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Erscheint sechsmal wöchentlich. Wochenbeilagen: „Die Welt .««x aAttAASthläHar“ SRntrtfinnShmrf iinh 9lprlftrt

56. Zahrg.

Dienstag, 8. Oktober 1929

«11 im Bild' und „Buchendlätter". Rotationsdruck und Verlag 1Tl*4 AOO der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Fernrufe: Schrift- .. 11K9 ionhrnrftrpi 1150 nnh 1151. ::

:: leitung 1152, Fuldaer Actiendruckerei 1150 und 1151.

Stresemanns letzter Gang

Monatl. 1,80 einschl. Postgeo. (30oezw 48Pj.l ohne Juitellg Anzeigen-Preise Kleinzeile Col.l lokal 0,15 ^ auswärts 0,20 O. Reklamezeile: lokal 0.60 O. auswärts 0,80 .

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scheu Ordens „Der Jungdeutsche" hat unbestreitbar das Verdienst, dieses zwiespältige Verhalten der Väter des Volksbegehrens angeprangert nt haben. Auf der einen Seite Kampf gegen jede Verständi­gungspolitik, auf der anderen Seite ekelhaftes An­biedern. Der Brief Hugenbergs an die Amerika­ner bewegt sich auf derselben Linie. Es ist nützlich, in diesem Zusammenhänge an einen Ausspruch zu erinnern, den der Deutsche Minister a. D. Hergt am 18. Nov. 1922 in Neiße tat. Reichskanzler Wirth hatte damals am 14. Nov. 1922 sein Amt niedergelegt, und nun drängten dis Deutschnationa­len zlr'r Regierung. Hergt äußerte u. a. er hätte nicht viel Zeit, er müsse zur Regierungsbildung nach Berlin und sagte in dieser Wahlversammlung wörtlich: „Wir müssen endlich den Mut finden Nein zu sagen", selbst auf die Gefahr hin, daß die Franzosen das Ruhrgebiet besetzen. Keine 6 Wo- chen wird es dauern und die deutsche Volkswut wird sie nicht nur aus dem Ruhrgebiet, sondern auch aus dem Rheingebiet hsrausgeworfen haben." Rasender Beifall! Ich schwang mich damals in der Diskussion auch zu einer Prophezeiung auf und sagte: „Wenn Sie durch Ihre Politik die Fran­zosen in das Ruhrgebiet hereinlassen, wird es der größten Opfer und Anstrengungen bedürfen, um sie nach Jahren wieder heraus zu komplimentieren. Und so ist es gekommen. Katastrovben haben wir gerade genug gehabt und der Aufstieg Deutsch­lands ist auch langsam und mühselig genug als das wir noch einaml ein Rückschlag testieren dürfen. Ich sehe im Youngplan auch eine schwere Belastung aber einen weiteren Schritt zur endgültigen Li- auidierung des Krieges. Ich erwarte von einer verständigen Fortführung der bisherigen Politik weitere Entlastungen.

Bei Annahme des Volksbegehrens aber würde der Kredit des Auslandes sofort versiegen, die Ar­beitslosigkeit ein nie dagewesenes Ausmaß anneh­men, der Boden für innere Unruhen und Put'che wäre gut vorbereitet. Am Schlüsse ständen wie­der Sanktionen, Besetzungen und Erfüllungen. Der Dawesplan ist mit Hilfe von 50 Prozent der Deutschnat. Partei angenommen. Hugeickerg bat damals nicht gewagt, dagegen zu stimmen. Er hat durch ein ärztliches Attest fein Fernbleiben ent­schuldigt. Stresemann hielt trotz seiner töd'ichen Krankheit im Haag aus. Männer von solchem Format und reinen starken Willen gebrauchen wir, die sich selbst für das Volk und Vaterland opkern, nicht solche, die das Volk verproletarisieren wo"m um geheime politische Ziele zu erreichen.

Und nun noch ein wohlgemeintes Wort.

