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.Carola" zu erreichen, welche in den nächsten Wochen eine
Schiffsjunge anfangen,
dann muhte er als
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Ausschank der beliebten hiesigen Unionbiere, Münchener Löyrenbräu und Dortmunder Aktienbier gelagert in besonders gebauter
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60 Jahre Suez-Kanal
war.
stand hält/
Schriftleiter: Dr. phil. Johannes Kramer, für die Anzeigen: Direktor der Fuldaer Actiendruckerei I. Parzeller.
breites Brett quer hielt ein alter, als „Neptun" ver-
und das Los eines solchen auf einem Fracht- oder Passagierdampfer war kein beneidenswertes. Würde er es ertragen können, den meist rohen und ungebildeten Matrosen gehorchen zu müssen, oder gar von ihnen beschimpft und geschlagen zu werden? Das würde bei seiner kräftigen und energischen Persönlichkeit nicht lange gut tun und er würde sicher bald mit den strengen Schiffsgesetzen in Konflikt kommen. Da tauchte mit einem Male ein glücklicher Gedanke bei ihm auf. Wie wäre es, wenn er als Freiwilliger bei der deutschen Kriegsmarine eintreten würde, wo er den Schiffsdienst von Grund auf lernen und zugleich seiner Militär-Dienstpslicht genügen könnte! Im nächste Jahre mußte er ohnedies Soldat werden, und hier hatte er als Freiwilliger den Vorteil, sich seinen Truppenteil wählen zu können.
Das schien ihm die beste Lösung seiner Lebensfrage zu sein. Beim Dienst an und auf der See war er roejt weg von der Heimat, wo er vergessen zu sein wünschte, und es war sicher möglich, daß er zu der Besatzung eines Schiffes kommandiert werden konnte, welches in der nächsten Zeit mindestens zwei Jahre ins Ausland ging. Ein Schiffsoffizier, den er um Rat fragte, nannte ihm auch zwei neue «schiffe, die nach einigen Monaten eine Reife um die Welt machen würden. Wenn er bis dahin ausgebildet fei, würde wohl fein Wunsch, in die Besatzung eines dieser Schiffe eingestellt zu werden, berücksichtigt werden können.
Sofort tat er nun die nötigen Schritte, und nach acht Tagen stand er als Rekrut zwischen den Blaujacken zu Wilhelmshafen. Mit der ihm eigenen Energie und Ausdauer warf er sich nun auf feinen neuen Beruf; obwohl der Dienst schwer war und er manches noch lernen mußte, worin die vor ihm eingetretenen Matrosen schon ausgebildet waren, holte er doch bald alles nach und galt nach kaum einem halben Jahre als einer der Besten seiner Abteilung. Dank seiner sympathischen Erscheinung und seines den Bildungsstand der meisten anderen Matrosen weit überragenden Geistes wurde er auch bald der Liebling der Offiziere. Es wurde ihm deshalb nicht schwer, durch diese seine Versetzung auf die Glattdecks-Corvette
Weltreise antreten sollte. Bald war er auch mit dem Dienst auf diesem prächtigen Kriegsschiff vertraut, das damals als eines der modernsten Fahrzeuge der deutschen Marine galt. Er freute sich, auf diesem herrlichen Schiff ein großes Stück der Welt sehen zu können und konnte kaum den Tag der Ausreise erwarten. Aber beinahe wäre ihm noch kurz vor der Abfahrt ein Strich durch die Rechnung gemacht worden. Bei einer der letzten Uebungs- fahrten auf der Nordsee krepierte beim Laden eines Geschützes eine Granate, ehe das Rohr fest verschlossen war. Sie schlug rückwärts, so daß von den hinter dem Geschütz stehenden Matrosen vier getötet und drei schwer verletzt wurden. Er selbst kam ohne Schaden davon, weil er als Flügelmann an der Seite des Vierecks stand, in dem die Mannschaft um die Lafette aufgestellt war. Er schrieb damals mit einer Art Galgenhumor an einen Freund: Die Sache ist für mich wieder einmal glücklich abgegaw gen, ein Beweis, daß Unkraut nicht vergeht; aber ich glaube doch, wenn einem so eine 15 Zentimeter Granate gegen den Bauch arbeitet, auch das stärkste Unkraut nicht
