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Samstag, Den 5. Oktober 1929

Fuldaer Zeitung (Amtliches Lreisblatt.)

Der Vorstand.

Wohl« nach der Schule?

was davon

Die Berufswünsche unserer Jugend, und

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sofort gesehen, einziges Wort Da lassen sich Was meinen

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ist. Bon diesem Herrn, das habe ich ist allerdings nur eines zu sagen. Ein charakterisiert ihn: Durchschnittsmensch! allerdings nicht viele Studien machen, gnädiges Fräulein?"

Wohin nach der Schule, diese Frage müssen sich vor Ostern zahlreiche Väter und Mütter, die um die Zukunft ihrer Kinder besorgt sind, vorlegen. Und wie schwer ist die Antwort. Der Junge, der entlassen wird, ist sich oft nicht klar, welchen Be­ruf er ergreifen soll. Die Eltern haben Berufs­wünsche, die der Junge nicht teilt. Verwandte ra­ten, jeder nach seiner Art, zu etwas anderem. Die Unübersichtlichkeit der Berufe, die schon durch die Vielgestaltigkeit unserer Wirtschaft gegeben ist, la­stet schwer auf Berufsanwärtern und Eltern. Hier gilt es zu helfen. Die berufene Stelle, die Rat und Auskunft gibt, ist das Arbeitsamt. Am 1. November nimmt es in Fulda feine Berufs­beratungstätigkeit in den Räumen Non­

nengasse 1 auf. Dort erfolgt Einzelberatung. Auf­klärung für alle, die nie Ersatz einer Emzelbera- tung sein kann, geben auch schon die Rundfunk­vorträge des Frankfurter Senders, die nach dem weiter unten abgedruckten Programm gehalten werden. Sie find für die Berufsanwär­ter bestimmt. Aber auch den Eltern ist das Ho- ren zu empfehlen, besonders aber den Herrn Leh- rem. Denn oft werden sie zuerst befragt. Diel- leicht läßt es sich sogar ermöglichen, daß die Her- ren Lehrer den letzten Jahrgang mithoren lassen, soweit sie einen Apparat besitzen. Jedenfalls sollte versucht werden, die so wichtige Frage der Be­rufswahl sorgfältig vorzubereiten, denn Dienst an der Jugend ist Dienst am Volke.

Ber.-Ber. Dr. Clauß, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. Teleky, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. Daubert, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. Loewe, Frankfurt a. M.

Dir. Menne. Frankfurt a. M.

Jugend, sowie deren Eltern und Lehrer

ruflicher Aufstieg

Die Aussichten des akademischen Studiums mit ohne Abitur

Das junge Mädchen in der Fabrikarbeit

Das Los des ungelernten Hilfsarbeiters

Die Frauen und das Studium

Wege zum beruflichen Erfolg.

Nov. 1.

Nov. 8.

Nov. 15.

Nov. 22.

Nov. 29.

Dez. 6.

Dez. 13.

Dez. 20.

Dez. 27.

Jan. 3.

Jan. 10.

Jan. 17.

Ian. 24.

Direktor Menne, Frankfurt a. M.

Präsident Dr. Engler, Landesarbeits­amt

Dr. Busold, Frankfurt a. M.

Vorsitzender Dr. Frey, Frankfurt a. M.

Reg.-Rat Dr. Anders, Frankfurt am Main

Berufsber. Loewe, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. Burkhardt, Frankfurt a M.

Ber.-Ber. Klüffendorf, Frankfurt a M.

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„Jh, keine Spur!" fiel er ein. „Lassen Sie mich mit den aparten Frauen in Ruh. Lieb soll sie sein und tüchtig und gut kochen können, na ja, und wenn sie hübsch aussieht" — damit streifte sein Blick die neben ihm sitzende — „dann ist das natürlich kein Fehler. Rein, nein, so 'ne gute brave Durchschnittsfrau, das ist mein Ideal."

Die Worte hörte der wieder eintretende Indivi­duelle. Ein malitiöses Lächeln verzog sein Gesicht.

„Hoffentlich münzen Sie das nicht auf die neben Ihnen sitzende junge Dame. Denn wir haben eben vorhin festgestellt —' nun nahm er mich zum Bundes­genossen — „daß die junge Dame nichts weniger als ein Durchschnittsmensch ist."

„Na, was ist sie denn?" fragte da der andere.