In den Jahren der Nachkriegszeit hat die Mo. der landwirtschaftlichen Bevölkerung leider merj. und mehr ihre Vertretung in Parteien gesucht, die in Opposition zur Regierung standen. Sie hat sich dadurch in gefährlicherweise ausgeschaltet von dem Einfluß, den eine Regierungspartei auszmiben m der Lage ist. Auch die neue ChriftlichmU Bauern- partei betreibt in den Parlamenten genau wie die Deutschnationalien. Nationalsozialisten und Kom­munisten bewußte und gewollte Opnosition. Aber nicht nur das. Im Landtage hat ihr Führer Dr. Pontfik offen ausgesprochen, daß er diesen S+aat verachte, daß er den Beamiryfib diesem Staat ge­genüber als lächerlich anseh'. Er begrüßte die Bombenattentate und hoffte, daß sich solche Ereig­nisse vermehren würden. Er sagte, sie hätten von den Linksparteien gelernt und wollten dasselbe, was diesen 1918 nur zu gut gelungen wäre. Christ­

schaftslebens beitragen.

Unsere Berufsgenossen im Rheinlande, die • ' ' Einquartierungen, Manöoerschäden

die selbst für robuste Konstitutionen sehr strapa­ziöse Haager Konferenz die beschwerliche Rene über Berlin nach Genf zur 10. Bundesversamm­lung. Noch einmal bestieg er die Tribüne des Re­formationssaales. Noch einmal raffte er ieire Kraft zu einer großen staatsmännischen Rede zu­sammen: es sollte fein Schwanengefang, feine letzte Friedensbotschaft an die Welt werden. Wer all das miterlebt hat, wer Zeuge feines heldenhaf­ten Leidens und Kämpfens war, muß den Gedan- ken weit von sich weifen, daß ein gewöhnlicher Ehr­geiz die stärkste Triebfeder bei Stresemann gewe­sen wäre. Er hatte gewiß einen brennenden Ehr­geiz, aber fein Ehrgeiz war im besten Ginne des Wortes unpersönlich, frei von jeder egoistischen An- Wandlung. Er hätte sonst zweifellos nicht vas lange Martyrium, wie Stresemann es erduldet hat,' durchhalten können. Seiner selbst vergessend und sich selbst aufopfernd, wollte er einer großen Idee im Dienste seines Vaterlandes und der Menschheit zum Siege verhelfen. D,e Ge;>o chw wird Stresemann, wie feinen Vorläufern Er : er und Rathenau, das Zeugnis ausstellen a ? sirr den Frieden gestörben ist.

Lus Berlin wird uns berichtet: .

Wer diesen Tag miterlebt hat, der wird ihn fo hold nicht vergessen. Das war mehr als offiziel­les Gepränge, mehr als eine Feier der Pflicht. Dies war eine Trauer, die sich über ganz Berlin breitete, wie sie mitempfunden wurde in allen Teilen des deutschen Reiches und draußen in der

In der Dunkelheit des Samstag Abend war der Sarg mit den sterblichen Resten Gustav Stre- semanns überführt worden in den Reichstag und dort aufgebahrt auf jenem erhöhten Platze, wo sonst sich das Gestühl des Präsidenten befindet. Und während der ganzen Nacht brannten zwei mächtige Kerzen, während der ganzen Nacht hiel­ten junge Attachees des Auswärtigen Amtes die Ehrenwache. Das war die letzte Nacht, die der Tote unter Lebenden verbrachte.

Und dann: der Sonntag. Frühmorgens schon zog es die Bevölkerung aus allen Vorstädten hin zum Zentrum Berlins in die Gegend des Reichs­tages und der Wilhelmstraße. Zehntaufende, Hun­derttaufende wollen schweigend dem Toten die letzte Ehre mitcrmeifen. Stärker als in den Tagen zu­vor zeigte sich Flaggenschmuck. Längst nicht mehr nur die amtlichen Gebäude, auch schon zahlreiche Privathäuser und zahlreiche Parzellen hatten die Flagge auf Halbmast gesetzt. Auf den Straßen emfte Gesichter; sehr viele, die sponian sich ganz dunkel gekleidet hatten. Echte Trauer machte sich um diesen Mann bemerkbar, den fein Volk viel­leicht jetzt erst in seiner ganzen Bedeutung er» tennt, wo er nicht mehr ist.