kleideter Seebär eine humoristische Rede, in welcher er den Neulingen die große Bedeutung des „hochwichtigen" Aktes vor Augen führte. Ein „Aktuar" trug eine große Rolle, in der die Namen aller zu Taufenden verzeichnet waren. Damit diese „Heiden" auch sauber aus der Taufe hervorgingen, stand ein als Neger verkleideter Gehilfe bereit, der mit einem großen Malerpinsel und einem Eimer voll Seifenschaum jeden einzelnen gehörig ein- seifte und dann mit einem riesigen hölzernen Rasiermesser alle Unreinigkeiten beseitigte. Nachher mußte sich jeder auf das quer über den Prahm gelegte Brett setzen, das dann von den an den Seiten stehenden Leuten umgekippt wurde, so daß die Täuflinge der Länge nach ins Wasser fielen. Nachdem alle diese Prozedur durchgemacht hatten, ging der Zug wieder zum Hauptmaste zurück, der Kapitän hielt eine kleine Rede, und dann spielte die Schiffskapelle bekannte Weisen und lustige Tänze, zu denen die Blaujacken kräftig sangen und munter das Tanzbein schwangen. Zwar fehlte die holde Weiblichkeit, aber die Stimmung unter der Mannschaft war doch eine sehr gute, zumal der Kapitän in der Ausgabe von anregenden Getränken an diesem Tage recht freigebig war, wozu er sich sonst nur an ganz wenigen Tagen des Jahres bewegen ließ. Am nächsten Tag begann dann wieder der Dienst, der auf dem Schiff mit derselben Pünktlichkeit wie auf dem Lande gehandhabt wurde.
Eine Woche später erreichte das Schiff Capstadt, wo es in dem Hafen ankerte, um Kohlen einzunehmen. Doch nur zwei Tage dauerte der Aufenthalt, da das Schiff die Ordre erhaten hatte, quer durch den Indischen Ozean nach Australien und den polinesischen Inselgruppen zu gehen, wo Deutschland einige Jahre vorher auf Samoa und einigen anderen Inseln Hoheitsrechte erworben hatte. Auf den Hermiten-Jnseln hatten sich die Eingeborenen empört, die deutsche Handelsstation verbrannt und einen dort ansässigen Tauschhändler beraubt und getötet. Dorthin sollte das Schiff zunächst gehen, um die Ordnung wieder herzustellen und die Uebeltäter zu bestrafen.
(Fortsetzung folgt.)
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Ritter der Themis weitere Bestrafungen vornehmen werden, wenn sich neue Fälle ergäben. Die Mutter des lebendig begrabenen Opfers war durch einen Brief von, den Rittern der Themis ebenfalls von der Tat in Kenntnis gesetzt worden und diesem Brief lag ein Gepäckschein bei, der auf Gepäck lautete, das in einer Gepäckaufbewahrung eines Bahnhofes hinterlegt war und die Kleider des Opfers enthielt. Der Pseudo-Marquis elbst hatte sich zu Lebzeiten auf die Beraubung von I u w e l e n h ä n d l e rn mit Hilfe von Chloroform spezialisiert und zwar hatte er zu diesem Zweck das Schloß Prieure gemietet und dort eine mit allem Raffinement eingerichtete Menschenfalle organi- !iert. Nach Verbüßung seiner letzten Gefängnis- trafe, die zwei Monate zurückliegt, hatte er wegen der Herausgabe seiner Verbrecher-Memoiren Verhandlungen angebahnt. — Die Presse berichtet spaltenlang über diese Affäre und macht daraus einen spannenden sensationellen Kriminalroman.
Am 18. Oktober 1881 lief die „Carola" aus zu ihrer Weltreise, begleitet von den Salutschüssen der Küstenforts und dem Abschiedwinken der zahlreich auf der Reede versammelten Menschenmenge. Die Musik spielte: „Muß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus", und stolz glitt das Schiff hinaus in die See. Die Reife ging nach England, Spanien, Madeira, durch den südatlantischen Ozean nach Capstadt. Mitte Dezember wurde der Aequa- tor erreicht, der von den Seeleuten nur „die Linie" genannt wird. Nach altem Herkommen erfolgte hier auf dem Schiff die „Taufe" aller derer, die noch nie über den Aequator hinaus gekommen waren. Da dies bei den meisten Leuten der Schiffsbesatzung der Fall war, gestaltete sich diese Seemanns-Zeremonie zu einer großen Festlichkeit. Es wurde ein Festzug auf Deck des Schiffes veranstaltet, in dem griechische Götter und Menschen aller Rassen und Farben vertreten waren. Die „Täuflinge" wurden zu einem großen, mit Wasser gefüllten
3. Statt
Druck der Fuldaer Actiendruckerei, Fulda.