Dem Individuellen blieb der Mund offen stehen. „Diese Frage dürfte die junge Dame selbst in entspre- chender Weise beantworten und — bestrafen."

„Schön, meinetwegen. Wenn ich aber erkläre, daß ich keine verschrobenen Weiber, sondern nur eine Dame von vernünftigem Durchschnitt heirate, dann geht das keinen was an, und wenn ich der Dame jetzt sogar 'nen Heiratsantrag mache, dann geht das auch keinen was an — außer natürlich —”

„Nein, allerdings nicht. Daher räume ich jetzt das Abteil. Ich steige auf der nächsten Station aus. Ich wünsche Ihnen weiterhin eine geistreiche Konversation."

Damit verschwand er.

„Seien Sie nicht böse," sagte er da treuherzig, „ich wollte ihn nur aus dem Abteil haben. Nein, so ein fader Mensch!"

Ich war gutmütig genug, gleichfalls einige Zeit aus dem Abteil zu gehen. Als ich dann wieder hineinblickte, sah ich ihn eifrig aus sie einsprechen, und sie sah ihn mit leuchtenden Augen an. Als er dann einmal auf den Gang hinaustrat und an mir vorbeiging, zwinkerte er mir zu: „Die und keine andere —" Und ich muh sagen, die Aussicht auf diese Durchschnittsehe gefiel mir gar nicht schlecht.

Der Individuelle stieg noch lange nicht aus. Ich sah ihn nachher in einem anderen Abteil sitzen. Er hatte das Gegenstück zu sich selbst gefunden: einen sehr apar­ten Bubikopf, der eine Zigarette rauchte und den Dampf in sehr charakteristischen Formen von sich gab.

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Okt. 25.

er grüßte, stellte seinen Koffer ins Retz und — setzte sich neben die junge Dame, offenbar von einem Instinkt getrieben, daß dort der angenehmste Platz sei. Er sah hochzufrieden aus.

Der Gegenübersitzende zuckte zusammen. Nervös biß er sich auf die Sippen, die Hand fuhr ratlos im Gesicht umher. Sollte er seine Ansprüche an die Gesellschaft der jungen Dame geltend machen? Es war geraten, denn der Neudazugekommene sah nicht gerade danach aus, als ob er den Fall der Handtasche abwarte. Also räusperte er sich — da sprang der Neue plötzlich auf. „Alle Wetter, ich muß mich ja noch verabschieden!"

Der Alteingesessene sah ihm spöttisch nach. „Als ob das uns etwas anginge, daß er sich noch zu verabschie- den hat."

Und dann fuhr er fort: „Ich liebe es. gnädiges Fräulein, unterwegs Charakterstudien zu machen. Man erlebt da oft die seltsamsten Typen. Und schließlich ge­langt man dazu, daß man einem Mitfahrenden fast mit dem ersten Blick bereits ansieht, was von ihm zu halten

Deutsche Senftumspatiei

Ortsgruppe Fulda.

I. Bezirk.

Buttermarkt, Bonifatiusplatz, Friedrichstraße, Fried- richsmarkt. Marktstraße, Mittelstraße, Me.stersgasie Karlstraße, Nonnengasse, Pfandhausstr., Stemweg, Iu-

T. Ott. 29. 2030 Uh,. Im W6««.

„Zur Traube" findet eine

Vezirksverjammlung

Ian. < Febr. Febr. Febr.

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März März März März

„Sie glauben anscheinend, der Zug hält akkurat für Sie so lange?"

In diesem Augenblick zog die Maschine an.

„Scheint fast so," lachte der Durchschnittsmensch zu- frieden. Und dann begann er zu erzählen. Bon allem möglichen, meist von sich und seinem Tun und Treiben. Und nach kürzester Zeit waren wir in seine sämtlichen Privatverhältnisse eingeweiht. Wir wußten, daß er Baumeister war. „Hm, haben Sie denn auch schon etwas Nennenswertes zuwege gebracht?" fragte fein Gegenüber.

„Nun, das neue Krankenhaus in Tstadt, das Guts­haus in Tfelde, Privatbauten in schwerer Menge —" und er begann aufzuzählen.

„Ich glaube aber kaum, daß diese ganz privaten Dinge das gnädige Fräulein so sehr interessieren dürft ten," warf der andere ein.

„Nein?" fragte jener ganz erstaunt.