Die Feier im Reichstag. Schwarz dra­piert der große Sitzungssaal. Schwarz belegt die roten Teppiche, die sonst die Gänge zwischen den Abgeordnetenbänken bedecken; schwarz behängt die Galerien und Tribünen, schwarz verhängt mit meterlangem Flor alle Lampen. Nur dunkelgrü­ner Lorbeer, in Girlanden auf das Schwarz ge­heftet, belebt das Bild ein wenig. Und an der mächtigen Rückwand des Saales, dort, wo an Ver- faffungstagen die schwarz-rot-goldene Fahne her­unterzuhängen pflegt, ein schwarzer Baldachin mit dem goldenen Reichswappen und dem schwarzen Adler mit rotem Schnabel und roten Krallen. Da­vor der Sarg, bedeckt mit den Reichsfarben und dem Reichswappen. Brenende Kerzen, meter­hoch, daneben. Studenten in Wichs; Fahnen; Ver­mieter jener Burschenschaften, in deren Reihen sich Stresemann, der Jüngling, für die freiheitlichen Ideale deutscher Vorzeit begeistert hatte. Und da­vor Blumen, Kränze in unübersehbarer Zahl. Ihre Schleifen zeigen die Farben des Reiches, der deut­schen Länder und fast aller Staaten der Welt. Und ihre Inschriften ehren alle den Mann, der sein Leben darauf verbracht hat, dem deutschen Namen in der Welt wieder Geltung zu verschaffen.

Kopf an Kops ist das Haus besetzt. Kaum ein Abgeordneter fehlt. UeberfüIIt sind die Tribünen, in deren einer die Diplomaten des Auslands in ihren bunt gestickten Uniformen Platz genommen haben. Lückenlos besetzt der Tisch des Reichskabi- netts, lückenlos die Bank des Reichsrates, auf der man die Ministerpräsidenten der deutschen Länder sieht. Und hinter den Bänken stehen noch dicht an dicht Freunde und Mitarbeiter des Verstorbe­nen, unter ihnen der kleine Konsul Bernhard, Stre- femanns Privatsekretär und inniger Vertrauter. Totenstille irn Saal. Lange vor der festgesetzten Zeit hat jeder Einzelne seinen Platz eingenommen. Und dann erscheint, pünktlich um 11 Uhr in der Hauptloge die Familie Stresemann, die Frau, die Söhne, die nächsten Verwandten, geleitet vom Reichspräsidenten von Hindenburg, dem Reichstag- vizeprasidenten von Kardorff, dem Reichsinnenmi- nifter Seoering und dem Geistlichen der Familie. Leise, ganz leise klingt aus einem Nebenraum Mu­sik auf: Beethovens Coriolan Ouvertüre. Dann spricht der K a n z l e r. Mit schwerem Schritt geht er zum Rednerplatz. Stockend beginnt er, und man hört es seiner Stimme an, wie tief ergriffen er ist. Es ist eine Rede, die kurze Rechenschaft gibt über das, was der Staatsmann Stresemann war, und die zugleich klingt wie ein Versprechen: mir werden diesen Weg weiter schreiten! Der Trauermarsch aus Beethoven Eroica setzt ein und verklingt. Die Versammlung erhebt sich von den Plätzen, der Reichspräsident als erster; der Sarg wird emporgehoben uno hinausgetragen durch eine Nasse von Lorbeer und Kränzen, hinausgetragen aus diesem Hause, dem Stresemann saft ein Vier- leljahrhundert angehört hat und von dessen Tri­bünen herab er so manches Mal Worte herunter- gefprochen hat, denen das ganze deutsche Volk und denen die ganze Welt laufchte.

Vor dem Reichstag. Seit Stunden schon ist der riesig- Platz der Republik dicht an dicht gehüllt mit Menschen. Menschen aus allen Schichten der Be­völkerung, Menschen im Arbeitskleid und Menschen

Anzug des Wohlstandes. Hier gibt es keine ^iEischiede. Die Ergriffenheit dieser Stunde macht gleich und vereint sie im Gedenken an diesen "tonn, der für sie alle gelebt Hai. Schutzpolizei n mustergültiger Ordnung sperrt den Platz vor der teigen Freitreppe. Und eine Schutzpolizeikapelle

Wagner und Mozart mit Götterdämmerung "b Zauberflöte erklingen. Großflugzeuge mit ^'Erlangen schwarzen Wimpeln, die hin.et den „^Wflügeln herslat-ern, umkreisen niedrig und don- mrnd den Plctz Dann einen Augenblick Totenstille. Ampfer Troir.nelwirbel setzt ein und oben öffnet bch die große Pforte des Reichstages, die unmittel- zur Wandechalle und zum Haupteingang des vi'vUngssaa.eS führt. Studentische Fahnen kommen

