauen!

»inck für uns in Fulda ist nicht ohne Be- . ,77,na was auf der Tagung der Rheinischen - ^^ilnis-Frauen, die in Köln stattfand, zu den I [ Entstehenden Wahlen gesagt und beschlossen ■erbe Wichtig sei, so wurde in dem einleitenden I I J11; ‘t ausgeführt, insbesondere die richtige Aus-

hi her Frauenkandidaturen unter Be- ^mna des Grundsatzes, der politisch leistungs- fTiaften Frau den Vorzug zu geben und in glei- !^r Weise die verheiratete und ledige wie berufs- I MLiae Frau zur Vertretung der Wählerinnen zu I lolrufen. Dort, wo die Frauen in den Partei- I -Stanzen maßgeblich vertreten find und mit-

r beiten, werden Frauenkandidaturen eher I «ortannt werden; ebenso wird dort der Frauen-

in den Wählerlisten gesichert sein, wo der I ' »fLenbeirat durch eine guteArbeit Mit- I ^ttitmnungsrechte erworben hat. Die Aufklärungs- I nb Werbearbeit muß im bevorstehenden Wahl« in weiteste Frauenkreise getragen werden, | *®ru au<i) in die uns weltanschaulich nahe- »ebenden F r a u e n o r g a n i f a t i o n e n al- , Art. Für die Organisierung dieser Arbeit, wie 6 "L Schulung und Stellung von Mitarbeiterinnen ,,nd Rednerinnen muh sich der Frauenbeirat ver- Mtirortlich fühlen. Die katholische Frauenwelt mit einem größeren Stimmengewinn für die ißartei gewonnen werden. Durch das Ausbringen ber letzten weiblichen Stimme will der Frauen­beirat den Sieg des Zentrums in der Kommunal« politit und Selbstverwaltung sichern.

' An die katholische Frauen erging folgender Ausruf:

Der 17. November entscheidet, ob in den Ge­meinde«, Kreis- und Provinzialverwaltungen Fraueneinfluß und Frauenverantwortung erhal­ten bleibt. In Zeiten schwerster Not wäret ihr, christliche Frauen, es, die, als Staatsbürgerinnen aufgerufen, eure Pflicht erkanntet und einem ge­funden Wiederaufbau in den Gemeinden und im Staat die Voraussetzungen schütt. Euer Eintritt in die Zentrumspartei gab die Entscheidung. Die Stimmen der katholischen Frauen in Stadt und Land sickerten der Zentrumspartei ihren entschei­denden Einfluß im Kamps gegen die Strö­mungen von rechts und links, die christ­lichen Geist, christliche Sitte, christliches Volks­und Familienleben zu zerstören drohten.

Katholische Frauen! Erinnert euch der Gefah­ren, in der die christliche Sckule stand! Ihr wäret es, die der Jugend eine christliche Erziehung sicher­tet! Ihr habt christliche Männer und Frauen in die Rathäuser geschickt und dadurch euren Willen dem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Le­ben eurer Gemeinde ausgeprägt. Soll das ver­gebliches Mühen gewesen sein? Steht die Zen­trumspartei nicht heute rote damals allein im Kampf gegen die antickristlichen liberalen und so­zialistischen Ideen? Recken sich nicht überall Wirtschafts- und Jnteressenparteien empor, um den materialistischen Machtwillen im Kamof gegen die christliche Weltanschauung auf icn Rathäusern durchzusetzen? Ihr Stimmenfang wagt fick unter den verlockendsten Versprechungen für wirtschaftliche Hilfe selbst an unsere eigenen Reihen heran.

Der Gegner sind mehr geworden!

Katholische Frauen, die Entscheidung liegt rote« )er bei uns! Not und Gefahr des christ­lichen Volkes müssen uns einig fin­den und treu! Treu den christlichen Grund­sätzen, treu der Liebe zu unserer katholischen Hei­mat, treu dem Erbe unserer Väter lassen wir un­sere Stimmen Macht werden in der Zentrurns- I'artei.