„Aber doch, gewiß," lachte das Fräulein, „es ist doch ganz interessant, mal zu hören, was jemand tut und treibt. Und so ein Gutshaus — das ist schon sehr mein Fall!"

Da hielt sich der andere nicht mehr. Er stand auf und verließ das Abteil.

„Hören Sie," flüsterte da der Durchschnittsmensch dem Fräulein zu, „ist das aber ein fader Mensch. Der hat ja für nichts Interesse. Begriffsstutzig ist der Mensch — das ist ja unter allem Durchschnitt!"

Da lachte das junge Mädchen, wie ich noch selten ein junges Mädchen haben lachen hören. In den aller­hellsten Tönen, und mein tiefer Baß lachte kräftig mit.

„Na habe ich nicht Recht?" sagte er da. „Ich sehe so einem Menschen gleich an, was an ihm dran ist." Und bann begann er von seinem eigenen Hause zu er­zählen, das er bauen wollte.

„Fehlt nur die Hausfrau noch dazu," schloß er fei­nen Bericht.

Aufmerksam, höchst aufmerksam hatte ihm die junge Dame zugehört. Jetzt hob gar ein Seufzer ihre Brust. Es schien, als ob die Schilderung des Eigenheims sehn­süchtige Gedanken in ihr geweckt hatte.

„Da wollen Sie sicher eine recht aparte Frau, die Geschmack) und Kunstverständnis besitzt —"

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Sämtliche Borträge, die in erster Linie für die berufssuchende _ _ bestimmt sind, finden jeweils Freitag nachmittags 3.15 bis 3.45 Uhr statt.

Sie lachte. „Ich bin darin nicht so geübt wie Sie. Womöglich bin ich gar selber nur fo ein Durchschnitts­mensch."

„Aber gnädiges Fräulein!" Protestierend hob er die Hände. „Ich sehe es Ihnen ja an, es ist nicht Ihr Ernst."

„Junge Damen sind nie Durchschnittsmenschen, son­dern immer was Besonderes," konnte ich mich nicht ent­halten brummend einzuwerfen, „besonders wenn sie hübsch sind."

Er überhörte meine Worte. Sie aber sah mich la­chend an und sagte: „Also dann bin ich ja bis zur Hei- rat außer aller Gefahr, schnöde verkannt zu werden."

Ein reizendes Geschöpf dachte ich, das das Herz auf dem rechten Fleck hat. Und eine sehr ungeeignete Part­nerin für den Bornehmen.

Der „Durchschnittsmensch" kam zurück. „So! wenn man nur erst den Abschied hinter sich hat! Nun kanns losgehn."

Der Durchschnittsmensch.

Line heilere Reisegeschichle

von Hermann Di eck.

0 ja, es gibt noch interessante Mitreisende! Da ist her Joviale, der mit jedermann im Abteil gleich gut Freund ist und ein komplettes Gesprächsmaterial für Reifezwecke vorrätig zu haben scheint, das er, da sein Publikum stets wechselt. Mal für Mal anbringt unb in dem er eine wahre Virtuosität entwickelt. Da ist aber auch der Unnahbare — ein Typ, der, so scheint es mir, von Tag zu Tag im Eisenbahnverkehr zunimmt. Er sitzt zugeknöpft, vornehm und sehr individuell gekleidet, die Hornbrille auf der Nase, und hüllt sich in Schweigen. Mag kommen, was da will, fein Schweigen ist uner­schütterlich. Selbst wenn er einmal einer Dame — der einzige Fall, in dem er seine Reserve aufgibt — den Koster ins Gepäcknetz stellt, tut er es ohne Wort. Die Leitung nimmt ihn im übrigen vollständig in Anspruch. $ur bei sehr hübschen jungen Damen schielt er mitunter daran vorbei, und man sieht ihm an: er möchte bren­nend gern---aber wo bleibt seine Würde, seine

Vornehmheit, wenn er nun ohne zwingenden Grund seinen Mund öffnet? So tupft er nur von Zeit zu ■Seit mit seiner gepflegten Hand bald an diese, bald an jene Stelle seines Kopfes, um die Tadellosigkeit feiner äußeren Erscheinung sestzustellen, und wartet, bis der schickliche Anlaß kommt.