Treppe herunter und nehmen unten Ausstellung. Ult Wagen, gezogen von sechs völlig schwarz ver-

ehemalige Hofprediger Dr., Keßler, der Dr. Sttese- mann lange Jahre nahegestanden hatte, die letzten Worte; er rühmte als die drei hervorstechendsten menschlichen Eigenschaften Dr. Stresemanns die Güte, die Lauterkeit der Gesinnung und die Inner­lichkeit. Abermaliger Chorgesang beschloß die Feier m der Kapelle. Dann wurde der Sarg auf dein Hauptweg entlang zum Grabe getragen. Die Grab­stätte ist ein altes Erbgrab, das von einer Strese­mann befreundeten Familie für diesen Zweck zur Verfügung gestellt worden war. In der Nahe liegen die Eltern Dr. Stresemanns begraben. Nach der Aussegnung der Leiche fang der Chor das Lied „Brüder reicht die Hand zum Bunde". Es folgten noch Ansprachen des Präses der Burschen­schaft „Neu-Germania", der Dr. Stresemann das

Französische Iruppen-Umgtiip^... j.

wtb. Varis, 7. Okt. Eig. Meldg.). Das „Echo de Paris" veröffentlicht eine Zusammenstellung der neuen Standorte, in die die zuruckkehrenden bisherigen Besatzungstruppen gelegt werden und erklärt, daß diese Bestimmungen nunmehr offt« ziell sind. Ausgewählt sind die neuen Garnisonen für 9 Infanterie-, 5 Kavallerie-, 4 Artillerie-Regi­menter und für 1 Genie-Regiment. Bei diesen Truppenverschiebungen werden folgende Trupren- körper aufgelöst: Die 37. Division (bisher Mainz), die 47. Division (bisher Trier) und die 77. Divi­sion (bisher Landau), deren Stäbe zur Bildung von drei neuen Divisionen Verwendung finden und zwar der 23. Division in Angouleme, der 13. Division in Besawwn und der 12. Division in EHL- Ions sur Marne.

Landwirtschaft und HoungMN

Von Landwirt Jos. S ch m e l z e r, M. d. R, Oberhunden.

MaerZertung

Anzeiger für die Stabt Fulda unb ben Lanbkreis Fulda. Amtliches Areisblakk.

hängten Pserden mit schwarzem Federputz, fährt vor. Schwarze riesige Fahnen wehen melancholisch zwischen den gewalligen Säulen des Gebändes herab. Und aus großen Masten weht die Flagge des Reiches halbmast. Langsam wird der Sarg herausgetragen. Schutzpolizisten haben ihn auf den Schultern, Beamte des Auswärtigen Amtes ge­leiten ihn. Und des Reichspräslldenten markige Erscheinung folgt ihm, zusammen mit dem Reichs­tagspräsidium, mit dem Reichskanzler und mit den nächsten Angehörigen des Verstorbenen. Die­ner tragen Kränze und immer wieder Kränze „_________________________,__________

heraus, und langsam wird der Sarg auf den Wagen I schwarzrotgoldene Band und die Mütze in das gebettet, auf dem Stresemann seine letzte Fahrt I gra5 nachwarf, und des Landesgroßmeisters der machen soll. Die große Freitreppe vereinigt jetzt I Freimaurerloge „Friedrich der Große". Mit alle, die an der Feier im Saale teilgenommen I bem Lied „Deutschland, Deutschland über alles", haben, und ein Meer von Fahnen der Vereine urtb I tion per Kapelle der Schutzpolizei gespielt und Verbände flankiert sie rechts und links. Schwarz I Don Teilnehmern an der Feier gesungen wurde, verhangen und lorbeergeschmückt steht eine große | r^nd die Feier ihr Ende.