^erfonennachrichten.

Der auch im Fuldaer Land wohl bekannte Frank- ürter Stadtschulrat H. Schüßler wurde zum Magistrats-Oberschulrat ernannt. Ober­schulrat Schüßler ist hervorgetreten mit Arbeiten auf den Gebieten der Gestaltung des modernen Arbeitsunterricktes und der pädagogischen Jugend­kunde. Er ist Schüler des Fuldaer Lebrerfeminars und mar Lehrer in Finkenhain und Dermbach in der Rhön.

Schulperfonen-Rachrichlen.

Endgültig angestellt wurden die Lehrer: Moel­ler in Theobaldshof, Kr. Gersfeld, Helfbernd in Büchenberg, Kreis Fulda-Land, die Lehrerinnen Cilert-Hengsberger und Safran in Hanau. Einst­weilig angestellt wurde: die Schulamtsbewerberin Dimer in Mackenzell, Kr. Hünfeld. In den Ruhe­stand versetzt wurden: die Rektoren: Ziegler in hersfeld, Dr. Dreyling in Langenselbold, Kreis Hanau-Land, Schaumburg in Meckbach, Kr. Hers­feld, Konrektor Traut in Kassel. Entlassen auf Antrag wurde: Lehrer Schilling in Hainzell, Kr. Fulda-Land.

Die Lage des kaufmännischen Lkellenmarkkcs.

Auch im September hat sich die Lage des Ar- öeitsmarktes für kaufmännische Angestellte weiter­hin verschlechtert. Noch immer sind Kündi­gungen und Entlassungen, zum Teil in erheblichem Umfange, an der Tagesordnung. Die Zahl der ’eim Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Ver- mnd vorgemerkten stellenlosen Bewerber ist wie-

4,50 ab Schlitz Postamt ........

4,51 „ Schlitz (®ünti)ergaffe)+ . . . . .

4,52 „ Schlitz (Gasthaus Habermehl)ft- . . .

4,57 „ Abzweig Bernshausen + . . . . .

5,01 „ Niederstoll (Schule)ck......

5,03 „ Uetz Hausen (Haus Sippelsch . . . .

5,08 , Bad Salzschlirf „Blaues Wunder" 4- .

5,09 an Bad Salzschlirf Bahnhof.....

Deutsche Zentrumspartei.

Ortsgruppe Fulda.

I. Bezirk

Bonifatiusplatz, Buttermarkt, Friedrichsmarkt, Friedrich­straße, Judenberg, Judengasse, Karlstraße, Marktstraße, Kleine Marktstratze, Mittelstraße, Meistergasse, Nonnengatze, Pfandhausstraße, Schlohstraße, Steinweg.

Am Montag, den 7. Oktob. 1929, 20.30 Uhr findet im Gasthaus „Zur Traube" eine

Vezirksversammlung

statt, mit folgender Tagesordnung:

1. Ersatzwahl des Vorstandes;

2. Referat des Herrn Stadtrat Sunkel über Gemeinde- angelegenheiten;

3. Verschiedenes.

Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein

Dec Vorstand.

, .......... ■"

Staatsbürger getötet. Standeslisten sind die Toten­gräber der Volksgemeinschaft.