So auch in dem Falle, den ich im Auge habe. Die wnge Dame — eine sehr hübsche junge Dame — äugte mlt ein bißchen Neugier und ein bißchen vorläufiger unh*Uni3erun9 von Zeit zu Zeit nach ihrem Gegenüber k, ® iieß dann glücklich das Handtäfchchen fallen, das jj*1 besagten Anlaß bot. Natürlich stellt^ er sich vor!

? gehört sich so! Und nun begann ein zierliches Ge- tief "der allerlei Reiseangelegenheiten, zunächst ohne QJeten Hintergrund. Der tiefere Hintergrund bot sich Iji^ Oalb von selber dar. Denn mit einem Male ging mitt r "Vf, und ein junger Mann trat ein: blond, halb r°k' mit Haarscheitel, mit gestutztem Schnurrbart, 6in0)695 gut gekleidet, mit einem neuen Lederkosfer.

Paar Alltagsaugen blickten im Abteil rund, ohne etwas Anstoß zu nehmen oder Gefallen zu finden;

-- ”--------------------- 'I läge nicht durchweg zufriedenstellend, wenn auch >ie Ausbauarbeiten den hierfür in Frage Wurmen­den Handwerksberufen manchen Auftrag brachten. So wird aus nahezu sämtlichen Baunebengewer­ben berichtet, daß die Lage nicht einhettltch war. Auf die übrigen, nicht im Zusammenhang mrt dem Baumarkt stehenden Handwerksberufe hat die warme Witterung je nach Art des Berufs verschie­den eingewirkt. In den Bekleidungshandwerken beispielsweise ist durch das schöne sommerliche Wetter der Beginn des Herbstgeschüsts htnausge- schoben worden. Auch im Schuhmacherhandwerk ist die Belebung des Reparaturgeschäfts bislang nicht eingetreten. Selbst die Rahrungsmtttelhand- werke glauben den Grund für das erwartete 2lu5’ bleiben der Absatzsteigerung auf das warme Wet­ter und die dadurch heroorgerufene längere Retse- zeit zurückführen zu können. Andererseits hat die trockene Witterung auf den Geschäftsgang tm Stellmacher-, Schmiede-, Schlosser- und Sattler­handwerk wenigstens inländischen Gegenden be­lebend gewirkt, da infolge dieser Witterung in er- höhtem Maße Reparaturarbeiten an landwirt­schaftlichen Geräten, Wagen usto. erforderlich wur-

Schwierigkeiten in der Material- und Rohstoff» beschastung werden nicht gemeldet. Doch sind ver­schiedentlich Materialpreissteigerungen erfolgt, die eine Erschwerung für die Geschäftsführung der Be­triebe brachte. Derartige Preissteigerungen wer- den vor allem gemeldet für die Verbrauchsmate­rialien des Malerhandwerks und für das Elektro­installateurhandwerk. Die Schweinepreise konnten sich auf dem hohen Stand behaupten und er­schwerten dadurch di« Preisgestaltung für $%luf dem ^lrbeitsmarkt nahm die Zahl der er­werbslosen Arbeitskräfte zu. Die Löhne haben zum Teil eine Erhöhung erfahren, zum Teil sind die Lohnverhandlungen noch nicht zum Abschluß gekommen.

Die Anmeldungen zur Gesellenprüfung

für das Elektro-Handwerk sind bis zum 15. dieses Monats bei dem Vorsitzenden, Herrn

Ber.-Ber. Garth, Wiesbaden Ber.-Ber. Klesper, Frankfurt a. M. Ber.-Ber. Steinhäuser, Frankfurt Ber.-Ber. Taut, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. Dr. Clauß, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. Heilbrunn, Kassel

Ber.-Ber. Dr. Kutzner, Wiesbaden

Ber.-Ber. Mikosch, Worms

Ber.-Ber. Kreutz, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. ©reger, Frankfurt a. M.

Ber.-Ber. Elsebach, Wetzlar

Ber.-Ber. Klüffendorf, Frankfurt a. M.

Personennachrichten.