Kanzel über dem Wagen mit dem Sarg. Kallootff, I

Vizepräsident des Reichstags und Parteifreund I SfCßfCttlCltltl (llS UlCtlfdl» Stresemanns, spricht. Was er sagt, klingt nicht I

nicht nur wie ein Nachruf auf den toten Freund, I Die „Kölnische Volkszeitung schreibt es klingt wie ein Bekenntnis. Und stumm lauscht I über Stresemann u. a:

die gewaltige Menge aus dem Platz der Republik I Wer Gustav Stresemann auf den internationa« den Fetzen der Rede, die der Wind zu ihr hinüber- | [en Konferenzen, auf denen es um Deutschlands Zu- trägt. I fünft und den Frieden der Welt ging, fortlaufend

Dann setzt der Trauerzug sich in Bewegung. I bei der Arbeit gesehen hat, steht mit besonderer Er- Berittene Schutzpolizei bildet die Spitze. Eine Ka- griffenheit an seiner Totenbahre. Sein Ringen pelle, die gedämpfte Choräle spielt, folgt, und dann I mit den physischen Mächten der Zerstörung, die m noch einmal eine Hundertschaft Schutzpolizei. Stu- I ihm wirksam waren, hatte, zumal im letzten Jahre, bentische Fahnen und alte Studienfreunde Strese- I einen unzweifelhaft heroischen Zug. Schon manns mit Mütze und Band folgen, in ihren Hän- I in Lugano, wo es zu dem explosiven Temperament- den noch einmal Band und Mütze tragend, die dem I ausbruch infolge der provokatorischen Rede des Toten m das Gräb gelegt werden sollen. Dann der polnischen Außenministers kam, erfüllte er ferne Wagen, geschmückt nur mit Reichsfarben und I Umgebung mit ernster Sorge. Sie steigerte sich Reichswappen; er trägt die irdischen Reste Gustav I mit jeder weiteren Tagung, bis sie im Haag ihren Stresemanns. Seine beiden jungen Söhne folgen, I Höhepunkt erreichte. Trotzdem Stresemann der es folgt der Reichspräsident, geleitet vom Kanzler I völligen Erschöpfung feiner körperlichen Kräfte und vom Vizepräsidenten des Reichstags, gefolgt | nahe' war, machte er im unmittelbaren Anschluß an von feinem Sohn und seinem Staatssekretär. Dann schließen sich dem Zuge an Tier Reihe nach die Botschafter der fremden Staaten, des Verstorbenen Freund und Mitarbeiter Curtius, der bis auf wei­teres nunmehr sein Amt führt, die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder, die Mitglieder des Reichskabinetts, die Gesandten und Geschäftsträger

des Auslandes, die Minister der Länder, die I Das Hugendergsche Volksbegehren gegen das Staatssekretäre, die Mitglieder des Reichstags, I Neue Haager Abkommen über die Reparatio- das Auswärtige Amt, die Vertreter der Reichs- I nen, den sogenannten Youngplan, hat auch jene und Länderbehörden. Im Wagen folgt des Ver- I Kreise der Landwirtschaft auf den Plan gerufen, die ftorbencn Witwe und dann in endlosem Zuge die I die deutschen Außenpolitik immer bekämpften und Wagen mit Kränzen und immer wieder Kränzen. I 5um deutschen demokratischen Volksstaate ;n Oppo- Unb endlich in langem, langem Zuge alle die- I sition standen. Der Landbund hat ein Aufruf zur jenigen, die das Bedürfnis fühlen, dem toten I Beteiligung am Volksbegehren erlassen, und die Außenminister des Deutschen Reiches das letzte I neue christlich nationale Bauernpartei hat sich eben» Geleit zu geben. Durch die Friedensallee geht der I fan5 für dasselbe ausgesprochen. Bei der schwie- Zug, durch das schwarz umflorte Brandenburger I xigen Wirtschaftslage, in der sich viele Landwirte Tor und durch die Linden. Rings ist die Straße I befinden, sind diese für radikale Strömungen, Re- slankiert von einer schweigenden dicht an dicht I den und Aufrufe viel empfänglicher, wie es in nor- gedrängten Menge, von Fahnen, von Verb mdeu. I malen Zeiten bei der im allgemeinen bedächtigen Schrittweise geht es vorwärts, hinein in dif Wil- I konservativen Landbevölkerung der Fall ist. Da­her ist es nötig sowohl auf die große Gefahr hin- zmveisen, die in einer Beteiligung an dem Volks­begehren für die Landwirtschaft liegt,, so wie den politischen Schaden aufzuzeigen, der für Deutschland hieraus erwachsen kann.