Sehr beachtenswert waren die Aussuhrungen, die der Redner über die Frage der Kandidaten- Auswahl machte. Drei Forderungen stellte er an den Zentrumskandidaten: 1. moralisch einwand­freie Persönlichkeit, 2. offenes Bekenntnis zur Zentrumspartei und Handeln danach, 3. geistige Qualität. Nach Sicherstellung dieser Eigenschaften sollen die Kandidaten unter Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen der einzelnen Stande ausgewählt werden. Die sogenannten Koniunktur- volitiker sowie Kandidaten, die nur auf den Kruk- ken des Zentrums in das Gemeindeparlamertt einziehen wollen oder die lediglich der Ehrgeiz nach einem Ehrenpöstchen treibt, lehnen wir ab. Wir wollen Persönlichkeiten, die auch m bei Sage jmb, wirklich positiv mitzuarbeiten und die sich nicht auf rein negative Kritik beschränken. Der Gemeinde- und Kreisvertreter muß auch Rückgrat haben, nicht nur dem Landrat und dem Bürgermeister, son­dern auch den eigenen Standesgenossen gegenüber. Dazu gehört der Mut zur Unpopularität. Wir müs­sen Männer in die Gemeinde- und Kreisparla­mente entsenden, die offene und wahre Politik trei­ben und die reine Hände haben, was ihre P^fvw- sichen Interessen anbetrifft. Gerechte ausgleichende Politik ist Grundsatz der Zentrumspartei. Stur Männer, die diesen Grundsätzen entsprechend han­deln wollen, können wir brauchen. Wenn wir die­sem Prinzip treu bleiben, handeln wir im Sinne des Zentrumswahlspriichs: Für Wahrheit, Freiheit und Recht!

Die Ausführungen des Referenten wurden von der Versammlung mit gespanntestem Interesse an­gehört. Der lebhafte Beifall am Schlüsse bewies, daß der Redner den Anwesenden aus dem Herzen gesprochen hatte. „ .

Der Vorsitzende faßte den lebhaften Beifall in herzliche Dankestootte zusammen und forderte die Versammlung auf, bet der Aufstellung der Kandi­daten m der Obmännerversammlung am nächsten Sonntag die Nutzanwendung aus dem Gehörten zu ziehen. „

Es folgte eine lebhafte und lange Aussprache, die sich bis nach 6 Uhr abends hinzog. Die Ver­sammlung fand mit einem Schlußwort des Refe­renten, in dem er nochmals nachdrücklich auf das Törichte und Gefährliche der Splitterlisten himvies, ihr Ende. —■■■■—

Ein französisches Verkehrsflugzeug

ist am Samstag mittag gegen 11 Uhr auf dem Exerzierplatz bei Heimbach gelandet. Es handelt sich wieder um einen zweimotorigen Doppeldecker, der auf der Strecke Berlin-Saarbrücken-Paris ver­kehrt. Dem Flugzeug, das mit zwei Piloten und drei Passagieren besetzt war, soll infolge des star­ken Sturmes der Betriebsstoff ausgegangen sein. Die Tanks waren bald wieder auf gefüllt, fodaß kurz vor 2 Uhr die Weiterfahrt angetreten wer­den konnte.

Gräberschmuck zu Allerseelen, Deihnachken und Xofenfonnfag.

Die Angehörigen der Gefallenen werden hiervon in Kenntnis gesetzt, daß auch an den an­gegebenen Gedenktagen Kränze auf den Gräbern der Gefallenen niedergelegt werden können. Als Schlußtag der Bestellungsannahme gelten für die Schmückungstage Allerheiligen und Allerseelen der 10. Oktober, für den Totensonntag, der 30. Okto­ber, für Weihnachten der 25. November. Bestel­lungen unter genauer Adressenangabe des Bestel­lers, Name des Gefallenen (Vor- und Zuname, Dienstgrad, Truppenteil, Friedhof, Grabnummer) sowie unter Beifügung der Geldbeträge (Frank­reich 10 Mk., Belgien 7 Mk., Polen, Galizien, Li- tuen, Rumänien, Jugoslawien, Finnland, Lc/C land Estland 12 Mk., Rußland, Italien und Tsche­choslowakei 15—20 Mk.) auf das Postscheckkonto der Kriegsgrciberfiirsorge (55900 Frankfurt a. M,.) zu überweisen. Im übrigen ist das Sekretariat der Kriegsgräbersürsorge Frankfurt a. M., Münz» gaffe 3 (Tel. Römer 1860), oder die nächstgelegene Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegsgrä- berfürforge bereit, weitere Auskunft zu erteilen.

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