Um seinen in Hannover lebenden Kindern nä­her zu kommen, verläßt am 5. Oktober dieses Jah­res der durch seine dienstliche Tätigkeit als Eisen­bahn-Zugrevisor bekannte und beliebte Herr Eisen­bahn-Inspektor Zahn die hiesige Stadt. Herr Zahn verzieht nach Egestorf a/Deister bei Hanno­ver. Wir wünschen dem mit den besten Eigenschaf­ten versehenen Beamten, der 20 Jahre beim hie­sigen Reichsbahn-Verkehrsamt als Zugreoisor tätig

Fulda, Den 4. Oktober 1929

Der Fuldaer Kreistag,

besten Wahl nach dem Ausscheiden der Stadt ?ulda ans dem Kreise im Frühjahr 1927 am 12.

r-nes Jahres geschritten werden mußte, wird, kbwob er also nur etwas über 2 Jahre im Amte kst gleichfalls am 17. Nov. neu gewählt. W,e 1927 mürben auch jetzt wieder 24 Kreistagsabg. gewählt, ^ ihrerseits dann den K r e i s a u s s ch u ß als micktiaste Körperschaft im Kreise zu wählen haben.

etiiaen Kreistag waren von der Zentrumspar- t-i 13 Abgeordnete, von den Sozialdemokr. 2 Ab- aeordnete, von den Deutschnationalen ein Abgeord­neter gewählt. Außerdem gab es bei der Wahl am 12 Juni 1927 noch einige Sonderlisten, Arbeiter- sckaft, Christliche Volkspartei (Vogel), Handwerk md Handel und Schmitt-Lappenstein, di« zu,am- men 8 Mandate erhielten. Schmitt-Lappenstein ist tm letzten Jahre tödlich verunglückt. Dem i-nigen Kreistag gehören an: Vom Zentrum: Landwirt Karl Herbert-Zirkenbach, Maurer Fritz Schönherr, Großenlüder, Landwirt Vieth, Langen­bieber, Schmiedemeister Heinrich Schüler, Malkes, Maurerpolier August Kräh, Struth, Flieden, Bür­germeister Albert Pütz, Bad Salzschlirf, Schuh­machermeister Joseph Hartung, Hofenfeld, Schnei­dermeister und Hüttner Karl Schum, Dietershausen, Pfarrer Joseph Kircher, Petersberg, Bergarbeiter Joseph Schickentanz, Neuhof-Neustadt, Landwirt Joseph Jestädt, Eichenzell, Lehrer Robert Vogel. Bachrain. Gestorben ist Domänenpächter Bispinck. Von den Sozialdemokraten: Gewerkschaftssekretär Auch, Niederkalbach und Maurer Damian Jahn, Opperz. Von der List« der Arbeiterschaft: Bahn­arbeiter Axt, Petersberg, Bahnavbeiter Jakob, Horas und Fabrikarbeiter Jestädt, Künzell. Von der christl. Volkspartei: Landwirt Vogel, Zirken­bach und Maurer Rehm, Wissels. Von der Deutschnationalen Volkspartei: Pensionsbefitzer Wilhelm Linnenkohl. Bad Salzschlirf. Vom Hand­werk und Handel: Metzgermeister Martin, Horas und Landwirt August Leinweber. Uffhausen. Be­merkenswert für die kommende Wahl ist das, was nach dem 12. Juni in einer Wahlbetrachtung die „Fuldaer Zeitung" schrieb:

„Dem Berufsstande nach sind durch die auf der Zentrumslifte gewählten Kandidaten die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landkreises Fulda ziemlich richtig zum Ausdruck gekommen: 4 Landwirte mit verschiedener Betriebsgröße, 3 Arbeiter, 3 Handwerker mit landwirt­schaftlichem Nebenbetrieb, 3 Kopfarbeiter. Durch die «inseitige Auswahl der Vertreter auf den anderen Listen ergibt sich für den gesamten Kreistag im Hinblick auf die Berufsstände folgendes Bild: 6 Landwirte, da­zu ein weiterer Landwirt, der sich in erster Linie als Kolonialwarenhändler fühlt, 9 Arbeiter, 3 ländliche Handwerksmeister, ein Großfchlächtermeister, ein Kur­hotelbesitzer und 3 Kopfarbeiter. Uns will scheinen, daß diese Zusammensetzung den wirtschaftlichen Charakter des neuen Landkreises Fulda nicht ganz richtig spiegelt und die vom Zentrum in Vorschlag gebrachte Dertreterlifte, wenn sie sich ganz hätte durchsetzen können, viel besser gepatzt hätte."