Die Landwirtschaft will Steuererleichterung und hat im Falle der finanziellen Entlastung die der Youngplan bringt, die Forderung angemeldet, von der Zahlung der Rentenbankzinsen befreit zu werden. Diese Befreiung würde für die Land­wirtschaft eine Schuldenerleichterung von 2 Mil­liarden Mark bringen. Es besteht begründete Aus­sicht auf Wegfall der Rentenbankzinsen wie auch der Jndustriebelastung von 5 Milliarden Mark. Diese Erleichterungen'und die geringeren Zahlun­gen gegenüber dem Dawesplane, Erleichterungen, roeiche gerade in den ersten Jahren sehr groß sind, werden unstreitig zur Belebung unseres Wirt-

jahrelange Einquartierungen, Manövers chaden und seelische Bedrückungen haben ertragen müssen, werden frei. Die gewaltigen Flächen der militä­rischen Uebungsplätze, Flugplätze etc. dienen wieder der landwirtschaftlichen Produktion. Sicherlich würden unsere Volksgenossen im Rheinlande die Besetzung noch länger ertragen, im Interesse des gesamten Volkes, aber nicht im Interesse der Macht­gelüste einer politischen Gruppe, die im Jahre 1923 das Rheinland versacken lassen wollte. Nach Die FamMengrabstStte der Tamilie Stresemann. I einer Aeußerung der deutschen Tageszeitung, des I Organs des Landbundes, aus dem Jahre 1923 be- helmstraße, die Straße der Ministerien. Bis zum I trachtete man damals das Rheinland als die offene allen Gebäude des Auswärtigen Amtes, dessen I Ader am deutschen Volkskörper, man müsse sie ab« Fenster mit Sorbeerguirlanben umhängt jinb, bej- I binden um das übrige zu retten. Angesichts der len Kandelaber durch schwarzen Flor hindurchleuch- I großen finanziellen Aufwendungen für Ostpreußen, ten. Vier mächtige schwarze Pylonen sind vor der I die mit Zustimmung aller Parteien vom Reich und Wirkungsstätte Stresemanns aufgebaut, und zwei I Preußen erfolgen, ist auch nickt die Spur eines pu Minuten hält der Zug in stillem Schweigen vor I chen Gedankenganges im Westen zu entdecken, diesem Hause an, der Sarg gerade unter dem I Und ausgerechnet dieselben Kreise muten dem einzigen offenen Fenster. Dies ist ganz schwarz I Rheinlande zu, noch länger die Entwürdigung durch umflort, und nur ein riesiger weißer Blumenstrauß I die Besetzung zu ertragen, muten ihm zu, die offen leuchtet auf die Straße herunter: hier war Gustav I zuge'gebene politische und finanzielle Katastrophe Stresemanns Atbeuszimmct. Hinter jenem Fen- I zu ertragen. Hugenberg will doch die soaenannre [ter steht der Schreiblisch, an dem er seine Pläne I Daweskrise heraufbefchwören und sagt: „Wir mu<- entroarf. Und der Schmuck dieses Fensters war I sen den Mut haben, alle eine Zeitlang Proletarier vielleicht der ergreifendste Anblick dieses ganzen I zu werden. Den Mut haben heute schon 75 Pro- Tages. I zent aller Deutschen. Hugenberg wäre sicher unter

Und nun verläßt der Rllchsprästberll, der stumm I j-nen 5 Prozent, die auch bei einer Daweskrne ihr unb aufrecht zu Fuß bie ganze Zeit bem Sarg I Huhn im Topfe behielten. Und nun ist doch nicht oeiolat ist den Zug. Hier löst slch das Gefolge auf. I weg zu leugnen, daß Väter des Volksbegehrens, Denn was nun folgt, bet letzte Teil bet Fahrt, I Leiter des Stahlhelms, unter der Hand durch Herrn aebört bet Familie unb ben engsten Freunden. I Arnold Rechberg und den Grafen von der Lippe :n Unb so acht es butch bie stumme S:abt weiter zum I Paris mit französischen Politikern Fühlung ge'udit ftriebbof wo bet Sarg zur letzten Ruhe in bie I haben, um zu erfahren, ob auf Grund eines Mili- firbe gesenkt wird. Nachbem ein Korps ben Choral I tärbünbniffes nickt eine Verständigung mit Frank- sarrc meine Seele" öotgetragen hatte, sprach der 1 reich zu erreichen sei. Die Zeitung des Jungdeut-

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