Die kanalemfochrt bei Part Said.
Mitte Oktober wirb das 60jährige Bestehen des Suezkanals gefeiert. Der Suezkanal, der den Seewea nach Indien um viele Tausende Kilometer verkürzt, wurde bereits im Altertum mehrere Male äevlant und auch begonnen aber erst 1856 wurde durch Ferdinand Lesseps der endgültige Bau in Angriff genommen ^und 1869 nach einem Kostenaufwand von 480 Millionen Francs vol- lestdet. _________________________________________
* Eine Giftmischerin zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Die 64jährige Wahrsagerin Verena Lehner aus Suhr (Kanton Aargau) wurde wegen Ermordung zweier Pensionäre mit Gift und Unterschlagung der Hinterlassenschaft eines der beiden Pensionäre zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Die Angeklagte beteuerte, sie seiunschuldig.
• Reoolverschüfse vor dem Schiedsmann. Zwischen zwei Parteien, die sich in Gleiwitz im Amtszimmer des Schiedsmannes zu einem Sühneversuch eingestmden hatten, entstand eine. neue Streitigkeit. Siner von beiden feuerte dabei aus einer Pistole einige Schüsse auf seinen Gegner ab,
Die geheimnisvolle Mordaffäre, die durch die Entdeckung der Leiche des lebendig begrabenen Hochstaplers P o f s i n, genannt Marquis de Charn- paubert, bekannt geworden ist, nimmt bas_ Interesse der Pariser Presse in weitem Ausmaße in Anspruch. Sie zieht weitere Kreise, denn die sogenannten „Ritter der Themis", die selbst dieses. Verbrechen eingestehen, erklären, als Retter tfcr Menschheit, bzw. als Dolksretter der versagenden Justiz gehandelt haben. Das ergibt sich aus Briefen, die sie an Zeitungen gesandt haben. In einem dieser Briefe heißt es: „Die französische Justiz, die nur noch ein leeres Wort ist, wird verächtlich gemacht und als lächerlich hingesteM. Deshalb hat unsere Vereinigung den Namen „Ritter der Themis" angenommen und beschlossen-, einen heiligen Kreuzzug zu unternehmen und dafür zu forkg-en', daß Hochstapler und Betrüger n'ach Verbüßung ihrer lächerlich ge ringen Strafen ihre Tat sühnen, und zwar mit dem Tode. Wir haben uns gegeNsSttfg unter Androhung des Todes für jeden Verrat verschworen, zusammenzuhalten und verschwiegen zu fein."
Dann folgt die Beschreibung der Todesart des Pseudo Marquis, der, wie die Auffindung der Leiche auch bestätigte, neben einer Landstraße begraben war, jedoch durch ein Gummirohr inseinemGrabeLuftzugeführt erhielt, so daß er also schließlich Hungers starb. Zum Schluß wird in dem Brief angekündigt, daß die
die jedoch fehlgingen. Er wurde von der Polizei festgenommen.
Amerikanische Gefangenen - Meuterei.
13 Todesopfer, darunter 6 Wärter. — Die Meuterer nach hartem Kampf überwältigt.
Die Insassen des Staatsgefängnisses in Canon City (Colorado) meuterten und bemächtigten sich des Wasserarsenals. Bei dem Kampfe wurden zwei Strafanstaltsbeamte getötet. Die Meuterer verbarrikadierten sich darauf in dem Gefängnis und leisteten der wiederholten Aufforderung, sich zu unterwerfen, nicht Folge. Sie verlangten die Freiheit und Automobile. Am Abend begannen sie mit der Ausführung ihrer Drohung und erschossen vier von den zehn als Geiseln gefangen gehaltenen Ge- f ä n g n i s b e a m t e n, die sie in kurzen Zettab- ständen aus den Fenstern warfen.
Nach einer weiteren Meldung hat die Meuterei am Freitag morgen mit der bedingungslosen Kapitulation der im Gefäng- nisgebäude verschanzten Sträflinge geendet, nachdem die drei Führer der Meuterer Selbstmord begangen hatten. Die Eingeschlossenen verließen mit aufgehobenen Händen ihre Verstecke. Die Tumulte haben insgesamt 13 Todesopfer gefordert Darunter befinden sich sechs Wärter.
Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten nur bei dreien Erfolg, während bei den übrigen fünf nur der Tod festgestellt werden konnte. Der Tod scheint durch ein Gemisch von Wafserstoffgas und Chlorgas eingetreten zu fein. Die Leichen waren furchtbar zu? gerichtet. Die Verunglückten stammen aus Olpe und dem Amt Wenden.
Zu dem schweren Betriebsunglück werden noch olgende Einzelheiten bekannt: Der Ruhrvervand hat in dem Fabrikgebäude eine Kläranlage eingebaut. Das Becken, in d->m sich der zu klärende Stoff befand, war durch eine Tür verschlossen. An dieser Kläranlage muhten Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden. In dem Augenblick, als der Wärter die Tür öffnete, fiel er bewußtlos in den neben dem Becken befindlichen Behälter hinein. Ein anderer Arbeiter des Ruhrverbandes, der zur Hilfe eilte, stürzte ebenfalls in die Tiefe. Auf die Hilferufe der Beiden eilten sofort sechs Arbeiter der Lederfabrik herbei, um die Verunglückten zu retten. Auch diese Arbeiter fielen bewußtlos in den Behälter.
Ein geheimnisvoller Mord.
Seit einiger Zeit hatten mehrere große Pariser Nachrichtenblätter und Privatpersonen „Die Ritter der Themis" unterzeichnete Schreiben erhalten, in denen unter genauer Angabe der örtlichen und zeitlichen Umstände mitgeteilt wurde, daß in einem Wäldchen bei Versailles ein angeblicher Marquis de Champaubert von den Brieffcheibern lebendig begraben worden sei. Man glaubte zunächst an eine Mystifikation, bis Nachforschungen die Angaben der anonymen Schreiben bestätigten. Die gerichtsärztliche Obduktion der Leiche und auch ein« aus dem Sarg über den Erdboden herausragende Metallröhre lassen darauf schließen, daß der angebliche Marquis, der in Wirklichkeit ein mehrfach vorbestrafter H o ck st a p- l e r namens Clement P o s s i n fein soll, tatsächlich lebendig begraben wurde und infolgeHun- g e r s oder Erstickung gestorben ist. Nach den Briefschreibern wird gegenwärtig gefcchndet.
Fuldaer Zeitung
233.
Stag, den S. Oktober 1929.
Schwerer Betriebsunfall.
5 Arbeiter in einer Lederfabrik durch giftige Gase getötet.
In der Lederfabrik von Lütticke in Olpe I. Wests, stürzte eine Gruppe von Arbeitern aus bisher noch unbekannter Ursache in einen mit Chlorsäure gefüllten Behälter. Nach Bemühungen gelang es schließlich, alle acht Personen zu bergen.
$et Sinn Des Lewssbeomlentums.
Dieses Thema behändeste ein Vortrag des Uni« -rsitätsvrofefsor, Reichstagsabgeordneten D r. « ck r e i"b e r bei der Tagung des Gefamtvorstan- ■v heg Deutschen Beamtenbundes am Donners-
den 3. Oktober. Voran stellte Prof. Dr.
ackreiber seinem Vortrag den Satz:
Las deutsche Berufsbeamtentum fft eine ge« - tätliche Gegebenheit, darüber hinaus ein Rechts- ^hältnis, zu all dem noch eine Sozialidee. So- dalibeen sind aber dem Wandel unterworfen, der L^stellung von Zeitaltern preisgegeben und durchlaufen die ganze Skala vom barometrischen Maximum der Hochschätzung bis zum Minimum der ■ ^Prof. Dr. Schreiber schilderte sodann das 2Be«
des Berufsbeamtentums und sagte darüber
; unter anderem:
„Cs hat feine seelische Heimat im Staatsgedan- »en, weil es seine Arbeitsleistung als Berufsauf- „gbe erblickt und gleichzeitig als ein Treueverhätt- D anspricht. Cs ist feinem innersten Wesen nach eine staatsbildende Kraft, aber auch insoweit syn- Msch wirkend, weil es dauernd und über ganze ^Iterationen hinweg in der Staatsidee verankert ß Woher stammen nun diese mit Ernst vorge- Menen Befürchtungen, daß eine Beamtenherr- toaft im Staat stattfinden kann. Weil manche Sorgen dahin geäußert sind, daß die objektive Dienst- (eistung des Beamtentums sich nur vermittels der parteipolitischen Brille vollzieht. Angesichts dieser und andere kritischen Einwände in der deutschen tzeffentlichkeit muß sich das Beamtentum darüber klar fein, daß es eine absolute Trennnug von Beruf und Privatleben nicht geben kann. Der Beamte braucht das Vertrauen der Bevölkerung, um als objektivierter Träger der Staatsaufgabe angesehen zu werden. Diese kluge Erwägung bedeutet nicht etwa einen Verzicht auf staatsbürgerliche Rechte. Auch soll nicht der Typ des seelenlosen Beamten geschaffen werden, der wie ein empfin- i dungslöser Motor die Executive wahrnimmt oder der sich ängstlich von staatspolitischer Betätigung | fernhält. Aber es ist doch gut, wenn die Beamtencharaktere dahin ausgeprägt sind, daß sie sich aus Innerer Freiheit den Sinn dafür bewahren, daß ihre besondere Stellung dem Staat gegenüber besondere Verpflichtungen erzeugt, also eine Noblesse
, oblige auslöst."