Hoffentlich gelingt es diesmal, nachdem im Laufe der zwei Jahre manche Erfahrungen im Landkreis gemacht worden sind, der Zentrums- liste, bi« zweifellos wieder die richtige Zusam­mensetzung auch in Bezug auf die Berufsstände des Kreises zeigen wird, einen größeren Erfolg zu verschaffen und Sonderliften zu vermeiden. Vor allem muß die Wahlbeteiligung in den Gemein­den des Kreises erheblich gesteigert werden, da am 12. Juni das Zentrum nur 5808 Stimmen aufge­bracht hat, während bei der letzten Reichstagswahl am 20. Mai 1928 im Landkreis Fulda di« Zahl der Zentrumsstimmen 16 110 betrug und im Jahre 1924 sogar 18 849 Zentrumsstimmen abgegeben worden sind.

Der Kreisausschuß setzt sich zurzeit zu­sammen: Landwirt Vieth, Langenbieber, Arbeiter Sippel, Uffhausen, Müller Damian Klüh, Ellers, Bürgermeister Pütz, Salzschlirf, Bahnarbeiter Axt, Petersberg und Landwirt Vogel» Zirkenbach.

war und später noch die hiesige Fochrkartenaus- gäbe und Gepäckabfertigung mustergültig verwal­tete, daß er in seiner neuen Heimat (einen Lebens« abend mit seinen Angehörigen in bester Ruhe uno Gesundheit beschließen möge.

Flaggen auf Halbmast.

Aus Anordnung des preußischen Innenministe­riums haben heut« auch in Fulda di« öffentlichen Gebäude anläßlich des Hinscheidens des Relchs- außenministers Dr. Stresemann auf Halbmast ge­flaggt.

Studienstiftung des deutschen Volkes.

Die Studienftistung des deutschen Volkes ist, rote die Deutsche Beamtenbund-Korrespondenz mit­teilt, ein Teil der Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft. Maßgebend für die Aufnahme der Bewerber ist die Tatsache ausnahmsweise wissen sch aftlicher Begabung und Tüch­tigkeit, menschlicher Bewährung sowie charak­terlicher Eignung bei entsprechender wirtschaftlicher Bedürftigkeit. Die Studienstiftung des deutschen Volkes beginnt mit ihrer Hilfe schon beim Anfang des Studiums und sie gewährt sie in steigender Form. Die Studienstiftung tritt an alle, die sie aufnimmt, mit der Aufforderung heran, im Laufe ihres Studiums, wenn möglich schon zu seinem Be­ginn, einmal ein halbes Jahr Werkarbeit zu leisten. Die Einreichung der Gesuche kann für männliche und weibliche Abiturienten und Studen­ten aber nicht direkt, sondern nur durch die hö­heren Schulen Deutschlands, insbesondere durch die Direktoren, und die Hochschulen erfolgen an die Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft e. D.. Studienstiftung des deutschen Volkes, Dresden-^ 24, Kaitzerstr. 2. Für Extraneer, Studenten ohne Reifezeugnis ufro. kann die Einreichung durch die Mitglieder der Prüfungskommission ober bi« Un­terrichtsministerien ber Länder erfolgen. Zum 1. November jedes Jahres werden Gesuche für Abi­turienten des folgenben Frühjahres und für Studenten eingereicht. Die Entscheidung er­folgt im März des folgenden Jahres. Die Ent­scheidung der Gesuche wird den Bewerbern sofort nach erfolgter Auswahl mitgeteUt; eine Begrün­dung für ablehnende Bescheide wird grundsätzlich nicht gegeben. Die Zeitschrift der Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft heißt „Studenten- roert" und kann durch Post oder Buchhandel be­zogen werden. — Bemerkenswert ist, daß auch katholische Studierende dieses Hilfswerk tu Anspruch nehmen können.

Aus ein 38 jähriges Bestehen

blickt in diesen Tagen der Philisterzirkel „Pfahl­bau, in dem die Fuldaer Alten Herren des Ver­bandes Katholischer Studentenvereine Deutsch­lands (K. V.) zusammengeschlossen sind, zurück. Das Jubiläum zeigst den Philisterzirkel in ftischem Leben, stattlich an Zahl der Mitglieder unb im Bewußtsein der Pflicht zur geistigen Regsamkeit und mannigfaltigen Arbeit für die Volksgemein», schäft, die im Einklang mit den Prinzipien der katholischen deutschen Studentenorganisation: Reli­gion, Wissenschaft, Freundschaft, das Ziel des K. V. ist. ■: .

Der Winterfahrplan

tritt bekanntlich am 6. Oktober in Kraft. Unsere Bezieher in der <5 tat) t Fulda erhalten heut.« den Taschenfahrplan für die Winterzeit. Den auswärtigen Beziehern wird der Taschen­fahrplan in den nächsten Tagen zugestellt. Ein Wandfahrplan erhalten unsere Bezieher ■ in der morgigen Nummer der Fuldaer Zeitung.

Das Handwerk im September.

Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben:

Ein Rückblick auf die wirtschaftliche Lage des Handwerks im Monat September läßt erkennen, daß für die meisten Handwerksberufe, für die der Sommer gesteigerte Tätigkeit zu bringen pflegt, der Höhepunkt der Beschäftigung bereits überschütt- ten ist. Vor allem ist im Baugewerbe trotz des guten Bauwetters ein langsamer aber stetiger Rückgang festzustellen. Neuaufträge gingen fast garnicht mehr ein. Die bereits früher geäu­ßerten Befürchtungen, daß in der Gesamtheit die Bautätigkeit des vergangenen Jahres in diesem Jahr nicht erreicht werden würde, haben sich leider bewahrheitet. Diese ungünstige Entwicklung dürfte in erster Linie aus die zunehmenden Schwie­rigkeiten auf dem Geld- und Kapital­markt zurückzuführen fein, die selbst die Voll­endung begonnener Bauten zum Teil erschwerten. Auch in den Baunebengewerben war die Geschästs-

zu halten ist ,.,,

Berufsberatung der Jugend als sittliche Pflicht und wirtschaftliche Aufgabe

lieber Berufseignungsprüfungen, und wie es dabei zu- aeht

Der Lehrvertrag in Handwerk, Handel und Industrie Winke und Ratschläge für die Berufswahl der Mädchen

Soziale Frauenberufe

Berufslaufbahnen im Metallgewerbe Die Friseuse und andere Madeberufe lieber den an diesem Tag stattfindenden Vortrag er­gebt noch besondere Mitteilung

Die Schneiderin und andere Nähberufe

Der Lehrling in den kaufm. Berufen

Das Lehrmädchen im Verkauf

Künstlerische Heimarbeit: Wie die Käte-Krusepuppe er- funden wurde

Die mittleren Beamtenlaufbahnen

Die Berufe der technischen Assistentin und der Biblio­thekarin

Die Lehrlingsausbidung in der Autoindustrie

Die Berufstätigkeit der Frau in der Konferoenindustrie Lehrling, Geselle und Meister im Handwerk Meine Erfahrungen als Kontoristin Die Berufstätigkeit aus dem Lande

Das Lehrmädchen in der Hauswirtschaft und sein be-

Aloys Hohmann, Fulba, Kanalstraße 39, einzu­reichen.

75. Geburtstag.

Am 5. Oktober 1929 feiert H-rr Lokomotw- «ihrer i R Josef Wehner Kronyofstraße 43 tn Niger unb Nperlicher Frische seinen 7 5. Ge­burtstag.

Don der heimischen Viehzucht.

Vie diesjährige haupttörung im kreise Fulda.

Der Kreiskärungskommission für ber. Landkreis Fulda sind bei der diesiahrigen Haupt- körung 150 Bullen ,52 Ziegenböcke und 61 Eber Borge- ^Hittvon°wurden 90 Bullen erstmalig., 50 nach-, S ab- und 2 unter Vorbehalt gekört.

An Ziegenböcken sind 15 erstmalig-, 33 nach-, 2 ab- und 2 nicht gekört worden. . _ , „ . ,

An Ebern wurden 53 gekört, 3 °bgekort und 5 zurückgestellt. Der Standort der an- und abgetanen Tiere, sowie die Namen der Besitzer werden tn den nach- ^"sln°P r ä°m?e n"wurden aus den von dem Landkreis Fulda und der Landwirtschastskammer zur Versugung gestellten Mittelst zuerkannt:

Für gute Leistung tn der Bullenh al> t u n g: 1. de Beisac-Eichenau, 2. Karl Kluber-Duchen»

ftatt mit folgender Tagesordnung:

1 Ersatzwahl des Vorstandes: .

2. Referat des Herrn Stadtrat Sunkel über Gemeinde- angelegenbeiten;

3. Verschiedenes.

Ilc. 231