Ganz besonders hob Prof. Schreiber die kul- - turelle Bedeutung des Berufsbeamtentums hervor, > daß der Beamte schließlich Kulturbringer ist und stulturbringer sind wirtschaftsproduktiv im höchsten ilusmaße. 1: .....?
Prof. Dr. Schreiber faßte feine Darstellungen In folgenden Sätzen zusammen: „Das Berufsbeam- lentum wird unüberwindlich fein, wenn es inmitten aller Kritik feines sozialethischen und volks- ethischen Unterhaus bewußt ist und sich stets seinen Sinn für eine Reform und Verjüngung für feine Wechselbeziehungen zu anderen deutschen Demfs- i ständen bewahrt. Möge von dem deutschen Beamtentum das Wort von Leopold v. Ranke gelten, daß er auf den Freiherrn v. Stein, auf das l große Vorbild des verantwortungsbewußten De- k mten anwendet:
■■ „Die sittliche Macht des deutschen Gedankens vohnte in seiner Seele."
Zum Gummi Schultheiss^
Ein skunnbewegles Leben
Nach dem Tagebuche eines Jugendfreundes erzählt von Peter Selig.
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„Hierher, Brown", rief ein Matrose, der allein den Hebel handhabte und dessen Kräfte zu versagen schienen. Rasch wollte der Gerufene zu ihm hineilen, aber beim -weiten Schritt stürzte- er aus das schwankende Deck und srollte nach der Seite hin, so daß er beinahe über Bord gefallen wäre. Doch konnte er noch ein Stück der zerbrochenen Brustwehr fassen und gelangte nun auf Hän- Ihen und Füßen kriechend nach der Pumpe.
„Nun aber angefaßt, du Landratte, schrie ihn der Itoann an, sonst kannst du gleich ein Tauende spüren".
Trotz seines jämmerlichen Zustandes griff er nun kräf- |tig zu und arbeitete, daß ihm der Schweiß aus allen Po- [ten drang und daß er fast am Zusammenbrechen war. s Unb merkwürdig! Je länger er pumpte, desto mehr »dich sein krankhafter Zustand; und als nach mehreren stunden der Sturm nachließ ,da fühlte er, daß die Seekrankheit überwunden war. Er konnte sogar den Massen, die nach dem abflauenden Sturm das Schiff wieder einigermaßen instand zu setzen suchten, noch hilfreiche lenste leisten, sodaß selbst der mißlaunische Kapitän mit l knem Fluchen und Schelten innehielt, wenn fein Blick °uf den kräftig zugreifenden, neuen Schiffsjungen fiel.
nächsten Tage wurde ein Notmast gesetzt, und das s8ahrzeug erreichte mit Hilfe eines vorüberfahrenden | Noßen Dampfers, der es ins Schlepptau nahm, glück- IM Bremen.
R hier verließ unser Freund das Schiff; aber trotzdem IjMe seine erste Fahrt so wenig günstig verlaufen war, 1 ktte doch feine zu Abenteuern geneigte Natur daran ®e» ■ Wen gefunden. War das nicht ein Fingerzeig für ihn, Deichen Beruf er ergreifen sollte?
I Da er doch nicht dauernd in Deutschland bleiben Wollte, war dies wohl die beste Gelegenheit, die Welt zu ■"len unb im Ausland eine Existenz zu juchen. Aber
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